Klassiker-Zyklus: das neue Konzil (700-749)

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Lumpazie
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Re: Klassiker-Zyklus: das neue Konzil (700-749)

Beitrag von Lumpazie »

Im Jahr 1985 erschien der Band 744 der Atlan-Heftserie:

Die Marionetten von Areffa

von Peter Griese

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Innenillustration:

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Handlung:

Handlung

Die STERNSCHNUPPE befindet sich auf dem Weg zum Planeten Areffa. Die Spannung Chipols steigt, da sich auf dieser Welt sein Vater Dharys und weitere Mitglieder der Familie Sayum aufhalten. Atlan stellt eine Funkverbindung mit Areffa her. Die optische Übertragung ist jedoch gestört. Kalakto begrüßt die Ankömmlinge und erteilt Landeerlaubnis auf dem Raumhafen von Heimwehstadt. Während des Anfluges stellt die STERNSCHNUPPE zwei unsichtbare Eindringlinge fest, die sich in der Zentrale aufhalten. Ein Lichtsignal kennzeichnet den Ort, an dem sich die fremden Lebewesen befinden. Ein Hechtsprung Atlans zeigt keinen Erfolg. Die Unsichtbaren verschwinden aus dem Ortungsbereich der STERNSCHNUPPE. Mit einem Spezialgerät durchsucht Mrothyr das Schiff, die Eindringlinge sind aber nicht aufzufinden.

Nach der Landung werden die Ankömmlinge von Kalakto und Jhossa freundlich begrüßt und auf deren Farm gebracht. Dort erfahren sie, dass sich Dharys und Angehörige der Familie Sayum tatsächlich in einer schmucken Siedlung am Hang des Talkessels aufhalten.

Es folgt ein kurzer Besuch beim Bürgermeister Jitti-Zmay, ehe es zu der Siedlung am Berghang geht.

Dort trifft Chipol auf Dharys. Der Vater des Jungen beteuert, in der Vergangenheit viele Fehler gemacht zu haben. So hat er mit dem Gedanken gespielt, mithilfe des Erleuchteten selbst Macht gewinnen zu können. Nun will er einen Schlussstrich ziehen. Zahlreiche Angehörige der Familie Sayum haben den Tod gefunden, manche sogar den Freitod gewählt. Nun will Dharys die Familie in den Mittelpunkt seines Lebens stellen.

In Atlan und Mrothyr, die das Gespräch schweigend mitverfolgen, wächst das Misstrauen. Das plötzliche Interesse an der Familie erscheint ihnen verdächtig. Auch der Logiksektor hält Dharys Ausführungen für eine glatte Lüge. Chipol lehnt die Aufforderung seines Vaters ab, die Nacht in seinem Haus zu verbringen. Er will lieber mit seinen Freunden zusammen sein.

Während Atlan mit Kalakto spricht, der angeblich noch nie ein Raumschiff betreten hat, meldet sich die STERNSCHNUPPE. Das Schiff hat herausgefunden, dass die Unsichtbaren die Bildübertragung beim Landeanflug benutzt haben, um an Bord zu kommen. Dadurch ist es zu den beobachteten Störungen gekommen.

Auf dem Heimweg von Kalakto zu dem Blockhaus, das den drei Männern als Unterkunft dient, wird Atlan niedergeschlagen. In der Dunkelheit kann der Arkonide nur vier Schatten erkennen. Atlan wird vor Kalakto gewarnt, der vielleicht nicht der ist, als der er erscheint.

Am nächsten Morgen geht Chipol alleine zu seinem Vater, während Atlan Jitti-Zmay aufsucht. Der Bürgermeister erklärt, dass sich die Daila von Areffa als eigenes Volk betrachten, dessen Verbindungen zur Heimatwelt Aklard völlig abgerissen sind. Areffa wird daher Aklard beim Kampf gegen das Neue Konzil nicht unterstützen.

Die STERNSCHNUPPE meldet, dass eines der drei angeblich flugunfähigen Raumschiffwracks auf der Ebene vor Heimwehstadt bewegt worden ist. Atlan schickt Mrothyr los, um die Wracks zu untersuchen.

Chipol kehrt zurück. Er ist über seinen Vater erzürnt, der von ihm verlangt, Atlan zu verlassen, da der Arkonide ein Kämpfer sei und einen schlechten Einfluss auf ihn ausübt. Chipol soll sich ab nun an ein harmonisches Familienleben gewöhnen.

Mrothyr berichtet nach seiner Rückkehr, dass eines der drei Raumschiffe durchaus flugtauglich sei. Im Inneren eines der Wracks hat er den toten Kalakto gefunden.

Atlan sucht Tamar auf, der ihn zu Gyt bringt, wo er mehr über die Juppis erfahren kann. Der Biologe zeigt ihm eine Larve der seltsamen Tiere. Atlan erkennt in ihr jene Wesen, die in die STERNSCHNUPPE eingedrungen sind.

Es gelingt dem Arkoniden und dem Zyrpher Tamar und Colo in ihre Gewalt zu bringen. In einem Gespräch informiert er die Jugendlichen über das Neue Konzil und die vom Erleuchteten ausgehende Gefahr. Erst spät in der Nacht verlassen die Daila Atlans Blockhütte.

Mrothyr, von Dharys beeinflusst, greift Atlan an. Doch noch bevor er diesem mit seinem Messer die Kehle aufschlitzt, besinnt sich der Zyrpher angesichts des friedlich schlafenden Chipol.

Phoslakta bittet Atlan, ihr den Leichnam ihres Vaters zu zeigen. Sie hat von Tamar von Mrothyrs Fund erfahren. Mit der STERNSCHNUPPE fliegen sie zu dem Raumschiffswrack. Nachdem sie das Wrack wieder verlassen haben, spürt Phoslakta die Anwesenheit der zu Larven zurückverwandelten Fram und Frum. Die Tiere versuchen vor dem Schleusenschott eine tödliche Substanz zu deponieren. Auch die STERNSCHNUPPE ortet die unsichtbaren Wesen, feuert zwei Energiestrahlen ab und vernichtet die Juppis.

Zurück auf Kalaktos Farm beobachten Atlan und Phoslakta den angeblichen Rübenbauern, der sich auf dem Weg zur Blockhütte befindet, in der Chipol und Mrothyr schlafen. Atlan verfolgt Kalakto und stellt fest, dass auch Dharys in dessen Nähe ist.

Kalakto versucht Chipol mit einer kleinen Glasphiole, in der sich eine dunkelblaue, hochgiftige Flüssigkeit befindet, zu töten. Atlan greift zunächst auf Anraten des Extrasinnes nicht ein. Dharys hebt den Tötungsbefehl auf, doch Kalakto zerbricht die Phiole. Mit seinen telekinetischen Fähigkeiten ballt Dharys die Flüssigkeit zusammen und schleudert sie durch das Fenster. Kalakto versucht nun, Chipol mit dem Kombistrahler zu erschießen. Atlan feuert seine Waffe ab und erwischt Kalakto an der Schulter. Dessen Arm fällt zu Boden und verwandelt sich wie gleich darauf der gesamte Körper in eine breiige, grüne Masse, die durch die Ritzen der Holzdielen des Fußbodens tropft. Dharys greift mit seinen telekinetischen Kräften nach Chipol, wird aber von Mrothyr mit einem Fausthieb an den Kopf außer Gefecht gesetzt und gefesselt.

Atlan schickt Chipol zum Bürgermeister und lässt ihn, sowie Colo und Tamar bitten, zum Blockhaus zu kommen. Jitti-Zmay, Ozei, Nung und die Jugendlichen werden über die Entlarvung des falschen Kalakto und die beiden Mordanschläge auf Chipol und Atlan informiert. Nung berichtet seinerseits von merkwürdigen Vorgängen. Ein Raumgleiter ist in der Nacht heimlich unterwegs, obwohl es auf Areffa keine Gleiter mehr gibt.

Dharys bereut inzwischen, was vorgefallen ist. Sein Motiv sei die Zurückgewinnung des Vertrauens von Chipol gewesen, den er vor den Augen Atlans vor dem Tod gerettet hat. Allerdings hat Kalakto die Behauptung aufgestellt, dass ihn Dharys als Mörder verpflichtet hat. Als Entschuldigung führt Dharys ins Treffen, dass ihn der Erleuchtete nach seiner Flucht aus der Ferne beeinflusst hat. Unter dessen geistiger Kontrolle hat er dann die Kontrolle über sich selbst verloren. Dharys bezweifelt auch, dass die mit ihm auf Areffa angekommenen Daila echte Vertreter seines Volkes sind. Diese Annahme wird von Ozei bestätigt. Die falschen Daila lösen sich zu einer grünen Flüssigkeit auf, sobald sie angegriffen werden. Dharys sieht sich genötigt zu erklären, dass die Familie Sayum von dem Erleuchteten vollständig ausgelöscht worden ist. Der verdächtige Raumgleiter ist die LJAKJAR, mit dem Dharys einige Probeflüge unternommen hat. Es ist ihm angeblich gelungen, eine Sicherheitsschaltung zu desaktivieren und somit völlige Kontrolle über das Raumfahrzeug zu erlangen. Die LJAKJAR soll ihm dazu dienen, einen Rachefeldzug gegen den Erleuchteten durchzuführen und Daila aus dessen Gewalt zu befreien. Der Erleuchtete soll angeblich geschwächt und mit anderen Problemen beschäftigt sein. Dharys bietet Atlan an, ihn auf die LJAKJAR und zu dem Planeten zu begleiten, auf dem der Erleuchtete sein Domizil aufgeschlagen hat. Trotz seiner Zweifel stimmt Atlan zu.

Noch am selben Tag startet die LJAKJAR. Das Schiff nimmt Kurs nach Oase I. Eine digitale Datensendung wird aufgefangen. Es gelingt Atlan, den Funkspruch mit einem von der STERNSCHNUPPE mitgebrachten kleinen Armbandgerät auszuwerten. Darin wird die LJAKJAR aufgefordert, einen Identifizierungskode abzustrahlen, um Atlan in Sicherheit zu wiegen. Roboter und Kunstdaila der Station auf Oase I erwarten Atlan, um ihn zu vernichten. Der Erleuchtete ist da und wird Dharys für seine Dienste belohnen.

Über der in Äquatornähe georteten Station geht die LJAKJAR in Schussposition. Atlan befiehlt der Positronik, das Feuer auf die Station zu eröffnen. Durch Eingabe des von Atlan ausgewerteten Kodes muss die Positronik den Befehl befolgen. Innerhalb von Sekunden ist das Ziel vollständig vernichtet. Dharys verfolgt stumm in lauernder Haltung das Geschehen und beglückwünscht den Arkoniden zu seinem Erfolg. Atlan ordnet die Landung auf Oase I an.

Auf der Oberfläche überschüttet Dharys den Arkoniden mit parapsychologischen Impulsen in hoher Intensität. Er will Atlan töten, der ihm und dem Erleuchteten schon mehrmals in die Quere gekommen ist, mit dem Neuen Konzil paktiert und sich auch um Guray kümmert. Dass er ihm Chipol entfremdet hat, ist für den Daila unverzeihlich. Mit seinen telekinetischen Kräften lässt er Atlans Zellaktivator vor dessen Augen hin und her tanzen und schleudert ihn schließlich zwischen die niedrigen Pflanzen. Die psionischen Kräfte des Daila lähmen Atlan. Dharys zerrt den Arkoniden per Telekinese über den Boden. In einer schlammigen Mulde liegt der Zellaktivator. Atlan gelingt es, seinen Kombistrahler zu ziehen, doch der Daila richtet den Lauf der Waffe gegen den Arkoniden. Ein lautloser Kampf zwischen Dharys und dem Extrasinn entbrennt. Nur verschwommen erblickt er zwei Gestalten, die sich nähern. Chipol richtet seine Waffe auf den Kopf des Daila. Dharys ist völlig überrascht und gibt Atlan frei. Er wendet seine Kräfte gegen Chipol und Mrothyr an und schleudert die beiden durch die Luft. Plötzlich ertönt der geistige Befehl des Erleuchteten, die Freunde zu töten. Chipol teilt dem Wesen mit, dass sich Anima, der größte Feind des Erleuchteten, bei den Hyptons befindet. Das Band zwischen dem Erleuchteten und Dharys zerreißt. Der Daila, nun frei von der Beeinflussung, fordert Atlan auf, zu fliehen. Mrothyr nimmt den Zellaktivator auf und übergibt das Gerät an Atlan. Die STERNSCHNUPPE landet, nimmt ihre Passagiere an Bord und verlässt Oase I.

Dharys gerät erneut unter die Kontrolle des Erleuchteten, der ihm das Versagen verzeiht, da er von Chipol eine wichtige Information erhalten hat. Er befiehlt Dharys, der STERNSCHNUPPE Richtung Zentrum Manam-Turus zu folgen, um den Arkoniden endgültig zu vernichten.

Der obige Text und Bilder wurde per GNU-Lizenz der Perrypedia entnommen.
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Grauer Lord
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Re: Klassiker-Zyklus: das neue Konzil (700-749)

Beitrag von Grauer Lord »

Von Peter Grieses Roman war ich echt enttäuscht, als so langweilig und streckenweise sogar belanglos habe ich die Handlung empfunden. Wie in Marianne Sydows „Die goldene Kugel“ wird hier auch eine der seltenen Innenansicht des Erleuchteten geboten. Doch zwischen beiden Romanen liegen stilistisch Welten! Wo Sydow gekonnt die unnahbare, fremdartige Kälte und Überlegenheit eines nicht greifbaren, negativen Überwesens durchschimmern ließ (illustriert auch durch das plastische Bild des panisch herumtastenden Riesen auf einer Art „Sternenwiese“) liefert der frühere Exposé-Hauptmatador hier nur schlichte, platte Monologe ab. Mich erinnerten sie fatal an einige der größenwahnsinnigen Tiraden von Anti-Homunk oder Anti-ES. Als ob ein Jahrtausende altes Wesen wie der Erleuchtete so direkt und detailliert in ein primitives Fallen-Setting wie das der Marionetten von Areffa eingreifen würde. Ich finde das unglaubwürdig und nicht einmal besonders gut geschrieben.

Areffa ist dann der x-te Hinterwäldlerplanet dieses Unterzyklus. Die auf der Daila-Welt aufgebaute Falle kommt mir auch immer noch recht harmlos vor; wenn man von den Jupi-Larven absieht, die wie einst die beiden Woolvers auch auf Funkwellen reisen konnten.

Was wir in die nächsten Wochen mitnehmen: Auf die Hyptons könnte Unheil zukommen, wo der Erleuchtete jetzt um Animas Aufenthalt bei ihnen weiß. Dharys ist auf gewisse Weise „freigestellt“ und wird Atlan weiter verfolgen. Auch sehr interessant sind die Erinnerungen und Spekulationen Atlans bezüglich der Lage in Alkordoom, die er als „Stückwerk“ zurückgelassen hat. Ob wir die Galaxis der Facetten und der Celester nochmal wiedersehen werden? Solche Einschübe weckten damals jedenfalls meine Hoffnung darauf ....
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Yman
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Re: Klassiker-Zyklus: das neue Konzil (700-749)

Beitrag von Yman »

Lumpazie hat geschrieben: 25. Oktober 2020, 09:07 Im Jahr 1985 erschien der Band 742 der Atlan-Heftserie:

Die Psi-Waffe

von Harvey Patton
Grauer Lord hat geschrieben: 25. Oktober 2020, 11:53 Nicht schon wieder ein Lückenfüller, das war mein erster Gedanke, als ich mit Band 742 angefangen habe. Ich konnte mich noch schwach daran erinnern, dass das Heft von Harvey Patton die Handlung zu diesem fortgeschrittenen Moment des Zyklus (wieder) nicht vorangetrieben hat. Dach dann war ich flott mit dem Roman durch, habe ihn in einem Rutsch durchgelesen und mich gut unterhalten gefühlt.
Anfangs fand ich den Roman nicht besonders spannend. Die Vorbereitungen für die Expedition nehmen zu viel Platz in Anspruch, und anfangs sind es dann relativ uninteressante Gefahren, die drohen, wie z.B. Schlamperei, schlechte Ausrüstung und ein paar wilde Tiere. Da fehlt dann leider doch ein ernst zu nehmender Gegner. Aber der Roman war dennoch flüssig geschrieben, flott zu lesen, und gegen Ende, nach der Entdeckung der Psi-Verstärker, nahm er auch richtig Fahrt auf.

Es ist schade, dass Patton am Anfang zuviel Zeit verplempert, die ihm am Ende fehlt, denn das durch die Psi-Verstärker angerichtete Chaos, daraus hätte einer der besten Romane des Zyklus werden können, denn soviele Mutanten auf einem Haufen, Telekineten, Telepathen und Teleporter, dazu noch diese Psi-Verstärker, da hätte ein Perry Rhodan mit seinem vielgeliebten Mutantenkorps zur Zeit des Solaren Imperiums ganz schön neidisch werden können. So erreicht der Roman halt leider nur ca. 50 % seines Potentials.
Grauer Lord hat geschrieben: 25. Oktober 2020, 11:53 In der Tat gibt es auf dem Weg zum Ziel Erleuchteter bzw. EVOLO nichts Neues, gondeln Atlan und seine Getreuen antriebslos mit der STERNSCHNUPPE durchs All, die gerade auftanken muss. Welche „kosmischen Energieströme“ die STERNSCHNUPPE braucht, um sich wieder aufzuladen, würde mich langsam mal interessieren. Um eine herkömmliche, normale Hyperraumanzapfung kann es sich dabei wohl eher nicht handeln. Raumschiffe, die im Linearraum „über“ dem Schiff ihre Bahn ziehen stören angeblich den Fluss der Energie in die Zapfer, so die nebulöse Auskunft der SCHNUPPE ....
Atlan gondelt so herum, das war wirklich langweilig, aber auf Seite 17 musste ich innehalten. Auch hier hatte Patton großes Potential. Ich glaube, dass diese Idee, dass Linearraumschiffe "über uns [der STERNSCHNUPPE] ihre Bahn ziehen" mit schlecht abgeschirmten Antrieben den Fluss von Energien aus dem Hyperraum stören, von Patton selbst stammt. Er konnte nur nicht mehr daraus machen. Ich finde diese Gedanken sehr faszinierend, aber leider werden die Geheimnisse des Linearflugs bzw. Hyperraums nur viel zu selten durch die Autoren in für sich interessante Geschichten eingebaut.
Grauer Lord hat geschrieben: 25. Oktober 2020, 11:53 Die Handlung auf der winterlichen Welt Xall war plastisch geschildert, der von Ruinen übersäte Planet unter seiner sterbenden roten Sonne war auch sehr geheimnisvoll; die möglichen Abgründe einer Mutanten-Zivilisation wurden zumindest mal angerissen als der Suggestor seine Psi-Kraft einsetzte um eine begehrte Kollegin von sich zu „überzeugen“. Stark fand ich auch die Szenen, in denen die Daila wie wild über Corgyar teleportierten und dabei Im Meer oder auf einem kalbenden Gletscher landeten.
Das hat mir auch sehr gefallen. Interessant war ja bei dem Suggestor, dass der eigentlich Telekinet war und zusammen mit drei anderen Telekineten beim Abladen der Maschinen aufpassen und eingreifen sollte. Menschliches Versagen ist immer interessant, gerade auch bei diesen Daila-Mutanten, die teilweise etwas lebensechter Wirken als viele der bekannten terranischen Mutanten, die kaum irgendwelche Schwächen haben. Welche Schwächen zum Beispiel hatte ein Fellmer Lloyd?
Grauer Lord hat geschrieben: 25. Oktober 2020, 11:53 Wer die Ruinen-Baumeister waren, was hinter den geheimnisvollen Kästchen steckt, wird sicher offen bleiben. Der Roman illustriert lediglich, dass die Geburtsstunde EVOLOS nach dem Abgrasen der Kristalle von Cirgro weithin über Lichtjahre hinweg spürbar war und sogar die Psi-Kästchen von Corgyar beeinflusst hat.
Ja, das ist ein plausible Erklärung, aber es wäre auch schade, wenn über die Erbauer der Psi-Verstärker nichts mehr bekannt würde. Mich erinnerte das sehr an "Forbidden Planet", wo die Bewohner auch solche Psi-Verstärker entwickelt hatten, welche zu ihrem Aussterben quasi über Nacht führten.
Grauer Lord hat geschrieben: 25. Oktober 2020, 11:53 Interessant die Hinweise im Extrasinn: Die Ereignisse auf Aytab und in der BYTHA-Tankstelle der Ligriden werden als Herumtasten eines „mächtigen Kleinkindes“ mit gewaltigen Geisteskräften geschildert.
Solche Wesen, übermächtige Kleinkinder, sind besonders gefährlich und wenig berechenbar. Möglich, dass EVOLO außer Kontrolle ist, vielleicht aber auch noch eine Superintelligenz als Mentor findet. Im Moment steht Atlan wohl auf verlorenem Posten.

Dass die Daila-Mutanten, die allmählich aufrüsten, auch konventionell, wie die Lieferung von Energiegeschützen am Anfang zeigt, es irgendwann mit dem Neuen Konzil aufnehmen und ihren Heimatplaneten befreien können, scheint wohl das nächste greifbare, realistische Ziel zu sein. EVOLO dürfte aber auch für sämtliche Mutanten zu groß sein. Gut möglich, dass sie sogar zu Marionetten umgewandelt oder ganz einfach Psi-mäßig ausgesaugt werden.
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Yman
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Re: Klassiker-Zyklus: das neue Konzil (700-749)

Beitrag von Yman »

Lumpazie hat geschrieben: 1. November 2020, 10:48 Im Jahr 1985 erschien der Band 743 der Atlan-Heftserie:

Das grüne Feuer

von H.G. Francis
Grauer Lord hat geschrieben: 3. November 2020, 12:11 Im Francis-Roman „Das grüne Feuer“ wird die Ankunft unserer Helden in der Hypton-Station Zinkoyon geschildert, wo der Aufenthalt dann etwas anders verläuft als erwartet. Ein bizarres, zapfenähnliches Geschöpf mit vielen Augen namens Braodyr unterhält im Innern ein Labyrinth an Gängen und Schlupflöchern, ebenso „wandernde“ Wohneinheiten, die ihre Position in dem Konglomerat der Raumstation verändern können. Ein interessantes Setting.
Ich fand dieses Setting auch sehr interessant. Zwar hatten wir vor Kurzem auch schon mal eine Raumstation, aber diese unentschiedene Situation, wer der eigentliche Herr der Station ist, gab dem Roman eine sehr gute Ausgangslage.
Grauer Lord hat geschrieben: 3. November 2020, 12:11 Die eigentliche Geschichte ist aber der Rückblick in Mrothyrs Vergangenheit, in der H.G.Francis (vermutlich auf eigene Faust) weitere mystische Details um den Planeten Zyrph einführt. Das „grüne Feuer“ und die animalische Wildheit, das schon oft geschilderte, ganz plötzlich auftauchende Böse in Mrothyrs Augen, stammt demnach von einem Einfluss, den die Naldrynnen mit nach Zyrph gebracht haben. Sie, oder zumindest eine Sekte ihres Volkes, wollten offenbar an alte Legenden der Zyrpher um eine Dracheninsel anknüpfen und brachten ein echtes, ihnen heiliges Riesenreptil mit und mit ihm auch das „grüne Feuer“, das anderen Lebewesen die Energie raubt. Warum sich die Schergen der Hyptons solche Mühe bei der Unterwanderung von Zyrph gaben, bleibt allerdings der Phantasie überlassen.
Der Rückblick in Mrothyrs Vergangenheit hat mir eigentlich sogar noch besser gefallen als die Geschichte in der Gegenwart auf der Raumstation. Der Tod von Mrothyrs Gefährtin war natürlich tragisch. Die Erlebnisse des Rückblicks waren sehr gut geschildert. Z.B. auch Details, wie der Schuss mit einem Energiestrahler, der für die Zyrpher wie ein Blitz aussieht und sie rätseln lasst, da es kein Gewitter gibt. Die Darstellung der Gegensätze der verschiedenen technologischen Entwicklungsstufen von Naldrynnen und Zyrphern hat mir sehr gut gefallen. Armbrust gegen Energiestrahler, usw.

Im Wesentlichen war das Fantasy mit einem guten Schuss SF. Vielleicht sollte ich doch mal überlegen, spätestens nach dem Zyklus "Im Auftrag der Kosmokraten" mit "Der König von Atlantis" anzufangen. Auch das Fantasy-Titelbild fand ich nicht schlecht.
Grauer Lord hat geschrieben: 3. November 2020, 12:11Die Nebenhandlung um Braodyr eskaliert auf ganz interessante Weise, er entpuppt sich als „Priester des grünen Feuers“, der ein Ei eines Drachen verwahrt, das er vermutlich den Naldrynnen gestohlen hat. Ob wir von dieser ganzen Mythologie noch mal etwas hören werden? Zumindest Mrothyr als Person wird durch diesen Exkurs interessanter.
Mit Mrothyr konnte ich nicht immer etwas anfangen, und ich hatte oft das Gefühl, manchen Autoren ging es genau so. HGF scheint nun einen Draht zu dieser Figur gefunden zu haben und ihn den Lesern nahe bringen zu können.

Die Geschichte mit dem Drachenei hat einen sehr seltsamen Abschluss. Das verborgene Raumschiff startet von der Station und richtet dabei Schäden an, aber das erklärt nicht, wieso das Raumschiff nicht verfolgt werden kann. Es kann ja nicht ewig im Linearraum bleiben. Ich könnte mir vorstellen, davon noch mal etwas zu hören. Möglich, dass das grüne Feuer gegen den Erleuchteten eingesetzt wird.

Die Naldrynnen gehören allmählich auch zu den Völkern des Zyklus, die im Gedächtnis bleiben, und es wäre interessant, noch etwas mehr über sie zu erfahren.
Grauer Lord hat geschrieben: 3. November 2020, 12:11Und das seltsame Verhalten der Ligriden, wenn sie mal ihren Helm verloren haben, wird inzwischen so oft gebracht, da wird sicher auch noch etwas dahinterstecken
Es scheint so, aber ich kann es mir noch nicht so richtig vorstellen, welche Rolle das noch spielen könnte.
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Re: Klassiker-Zyklus: das neue Konzil (700-749)

Beitrag von Yman »

Lumpazie hat geschrieben: 8. November 2020, 08:50 Im Jahr 1985 erschien der Band 744 der Atlan-Heftserie:

Die Marionetten von Areffa

von Peter Griese
Grauer Lord hat geschrieben: 8. November 2020, 14:27 Von Peter Grieses Roman war ich echt enttäuscht, als so langweilig und streckenweise sogar belanglos habe ich die Handlung empfunden. Wie in Marianne Sydows „Die goldene Kugel“ wird hier auch eine der seltenen Innenansicht des Erleuchteten geboten. Doch zwischen beiden Romanen liegen stilistisch Welten! Wo Sydow gekonnt die unnahbare, fremdartige Kälte und Überlegenheit eines nicht greifbaren, negativen Überwesens durchschimmern ließ (illustriert auch durch das plastische Bild des panisch herumtastenden Riesen auf einer Art „Sternenwiese“) liefert der frühere Exposé-Hauptmatador hier nur schlichte, platte Monologe ab. Mich erinnerten sie fatal an einige der größenwahnsinnigen Tiraden von Anti-Homunk oder Anti-ES.
Leider, diese Monologe sind eine furchtbare Unart Peter Grieses, der hier einen eigenartig langweiligen Roman abliefert. Der Unterschied zu Marianne Sydows Roman ist tatsächlich beträchtlich.
Grauer Lord hat geschrieben: 8. November 2020, 14:27 Areffa ist dann der x-te Hinterwäldlerplanet dieses Unterzyklus. Die auf der Daila-Welt aufgebaute Falle kommt mir auch immer noch recht harmlos vor; wenn man von den Jupi-Larven absieht, die wie einst die beiden Woolvers auch auf Funkwellen reisen konnten.
Der Hinterwäldlerplanet hätte vielleicht noch ein interessantes Rätsel bieten können, einige Zutaten wie diese Jupi-Larven und die Daila-Duplikate bzw. Mutanten waren vorhanden, aber das kam doch alles ziemlich harmlos und langweilig rüber. Atlan erhält mal einen Schlag auf den Kopf, verliert auch mal den Zellaktivator, aber so richtig geht es nie zur Sache.
Grauer Lord hat geschrieben: 8. November 2020, 14:27Was wir in die nächsten Wochen mitnehmen: Auf die Hyptons könnte Unheil zukommen, wo der Erleuchtete jetzt um Animas Aufenthalt bei ihnen weiß. Dharys ist auf gewisse Weise „freigestellt“ und wird Atlan weiter verfolgen.
Enttäuschend war auch die Begegnung zwischen Chipol und seinem Vater Dharys. Peter Griese gelingt es nicht, dies überzeugend darzustellen. Von Dharys gibt es eine Illustration im Heft, und auch sein Raumschiff "Kettenhund" ist als Risszeichnung zu sehen, nur eben die Darstellung im Roman selbst konnte mich nicht so recht überzeugen. Mal sehen wie es mit Dharys und Chipol weitergeht. Außerdem sind wir nun nicht mehr weit von Band 750 entfernt!
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Lumpazie
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Re: Klassiker-Zyklus: das neue Konzil (700-749)

Beitrag von Lumpazie »

Im Jahr 1985 erschien der Band 745 der Atlan-Heftserie:

Das Schwert von Jomon

von Peter Terrid

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Handlung:

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Dharys ist mit der LJAKJAR unterwegs, um der STERNSCHNUPPE zu folgen und den Arkoniden Atlan endlich zur Strecke zu bringen. Doch als das Raumschiff in den Normalraum zurückfällt, ist das Diskusschiff nirgends zu orten. Plötzlich meldet die Energieortung das Auftauchen eines fremden Raumschiffes. Traykon-2814 meldet sich über Funk. Der Roboter hat von dem Erleuchteten den Befehl erhalten, Dharys bei der Suche zu unterstützen. Nach dem Einbau eines Finders in die LJAKJAR ist der Auftrag des Roboters erledigt und die Traykons fliegen wieder ab.

Auf dem Planeten Jomon wird die junge Jomonerin Syvea von Gavran, einem Steuereintreiber entführt. Im Verlauf der Auseinandersetzung ist das Gehöft Wahrons niedergebrannt. Viele Tote sind zu beklagen. Der schwerverletzte Gjoph wird von Brasher und Plodar in die Berge zu dem Magier Baarschach gebracht. Dieser versorgt den jungen Jomoner so gut er kann, benötigt jedoch Hilfe von hellhäutigen Jomonern in den Bergen. Brasher wird von ihm als Stellvertreter vorgestellt. Der Magier glaubt, dass die Zeit reif ist, zu handeln. Mit Freunden soll Brasher nach Jompol gehen, wo er ein Raumschiff stehlen und sich auf die Suche nach dem Schwert von Jomon machen soll.

Brasher, Gjoph und Plodar machen sich jedoch zunächst zur Burg Gorm auf, um Syvea aus den Händen des Fürsten zu befreien. Sie reihen sich in die Schlange von Bittstellern ein, die in die Burg Einlass begehren. Sie gelangen in den großen Saal, in dem sich Rorque de Gorm auf einen Thron niedergelassen hat. An seiner Seite stehen zwei Ligriden. Auch Syvea hält sich in der Halle auf. Sie ist in prächtige Gewänder gekleidet, aber blass und unnatürlich ruhig.

Endlich stehen die drei Gefährten vor dem Fürsten. Gjoph verlangt die unverzügliche Freilassung seiner Schwester. Gleichzeitig beschuldigt er Gavran des Mordes an Wahron und Horlog. Rorque de Gorm ist sofort bereit, das Mädchen ziehen zu lassen. Gjoph besteht jedoch auf Genugtuung. Gavran stellt sich den drei Jomonern gleichzeitig. Brasher, Gjoph und Plodar unterliegen. Ehe Gavran den tödlichen Schwerthieb ausführen kann, greift einer der Ligriden ein. Der Fremde fordert Gavran zum Duell heraus. Ein kurzer Zweikampf entbrennt. Gavran wird mit einem mächtigen blitzschnell ausgeführten Schwerthieb der Kopf abgetrennt. Die Ligriden fordern den Fürsten auf, die drei Jomoner zu übergeben. Mit einer Flugmaschine werden sie nach Jompol gebracht. Dort erhalten sie den Auftrag, ein Geschenk bei Hellenker abzuliefern. Als Dank händigen ihnen die Ligriden je ein Schwert, einen Dolch und metallene Schienen als Schutz für den Unterarm aus. Nach Erledigung des Auftrages werden sie in ihre Heimat zurückgebracht werden. Brasher vermutet sofort eine Teufelei hinter dem Auftrag.

Ein von einem Roboter gesteuerter Gleiter bringt die drei Jomoner zur Residenz von Hellenker. Dieser ist darauf aufmerksam geworden, dass acht Raumschiffe unerlaubt von Jomon gestartet sind. Er ordnet an, sein Flaggschiff startklar zu machen. Als er sein Haus verlassen will, stehen Brasher, Gjoph und Plodar vor der Tür. Sie wollen das Geschenk übergeben. Hellenker bemerkt an der Armschiene Brashers ein seltsames Zeichen – ein Schwert in einer Faust. Der Ligride vermutet ein Attentat. Brasher lässt den Metallkasten fallen und verschwindet im Garten. Hellenker hebt den Kasten auf und schleudert ihn weit in den Garten hinein. Dann aktiviert er einen Energieschirm um das Haus. Sekundenbruchteile später explodiert der Kasten mit ungeheurer Wucht. Niemand kommt jedoch zu Schaden. Die Befragung von Gjoph und Plodar ergibt, dass sie den Metallkasten von zwei Ligriden erhalten haben, bei denen es sich um Zwillinge handeln muss. Die beiden Jomoner werden festgenommen.

Die STERNSCHNUPPE, auf der Flucht vor der LJAKJAR, muss erneut einen Zwischenstopp einlegen, um ihre Energiespeicher aufzufüllen. Das Diskusschiff versteckt sich im Ring der Hybris. Mithilfe des Finders hat auch die LJAKJAR den Materiegürtel erreicht und bezieht an der Peripherie eine Warteposition. Durch Umprogrammierung des Energietasters gelingt es Dharys aus den aufgefangenen Hyperfunkmustern das Wort »Atlan« herauszufiltern.

Um die Wartezeit zu verkürzen, machen Atlan und Chipol einen Ausflug zu einem Planetoiden im Materiegürtel. In einer großen luftleeren Halle im Innern des Himmelskörpers finden sie die durch die Dekompression der Atemluft entstellten Leichen der früheren Bewohner. Eine Statue hinter einer Art Thron zeigt das Aussehen der Planetarier. Die Statue hält ein Schwert in den Armen. Atlan nimmt es an sich. Die STERNSCHNUPPE meldet das Auftauchen von ligridischen Schiffen. Acht Einheiten sind materialisiert. Sie feuern mit ihren Bordgeschützen in den Trümmerring. Sie lösen damit einen Atombrand aus, der schnell auf die Objekte des Gürtels übergreift. Die STERNSCHNUPPE nimmt Fahrt auf und rast aus dem Materiegürtel hervor. Die Ligriden setzen zur Verfolgung an.

Dharys erkennt aus den aufgefangenen Funksprüchen der STERNSCHNUPPE, dass sich Atlan und sein Sohn noch außerhalb des Diskusschiffes im Inneren des Trümmerfeldes befinden. Auch Hellenker kommt mit seinem Flaggschiff an. Er lässt einen Funkspruch an die Flotte absetzen und fordert sie auf, die Verfolgung abzubrechen. Die LJAKJAR wird geortet. Während die Flotte umkehrt, verfolgt Hellenkers Flaggschiff das unbekannte Schiff. Der Ligride lässt das Feuer eröffnen. Die LJAKJAR wird getroffen. Dharys verlässt das Schiff. Hellenker lässt Beiboote ausschleusen. Er ist gespannt, wen er da aufgegriffen hat und warum sich der Unbekannte im Ring der Hybris versteckt hat.

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Re: Klassiker-Zyklus: das neue Konzil (700-749)

Beitrag von Grauer Lord »

„Das Schwert von Jomon“ hat mir hervorragend gefallen, wurde in einem Rutsch durchgelesen. Die auf mittelalterlicher Zivilisationsstufe lebenden Jomoner mit ihren Feiern, Steuern und Händeln mit den Schergen der Fürsten, ein angeblicher Magier sowie eine uralte, hochtechnische Station aus grauer Vergangenheit in den Bergen - daraus macht Peter Terrid einen gut zu lesenden, abenteuerlichen Mix. Super abgebildet im übrigen auch durch das tolle Titelbild.

Nach den Ereignissen auf BASTION IV zu Beginn des Zyklus wird mit Hellenker und seiner Niederlassung auf Jomon auch mal wieder der Blick auf die Ligriden mit ihrer seltsamen, in Gwyn und Gard gespaltenen Kultur gelenkt. Der Ehrenkodex der Ligriden ist sehr interessant; witzig wie Hellenker aus naheliegenden Gründen dann doch keinen Selbstmord verübte, mit dem er die intriganten Zwillinge zu einem „Leben ohne Helm“ hätte verdammen können.

Nicht wirklich überraschend, aber wichtig für demnächst, dass der Kontakt zur Hypton-Zentrale MANAM-PZAN abgebrochen ist - wo der Erleuchtete jetzt ja weiß, dass die gesuchte Anima sich bei den Flugwesen aufhält.

Was es mit dem „Ring der Hybris“ auf sich hat und dem geheimnisvollen „Schwert von Jomon“, das Atlan bereits geborgen hat, erfahren wir nächste Woche. Manam-Turu wird nach wie vor als Ansammlung von alten, meist vielen Rätseln umgebenen Welten mit eher rückständigen Zivilisationen geschildert. Im Fall Cairon oder jetzt auf Jomon gelang das sehr gut, oft ging es aber auch schief, wie auf Leron und der Brücke zum Erleuchteten, oder auf der Welt der Mörderpflanze.
Es wird Zeit, finde ich, dass der Zyklus aus den mittelalterlichen Burgen, Hinterwäldlersiedlungen (Areffa) und rückständigen Daila-Siedlungen herauskommt. Oder wie seht ihr das?
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Lumpazie
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Re: Klassiker-Zyklus: das neue Konzil (700-749)

Beitrag von Lumpazie »

Im Jahr 1985 erschien der Band 746 der Atlan-Heftserie:

Der Retter von Jomon

von Peter Terrid

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Innenillustration:

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Handlung:

Handlung

Atlan und Chipol schweben in ihren Raumanzügen im Ring der Hybris. Die STERNSCHNUPPE hat das Weite gesucht, nachdem überraschend Kampfschiffe der Ligriden aufgetaucht sind und einen Atombrand entfacht haben. Der Arkonide fängt einen verstümmelten Funkspruch auf. Er stammt von Dharys.

Der Ligride Hellenker ordnet die Bergung der drei Schiffbrüchigen an. Der Kommandant ist sich ziemlich sicher, dass es sich bei einem der drei Männer um den gesuchten Atlan handelt. Die Flotte kehrt nach Jomon zurück. Der Planet wird von etwa einem Dutzend Raumschiffen unbekannter Bauart angegriffen. Einer der Angreifer wird von einem Raumtorpedo getroffen und explodiert. Als die ligridische Flotte immer näher kommt, wenden sich die fremden Schiffe zur Flucht. Hellenker verzichtet auf eine Verfolgung.

In Jompol werden Atlan und die beiden Daila in kleine Einzelzellen im Verlies der alten Königsburg eingesperrt. Von dort werden sie von Jomonern unter Führung von Boorschon befreit. Nach der Flucht durch ein Labyrinth aus Gängen setzt sich Dharys ab.

Hellenker erfährt von der Befreiung seiner Gefangenen, die nur mithilfe eines Saboteurs vonstattengegangen sein kann, da kein Jomoner fähig ist den Schutzschirm um das Gefängnis auszuschalten. Er verdächtigt sofort seine beiden Stellvertreter Drastim und Drasthor und beginnt, deren Bewegungen auf Jomon peinlich genau zu rekonstruieren. Hellenker erkennt, dass sich die Zwillinge genügend unbeobachtete Zeit verschafft haben, um ihren eigenen Geschäften nachzugehen.

Atlan und seine Gefährten werden zur Burg Gorm gebracht. Auf dem Weg dorthin lüftet Boorschon einen Teil des Geheimnisses der vier Magier. Boorschon, Beerscher, Biirlyn und Baarschach sind angeblich getarnte Daila, die auf Jomon gegen das Neue Konzil arbeiten. Die Magier haben vor, einen atomaren Sprengkörper in den Stützpunkt der Ligriden zu schmuggeln und dort zur Detonation zu bringen. Durch den Schutzschirm, der Jompol und den Stützpunkt einhüllt, würden die entfesselten Gewalten nicht entweichen können und Tausende ahnungsloser Jomoner und Ligriden, unter ihnen auch Hellenker, töten.

In der Burg werden der Arkonide und seine Freunde nach einem ausgiebigen Bad von Fürst Rorque de Gorm sowie Drastim und Drasthor empfangen. Atlan erkennt, dass der Fürst die Ligriden eigentlich hasst, jedoch gezwungen ist, mit ihnen zusammenzuarbeiten. Drasthor schenkt Atlan einen Energiestrahler ohne Magazin, während Drastim als Gegenleistung die geladene Waffe des Arkoniden verlangt. Atlan muss auf das Spiel eingehen und darf sich sodann zurückziehen. Chipol und er werden von Robotern in ihre Unterkunft geführt. Durch ein Fenster kommt Brasher in den Raum. Gleichzeitig verlässt Atlan auf diesem Weg das Zimmer. Dadurch werden die Roboter nicht aufmerksam, da sich immer noch zwei Personen in den Raum aufhalten.

Atlan sucht die Stallungen auf, wo er Boorschon vermutet. In der Dunkelheit belauscht er den Magier, der sich hier mit Drastim unterhält. Boorschon will für die Beseitigung Hellenkers sorgen. Als Sündenbock soll Karq von Kuran dienen. Einer der vier Magier soll nach dem Vergeltungsschlag der Ligriden das Fürstentum als Belohnung übernehmen. Es stellt sich während des Gespräches heraus, dass Boorschon und sein Auftraggeber ein besonderes Interesse an Atlan zeigen.

Hellenker wird von Dharys aufgesucht. Dieser informiert den Ligriden darüber, dass es sich bei den Anführern der Jomoner, die ihn, Chipol und Atlan aus dem Gefängnis befreit haben, um verdeckt arbeitende angebliche Daila handelt. Tatsächlich sollen sie jedoch Gefolgsleute des Erleuchteten sein. Es folgen Details über diesen Machtfaktor und dessen Geschöpft EVOLO. Dharys berichtet auch über den geplanten Anschlag auf den Stützpunkt. Er erwähnt auch Anima, eine Schwachstelle des Erleuchteten.

In der Dunkelheit des Burghofes stößt Atlan mit Boorschon zusammen. Es kommt zum Kampf, bei dem Atlan einen wuchtigen Hieb anbringt. Der Arkonide tastet nach dem Magier, findet aber lediglich eine schleimige Gallertmasse. Damit ist ihm nun endgültig klar, dass es sich bei den vier angeblichen Daila um Kunstgeschöpfe des Erleuchteten handelt. Da Boorschon ein Telepath war, wissen seine Artgenossen, dass er den Tod gefunden hat. Atlan kehrt in die Unterkunft zurück. Die Roboter stürmen in das Zimmer, werden aber von Atlan mit der Strahlwaffe zerstört, die er Boorschon abgenommen hat. Rorque de Gorm wird von Atlan über die Geschehnisse in Kenntnis gesetzt und stellt einen ligridischen Gleiter zur Verfügung, mit dem Atlan, Chipol, Brasher, Gjoph, Syvea und Plodar in das Tal der sieben Winde fliegen, um Baarschach aufzusuchen. Der Fürst übermittelt Hellenker eine Warnung über ein ihm von den Ligriden überlassenes Interkom-Gerät. Der Ligride setzt Einsatzkommandos in Marsch, die einerseits Rorque de Gorm nach Jompol bringen und anderseits die beiden Zwillinge abfangen sollen, die sich auf dem Weg zum Stützpunkt befinden. Drasthor und Drastim schießen den Patrouillengleiter ab und fliegen Richtung Burg Gorm zurück.

Hellenker erhält die Nachricht, dass Beerscher bei einem Schusswechsel bei der versuchten Festnahme getötet wurde. In seinem Haus wird ein atomarer Sprengsatz gefunden und unter ein starkes Energiefeld gelegt. Als die Bombe durch die Strukturlücke aus dem Jompol umgebenden Schutzschirm transportiert wird, explodiert sie. Die freigesetzten Hyperenergien zerstören die Generatoren und Projektoren des Schutzschirmes.

Atlans Gruppe erreicht die Hütte von Baarschach. Auf dem Boden im Inneren ist nur noch eine Lache aus Gallerte zu finden. In der Hütte findet Atlan einen Hyperkom. Der Pseudo-Daila scheint noch einen Funkspruch abgesetzt zu haben.

Die Gefährten machen sich auf den Weg zu den hellhäutigen Jomonern in den Bergen. Atlan versucht das Schwert von Jomon in den Armen einer Jomoner-Statue in einer Kommandozentrale im Inneren des Berges zu platzieren. Drasthor und Drastim versuchen das zu verhindern. Plodar entreißt dem Arkoniden das Schwert und stürzt auf die Statue zu. Der Jomoner wird von einem Energiestrahl getroffen. Tödlich verwundet gelingt es ihm, das Schwert zwischen die Hände er Statue zu schieben. Die bisher inaktive Positronik erwacht zu neuem Leben. Atlan gelingt es, als Befehlsgeber anerkannt zu werden. Abwehrmaßnahmen werden eingeleitet.

Mehr als 50 größere Traykon-Raumschiffe rasen auf Jomon zu. Hellenker setzt Notrufe an die nächstgelegenen Stützpunkte der Ligriden ab. Plötzlich schieben sich schwere Abwehrforts aus den Meeren und den Berggipfeln. Die Traykon-Flotte sieht sich massivem Abwehrfeuer ausgesetzt und muss unter schweren Verlusten abdrehen. Die Ligriden werden von Roboterarmeen zum Raumhafen getrieben und dürfen mit ihren Schiffen den Planeten verlassen.

Die STERNSCHNUPPE kommt nach Jomon und nimmt Atlan und Chipol wieder an Bord. Die Verfolgung der abziehenden Ligriden wird aufgenommen.

Der obige Text und Bilder wurde per GNU-Lizenz der Perrypedia entnommen.
Es is kein’ Ordnung mehr jetzt in die Stern’,
D’ Kometen müßten sonst verboten wer’n;
Ein Komet reist ohne Unterlaß
Um am Firmament und hat kein’ Paß;
Und jetzt richt’ a so a Vagabund
Und die Welt bei Butz und Stingel z’grund
(Johann Nestroy)
Grauer Lord
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Re: Klassiker-Zyklus: das neue Konzil (700-749)

Beitrag von Grauer Lord »

Auch der zweite Teil des Doppelromans von Peter Terrid ist gute Unterhaltung. Gefallen hat mir dabei Dharys schrittweise Distanzierung vom Erleuchteten, seine ehrliche Reue gegenüber Chipol, verbunden mit dem Wunsch nach Rache. Diese psychologische Entwicklung ist auf wenigen Seiten ganz überzeugend geschildert, von dieser Figur werden wir also sicher noch etwas hören.

Auf Jomon stellt sich heraus, dass hier bereits Agenten des Erleuchteten unterwegs sind (etwa als die im letzten Roman ungefähren „Magie“) die mittels Sabotage alles für einen Angriff von Traykon-Schiffen auf den Planeten vorbereiten sollen. Werden sie attackiert, zerfallen sie zu einem amorphen Schleim. Warum die Ligriden auf dem eigentlich eher unbedeutenden Planeten Jomon überhaupt angegriffen werden, bleibt (noch) ungewiss, vermutlich versucht der Erleuchtete jetzt aber auf breiter Front, das Neue Konzil anzugreifen und zu untergraben. Die bisherige Sicht der Dinge, dass die Hyptons zu „den Bösen“ des Zyklus gehören, könnte sich in Zukunft also auflösen.

Die uralte Technik der Jomoner im Untergrund dient dann als Rettung der Situation, der „Ring der Hybris“ entpuppt sich Überrest eines gescheiterten Drei-Planeten-Experimentes in grauer Vergangenheit, das zur Vernichtung der beteiligten Planeten geführt hat. Jomon ist eine damals plötzlich auf sich gestellte, in die Rückständigkeit gefallene Kolonie, deren uralter Maschinenpark in den Bergen jetzt zum Leben erwacht und die Invasion des Erleuchteten zurückschlägt. Das alles ist keine wirklich neue Konstellation, aber gut zu lesen und glaubwürdig geschildert.

Dass Atlan am Ende den alten Rechner der Jomoner darauf programmiert, das Leben auf dem Planeten in eine „demokratische und liberale“ Richtung zu steuern, ist zwar einerseits löblich, andererseits aber auch anmaßend. Eigentlich hieß es früher doch mal, man solle Zivilisationen „niedrigerer“ Entwicklungsstufen nicht so massiv beeinflussen.

Ligriden, Dharys und Atlan heften sich jetzt an die Spuren des Erleuchteten dessen Handlungen am Schluss des Heftes als bizarr und widersprüchlich eingestuft werden. Klar, wenn das Geschöpf, an dem man seit 5000 Jahren bastelt, plötzlich weg ist ...

Der Extrasinn lässt dann wieder Extrawissen einfließen: Demnach sind die Ligriden in einer Sprache des alten Konzils der Sieben „Gemachte“. Es muss wohl bei der Herkunft dieses Volkes einen Link in die Vergangenheit der Serie und des Konzils-Zyklus geben. Das wird noch spannend.

Noch drei Hefte und dieser Handlungsabschnitt ist schon wieder vorbei!
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Yman
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Re: Klassiker-Zyklus: das neue Konzil (700-749)

Beitrag von Yman »

Lumpazie hat geschrieben: 15. November 2020, 09:27 Im Jahr 1985 erschien der Band 745 der Atlan-Heftserie:

Das Schwert von Jomon

von Peter Terrid
Lumpazie hat geschrieben: 22. November 2020, 09:24 Im Jahr 1985 erschien der Band 746 der Atlan-Heftserie:

Der Retter von Jomon

von Peter Terrid
Grauer Lord hat geschrieben: 16. November 2020, 09:47 „Das Schwert von Jomon“ hat mir hervorragend gefallen, wurde in einem Rutsch durchgelesen. Die auf mittelalterlicher Zivilisationsstufe lebenden Jomoner mit ihren Feiern, Steuern und Händeln mit den Schergen der Fürsten, ein angeblicher Magier sowie eine uralte, hochtechnische Station aus grauer Vergangenheit in den Bergen - daraus macht Peter Terrid einen gut zu lesenden, abenteuerlichen Mix. Super abgebildet im übrigen auch durch das tolle Titelbild.
Auch der Nachfolgeroman, ebenfalls von Peter Terrid, hat mir ebenfalls sehr gut gefallen. Ebenso die beiden Titelbilder. Anfangs dachte ich, hier kommt ein Lückenfüller mit Fantasy-Handlung. Die Handlung wird langsam aufgebaut, aber je weiter man liest, umso deutlicher werden die Zusammenhang und was das alles mit Atlan zu tun hat. Der Mix aus Mittelalter, Fantasy und SF ist sehr gelungen. Es gibt viele Rätsel, viele verschiedene Parteien, die ihre Pläne verfolgen. Langeweile ist nie aufgekommen, leider nur habe ich mir zu wenig Notizen gemacht.
Grauer Lord hat geschrieben: 16. November 2020, 09:47 Nach den Ereignissen auf BASTION IV zu Beginn des Zyklus wird mit Hellenker und seiner Niederlassung auf Jomon auch mal wieder der Blick auf die Ligriden mit ihrer seltsamen, in Gwyn und Gard gespaltenen Kultur gelenkt. Der Ehrenkodex der Ligriden ist sehr interessant; witzig wie Hellenker aus naheliegenden Gründen dann doch keinen Selbstmord verübte, mit dem er die intriganten Zwillinge zu einem „Leben ohne Helm“ hätte verdammen können.
Jede Gesellschaft braucht ja ihre Regeln. So ganz blicke ich bei den Ligriden immer noch nicht durch, aber spätestens mit diesem Doppelroman gehören sie nun endgültig zu den bleibend interessanten Völkern der Serie. Was noch aussteht, ist das Wiedersehen mit Halphar, mit dem Atlan im Clinch liegt. Halphar wird zwar einige Male erwähnt, aber vielleicht habe ich auch etwas vergessen. Jedenfalls dachte ich, da kommt noch was.

Hellenker ist wohl der Gegensatz, auch zu diesen Zwillingen. Von Hellenker bekommt man viele Innenansichten, im Gegensatz zu den intriganten Zwillingen. Gerade für Hellenker ist es schade, dass er am Ende keine Gelegenheit mehr bekommt, seinen Weg der Vernunft zu Ende zu gehen.

Letztlich muss er der Gewalt weichen und hat keine Erfolge mehr vorzuweisen. Andererseits war er aber auch ein Unterdrücker, wenn auch keiner der ganz üblen Sorte, und sein einziges Ziel war, sich ehrenvoll in den Ruhestand versetzen zu lassen. Das ist zu wenig.
Grauer Lord hat geschrieben: 16. November 2020, 09:47 Was es mit dem „Ring der Hybris“ auf sich hat und dem geheimnisvollen „Schwert von Jomon“, das Atlan bereits geborgen hat, erfahren wir nächste Woche. Manam-Turu wird nach wie vor als Ansammlung von alten, meist vielen Rätseln umgebenen Welten mit eher rückständigen Zivilisationen geschildert. Im Fall Cairon oder jetzt auf Jomon gelang das sehr gut, oft ging es aber auch schief, wie auf Leron und der Brücke zum Erleuchteten, oder auf der Welt der Mörderpflanze.
Ja, Manam-Turu ist eine wirklich interessante Galaxis, voller alter Rätsel, das gefällt mir sehr gut, wobei ich auch die von Dir genannten Beispiele nicht ganz abschreiben würde. Es sind Mosaiksteine, die ein Bild ergeben, und auch für sich noch interessant sind.

Der Ring der Hybris, ein Versuch, ein Dreieck aus Planeten wie bei den Arkoniden zu schaffen, ist eine schöne Anspielung, und ich frage mich, warum nicht auch im Sol-System so etwas versucht wird. Ein Dreieck aus Terra, Mars und Venus wäre doch auch mal interessant. Es macht ja auch Sinn, Planeten in die habitable Zone zu bringen.

Grauer Lord hat geschrieben: 16. November 2020, 09:47 Es wird Zeit, finde ich, dass der Zyklus aus den mittelalterlichen Burgen, Hinterwäldlersiedlungen (Areffa) und rückständigen Daila-Siedlungen herauskommt. Oder wie seht ihr das?
Ähnlich, wenn es zu gehäuft passiert, aber solange solche Doppelromane wie dieser von Peter Terrid dabei herauskommen, werde ich mich nicht beklagen. Und Atlan trifft ja immer wieder auf rückständige Kulturen und analysiert sie aus seiner speziellen Perspektive, was vor allem in der Ich-Erzählung einen besonderen Reiz darstellt. Hier hatten wir auch noch einen Daila-Telepathen, falsche Daila-Mutanten, Ligriden, usw. Bei Atlan war es ja auch immer interessant, wenn er nicht der einzige fremde Besucher auf einer rückständigen Welt war.

Interessant, dass Hellenker das Angebot von Dharys, ihm als Telepath zu helfen, schroff ablehnt: "Wir haben keinen Bedarf an Telepathen."

Terrid gelingt es jedenfalls sehr, sehr gut, sehr viele Figuren in seiner Handlung unterzubringen und sie sinnvoll interagieren zu lassen. Darin scheint er Hans Kneifel weit überlegen zu sein, während Terrid auch Atlan sehr gut darstellt. Z.B. wie er mit Hilfe von fotografischem Gedächtnis und Logiksektor in der Dunkelheit eine Mauer überwindet.

Man merkt Terrid auch an, dass er sich intensiv mit Computern und Ähnlichem beschäftigt hat, wobei dies aber auch seltsame Blüten treibt, wie z.B. den Gebrauch des Wortes Itinerar (die zusammenfassende Darstellung aller zu einer Reise gehörenden Informationen). (Stilistisch ist Terrid gelegentlich eine Herausforderung, z.B. "Hellenker machte ein energisches Gesicht." Wie macht man ein energisches Gesicht?)
Grauer Lord hat geschrieben: 22. November 2020, 13:00 Auch der zweite Teil des Doppelromans von Peter Terrid ist gute Unterhaltung. Gefallen hat mir dabei Dharys schrittweise Distanzierung vom Erleuchteten, seine ehrliche Reue gegenüber Chipol, verbunden mit dem Wunsch nach Rache. Diese psychologische Entwicklung ist auf wenigen Seiten ganz überzeugend geschildert, von dieser Figur werden wir also sicher noch etwas hören.
Ja, das ist relativ gut gelungen, allerdings hatten wir noch vor kurzem eine Risszeichnung seines Schiffes, das nun schon wieder Geschichte ist. Das ging dann doch etwas schnell. Wie er sich an dem Erleuchteten rächen will, wird man sehen. Für den Anfang reicht es sicher, wenn er Atlan nicht länger nachstellt.
Grauer Lord hat geschrieben: 16. November 2020, 09:47 Auf Jomon stellt sich heraus, dass hier bereits Agenten des Erleuchteten unterwegs sind (etwa als die im letzten Roman ungefähren „Magie“) die mittels Sabotage alles für einen Angriff von Traykon-Schiffen auf den Planeten vorbereiten sollen. Werden sie attackiert, zerfallen sie zu einem amorphen Schleim. Warum die Ligriden auf dem eigentlich eher unbedeutenden Planeten Jomon überhaupt angegriffen werden, bleibt (noch) ungewiss, vermutlich versucht der Erleuchtete jetzt aber auf breiter Front, das Neue Konzil anzugreifen und zu untergraben. Die bisherige Sicht der Dinge, dass die Hyptons zu „den Bösen“ des Zyklus gehören, könnte sich in Zukunft also auflösen.
Den Grund für die Attacke auf die Ligriden habe ich auch nicht verstanden. So groß schien mir die Bedeutung Jomons nicht zu sein, und vor allem scheint sich die Entwicklung auf Jomon ja auch noch zu einem Eigentor für den Erleuchteten zu entwickeln, denn Atlan stehen nun wieder neue Verbündete zur Seite, die ein hochtechnisiertes Erbe antreten. Von den Ligriden auf Jomon hätte der Erleuchtete wenig zu befürchten gehabt, es sei denn, sie hätten selbst dieses Erbe an sich bringen können.
Grauer Lord hat geschrieben: 16. November 2020, 09:47 Die uralte Technik der Jomoner im Untergrund dient dann als Rettung der Situation, der „Ring der Hybris“ entpuppt sich Überrest eines gescheiterten Drei-Planeten-Experimentes in grauer Vergangenheit, das zur Vernichtung der beteiligten Planeten geführt hat. Jomon ist eine damals plötzlich auf sich gestellte, in die Rückständigkeit gefallene Kolonie, deren uralter Maschinenpark in den Bergen jetzt zum Leben erwacht und die Invasion des Erleuchteten zurückschlägt. Das alles ist keine wirklich neue Konstellation, aber gut zu lesen und glaubwürdig geschildert.
Ich fand das auch etwas zu wenig originell, das plötzlich nur noch quasi ein Knopf gedrückt bzw. ein Gegenstand an seinen richtigen Platz gebracht werden muss, und dann greift eine überlegene Maschinerie zugunsten der Underdogs ein und wendet alles ins Gegenteil. Aber es war gut zu lesen und war auch durch die vorherigen Kapitel sehr schön vorbereitet.

Am Ende ging aber leider das eine oder andere, was ganz am Anfang des Doppelromans wichtig war, nämlich die Geschichte von Brascher und Syvea, etwas unter. Da haben sich die Perspektiven doch sehr verschoben. Braschers Ziel war es ursprünglich ja nur, Rache zu nehmen und Sylvea zurückzubekommen, da war er noch die Hauptfigur des Romans, und am Ende wurde er zu einem Begleiter Atlans degradiert.
Grauer Lord hat geschrieben: 16. November 2020, 09:47 Dass Atlan am Ende den alten Rechner der Jomoner darauf programmiert, das Leben auf dem Planeten in eine „demokratische und liberale“ Richtung zu steuern, ist zwar einerseits löblich, andererseits aber auch anmaßend. Eigentlich hieß es früher doch mal, man solle Zivilisationen „niedrigerer“ Entwicklungsstufen nicht so massiv beeinflussen.
Andererseits gibt es genug Beispiele für negative Entwicklungen, wo ein Eingreifen von außen Sinn gemacht hätte. Ich glaube, da gibt es keine einfachen pauschalen Vorgehensweisen. Die Einmischung auf dem Planeten war auch schon längst passiert, und wie stark Atlans Vorgehen sich auswirkt, kann man nur erahnen.
Grauer Lord hat geschrieben: 16. November 2020, 09:47 Ligriden, Dharys und Atlan heften sich jetzt an die Spuren des Erleuchteten dessen Handlungen am Schluss des Heftes als bizarr und widersprüchlich eingestuft werden. Klar, wenn das Geschöpf, an dem man seit 5000 Jahren bastelt, plötzlich weg ist ...
Das Verschwinden EVOLOs war sicher nicht eingeplant, und anscheinend hat der Erleuchtete für diesen Fall auch nicht vorgesort, obwohl er genug Zeit dafür hatte. Da scheint wohl auch eine Hybris vorzuliegen.
Grauer Lord hat geschrieben: 16. November 2020, 09:47 Der Extrasinn lässt dann wieder Extrawissen einfließen: Demnach sind die Ligriden in einer Sprache des alten Konzils der Sieben „Gemachte“. Es muss wohl bei der Herkunft dieses Volkes einen Link in die Vergangenheit der Serie und des Konzils-Zyklus geben. Das wird noch spannend.
Ja, das finde ich auch noch interessant. Galaxienüberspannende Organisationen wie das Konzil sind letztlich immer für Überraschungen gut.
Grauer Lord hat geschrieben: 16. November 2020, 09:47 Noch drei Hefte und dieser Handlungsabschnitt ist schon wieder vorbei!
Ja, noch dieses Jahr ist es soweit! Aber erst einmal kommt noch ein Doppelband von Ewers, natürlich wegen Anima, und es geht weiter auf einer Raumstation, wovon wir ja auch einige hatten, Raumstationen und Hinterwälderwelten. Dazwischen gab es in letzter Zeit nicht viel.

Dieser herausragende Doppelband von Terrid dürfte allerdings von Ewers kaum zu übertreffen sein, dennoch freue ich mich darauf, dass es dort weitergeht. Auf der LKS von Band 746 wird ja dezent angedeutet, dass Peter Griese kaum in der Lage war, einen H.G. Ewers zu bremsen, und so dürfen wir auch dieses Mal gespannt sein, was Ewers sich hat einfallen lassen, um der Serie seinen eigenen Stempel aufzuprägen.

Was ich noch gar nicht nachgeschaut habe: Wer Band 750 geschrieben hat. Vielleicht wird mich auch das noch überraschen!
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Re: Klassiker-Zyklus: das neue Konzil (700-749)

Beitrag von Lumpazie »

Im Jahr 1986 erschien der Band 747 der Atlan-Heftserie:

Die Hölle von Manam-Pzan

von H. G. Ewers

Bild

Innenillustration:

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Handlung:

Handlung

Anima sowie Neithadl-Off und Goman-Largo sitzen seit etwa drei Monaten auf der Hypton-Station MANAM-PZAN fest. Die Vigpanderin und der Tigganoi sind nicht nur immun gegen die Impulse der Paralogik-Psychonarkotiseure, sondern haben es auch geschafft, deren Vertrauen zumindest soweit zu gewinnen, dass sie sich einigermaßen frei bewegen können.

Eines Tages vermisst Goman-Largo plötzlich eines seiner Module, es ist ihm auf unerklärliche Weise abhanden gekommen, eigentlich eine Unmöglichkeit. Gleichzeitig steigt die Temperatur in der Station rapide an, die Situation beginnt bereits lebensgefährlich zu werden.

Neithadl-Off überzeugt die Hauptpositronik davon, dass der Modulmann ein Experte für Klimaanlagen ist. Tatsächlich gelingt es diesem, die Klimakontrolle zu »reparieren«, das verschwundene Modul ist für die Temperaturerhöhung verantwortlich gewesen. Aus diesem Grund sind auch vorherige Maßnahmen zweier Ligriden und einiger kleinwüchsiger, muskelbepackter Humanoiden fehlgeschlagen.

Als die beiden anschließend von Stahlmännern zu den Hyptons gebracht werden, begegnen sie zwei humanoiden Fremdwesen, offensichtlich ebenfalls Gefangene. Einer der Stahlmänner bezeichnet sie auf Nachfrage als Saltics. Per Transmitter setzen sie ihren Weg zur Hypton-Traube »Born der Ruhe« fort. Dort angekommen fordert Goman-Largo, quasi als Belohnung, Zugang zur REE-Z, einem Beiboot der Station. Die Hyptons lehnen zunächst ab, ohnehin sei der Überlichtantrieb defekt. Neithadl-Off entkräftet dieses Argument: Sicherlich sei der Tigganoi in der Lage den Schaden zu beheben. Trotz allem bleiben die Hyptons bei ihrer Haltung.

Zwei Stahlmänner begleiten die beiden in ihre Quartiere. Unterwegs treffen sie erneut auf die Saltics, die Vigpanderin spricht sie an. Sie erfährt, dass ihr Volk aus Nachkömmlingen einer Gruppe von Flüchtlingen besteht, die vor etwa 400 Jahren aus einem Gebilde namens Schwarm geflohen sind. Mit diesen Informationen kann sie nichts anfangen.

Nach der Unterhaltung vermissen die beiden Stahlmänner ihre Codestreifen, sie wurden anscheinend gestohlen. Die Roboter machen zunächst Goman-Largo und Neithadl-Off verantwortlich und durchsuchen sie – ergebnislos. Der Modulmann verweist sie an die Saltics, nur diese kommen noch als Täter infrage. Neugierig geworden, hängt er den Stahlmännern vorher noch je ein Modul an.

Dadurch kann er beobachtetn, wie die Roboter in die außerordentlich wohnlich eingerichtete Unterkunft der Saltics gehen und diese ebenfalls durchsuchen. Die Stahlmänner finden zwar nichts, allerdings fehlen ihnen anschließend auch noch zwei Waffen.

Die sich häufenden Diebstähle erinnern die Hyptonfrau Zyzy an Vorgänge auf dem Planeten Rolfth in der Milchstraße. Der Sprecher der Traube macht ihr allerdings klar, dass es in Manam-Turu keine Meisterdiebe geben kann.

Die Hyptons versuchen schon seit einiger Zeit den Standort des Erleuchteten zu ermitteln. Einzige Möglichkeit dazu sind Relaisfelder über die er gelegentlich Kontakt zu ihnen aufnimmt. Versuche der Stahlmänner in dieser Hinsicht sind bislang fehlgeschlagen, aber organische Intelligenzen könnte mehr Erfolg beschieden sein. Daher beschließen die Flugwesen, Neithadl-Off und Goman-Largo die REE-Z zu überlassen, allerdings nur in Begleitung einer kleinen Hypton-Traube, darunter auch Zyzy, sowie zweier Stahlmänner.

Der Modulmann setzt den Überlichtantrieb, ein altertümliches Transitionstriebwerk, nicht nur wieder in Gang, er verbessert ihn auch dahingehend, dass die zu erwartenden Sprungschocks soweit abgemildert werden, dass alle Passagiere, auch die empfindlichen Hyptons, den Flug gesund überstehen. Trotz des optimierten Antriebs werden die Hyptons während der Reise vorübergehend bewusstlos.

Als die REE-Z ihr Ziel, das Varenzyn-System, erreicht hat, setzt der Tigganoi das Schiff auf dem Asteroiden A-218 ab. Nach einiger Wartezeit baut sich tatsächlich das erwartete Relaisfeld des Erleuchteten auf, bricht jedoch wenig später wieder zusammen, offenbar weil ein weiteres Raumschiff in das Sonnensystem eingeflogen ist. Der Modulmann stellt fest, dass es sich bei dessen Überlichtantrieb um eine Abwandlung eines Zeitaggregats handelt, behält dieses Wissen jedoch für sich.

Man nimmt Kontakt zu dem Neuankömmling auf. Es handelt sich um ein einzelnes Wesen namens Verzyll, das an einen terranischen Manta erinnert. Der Fremde erklärt sich bereit an Bord der REE-Z zu kommen. Kaum ist er dort, ordnen die Hyptons an, zurückzufliegen, ungeachtet der Proteste Verzylls. Dessen Schiff, die DORDONA, wird in Schlepp genommen.

Während der letzten Transition ereignet sich ein seltsames Phänomen. Noch vor der vollständigen Rematerialisation sehen Neithadl-Off und Goman-Largo das Abbild eines bleichen, menschenähnlichen Wesens. Es sagt ein paar Worte in einer zunächst unbekannten Sprache. Dem Modulmann gelingt es eine Aufzeichnung des Gesprochenen anzufertigen. Als er sie später der sprachbegabten Vigpanderin vorspielt, erkennt diese, dass es sich um Englisch handelt. Übersetzt lauten die Worte: »Verdammt, das ist eine Zeitschleife, armer Alaska!«

Schließlich erreicht die REE-Z MANAM-PZAN. Eine ordnungsgemäße Einschleusung ist allerdings nicht möglich, sämtliche Schotte sind gestohlen worden.

Anima, deren psychische Verfassung sich gebessert zu haben scheint, informiert Neithadl-Off und Goman-Largo über einige Dinge, die sich in der Zwischenzeit ereignet haben. In Manam-Turu ist auf verschiedenen Planeten eine Art Nebel in Erscheinung getreten, außerdem hat der Erleuchtete anscheinend die Kontrolle über EVOLO verloren. Die Hyptons wiederum haben panische Angst, dass der Erleuchtete erfahren könnte, wo sich Anima aufhält.

Wenig später wird die Humanoidin von einem Stahlmann zu einer Unterredung mit den Hyptons gebeten. Goman-Largo nutzt ihre Abwesenheit und informiert die Vigpanderin über seine Erkenntnisse bezüglich der DORDONA. Er will mit dem Schiff MANAM-PZAN verlassen. Um das zu ermöglichen, soll Neithadl-Off Unruhe unter den Hyptons auslösen, etwas, das ihr dank ihrer überbordenden Fantasie leichtfallen müsse.

Von einem Stahlmann lässt sie sich zu einem Transmitter bringen und gelangt zum Aufenthaltsraum der Hyptons. Da diese gerade in ein Gespräch verwickelt sind, tritt sie nicht ein, sondern lauscht zunächst. Sie erfährt, dass die Flatterwesen mit Anima fliehen wollen, an Bord der WEISHEIT DER KÄLTE, anscheinend ein geheimes weiteres Raumschiff. In diesem Moment kommt Zyzy herein und informiert die Traube, dass die Robotschiffe des Erleuchteten verschiedene Stützpunkte angreifen. Unter den Hyptons breitet sich Panik aus, sie beschließen sofort zu starten.

Neithadl-Off will mit dem Transmitter zurückkehren, landet jedoch zunächst im Hangar der WEISHEIT DER KÄLTE. Noch bevor sie den Transmitter umpolen kann, wird er von drei Stahlmännern betreten, die die Vigpanderin jedoch für ein Sitzmöbel halten. Die Roboter lösen die Transmission aus und gehen ihrer Wege. Erfreut nimmt Neithadl-Off zur Kenntnis, dass ihr die Umgebung vertraut ist. Sie kehrt zu Goman-Largo, bei dem sich auch Verzyll befindet, zurück und informiert ihn über die neue Entwicklung. Dieser entscheidet, die Hyptons mit der DORDONA zu verfolgen.

Auf dem Weg zu seinem Schiff berichtet Verzyll, dass er vom Planeten Polterzeit stamme, wo es auch eine Zeitgruft gäbe. Vor einiger Zeit seien »Zeitingenieure« aufgetaucht, die es auf die DORDONA abgesehen hatten, deshalb sei er geflohen.

Noch bevor das Trio sein Ziel erreicht, wird MANAM-PZAN von schweren Erschütterungen durchlaufen. Schiffe des Erleuchteten greifen an. Die DORDONA wird dabei zerstört. Als Alternative bleibt den dreien nur, sich an Bord der WEISHEIT DER KÄLTE zu schleichen.

Das Schiff steht mit geöffneten Schotts in einem einsamen und verlassenen Hangar. Als sie an Bord kommen, hören sie Animas Stimme über einen Lautsprecher, sie warnt vor Naktayern und Ury-Ligridinnen. Gleich darauf werden sie von muskelbepackten Zwergen überwältigt.

Als Goman-Largo wieder zu sich kommt, ist er verletzt, hat jedoch bereits eine schmerzstillendes Pflaster im Nacken. Er sieht eine schemenhafte Gestalt, dann bemerkt er Neithadl-Off, ebenfalls schlimm zugerichtet. Neben ihm liegt auch Verzyll, noch bewusstlos. Die Vigpanderin weist den Modulmann auf eine Strahlwaffe hin, die auf dem Boden liegt, offensichtlich von einem Stahlmann stammend. Daneben liegen zerschnittene Fesseln. Irgend jemand muss sich um die drei gekümmert haben...

Goman-Largo richtet sich auf, nimmt die Waffe an sich und begibt sich in die Zentrale. Dort überwältigt er die die kleinen, muskulösen Naktayer und die Ury-Ligridinnen. Die Hyptons sind unter einem klebrigen Netz gefangen, wo sie vorerst bleiben. Anima steckt in einem zylinderförmigen Behälter, ein Mittelding zwischen einem Stasisfeld und einer Gefriertruhe. Dieser zerfällt als MANAM-PZAN bei einem erneuten Angriff der Robotschiffe schwer erschüttert wird.

Goman-Largo lässt die Naktayer und die Ligridinnen von Stahlmännern aus dem Schiff bringen, aktiviert die Hauptpositronik POSIMOL und kümmert sich auch noch um Neithadl-Off und Verzyll. Dann starten sie in Richtung Polterzeit.

Der obige Text und Bilder wurde per GNU-Lizenz der Perrypedia entnommen.
Es is kein’ Ordnung mehr jetzt in die Stern’,
D’ Kometen müßten sonst verboten wer’n;
Ein Komet reist ohne Unterlaß
Um am Firmament und hat kein’ Paß;
Und jetzt richt’ a so a Vagabund
Und die Welt bei Butz und Stingel z’grund
(Johann Nestroy)
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Yman
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Re: Klassiker-Zyklus: das neue Konzil (700-749)

Beitrag von Yman »

Lumpazie hat geschrieben: 29. November 2020, 09:26 Im Jahr 1986 erschien der Band 747 der Atlan-Heftserie:

Die Hölle von Manam-Pzan

von H. G. Ewers
Nach dem wirklich hervorragenden Doppelroman von Peter Terrid ist dieser Auftakt eines Doppelromans von H.G. Ewers eine Enttäuschung. Der Roman ist kein Totalausfall, flüssig zu lesen, und ergebnisorientiert betrachtet verlassen Goman-Largo, Neithadl-Off und Anima an Bord eines von ihnen kontrollierten Schiffes die Raumstation der Hyptons, was einen Fortschritt darstellt.

Der Angriff auf die Station war vergleichsweise langweilig, ebenso wie die ganze Handlung zuvor, angefangen von der langweiligen Episode mit der verrückt spielenden Klima-Anlage bis zur Entdeckung des "Mantas" und der Rückkehr zur Raumstation.

Die Aktion mit dem Beiboot der Raumstation fand ich sehr befremdlich: Das Boot hat keine Waffen und Schutzschirme, aber einen wegen seiner Schädlichkeit für die Hyptons verbotenen Transitionsantrieb, und trotzdem geht es auf große Fahrt?

Auch solche Details, wie z.B. dass die Stahlmänner Neithadl-Off für eine Sitzgelegenheit halten, und sich selbst darauf setzen, fand ich wenig überzeugend. Ewers Humor verfing dieses Mal nicht so sehr bei mir, und auch seiner Entscheidung, drei Ich-Erzähler abzuwechseln - Goman Largo, Neithadl-Off und die Hypton Zyzy - konnte ich nicht sehr viel abgewinnen, da in der Ich-Perspektive das Fremdartige, das solche Wesen normalerweise ausstrahlen, nur wenig zu spüren war.

Speziell die Hyptons werden allmählich entzaubert, was ich sehr schade finde. Auf der LKS ist der Brief eines Lesers, dem aufgefallen ist, dass sowohl in der PR-Serie als auch bis zu Atlan 725 in der Atlan-Serie niemals ein individueller Hypton mit Namen benannt wurde. Eine Ausnahme ist Zyzy, und bei dieser Ausnahme sollte es auch bleiben.

Die Anspielung auf Alaska Saedelaere ("Damned, this is a time loop, poor Alaska") lief bei mir etwas ins Leere. Englisch ist in der Serie eher ungewöhnlich, und falls diese ein Zitat aus der PR-Serie sein soll, weiß ich nicht, woher es stammt.

Ich hoffe nun auf eine Steigerung im zweiten Teil des Doppelbandes.

In der Mitte des Heftes ist Werbung für Band 750 EVOLO, und ich hatte es wohl verdrängt, dass Peter Griese der Autor ist. Wenn es um die Darstellung von Superwesen geht, hat Griese in der Vergangenheit selten ein glückliches Händchen bewiesen. Marianne Sydow wäre mir sehr viel lieber gewesen. Aber es sind jetzt nur noch 3 Wochen, am 4. Advent ist es soweit: Band 750!
Grauer Lord
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Re: Klassiker-Zyklus: das neue Konzil (700-749)

Beitrag von Grauer Lord »

In der Tat ein belangloser Roman über Anima und das Zeit-Team an Bord der Hypton-Station MANAM-PZAN. Immerhin waren ein paar Dialoge zum Schmunzeln dabei, die Story um die unerklärte Liebe Neithadl-Offs zu Goman-Largo nutzt sich allerdings auch langsam ab.

Was den alten PR-Leser stutzig macht, ist natürlich die Serie der geheimnisvollen Diebstähle an Bord, verbunden mit Andeutungen über das Volk der „Saltics“, die vor 400 Jahren aus einem Gebilde namens Schwarm geflohen sind und sich in Manam-Turu niedergelassen haben. Damit sind natürlich die Verbindungen zu einem alten Volk der Perry-Serie klar, nämlich den Pai‘ uhn K‘ asaltic, den „Vielgestaltigen mit den flinken Händen“. Das war im Schwarm-Zyklus (500 - 569) ein Volk von Meisterdieben, die im Ruhezustand zwei Meter hohe, schleimige Kegel sind, sich dank ihrer Para-Gaben so gut wie unsichtbar machen, ihre Gestalt verändern können - und im Schwarm sogar einmal das Tabora klauten. Das waren Zeiten!
Ich meine mich zu erinnern, dass Ewers die kosmischen Diebe bei PR und/ oder den Planetenromamen öfter mal eingesetzt hat. Dass sie jetzt auch bei Atlan auftauchen, ebenso wie die bizarren Andeutungen über Alaska Saedelaere und die Zeitschleife, deutet auf den Versuch hin, die irgendwie dahindümpelnde Serie mit zusätzlichen Remineszenzen an die glorreiche Perry Rhodan-Vergangenheit aufzupeppen. Angefangen mit Hyptons und dem Konzils-Begriff. Ein Gedanke, den ich damals wie heute nicht schlecht finde. Das macht den aktuellen Roman aber auch nicht besser.

Es bleibt: Der Erleuchtete greift Planeten des Neuen Konzils sowie MANAM-PZAN an, im Hintergrund setzen sich wohl auch die Daila-Mutanten zur Wehr. Und bevor Marianne Sydow in Band 749 Kosmisches berichtet und Peter Griese uns mit Band 750 EVOLO beschert, machen wir nächste Woche notgedrungen noch einen Abstecher ins Reich der Zeitgrüfte.
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Re: Klassiker-Zyklus: das neue Konzil (700-749)

Beitrag von Lumpazie »

Da wir uns dem Ende des Teilzyklus "Neues Konzil" nähern, bitte ich Euch mal kurz da

viewtopic.php?p=735285#p735285

vorbei zu schauen - Danke! :st:
Es is kein’ Ordnung mehr jetzt in die Stern’,
D’ Kometen müßten sonst verboten wer’n;
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Und jetzt richt’ a so a Vagabund
Und die Welt bei Butz und Stingel z’grund
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