"EVOLO" (750 bis 799)

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Lumpazie
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Re: "EVOLO" (750 bis 799)

Beitrag von Lumpazie »

Im Jahr 1986 erschien der Band 754 der Atlan-Heftserie:

Der erste Stützpunkt

von Falk-Ingo Klee

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Innenillustration:

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Handlung:

Handlung

Auf dem Planeten Aytab, der Heimatwelt der liebenswerten Kaytaber, ist nach dem Abzug des Weißen Unheimlichen wieder Ruhe eingekehrt. Traykon blickt mit Stolz drei Monate nach dem Abflug der STERNSCHNUPPE auf die von ihm angestoßene Weiterentwicklung dieses Volkes. Die Holprigs sind fahrbarer geworden und die Alchimistenküche von Linque und Restjue ist zu einem Labor geworden, in dem sie mit Unterstützung des Roboters schon einige Alltagsprobleme lösen konnten.

Traykon hält sich mit Perlmutt auf der Plattform eines der Türme auf, die auf Anweisung des Roboters errichtet worden sind, und geben sich dem Müßiggang hin. Plötzlich bemerken sie drei Kaytaber, die sich auf einer schlecht ausgebauten Straße der Stadt Yutlamal nähern, die eigentlich nur von landwirtschaftlichen Fahrzeugen befahren wird. Dieses Verhalten und die Tatsache, dass sie über keinerlei Ausrüstung verfügen, sind befremdlich. Ihre Ankunft ist auch nicht über Funk angemeldet worden. Auch diesen Umstand sieht Traykon als äußerst merkwürdig an, da die Kaytaber wirklich Alles über ihre Funkgeräte weitergeben, die sie ständig bei sich tragen.

Maronx und Tranoque heißen die Ankömmlinge willkommen. Evodix, Evroom und Everyhan geben sich für die eigentlich redseligen Kaytaber als ziemlich wortkarg und lassen auch an Höflichkeit vermissen. Sie rufen noch größeres Erstaunen hervor, als sie behaupten keine Drillinge zu sein. Das Misstrauen Traykons ist geweckt. Er folgt in der Dämmerung den drei seltsamen Gestalten zur öffentlichen Herberge. Dort trifft er auf Valabog, der ihm bestätigt, dass sie sich in ihrem Zimmer aufhalten. Doch ein Funkspruch von Perlmutt informiert Traykon, dass die Drillinge soeben Linque und Restjue einen Besuch im Labor abgestattet haben. Blitzschnell untersucht der Roboter das Zimmer der Kaytaber. Hinter einem Schrank entdeckt er einen Gang, der in den Keller des Nachbarhauses führt. Auf diese Weise sind die Drillinge unbemerkt entkommen. Traykon erfährt, dass sie Kontakte zu wichtigen Persönlichkeiten Yutlamals geschlossen und Erkundigungen auch über Traykon eingezogen haben.

Tags darauf kommt Maronx in das Labor. Er wird von einem starken Juckreiz geplagt. Der Oberste Flurhüter berichtet von einem deutlich spürbaren Stich, der dem Jucken vorausgegangen ist. Traykon kann jedoch nichts Ungewöhnliches feststellen. Kurz darauf erscheint auch Tranoque, der die gleichen Symptome aufweist. Der Roboter kann auch durch ein Gerät für Makroaufnahmen, dessen Einzelteile er aus dem abgestürzten Wrack eines Raumschiffes des Erleuchteten geborgen hat, keinen Pilzbefall oder Mikroorganismen finden. Traykon beauftragt die Flurhüter mit dem Sammeln von Kräutern, aus denen Linque und Restjue eine Salbe herstellen, die den Juckreiz lindern soll.

Traykon hat auch die Mannanna-Körner in Verdacht. Er lässt sich von Perlmutt eine Probe bringen. Doch auch diese Untersuchung bringt kein Ergebnis. Die Symptome beginnen sich auch in anderen Dörfern auszubreiten. Immer mehr Kaytaber suchen bei Traykon Heilung. Dieser untersucht sogar das Wasser aus verschiedenen Brunnen und Quellen, um alle Möglichkeiten zu erfassen.

Doch bald zeigt sich, dass die Salbe wirkungslos bleibt. Traykon wird zu Maronx gerufen. Eine glasige Pustel hat sich gebildet. An dieser Stelle sind dem Obersten Flurhüter die Fellhaare ausgegangen. Noch während Traykon Blutproben untersucht, vergrößern und vermehren sich die Pusteln. Er ist gezwungen, vor Hunderten von befallenen Kaytabern zuzugeben, dass er nichts mehr für sie tun kann.

In einer Operation entfernt Traykon das befallene Gewebe am Rücken von Maronx, sowie an der rechten Ohrmuschel Tranoques. Allerdings wird bald klar, dass auch diese Maßnahme nicht von Erfolg gekrönt ist. Es bilden sich neue Pusteln, die wieder zu wachsen beginnen.

Die Befallenen müssen sich von den Gesunden absondern. Sie dürfen mit ihren Kollegen nicht mehr zusammenarbeiten und sind zu einer Art Unberührbare geworden.

Perlmutt überbringt die gute Nachricht, dass die drei Fremden ihre Hilfe anbieten. All jene Kaytaber, die bisher nicht infiziert worden sind, wollen sie immunisieren. Traykon bezeichnet die Fremden als Scharlatane, was den Unmut seiner Freundin hervorruft. Der Roboter versucht, Perlmutt zurückzuhalten, die unbedingt die sich bietende Gelegenheit nutzen will, um der Krankheit zu entfliehen. Erst mit einer Injektion kann er die Kaytaberin ruhig stellen.

Traykon begibt sich nun zu den Fremden, die den versammelten gesunden Kaytabern einfach erklären, dass sie nun immun seien. Mit neuer Hoffnung machen sich die Planetarier auf den Weg nach Hause. Stunden später zeigen die gutgläubigen Kaytaber reihenweise die bekannten Symptome. Perlmutt entschuldigt sich bei ihrem Gefährten für ihr Verhalten. Traykon sucht die Fremden erneut auf, muss aber erkennen, dass sie ihre Unterkunft verlassen haben und verschwunden sind. Er sieht nur noch einen Ausweg: Atlan muss mit der STERNSCHNUPPE nach Aytab zurückkehren. Traykon sucht die alte Hütte auf, in der er den Hyperfunksender versteckt hat. Dort findet er Evodix, Evroom und Everyhan vor, die mit ihren Strahlwaffen das wertvolle Gerät zerstören. Sie eröffnen auch auf Traykon das Feuer. Der Schutzschirm des Roboters wird bis zur Leistungsgrenze belastet. Es gelingt ihm, die Hütte zu verlassen. Die drei Fremden setzen ihr Zerstörungswerk trotz der großen Hitze fort. Traykon beobachtet, wie sie sich zu verflüssigen beginnen und im Boden versickern.

Während dieser Ereignisse haben sich die Pusteln auf den Körpern der Kaytaber weiter vergrößert. Die befallenen Körperteile beginnen durchsichtig zu werden. Perlmutt klagt über einen Stich oberhalb des linken Hinterbeines. Schnell injiziert ihr Traykon ein Narkosemittel und entfernt, assistiert von Linque und Restjue, ein Stück Gewebe. Unter dem Mikroskop entdeckt Traykon eine einzelne Zelle, die ihn an das Wirken des Pre-Lo erinnert. Nun wird ihm klar, dass EVOLO hinter den Ereignissen auf Aytab steckt.

Als Perlmutt aus der Narkose erwacht und über Juckreiz klagt, findet Traykon unter dem Wundverband eine glasige Pustel. Verzweifelt sucht der Roboter nach einer Lösung, um seine Freundin zu retten.

Maronx und Tranoque geben eine Kundgebung, an der Infizierte und Gesunde teilnehmen. Ihnen sind alle Haare ausgefallen. Die beiden Kaytaber sprechen von einer neu anbrechenden Zeit des Glücks. Sie bezeichnen die Gesunden als die wirklich Kranken. Valabog betritt das Podest und warnt vor den Einflüsterungen. Plötzlich wird der Poet von der Plattform gestoßen und von der Menge verprügelt. Traykon greift ein und wird ebenfalls attackiert. Der Roboter nimmt Valabog auf und muss zu seiner Überraschung feststellen, dass der Dichter plötzlich drastisch an Gewicht zugenommen hat. Ihm wird schnell klar, dass die Befallenen Mutantenfähigkeiten entwickeln. Die Prügelei hat sich inzwischen ausgeweitet. Valabog wird in das Labor gebracht. Dort bietet ihm Perlmutt Mannanna-Körner zum Essen an. Doch der Dichter sowie Linque und Restjue lehnen dankend ab. Sie ernähren sich ausschließlich von Toberutz. Aus den Eigenschaften des Getreides leitet Traykon ab, dass EVOLOS Mikrozellen nur psi-begabte Wesen befallen und umwandeln können. Im Verzehr von Toberutz sieht Traykon eine Möglichkeit, Perlmutts körpereigenes Psi-Reservoir zu reduzieren. Der Roboter schart ein kleines Häufchen Gesunde um sich und bringt sie im Umkreis seines Labors in Quartieren unter. Traykon selbst verlässt heimlich Yutlamal, um Toberutz zu sammeln. Dabei trifft er auf Maronx und Tranoque, die sich mit Evodix, Evroom und Everyhan über die Beseitigung Traykons unterhalten. Die wiederauferstandenen Fremden beweisen dem Roboter eindeutig, dass er es mit Kunstgeschöpfen EVOLOS zu tun hat. Traykon versucht, Maronx und Tranoque zu veranlassen, sich von den drei Fremden abzuwenden. Doch die beiden Bürgermeister Yutlamals greifen Traykon mit starken telekinetischen Kräften an. Er kann sich aus dem Griff befreien und flieht zurück in die Stadt.

Die Immunen, die Traykon um sich geschart hat, errichten Barrikaden und rüsten sich mit einfachen Waffen aus. Im Labor taucht ein Teleporter auf. Traykon reißt ihn zu Boden. Der Kaytaber entmaterialisiert und nimmt den Roboter mit. Die Wiederverstofflichung verläuft nicht ganz nach Plan. Der Teleporter stürzt auf eine hölzerne Absperrung, wird von einem der spitzen Pfähle durchbohrt und stirbt. Traykon verbrennt den Leichnam.

Perlmutt geht es immer schlechter. Sie verschwindet aus dem Labor. Valabog entwickelt den Plan, in das Lager der Infizierten einzudringen und dort herauszufinden, wann diese zuschlagen wollen. Traykon präpariert den Dichter und versieht ihn mit einer echt wirkenden Pustel. Über Funk berichtet Valabog, dass eine Gruppe aufgestellt worden ist, die Traykon ausschalten soll. Diese Gruppe wird von Perlmutt angeführt. Er warnt auch vor der Brutalität und Rücksichtslosigkeit der Glasigen. Plötzlich sind ein paar dumpfe Laute, gefolgt von einem Rauschen zu hören. Valabog meldet sich nicht mehr. Wahrscheinlich ist er getötet worden.

Bald entbrennt der Kampf zwischen den Infizierten und den Immunen. Die Glasigen überrennen bald die errichteten Sperren. Perlmutt trifft auf Traykon, der sie um Einhalt bittet. Die Kaytaberin lehnt jedoch ab. Aytab wird die erste Kolonie EVOLOS werden. Traykon wird von telekinetischen Kräften gepackt. Zunächst werden ihm das rechte Bein und der linke Arm ausgerissen. Das linke Bein wird zerquetscht und abgerissen, der rechte Arm zusammengerollt und in die Körperhülle gerammt. Der Kopf zerplatzt, der Rumpf reißt auf. Die Programme des Roboters werden nicht gelöscht, aber in einer Speicherzelle komprimiert. Durch diesen Akt des Mitleids rettet Perlmutt ihrem ehemaligen Gefährten das positronische Leben. Das verbleibende Fragment Traykons wird in die Atmosphäre geschleudert, überwindet die Atmosphäre des Planeten und rast durch den Weltraum. Perlmutt wird wegen ihres Verrats von den Drillingen getötet. EVOLOS Sieg auf Aytab ist vollkommen.

Der obige Text und Bilder wurde per GNU-Lizenz der Perrypedia entnommen.
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Re: "EVOLO" (750 bis 799)

Beitrag von Grauer Lord »

„Der erste Stützpunkt“ von Falk-Ingo Klee ist ein deprimierender Roman, der am Beispiel der uns ja schon bekannten, „possierlichen“ Kaytaber vom Planeten der Mannana-Pflanzen zeigt, wie die Machtergreifung EVOLOS ablaufen kann. Ohnmächtig muss Traykon/Blödel/ Schwiegermutter mit ansehen, wie sich die Kaytaber unter dem Einfluss weiterentwickelter „Körperpfeile“ qualvoll verändern und zu Psi-Begabten sogenannten „Glasigen“ mutieren. Das ganze ist geschildert wie der Verlauf einer Krebserkrankung, vor allem am Beispiel von Traykons Freundin Perlmutt und Bezügen zu einer Chemotherapie ist das klar zu erkennen. Ich meine mich zu erinnern, dass Klee damit die Krebserkrankung seiner eigenen Tochter thematisiert hat, worüber er 1986 auch ein Buch veröffentlichte (Jasmin K. (3 Jahre) Diagnose: Krebs).

Das Heft lässt nicht viel Hoffnung übrig, dass normale Wesen ein Mittel gegen EVOLO und seinen tödlichen Einfluss finden können. Traykon wird von den neuen Mutanten regelrecht platt gemacht und ausgeweidet, nur durch den Verrat Permutts gelingt ein positronisches Fragment in die Umlaufbahn von Aytab. Wo es sicher Atlan eines Tages finden wird.

Neben vielen altertümlichen Ausdrücken („spornstreichs“) und überflüssigen Witzeleien („Mein Name ist Gummi, ich ziehe mich zurück“) ein zu Herzen gehender Roman. Warum die brutale Machtausübung EVOLOS allerdings eine Gefahr für die Kosmokraten sein soll, das verrät die Verseuchung und Übernahme der Kaytaber allerdings auch (wieder) nicht.
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Lumpazie
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Re: "EVOLO" (750 bis 799)

Beitrag von Lumpazie »

Im Jahr 1986 erschien der Band 755 der Atlan-Heftserie:

Der absolute Befehl

von H.G. Francis

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Innenillustration:

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Handlung:

Handlung

Atlan verhört auf dem Planeten Aklard den Diener des Gward Trores und erfährt so von dem so genannten psionischen Tor, das von den Hyptons verwendet werden wird, um Reserveeinheiten oder gar ein neues Konzilsvolk in die Schlacht um Manam-Turu zu werfen. Allerdings weiß Trores selbst nicht, wo und was dieses Tor eigentlich ist.
Der Arkonide ist gezwungen, sich auch mit Mrothyr auseinanderzusetzen. Der Zyrpher will auf seine Heimatwelt, um auch dort entscheidende Schritte gegen das Neue Konzil zu unternehmen. Atlan will sich hingegen zuerst um EVOLO kümmern, den er für weitaus gefährlicher hält. Mrothyr setzt sich ab. Atlan und Chipol starten eine Suchaktion. Ein Hinweis der STERNSCHNUPPE, die von Mrothyr kontaktiert worden ist, schafft Klarheit. Der Zyrpher hat in Kiart und Taleda zwei Personen gefunden, die bereit sind, ihn nach Zyrph zu bringen.
Tatsächlich ist Mrothyr niedergeschlagen und an Bord eines diskusförmigen Raumschiffes gebracht worden, das Aklard verlassen hat. Vor den Kontrollen des Schiffes sitzt ein Wesen, das dem Zyrpher völlig gleicht. In einem Funkgespräch mit Atlan behauptet das Wesen, dass es sich auf dem Weg nach Zyrph befindet und später wieder nach Aklard zurückkehren will. Nach dem Erlöschen des Bildschirmes verwandelt sich das Wesen, das sich Kiart nennt, in ein humanoides Wesen mit einem hammerförmigen, weit vorspringenden Kopf. Es gleicht somit wieder Taleda, dem zweiten Besatzungsmitglied des Diskusschiffes.
Das Schiff landet auf einem Raumhafen auf Evutuum, wo Mrothyr von Bord gebracht und in einen wartenden Gleiter verfrachtet wird. Die Flugmaschine bringt den Zyrpher zu einer Gebäudeansammlung mitten im Dschungel. Dort wird er von einem nervös wirkenden Kaytaber in eine große Halle gebracht, in der bereits etwa 200 Personen der unterschiedlichsten Völker untergebracht sind. Unter den Gefangenen befinden sich auch mehrere Zyrpher. Mrothyr gesellt sich zu ihnen, wird aber von den lethargischen und völlig uninteressierten Artgenossen nicht wirklich beachtet. Nur der Daila Zwiswurs scheint noch über Aktivität zu verfügen.
Mrothyr will sich mit seinem Schicksal auf keinen Fall abfinden und erkundigt sich sofort nach Möglichkeiten zur Flucht. Der Widerstandskämpfer legt sich auf eine freie Liegestelle, um sich auszuruhen. Doch schon nach kurzer Zeit wird er von dem Zyrpher Doyrirkhra geweckt und erfährt, dass alle neuen Gefangenen erst wieder nach etwa zehn Stunden aufwachen und ab diesem Zeitpunkt nur noch in Lethargie und Mutlosigkeit in den Tag hinein leben.
Der Wonko, Kreymor und Troatä wollen bei dem Ausbruchsversuch mitmachen. Bei der Essensausgabe wird der Kaytaber mit heißer Suppe überschüttet. Mrothyr entreißt ihm den Kombitraf und stürmt mit den beiden Zyrphern aus der Halle. Niemand scheint sie zu verfolgen. Sie kapern einen Gleiter, mit dem sie zu einem Raumhafen fliegen wollen, um Evutuum zu verlassen. Nach einigen hundert Kilometern Flug über Sumpflandschaften beginnt das Antigravtriebwerk zu streiken und der Gleiter verliert an Höhe. Nach der Landung stellt Kreymor fest, dass der Antigravblock nicht mehr zu gebrauchen ist. In einer kurzen Pause, die der starke rotgefärbte Regen einlegt, glaubt Mrothyr eine humanoide Gestalt unter den Bäumen zu sehen. Als der Regen wieder einsetzt, kann der Zyrpher nichts mehr erkennen.
Kreymor baut das Notaggregat des Gleiters aus und befestigt es an der Tür des Fahrzeuges. Die Gefährten halten sich an der Tür fest, die nun über die Sumpflandschaft gleitet. Als das seltsame Fluggerät von einer riesigen Echse angegriffen wird, verliert Mrothyr den Halt und stürzt in den Sumpf. Doyrirkhra, Kreymor und Troatä sind mit der fliegenden Tür verschwunden.
Mrothyr erblickt abermals eine nebelhafte, humanoide Gestalt. Aufkommender Wind verweht das Gebilde. Der Zyrpher glaubt, dass er telepathische Impulse empfangen hat, ist sich aber nicht sicher.
Bald findet er ein tiefeingeschnittenes Tal, das von dichtem Nebel erfüllt ist. Ein innerer Zwang versucht, ihn zur Umkehr zu bewegen. Doch Mrothyr geht weiter. Er glaubt, einen Turm zu erkennen, an dem zahlreiche Wesen arbeiten, um ihn immer höher zu bauen und beschädigte Stellen auszubessern. Von einem Augenblick zum anderen ist der Turm verschwunden und nur der Nebel geblieben. Mrothyr glaubt, Stimmen und ein spöttisches Lachen zu hören. Plötzlich ist die Nebelwolke verschwunden.
Der Zyrpher entgeht knapp dem Angriff einer Flugechse und trifft wieder mit Doyrirkhra zusammen. Der Wonko berichtet, dass Kreymor und Troatä einen Turm entdeckt haben. Der Priester hat sich auf die Suche nach Mrothyr gemacht, während die beiden anderen Zyrpher mit dem Antigravgerät weitergeflogen sind.
Doyrirkhra und Mrothyr finden die Leichen von Kreymor und Troatä, die die Beute von wilden Tieren geworden sind, nachdem das Antigravgerät ausgefallen ist. Die beiden Gefährten gelangen bald zu dem Turm, an dem die Evutuumer arbeiten. Mrothyr und der Wonko werden zu A'thruif gebracht. Dieser ist begeistert über das Eintreffen von ihm erwarteter Spezialisten, die ihn beim Bau des Turmes unterstützen werden. Sollten die beiden Zyrpher allerdings scheitern, droht ihnen der Tod. Mrothyr und Doyrirkhra finden keine Gelegenheit zur Flucht, da sie stets von Evutuumern begleitet werden. Dem Priester und dem Freiheitskämpfer bleibt nichts anderes übrig, als zum Schein in jeden Winkel des Turmes zu kriechen und angeblich Messungen anstellen. Den Zyrphern ist sofort klar, dass der Turm vom Einsturz bedroht ist. Diese Tatsache ist auch A'thruif bekannt. Ihm und dem Priester Ashkahir ist in Person von Mrothyr und Doyrirkhra ein Glücksgriff gelungen. Da sie die Zyrpher als Baumeister hinstellen, können sie von sich und ihren Fehlleistungen beim Turmbau ablenken.
Nach einigen Tagen sprechen Mrothyr und Doyrirkhra über eine dringend notwendige Flucht. Dabei werden sie von A'thruif überrascht. Der Evutuumer nutzt die Gelegenheit und verurteilt die Zyrpher zum Tode. Sie werden gefesselt und auf die Spitze des Turmes gebracht. Als Erster wird der Wonko in die Tiefe gestoßen. Nur kurze Zeit später folgt ihm Mrothyr.
Der Sturz des Freiheitskämpfers aus 150 Metern Höhe wird abgebremst und Mrothyr vollführt eine weiche und sichere Landung auf dem Boden. Dort wird er von Doyrirkhra erwartet. Auch dessen Fall wurde von einer unbekannten Macht gebremst. A'thruif und Ashkahir, die sich mit einer Schar Evutuumer nähern, staunen nicht schlecht, als sie die beiden Delinquenten unversehrt vorfinden. Die Zyrpher besteigen ein Fuhrwerk und fahren über eine schlammbedeckte Straße vom Turm weg.
Sie erreichen die Stadt der Toten und suchen dort einen verlassenen Tempel auf. Doyrirkhra, der von den Evutuumern als Gott angesehen wird, da er den Sturz unversehrt überlebt hat, will den Tempel als Priester leiten und sich vom Volk verehren lassen. Mrothyr ist mit der Entscheidung des Priesters nicht einverstanden. Er will auf schnellstem Weg nach Zyrph.
In der Nacht wird Mrothyr von einem Unbekannten angegriffen, der sich den Kombitraf greift. Der Fremde feuert die Waffe wiederholt ab, trifft aber nicht. Mrothyr flüchtet ins Freie. Endlich kann der Zyrpher erkennen, wer ihn angreift. Es ist Doyrirkhra. Einige Evutuumer nähern sich. Doyrirkhra erschießt einen von ihnen. Mrothyr soll den Priester nicht daran hindern, ein Gott zu sein. Der Freiheitskämpfer ist sich im Klaren, dass der Sturz zu viel für Doyrirkhra gewesen ist. Sein Geist hat sich verwirrt. Doyrirkhra springt vom Dach eines Gebäudes auf die am Boden liegende Gestalt zu, in der er Mrothyr vermutet. Doch es handelt sich um den toten Evutuumer. Der Priester landet direkt im Rückengeweih des Planetariers. Die Hörner bohren sich wie Dolche in den Körper Doyrirkhras und töten ihn.
Mehrere mit Bögen bewaffnete Evutuumer schießen ihre Pfeile auf Mrothyr ab. Bevor die Geschosse ihn treffen, werden sie abgelenkt. In Panik flüchten die Eingeborenen. Mit einem Fuhrwerk verlässt Mrothyr die Stadt der Toten und fährt zu einem Fluss. Dort bemerkt er einen weißen Nebel, der von einem leichten Windstoß auseinandergetrieben wird. Um den Unbekannten herauszufordern, will der Zyrpher in den Fluss springen. Endlich erhält er nun telepathischen Kontakt. Eine Stimme in seinem Verstand hält ihn davon ab. Ein Gleiter mit einem Kaytaber am Steuer landet. Die Maschine bringt Mrothyr zurück in die Halle mit den Gefangenen.
Zwiswurs begrüßt ihn. Der Daila stellt mit seinen telepathischen Sinnen fest, dass Mrothyr eine Botschaft empfängt. Der Unbekannte ist mit Mrothyrs Leistungen zufrieden. Er sucht Helfer, die ihn unterstützen, seine Macht auszuüben. Er war es, der die beiden Zyrpher beim Sturz von dem Turm gerettet hat. Mrothyr wird schnell klar, dass es sich bei dem Unbekannten nur um EVOLO handeln kann. Der Unbekannte bestätigt seine Annahme und zieht sich dann zurück.
Der Phasenmutant klärt Mrothyr über die Funktion des Psisintranten auf. Vier Kaytaber kommen in die Halle und wollen den Zyrpher und den Daila abholen. Doch Zwiswurs setzt sich zur Wehr und wird erschossen. Mrothyrs Beine werden durch einen Paralysatortreffer gelähmt. Die Kaytaber zerren ihn aus der Halle. Zwei Roboter packen Mrothyr und bringen ihn zum Psisintranten. Der Zyrpher wird von der Maschine mit Psi-Komponenten behandelt und zu einem Werkzeug EVOLOS. Die Entität programmiert ihn in ihrem Sinne und erteilt ihm den so genannten absoluten Befehl. Mrothyrs Bewusstsein ist nicht mehr in der Lage, seinem Körper Befehle zu erteilen. Der Zyrpher steigt in einen Antigravgleiter und fliegt zum Raumhafen. In einem diskusförmigen Raumschiff verlässt er den Planeten Evutuum.
Über Funk nimmt Mrothyr Kontakt mit der STERNSCHNUPPE auf und kündigt seine baldige Rückkehr nach Aklard an. Nach der Landung trifft Mrothyr auf Kiart und Taleda, die ersten Vorposten EVOLOS auf der Heimatwelt der Daila. Beim Zusammentreffen mit Atlan ist es Mrothyrs Bewusstsein nicht möglich, den Arkoniden zu warnen. Stattdessen berichtet er von seinem angeblichen erfolglosen Besuch auf Zyrph. Mrothyr ist zu einem willfährigen Werkzeug EVOLOS geworden.

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Re: "EVOLO" (750 bis 799)

Beitrag von Grauer Lord »

Nach der brutalen Unterwerfung der Kaytaber greift EVOLO in diesem Band nach einem der engsten Begleiter Atlans und lässt Mrothyr von zwei Schergen auf den Sumpfplaneten Evutuum verschleppen. Hier, auf der Welt des roten Regens, wird der Zyrpher, ohne auch nur den Hauch einer Chance auf Gegenwehr zu haben, mittels einer alten Maschine des Erleuchteten zwangsweise erst zum Psi-Begabten gemacht, bekommt dann einen Körperpfeil EVOLOs verabreicht. Gefangen und eingesperrt in seinem eigenen Körper muss er willenlos miterleben, wie er nach Aklard zurückgebracht, in Atlans nächster Nähe platziert wird.

Die Szenerie auf Evutuum, der Welt des ewigen Regens, der Sümpfe, Saurier und eines merkwürdigen Volkes von Turmerbauern ist von H.G. Francis gut geschildert worden. Durch einen weiteren Zyrpher im Gefangenenlager erfahren wir noch ein paar weitere Details über Mrothyrs Heimatplaneten; was die Flucht und die Episode mit dem Turmbau sollten, wo EVOLOs Allmacht doch klar auf der Hand liegt, weiß ich nicht, spannend zu lesen war das aber schon. Vermutlich musste das Heft voll werden.

Als Fazit bleibt, dass EVOLO Kaytaber und viele andere Wesen Manam-Turus mit dem Psisistranten „impft“, ihre Körper sich in gallertartiges Material verwandeln und neue Gestalt annehmen können. Eine Truppe perfekter Infiltratoren und Agenten entsteht.

Die Schilderung der Gedanken und Äußerungen EVOLOS gefiel mir gut. Von seinem Schöpfer habe er erfahren, wer seine Feinde sind, und: Er wird den gleichen Plan verfolgen, wie der Erleuchtete. Diese Sätze sind sparsam und trotzdem eindrücklich, ohne Gegeifer, wie bei Anti-Homunk eingesetzt und lassen gleich erahnen, dass dieser Gegner eine Kragenweite hat, gegen die wohl erstmal kein Kraut gewachsen ist.

Was mich wundert: wenn Kiart und Taleda Mrothyr aus Atlans nächster Nähe von Aklard entführen und auch dort wieder absetzen können, hätten sie auch den Arkoniden jederzeit verschleppen oder töten können. Lag das nicht in der Absicht EVOLOS, braucht er den Arkoniden noch für irgend etwas anderes? Das müsste eigentlich demnächst mal erklärt werden.
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Re: "EVOLO" (750 bis 799)

Beitrag von Yman »

Lumpazie hat geschrieben: 17. Januar 2021, 09:33 Im Jahr 1986 erschien der Band 754 der Atlan-Heftserie:

Der erste Stützpunkt

von Falk-Ingo Klee
Grauer Lord hat geschrieben: 19. Januar 2021, 13:52 „Der erste Stützpunkt“ von Falk-Ingo Klee ist ein deprimierender Roman, der am Beispiel der uns ja schon bekannten, „possierlichen“ Kaytaber vom Planeten der Mannana-Pflanzen zeigt, wie die Machtergreifung EVOLOS ablaufen kann. Ohnmächtig muss Traykon/Blödel/ Schwiegermutter mit ansehen, wie sich die Kaytaber unter dem Einfluss weiterentwickelter „Körperpfeile“ qualvoll verändern und zu Psi-Begabten sogenannten „Glasigen“ mutieren. Das ganze ist geschildert wie der Verlauf einer Krebserkrankung, vor allem am Beispiel von Traykons Freundin Perlmutt und Bezügen zu einer Chemotherapie ist das klar zu erkennen. Ich meine mich zu erinnern, dass Klee damit die Krebserkrankung seiner eigenen Tochter thematisiert hat, worüber er 1986 auch ein Buch veröffentlichte (Jasmin K. (3 Jahre) Diagnose: Krebs).
Das ist wirklich ein interessanter Hinweis, der vieles erklären kann, z.B. auch warum Falk-Ingo Klee sich offenbar so intensiv mit Biologie und verwandten Feldern beschäftigt hat und dies immer wieder in seine Romane einfließen ließ.

Ich fand den Roman sehr gut, und auch sehr deprimierend. Zuerst freute ich mich auf ein Wiedersehen mit der Welt dieser Bärchen, die Holprigs fahren und Funkgeräte lieben, aber man konnte leider schon von Anfang an mit dem Auftauchen der drei EVOLO-Geschöpfe ahnen, wohin die Reise geht. Traykon war leider nicht wirklich auf der Hut. Er hat die Gefahr zu spät erkannt.

Was mir nicht ganz so gefiel, war, dass solche Begriffe wie Bunsenbrenner und Erlenmeyerkolben fielen, Goethe erwähnt wurde und vieles wie aus einem Schullehrbuch des 20. Jahrhunderts beschrieben wurde. Hätte der Roman auf der Erde des 20. Jahrhunderts gespielt, wäre das passend gewesen. Für einen SF-Roman, der auf einem Planeten in einer sehr fernen Galaxie in einer weit entfernten Zukunft spielt, passten diese Bezüge und Beschreibungen einfach nicht. Da ging mir leider einiges vom gewohnten SF-Feeling verloren. Traykon hat zwar Blödels Erinnerungen, aber der Roboter Blödel stammt von der SOL aus dem 39. Jahrhundert, und es gibt keine vernünftige Erklärung, dass ein solcher Roboter eine solche enge begriffliche Fixierung auf das 20. Jahrhundert hat, wie es der Roman nahe legt. Und ich fand ganz allgemein auch Traykon zu menschlich für einen Roboter.

Ich fand den Roman aber immer dann sehr gut, wenn ich das Gefühl hatte, wirklich in eine fremde Welt eintauchen zu können. Die Charaktere der Aytaber waren sehr gut ausgearbeitet, und ihre Welt ist auch wirklich sehr interessant.
Grauer Lord hat geschrieben: 19. Januar 2021, 13:52 Das Heft lässt nicht viel Hoffnung übrig, dass normale Wesen ein Mittel gegen EVOLO und seinen tödlichen Einfluss finden können. Traykon wird von den neuen Mutanten regelrecht platt gemacht und ausgeweidet, nur durch den Verrat Permutts gelingt ein positronisches Fragment in die Umlaufbahn von Aytab. Wo es sicher Atlan eines Tages finden wird.
Ja, Figuren sind, wenn Autoren es wollen, unkaputtbar. Traykon/Blödel/Schwiegermutter wird uns erhalten bleiben, nehme ich mal an. Wie Atlan gegen EVOLO kämpfen will, kann ich noch nicht erkennen. Das sieht alles erst einmal nach einer ganzen Reihe von Niederlagen aus, bei denen Atlan froh sein kann, wenn er entkommen kann. Irgendwie wird er irgendwo Aufbauarbeit leisten müssten, ähnlich wie es der Extrasinn-Artikel im Heft andeutet. Es muss ein positives, ähnliches Wesen wie EVOLO geschaffen werden.
Grauer Lord hat geschrieben: 19. Januar 2021, 13:52 Warum die brutale Machtausübung EVOLOS allerdings eine Gefahr für die Kosmokraten sein soll, das verrät die Verseuchung und Übernahme der Kaytaber allerdings auch (wieder) nicht.
EVOLO sieht ja schon irgendwie nach einer Waffe der Chaotarchen aus. Angeblich ist er zwar keine Superintelligenz, aber wer weiß, zu was er sich noch entwickeln könnte. Wenn EVOLO noch weitere Planeten befällt, kann das durch exponentielles Wachstum schon eine ernste Bedrohung werden.
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Lumpazie
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Re: "EVOLO" (750 bis 799)

Beitrag von Lumpazie »

Im Jahr 1986 erschien der Band 756 der Atlan-Heftserie:

Das psionische Tor

von Hans Kneifel

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Handlung:

Handlung

Der Startechniker Notrun aus dem Volk der Ikuser arbeitet mit etwa weiteren Technikern auf dem Planeten Yumnard an der Fertigstellung eines Stützpunktes. Er wird vom RUP-Computer unterstützt. In wenigen Tagen wird das Psionische Tor erwartet. Die genialen Techniker sind im Verlauf des Projektes Fallenpforte unermüdlich am Werk.

Die KLINSANTHOR ist noch immer in Manam-Turu unterwegs und wartet auf eine Reaktion auf den in Arkonidisch verfassten Hyperfunkspruch an Atlan. Fartuloon setzt eine weitere Botschaft ab. Sechs Stunden später wird die KLINSANTHOR von kleinen, schnellen Raumschiffen in der Nähe der Sonne Ukenzia angegriffen. Das ligridische Experimentalschiff reagiert nur zögerlich auf die Steuerimpulse. Mehrere Strahlschüsse schlagen in die Schiffshülle ein. Durch die aufgefangenen Funkimpulse sind sich Fartuloon, Kornen Fus, Sparken und Rubernek sicher, dass es sich um Roboteinheiten handelt. Ein Linearmanöver verschafft der KLINSANTHOR etwas Luft. Doch das Überlichttriebwerk gibt seinen Geist auf und das Schiff fällt in den Normalraum zurück. Die Verfolger sind ihnen auch weiterhin auf der Spur und drängen das ligridische Raumschiff zum Ukenzia-System ab. Um den Planeten Yumnard ist ein reger Schiffsverkehr festzustellen.

Die KLINSANTHOR taucht in die Atmosphäre des Planeten ein. Fartuloon setzt das Schiff hart auf. Das Beiboot der KLINSANTHOR, die STERNSCHNUPPE, ist schwer beschädigt und fluguntauglich, ebenso wie die KLINSANTHOR selbst. Die vier Besatzungsmitglieder warten in der Zentrale auf die Ankunft ihrer Verfolger. Kleine bewaffnete Gleiter mit Stahlmännern an Bord umzingeln die KLINSANTHOR. Fartuloon und seine Gefährten ergeben sich und werden zu dem im Bau befindlichen Stützpunkt transportiert. Dort befindet sich auch ein kugelförmiges Raumschiff der Ligriden. Der Calurier und seine Freunde werden in Einzelzellen untergebracht, die von Gittertüren verschlossen sind. Fartuloon kann seinen Brustharnisch und das Skarg behalten.

Der Wissende und Könnende Notrun wird über die Gefangennahme der vier Fremden informiert. Der Ikuser inspiziert den Baufortschritt der beiden Bögen des Hyperenergie-Zapfers. Seinem Assistenten Coylom kann er eine Schaltung erklären. Notrun erhält die Nachricht, dass ein Raumschiff der Ligriden zur Landung gezwungen worden ist und außerdem ein Wrack am Rand des Ozeans liegt. Aus dem havarierten Schiff sind Fremde geborgen und gefangen genommen worden. Der Staringenieur ordnet an, das Wrack zum Stützpunkt zu bringen, wo es von den Ikusern in ihrer Freizeit untersucht werden kann, um eventuell neue Techniken kennenzulernen.

Notrun erhält die Information, dass die Techniker-Traube auf Yumnard erwartet wird. Zudem wird bald das Psionische Tor über die Transmitterstrecke eintreffen.

Während die Ligriden streng bewacht werden, widmen die Ikuser Fartuloon und seinen Gefährten weit weniger Aufmerksamkeit. Unter Zuhilfenahme des Skarg öffnet er das Schloss der Zellentür. Das geheimnisvolle Schwert sorgt auch dafür, dass der Calurier von dem Wache haltenden Roboter nicht bemerkt wird. Flüsternd teilt er Kornen Fus mit, dass er sich im Stützpunkt umsehen will. Auch der Zyrpher kann ihn nicht sehen.

Fartuloon beobachtet, wie das Wrack der KLINSANTHOR von Yassino, Tarnon und einigen anderen Technikern mit Antigravschleppern zum Stützpunkt transportiert wird. Roboter machen sich an dem Schiff zu schaffen. Nach diesem kurzen Überblick kehrt Fartuloon in seine Zelle zurück.

Gemeinsam mit Sparken unternimmt der Calurier einen zweiten Ausflug. Abermals umgibt das Skarg die beiden Kameraden mit einem Schutzfeld. Sie mischen sich unter eine Schar von Ikusern, die zur KLINSANTHOR aufbrechen, um das Schiff zu reparieren. Sie geben vor, den Technikern bei ihrer Arbeit Ratschläge erteilen zu wollen. Der ligridische Experimentalraumer weist inzwischen eine unversehrte und wie poliert erscheinende Außenhülle auf. Auch im Inneren des Schiffes sind die Arbeiten im Gange. Fartuloon erhält erste Informationen über das Projekt Fallenpforte. Erneut kehren Fartuloon und Sparken in ihre Zellen zurück.

Die Techniker-Traube trifft mit einem Raumschiff auf Yumnard ein. Das tropfenförmige Schiff setzt einen kugelförmigen Behälter ab, der durch eine Schleuse in das Innere der Kuppel einfliegt und dort an einem festgelegten Platz aufsetzt. Versorgungs- und Kommunikationsleitungen werden angeschlossen. Informationen werden an die Traube übermittelt.

Fartuloon wird von zwei Robotern in den Kuppelbau gebracht. Vor der Kugel der Techniker-Traube nimmt er in einem Sessel Platz. Der Hypton Tirrh verlässt die Kugel und befragt den Calurier. Dieser beteuert, dass sie ziellos im Weltall unterwegs gewesen sind, nur darauf bedacht, den Ligriden aus dem Weg zu gehen. Auf die Frage, an wen der in einer seltsamen Sprache gesendete Funkspruch gerichtet war, antwortet Fartuloon, dass er damit Colemayn erreichen will, den er auf Weyngol getroffen hat. Dann bringen ihn die Roboter wieder zurück in die Zelle.

Der Bauchaufschneider beobachtet, dass die Ikuser damit beginnen, nicht notwendige Gebäude abzutransportieren. Wieder hat Fartuloon seine Zelle verlassen und beobachtet am nächtlichen Sternenhimmel, dass sich im  Wikipedia-logo.png Sternbild Colemayns Gewürz zahlreiche Raumschiffe sammeln. Die Ikuser sind eifrig dabei, Container und Ausrüstungsgegenstände auf ihre Schiffe zu verladen. Ein Schleppgerät trifft mit einem Arm Notrun und schleudert den Cheftechniker über ein niedriges Geländer. Fartuloon springt hinzu und fängt den Ikuser auf. Der Staringenieur wundert sich, dass der Gefangene anscheinend frei ist. Fartuloon wischt seine Bedenken mit der Bemerkung beiseite, dass die Hyptons ihm erlaubt haben, sich ein wenig umzusehen. Der Calurier erfährt von Notrun weitere Einzelheiten über das auf Yumnard laufende Projekt. Der Staringenieur ist aber leider nicht darüber informiert, welchen Zweck das Psionische Tor hat.

Am nächsten Morgen sieht Fartuloon von seiner Zelle aus, dass sich die Kuppel an zwei Stellen geöffnet hat. Aus diesen riesigen Öffnungen schieben sich Projektoren hervor, von denen sich zwei weiße Balken zu einem 300 Meter durchmessenden Kreis krümmen. Aus dem grauen Zentrum des Rings schiebt sich ein kleines Raumschiff von fünf Metern Durchmesser. Der Transmitter erlischt und die Projektoren schieben sich wieder in die Kuppel zurück.

Einige Zeit später erwacht der Transmitter zu neuem Leben. Zwischen den Energiebalken schiebt sich ein fünfeckiger Rahmen hervor. Das Psionische Tor ist angekommen. Zwei Schlepper ziehen es aus dem Transmitterfeld, unterstützt von einem weiteren, der das Tor begleitet hat. Das Psionische Tor wird in aufrechter Position über dem Raumhafen stationiert.

Fartuloon richtet das Skarg auf den Stahlmann, der erstarrt. Aus den winzigen Öffnungen im Schädel des Roboters dringt dünner Rauch. Rubernek, Kornen Fus und Sparken folgten dem Bauchaufschneider zum Waldrand. Die Ikuser haben in der Zwischenzeit den Transmitter abgeschaltet. Gelandete Raumschiffe umgeben das Psionische Tor wie ein Wall. Während sich die beiden Zyrpher und der Daila an die KLINSANTHOR heranpirschen, nähert sich Fartuloon dem Psionischen Tor. Mit Robotern besetzte Gleiter entdecken den Calurier. Fartuloon ergibt sich angesichts der Übermacht sofort. Er wird zur Kuppel gebracht, wo er auf seine Gefährten trifft.

Dieses Mal führen drei Hyptons das Verhör. Fragen über den Erleuchteten und EVOLO können die Raumfahrer nicht beantworten. Die Hyptons geben preis, dass der Erleuchtete nicht mehr existiert. Sparken bemerkt leise, dass Atlan anscheinend sein Ziel erreicht hat. Fartuloon schwächt diese Aussage sofort ab und betont, dass ihm durch seinen Kontakt mit Colemayn klar geworden ist, dass Atlan und der Erleuchtete Gegner sind. Die Hyptons äußern sich, dass sie EVOLO einfangen, bändigen und zu einem wertvollen Verbündeten machen wollen. Fartuloon erklärt, dass er und seine Freunde einfach nur von Yumnard weg wollen. Doch die Hyptons sind mit der Inbetriebnahme des Tores ausgelastet und wollen erst später darüber entscheiden. Die Gefährten werden wieder in ihre Zellen gebracht. Diesmal bleiben drei Roboter als Bewachung zurück.

Die drei Schlepper bugsieren das Psionische Tor in den Weltraum. Dutzende Raumschiffe begleiten die Konstruktion. Der Stützpunkt scheint leer zu sein. Fartuloon will die Gunst der Stunde nutzen und öffnet mit dem Skarg die Tür seiner Zelle. Die Strahlschüsse der Roboter werden von dem Schutzschirm abgeleitet, den das Schwert um seinen Besitzer errichtet. Der Bauchaufschneider rammt das Schwert einem der Roboter in den Leib. Sodann packt er die Maschine und richtet deren Waffenarme auf die beiden übrig gebliebenen Roboter. Feuerstöße vernichten die Maschinen. Eilig öffnet er die Zellentüren der Gefährten. Sie flüchten sich zur KLINSANTHOR. Fartuloon entfacht ein sich schnell ausbreitendes Feuer, um die 15 Robotwächter abzulenken. Eine von ihm geschleuderte Sprengladung veranlasst die Roboter, sich der Stelle der Detonation zuzuwenden. Fartuloon sprintet durch die Flammen, springt in die offene Schleuse des Raumschiffes und beginnt unverzüglich mit den Startvorbereitungen. Kornen Fus übernimmt den Platz des Kopiloten und aktiviert die Ortungsanlagen und weitere Systeme des Schiffes. Die Bordpositronik erwacht, Schutzschirme werden aufgebaut. Sparken und Rubernek setzten weitere Schiffsanlagen in Betrieb. Die KLINSANTHOR hebt ab und steigt rasch höher. Die Schutzschirme wehren die Strahlschüsse der Roboter mühelos ab. Ein Linearmanöver bringt das Schiff aus der Gefahrenzone. Fartuloon wiederholt den Funkspruch an Atlan zweimal.

Erst am 30. Tag des Jahres 3820 antwortet Atlan. Die STERNSCHNUPPE geht auf Parallelkurs mit der KLINSANTHOR. Atlan kommt an Bord der KLINSANTHOR. Erlebnisse und Erfahrungen werden ausgetauscht. Die beiden alten Freunde vereinbaren, dass die KLINSANTHOR die Überwachung von BASTION II und dem Psionischen Tor übernimmt. Die Aktivitäten der Hyptons und der Ligriden sollen beobachtet und aufgezeichnet werden. Ein Informationsaustausch soll in unregelmäßigen Zeitabständen stattfinden. Atlan und Fartuloon verabschieden sich. Die STERNSCHNUPPE nimmt Fahrt auf und verschwindet. Die KLINSANTHOR nimmt Kurs auf BASTION II.

Der obige Text und Bilder wurde per GNU-Lizenz der Perrypedia entnommen.
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Re: "EVOLO" (750 bis 799)

Beitrag von Grauer Lord »

Eigentlich ist das Thema von Band 756 ja eine Steilvorlage für einen spannenden, interessanten Roman. Eigentlich. In diesem Fall hat Hans Kneifel lediglich ein Handlungsgeplätscher hervorgebracht, einen Roman ohne einen Spannungsbogen oder größere Höhepunkte. Gute Momente gab es aber natürlich schon, die wie immer bei Kneifel im Beschreiben liegen; etwa als sich das aus der Kälte des Weltraums kommende Psionische Tor aus dem Transmitter auf Yumnard schiebt, sich erst Eiskristalle, dann Nebel und abfließendes Schmelzwasser darauf bilden. Eine für Kneifel typische, eindrucksvolle Darstellung, wie auch Hinweise auf die ungeklärte Vergangenheit des Tors Interesse wecken.

Ansonsten lernen wir noch das Technikervolk der Ikuser kennen, das Hilfsdienste für die Hyptons übernimmt, aber wohl nicht mit dem geheimnisvollen dritten Konzilsvolk identisch ist. Sympathisch dargestellt, mit einem eher „netten“ Äußeren (aus menschlicher Perspektive), haben sie wenig von Handlangern einer bösen, nach anderen Galaxien greifenden Macht an sich. Das zeichnet die Ikuser für die Hyptons wohl auch aus - als brave Helferlein, die technische Lösungen bieten und nicht viel fragen. Die Innenillu zu Notrun ist im übrigen sehr ansprechend.

Ansonsten wird mal wieder Fartuloons Skarg und seine geheimnisvolle Macht bei diversen Aktionen und Ausbrüchen (über)strapaziert. Dass die Hyptons wirklich glauben, EVOLO einfangen und in ihrem Sinne bändigen zu können, halte ich für eine sehr mutige Idee. Aber woher sollen sie es auch besser wissen?

Das Zusammentreffen Fartuloons mit Atlan ganz am Schluss verlief enttäuschend nüchtern, beide haben jetzt immerhin den gleichen Informationsstand, Fartuloon wird für Atlan zukünftig BASTION II und das Psionische Tor beobachten.

Das war übrigens schon der 6. Roman in Folge, in dem der alte Arkonide nicht die Hauptrolle spielt. Ich finde das ganz gut, denn er hat in Manam-Turu seit Band 700 so viele Spielsteine in Bewegung gesetzt, dass man gerne auch mal aus anderen Perspektiven auf die Handlung schauen kann.
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Re: "EVOLO" (750 bis 799)

Beitrag von Yman »

Lumpazie hat geschrieben: 24. Januar 2021, 08:57 Im Jahr 1986 erschien der Band 755 der Atlan-Heftserie:

Der absolute Befehl

von H.G. Francis
Grauer Lord hat geschrieben: 24. Januar 2021, 10:37 Hier, auf der Welt des roten Regens, wird der Zyrpher, ohne auch nur den Hauch einer Chance auf Gegenwehr zu haben, mittels einer alten Maschine des Erleuchteten zwangsweise erst zum Psi-Begabten gemacht, bekommt dann einen Körperpfeil EVOLOs verabreicht.
Mrothyrs neue Psi-Fähigkeiten sind allerdings sehr bescheiden, z.B. Hypervisualität, wo auch explizit im Roman gesagt wird, dass es nicht viel nutzen wird. EVOLO kann anscheinend nur Psi-Begabte direkt mit seinen Mikrozellen unterwerfen, was eine Schwachstelle ist, aber er hat auch diese Maschine namens Psisintrant, die noch vom Erleuchteten stammt. Ich frage mich, ob Mrothyr diese Maschine mit seinem erbeuteten Kombitraf hätte zerstören können und was dies dann für EVOLO bedeutet hätte.
Grauer Lord hat geschrieben: 24. Januar 2021, 10:37Die Szenerie auf Evutuum, der Welt des ewigen Regens, der Sümpfe, Saurier und eines merkwürdigen Volkes von Turmerbauern ist von H.G. Francis gut geschildert worden. Durch einen weiteren Zyrpher im Gefangenenlager erfahren wir noch ein paar weitere Details über Mrothyrs Heimatplaneten; was die Flucht und die Episode mit dem Turmbau sollten, wo EVOLOs Allmacht doch klar auf der Hand liegt, weiß ich nicht, spannend zu lesen war das aber schon. Vermutlich musste das Heft voll werden.
Letzteres war auch mein Gedanke. So eine Geschichte mit einer vergeblichen Flucht bietet sich ja an, um das Heft vollzubekommen bzw. den Mittelteil stark auszubauen. Was das mit dem Turmbau sollte, war mir auch nicht klar. Ein Experiment EVOLOs, der Gott spielt? EVOLO sagt ja, dass er experimentiert.

Diese "rote" Welt ist von HGF wirklich sehr gut geschildert worden, auch wenn solche Dschungelabenteuer nichts Neues sind, und das Exotische sich in Grenzen hielt. Der Roman war aber sehr stimmig, von Anfang bis Ende, und insgesamt wirklich sehr gut.

Etwas merkwürdig fand ich den Ausfall des Antigravaggregats des Gleiters. War das ein unwahrscheinlicher Zufall, oder planmäßig?
Grauer Lord hat geschrieben: 24. Januar 2021, 10:37Als Fazit bleibt, dass EVOLO Kaytaber und viele andere Wesen Manam-Turus mit dem Psisistranten „impft“, ihre Körper sich in gallertartiges Material verwandeln und neue Gestalt annehmen können. Eine Truppe perfekter Infiltratoren und Agenten entsteht.
Das wird sich noch für einige Spannung sorgen, aber auch da wird es sicher irgendwann Gegenmaßnahmen geben (müssen).
Grauer Lord hat geschrieben: 24. Januar 2021, 10:37Die Schilderung der Gedanken und Äußerungen EVOLOS gefiel mir gut. Von seinem Schöpfer habe er erfahren, wer seine Feinde sind, und: Er wird den gleichen Plan verfolgen, wie der Erleuchtete. Diese Sätze sind sparsam und trotzdem eindrücklich, ohne Gegeifer, wie bei Anti-Homunk eingesetzt und lassen gleich erahnen, dass dieser Gegner eine Kragenweite hat, gegen die wohl erstmal kein Kraut gewachsen ist.
Ja, mir gefiel EVOLO da wirklich sehr gut. Kein Vergleich mit Peter Grieses Superintelligenzen- und sonstigen Überwesen-Monologen. Das entscheidende Wort ist: sparsam. EVOLO bezeichnet sich selbst sogar mit eigenen Worten als sparsam. Das fand ich sehr interessant.
Grauer Lord hat geschrieben: 24. Januar 2021, 10:37Was mich wundert: wenn Kiart und Taleda Mrothyr aus Atlans nächster Nähe von Aklard entführen und auch dort wieder absetzen können, hätten sie auch den Arkoniden jederzeit verschleppen oder töten können. Lag das nicht in der Absicht EVOLOS, braucht er den Arkoniden noch für irgend etwas anderes? Das müsste eigentlich demnächst mal erklärt werden.
Eine gute Frage. Ich hoffe auch, dass es dafür eine Erklärung geben wird. Ich bin jetzt aber auch mal sehr auf dieses Psionische Tor gespannt. Ich hätte nicht gedacht, dass es so bald zum Einsatz kommt, aber wer weiß, wie schnell sich die Dinge in Manam-Turu entwickeln.
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Re: "EVOLO" (750 bis 799)

Beitrag von Yman »

Lumpazie hat geschrieben: 30. Januar 2021, 11:07 Im Jahr 1986 erschien der Band 756 der Atlan-Heftserie:

Das psionische Tor

von Hans Kneifel
Grauer Lord hat geschrieben: 30. Januar 2021, 21:29 Eigentlich ist das Thema von Band 756 ja eine Steilvorlage für einen spannenden, interessanten Roman. Eigentlich. In diesem Fall hat Hans Kneifel lediglich ein Handlungsgeplätscher hervorgebracht, einen Roman ohne einen Spannungsbogen oder größere Höhepunkte. Gute Momente gab es aber natürlich schon, die wie immer bei Kneifel im Beschreiben liegen; etwa als sich das aus der Kälte des Weltraums kommende Psionische Tor aus dem Transmitter auf Yumnard schiebt, sich erst Eiskristalle, dann Nebel und abfließendes Schmelzwasser darauf bilden. Eine für Kneifel typische, eindrucksvolle Darstellung, wie auch Hinweise auf die ungeklärte Vergangenheit des Tors Interesse wecken.
Der Roman war gut zu lesen, stilistisch durchaus ansprechend. Gegen ausführliche Beschreibungen, wie Kneifel sie liefert, habe ich nichts einzuwenden, aber Handlungsgeplätscher trifft zu. Viel passiert. Absturz des Raumschiffs, Gefangennahme, aber Fartuloon schafft es natürlich wieder einmal spielend leicht mit seinem Skarg aus dem Gefängnis zu spazieren, und er stößt natürlich ausgerechnet mit dem "Staringenieur" Notrun zusammen, der ihm alles, was er weiß, verrät.

Viele neue Informationen ergeben sich nicht. Das psionische Tor stammt von einem Volk aus der Galaxie der Hyptons, das es nicht mehr gibt. Die Risszeichnung gefiel mir sehr gut, und ich bin sehr gespannt, was mit dem psionischen Tor passieren wird. Ich hatte eigentlich gedacht, dass es nun doch eingesetzt wird, und einen spannenden Roman erwartet, und weniger an die nächste Bärchenspezies gedacht, die sich nur auf die reine Technik verstehen.

Die Ikuser als neues Volk fand ich ganz nett. Sie werden sicherlich noch gebraucht werden, da sie offenbar sehr gut reparieren können. Die KLINSANTHOR wird nun sicher besser funktionieren.
Grauer Lord hat geschrieben: 30. Januar 2021, 21:29Dass die Hyptons wirklich glauben, EVOLO einfangen und in ihrem Sinne bändigen zu können, halte ich für eine sehr mutige Idee. Aber woher sollen sie es auch besser wissen?
Dass die Hyptons EVOLO einfangen und zu ihrem Diener machen halte ich auch für eine sehr gewagte Idee. Aber ich kann mir auch nicht vorstellen, dass EVOLO das Tor in einem nächsten langweiligen Kneifelroman einfach so zerschlägt, und wir lesen, wie die Ikuser das Tor noch mal zusammenbauen.
Grauer Lord hat geschrieben: 30. Januar 2021, 21:29Das Zusammentreffen Fartuloons mit Atlan ganz am Schluss verlief enttäuschend nüchtern, beide haben jetzt immerhin den gleichen Informationsstand, Fartuloon wird für Atlan zukünftig BASTION II und das Psionische Tor beobachten.
Das war tatsächlich sehr enttäuschend. Mehr als ein einfacher Informationsaustausch war das nicht.
Grauer Lord hat geschrieben: 30. Januar 2021, 21:29Das war übrigens schon der 6. Roman in Folge, in dem der alte Arkonide nicht die Hauptrolle spielt. Ich finde das ganz gut, denn er hat in Manam-Turu seit Band 700 so viele Spielsteine in Bewegung gesetzt, dass man gerne auch mal aus anderen Perspektiven auf die Handlung schauen kann.
Ich finde es auch nicht schlimm, wenn Atlan eine längere Zeit keine Hauptrolle spielt. Der Grundstein für einige spannende Romane ist ja eigentlich überall gelegt. Was die Autoren daraus machen, ist wieder etwas anderes. Mit dem Zyklusverlauf ab Band 750 bin ich sehr zufrieden. Ich bin froh, dass es in Manam-Turu weitergeht, wo man sich so langsam auskennt und fast schon heimisch fühlt.
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Re: "EVOLO" (750 bis 799)

Beitrag von Lumpazie »

Im Jahr 1986 erschien der Band 757 der Atlan-Heftserie:

Die Herrschaft der Krelquotten

von Harvey Patton

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Innenillustration:

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Handlung:

Handlung

Die STERNSCHNUPPE ist wieder einmal in Manam-Turu unterwegs. Atlan und seine Getreuen suchen nach Helfern für ihren Kampf gegen EVOLO. Als nächstes Ziel wählen sie den Planeten Cirgro aus, der von einer psionischen Sperre umgeben ist, die verhindert, dass sich ein Raumschiff dieser Welt nähern kann.

Bei der Annährung wird deutlich, dass Cirgro von einem Ring aus Wracks und Schrott umgeben wird. Chipol leidet als Erster unter dem Einfluss der Sperre. Es geht ihm schlecht und er hat Angst. Auch die STERNSCHNUPPE reagiert merkwürdig. Das Schiff führt abrupte Flugmanöver aus, um angreifenden Kampfschiffen der Ligriden auszuweichen. Dabei schlagen mehrere Gravos Andruck durch. Diese Einheiten existieren jedoch nur als Geisterbilder. Eine reale Gefahr stellen aber die Trümmerstücke dar, auf die die STERNSCHNUPPE zuhält. Ein scharfer Befehl Atlans lässt das Diskusschiff reagieren. Kleinlaut gibt es zu, dass es Trugbildern aufgesessen ist, obwohl die Ortung erneut zwölf ligridische Schiffe in Angriffsformation anzeigt. Auch Atlan zeigt nun Wirkung. Der Druck in seinem Hirn lähmt anscheinend auch den Extrasinn. Nur Mrothyr unterliegt dem Einfluss nicht. Der Psi-Spürer explodiert. Das Licht geht aus. Atlan, Chipol und Mrothyr verlieren das Bewusstsein.

Der Arkonide wird von seinem Extrasinn geweckt. Er fühlt sich trotz seines Zellaktivators total zerschlagen. Die STERNSCHNUPPE steht auf einem Raumhafen des Planeten Cirgro. Die Energiespeicher des Schiffes sind völlig erschöpft. Mrothyr, der wieder zu sich gekommen ist, bettet Chipol auf einen zu einer Liege umfunktionierten Sitz.

Atlan will sich in der nahegelegenen Stadt umsehen. Mrothyr soll an Bord bleiben und sich um Chipol kümmern. Die Gebäude des Raumhafens sind ein Trümmerfeld. Alles scheint zerstört worden zu sein. In einer Halle findet er einen kleinen Elektrokarren für Kleintransporte. Die fehlende Batterie ersetzt er durch eine Reservezelle seiner Strahlwaffe. In der Stadt der Daila trifft er auf einen verwahrlosten, alten Mann. Auch hier scheinen Plünderer gewütet zu haben.

Gentos berichtet über die Zeit nach dem Rückzug EVOLOS von Cirgro. Die Daila haben sich die von den geflohenen Händlern zurückgelassenen Waren angeeignet. Immer öfter kam es zu Auseinandersetzungen. Schließlich verloren die Daila ihre Mutantenfähigkeiten. Als die Krelquotten eingriffen, wurde es erst so richtig schlimm. Die Daila wurden von überall entstehenden Phantomen und Spukbildern genarrt, gegen die sie mit Waffengewalt vorgingen. Durch das ziellose Herumschießen zerstörten die Daila ihre eigene Stadt. Die Krelquotten erschienen in den Straßen. Wie gelähmt standen die Daila herum. Die auf Cirgro heimischen Pelzwesen sammelten die Daila ein und verschwanden mit ihnen. Auf diese Weise wurde beispielsweise die Stadt Raybon entvölkert. Nur Gentos blieb zurück.

Der Extrasinn unterbricht jäh die Unterhaltung und fordert Atlan eindringlich auf, so schnell wie möglich zur STERNSCHNUPPE zurückzukehren. Gento ist ein Köder der Krelquotten. Hals über Kopf rast Atlan mit dem Elektrokarren zum Schiff zurück. Die STERNSCHNUPPE ist verlassen. Mrothyr und Chipol sind verschwunden. Das Schiff berichtet von großen Pelzwesen, die an Bord gekommen sind und die beiden Passagiere mitgenommen haben. Die große Schwäche hat die STERNSCHNUPPE am Eingreifen gehindert.

Erneut macht sich Atlan auf den Weg zu Gentos. Noch bevor er dessen Unterkunft in Raybon erreicht, beobachtet er, wie der Alte von zwei Krelquotten durch die Tür getragen wird. Die beiden Pelzwesen ignorieren den lautstark vorgetragenen Protest des Arkoniden. Noch bevor er seine Waffe als Druckmittel einsetzen kann, teleportieren die beiden Krelquotten und nehmen Gentos mit. Atlan kehrt zur STERNSCHNUPPE zurück.

Das Schiff ist durch einen starken Zustrom von Hyperenergie wieder voll einsatzbereit. Es hebt ab und fliegt in langsamer Fahrt über Raybon hinweg. Die Reise führt die STERNSCHNUPPE über zahlreiche Städte hinweg, die ebenso wie Raybon verlassen und zerstört sind. Atlan ordnet einen Steigflug an. Er will herausfinden, ob es möglich ist, Cirgro zu verlassen. In Sichtweite der Schiffswracks, die den Planeten umkreisen, erschüttert plötzlich ein harter Schlag das Schiff. Mehr als zehn Gravos schleudern Atlan auf den Boden und rauben ihm das Bewusstsein. Ein abruptes Bremsmanöver, das das Schiff schon etwa 20.000 Kilometer vor der Psi-Sperre ausführt, lässt die Andruckabsorber versagen. Ein Sog zieht sodann die STERNSCHNUPPE auf den Planeten zu und gibt das Schiff in einer Höhe von 1000 Kilometern wieder frei. Mit überlasteten Triebwerken kann das Schiff einen Absturz verhindern. Dieses Manöver setzt dem besinnungslosen Arkoniden weiter zu.

Ein Medorobot bringt Atlan in die kleine Krankenstation. Erst nach sieben Stunden erlangt er das Bewusstsein wieder. Außer einigen Prellungen hat er keine Verletzungen davongetragen. Die STERNSCHNUPPE entschuldigt sich für die Unannehmlichkeiten.

Plötzlich stehen zwei seltsame Kreaturen in der Zentrale des Schiffes. Es handelt sich um Phantome, die Atlan einige Fragen über seine bisherigen Aktivitäten in Manam-Turu stellen. Der Arkonide erkennt in den wie eine Kreuzung zwischen einem zu klein geratenen Haluter und einem terranischen Alligator aussehenden Wesen psionische Projektionen, die knapp über dem Boden der Zentrale schweben. Immer mehr dieser Wesen in den unterschiedlichsten Körperformen bevölkern bald das Schiff. Atlan schweigt auf die unermüdlich vorgetragenen Fragen. Ein Startversuch der STERNSCHNUPPE wird nach nur wenigen Metern unterbunden. Die Landestützen des Schiffes fangen den Aufprall ab. Der STERNSCHNUPPE wird die Antriebsenergie entzogen. Atlan ruft zum Abwarten auf.

Die Phantomwesen verschwinden. An ihrer Stelle tauchen zwei Krelquotten mit weißem Pelz auf. Sie fordern Informationen über Anima ein. Bevor Atlan diesen Wunsch erfüllen will, verlangt er die Übergabe von Chipol und Mrothyr. Während des Fluges zum Aufenthaltsort der Freunde beobachtet Atlan zahlreiche der verschwundenen Daila, die mit der Feldarbeit beschäftigt sind. Auf einem freien Platz zwischen niedrigen Häusern landet die STERNSCHNUPPE. Die primitiven Bauwerke sind aus rohen Baumstämmen und einfachen Lehmziegeln zusammengebaut. Es gibt weder Wasserleitungen, noch Energie. Eine kleine Gruppe recht ordentlich aussehender Daila nähert sich. In ihren Gesichtern ist ein leichtes Lächeln zu erkennen. Verlago heißt Atlan willkommen.

Der Arkonide berichtet von Aklard, der Vertreibung der Hyptons und Ligriden und von EVOLO. Verlago seinerseits erzählt, dass die Daila hier glücklich sind, obwohl sie schwere Arbeit verrichten müssen und jeglicher Komfort fehlt. Die Krelquotten unterstützen die Daila, wenn es nötig ist. Von Barbya erfährt Atlan, dass die Psi-Fähigkeiten der Daila kaum mehr vorhanden sind. Dem Arkoniden kommt der Gedanke, die Krelquotten als mögliche Verbündete zu gewinnen.

Die beiden weißbepelzten Krelquotten erscheinen während des Gespräches mit Verlago und Barbya. Sie drängen auf den Weiterflug mit der STERNSCHNUPPE. Über dem Meer fängt Atlan einen Funkspruch von Chipol auf. Der Junge warnt ihn davor, noch länger auf Cirgro zu bleiben. Noch ehe der Arkonide nachfragen kann, bricht die Verbindung zusammen. Atlan will sich bei den beiden Krelquotten darüber beschweren, bringt aber keinen Ton hervor. Ein heftiger Schlag auf den Kopf raubt ihm das Bewusstsein. Als er kurz wieder zu sich kommt, vernimmt er eine dunkle Stimme, die ihm befiehlt, von Anima zu träumen.

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Re: "EVOLO" (750 bis 799)

Beitrag von Grauer Lord »

Wieder stricken die Autoren an den Rätseln weiter, die den Planeten Cirgro umgeben. Und da gibt es ja einiges, was noch im Unklaren ist, denn hinter dem eigentlich so unscheinbaren Planeten scheint erheblich mehr zu stecken, als wir bisher wissen. Harvey Patton schildert uns stilistisch sauber und eindrücklich Atlans Trip durch eine verwüstete, von den Daila geräumte Stadt; er zeigt uns aber auch die eigentliche Macht auf dieser Welt: die bärenähnlichen Krelquotten. Die wurden uns im ersten Cirgro-Heft von Peter Terrid (Band 728) noch als reines Hintergrundelement geschildert. Verschroben, im Wald lebend, Naturvolk und durch diverse Überflugzonen von den Daila separiert. Das war damals alles.

Jetzt wird klar: Die Krelquotten sind auf geradezu ungeheure Weise mit Psi-Kräften ausgestattet; irgendwie müssen sie damit auch EVOLO bei seinem Raubzug durch die Maschen gerutscht sein. Vermutlich waren auch sie es, die mit Psi-Trugbildern die Massenflucht von Cirgro ausgelöst haben. Sind die Bärenwesen eine „alte Macht im Hintergrund“ von Manam-Turu? Und was aber die Glückssteine damit zu tun? In jedem Fall forschen auch sie Atlan ausgerechnet nach Anima aus, die ja mit Vergalo und „ihrem“ Ritter schon eine wichtige Rolle in der Vergangenheit dieser Galaxis gespielt hat.

Das alles hat Patton ansprechend verpackt. Atlan gerät sogar auch mal körperlich in Gefahr; die Namensgebung „Verlago“ für einen Daila finde ich in dieser Handlungsphase allerdings sehr irreführend, es sei denn, da sollte wirklich eine Spur versteckt sein. Was ich aber nicht glaube. Auffällig ist, dass einiges aus dem Cirgro-Kosmos von Peter Terrid in Heft 728, wie der von Moxey zur Fortbewegung genutzte, einem bewohnbaren Riesengehirn ähnelnde Enzephalophant, nicht mehr erwähnt werden. Da hat es sich wohl um eine originelle Eigenkreation gehandelt.

Gespannt darf man sein, ob die Krelquotten bei Mrothyr die Manipulationen durch EVOLO feststellen können.
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Re: "EVOLO" (750 bis 799)

Beitrag von Lumpazie »

Im Jahr 1986 erschien der Band 758 der Atlan-Heftserie:

Der Ruf des Ritters

von H.G. Ewers

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Innenillustration:

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Handlung:

Handlung

Auf dem Planeten Barquass hält sich Anima in der gleichnamigen Stadt auf. Sie will unbedingt mit Guray in Kontakt treten, doch das Wesen hat sich anscheinend völlig zurückgezogen. Ein Schrei lässt sie zusammenfahren. Sie meint, einen Hilferuf Gurays aufgefangen zu haben, doch Anima irrt sich. Bald wird sie sich klar, dass es ihr Ritter gewesen sein muss, der sich in höchster Gefahr befindet.

Die Orbiterin macht sich auf den Weg zum Raumhafen, wo noch immer die STERNENSEGLER steht. Guray hat ihr zwei Anhaltspunkte übermittelt, an denen Atlan höchstwahrscheinlich zu finden sein wird. Es handelt sich um einen psionischen Knotenpunkt, an dessen Himmel eine dunkelrote Sonne steht.

Goman-Largo hat unterdessen eine Erkundungsmission in der Stadt unternommen. Dabei spürt er einen großen Raum auf, dessen Wände aus einen engmaschigen Gitter aus einem fünfdimensional schwingenden Mineral bestehen. In einer der Wände befinden sich etwa 300 neutralisierte Schwingungskerne, die aktiv werden, falls der Tigganoi die Wand berührt. Dadurch werden alle vierdimensionalen Objekte in fünfdimensionale Impulse umgewandelt und abgestrahlt werden. Eine genauere Untersuchung bringt zu Tage, dass es keine Gegenstation zur Rückverwandlung gibt. Die Impulse werden sich also im Hyperraum verlieren. Mit seinen Modulen stellt Goman-Largo fest, dass es einen kleinen Bereich in dem Saal gibt, der von den Schwingungskernen nicht beeinflusst wird. Dort feuert der Zeitspezialist seinen Quintadimwerfer ab. Die Schwingungskerne reagieren. Eine Wand löst sich auf und gibt einen Korridor frei, der in eine Schatzkammer führt. Ringe, Armbänder aus Gold, Silber, Platin und Tiron, Nukleonbarren und Edelsteine füllen den Raum.

In einer Ecke entdeckt er eine kreisförmige Plattform, die einen Lift in einen unter der Schatzkammer liegenden Raum darstellt. Hier findet der Tigganoi Regale mit Symbolfolien, die Aufzeichnungen über die Frühgeschichte der Galaxie enthalten. In luftdicht verschlossenen Metallplastikröhrchen werden Proben chemischer Verbindungen und biologische Substanzen aufbewahrt. Eine Schachtel aus Kunststoff erregt seine Aufmerksamkeit, da er sie mehrmals anstößt und zu Boden wirft. Aus der Schachtel fallen etwa 30 schillernde bunte Kristalle, die einen extremen Härtegrad aufweisen. Die Kristalle weisen einen ausgeprägten Temporal-Tropismus auf. Goman-Largo nimmt einen der Kristalle an sich und kehrt mit der Plattform in die Schatzkammer zurück. Er grübelt darüber nach, ob ein weiterer Zeitagent aus der Zeitschule von Rhuf sich auf Barquass aufgehalten hat, da diese Kristalle unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen in der Zeitschule aufbewahrt werden und daher nur von einem anderen Spezialisten der Zeit nach Manam-Turu gebracht werden können. Goman-Largo unterlässt es, Module auszuschicken, um die Umgebung zu überwachen. So gerät er in den Einflussbereich einer Falle.

Goman-Largo wird in eine Umgebung transportiert, dessen Himmel blutrot gefärbt ist. Die Landschaft um ihn herum ist grün und eben. Durch seine Module findet er schnell heraus, dass er sich auf einer künstlichen Welt aus Metallplastik aufhält. Riesige Hohlräume sind mit zahlreichen positronischen Elementen gespickt, die die künstliche Schwerkraft, die Zusammensetzung der Atmosphäre und die Temperatur steuern. Der Himmel der Kunstwelt ist der Übergang zwischen zwei Universen.

Mit seinem Flugaggregat bewegt sich der Tigganoi über die Oberfläche der Kunstwelt. Er entdeckt ein kreisrundes Schott, das sich bei Annäherung öffnet. Ein energetisches Transportfeld beschleunigt ihn und bringt ihn zu einer biologisch lebenden Kugel mit 70 Metern Durchmesser. Plötzlich verändern sich die positronischen Elemente des Kunstplaneten. Eine Kristallwelt entsteht. Am nun dunklen nächtlichen Himmel funkeln ferne Sterne. Wenige Meter von Goman-Largo steht ein etwa drei Meter großes Wesen, das dem Tigganoi erklärt, dass er sich auf Llokyr im Raumsektor Askyschon-Nurgh befindet.

Die Vigpanderin Neithadl-Off will sich auf die Suche nach Goman-Largo machen, der schon vor einiger Zeit die STERNENSEGLER verlassen hat. Außerhalb des Raumschiffes trifft sie auf Nussel. Das Einhorn freut sich, seine Freunde wiederzusehen. Als sich Anima dem Raumhafen nähert, galoppiert ihr Nussel entgegen und bringt sie auf seinem Rücken zur STERNENSEGLER. Anima fordert Neithadl-Off auf, mit der STERNENSEGLER zu starten und nach ihrem Ritter Atlan zu suchen. Doch sie muss sich gedulden, bis Goman-Largo zurückkehrt. Die Orbiterin vermutet, dass der Spezialist der Zeit sich in der Stadt der Unauffindbaren aufhält.

Während Nussel zurückbleiben muss, dringen Anima und Neithadl-Off über die Treppe in die Stadt der Unauffindbaren vor. Vor dem Tempel treffen sie auf Goman-Largo, der ihnen von Llokyr und Askyschon-Nurgh berichtet. Zum Erstaunen des Modulmannes erzählt Neithadl-Off, dass sie auch schon auf Llokyr gewesen und einem Fremden begegnet sei. Die Vigpanderin erklärt, dass beim nächsten Mal alles real sein würde, so wie es schon einmal war. Verblüfft stellt Goman-Largo fest, dass diese Worte jenen entsprechen, die auch er auf Llokyr vernommen hat.

Der Tigganoi übergibt den von Smaragden besetzten goldenen Armreif aus der Schatzkammer an die Vigpanderin. Nun, da alle versammelt sind, drängt Anima auf einen baldigen Start von Barquass.

Die STERNENSEGLER fliegt das Gumurrah-System an. Aus dieser Richtung hat Anima den Hilferuf ihres Ritters vernommen. POSIMOL landet das Schiff auf Katloch. In Raumanzügen betreten der Tigganoi, die Vigpanderin und die Orbiterin die Planetenoberfläche. Drei Stahlmänner begleiten sie. Neithadl-Off untersucht mit ihren unter einer Schutzhülle liegenden Sensorstäbchen den eigenartigen Boden, der sich wie ein Gel anfühlt. Anima kniet sich nieder. Ihre Hände sind von der klebrigen Masse bedeckt, die langsam an ihnen hochkriecht. Die Orbiterin ist geistig weggetreten. Auch Neithadl-Off verfällt in einen wahren Gedankenrausch. Sie wird von einem Glücksgefühl überwältigt und erschafft in ihrem Bewusstsein einen eigenen Kosmos. Die Warnung des Roboters Nei, dass sie vom Boden verschlungen wird, ignoriert sie.

POSIMOL ordnet eine Rettungsaktion an. Nei, Go und An bringen ihre Schützlinge gegen deren Willen in die Schleusenkammer der STERNENSEGLER, wo sie die Raumanzüge von dem fremdartigen Leben befreien. Während Goman-Largo und Neithadl-Off sich schnell von der geistigen Beeinflussung erholen, bleibt Anima bewusstlos. Als sie wieder zu sich kommt, empfängt Anima erneut Impulse von Atlan. Sie gibt POSIMOL Informationen über das nächste Ziel. Nachdem Goman-Largo und Neithadl-Off ihre Zustimmung erteilt haben, startet die STERNENSEGLER zum Raumsektor Ray-Canar.

Während des Fluges zieht sich Goman-Largo in seine Kabine zurück. Er schläft ein. Zwei Stahlmänner führen ihn direkt in die Burg Llokyr und bringen ihn zu König Askyschon-Nurgh, der in seiner schwarzen Rüstung auf einem Thron sitzt und dem Tigganoi befiehlt, zu ihm zu kommen. Befehlsverweigerung wird der König mit der Tötung anderer intelligenter Wesen bestrafen. Unvermittelt erwacht Goman-Largo. Anima ist bei ihm und berichtet, dass er sehr hohes Fieber hatte.

Neithadl-Off vermisst den Ring, den ihr Goman-Largo geschenkt hat. Der Zeitspezialist vermutet, dass sich noch immer Meisterdiebe an Bord der STERNENSEGLER aufhalten.

Das Schiff hat inzwischen den Raumsektor Ray-Canar erreicht. Der dort liegende Sternhaufen wird von Anima als Schwert des Rächers bezeichnet. Die Orbiterin empfängt den Ruf ihres Ritters wieder. Er kommt nicht direkt vom Schwert sondern wird von dem Planeten Relais nahe der Schwertspitze aufgenommen, verstärkt und reflektiert. Anima leidet unter starken Schmerzen, die ihr die Intensität des Rufes bereiten. Bei Annäherung an die Planetenoberfläche verebben die Schmerzen, allerdings kann die Orbiterin den Ruf nicht mehr empfangen. Auf der Welt Relais sind Roboter unermüdlich damit beschäftigt, riesige Stahlkonstruktionen ständig zu verändern. Nach der Rückkehr der STERNENSEGLER in den stationären  Wikipedia-logo.png Orbit, spürt Anima wieder den Ruf. Sie kann nun den Ort anpeilen, von dem aus ihr Ritter sie ruft. Die Orbiterin gibt POSIMOL den Kurs vor. Der Weg führt von der Schwertspitze senkrecht durch die gebogene Klinge abwärts, dann durch den untersten Stern des Schwertgriffes wieder hinaus. Dabei muss der Griffstern mit der Schwertspitze eine Gerade bilden. Auf einer Verlängerung dieser Geraden ist anscheinend das Ziel zu finden. Allerdings reicht diese Verlängerung etwa 70.000 Lichtjahre weit. Es ist fraglich, an welcher Stelle dieser Strecke das Ziel liegt.

Goman-Largo versucht von Anima einen Anhaltspunkt zu erhalten. Nussel stellt sich ihm in den Weg. Sein Horn berührt das Zunftsymbol auf der Brust des Spezialisten der Zeit. Nussel bricht zusammen. Anima, die psionisch ausgelaugt ist, kann dem Tier nicht helfen. Doch das Einhorn ist nicht verletzt. Im Gebiet des grün leuchtenden untersten Schwertsterns legt die STERNENSEGLER einen Orientierungsstopp ein. Plötzlich wird die Zentrale von einem intensiven grünen Leuchten erfüllt. Nussel reagiert mit einem Toben und wiehert ständig. POSIMOL ist nicht ansprechbar. Anima kauert vor dem Schiffsgehirn und reagiert nicht. Als das Leuchten erlischt, begibt sich Goman-Largo in die Kanzel des Solo-Piloten. Das Raumschiff ist zum Stern Schwertgriff versetzt worden. Neithadl-Off nimmt mit dem Tigganoi Kontakt auf. Sie berichtet, dass Askyschon-Nurgh nach ihr gerufen hat. Die Vigpanderin hat alles vorbereitet, damit sie und ihre Gefährten über die Brücke von Llokyr gehen können. Allerdings ist es dafür notwendig, dass Goman-Largo das Schiff per Hand steuert. Der Spezialist der Zeit folgt den Anweisungen der Vigpanderin.

Der obige Text und Bilder wurde per GNU-Lizenz der Perrypedia entnommen.
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Re: "EVOLO" (750 bis 799)

Beitrag von Grauer Lord »

Aufschlag für einen neuen Doppelroman von H.G. Ewers, der sich einmal mehr als phantasievoller Erzähler von SF-Märchen betätigt. Ich habe den Roman sehr gerne gelesen, auch das TiBi mit Nussel und seiner typischen Maske gefällt mir.

Gekonnt verknüpft Ewers zunächst die Erlebnisse von Anima, Neithadl-Off und Goman-Largo auf Barquass, wo sich Guray nach dem Endkampf zwischen dem Erleuchteten und EVOLO ganz in sich selbst zurückgezogen hat. Während Anima einen Hilferuf ihres neuen Ritters Atlan empfängt (der auf Cirgro ja gerade in Bedrängnis ist), entdeckt der Tigganoi in der „Stadt der Unauffindbaren“, die hier schon lange VOR Vergalo im Untergrund existierte, eine geheime Schatzkammer. Dort lagern Kristalle, wie sie nur ein Spezialist der Zeit aus der Zeitschule von Rhuf hinterlassen haben kann, was den Modulmann natürlich elektrisiert. Neben dem Zeitingenieur Tronh Tronomonh von Polterzeit ist das bereits der zweite Hinweis auf Institutionen und Personen der „Zeit-Dimension“ in Manam-Turu, Ewers Ideen-Spielwiese. Die Vigpanderin wiederum begegnet dem verschollen geglaubten Einhorn Nussel, das sich der bunten Truppe anschließt. Was mich störte, war der aufdringliche Hinweis, dass Nussel „bloß ein Tier“ sei, was ich schon damals nicht glauben mochte. Auch seine harsche Reaktion auf das versuchte Abnehmen der Maske ist sehr interessant ....

Gut gefiel mir dann die Entdeckung der geheimnisvollen Sternkonstellation „Schwert des Rächers“, die noch eine größere Rolle spielen wird und hier als „Relais“ für Atlans Hilferuf dient. SoW eben. Die Konstellation wurde künstlich im Sternhaufen Ray-Canar angeordnet, in dem es 17 von Atomschlägen verbrannte Welten gibt. Sollen sie durch das Schwert gerächt werden? Und von wem? Und was bedeuten die eingestreuten Begriffe „Askyschon-Nurgh“ und „Llokyr“?

In dem phantastischen Roman darf natürlich auch der Verweis auf die eingeschleppten Meisterdiebe an Bord der STERNENSEGLER nicht fehlen, die langsam zu einer Art Running-Gag werden. Zu guter Letzt gibt’s im Extrasinn auch noch vertiefende Hinweise zu den Krelquotten von Cirgo.
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Re: "EVOLO" (750 bis 799)

Beitrag von Yman »

Lumpazie hat geschrieben: 6. Februar 2021, 16:20 Im Jahr 1986 erschien der Band 757 der Atlan-Heftserie:

Die Herrschaft der Krelquotten

von Harvey Patton
Grauer Lord hat geschrieben: 6. Februar 2021, 18:33 Wieder stricken die Autoren an den Rätseln weiter, die den Planeten Cirgro umgeben. Und da gibt es ja einiges, was noch im Unklaren ist, denn hinter dem eigentlich so unscheinbaren Planeten scheint erheblich mehr zu stecken, als wir bisher wissen.
Das Gute an diesem Zyklus ist, dass nicht alles nach 1-2 Heften vergessen wird, sondern dass man immer wieder mal zu einem Ort zurückkehren kann, z.B. Cirgro. Ob das so beibehalten wird, werden wir sehen.
Grauer Lord hat geschrieben: 6. Februar 2021, 18:33Harvey Patton schildert uns stilistisch sauber und eindrücklich Atlans Trip durch eine verwüstete, von den Daila geräumte Stadt; er zeigt uns aber auch die eigentliche Macht auf dieser Welt: die bärenähnlichen Krelquotten. Die wurden uns im ersten Cirgro-Heft von Peter Terrid (Band 728) noch als reines Hintergrundelement geschildert. Verschroben, im Wald lebend, Naturvolk und durch diverse Überflugzonen von den Daila separiert.
Damals wurde das tatsächlich nur so nebenbei erwähnt, aber jetzt ergibt sich ein ganz anderes Bild. Die Krelquotten hatten anscheinend die Hoffnung, mit den parapsychisch begabten Daila auf einen grünen Zweig zu kommen, und die Glückssteine waren ursprünglich für sie selbst gedacht, um ihre eigenen Paragaben im Zaum zu halten.
Grauer Lord hat geschrieben: 6. Februar 2021, 18:33Jetzt wird klar: Die Krelquotten sind auf geradezu ungeheure Weise mit Psi-Kräften ausgestattet; irgendwie müssen sie damit auch EVOLO bei seinem Raubzug durch die Maschen gerutscht sein. Vermutlich waren auch sie es, die mit Psi-Trugbildern die Massenflucht von Cirgro ausgelöst haben. Sind die Bärenwesen eine „alte Macht im Hintergrund“ von Manam-Turu? Und was aber die Glückssteine damit zu tun? In jedem Fall forschen auch sie Atlan ausgerechnet nach Anima aus, die ja mit Vergalo und „ihrem“ Ritter schon eine wichtige Rolle in der Vergangenheit dieser Galaxis gespielt hat.
Der Extrasinn des nachfolgenden Heftes präsentiert sie jedenfalls schon mal als mögliche Gegenmacht zu EVOLO, mit der sich Atlan nur noch verbünden muss, aber das wäre wohl zu einfach. Ohne Anima wird es auch nicht gehen. Interessant ist, dass der PSI-Spürer nun zerstört wurde, als die STERNSCHNUPPE die Psi-Barriere durchbrach.
Grauer Lord hat geschrieben: 6. Februar 2021, 18:33Das alles hat Patton ansprechend verpackt. Auffällig ist, dass einiges aus dem Cirgro-Kosmos von Peter Terrid in Heft 728, wie der von Moxey zur Fortbewegung genutzte, einem bewohnbaren Riesengehirn ähnelnde Enzephalophant, nicht mehr erwähnt werden. Da hat es sich wohl um eine originelle Eigenkreation gehandelt.
Bei Terrid war der Planet irgendwie fantasievoller, aber mir hat der Roman von Patton sehr gut gefallen. Ich finde auch, dass Patton stilistisch sehr sauber gearbeitet hat und Atlans Forschungen auf dem Planeten sehr gut darstellt. Auch, wie er sich den Bärenwesen stellt, ist typisch Atlan, risikobereit, mal auch provozierend, aber auch vorausschauend und immer ein paar Trümpfe in der Hand behaltend.

Interessant fand ich noch, dass Atlan offenbar in der Lage ist, seinen Extrasinn zu unterdrücken, d.h. ihn am Sprechen zu hindern. Und dass er das Energiemagazin seines Strahlers mit ein paar lauen Bastelarbeiten als Batterie für seinen Elektrokarren benutzen konnte. Wenn man überlegt, welche Energie ein Strahler ausstrahlt, müsste er als Batterie für eine Elektrokarre Monate halten.
Grauer Lord hat geschrieben: 6. Februar 2021, 18:33Gespannt darf man sein, ob die Krelquotten bei Mrothyr die Manipulationen durch EVOLO feststellen können.
Das ist die entscheidende Frage. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass Mrothyr in den nächsten Heften sofort wieder normal oder neutralisiert wird, eher, dass er noch eine ganze Weile für EVOLO arbeiten wird.
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Re: "EVOLO" (750 bis 799)

Beitrag von Yman »

Lumpazie hat geschrieben: 14. Februar 2021, 09:22 Im Jahr 1986 erschien der Band 758 der Atlan-Heftserie:

Der Ruf des Ritters

von H.G. Ewers
Grauer Lord hat geschrieben: 14. Februar 2021, 11:13 Aufschlag für einen neuen Doppelroman von H.G. Ewers, der sich einmal mehr als phantasievoller Erzähler von SF-Märchen betätigt. Ich habe den Roman sehr gerne gelesen, auch das TiBi mit Nussel und seiner typischen Maske gefällt mir.
Die Rückkehr Nussels habe ich auch gerne gelesen, aber sonst fand ich den Roman eher langweilig und nichtssagend. Ewers als phantasievoller Erzähler von SF-Märchen überfordert mich gelegentlich. Mir fehlt da manchmal die Bereitschaft, seinen Abschweifungen zu folgen.
Grauer Lord hat geschrieben: 14. Februar 2021, 11:13Während Anima einen Hilferuf ihres neuen Ritters Atlan empfängt (der auf Cirgro ja gerade in Bedrängnis ist), entdeckt der Tigganoi in der „Stadt der Unauffindbaren“, die hier schon lange VOR Vergalo im Untergrund existierte, eine geheime Schatzkammer. Dort lagern Kristalle, wie sie nur ein Spezialist der Zeit aus der Zeitschule von Rhuf hinterlassen haben kann, was den Modulmann natürlich elektrisiert. Neben dem Zeitingenieur Tronh Tronomonh von Polterzeit ist das bereits der zweite Hinweis auf Institutionen und Personen der „Zeit-Dimension“ in Manam-Turu, Ewers Ideen-Spielwiese.
Ewers Ideen-Spielwiese liegt mir mal mehr, mal weniger, im Moment eher weniger. Er arbeitet zwar sehr schön an seiner eigenen Serie, aber durch seine ständigen Abschweifungen und das scheinbar ziellose Treiben kommt bei mir nur wenig Spannung auf. Ich frage mich ständig, was das alles soll und wo es hinführen soll.
Grauer Lord hat geschrieben: 14. Februar 2021, 11:13 Gut gefiel mir dann die Entdeckung der geheimnisvollen Sternkonstellation „Schwert des Rächers“, die noch eine größere Rolle spielen wird und hier als „Relais“ für Atlans Hilferuf dient. SoW eben. Die Konstellation wurde künstlich im Sternhaufen Ray-Canar angeordnet, in dem es 17 von Atomschlägen verbrannte Welten gibt. Sollen sie durch das Schwert gerächt werden? Und von wem? Und was bedeuten die eingestreuten Begriffe „Askyschon-Nurgh“ und „Llokyr“?
Da könnte ich noch mehr Fragezeichen dahinter machen. Ich finde es sehr anstrengend, mir all diese Dinge zu merken und daraufhin zu analysieren, ob sie wichtig sind. Zugegeben, das könnte alles sehr interessant werden, aber vermutlich muss man wieder warten, bis Ewers selbst wieder an der Reihe ist, und
ich zweifele daran, dass er daraus eine spannende Geschichte machen wird, statt einfach nur wieder seine Phantasie spielen zu lassen.

Mal sehen, was der nächste Band bringt, und dann ist zum Glück wieder ein anderer Autor dran.
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Re: "EVOLO" (750 bis 799)

Beitrag von Yman »

Ich habe nun auch schon mal den nächsten Band, d.h. den zweiten Teil von Ewers gelesen, und sehe nun alles viel weniger kritisch. Ja, Ewers ist ein sehr phantasievoller Erzähler von SF-Märchen, und ich weiß dies nun wieder etwas mehr zu schätzen als vor einigen Tagen, wo ich mich fragte, wo er eigentlich hinwill mit seiner Geschichte. Ich denke, diese Geschichte mit den Zeitchirurgen usw. wird noch sehr interessant. Mehr zu diesem Band schreibe ich dann aber erst, nachdem Lumpazie den Titel am Wochenende eingestellt hat.
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Re: "EVOLO" (750 bis 799)

Beitrag von Grauer Lord »

H.G. Ewers polarisiert eben. Ich habe die Romane um den Modulmann und das „Trampolin“ damals heftigst abgelehnt, brachten sie doch Zwischentöne in den heroischen Kampf unseres Arkoniden gegen das Böse im All, die mir 1986 als Jugendlicher so nicht schmeckten. Aus der Distanz von 35 Jahren heraus gefällt es mir einfach, dass Ewers im Schnitt alle acht bis zehn Hefte ein bisschen Humor in die Serie brachte, nicht alles so bierernst zu nehmen schien. Dazu die unerfüllte Liebe zwischen zwei Wesen, die körperlich nicht unterschiedlicher sein könnten, aber geistig auf einer Wellenlänge liegen usw.

Bei Perry Rhodan war Ewers am Ende ja auch nicht unumstritten. In den Glanzzeiten der Serie und in vielen Panetenromanen bereicherte er die Serie um viele phantastischer Charaktere und Schauplätze, von denen mir heute oft nicht mehr ganz klar ist, ob sie Eigenerfindung pur oder (erweiterte) Exposevorgabe waren, wie Omar Hawk und die Oxtorner, Baar Lun, Tengri Lethos, Patulli Lokoshan und Erbgott Lullog, Dalaimoc Rorvic und Tatcher a Hainu, natürlich auch die kosmischen Meisterdiebe, die MVs und ihr Tba etc. Das war oft eine Bereicherung für die Serie, kosmische Farbtupfer, über die man sich natürlich auch aufregen konnte, weil sie quasi eine Serie in der Serie bildeten. Schade, dass Ewers am Ende seines Wirkens für PR nur noch eher schwache Eigenkreationen (zB. Giffi Marauder) zustande brachte, die sich in der Handlung nicht wirklich halten konnten.

Aber ich gebe dir Recht @Yman: Mit den Ideen um Zeitchirurgen hat Ewers bei Atlan nochmal richtig zugelangt, interessant wird’s auf jeden Fall.
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Re: "EVOLO" (750 bis 799)

Beitrag von Lumpazie »

Im Jahr 1986 erschien der Band 759 der Atlan-Heftserie:

Seuchenherd Cirgro

von H.G. Ewers

Bild

Innenillustration:

Bild


Handlung:

Handlung

Die STERNENSEGLER ist im Linearraum unterwegs. Goman-Largo, der das Schiff aus dem Cockpit für den Solo-Piloten steuert, ist bereit, die von Neithadl-Off verlangte Passage über die »Brücke von Llokyr« zu benutzen. Nachdem Blitze über die Bildschirme gezuckt und Funken über die Sensorpunkte getanzt sind, übernimmt POSIMOL die Kontrolle. Der Kurswechsel im Linearraum hat nur einen Energieschock ausgelöst, der zu keinen Schäden geführt hat. Eine »Brücke von Llokyr« kennt POSIMOL nicht.

Die STERNENSEGLER hat eine Entfernung von 28.561 Lichtjahren zurückgelegt. Der Schrei ihres Ritters in ihrem Bewusstsein schaltet Animas Denken aus. Bevor sie zusammensackt, kann sie noch auf einen gelbroten Stern auf den Bildschirmen zeigen.

Neithadl-Off stellt fest, dass in der Distanz zum Schwert des Rächers die Zahl 13 verborgen ist, also der Längsdurchmesser des Sternhaufens. Ebenso ergibt dieser Längsdurchmesser viermal mit sich selbst multipliziert, die auf der »Brücke von Llokyr« zurückgelegte Entfernung.

POSIMOL kann den von Anima gezeigten Stern identifizieren. Es handelt sich um die Sonne Muruth. Der vierte Planet trägt den Eigennamen Cirgro.

Die Positronik kündigt plötzlich an, dass das Licht erlöschen wird. In der Dunkelheit hört Neithadl-Off ein Lachen, das allerdings von einem Unbekannten stammen muss. Es kommt zu Kollisionen unter den Gefährten. Als das Licht wieder angeht, ist Nussel verschwunden und Goman-Largo und Anima lösen sich voneinander. Die Orbiterin ist von der Vigpanderin weggeschleudert worden und auf den Tigganoi gestürzt. Seltsamerweise ist sich POSIMOL nicht bewusst, dass die Positronik den Beginn und das Ende der Dunkelheit angekündigt hat. Nussels Aufenthaltsort wird ermittelt. Das Einhorn steckt mit seinem Horn in einer hölzernen Ersatzteilkiste fest, die sich im Ringkorridor zwischen Linearraumkonverter und Energieplasmatanks befindet. Das Horn hat zudem ein hominides Lebewesen festgenagelt. Es handelt sich um den Saltic Navak. Nussels Horn hat seinen Körper unterhalb der Rippen durchbohrt. Anima stellt fest, dass es sich um eine relativ harmlose Fleischwunde handelt. Navak wird aus seiner misslichen Lage befreit.

Nachdem seine Wunde versorgt ist, bemerkt Goman-Largo, dass an Bord der STERNENSEGLER Totenstille herrscht. Auch das leise Geräusch der Schiffsaggregate ist verstummt. Die Gefährten erfahren einige Einzelheiten über das Volk der Saltics, denen Gucky kein Unbekannter ist.

Die Schiffszelle ist plötzlich starken Erschütterungen ausgesetzt. So plötzlich wie diese aufgetreten sind, enden sie wieder. Goman-Largo, der sich wieder im Solo-Cockpit aufhält, erhält die Kontrolle über die STERNENSEGLER zurück. Es droht eine Kollision mit einem der zahlreichen Schiffswracks an der Peripherie des Muruth-Systems. Der Spezialist der Zeit fliegt einen Ausweichkurs und steuert Cirgro an. Doch ein von dem Planeten ausgehender Einfluss zwingt Goman-Largo auf Gegenkurs zu gehen, was Anima nicht akzeptieren will. Sie bringt POSIMOL dazu, die Roboter auf sich einzustellen und den Modulmann aus dem Cockpit zu holen. Die STERNENSEGLER wendet und fliegt wieder Cirgro an. Durch ein kurzes Linearmanöver wird die Entfernung drastisch verringert.

Ein keilförmiges Raumschiff kreuzt ihren Weg. Durch Umgehung POSIMOLS gelingt es Goman-Largo, Neithadl-Off, Navak und Sutok, die Kontrolle über die Ortungssysteme und die Triebwerke zu erlangen. Sie schaffen es, die STERNENSEGLER sanft an das vermeintliche Wrack anzudocken und setzen in Raumanzügen über. Zu ihrem Erstaunen findet sich jeder der Vier in einer eigenen Umgebung wieder. Neithadl-Off und Goman-Largo erkennen unabhängig voneinander, dass das Schiff mit Zeitschleusen ausgerüstet sein muss, durch die man auf andere Zeitebenen gelangt.

Diejenigen in dem seltsamen Raumschiff, die die Zeitschleusen steuern, verfolgen das Ziel, die vier Eindringlinge von der STERNENSEGLER fernzuhalten, um das Schiff selbst übernehmen zu können. Goman-Largo gelingt es mit seinen Modulen die Manipulation der Zeitschleusen zu beenden, die Prä-Paradoxe zu neutralisieren und das Gleichgewicht der Kräfte im Universum wiederherzustellen. Dadurch können die Gefährten das fremde Temporalschleusenschiff verlassen und auf die STERNENSEGLER zurückkehren. Die Zeitphänomene fressen das fremde Schiff gewissermaßen auf.

Goman-Largo, Neithadl-Off und die beiden Saltics sind nun bereit, Anima nach Cirgro zu folgen. Der völlig entkräftete Modulmann wird von der Vigpanderin mit ein paar Tropfen Alkohol, den sie in seinem Gesicht verteilt, behandelt. Den Rest der beiden Flaschen konsumiert sie selbst.

Der Modulmann übernimmt wieder die Steuerung des Schiffes. Einige Lichtsekunden vor Cirgro wird Goman-Largo die Kontrolle entzogen und die STERNENSEGLER nahe der Siedlung Daimarat gelandet. Krelquotten erwarten das Schiff.

Nachdär und Sufrya begrüßen die Ankömmlinge. Währenddessen schleppen die beiden Meisterdiebe Beutestücke von den Krelquotten unbemerkt in die STERNENSEGLER.

Vor etwa 2000 Krelquotten fordert Anima, sie zu Atlan zu bringen. Dogkhan wird von den Bärenartigen ausgewählt, Anima zu Atlan zu führen. Der Tigganoi, die Vigpanderin und das Einhorn werden von den Krelquotten abgedrängt und daran gehindert, der Orbiterin zu folgen.

Anima wird zu halbschalenförmigen Gleitern gebracht, die sofort nach dem Einsteigen losfliegen. Die Fahrzeuge werden von den psionischen Kräften der Krelquotten angetrieben. Die Fahrt führt die Orbiterin durch einen Tunnel weit in die Tiefen des Planeten Cirgro. Vor zahlreichen kleinen Kammern mit vergitterten Öffnungen hält der Konvoi an. In den Kammern halten sich Krelquotten und Daila auf, deren Körper grauenhaft verformt sind. Eine Seuche, die nach dem Abzug von EVOLO ausgebrochen ist, ist für die Verformungen verantwortlich. Die Seuche ist auch der Grund dafür, dass die Krelquotten alle Fremden von ihrem Planeten vertrieben haben und jene, die auf Cirgro landen wollen notfalls gewaltsam fernhalten, um eine Ausbreitung auf andere Welten zu verhindern.

In einer der Kammern findet Anima Atlan in einem rechteckigen Behälter. Der Arkonide schläft, wie Chipol und Mrothyr auch. Atlan hat den Krelquotten berichtet, dass Anima über die Fähigkeit verfügt, Krankheiten zu heilen. Das hat die Bärenartigen veranlasst, die Orbiterin zu sich zu holen. Atlan und seine beiden Begleiter sind in Tiefschlaf versetzt worden, in dem sie von bedrohlichen Situationen träumen und im Traum um Hilfe rufen. Anima fordert Nachdär auf, Atlan zu wecken. Doch dieser knüpft daran die Bedingung, die Kranken zuerst zu heilen.

Neithadl-Off startet mit ihrem Gravojet-Aggregat und steigt immer höher. Mit Schrecken muss sie erkennen, dass sie keine Macht über die Kontrollen hat. Kurz bevor sie die Atmosphäre Cirgros verlässt, schließt sie mit ihrem Leben ab und desaktiviert ihre Sensorstäbchen. Nach einiger Zeit aktiviert sie diese wieder und stellt fest, dass sie in geringer Höhe über eine Hügellandschaft gleitet. Auch jetzt kann sie das Gravojet-Aggregat nicht kontrollieren. Sie beginnt erneut zu steigen und fliegt dann über eine verlassene Kulturlandschaft hinweg. Auf dem Raumhafen einer Stadt stehen Schiffe. Unter diesen fällt ihr ein Diskusschiff auf. Sie zieht ihre Schutzhülle aus und beginnt Richtung Planetenboden zu segeln. Bevor Neithadl-Off auf dem Boden aufschlägt, wird ihr Landeanflug abgefangen. Eine Gruppe Krelquotten bildet einen Kreis und erwartet die Vigpanderin, die sanft aufsetzt.

Inzwischen ist Goman-Largo über vier seiner Module, die er an Animas Gleiter geheftet hat, über die Geschehnisse in den Tiefen des Planeten informiert. Sutok berichtet dem Tigganoi, dass Neithadl-Off in einer benachbarten Stadt vom Himmel gefallen ist, jedoch von den Krelquotten mit deren psionischen Kräften aufgefangen wurde. Goman-Largo und Nussel gehen an Bord der STERNENSEGLER und landen auf einem Platz, auf dem auch ein diskusförmiges Raumschiff steht. Anima meldet sich über Funk und verkündet, dass Atlan frei ist. Als Gegenleistung hat sie die Kranken geheilt. Noch immer schlafend, wollen ihn die Krelquotten an Bord der STERNSCHNUPPE bringen. Das Diskusschiff soll danach in den Weltraum befördert werden. Neithadl-Off kommt an Bord der STERNENSEGLER. Sie hat ihren Schutzanzug wieder angelegt. Navak und Sutok bitten Goman-Largo, ihre Anwesenheit an Bord dem Arkoniden vorerst vorzuenthalten. Anima stürmt in die Zentrale und verlangt, dass die STERNENSEGLER die STERNSCHNUPPE verfolgt. POSIMOL bestätigt den Befehl.

Der obige Text und Bilder wurde per GNU-Lizenz der Perrypedia entnommen.
[/quote]
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Um am Firmament und hat kein’ Paß;
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Re: "EVOLO" (750 bis 799)

Beitrag von Grauer Lord »

Da habe ich gerade erst eine Lanze für Ewers gebrochen, tue mich mit seinem „Seuchenherd Cirgro“ dann aber doch sehr schwer. Bis Seite 48 kann man eigentlich alles überschlagen; es werden lediglich die Probleme der STERNENSEGLER-Crew geschildert, bis zu ihrem Ziel Cirgro vorzustoßen. Ein im Orbit treibendes, mit Zeitschleusen ausgerüstetes Wrack, wird von Unbekannten genutzt, den Vorstoß des Zeitteams, Animas & Co. zu den Krelquotten zu sabotieren. Ohne Erfolg, aber mit vielen temporalen Kapriolen.

Dazu gibt es ganz nette Überlegungen zu den Saltics als Volk von Kriminellen; interessanterweise bezeichnen sie, die ja schon länger in Manam-Turu unterwegs sind, die Lingua franca dieser Galaxis als „krelquanisch“, was auf eine galaxisweite Bedeutung der Krelquotten in der Vergangenheit hindeutet. Und zu den letzten Seiten des Heftes führt, in denen klar wird, dass die Krelquotten die Glückssteine von Cirgro dazu genutzt haben, ihre immensen Psi-Gaben regelrecht herunterzupegeln. Jetzt, wo die meisten Steine durch EVOLO ausgebrannt sind, erwacht auf Cirgro wohl ein Erbe dieses geheimnisvollen Volkes, das sie gerne vergessen hätten und für das sie sich bizarrerweise zu schämen scheinen. Auch warum Anima so dringend nach Cirgro kommen musste, wird geklärt. Die Methode, Atlan „leichte physische Schmerzen“ erleiden zu lassen, damit er auch schön um Hilfe ruft, lassen die Bärenwesen moralisch eher zweifelhaft erscheinen. Ein richtiges Zusammentreffen mit Atlan gibt’s aber erst nächste Woche, die Dosis an antiquitiert-zotigen Witzeleien aus den 70ern war mir diesmal echt zu viel.

Alles in allem setzt die Handlung mehr auf Rätsel und Geheimnisse als auf Action. Neben der Story um Vergalo und Guray scheint es in der Vergangenheit von Manam-Turu noch den ein oder anderen Schlüssel für die Handlung zu geben.
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Re: "EVOLO" (750 bis 799)

Beitrag von Lumpazie »

Im Jahr 1986 erschien der Band 760 der Atlan-Heftserie:

EVOLOS Ungeheuer

von Arndt Ellmer

Bild

Innenillustration:

Bild


Handlung:

Handlung
Während sich die STERNSCHNUPPE vom Planeten Cirgro entfernt, kämpft Mrothyr gegen die Beeinflussung durch EVOLO. Er ist jedoch nicht imstande, sich gegen seinen Auftrag zu wehren, Atlan und Anima zu töten.

Die STERNSCHNUPPE informiert Atlan über die Anwesenheit Animas, die von den Krelquotten gezwungen wurde, eine rätselhafte Seuche zu beseitigen. Die Orbiterin und ihre beiden Begleiter, Goman-Largo und Neithadl-Off, folgen mit der STERNENSEGLER der STERNSCHNUPPE. Die STERNENSEGLER meldet sich über Funk. Atlan erkennt Anima noch immer als seine Orbiterin an. Von Goman-Largo und Neithadl-Off hat er von Traykon erfahren.

Ein fremdes, kleines Raumschiff wird geortet, das zunächst die Raumschiffstrümmer um Cirgro anfliegt. Als die ENTE die Anwesenheit der STERNENSEGLER und der STERNSCHNUPPE feststellt, zieht sie sich mit Höchstgeschwindigkeit zurück. Die Verfolgung wird aufgenommen. Da eine Kontaktaufnahme mit den fremden Raumfahrern scheitert, lässt Atlan die beiden Raumschiffe abdrehen.

Doch die ENTE kehrt bald wieder zurück, fliegt Cirgro an, ändert aber den Kurs und landet auf dem Nachbarplaneten. Die STERNSCHNUPPE und die STERNENSEGLER wollen es ihm gleich tun, geraten aber ins Trudeln. Nur mit Mühe gelingt es den beiden Schiffen den Sturz abzufangen und Kurs auf den Raum zwischen den beiden nächsten Planeten zu nehmen. Da der Antigravantrieb der STERNSCHNUPPE ausgefallen ist, wird das Schiff von der STERNENSEGLER in Schlepp genommen. Mit viel zu hoher Geschwindigkeit tauchen sie in die Atmosphäre Orgros, der Nachbarwelt Cirgros, ein. Ein mehr als 10.000 Meter hohes Gebirge liegt auf dem Kurs der beiden Schiffe. Die gemeinsame Schubkraft der Triebwerke ermöglicht es, zwischen den Gipfeln hindurchzufliegen. In nur 20 Metern Höhe wird ein Pass überflogen. Eine Ebene, auf der auch die ENTE steht, dient als Landeplatz. Plötzlich ist das fremde Raumschiff verschwunden. Sonden werden ausgeschleust, um die ENTE zu finden. Gleichzeitig werden umfangreiche Reparaturen in Angriff genommen.

Die Triebwerksprobleme und die Schäden der beiden Schiffe erweisen sich als Täuschungsmanöver, das Atlan und Goman-Largo durchgeführt hat, um die Fremden zu einer Reaktion zu zwingen. Tatsächlich sind die beiden Raumschiffe unversehrt. Um den Schein zu wahren, beginnen die STERNSCHNUPPE und die STERNENSEGLER Funksprüche auszusenden und um Hilfe zu bitten.

Atlan und Chipol verlassen die STERNSCHNUPPE um den Landeplatz der ENTE näher in Augenschein zu nehmen. Mitten in der trostlosen von Staub bedeckten Ebene finden sie zwei Felsen, die sich im Wind bewegen und gegeneinander schlagen. Ein an eine Glocke erinnernder Ton ist zu hören. Die beiden Wanderer entdecken ein großes Loch, durch das sie in den Untergrund des Planeten gelangen. Die gesamte Ebene ist unterhöhlt. Die Decke wird von Steinsäulen getragen. Bevor die beiden Kameraden umkehren, werden sie von einem riesigen Spinnenwesen gefangen und in einen Kokon eingesponnen.

Die ENTE ist bei der Landung durch die Oberfläche der Ebene gebrochen und in der gigantischen Höhle zum Stillstand gekommen. Soray, der Obmann der YOI 1, wie die ENTE eigentlich genannt wird, schickt Erkundungstrupps aus. Hauptmann Derlag soll sich unbemerkt entweder der STERNSCHNUPPE oder der STERNENSEGLER nähern und versuchen, Informationen über Cirgro zu sammeln. Doch Soray ändert bald den Befehl ab. Derlag soll sich mit seinen Männern den Fremden zeigen und einen Kontakt herstellen. Der Obmann hofft, dass die beiden fremden Raumschiffe zu beschädigt sind, um der YOI 1 nach Cirgro zu folgen. Er ist aber gewillt, seine Hilfe anzubieten.

Goman-Largo, Neithadl-Off und Anima bemerken acht Gestalten, die sich der STERNENSEGLER nähern. Der Modulmann versetzt das Raumschiff in Alarmbereitschaft. Goman-Largo und Neithadl-Off verlassen die STERNENSEGLER, um die fremden Raumfahrer zu begrüßen. Die Vigpanderin erklärt, dass sie sich auf einer Hochzeitsreise befinden. Der Bräutigam ist Goman-Largo, der Anima geheiratet hat. Die Gefährten aus der STERNSCHNUPPE stellen die Trauzeugen dar. Grablyn, der Anführer des Erkundungstrupps, kann mit diesen Informationen nicht allzu viel anfangen.

In der Zwischenzeit sind Atlan und Chipol von einem weiteren Trupp der Tessaler aus ihrer misslichen Lage befreit worden. Der Kokon ist mit Strahlwaffen zerstört worden. Die beiden Freunde werden zur ENTE gebracht. Im Raum des Obmannes Soray treffen sie auf Goman-Largo und Neithadl-Off. Beim Anblick des Daila wird Soray unruhig. Die Frage Atlans, ob er schon einmal einen Daila zu Gesicht bekommen hat, verneint der Tessaler jedoch. Neithadl-Off schnappt mit ihren leichten telepathischen Kräften Gedanken Sorays auf, der sich damit beschäftigt, dass Lurquin nicht die volle Wahrheit gesagt hat. Damit konfrontiert, ist der Tessaler bereit, mehr über seinen Auftrag preis zu geben. Soray ist nach Cirgro gekommen, um Glückssteine zu finden.

Bald darauf machen sich Atlan und seine Gefährten bereit, nach Aklard zurückzufliegen. Die Position der Heimatwelt der Daila halten sie geheim. Zurück auf der STERNENSEGLER erfährt Atlan, dass Mrothyr schon vor einiger Zeit aufgebrochen ist, um sie zu suchen. Der Arkonide trifft nach langer Zeit endlich wieder mit seiner Orbiterin zusammen. Das Wiedersehen verläuft voller Emotionen.

Der Zyrpher, ein willfähriges Werkzeug EVOLOS, findet auf der Ebene einen Kreis aus kleinen Kuppen, die aus dem Sand ragen. Mit seinen unter dem Einfluss EVOLOS angewachsenen Körperkräften schaufelt er die Felsnadeln frei. Eine der etwa vier Meter hohen Nadeln reißt er aus dem Boden. Daraufhin beginnen sich die übrigen Felssäulen zu bewegen. Als sie sich berühren, entsteht ein glockenähnlicher Ton. Eine Riesenspinne kriecht aus dem entstandenen Loch. Mrothyr stellt sich zum Kampf. Er reißt dem Tier die Fühler ab, wirbelt es meterweit durch die Luft und tötet es mit einem Handkantenschlag. Mrothyr klettert durch das Loch in die darunter liegende Höhle, wo er Eier der Spinnen vorfindet. Er trifft auf eine weitere Spinne, die er am Leben lässt. Sie soll ein wichtiger Bestandteil seines Planes werden, Atlan zu töten.

Der Zyrpher, der nach dem absoluten Befehl handelt, sendet einen verstümmelten Notruf ab. Atlan versucht zu seinem Freund zu gelangen, der ihm einige Hinweise auf den Steinkreis gibt. Ein heftiger Sandsturm hält den Arkoniden auf. Schließlich findet er doch das Loch im Boden, in dem Mrothyr steckt. Eine riesige Spinne zieht den Zyrpher mit ihren Tentakeln in die Tiefe. Atlan folgt ihm in die Höhle. Dort greift ihn Mrothyr an, entreißt ihm den Antigravgürtel und schlägt auf den Arkoniden ein. Atlan stürzt auf den Rücken der Spinne. Mrothyr lässt sich auf den Kopf des Tieres fallen und führt zwei gewaltige Hiebe mit den beiden Armen aus. Die Spinne bricht auseinander. Atlan ist klar, dass er einen Teil EVOLOS vor sich hat, was Mrothyr auch bestätigt. Ein Schlag trifft Atlan seitlich am Hals und raubt ihm das Bewusstsein.

Der Zyrpher macht sich auf den Weg zur STERNSCHNUPPE. Über Funk meldet er Atlans Verletzung, die er im Kampf mit einer Riesenspinne davongetragen haben soll. Er verlangt, dass Anima sofort mit ihm kommen soll, um den Arkoniden heilen zu können. Goman-Largo fordert Mrothyr auf, zunächst einmal an Bord zu kommen. Dort wird er von einem Fesselfeld eingefangen. Atlan hat dank seines Zellaktivators das Bewusstsein schneller wiedererlangt als Mrothyr gedacht hat und über Funk seine Freunde informiert. Der Zyrpher setzt psionische Fragmente EVOLOS frei und schickt sie durch das Fesselfeld zu Goman-Largo. Doch die Module des Spezialisten der Zeit verhindern, dass die Fragmente in seinen Körper eindringen. Durch einen parapsychischen Rückkopplungseffekt zwischen den Psifragmenten und denen des Körpers, der sich aus einer amorphen Masse herausgebildet hat, spürt Mrothyr die Vernichtung der Fragmente.

Die STERNSCHNUPPE holt Atlan mit einem Traktorstrahl aus der Höhle an Bord. Anima ist erst fähig, die Verletzungen Atlans zu heilen, als ihr Ritter sie darum bittet. An der Schulter blutet Atlan aus einer breiten Wunde. Die linke Hüfte ist auch in Mitleidenschaft gezogen und am rechten Oberschenkel ist eine tiefe Verletzung zu erkennen. Anima kann ihren Ritter völlig wiederherstellen. Nun widmet sie sich dem Ungeheuer EVOLOS. Die Orbiterin greift mit ihren Sinnen nach Mrothyr. Dieser gibt den Befehl zur Selbstvernichtung. Ein psionischer Schock wirft Anima kurzfristig zurück. Die Vardi beginnt augenblicklich die Psi-Komponente im Körper des Zyrphers umzubauen. Sie bricht zusammen und erlischt. Kleine Kügelchen verlassen Mrothyr. Es handelt sich um die psionischen Teile EVOLOS, die den wertlos gewordenen Körper verlassen, der über keine Psi-Komponente mehr verfügt. Anima wandelt nun all diese Kügelchen um, die ihre psionische Kraft verlieren und als kleine, helle Murmeln zu Boden stürzen. Ein Reinigungsroboter saugt sie auf und zermahlt sie zu Staub. Der Staub wird von der STERNSCHNUPPE an Bord zurückbehalten, um ihn eingehend zu untersuchen. Mrothyr selbst ist ohnmächtig geworden.

In der Zwischenzeit hat Soray die letzten Erkundungstrupps zurückgerufen und die YOI 1 startbereit gemacht. Das Schiff fliegt zu den um Cirgro kreisenden Raumschiffwracks. Dort hoffen die Tessaler, Glückssteine zu finden. Doch nach einigen Stunden intensiver Suche müssen sie aufgeben. Als letzte Hoffnung bleibt Soray nur mehr Goman-Largo, der über einige Kenntnisse über diese Kristalle zu verfügen scheint.

Auch die STERNSCHNUPPE und die STERNENSEGLER verlassen Orgro. Atlan nimmt Verbindung mit Soray auf, um sich zu verabschieden. Goman-Largo will die Tessaler zu ihrer Heimatwelt begleiten. Atlan lässt ihn ziehen. Er schickt auch Anima an Bord der STERNENSEGLER. Die Koordinaten Aklards werden in POSIMOL gespeichert. Die STERNENSEGLER und die YOI 1 verlassen den Normalraum.

Ein sichtlich geknickter Mrothyr bittet Atlan, ihn nach Zyrph zu bringen. Der ehemalige Rebell will sich aus der Nähe Atlans zurückziehen, da er sich als Risikofaktor sieht. Der Arkonide bittet ihn jedoch, bei ihm zu bleiben und ihn weiter zu unterstützen. Die STERNSCHNUPPE nimmt Kurs auf Aklard.

Der obige Text und Bilder wurde per GNU-Lizenz der Perrypedia entnommen.
Es is kein’ Ordnung mehr jetzt in die Stern’,
D’ Kometen müßten sonst verboten wer’n;
Ein Komet reist ohne Unterlaß
Um am Firmament und hat kein’ Paß;
Und jetzt richt’ a so a Vagabund
Und die Welt bei Butz und Stingel z’grund
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Re: "EVOLO" (750 bis 799)

Beitrag von Lumpazie »

:rolleyes: Bei dieser Innenillu muss ich als alter Star Wars Fan sehr schmunzeln - von wegen Taleda und Kiart :nein:

Bild


Spoiler:
...wohl eher Leia und Luke :D Bild
:D Ja sag amoal ....... Robert, alter Plagiator :fg: :devil:

Dennoch, schönes Portrait :st:
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Re: "EVOLO" (750 bis 799)

Beitrag von Grauer Lord »

Jaja, es hat also nicht nur der Jonny Bruck bei vielen TiBis abgekupfert, Robert Straumann hat sich eine kräftige Anleihe bei „Star Wars“ genommen. Seine Illus in dieser Epoche fand ich fast immer großartig. Ich glaube auch, dass dies die einzige oder eine der ganz wenigen „Anleihen“ woanders war. Und der „Sternenkrieg“ war damals eben das Non plus Ultra.

EVOLOS Ungeheuer“ ist ein spannender Roman aus der Feder von Arndt Ellmer und hat viele verschiedene Themen. Das eindrücklichste ist die Innenschau des auf sein Bewusstsein zurückgeworfenen Mrothyr, der hilflos miterleben muss, wie in seinem missbrauchter Körper die Bombe zur Tötung Atlans und Animas tickt. Auch Hinweise darauf, was EVOLO so alles seit der Integration des Erleuchten über Anima & Co. weiß, las sich sehr gut. Anima als der Grund für alles, was bei Vergalo und dem Erleuchteten schiefgegangen ist. Eine echte Gefahr für das Psi-Wesen also.

Ich fand es auch sehr wohltuend, Goman-Largo, Neithadl-Off und Anima mal wieder von einem anderen Autor als H.G. Ewers geschildert zu bekommen. Ellmer gelingt es gut, die oft etwas verwirrenden Fäden der letzten Zeit sinnvoll zusammen zu binden; etwa mit seiner Zusammenfassung zu den Krelquotten, die in der Vergangenheit ein schreckliches Unglück ausgelöst haben, dem ganze Planeten zum Opfer gefallen sein sollen und sich mit den Glückssteinen selber auf Cirgro isoliert und psionisch runtergefahren haben. Auch die Schwärmerei Animas für ihren „Ritter“ Atlan kommt etwas erträglicher rüber. Dazu schließt sie Wissenslücken des Arkoniden bezüglich Guray und Barquass.

Die Auflösung des Romans gefiel mir ganz gut, Anima konnte ihre Fähigkeit bei der Befreiung Mrothyrs mal voll ausspielen. Wobei: Ob der Zyrpher, der von EVOLO ja komplett aufgelöst und neu aufgebaut worden ist, je wieder der alte wird? Die Spinnen in der Tiefe waren ganz nett; interessant ist die Story um die Tessaler, die seit langer Zeit einen Glücksstein (?) in einem Tempel verehren. Wie das Reich der Tessaler früher mal hieß, weiss kaum noch jemand - weitere Geheimnisse aus der tiefen Vergangenheit von Manam-Turu warten auf Enthüllung.

Dass Anima allerdings so schnell dabei ist, die Expedition der STERNENSEGLER nach Tessal zu begleiten, ist nach dem freudigen Wiedersehen mit Atlan unglaubwürdig. Aber sonst hätten sich die Handlungsebenen wohl nicht sauber für die Fortsetzung durch Erwers trennen lassen.
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Re: "EVOLO" (750 bis 799)

Beitrag von Yman »

Lumpazie hat geschrieben: 20. Februar 2021, 23:04 Im Jahr 1986 erschien der Band 759 der Atlan-Heftserie:

Seuchenherd Cirgro

von H.G. Ewers
Grauer Lord hat geschrieben: 24. Februar 2021, 16:31 Da habe ich gerade erst eine Lanze für Ewers gebrochen, tue mich mit seinem „Seuchenherd Cirgro“ dann aber doch sehr schwer. Bis Seite 48 kann man eigentlich alles überschlagen; es werden lediglich die Probleme der STERNENSEGLER-Crew geschildert, bis zu ihrem Ziel Cirgro vorzustoßen. Ein im Orbit treibendes, mit Zeitschleusen ausgerüstetes Wrack, wird von Unbekannten genutzt, den Vorstoß des Zeitteams, Animas & Co. zu den Krelquotten zu sabotieren. Ohne Erfolg, aber mit vielen temporalen Kapriolen.
Ja, das fand ich anfangs auch etwas zäh, und ich fragte mich auch schon, warum der Roman den Titel "Seuchenherd Cirgro" hat, aber am Ende geht es mit der Heilung durch Anima ja relativ schnell. Vielleicht hat Ewers für diesen Teil der Handlung wenig Potential gesehen, aber wahrscheinlicher ist, dass er einfach seine eigenen Ideen umgesetzt hat. Letztlich war es doch interessant, was Ewers bot, aber bei kaum einem anderen Autor würde ich gerne mal das Exposé im Vergleich zum Roman sehen.
Grauer Lord hat geschrieben: 24. Februar 2021, 16:31 Dazu gibt es ganz nette Überlegungen zu den Saltics als Volk von Kriminellen; interessanterweise bezeichnen sie, die ja schon länger in Manam-Turu unterwegs sind, die Lingua franca dieser Galaxis als „krelquanisch“, was auf eine galaxisweite Bedeutung der Krelquotten in der Vergangenheit hindeutet. Und zu den letzten Seiten des Heftes führt, in denen klar wird, dass die Krelquotten die Glückssteine von Cirgro dazu genutzt haben, ihre immensen Psi-Gaben regelrecht herunterzupegeln. Jetzt, wo die meisten Steine durch EVOLO ausgebrannt sind, erwacht auf Cirgro wohl ein Erbe dieses geheimnisvollen Volkes, das sie gerne vergessen hätten und für das sie sich bizarrerweise zu schämen scheinen. Auch warum Anima so dringend nach Cirgro kommen musste, wird geklärt.
Es scheint wirklich so, als hätten die Krelquotten sich bewusst auf den Planeten Cirgro zurückgezogen, und Manam-Turu scheint ja in der Vergangenheit auch eine relativ friedliche Galaxie gewesen zu sein, jedenfalls in der Zeit, nachdem die Krelquotten sich zurückgezogen hatten und bevor das neue Konzil, auftauchte, EVOLO usw.
Grauer Lord hat geschrieben: 24. Februar 2021, 16:31 Die Methode, Atlan „leichte physische Schmerzen“ erleiden zu lassen, damit er auch schön um Hilfe ruft, lassen die Bärenwesen moralisch eher zweifelhaft erscheinen.
Die Krelquotten sind tatsächlich moralisch zweifelhaft bzw. irgendwo in einem ziemlich grauen Bereich angesiedelt, ähnlich wie die Kosmokraten. Sie auf ihrem Planeten in Ruhe zu lassen ist keine schlechte Idee, aber man wird sie wohl im Kampf gegen EVOLO brauchen.
Grauer Lord hat geschrieben: 24. Februar 2021, 16:31 Ein richtiges Zusammentreffen mit Atlan gibt’s aber erst nächste Woche, die Dosis an antiquitiert-zotigen Witzeleien aus den 70ern war mir diesmal echt zu viel.
Ewers ist ja nicht nur wegen seines Einfallsreichtums und seiner Eigenwilligkeit sehr speziell. Auch der Humor ist sehr speziell und leicht überdosierbar. Sehr speziell fand ich auch Animas Verhältnis zum Einhorn Nussel. Ich frage mich, warum Nussel als Tier bezeichnet wird, und was Anima für Nussel wirklich fühlt.
Grauer Lord hat geschrieben: 24. Februar 2021, 16:31 Alles in allem setzt die Handlung mehr auf Rätsel und Geheimnisse als auf Action. Neben der Story um Vergalo und Guray scheint es in der Vergangenheit von Manam-Turu noch den ein oder anderen Schlüssel für die Handlung zu geben.
Mir gefällt das sehr gut, Rätsel und Geheimnisse, vorausgesetzt, dass diese zufriedenstellend gelüftet werden und dabei immer noch ein Rest des Geheimnisvollen bleibt. Man sollte auch nicht immer alles zu Tode erklären, wie es bei PR mit ES usw. geschah bzw. geschieht.

Ich bin mal gespannt, wie EVOLO sich weiter entwickeln wird, aber bisher sieht es nicht nach einer großen Raumschlacht am Ende des Zyklus zur Lösung aller Probleme aus, was ich sehr begrüße. Atlan ist eben nicht Star Wars, auch wenn manche Innenillustrationen das etwas anders darstellen. ;)
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Re: "EVOLO" (750 bis 799)

Beitrag von Yman »

Lumpazie hat geschrieben: 27. Februar 2021, 20:09 Im Jahr 1986 erschien der Band 760 der Atlan-Heftserie:

EVOLOS Ungeheuer

von Arndt Ellmer
Grauer Lord hat geschrieben: 28. Februar 2021, 17:06 EVOLOS Ungeheuer“ ist ein spannender Roman aus der Feder von Arndt Ellmer und hat viele verschiedene Themen. Das eindrücklichste ist die Innenschau des auf sein Bewusstsein zurückgeworfenen Mrothyr, der hilflos miterleben muss, wie in seinem missbrauchter Körper die Bombe zur Tötung Atlans und Animas tickt. Auch Hinweise darauf, was EVOLO so alles seit der Integration des Erleuchten über Anima & Co. weiß, las sich sehr gut. Anima als der Grund für alles, was bei Vergalo und dem Erleuchteten schiefgegangen ist. Eine echte Gefahr für das Psi-Wesen also.
Diesen Teil des Romans fand ich auch sehr spannend. Es war auch nicht ganz klar, was mit Mrothyr am Ende geschehen wird. Der Roman war flüssig geschrieben und informativ. Auch wenn man vieles schon wusste, wurde es noch mal übersichtlich dargestellt.
Grauer Lord hat geschrieben: 28. Februar 2021, 17:06 Ich fand es auch sehr wohltuend, Goman-Largo, Neithadl-Off und Anima mal wieder von einem anderen Autor als H.G. Ewers geschildert zu bekommen. Ellmer gelingt es gut, die oft etwas verwirrenden Fäden der letzten Zeit sinnvoll zusammen zu binden; etwa mit seiner Zusammenfassung zu den Krelquotten, die in der Vergangenheit ein schreckliches Unglück ausgelöst haben, dem ganze Planeten zum Opfer gefallen sein sollen und sich mit den Glückssteinen selber auf Cirgro isoliert und psionisch runtergefahren haben. Auch die Schwärmerei Animas für ihren „Ritter“ Atlan kommt etwas erträglicher rüber. Dazu schließt sie Wissenslücken des Arkoniden bezüglich Guray und Barquass.
Grauer Lord hat geschrieben: 28. Februar 2021, 17:06 Die Auflösung des Romans gefiel mir ganz gut, Anima konnte ihre Fähigkeit bei der Befreiung Mrothyrs mal voll ausspielen. Wobei: Ob der Zyrpher, der von EVOLO ja komplett aufgelöst und neu aufgebaut worden ist, je wieder der alte wird? Die Spinnen in der Tiefe waren ganz nett; interessant ist die Story um die Tessaler, die seit langer Zeit einen Glücksstein (?) in einem Tempel verehren. Wie das Reich der Tessaler früher mal hieß, weiss kaum noch jemand - weitere Geheimnisse aus der tiefen Vergangenheit von Manam-Turu warten auf Enthüllung.
Der Austragungsort des Konfliktes ist ein alter Wüstenplanet, nicht wirklich interessant, aber passend zur eher düsteren, unheilvollen Atmosphäre, und die Spinnen waren auf jeden Fall ein sinnvoller Teil der Geschichte, nicht bloß zum Füllen der Seiten gedacht. Die Tessaler (klingt fast wie Terraner) als neues Volk lassen sich noch schwer einordnen. Bei der Risszeichnung verwunderte mich, dass auf dem Aufklärer eine Transformkanone montiert war und der Wartungsroboter wie ein Astronaut aussah.

Wie es mit Mrothyr weitergeht und was genau eigentlich Animas Fähigkeiten sind, geht aus dem Roman nicht ganz schlüssig hervor, aber es bleibt spannend. Interessant und verwirrend fand ich, dass Atlan spekuliert, Anima könnte mit ihren Fähigkeiten bei ihrem Aussehen nachgeholfen haben, um hübscher zu sein als ihre Fähigkeiten erwarten lassen. Sind denn Metabiogruppiererinnen (wie auch z.B. die von vielen Autoren schwer vernachlässigte Irmina Kotschistowa) zwangsläufig hässlich und helfen bei ihrem Aussehen nach? Klingt zumindest teilweise, in der einen gedachten Richtung, nach Unsinn.
Grauer Lord hat geschrieben: 28. Februar 2021, 17:06 Dass Anima allerdings so schnell dabei ist, die Expedition der STERNENSEGLER nach Tessal zu begleiten, ist nach dem freudigen Wiedersehen mit Atlan unglaubwürdig. Aber sonst hätten sich die Handlungsebenen wohl nicht sauber für die Fortsetzung durch Erwers trennen lassen.
Dass sich Anima von Atlan so schnell wieder trennen lässt, fand ich auch sehr unglaubwürdig. Hier schlägt mit Sicherheit das Exposé voll zu.
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Re: "EVOLO" (750 bis 799)

Beitrag von Lumpazie »

Im Jahr 1986 erschien der Band 761 der Atlan-Heftserie:

Der entfesselte Planet

von Peter Terrid

Bild

Innenillustration:

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Handlung:

Handlung

Der Planetar Dhota ist mit seiner Frau Seealee weit außerhalb der Stadt Rawargh unterwegs, um einen Platz für den Bau ihres Hauses zu finden. Die beiden Daila werden in einem hochgelegenen Tal fündig. Die Ausrüstung, bestehend aus einem Zelthaus, einer Wiederaufbereitungsanlage für Wasser, positronische Sicherungssysteme und allerlei andere Dinge, darunter auch Waffen, wird aus dem Gleiter ausgeladen. Der von Streben und einem Tragluftaggregat relativ stabile Kuppelbau ist schnell aufgebaut. Die dünne transparente Außenhaut ist schmutzabweisend, reißfest und verdunkelt sich bei Sonneneinstrahlung. Die Inneneinrichtung der einzelnen Zimmer übernimmt Seealee, während sich Dhota um die Energieversorgung kümmert.

Während sich Dhota zur Jagd aufmacht, bleibt Seealee allein im Haus zurück. Plötzlich hört sie den für die Springschnecken charakteristischen Zischlaut. Es ist ihr nicht möglich, Dhota zu Hilfe zu rufen, da die beiden Handfunkgeräte im Gleiter liegen. Den im Haus installierten Interkom wollte sie nicht benutzen, da der Hilferuf sonst öffentlich und zum Stadtgespräch werden würde. Zu ihrem Entsetzen muss Seealee feststellen, dass eine ganze Armee von Springschnecken über das Dach des Hauses hinwegzieht. Der Weg wird die Tiere zu der Steilkante führen. Mit schreckgeweiteten Augen beobachtet die Daila, wie eine der Schnecken ihren Stachel durch das Zeltdach bohrt. Ein Säuretropfen frisst sich durch die Abdeckung des Interkoms und zerstört das wertvolle Gerät. Bald gibt es einen wahren Säureregen, der die Einrichtungsgegenstände und die Stützkonstruktion zerstört. Zu all dem Unglück beginnt ein schweres Gewitter zu toben. Seealee beginnt laut nach Dhota zu rufen. Dieser ist tatsächlich zum Zelt zurückgekehrt und bohrt mit dem Jagdlaser ein Loch in die Zelthülle, die über seiner Frau zusammengebrochen ist und ihr kaum Luft zum Atmen lässt. Der Planetar schaufelt Unmengen von Sand auf die Plane, um den klebrigen Schleim zu neutralisieren. Erst jetzt kann Seealee vorsichtig aus ihrem Gefängnis hervorkriechen. Beim letzten Schritt bleibt ihr Schuh trotzdem kleben. Dhota fängt die Frau auf und reißt sie zur Seite. Seealee verliert im nassen Gras das Bewusstsein.

Als sie wieder zu sich kommt, sitzt Dhota bereits am prasselnden Feuer und grillt einen Braten. Der Gleiter ist nicht mehr zu gebrauchen. Die Schnecken haben ihn mit ihrem Schleim völlig verklebt. Die Funkgeräte sind zerstört. Die beiden Daila machen sich auf den Weg nach Rawargh auf, um die Bevölkerung zu warnen. Sie haben mehr als 100 Kilometer Luftlinie Fußweg vor sich. Die erste Nacht verbringen sie in einer Höhle.

Sie werden von Erdbeben geweckt, ein ungewöhnliches Phänomen für diese Gegend. Der Boden hebt und senkt sich, Spalten öffnen sich, ein etwa drei Kilometer entfernter Vulkan bricht aus und schleudert riesige Felsbrocken durch die Luft. Eine Bodenfläche von mehr als 300 Quadratmetern beginnt zu rutschen. Mitten auf dieser Platte liegen Dhota und Seealee und gleiten langsam in die Tiefe. Bald trifft sie auf den Lavastrom und schwimmt auf. Unglaubliche Hitze weht über die Plattform hinweg. Der Sauerstoff wird durch die Brände verbraucht. Dhota und Seealee verlieren die Besinnung. Stunden später kommt es zu einem neuerlichen Ausbruch des Vulkans. Dhota, der wieder zu sich gekommen ist, entdeckt einen Gleiter, der sich in langsamem Flug nähert. Mit seinem Hemd macht er den Piloten auf sich aufmerksam.

Der Gleiter bringt Dhota und Seealee, der es nicht gut geht, in die Hauptstadt. Dhota wird darüber informiert, dass ein riesiger Haufen toter Springschnecken gefunden wurde. Zudem sind an der Küste des Südmeeres Hunderttausende von Fischen ans Ufer geschwemmt worden, zwei Schiffe sind wegen plötzlich auftretender Riesenwellen gesunken. Die Natur scheint ohne ersichtlichen Grund verrückt zu spielen. Der Planetar lehnt eine medizinische Versorgung ab und begibt sich sofort zu seinem Amtssitz. Dort wird er von Crahn erwartet, der ihm von blutrotem Wasser, das aus dem Boden dringt, gelbem Staub, der alles bedeckt, und ähnlichen kuriosen Dingen berichtet. Auf einer Karte hat er diese Orte mit roten Markierungen gekennzeichnet. So stellt sich heraus, dass all diese Geschehnisse sich in unmittelbarer Nähe von Siedlungen der Daila ereignet haben. Dhota schickt Gleiter aus, um diese Beobachtung zu untermauern. Crahn vertritt die Meinung, dass das Schlimmste bereits hinter ihnen liegt. Nur Sekunden später gellt der Alarm durch die Stadt.

Im Naturkundemuseum sind prähistorische Tiere zu neuem Leben erwacht und verwüsten das Gebäude. Ein Eurypterus fischeri stürzt mit einem Teil der Glasfassade aus dem zehnten Stock auf die Straße. Ihm folgen Riesensaurier, Flugechsen mit Spannweiten von sieben Metern, Reptilien mit messerscharfen Zähnen, fellbedeckte kleine Nagetiere, meterlange Schlangen und andere lebende Fossilien. Auch ein Schwarm Taubsurrer macht sich auf den Weg durch die Stadt.

Dhota und Crahn holen aus dem Krankenhaus zwei schwere Stahlflaschen mit Narkosegas. Sie öffnen die Ventile der Flaschen und lassen das Gas entströmen. Diese Vorgehensweise zeigt eine durchschlagende Wirkung. Die Hauptzahl der Fossilien befindet sich noch im Museum. Das Gas verteilt sich im Gebäude und schaltet die Tiere aus. Vor den Augen der Daila sterben die Tiere. Bald sind nur noch faulende Kadaver zu finden, die sich schnell zersetzen. In Dhota verstärkt sich das Gefühl, dass eine unsichtbare Macht auf dem Planeten zuschlägt.

Unvermittelt verdichten sich die Wolken über der Stadt und es beginnt heftig zu schneien. Kileen erscheint im Krankenhaus und soll auf Opallos Wunsch Seealee, die sich erholt hat, zu Dhota bringen. Die beiden Frauen machen sich trotz des Schneesturms zum Amtssitz des Planetars auf. Trotz der Thermoanzüge werden die Glieder der Daila schnell starr. Die Frauen müssen immer mehr Kräfte mobilisieren. Mit letzter Kraft gelangen sie in den Amtssitz. Opallo führt Seealee in die Wohnräume des Planetars. Seealee stellt die These auf, dass die eigentlich »normalen« Daila von Rawanor zu parapsychisch begabten Mutanten geworden sind und unbewusst für die Phänomene auf dem Planeten verantwortlich sind. So ist sie beispielsweise der Meinung, dass der Sturm bald zu Ende sein wird, da das Unterbewusstsein der betreffenden Daila das veranlassen wird. Und wirklich wird der seit zwei Tagen tobende Sturm schwächer und der Himmel hellt sich auf.

Bald zeigt sich das nächste Problem. Die Kanalisationssysteme können das Schmelzwasser nicht aufnehmen. Das Wasser steht kniehoch und fließt nur sehr langsam ab. Crahn wird vermisst. Immer mehr Meldungen treffen im Amtssitz des Planetars ein, die von verschwundenen Daila berichten. Eine Auswertung ergibt, dass jeder der etwa 30 Verschwundenen, egal ob Mann oder Frau, einen wichtigen Posten in der Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft oder Raumfahrt bekleidet. Seealee empfiehlt, Aklard um Hilfe zu bitten. Opallo ist damit nicht einverstanden und warnt davor, Mutanten nach Rawanor zu holen. Die Mehrheit der anwesenden Daila schließt sich Opallos Meinung an. Plötzlich öffnet Crahn die Tür. Er weiß nichts davon, dass er verschwunden war. Auch von den Wetterkapriolen hat er nichts mitbekommen. Crahn erinnert sich nur, mit Dhota zusammen im Museum gewesen und auf dem kürzesten Weg in den Amtssitz gekommen zu sein.

Opallo bewegt sich mit verzerrtem Gesicht auf das offene Fenster zu. Seealee erkennt seine Absicht und schlägt mit voller Wucht zu. Opallo bricht betäubt zusammen. Als er wieder zu sich kommt, kann er sich nicht erinnern, dass er aus dem Fenster springen wollte. Da Dhota keine Mehrheit findet, Aklard zu informieren, will er noch einen Tag warten.

Doch erneut kommt es anders als geplant. Die Daila laufen nur mehr herum und sträuben sich gegen Ordnung in diesem Durcheinander. Eine ordentliche Beschlussfassung in einem Gremium ist durch die Teilnahmslosigkeit der Verantwortlichen nicht mehr möglich. Aufgaben werden vernachlässigt, doch niemand beschwert sich darüber. Die Zahl der Selbstmorde steigt sprunghaft an, doch auch das interessiert niemanden. Der Planetar will jedoch unbedingt einen Beschluss im zuständigen Gremium, ehe er Hilfe von Aklard anfordert. Seealee fordert ihren Mann wiederholt auf, von den Notstandsvollmachten endlich Gebrauch zu machen. Die Schäden in der Stadt werden nur noch von Robotern beseitigt, Müll sammelt sich an. Auf der Straße erkennen Dhota und Seealee einen merkwürdig aufgequollenen Daila. Als sie ihm näher kommen, stellen sie fest, dass die entstellte Gestalt zusammenzubrechen droht. Dhota fängt den Daila auf. Seine Hände berühren eine kalte, gallertartige Masse. Die vorbeigehenden Passanten beachten das Geschehen nicht. Sie gehen mit gesenkten Blicken einfach weiter. Der Missgestaltete bricht zusammen und stirbt. Der Körper beginnt zu schrumpfen. Nach wenigen Minuten erinnert nichts mehr an das Monstrum. Ein toter Daila im mittleren Alter liegt vor Seealee und Dhota. Seine Haut ist jedoch noch immer stumpfgrau.

Zurück im Büro beginnt Dhota, eine Hyperfunkverbindung nach Aklard herzustellen. Er wird durch den eintretenden Crahn dabei gestört. Im Gegensatz zu den letzten Tagen macht dieser einen aufgeweckten Eindruck. Auch Crahn hat die körperlichen Veränderungen an den Daila bemerkt. Trotzdem versucht er, Dhota hinzuhalten, Hilfe anzufordern. Er will noch einige Tage warten und beobachten. Crahn verlässt die Räumlichkeiten. Seealee findet ein reiskorngroßes blaues Kügelchen, das Crahn anscheinend verloren hat. Sie eilt in das Krankenhaus, um ihr Fundstück von Gareen untersuchen zu lassen. Diese findet schnell heraus, dass die Perle ein hochwirksames Mittel zur Bekämpfung von Bakterien darstellt und zu explosivem Zellwachstum führt, wenn man sie in lebendes Gewebe einpflanzt. Zudem ist das Kügelchen mit keinem bekannten Material auf Rawanor vergleichbar. Gareen ist der Meinung, dass es auch nichts auf den Welten Manam-Turus entspricht. Sie vermutet, dass die Perle aus einem anderen Universum stammt.

Dhota ist skeptisch. Er sucht mit seiner Frau Crahn in dessen Haus auf. Dieser streitet zunächst ab, das die Perle etwas mit ihm zu tun habe. Doch im Verlauf des Gesprächs fordert Seealee das Kügelchen zurück, das Crahn noch immer in der Hand hält. Als er die Faust öffnet, liegen plötzlich zwei Perlen darin. Er lässt nach einiger Konzentration eine dritte Perle erscheinen. Nun wird Crahn gesprächiger. Die Ausscheidung der Perlen ist nicht schmerzhaft. Der Vorgang tut ihm sogar gut. Er ist danach weniger ängstlich, schläft ruhiger und ist körperlich und seelisch weitaus belastbarer. Crahn übergibt an den Planetar eine Dose mit Hunderten der kleinen Glitzerperlen. Nun hat Gareen genügend Proben für weitreichendere Experimente zur Verfügung.

Doch die Wissenschaftlerin findet keine Neuigkeiten heraus. Dhota verlangt von ihr, eine Perle einem der körperlich Verformten einzupflanzen. Gareen tut es. Der Patient erholt sich nach kurzer Zeit. Die Schwellungen des Körpers bilden sich zurück. Die drei Daila verlassen das Krankenzimmer. Ein ausgelöster Alarm ruft sie zurück. Das Bett ist leer, der Kranke verschwunden.

Der von Dhota abgesetzte Notruf wird auf Aklard sehr ernst genommen. Die STERNSCHNUPPE erhält den Auftrag, auf Rawanor nach dem Rechten zu sehen. Als Unterstützung haben Atlan, Chipol und Mrothyr die dailanischen Mutanten Warlekaan Mextos, Jaara Senglar und Dasta Nyor mitgenommen. Da die Daila von Rawanor von einem Angriff einer geheimnisvollen Macht berichtet haben, wendet Atlan beim Anflug auf den Planeten größte Sorgfalt an. Doch die Ortungssysteme melden keine fremden Raumschiffe im Sytt-System. Auf dem Raumhafen von Rawargh werden sie von Dhota und Seealee erwartet und mit einem Gleiter zum Amtssitz des Planetars geflogen. Bereits während des Fluges macht sich Atlan erste Gedanken. Ihm fällt der etwas heruntergekommene Zustand der Stadt auf, ebenso die resignierenden und verdrossen dreinblickenden Bewohner. Jaara Senglar bestätigt dein Eindruck des Arkoniden. Die Daila von Rawanor sind völlig entmutigt und würden sich am liebsten in einem Winkel verkriechen, bis alles vorbei ist. Alles ist ihnen egal, sie sehnen sich nur nach Ruhe. Eine Beeinflussung kann die Telepathin jedoch nicht feststellen.

Atlan erfährt, dass alle körperlich veränderten Daila mit den Glasperlen behandelt worden sind. Dasta Nyor wirft Seealee an den Kopf, dass sie dadurch die Bedauernswerten in den Tod geschickt haben. Die Hoffnung, dass die auf die Behandlung Verschwundenen einige Zeit später wieder auftauchen, wie auch bei Crahn geschehen, hat sich bisher nicht erfüllt. Die von den Verschwundenen ausgeschiedenen Perlen sind gesammelt worden. Dhota berichtet, dass die Absonderung der Perlen aufgehört hat, als die STERNSCHNUPPE im System der Sonne Sytt materialisiert ist.

Als der Behälter mit den Perlen geöffnet wird, schießt eine Fontäne aus Glitzerperlen daraus hoch und breitet sich im Raum aus. Chaos bricht aus. Dhota und seine Frau prallen zusammen und stürzen zu Boden. Chipol wirft sich auf Jaara, um sie zu schützen. Mextos und Dasta Nyor schlagen um sich, als wollten sie einen Mückenschwarm vertreiben. Mrothyr zieht seine Waffe. Die Perlen konzentrieren sich auf die drei Mutanten. Bevor sie deren Körper berühren, zerplatzen sie. Anscheinend sind die Kügelchen leer. Doch Warlekaan Mextos, Jaara Senglar und Dasta Nyor wälzen sich schreiend auf dem Boden. Etwas scheint in sie eingedrungen zu sein. Nach etwa 30 Sekunden wird es still. Die Mutanten erheben sich. Die Perlen bedecken als feiner blauer Glasstaub den Boden. Warlekaan meint, etwas Psionisches gespürt zu haben, das in ihn eindringen wollte. Doch es scheint alles normal zu sein. Atlan ist sich sicher, dass der Unsichtbare zum entscheidenden Schlag ausholen wird.

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Es is kein’ Ordnung mehr jetzt in die Stern’,
D’ Kometen müßten sonst verboten wer’n;
Ein Komet reist ohne Unterlaß
Um am Firmament und hat kein’ Paß;
Und jetzt richt’ a so a Vagabund
Und die Welt bei Butz und Stingel z’grund
(Johann Nestroy)
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