"EVOLO" (750 bis 799)

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Re: "EVOLO" (750 bis 799)

Beitrag von Lumpazie »

Im Jahr 1986 erschien der Band 777 der Atlan-Heftserie:

In den Tiefen der Stahlwelt

von Hanns Kneifel

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Innenillustration:

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Handlung:

Handlung

Die JIKULST befindet sich auf der Flucht vor den Hyptons. Plötzlich greift ein grünes, irrlichternes Leuchten nach dem Raumschiff. Die Kontrollen zeigen unsinnige Werte an. Alles scheint Grün zu sein. Panik beginnt sich der Ligriden zu bemächtigen. Nach etwa drei Minuten wird die JIKULST von einer fremden Kraft erfasst und stark beschleunigt. Mit einem peitschenden Geräusch erlischt das grüne Leuchten. Die Anzeigen der Instrumente normalisieren sich wieder. Der Bordpositronik ist ebenso wie der Besatzung nicht klar, durch welches Kontinuum der Raumer eigentlich fliegt. Endlich stürzt die JIKULST in den Normalraum zurück. Die Sterne Manam-Turus sind wieder zu sehen. Es dauert allerdings nicht lange, bis das Schiff erneut von einer unbekannten Kraft gepackt wird. Die JIKULST wird auf das Zentrum einer dunklen Zone gezogen. Die Triebwerke werden abgeschaltet und die Energieerzeugung auf Leerlauf geschaltet. Das Schiff dringt in die ungewöhnliche dichte Dunkelwolke ein, die jegliche Ortungsstrahlen verschluckt.

Die JIKULST gelangt in eine lichtdurchflutete Zone, die von einem schwachen Energiefeld gegen das Dunkel abgeschirmt wird. Bis zur Oberfläche des künstlichen Planeten Stahlwelt sind es 11.000 Meter. Es herrscht eine konstante Temperatur von 17 Grad sowie eine Schwerkraft von 0,98 Gravos. Die JIKULST setzt auf dieser Welt auf.

Beiboote werden ausgeschleust, um Stahlwelt zu erkunden. Fartuloon, Inua, Kornen Fus und Dennenhor nehmen sich ebenfalls eines der Boote und untersuchen eine der zahlreichen Vertiefungen im stählernen Boden. Auf der Suche nach den Unbekannten, die sie hierher verschleppt haben, entdecken sie kuppelförmige Erhebungen, die Abwehrforts darstellen. Cardac informiert die Erkundungstrupps darüber, dass das Alter von Stahlwelt mit ungefähr 17.000 Jahren ermittelt wurde.

Die Ligriden finden noch weitere Projektoranlagen, Schutzschirme, die sich bei Annäherung über Abwehrstellungen spannen, sowie zerstörte und verrostete Raumforts. Erst Fartuloon und seinen drei Begleitern gelingt es, einen Öffnungsmechanismus zu entdecken, der eine riesige Platte aus 150 Meter dickem Stahl unter hoher Geräuschentwicklung schräg nach unten kippen lässt. Mehrere Beiboote sorgen für Licht in der sichtbar gewordenen Halle. Cardac startet die JIKULST und landet das Schiff nahe der Öffnung.

Fartuloon, Dennenhor, Inua und Kornen Fus dringen durch eines der riesigen Portale in der Halle weiter vor. In einem breiten Korridor sind große Fenster eingelassen, die den Blick auf riesige Bildschirme, Würfel, Halbkugeln, Röhren, Bänke, merkwürdig gewundene Rampen und ähnliches freigeben. Die Ligriden finden auch gewaltige Magazine mit Kisten, Ballen und Fässern. In einer riesigen kegelförmigen Halle wird eine Umwelt mit Erdreich, Pflanzen und Bäumen, Regen und Wasserläufen simuliert. Utamag, Londways, Fartuloon und seine Gefährten arbeiten sich durch einen Wohnsektor in immer größere Tiefen der Stahlwelt vor. Die Einrichtungsgegenstände wie auch Reinigungsroboter lassen keinen Schluss auf das Aussehen der einstigen Bewohner zu.

Cardac und seine Ligriden finden in der Zwischenzeit einen Asteroiden, der auf der Oberfläche von Stahlwelt vor einiger Zeit eingeschlagen ist. Der Felsbrocken ist von Höhlen und Gängen durchzogen. Er muss viele kleine Lebewesen beherbergt haben.

Der Calurier und seine Begleiter ruhen sich einige Zeit aus. Ein merkwürdiges Geräusch weckt Fartuloon. Zwei etwa fuchsgroße, sechsbeinige Wesen mit Fledermausflügeln und gelben, handtellergroßen Augen machen sich zum Sprung bereit. Ihr Körper ist gelb und rot gestreift, die beiden hinteren Füße enden in drei krallenbewehrten Zehen, während die vorderen in langen Fingern auslaufen und deutlich länger sind. Diese Wesen bewahren in Bauchbeuteln verschiedene Gegenstände auf, die sie irgendwo haben mitgehen lassen. Zwei Schüsse aus der Schockwaffe verhindern dieses Vorhaben. Es stellt sich heraus, dass auch die anderen Ligriden Bekanntschaft mit diesen Wesen gemacht haben. Kornen Fus ist über die Beutestücke entzückt. Er ist überzeugt, reich zu werden.

Der Weg durch Stahlwelt führt Fartuloon und seine Gefährten an Magazinen, Kaufhäusern, Museen, Kraftstationen, Erholungszentren und auch an einer Halle voller Gleiter vorbei. Mit einem riesigen Aufzug legen sie gewaltige Entfernungen zurück. Als die Kabine zum Stillstand kommt, heißt sie eine Lautsprecherstimme in ligridischer Sprache Willkommen. Ein kleiner Gleiter wartet auf sie. Ein Rundflug durch das Innere von Stahlwelt beginnt. Das Steuergehirn will den Fremden die Schönheit seiner Welt zeigen. In einer Art Stadt mit zehn Kilometern Durchmesser hält das Fahrzeug an. Die Eindringlinge suchen ein großes Gebäude aus Stahl auf. Im Inneren finden sie Stockwerke voller Schaukästen, in denen funkelnde Schätze ausgestellt sind. Inuas Frage nach dem Aussehen der Herren des Zentralgehirns wird von dieser unter dem Hinweis, dass diese Informationen nur den neuen Bewohnern von Stahlwelt zugänglich sind, nicht beantwortet. Von den sechsbeinigen geflügelten Wesen hat das Gehirn angeblich erst durch die Ligriden erfahren. Es plant, diese Wesen auszurotten, da sie nicht erwünscht sind. Fartuloon warnt seine Gefährten, dass gerade diese Äußerung des Zentralgehirns das größte und gefährlichste Problem für sie werden könnte.

Bis auf Kornen Fus flaut die Bewunderung Fartuloons, Dennenhors und Inuas für die ausgestellten Schätze der einstigen Bewohner Stahlwelts nach zahlreichen Räumen, die mit den Kostbarkeiten vollgestopft sind, ab. Plötzlich werden sie von dem dröhnenden Peitschen eines Strahlschusses aufgeschreckt. Ein von dem Zyrpher ausgestoßener qualvoller Schrei ertönt. Mit einem weiteren Knall wird Kornen Fus ins Freie katapultiert. Glastrümmer und glitzernder Staub folgen ihm. Nach einigen Überschlägen in der Luft schlägt er nach einem 40 Meter weiten Flug auf. Ein letzter Glutstrahl löst sich aus seiner Waffe. Der Körper bleibt unbeweglich liegen. Als Fartuloon, Inua und Dennenhor ihren Kameraden erreichen, meldet sich das Zentralgehirn und teilt mit, dass die Schutzeinrichtungen des Gebäudes unabhängig von der zentralen Steuerung arbeiten. Durch sein Vorgehen hat der Zyrpher seinen Tod selbst verschuldet. Fartuloon verlangt, mit dem Leichnam zu den Ligriden auf der Oberfläche von Stahlwelt gebracht zu werden, um ihn nach eigenen Sitten und Gebräuchen zu bestatten. Das Gehirn ist darauf erpicht, dass die Fremden wiederkommen, um ihnen noch weitere Schätze zeigen zu können. Es lässt einen Gleiter kommen, der durch einen Antigravschacht den Wohnbezirk erreicht, wo die Ligriden warten. Fartuloon informiert Londways, Utamag und Cardac über die Vorfälle. Er warnt die Kriegsherren davor, unüberlegt mit der JIKULST starten zu wollen. Dies würde höchstwahrscheinlich eine heftige Reaktion des Zentralgehirns herausfordern. Das Gehirn will, dass sich die Ligriden vermehren und Stahlwelt bevölkern. Der Bauchaufschneider schlägt vor, dem Zentralgehirn klar zu machen, dass sich unter den Ligriden keine Frauen befinden. Diese müssen erst nach Stahlwelt geholt werden. Nur dann wird das Gehirn erlauben, die künstliche Welt zu verlassen. Cardac garantiert, zwei Tage zu warten. Erst dann wird die JIKULST starten.

Fartuloon, Inua und Dennenhor begraben Kornen Fus in einer mit Pflanzen bewachsenen Senke auf der Oberfläche von Stahlwelt. Dann begeben sich die Freunde in den Unterkünften zur Ruhe. Nach einer ausgiebigen Körperpflege und einem kargen Frühstück werden sie auf Anweisung des Zentralgehirns abgeholt. Diesmal reisen sie in einer transparenten Kugel. Nach einem 54stündigen Flug gelangen sie in eine gigantische Halle, deren blauleuchtende Kuppel dem Himmel aus der Sicht von einer Planetenoberfläche darstellt. Nachdem sie ihr Gefährt verlassen haben, das in einem metallenen Amphitheater mit zahlreichen Schaltpulten und Monitoren gelandet ist, spricht das Zentralgehirn wieder zu ihnen. Es will den Planeten wieder besiedeln. Auf einem Bildschirm mit riesigen Ausmaßen wird die JIKULST gezeigt, in die alle Beiboote eingeschleust werden. Nur eines der Boote bleibt zurück und ein großer Stapel verschiedener Ausrüstungsgegenstände und Nahrungsmittel. Das Zentralgehirn beklagt, dass die Ligriden sich nur damit begnügen, die gefundenen Schätze wegzuschleppen und starten wollen, obwohl sie dazu ausersehen sind, Stahlwelt zu bevölkern und die Kostbarkeiten für immer besitzen zu können. Fartuloons Argument, dass die Männer spätestens in 30 oder 40 Jahren an Altersschwäche sterben werden, lässt das Gehirn nicht gelten. Es erklärt, dass die Ligriden Jahrhunderte leben werden. Der Calurier bittet das Gehirn, die JIKULST mit Zugstrahlprojektoren einzufangen, den Start zu verhindern und die Ligriden auf diese Weise nicht zu töten. Die JIKULST beschleunigt und erreicht den Übergang aus der lichtdurchfluteten Zone und Schwarzball. Obwohl das Zentralgehirn beteuert, das Raumschiff ziehen zu lassen, können auch die aktivierten Schutzschirme eine Explosion nicht verhindern. Trümmerstücke bewegen sich auf Stahlwelt zu. Das Gehirn beteuert sicher gewesen zu sein, dass die Sperren abgeschaltet waren.

Eine Stellungnahme über den Tod der Ligriden und die Zukunft Fartuloons, Inuas und Dennenhors verweigert das Gehirn. Nachdem sich der Schock ein wenig gelegt hat, presst Fartuloon die Spitze des Skargs gegen die schrankgroße Pultanlage. Nach etwa fünfzehn Sekunden zeigen sich erste Reaktionen. Die technischen Einrichtungen schalten sich ab. Das Gehirn reagiert nicht.

Nach einigen Stunden Schlaf erwacht Fartuloon mitten in der Nacht. Über sich erkennt er eine auffällige Sternenkonstellation, bestehend aus insgesamt neun Sonnen. An einem Ende funkelt ein rubinroten Stern, an dem anderen ein smaragdgrüner. Fartuloon gelingt es, das Zentralgehirn zu einem Gespräch zu bewegen. Er schlägt ihm vor, mit einem Raumschiff abzufliegen und in Manam-Turu nach Intelligenzwesen zu suchen, die bereit sind, Stahlwelt zu besiedeln. Ideal wären solche Wesen, die den ursprünglichen Bewohnern in etwa gleichen. Das Gehirn kann aber nicht sagen, wie diese ausgesehen haben, da es die Speicher, in denen Daten über die Erbauer aufbewahrt werden, nicht mehr erreichen kann. Das Zentralgehirn ist bereit, ein Raumschiff zur Verfügung zu stellen.

Der Calurier, der Fjuker und die Ligridin fliegen erneut mit der durchsichtigen Kugel zu einem Hangar, in dem fünf kleine Raumschiffe stehen. Drei der Schiffe sind nicht einsatzbereit. Roboter haben bereits vor langer Zeit mit einer größeren Reparatur begonnen und bis heute nicht beendet. Eines der Schiffe ist flugtauglich. Fartuloon erhält von kleinen Robotern eine Einschulung. Der Calurier ist bald bereit, die KLINSANTHOR junior durch eine etwa sieben Meter durchmessende Startröhre an die Oberfläche zu fliegen. Alle Sperren sind beseitigt. Nachdem die Roboter das Schiff verlassen haben, aktiviert Fartuloon die Triebwerke. Die KLINSANTHOR junior bewegt sich durch die mehr als 5000 Kilometer lange Röhre. Das Schiff erreicht die von gelblichem Licht durchflutete Zone um Stahlwelt, dringt in Schwarzball ein und beschleunigt immer mehr. Fartuloons Befürchtungen, dass das Schiff ebenfalls explodieren könnte, bewahrheiten sich glücklicherweise nicht. Die KLINSANTHOR junior verlässt Schwarzball und findet sich zwischen den Sternen Manam-Turus wieder. Drei Hyperfunksprüche an Atlan werden in altarkonidischer Sprache ausgeschickt. Während eines Zwischenstopps auf einem Planeten, auf dem Dennenhor einen Braten schießt und der Aufnahme von Frischwasser, wird eine Antwort der STERNSCHNUPPE aufgefangen. Die KLINSANTHOR junior nimmt Kurs auf das Psionische Tor.

Bei der Ankunft im Ukenzia-System gelingt es nicht, das Tor zu orten. Die STERNSCHNUPPE sendet ein Peilsignal und lotst die KLINSANTHOR nach Yumnard. Unweit der STERNSCHNUPPE setzt das Raumschiff von Stahlwelt auf. Nach einer herzlichen Begrüßung verblüfft Atlan den Bauchaufschneider mit der Frage, warum sich ein Zgmahkone unter ihnen befindet.

Fartuloon berichtet von Fjukium und dem Zusammentreffen mit Dennenhor, von den Hyptons und deren Aktivitäten, von Stahlwelt und dem Tod von Kornen Fus. Im Gegenzug erfährt er vom Hetos der Sieben und der Rolle der Zgmahkonen als Begründer des Konzils. Er erzählt auch von den Zgmahkonen, die aus der Heimatgalaxie Absomman-Pergh kommen.

Atlan ist sich sicher, dass der geheimnisvolle Dulugshur ein Zgmahkone gewesen ist, der mit seiner Raumflotte Manam-Turu oder zumindest Bennerton erreicht hat. Die Hyptons haben die Überlebenden dieser Expedition in ihre Gewalt gebracht, mit Hilfe ihrer Fähigkeiten versklavt und manipuliert und zu Ligriden verwandelt. Künstliche Erinnerungen wurden den Geschöpfen aufgepfropft, die zum Verhaltenskodex von Gward und Gwyn führten. Fartuloon wird auch über die als Lockmittel benutzten Hyperfunkrufe der Hyptons, die im Namen des Bauchaufschneiders an Atlan gesendet worden sind. Er hört auch von dem Schwert des Rächers, dessen Konstellation er im Innern von Stahlwelt gesehen hat. Atlan spricht auch darüber, dass die JIKULST im Sternhaufen RC-112 von den Hyptons geortet und von der KHEZY-KCOM vernichtet worden wäre.

Der Arkonide ist gern bereit dem Bitten Dennenhors nachzukommen, ihm mehr über sein Volk zu erzählen. An einem Lagerfeuer verbringen die Gefährten die Nacht und lassen sich einen Braten schmecken.

Der obige Text und Bilder wurde per GNU-Lizenz der Perrypedia entnommen.
Es is kein’ Ordnung mehr jetzt in die Stern’,
D’ Kometen müßten sonst verboten wer’n;
Ein Komet reist ohne Unterlaß
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Yman
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Re: "EVOLO" (750 bis 799)

Beitrag von Yman »

Lumpazie hat geschrieben: 26. Juni 2021, 22:48 Im Jahr 1986 erschien der Band 777 der Atlan-Heftserie:

In den Tiefen der Stahlwelt

von Hanns Kneifel
Es ist immer schön, wenn der Autor selbst ein Resümee seines Werks verfasst: "Im Kampf um die Galaxis Manam-Turu waren die Abenteuer auf und in Stahlwelt nur eine unbedeutende Episode."

Der spannungsarme Roman ist typisch für viele ähnliche Romane Kneifels, bei denen man den Unterhaltswert fast nur aus der Gemütsverfassung des Protagonisten und den ausmalenden Beschreibungen ziehen kann. Soweit fand ich den Roman sehr gelungen. Die Stahlwelt erscheint als Rätsel. Die Erbauer bleiben unbekannt, das Zentralgehirn, das diese Welt verwaltet, ist beschädigt, die Stahlwelt selbst ist ein Ort, der oberflächlich als technisches Wunder erscheint, aber in der Tiefe trostlos wirkt.

Für die Ligriden wird die Stahlwelt zur Todesfalle, wobei ihr Schiff bei einem Fluchtversuch wenig spektakulär einfach explodiert, so undramatisch, wie ein Echo auf dem Schirm einfach verschwindet und der Rest der Phantasie überlassen bleibt.

Nur Fartuloon mit zwei seiner Begleiter entkommt dank einer gewissen Cleverness und trifft am Ende auf Atlan, so dass die Handlung auf der Stahlwelt tatsächlich kaum mehr als eine unbedeutende Episode darstellt.

Bei H.G. Ewers hat man schon Ähnliches gelesen, Ausflüge auf ähnliche Welten, nur mit anderem Personal, und man konnte nie sicher sein, welche Bedeutung das Gelesene haben würde.

Zum Teil erinnerte mich der Roman an "Rendezvous mit Rama" von Arthur C. Clarke, wo ebenfalls eine ähnliche Welt erkundet wird, deren Erbauer unbekannt bleiben, und in den 50-er Jahren wäre dieser Roman sicher sehr modern erschienen.

Interessant fand ich noch, dass Fartuloon selbst ein wenig als Rätsel dargestellt wurde, und dass er die Verleihung eines Extrasinnes vermisst, die ihm aus biologischen Gründen verwehrt wurde, nachdem er die ARK SUMMIA bestanden hatte. Worin die Verwandtschaft der Calurier zu den Arkoniden besteht, und woher die Calurier kommen, ist zu diesem Zeitpunkt noch ungeklärt, ebenso die Herkunft des Skarg.
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Re: "EVOLO" (750 bis 799)

Beitrag von Grauer Lord »

Der Band 777 ist wirklich ein bemerkenswerter Roman, der mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt hat. Und das, obwohl der Plot eigentlich der eines typischen Lückenfüllers ist.

Die Abenteuer um Fartuloon und die Besatzung der JIKULST auf Stahlwelt, einem gut 17 000 Jahre alten, „Planeten“ aus Metall, der mehr eine riesige Raumstation zu sein scheint, erinnert mich spontan an klassische SF-Romane, die ich als Jugendlicher in den 70ern und 80ern gelesen und deren Namen ich (leider) vergessen habe. Es geht um das Erforschen von gigantischen Strukturen von monströsen Ausmaßen und immer neue, bizarren Einblicke, gigantische Hallen, kaum greifbare Dimensionen. Dazu ein verschrobenes Robotgehirn, verschwundene Erbauer etc. Das ganze hat Kneifel flott geschrieben und dazu den Mythos Fartuloon/ Calurier insofern etwas angereichert, als dass eine Verwandtschaft zu den Arkoniden postuliert wird, und - das ist wiederum komplett neu - dass Fartuloon trotz ARK SUMMIA keine Aktivierung eines Extrasinns bekommen konnte

Am Ende sind Kornen Fus und auch die komplette JIKULST vernichtet. Fartuloon und der kleine Trupp Überlebender trifft endlich mit Atlan und der STERNSCHNUPPE zusammen, so dass der Arkonide jetzt auf dem neuesten Stand ist, was die Herkunft der Ligriden aus den Zghmakonen betriff, Dulugshur etc. Und wieder war übrigens der rätselhafte Raumsektor „Schwert des Rächers“ im Spiel, aus dem heraus die JIKULST ja wohl erst in die Dunkelwolke versetzt wurde und der auch an den Nachthimmel von Stahltwelt projiziert wurde.

Ob der Zusammenhang mal aufgelöst wird? Im Grunde egal, der Roman hinterlässt auch als „Einzelstück“ einen tollen Eindruck.
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Re: "EVOLO" (750 bis 799)

Beitrag von Lumpazie »

Im Jahr 1986 erschien der Band 778 der Atlan-Heftserie:

Schatzkammer des Todes

von Harvey Patton

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Innenillustration:

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Handlung:

Handlung

Die YOI I befindet sich auf einem bisher ereignislosen Flug nach Tessal. Die STERNENSEGLER folgt dem Raumschiff der Tessaler. Während der Nachtperiode wird Soray von ungewöhnlichen Geräuschen geweckt. Doch noch bevor der Kommandant reagieren kann, wird er von einem gewaltigen Andruck auf sein Lager gepresst, wodurch er sogar das Bewusstsein verliert. Auch den anderen Besatzungsmitgliedern ergeht es wie Soray. Eine unbekannte Kraft reißt die YOI I aus dem Normalraum. Das Schiff legt eine große Entfernung in einem übergeordneten Medium zurück und setzt auf einer festen Oberfläche auf.

Soray wird von Hauptmann Derlag geweckt. Die Tessaler befinden sich in einer rechteckigen Halle, an deren beiden Längsseiten zwei Reihen niedriger metallener ovaler Liegestätten stehen. Darauf liegen die noch immer bewusstlosen und teilweise verletzten Besatzungsmitglieder der YOI I. Die unterirdische Anlage scheint schon ziemlich alt zu sein, was die leicht modrig riechende Luft, der Staub, die überall erkennbaren Risse und Rost beweisen. Seltsamerweise besitzen der Pilot, der Navigator und Derlag noch ihre Kombistrahler. Nur diese drei Personen verfügen über ihre Ausrüstung, die übrige Besatzung ist teilweise nur leicht bekleidet – eine Folge der Nachtperiode, während der sie entführt worden sind.

Das Metallportal setzt den Tessalern nur geringen Widerstand entgegen. Mit Soray, Grablyn und Derlag an der Spitze beginnen die Raumfahrer, die unbekannte Umgebung zu erkunden. Die Gänge sind leer und scheinen kein Ende zu nehmen. Von einer großen, ebenfalls leeren Halle, zweigen mehrere weitere Korridore ab. Die hinter den Türen an den Wänden der Halle liegenden Räume werden untersucht. Soray hofft, Wasser, Nahrungsmittel und eventuell Waffen zu finden. Soray entdeckt einen Raum, in dessen Boden längliche Vertiefungen eingelassen sind, die an Badewannen erinnern. Auch mehrere Wasserspender sind vorhanden. Die Tessaler schneiden eine der Wannen aus dem Boden und füllen sie mit Wasser. Dieses wollen sie zum Trinken als auch als Zusatz für Packungen verwenden, die dehydrierte und konzentrierte Nahrung in Pulverform enthalten und in einem Lagerraum gefunden wurden. Mit ihrer Beute kehren die Männer zu Wingol, Singrai und ihren verletzten Kameraden zurück, die sie freudig begrüßen.

Nach einem ausgiebigen Mahl und einer Ruhepause machen sich Soray, sein Adjutant Grablyn und Hauptmann Derlag mit einem Trupp erneut auf den Weg durch die Korridore. Sie hoffen, die YOI I zu finden. Ein Antigravschacht aktiviert sich, als die Tessaler ihn betreten. Die Männer schweben langsam nach oben und gelangen schließlich in einen weiteren Korridor, der in einen Hangar mündet, in dem tatsächlich die YOI I steht.

Soray stürmt als Erster über die ausgefahrene Rampe in den Schleusenraum des Aufklärers. Da das Schiff verlassen ist, folgen ihm die Männer auf schnellstem Weg. Grablyn schließt das Außenschott. In der relativen Sicherheit an Bord ihres Schiffes organisiert der Obmann den Transport der restlichen Männer um Wingol und Singrai zur YOI I. Den Einwand Derlags, eventuell auch ohne ihre Gefährten abzufliegen, weist Soray energisch zurück.

Die Tessaler kleiden sich ein und bewaffnen sich aus den Vorräten des Schiffes. Die YOI I wird mit einem Kodegeber verschlossen, während sich Soray und seine Männer aufmachen, ihre zurückgelassenen Kameraden zu holen. Plötzlich baut sich ein grüner Energieschirm auf, der die Tessaler einschließt und sie auch von ihrem Raumschiff trennt. Eine Stimme ertönt und teilt ihnen mit, dass sie sich in der »Festung« nicht frei bewegen dürfen. Zudem wird die YOI I zerlegt und umgebaut werden. Zahlreiche eiförmige Roboter drängen in den Hangar, um die Tessaler zum Aufenthaltsort ihrer Gefährten zu geleiten. Soray gibt auf. Als der Energieschirm erlischt, beginnen Hauptmann Derlag und einige andere Männer zu feuern. Doch die Energien können den Robotern nichts anhaben, da diese sich in grüne Schutzschirme hüllen. Die Tessaler brechen betäubt zusammen. Die Roboter beginnen unverzüglich mit der Zerlegung der YOI I.

Die STERNENSEGLER beginnt die Suche nach dem Raumschiff der Tessaler. POSIMOL und die von der Bordpositronik ausgeschickten Sonden können nicht einmal eine Rest-Energiespur orten. Goman-Largo und Neithadl-Off sind sich sicher, dass der »Schwarze Ritter« von der Kristallwelt Llokyr seine Hände im Spiel hat. Hoffnung, eine Sonne, die von einem Planeten umkreist wird, auf dem Sauerstoffatmer leben können, wird als Ziel auserkoren. Die STERNENSEGLER geht in den Linearraum. Nach nur kurzem Flug landet das Schiff auf dem Planeten Canali. Eine der ausgeschickten Sonden übermittelt die Bilder einer Kolonne aufrecht gehender Wesen, die zu einem der Kanäle unterwegs ist. Die Aufnahmen sind nicht deutlich genug, sodass sich Goman-Largo entschließt, die STERNENSEGLER auf einem verfallenen Raumhafen nahe der Ruinenstadt zu landen. Der Modulmann rüstet sich mit einem Raumanzug aus. Als Bewaffnung nimmt er lediglich einen Paralysator mit, den er in der rechten Hüfttasche seines Anzugs versteckt. Ein Individualschutzschirm kann ihn vor etwaigen Gefahren schützen. Derart ausgerüstet, nähert sich Goman-Largo den Planetariern.

Goman-Largo erreicht den Zug der Canalis. Diese froschähnlichen Wesen schleppen braune, etwa einen Meter hohe und 50 Zentimeter breite und ebenso dicke Lehmblöcke mit sich, die mit dicken pflanzlichen Fasern durchsetzt sind. Das Erscheinen des Fremden löst Unruhe unter den Canalis aus. Der Translator übersetzt den Friedensgruß des Tigganoi in die quarrende Sprache der Froschwesen. Ein einzelner Canali tritt vor und stellt sich als Karrn, der Oberste Quaker, vor. Auf die Frage Goman-Largos nach dem Verbleib der Tessaler und deren Raumschiffs, kann Karrn nur antworten, dass in diesem Teil seiner Welt schon seit langer Zeit kein Schiff mehr gelandet ist. Nur die Alten Quaker haben einst von derartigen Vorfällen berichtet. Der Oberste Quaker berichtet davon, dass unter seinem Volk ein erst kürzlich stattgefundenes Ereignis für große Unruhe gesorgt hat. Das Wasser im Kanal, das üblicherweise kaum eine Strömung aufweist, hat große Wellen geschlagen und dabei Schäden angerichtet, die die Canalis jetzt zu reparieren versuchen. Goman-Largo kehrt an Bord der STERNENSEGLER zurück.

POSIMOL ortet in einer weiteren Ruinenstadt die Tätigkeit eines Reaktors auf Wasserstoff-Helium-Fusionsbasis. Unter dem Raumhafen der Stadt gibt es ein ausgedehntes System von Kavernen und Korridoren. Ein äußerst großer Raum könnte ein unterirdischer Hangar sein. Eine von einer Erdschickt bedeckte Metallplatte verschließt einen 100 Meter durchmessenden Schacht, der zur planetaren Oberfläche führt. Eine in ihrer molekularen Beschaffenheit der YOI I entsprechende Masse wird erkannt.

In den subplanetaren Gefilden von Canali können Soray und Grablyn von Singrai und seinen Leuten aus dem tiefen Koma geweckt werden. Rund 50 Tage sind vergangen, seit die Roboter die Tessaler in den Raum mit den Wannenbetten gebracht haben. Wingol berichtet dem Obmann von mehreren Vorstößen in den Hangar. Die YOI I ist von den Robotern demontiert worden.

In der Zwischenzeit hat POSIMOL einen fünf Meter weiten Schacht gefunden, der leicht schräg von der Oberfläche zum Hangar führt. Der Modulmann und Neithadl-Off bewaffnen sich mit Quintadimwerfern und fliegen mit ihren Flugaggregaten durch den Schacht in die Tiefe. Trümmer werden durch den Einsatz der Waffen aus der Schatzkammer Krell-Nepethets aus dem Weg geräumt.

Sie gelangen in einen Raum mit kreisförmiger Grundfläche und nach oben hin gewölbt. In zwei Meter tiefen und einen Meter hohen Nischen ruhen die sterblichen Überreste von mehreren Hundert insektoiden Wesen in luftdicht verschlossenen, transparenten Behältern. Durch den Zahn der Zeit stark in Mitleidenschaft gezogene Kunststoffkästen an den Fußenden der Särge, hat sich deren Inhalt über den Boden verteilt. Die Grabbeigaben bestehen aus seltenen Metallen und sind mit kostbaren Juwelen besetzt. Noch während Goman-Largo und Neithadl-Off in die Betrachtung dieser Schätze versunken sind, schließt sich der Eingang zu dieser Schatzkammer. Von der Decke fällt ein Memowürfel herb. Das Bild des Schwarzen Ritters erscheint. Er warnt die beiden Eindringlinge davor, sich nicht mit den Schätzen aufzuhalten, sondern Dulugshur zu suchen. Nur auf diese Weise kann der Tod vieler intelligenter Wesen verhindert werden.

Mit seinen Modulen stellt Goman-Largo fest, dass diese Botschaft vor etwa 12.000 Jahren verfasst worden ist. Seine kleinen Helferlein können die positronische Sperre des Eingangsportales überwinden. Zurück in der Freiheit verschließt der Tigganoi das Tor, um den Insektenmumien ihre Totenruhe zurückzugeben.

Auf ihrem weiteren Weg treffen Goman-Largo und Neithadl-Off auf Soray und seine Tessaler. Erfahrungen werden ausgetauscht. Um alle Personen von dieser Welt abzutransportieren, ist die YOI I unbedingt erforderlich. Goman-largo findet den Raum mit der Sektorenpositronik, die durch den Dimensionsschock bei der Versetzung der YOI I aus ihrem »Schlaf« geweckt worden ist und einer uralten Programmierung folgt. Der Würfel mit sechs Metern Kantenlänge ist nun voll aktiv, was die zahllosen Skalen und Leuchtelemente beweisen. Auf einem großen Bildschirm ist der Rumpf der YOI I zu sehen. Die abmontierten Teile werden auf Metallgestellen gelagert. Die Positronik droht, die Eindringlinge in die »Festung« zu vernichten. Der Tigganoi und die Vigpanderin werden von dicken bläulichen Strahlen erfasst, deren Energien jedoch von den Schutzschirmen abgelenkt werden. Die Positronik ist gezwungen, ihrerseits einen grünen Schutzschirm aufzubauen, um sich nicht selbst zu schaden.

Neithadl-Off gibt sich als »Zeitprinzessin« aus, die mit ihrem »Ritter« Goman-Largo von den Herren der Positronik entsandt worden ist, um auf dem Planeten nach dem Rechten zu sehen. Die Sektorenpositronik bleibt skeptisch, da sie mit der Zentralpositronik keine Verbindung aufnehmen und die Behauptungen überprüfen kann. Auf Verlangen schaltet das Rechengehirn seinen Schutzschirm aus, um eine Funkverbindung der Abgesandten mit der Zentralpositronik POSIMOL störungsfrei zu ermöglichen. Goman-Largo schickt einige seiner Module unbemerkt in das Innere des Rechners. Dann funkt er POSIMOL an und berichtet von den Schwierigkeiten mit der Sektorenpositronik der Festung. Er fordert die Bestätigung über den Status als befehlsberechtigte Abgeordnete an, denen sich sowohl POSIMOL als auch die Sektorenpositronik unterzuordnen haben. Das Bordgehirn der STERNENSEGLER bestätigt. Inzwischen haben die Module einen großen Teil der alten Programmierung der Sektorenpositronik gelöscht. Diese ordnet sich nun den Abgesandten der Herren unter. Goman-Largo und Neithadl-Off erhalten ihre Freiheit zurück und die Roboter beginnen mit dem Wiederaufbau der YOI I.

Nach drei Tagen fliegt der Aufklärer der Tessaler durch den großen Ausflugschacht und schließt zur STERNENSEGLER auf, die sich in einem stationären  Wikipedia-logo.png Orbit über dem Raumhafen befindet. Dem Weiterflug nach Tessal liegt nun nichts mehr im Weg. Noch bevor die beiden Schiffe starten, wird ein 20.000 Quadratkilometer großes Gebiet um den Raumhafen von einer nuklearen Explosion verwüstet. Goman-Largo ist davon überzeugt, dass dies das Werk des Schwarzen Ritters ist.

Der obige Text und Bilder wurde per GNU-Lizenz der Perrypedia entnommen.
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Re: "EVOLO" (750 bis 799)

Beitrag von Grauer Lord »

Es fällt mir schwer, überhaupt etwas zu Band 778 zu schreiben. Am spannendsten ist ja noch der Titel „Schatzkammer des Todes“, der sich aber nur auf wenige, unbedeutende Passagen des Heftes bezieht.

Zusammenfassend kann man als Handlungsfortschritt verzeichnen, dass der verschollene Raumer der Tessaler und die STERNENSEGLER mit dem Zeitteam an Bord nun endlich wieder zusammentreffen und die unterbrochene Reise nach Tessal fortgesetzt werden kann. Wo Goman-Largo eine Zeitgruft vermutet und wo außerdem ein Glücksstein, wie sie die Steine von Cirgro sind, verehrt wird. Mehr ist nicht zu sagen.

Rätselhaft bleibt, wie der seltsame „Ritter“ aus der Sternenfalle Askyschon-Nurgh die Tessaler nach Canali versetzt hat und warum das überhaupt nötig war. Die vielen Rätsel dieser alten Welt der Kanäle, die mich schon interessiert hätten, werden nur gestreift. Erklärt wird nichts. Auch die Geschichte der „Alten Quaker“ riss mich dabei nicht sonderlich vom Hocker. Interessant ist noch der Memowürfel mit der Aufforderung des Schwarzen Ritters an Goman-Largo, die Suche nach dem Zghmakonen-Anführer Dulugshur fortzusetzen - eine Botschaft, die aber vor 12 000 Jahren deponiert wurde. Hier wird also kräftig am Rad der Zeit gedreht, was den ganzen Komplex „Schwert des Rächers/ Ritter/ Dulugshur/ Sternenfalle“ im Prinzip noch etwas interessanter macht. Aber leider ohne weitere Ansätze in diesem Heft.

Ansonsten empfinde ich so gut wie alles in diesem Roman von Harvey Patton als belanglos. Dass man aus einem reinen Lückenfüller mehr machen kann, das hat Hans Kneifel letzte Woche erst eindrucksvoll bewiesen. Wenn laut Exposé schon nichts passieren soll/ darf, dann hätte man etwa in den Abschnitten um die Tessaler ein wenig über ihre Sicht der Dinge, ihre Kultur und Eigenheiten einfließen lassen können. Die Schilderung der Vigpanderin und des Modulmanns ist immerhin auch ohne H.G. Ewers als Autor stringent so, wie sie seit Beginn des Zyklus geboten wird.

Der Zyklus hat nach einer wirklich großen Zahl von Höhepunkten und Enthüllungen über die Historie von Manam-Turu, EVOLOS Zerfallsprozess oder den Ursprung der Ligriden eine Talsohle erreicht. Wird Zeit, dass sich wieder etwas tut!
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Re: "EVOLO" (750 bis 799)

Beitrag von Yman »

Grauer Lord hat geschrieben: 30. Juni 2021, 16:15 Der Band 777 ist wirklich ein bemerkenswerter Roman, der mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt hat. Und das, obwohl der Plot eigentlich der eines typischen Lückenfüllers ist.

Die Abenteuer um Fartuloon und die Besatzung der JIKULST auf Stahlwelt, einem gut 17 000 Jahre alten, „Planeten“ aus Metall, der mehr eine riesige Raumstation zu sein scheint, erinnert mich spontan an klassische SF-Romane, die ich als Jugendlicher in den 70ern und 80ern gelesen und deren Namen ich (leider) vergessen habe. Es geht um das Erforschen von gigantischen Strukturen von monströsen Ausmaßen und immer neue, bizarren Einblicke, gigantische Hallen, kaum greifbare Dimensionen. Dazu ein verschrobenes Robotgehirn, verschwundene Erbauer etc. Das ganze hat Kneifel flott geschrieben
Grauer Lord hat geschrieben: 4. Juli 2021, 11:10 Es fällt mir schwer, überhaupt etwas zu Band 778 zu schreiben. Am spannendsten ist ja noch der Titel „Schatzkammer des Todes“, der sich aber nur auf wenige, unbedeutende Passagen des Heftes bezieht.
Grauer Lord hat geschrieben: 4. Juli 2021, 11:10Ansonsten empfinde ich so gut wie alles in diesem Roman von Harvey Patton als belanglos. Dass man aus einem reinen Lückenfüller mehr machen kann, das hat Hans Kneifel letzte Woche erst eindrucksvoll bewiesen. Wenn laut Exposé schon nichts passieren soll/ darf, dann hätte man etwa in den Abschnitten um die Tessaler ein wenig über ihre Sicht der Dinge, ihre Kultur und Eigenheiten einfließen lassen können. Die Schilderung der Vigpanderin und des Modulmanns ist immerhin auch ohne H.G. Ewers als Autor stringent so, wie sie seit Beginn des Zyklus geboten wird.
Zu Atlan 778 fällt mir auch nur sehr wenig ein. Vor allem im direkten Vergleich mit A 777 macht A 778 wenig her. Es liegt nicht unbedingt an Pattons Stil, aber insgesamt ist sein Roman weniger interessant als der von Kneifel. In beiden geht es um die Erforschung einer fremden Welt, und das darzustellen gelingt Kneifel wesentlich besser. Patton hatte im Grunde dieselbe Chance.

Zu Pattons Gunsten spricht, dass die Vigpanderin und der Modulmann als Charaktere so dargestellt sind wie bei Ewers, was aber auch beweist, dass es zwei wirklich originelle Figuren sind, aber viel zu tun haben sie nicht. Da wird zwar mal ein Weg mit dem Quintadimtrafer freigeräumt, und in einer TV-Serie wäre das vielleicht eine nette Actionszene, aber im Roman kommt das alles ziehmlich lahm daher.

Auch der Extrasinn-Artikel war wenig interessant, aber ich denke, dass es jetzt nicht lange so weiter gehen wird. Spätestens bis Band 800 wird EVOLO Geschichte sein, und im ungünstigsten Fall wird es noch ein paar ähnliche Füllromane geben, und am Ende wieder alles ganz schnell gehen.

Aus heutiger Sicht ganz interessant fand ich diese Teststreifen, mit denen die Tessaler das fremde Essen getestet haben, Proteine, Fette, Giftstoffe, usw. Bei Star Trek hatte man für so etwas Tricorder, hier geht es etwas schlichter zu. Atlan selbst hat es noch einfacher: Einfach alles essen und trinken, egal ob es giftig ist, der Zellaktivator wrd es schon richten.
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Re: "EVOLO" (750 bis 799)

Beitrag von Lumpazie »

Im Jahr 1986 erschien der Band 779 der Atlan-Heftserie:

Kugelsternhaufen Simmian

von Hubert Haensel

Bild

Innenillustration:

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Handlung:

Handlung

Goman-Largo und Neithadl-Off folgen mit der STERNENSEGLER immer noch der YOI I. Die Flugrichtung zeigt auf den Halo von Manam-Turu. Der Kurs ist jedoch nicht geradlinig, sondern weicht oftmals davon ab, anscheinend, um die Position des Planeten Tessal nicht frühzeitig bekannt werden zu lassen.

Der erste Zwischenstopp führt in ein Doppelsonnensystem, das offenbar nicht natürlichen Ursprungs ist. Die Ebenen der Planetenbahnen stehen im Winkel von 45 Grad zueinander. Der bläulich-weiße Gasriese und der andere Stern, der sich offenbar in einem Übergangsstadium vom Roten Riesen zum Weißen Zwerg befindet, werden von jeweils 24 Planeten umkreist. Diese Welten werden ihrerseits von 192 Monden umlaufen. Die YOI I übermittelt an POSIMOL die Anordnung, das Defensivsystem zu aktivieren. Der Schutzschirm baut sich um die STERNENSEGLER auf. Bisher haben die beiden Schiffe 23.468 Lichtjahre seit ihrem Aufbruch von Canali zurückgelegt. Der Aufklärer der Tessaler übermittelt weitere Kursdaten. Plötzlich werden die YOI I und die STERNENSEGLER von psionischen Kräften angegriffen. Die Schirmfelder glühen auf. Erschütterungen durchlaufen die Raumschiffe. Bevor größere Schäden auftreten, wechseln die Raumschiffe in den Linearraum über. Der Peilstrahl der YOI I führt die STERNENSEGLER in den Halo.

Nach insgesamt 52.113 Lichtjahren erreichen die Schiffe den Kugelsternhaufen Simmian. Nun nimmt der Obmann Soray endlich persönlich Kontakt mit der STERNENSEGLER auf. Er ist dabei aber weiterhin äußerst wortkarg und warnt nur davor, die Nähe der YOI I zu verlassen. Ein verschlüsselter und gerichteter Hyperfunkspruch verlässt die Antennen der YOI I. Als Ziel macht POSIMOL eine etwa 20 Lichtjahre entfernte Sonne mit drei Planeten aus. Soray fordert die STERNENSEGLER auf, mit Höchstwerten zu beschleunigen und ein Linearmanöver vorzubereiten. Goman-Largo weigert sich, diesem Befehl zu folgen, da er der Ansicht ist, dass sich der Obmann der Tessaler an ihn oder Neithadl-Off zu wenden habe, wenn er etwas anzukündigen hat. Nur widerwillig nimmt Soray Kontakt auf und warnt vor drohenden Angriffen von Piraten. Nur wenige Sekunden nachdem Kursdaten an POSIMOL überspielt wurden, werden Objekte geortet, die sich mit hoher Überlichtgeschwindigkeit nähern und sich auf Kollisionskurs befinden. Vier diskusförmige Raumschiffe fallen in den Normalraum zurück. Nur Sekundenbruchteile später treten die YOI I und die STERNENSEGLER in den Linearraum ein.

Nach nur 15 Lichtjahren fallen die beiden Schiffe in den Normalraum zurück und befinden sich nun im Innern einer Dunkelwolke. Eine weitere Linearetappe bringt sie in die unmittelbare Nähe eines Schwarzen Loches. Die STERNENSEGLER nutzt den Gravitationssog aus, um zu beschleunigen. Beide Faktoren, der Sog und die Beschleunigung, bringen den Zeitablauf durcheinander. Ein Zeitschatten der STERNENSEGLER zeigt das Schiff spiegelverkehrt. Eine neuerliche Linearetappe beendet den Spuk.

Im Bereich einer blauen Sonne fallen die beiden Raumschiffe in den Normalraum zurück. Sie landen inmitten eines heftigen Gefechtes zwischen tessalischen Aufklärern und diskusförmigen Einheiten mit 90 Metern Durchmesser und 15 Metern Polhöhe. Die STERNENSEGLER wird zum Ziel der Diskusschiffe. Die YOI I unterstützt Goman-Largo und Neithadl-Off mit dem Einsatz von Transform-Geschützen. Die Piraten verwenden Quintadimwerfer. Die Verluste sind auf beiden Seiten hoch. Goman-Largo kann sich von den kämpfenden Parteien etwas absetzen und schickt sich an, ein schwer beschädigtes Diskusschiff der Piraten zu untersuchen. Doch bevor er auf das Wrack übersetzen kann, greifen zwei tessalische Aufklärer die STERNENSEGLER an. Die Schüsse aus den Desintegratoren können von den Schutzschirmen der STERNENSEGLER absorbiert werden. Aus dem Linearraum tretende Einheiten umzingeln die STERNENSEGLER. Goman-Largo schaltet die Schutzschirme des Schiffes aus. Der aufgefangene Funkverkehr zwischen den tessalischen Einheiten bringt eine heftige Diskussion zwischen Gudar und Soray zu Tage. Soray kann die Vernichtung der STERNENSEGLER verhindern, indem er auf die Dienste, die Goman-Largo als Spezialist der Zeit den Tessalern erweisen kann, verweist. Der Tigganoi ist vielleicht imstande, das Geheimnis um den Tempel des Zwerges Modar zu lüften.

Gudar erteilt der YOI I die Erlaubnis, die STERNENSEGLER mit einer Eskorte von vier Schiffen nach Tessal zu bringen. Die beiden Schiffe landen auf dem Raumhafen von Knachir. Die STERNENSEGLER und ihre Besatzung werden unter Quarantäne gestellt. Doch bereits kurze Zeit später wird diese wieder aufgehoben und Goman-Largo und Neithadl-Off werden aufgefordert, das Schiff zu verlassen. Die von den Tessalern gesetzte Frist von drei Minuten läuft ab. Der Spezialist der Zeit und die Parazeit-Historikerin weigern sich, der Anordnung Folge zu leisten. Neithadl-Off droht mit einer neu entwickelten »Sextadim-Endzeitfusionsbombe«, die bei Zerstörung der STERNENSEGLER automatisch gezündet und das Dordonn-System völlig vernichten wird. Sie, als älteste Tochter des »Hohen Moram TacSuum, Herrscher über hundert Galaxien, Bezwinger der Zeit und Träger des silbernen Eies ewigen Lebens,« verlangt mit dem Herrscher von Tessal zu sprechen. Einige Minuten später meldet sich die Kaiser-Admiralin Nifaidong. Sie weist den Ankömmlingen ein Gästequartier im Drittelpalast zu. Marudor wird der Vigpanderin als Adjutant zugeteilt. Mit drei Schwebern werden Neithadl-Off und Goman-Largo vom Raumhafen zum Drittelpalast geflogen. Zwei auf dem Raumhafen zurückgelassene Module des Tigganoi übermitteln diesem die vergeblichen Versuche der Tessaler, in die STERNENSEGLER einzudringen. Vehement fordert der Spezialist der Zeit Marudor auf, zum Raumhafen zurückzukehren. Er scheut auch nicht davor zurück, die Tessaler als Volk von Dieben zu bezeichnen, die das Gastrecht mit Füßen treten. Marudor lässt die Aktivitäten an der STERNENSEGLER einstellen.

Während des Anfluges auf den Drittelpalast ertönen Alarmsirenen. Das Gebäude wird in einen Schutzschirm gehüllt. Die Vinnider greifen mit einigen diskusförmigen Raumschiffen die Stadt an. Die drei Gleiter landen. Die Tessaler versuchen, sich in unterirdische Bereiche in Sicherheit zu bringen. Neithadl-Off wird von dem Strom an Personen mitgerissen und fährt mit einem Lastenaufzug etwa 30 Etagen in die Tiefe. Es gelingt ihr, mit dem Lift wieder an die Oberfläche zu gelangen. Einer der Gleiter droht durch Überlastung des Konverters zu explodieren. Mit ihrem Quintadimwerfer befördert die Vigpanderin das Fahrzeug in den Hyperraum. Goman-Largo und Marudor stoßen wieder zu Neithadl-Off. Der Flug zum Drittelpalast wird fortgesetzt.

Im Palast angekommen, verlangt Neithadl-Off, dass sie die STERNENSEGLER zum Palast holen darf, da sie auf die Nahrungsmittel aus dem Schiff angewesen ist und das tessalische Essen nicht verträgt. Über ein Hologramm nimmt die Kaiser-Admiralin Kontakt auf und schlägt die Bitte der »Prinzessin der hundert Galaxien« ab. Die STERNENSEGLER scheint das Angriffsziel der Piraten zu sein. Morissa, Burtai und Sissiam informieren Neithadl-Off und Goman-Largo über die augenblickliche Lage im Kugelsternhaufen Simmian. Die Piraten haben im Umkreis von zehn Lichtjahren um Dordonn starke Kräfte zusammengezogen.

In den ihnen zugewiesenen Gemächern erhalten Goman-Largo und Neithadl-Off Besuch von Prinz-Admiral Hochtai, der aus einem Geheimgang die Unterkunft betritt. Der Tessaler bittet die Gäste um Hilfe bei Verhandlungen mit den Vinnidern. Gleichzeitig informiert er über die Beweggründe, die die angeblichen Piraten zu Angriffen auf die Tessaler veranlassen. Der Prinz-Admiral bittet die Vigpanderin und den Spezialisten der Zeit ihn zu Nofradir zu begleiten.

Neithadl-Off gibt sich im Tempel des Zwerges Modar als eine Angehörige jenes Volkes aus, das die Tessaler in ferner Vergangenheit auf dem Planeten Alchadyr vor dem Untergang gerettet hat. Auch fordert sie die Rückgabe des Heiligen Kubus der Vinnider, den Nofradir gestohlen hat. Neithadl-Off ist nicht gezwungen, einen Beweis ihrer Anschuldigungen zu erbringen, da eine schwere Detonation den Tempel erschüttert. Den Vinnidern ist es gelungen, ein Landungskommando abzusetzen, das in den Tempel eingedrungen ist. Der Erste Exekutor tötet einen der Angreifer mit seinem Thermostrahler, dann müssen die Tessaler und die Fremden die Flucht vor der Übermacht ergreifen. Sie sind gezwungen, ihre Quintadimwerfer einzusetzen. Nofradir erhält einen Streifschuss an der Hüfte. Blendgranaten rauben ihm kurzzeitig das Sehvermögen. Neithadl-Off wird von den Vinnidern überwältigt und als Geisel genommen. Tessalische Soldaten treffen zur Unterstützung ein. Goman-Largo heftet eines seiner Module an die Vigpanderin und kann so ihren Standort jederzeit ausmachen. Der Spezialist der Zeit versucht, die Tessaler aufzuhalten, die darauf aus sind, niemanden entkommen zu lassen. Wie die Vinnider verlässt Goman-Largo den Tempel. Über sein Modul beobachtet er den Flugweg seiner Gefährtin, bis in einem großen Raum die Übertragung zu Ende ist. Er kann nur mehr Schwärze erkennen.

Goman-Largo wird von den Soldaten und Hochtai eingeholt. Er wird sein Verhalten den Tessalern gegenüber erklären müssen. Die Modar-Kämpfer werden ihn in den Drittelpalast zurückbringen, wo die Kaiser-Admiralin wartet.

Der obige Text und Bilder wurde per GNU-Lizenz der Perrypedia entnommen.
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Re: "EVOLO" (750 bis 799)

Beitrag von Grauer Lord »

Grüße aus der Finale-Halbzeitpause; hier schnell meine 2 Cents zu A 779

Spannend und abenteuerlich geht’s weiter, in A 779 bringt Hubert Haensel die STERNENSEGLER in den uralten Kugelsternhaufen Simmian im Halo von Manam-Turu, in dem es vor Weißen und Schwarzen Zwergen nur so wimmelt und wo die nach wie vor geheimnisvollen Tessaler abgeschieden vom Rest der Galaxis leben. Wie durch die Stelen von Torquan geschildert, haben die Tessaler - damals hießen sie noch Fratoskopen - vor 16 900 Jahren vergebens versucht, die Krelquotten von der Zündung der Psi-Sonne abzuhalten.

Das Heft ist temporeich geschrieben, das hoffnungslose, amouröse Verhältnis von Neithadl-Off und Goman-Largo wird weiter ausgelotet, kleine Kapriolen mit der Zeit im Stil von H.G. Ewers gab es auf den ersten Seiten auch. Als Spannungselement geraten unsere Protagonisten schnell in einen Konflikt zwischen den echsenartigen Vinnidern und den Tessalern und lernen die harmonisch-paradiesische Welt Tessal mit ihren „Drittelstädten“ kennen. Dann prasseln nur so die Hintergrundinfos auf den Leser nieder, die alle noch wichtig werden können: So stammen die Tessaler eigentlich vom Planeten Alchadyr im System des Schwarzen Zwerges Moldar. Ein noch unbekanntes Volk hat es in grauer Vergangenheit vor dem sicheren Untergang nach Tessal evakuiert und ließ dort eine Biotronik zurück: die Stimme des Schwarzen Zwerges. Die wird sich sicherlich noch zu Wort melden, denke ich ….

Um es noch komplexer zu machen, wurde der aktuelle Konflikt mit den Vinnidern wahrscheinlich dadurch ausgelöst, dass deren Heiliger Kubus vom Ersten Exekutor der Tessaler gestohlen wurde, dem Oberhaupt des über die tessalische Vergangenheit eingeweihten Alchadyr-Ordens. Der Kubus ist ein Objekt, das vor langer Zeit fremde Raumfahrer auf der Heimatwelt der Vinnider zurückgelassen haben.

Im Kugelsternhaufen Simmian wartet also ein wahres Dickicht an uralten Rätseln und Geheimnissen auf uns. Auf den ersten Blick ist das sehr viel, wobei der geheimnisvolle „Glücksstein“ der Tessaler und die dort vermutete Zeitgruft noch gar nicht eingeführt wurden. Haensel schildert das aber temporeich und mit Witz, lässt die Welt der Tessaler plastisch erscheinen, auch die Zeichnung eines Vinniders sah sehr überzeugend aus.
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Re: "EVOLO" (750 bis 799)

Beitrag von Lumpazie »

Im Jahr 1986 erschien der Band 780 der Atlan-Heftserie:

Dimensionen der Realität

von Falk-Ingo Klee

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Innenillustration:

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Handlung:

Handlung

Am 2. Juni 3820, einem Datum, das in Manam-Turu keine Bedeutung hat, ist Goman-Largo in Kophal auf der Flucht vor den Männern der Nifaidong. Mit einem Gleiter ist es ihm gelungen, aus dem Drittelpalast von Knachir heimlich zu entkommen, da ihm die Kaiser-Admiralin verboten hat, das Gebäude zu verlassen. Der Tigganoi ist jedoch nicht bereit, seine Gefährtin Neithadl-Off im Stich zu lassen, die von vinnidischen Saboteuren entführt worden ist.

Der Spezialist der Zeit erreicht ein dem Anschein nach schon altes Viertel, an dessen Gebäuden der Zahn der Zeit schon ordentlich genagt hat. Die Spur der Vinnider führt zu einer metallenen Platte, die durch einen Strahlschuss des Tigganoi aufkippt. Goman-Largo gelingt es, sich blitzschnell aus der Gefahrenzone zu katapultieren, ehe die tonnenschwere Platte ihn zermalmen kann. Die Konstruktion scheint Teil eines Fallensystems zu sein. Die Infrarotspur der Vigpanderin wird von ausgeschickten Modulen in einem nun sichtbaren Stollen angemessen, der steil in die Tiefe führt. Er stolpert über einen kaum sichtbaren Draht. Dies bewahrt ihn vor einer messerscharfen Scheibe, die aus einer Öffnung hervorgeschossen kommt und den Gang verschließt. Einige Module machen den Tigganoi darauf aufmerksam, dass der Sauerstoff abgepumpt und durch Stickstoff ersetzt wird. Ein massives Schott schneidet ihm den Rückweg ab. Die beiden Verschlüsse trotzen dem Beschuss mit seinem Quintadimwerfer. Plötzlich gleiten die beiden Schotte zurück und geben den Weg frei.

Der Gang führt weiter bis zu einer Gabelung. Der Zeitspezialist entscheidet sich für den linken Gang, da der rechte sich zu einer Fallröhre verwandelt, die in einem Säurebecken endet. Im linken Gang führen gewaltige Stufen in die Tiefe. Plötzlich verwandeln sich die Treppenabsätze in eine glatte Fläche, auf der der Tigganoi immer schneller werdend nach unten rutscht. Überdimensionale, eng beieinander stehende Messer schieben sich aus der Fläche. In letzter Sekunde werden die Messer wieder eingefahren. Die Module haben durch kinetische Aufprallenergie einen Kippschalter betätigt, der die Falle erneut betriebsbereit macht und daher die Klingen wieder eingefahren hat.

Unverzüglich macht sich Goman-Largo weiter auf die Suche nach der Vigpanderin. In einer runden, kuppelförmigen Halle entdeckt er ein Tunnelgewölbe, das zu einem gewaltigen Portal führt. Das Tor und eine Fläche davor sind durch eine Hochspannung abgesichert. Der Beschuss mit dem Quintadimwerfer neutralisiert die Stromquelle. Als sich das Tor öffnet, wird eine kleine Kammer mit einem raffiniert angebrachten Spiegelsystem sichtbar, das dem Auge vorgaukelt, dass die rückwärtige Wand aus gewaltigen Quadern zu bestehen scheint. Das System verbirgt einen Transmitter vor neugierigen Blicken bewahrt. Goman-Largo findet schnell die Transportkoordinaten heraus und aktiviert das Gerät. Er materialisiert in einer weitläufigen Halle, in der zwei Echsenwesen am Fuße eines mit Kissen bedeckten Podestes kauern. Darauf thront Neithadl-Off, die »Seherin« und »Abgesandte des Drachenkubus«. Die Vigpanderin genießt augenscheinlich die bevorzugte Behandlung.

Goman-Largo wird von acht Vinnidern entdeckt, die sich sofort auf ihn stürzen. Schnell ist eine Schlägerei im Gange. Der Absolvent der Zeitschule von Rhuf wird der Spionage für die Tessaler bezichtigt und dementsprechend rüde behandelt. Er wird von Eristofit und seinen Wachen zu Schadir gebracht. Der Modulmann berichtet dem Drachensohn von seiner Verfolgungsjagd, die ihn schließlich durch den geheimen Transmitter in den Tempel des Drachen in Vinnidarad geführt hat. Doch Schadir glaubt ihm nicht und lässt ihn in einen besonders gesicherten Kerker werfen.

Der Namradur informiert die Seherin über die Gefangennahme eines tessalischen Spions. Da es sich allerdings nicht um einen Tessaler, sondern um einen Fremden handelt, ist die Voraussage, dass kein Tessaler je das geheime Gerät finden könnte, nicht in Gefahr. Da sich der Fremde Goman-Largo nennt und behauptet, die Seherin zu kennen, versetzt Neithadl-Off in Rührung, da ihr der Modulmann tatsächlich gefolgt ist und sein Leben riskiert, nur um sie zu befreien. Die Seherin gibt zu, Goman-Largo zu kennen, allerdings sei sie nicht dessen Gefährtin, sondern seine Herrin. Er ist der Hofnarr der Vigpanderin, der stets das Gegenteil von dem behauptet, was die Seherin sagt. Sie selbst hat ihn zu dieser Vorgangsweise erzogen, um den Unterschied zwischen Lüge und Wahrheit erkennen zu lassen. Zudem erklärt sie dem Namradur, dass der Heilige Kubus nur mit Unterstützung des Hofnarren gefunden werden kann.

Goman-Largo wartet in der Zwischenzeit in seinem Kerker, mit Ketten gefesselt, auf die Dinge, die da kommen werden. Schadir und Eristofit betreten seine Zelle. Der Wächter wird von dem Drachensohn aufgefordert, dem Gefangenen die Ketten abzunehmen. Schadir bittet Goman-Largo um Entschuldigung für die Behandlung. Der als Hofnarr der Seherin geltende Fremde wird frei gelassen und nach einem ausgiebigen Bad zu Neithadl-Off gebracht. Die Vigpanderin macht dem Zeitspezialisten klar, dass sie die Abgesandte des Drachenkubus ist und dass er sich als Hofnarr darstellen soll. Goman-Largo spielt die ihm zugedachte Rolle perfekt. Da der Modulmann von seiner Gefährtin als genialer Lügner vorgestellt worden ist, interpretiert die Seherin seine Aussagen betreffend den Diebstahl des Heiligen Kubus dahingehend, dass der Würfel, der von mehreren Tätern gestohlen worden ist, in den subplanetaren Gefilden des Planeten gefunden werden kann.

In Begleitung von fünf schwerbewaffneten Vinnidern machen sich Goman-Largo und Neithadl-Off auf die Suche nach der Zeitgruft unter dem Drachentempel. In einem Saal mit kreisrundem Grundriss herrscht ein gelbliches Leuchten. Durch die transparenten Wände sind die ringförmigen Sektoren zu erkennen, die dem Modulmann und der Vigpanderin schon bekannt sind. Als sich Boden und Decke der Halle verfärben und der Raum von Blitzen erleuchtet und unheimliche Geräusche zu vernehmen sind, werden die Vinnider von Panik erfasst. Mit bloßen Fäusten hämmern sie auf die Wände ein und feuern ihre Waffen ab. Goman-Largo stoppt die Aktivität der von ihm ausgesendeten Module, wodurch sich die Halle in ihren Ursprungszustand zurückverwandelt. Der Zeitspezialist begleitet Eristofit und dessen Männer zum Ausgang. Nun, da sie alleine sind, setzt Goman-Largo den Vorgang dort fort, wo er aufhören musste. Als die Zeitgruft ihre Stabilität wiedererlangt, liegt der Heilige Kubus auf dem Boden.

Neithadl-Off stellt sich als Abgesandte des Heiligen Kubus vor, was dieser ablehnt, da er über keine Abgesandte verfügt. Doch die Vigpanderin lässt nicht locker und gibt sich als Angehörige jenes Volkes aus, das den Würfel zu den Vinnidern gebracht hat. Neithadl-Off ist angeblich ebenfalls zurückgeblieben, um den Kubus zu beschützen.

Sie gibt sich als Förderin des Drachenkultes aus. Mitglieder des Ordens der Zeitchirurgen hätten sich des Würfels bemächtigt und Neithadl-Off gefangen genommen. Nach Jahrhunderten in totaler Stasis sei das Neutralisationsfeld zusammengebrochen, und die Vigpanderin konnte fliehen. Sie gelangte in die Zeitgruft von Xissas, wo sie Goman-Largo befreien konnte. Der Heilige Würfel akzeptiert diese Geschichte und erkennt sie als seine Vertraute an. Wer ihn wirklich entführt hat, weiß der Würfel jedoch nicht. Er glaubt, dass ein Unbekannter in der Maske des Tessalers Nofradir dafür verantwortlich war.

In der Zeitgruft ist auch eine kleine tropfenförmige Transfer-Kapsel stationiert. Mit diesem Fluggerät erreichen sie den freien Weltraum und steuern den Planeten Alchadyr an. Auf halber Strecke wird Alarm ausgelöst. Die Kapsel ist in einen anderen Zeitstrom gerissen worden und hat ein unbekanntes Objekt im Schlepptau. Für einen kurzen Moment verformt sich die Transfer-Kapsel und wird dabei durchsichtig, so dass Aggregate sichtbar werden, die sich ebenfalls zu skurrilen Elementen verändern. Wie die Kapsel, so werden auch die beiden Passagiere halbtransparent. Auch der Kubus unterliegt diesem Phänomen. Von einem Moment zum anderen ist der Spuk vorbei. Die Transfer-Kapsel befindet sich wieder in der Gegenwart, in der der Tigganoi und die Vigpanderin zu Hause sind. Der Kurs auf Alchadyr liegt immer noch an, auch der Begleiter ist noch da.

Als die Transfer-Kapsel in der Zeitgruft auf Alchadyr ankommt, ist der seltsame Begleiter verschwunden. Goman-Largo und Neithadl-Off, mit dem Heiligen Kubus auf ihrem Rücken, verlassen die Kapsel. Mit einem Time-Lift erreichen sie die Gegenwartsebene. In einem runden Saal der Zeitgruft begegnen sie Nofradir. Allerdings handelt es sich nicht wirklich um den Tessaler, sondern nur um dessen Kopie. Der unechte Tessaler feuert augenblicklich mit zwei Strahlern auf die Ankömmlinge. Goman-Largo erwidert mit seinem Quintadimwerfer das Feuer. Das enganliegende Energieabwehrfeld des unechten Nofradir kann von der Waffe des Tigganoi nicht durchdrungen werden. Mit seinen Modulen modifiziert der Zeitspezialist die Zeitgruft, um sich und Neithadl-Off eine unauffällige Positionsänderung zu ermöglichen. »Nofradir« erklärt, aus der Vergangenheit in die Realgegenwart gekommen zu sein, um Goman-Largo das Handwerk zu legen. Er war es, der von der Transfer-Kapsel als Anhängsel mitgeschleppt worden ist. Neithadl-Off scheint von einer Salve »Nofradirs« getroffen worden zu sein. Doch der Modulmann erkennt, dass seine Partnerin den Tod nur vortäuscht und mit ihrem Körper den Kubus abgedeckt hat. Goman-Largo beginnt wieder, die Zeitgruft zu manipulieren. Der falsche Erste Exekutor gerät langsam in Panik, da er fürchtet in einer Pseudozeitebene zu verschwinden oder von einer Parallelströmung der Jetztzeit mitgerissen zu werden. Um das zu verhindern, muss Goman-Largo getötet werden.

Währenddessen wird Eristofit vom Namradur streng zurechtgewiesen, da er und seine Männer die Abgesandte des Drachenkubus und ihren Helfer feige im Stich gelassen haben. Der Namradur bespricht mit Schadir die Entsendung einer Kampftruppe, die nach dem Verbleib der Seherin und des Heiligtums forschen soll. Schadir fordert Eristofit als Kommandeur dieser Truppe. Der Namradur lehnt die Bitte jedoch schroff ab. Nach Stunden muss Schadir eingestehen, dass es ihm und seinen Männern nicht gelungen ist, in die Zeitgruft einzudringen. Auch er bittet um Versetzung auf ein Raumschiff der Flotte. Der Namradur ist nicht gewillt, dem Ersuchen Folge zu leisten und beordert Schadir und seine Leute zurück.

Die Kopie Nofradirs, die auch für den Diebstahl des Heiligen Kubus verantwortlich war, wird von Formenergiewänden eingeschlossen. Ungläubig sieht der falsche Erste Exekutor, dass Neithadl-Off keinesfalls tot ist, sondern putzmunter. Goman-Largo will die Kopie mit dem Time-Lift in die Vergangenheit befördern. Bevor er jedoch den Gedanken in die Tat umsetzen kann, messen seine Module einen Transmitterimpuls an und die Nofradir-Kopie steht mit gezogenen Waffen vor ihm. Ein Fiktivtransmitter hat ihn aus dem Formenergiegefängnis transportiert, das oben offen war, wie Goman-Largo seine Unachtsamkeit zur Kenntnis nehmen muss. »Nofradir« wagt es jedoch nicht, seine Waffen abzufeuern, da Neithadl-Off mit der Zündung einer »Mini-Sextadim-Endzeitfusionsbombe« droht, bei der es sich in Wirklichkeit nur um ihr Aufzeichnungsgerät handelt. Goman-Largo leitet mit seinen Modulen eine Zeitversetzung ein. Während der Modulmann, die Vigpanderin und der Kubus in der Gegenwart bleiben, wird der falsche Exekutor auf eine Pseudozeitebene transportiert.

Doch eine Interferenzerscheinung versetzt den Maskierten zurück in die Gegenwart. Wutentbrannt löst er seine beiden Waffen aus. Dabei wechselt er mit seinem Fiktivtransmitter ständig seine Position. Goman-Largo droht in diesem Kampf zu unterliegen und versucht, sich auf den nahen Tod vorzubereiten. Doch übergangslos löst sich der Fremde in Luft auf. Ein leicht ansteigender Gang bringt Goman-Largo, Neithadl-Off und den Kubus in eine Halle, wo sie auf eine riesige Plattform stoßen. Der Raum erweist sich jedoch als Falle. Ein Energiefeld erfasst den Modulmann und seine Begleiterin und wirbelt sie immer schneller herum. Sie erreichen einen Raum, der vollständig mit Metallplastik verkleidet und von Energieschirmen umgeben ist. Auf einem Bildschirm wird ein Symbol sichtbar und die »Stimme des Schwarzen Zwerges« meldet sich. Diese verkündet, dass die Gefährten für immer in ihrem Gefängnis verbleiben müssen, da das größte Geheimnis der Tessaler unter keinen Umständen bekannt werden darf. Neithadl-Off ist überraschenderweise davon überzeugt, dass sie imstande sein wird, die Stimme des Schwarzen Zwerges zu überzeugen, sie freizulassen. Auch der Würfel tut kund, dass angeblich Hoffnung besteht, dass sich alles zum Guten wendet. Er hat hinter der Stimme etwas Verwandtes erkannt.

Der obige Text und Bilder wurde per GNU-Lizenz der Perrypedia entnommen.
Es is kein’ Ordnung mehr jetzt in die Stern’,
D’ Kometen müßten sonst verboten wer’n;
Ein Komet reist ohne Unterlaß
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Re: "EVOLO" (750 bis 799)

Beitrag von Yman »

Lumpazie hat geschrieben: 11. Juli 2021, 21:17 Im Jahr 1986 erschien der Band 779 der Atlan-Heftserie:

Kugelsternhaufen Simmian

von Hubert Haensel
Grauer Lord hat geschrieben: 11. Juli 2021, 22:08 Das Heft ist temporeich geschrieben, das hoffnungslose, amouröse Verhältnis von Neithadl-Off und Goman-Largo wird weiter ausgelotet, kleine Kapriolen mit der Zeit im Stil von H.G. Ewers gab es auf den ersten Seiten auch. Als Spannungselement geraten unsere Protagonisten schnell in einen Konflikt zwischen den echsenartigen Vinnidern und den Tessalern und lernen die harmonisch-paradiesische Welt Tessal mit ihren „Drittelstädten“ kennen. Dann prasseln nur so die Hintergrundinfos auf den Leser nieder, die alle noch wichtig werden können: So stammen die Tessaler eigentlich vom Planeten Alchadyr im System des Schwarzen Zwerges Moldar. Ein noch unbekanntes Volk hat es in grauer Vergangenheit vor dem sicheren Untergang nach Tessal evakuiert und ließ dort eine Biotronik zurück: die Stimme des Schwarzen Zwerges. Die wird sich sicherlich noch zu Wort melden, denke ich ….

Um es noch komplexer zu machen, wurde der aktuelle Konflikt mit den Vinnidern wahrscheinlich dadurch ausgelöst, dass deren Heiliger Kubus vom Ersten Exekutor der Tessaler gestohlen wurde, dem Oberhaupt des über die tessalische Vergangenheit eingeweihten Alchadyr-Ordens. Der Kubus ist ein Objekt, das vor langer Zeit fremde Raumfahrer auf der Heimatwelt der Vinnider zurückgelassen haben.

Im Kugelsternhaufen Simmian wartet also ein wahres Dickicht an uralten Rätseln und Geheimnissen auf uns. Auf den ersten Blick ist das sehr viel, wobei der geheimnisvolle „Glücksstein“ der Tessaler und die dort vermutete Zeitgruft noch gar nicht eingeführt wurden. Haensel schildert das aber temporeich und mit Witz, lässt die Welt der Tessaler plastisch erscheinen, auch die Zeichnung eines Vinniders sah sehr überzeugend aus.
Ich finde auch, dass Hubert Haensel hier eine sehr gute Arbeit abgeliefert hat. Die "Kapriolen", die Ewers mit dem "Zeit-Team" abliefert sind auf ein Minimum reduziert bzw. fügen sich stimmig in die Handlung ein. Neithadl-Off lügt, dass sich die Balken biegen, hat aber im feudalen System der Tessaler Erfolg damit, als Prinzessin eines mächtigen Sternenreiches aufzutreten. Ihre extrem exotische Erscheinungsform dürfte ihr dabei helfen.

Der Einflug in den Sternenhaufen, die Ankunft und Anwesenheit auf dem Hauptplaneten der Tessaler waren gut geschildert. Der Angriff der Vinnider brachte Spannung, und wieder wird ein neues Volk eingeführt, und in der Tat, ein ganzes Dickicht an neuen Rätseln tut sich auf. Seltsam fand ich jedoch, dass die Vinnider mit Quintadimwerfern schossen, eine recht exotische Waffe, wohingegen die STERNENSEGLER Impulsgeschütze einsetzte. Woher haben die Vinnider diese Waffen?

Dafür, dass Hubert Haensel kein Physiker ist, scheint er sich gut in die Astrophysik eingelesen zu haben, zumindest ist der Roman wohltuend frei von entsprechendem Nonsens. Mal sehen, welche Bedeutung schwarze Löcher noch haben werden, als Dimensionstunnel oder was auch immer.

Und allmählich werde ich neugierig, was eigentlich die wahre Geschichte von Neithadl-Off ist. Nussel und die Meisterdiebe, die kurz erwähnt wurden, habe ich nicht vermisst, aber auch hier scheint mir noch einiges möglich, z.B. eine unverhoffte Rückkehr in die Handlung zur Rettung unserer Helden.

Die Love-Story zwischen Neithadl-Off und Goman-Largo, auch dies nimmt allmählich interessante Formen an, und man kann wirklich gespannt sein, wie die Serie für die beiden enden wird.
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Re: "EVOLO" (750 bis 799)

Beitrag von Grauer Lord »

Atlan 780 ist ein routiniert geschriebener, ansonsten eher durchschnittlicher Roman, der die Abenteuer von Goman-Largo und Neithadl-Off im Reich der Tessaler fortsetzt. Die titelgebenden „Dimensionen der Realität“ entpuppen sich im Laufe des Romans als Metapher für die maßlosen Lügengeschichten der Vigpanderin; die ich ehrlich gesagt nur noch quer lese oder einfach ganz überblättere, weil mir das ganze doch etwas zu kindisch ist. Aus heutiger Sicht liegt bei ihren Gespinsten aus Lügen und extrapolierten Wahrscheinlichkeiten der Schluss zur Trump-Ära und den sog. „Alternativen Fakten“ nahe. Man fragt sich langsam, ob es bei der Vigpanderin überhaupt so etwas wie einen festen Boden der Realität gibt, eine Erinnerung, die wirklich auch so passiert ist. Aber Neithadl-Off ist ja eine der Guten, da wollen wir nicht allzu kritisch urteilen...

Wichtig ist, dass unser Duo auf Jammatos, der Heimatwelt der Vinnider, eine Zeitgruft entdeckt, in der der gestohlenen Heilige Kubus entdeckt wird. Der sich als recht gesprächig entpuppt, aber nicht erkennen lässt, nach welchen Prinzipien er eigentlich funktioniert. Mit seiner Hilfe geht es jedenfalls in einer tropfenartigen Kapsel nach Alchadyr, der eigentlichen Heimatwelt der Tessaler. In einer weiteren Zeitgruft lernen wir das Fortbewegungsmittel eines Time-Lift durch die verschiedenen Zeitebenen kennen; wobei ich mich frage, warum in diesem Zusammenhang, wie auch beim Timeshuttle, stets auf das altterranische Englisch zurückgegriffen wird. Es kommt zum Showdown mit einem Fremden (in dessen Verlauf Goman-Largo einem Energiestrahl ausweicht, der auf ihn abgefeuert wird; den Fehler gab’s also auch schon damals), der sich als Tessaler Nofradir maskiert hat. Der Fremde wirkt hysterisch bis wirr und ist wenig überzeugend charakterisiert. Möglich, dass sich hinter ihm der geheimnisvolle „Ritter“ aus dem Sternhaufen Schwert des Rächers verbirgt, der ja seit einiger Zeit sein Unwesen in der Handlung treibt.

Wie alle diese losen Fäden im Kugelsternhaufen Simmian zusammenhängen, warum es hier zwei Zeitgrüfte gibt und wer die rätselhaften Fremden waren, die dereinst die Tessaler gerettet, die Stimme des Schwarzen Zwerges und den Heiligen Kubus hinterlassen haben - nichts davon wird jetzt gelöst. Nächste Woche geht’s weiter mit Arndt Ellmer, Atlan und hoffentlich wieder etwas soliderer SF.
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Re: "EVOLO" (750 bis 799)

Beitrag von Lumpazie »

Im Jahr 1986 erschien der Band 781 der Atlan-Heftserie:

Das Ultimatum der Sturmreiter

von Arndt Ellmer

Bild

Innenillustration:

Bild


Handlung:

Handlung

Die Ligriden geraten in Manam-Turu immer mehr in Bedrängnis. Die Erkenntnisse über ihre Herkunft, die sie in der Galaxie Bennerton gewonnen haben, lassen sie verzweifeln. Viele der stolzen Kämpfer suchen den Freitod. Was Wissen, von den Hyptons aus den Fjukern gezüchtet zu werden und eigentlich kein auf natürliche Weise entstandenes Volk zu sein, ist für sie kaum zu verkraften. Die Ligriden ziehen ihre Flotte am Rande Manam-Turus zusammen.

Ghobor lässt eine Hyperfunkverbindung zu den Hyptons herstellen. Er spricht in der Nachricht von den verbrecherischen Machenschaften der Fledermauswesen und teilt mit, dass kein Ligride mehr ab jetzt auf der Seite der Hyptons stehen wird. Alle Soldaten sind aus Manam-Turu zurückgezogen worden, die Stützpunkte gesprengt. Er wünscht den Hyptons, dass EVOLO genauso mit ihnen verfahren wird, wie sie selbst es an den Fjukern praktiziert haben. Mit den Worten »Das Eis soll euch holen.« beendet Ghobor seine Ansprache. Etwa 20 Stunden später sammelt sich die ligridische Flotte zum Formationsflug.

In der Zwischenzeit unterbricht die STERNSCHNUPPE ihren Flug durch Manam-Turu. Atlan und seine Getreuen sind auf der Suche nach einer Spur EVOLOS. Das Raumschiff hat Aktivitäten der Ligriden ausgemacht, die eine Flotte zusammenziehen. Die STERNSCHNUPPE kehrt nach Aklard zurück.

Aksuum hat die Völker Manam-Turus nach Aklard eingeladen. Die Vertreter von 18 Völkern sind seinem Ruf gefolgt. Im Ratsgebäude von Ghyltirainen treffen Atlan und Anima auf Dschadda-Moi und auch auf Jurnaun. Noch bevor die Konferenz beginnt, wird Alarm ausgelöst. Die Informationen, die der Spion Chandor auf Usphar-Gulp sichergestellt hat, sind ausgewertet worden. Gleichzeitig treffen Nachrichten ein, dass in den Randbezirken Manam-Turus starke Raumschiffsverbände aus Chmacy-Pzan eingetroffen sind. Einzelne Schiffe stoßen in den Einflussbereich der Daila vor. Keines der Völker, deren Vertreter nach Aklard gekommen sind, ist bereit, den Daila in dem bevorstehenden Kampf zur Seite zu stehen.

Einzug und allein die Einheiten der Daila-Mutanten eilen herbei, um die gemeinsame Heimatwelt zu schützen. Die Hyptons kreisen die 100 Lichtjahre durchmessende Raumkugel ein, die den Machtbereich der Daila darstellt. Atlan, Anima, Chipol und Don Quotte verlassen mit der STERNSCHNUPPE Aklard und steuern die Hypton-Verbände an. Nach mehreren Fehlversuchen erklärt sich eine Traube der Hyptons bereit, mit dem Arkoniden zu sprechen. Der STERNSCHNUPPE werden Koordinaten übermittelt, die etwa 100 Lichtjahre vom Zentrumssektor Manam-Turus entfernt liegen. An diesem Ort ist eine kleine Relaisstation positioniert. Ein neuer Treffpunkt wird auf Drängen des Arkoniden angeboten, der einen Kampf verhindern will, den die Daila nicht überstehen werden. Auf Tobly-Skan soll Atlan die Traube treffen.

Während des Anfluges auf diese bedrohlich wirkende Welt steigen Atlan, Anima und Don Quotte nach einem Plan des Großwesirs schon beim Eintauchen in die Atmosphäre aus. Chipol bleibt für Notfälle in der STERNSCHNUPPE zurück. Das Schiff dreht ab und verlässt das Sonnensystem.

Die drei Gefährten kollidieren während ihres Fluges in niedriger Höhe mit einem bläulichen Energieschirm. Nach ihrem Absturz, den sie unverletzt überstehen, nähert sich ein Gleiter. Ein Fesselfeld fixiert Don Quotte. Stahlmänner fordern Atlan und seine Freunde auf, sie zum Dom der Ruhe zu begleiten.

In NEO-PZAN werden sie von der Traube der Sturmreiter empfangen. Die Hyptons verlangen die Überstellung der Ikuser, die kampflose Übergabe des Suuma-Systems, die Installierung von Stützpunkten auf allen wichtigen Welten der Daila, sowie den regelmäßigen Kontakt der führenden Persönlichkeiten zu den Trauben. Zudem fordern sie die Unterstützung Atlans, dessen Gefährten, der Daila und anderer wichtiger Völker und Personen im Kampf gegen EVOLO, der vernichtet werden soll.

Anima ist entschieden gegen eine Zerstörung EVOLOS und tut ihre Meinung auch kund. Nur Atlans Beschwichtigungsversuchen ist es zu verdanken, dass die Hyptons die Verhandlungen nicht sofort als gescheitert abbrechen. Dem Arkoniden wird eine Frist von drei Stunden eingeräumt, um sich mit den verantwortlichen Daila zu beraten. Doch das kleine Hyperfunkgerät, das Atlan mit sich führt, funktioniert nicht. Da eine Verbindung mit der STERNSCHNUPPE nicht hergestellt werden kann, ist auch die Beratung mit den Daila auf Aklard unmöglich. Die Hyptons, die die Gefährten nach dem Ablauf der Frist befragen, weisen jede Verantwortung für die Funkstörung von sich. Sie drohen mit dem Angriff auf Aklard.

Don Quotte macht Atlan auf einen Dolch aufmerksam, der wie aus dem Nichts aufgetaucht und ebenso wieder verschwunden ist. Erneut materialisiert der Dolch und wird nun auch von Atlan und Anima gesehen. Der Arkonide erinnert sich an den Geisterdolch von Cairon, dessen damaliger Besitzer Chossoph gewesen ist. Anima gelingt es, durch Konzentration den Dolch willentlich sichtbar oder unsichtbar zu machen. Auch Atlan ist in dieser Hinsicht erfolgreich. Anima veranlasst den Dolch, eine viereckige Öffnung in die Metallplatte ihrer Zellentür zu schneiden, in der sie die Hyptons untergebracht haben. Unsichtbar schwebt der Dolch vor der Vardi durch den Korridor. Während sie durch die Gänge eilen, meldet das Hyperfunkgerät plötzlich Bereitschaft. Um eine Ortung zu verhindern, schaltet Atlan das Gerät zunächst ab. Der Arkonide hat nun den Beweis, dass die Hyptons sie betrogen haben und nie wirkliche Verhandlungen aufnehmen wollten. Die Fledermauswesen wollten die Gefährten nur in ihre Gewalt bringen. Doch Atlan aktiviert das Gerät bald wieder, um Chipol zu informieren und eine Warnung an die Daila abzusetzen.

Auf ihrer weiteren Flucht schneidet der Dolch nochmals ein Loch in eine Wand. Don Quotte ist es nicht möglich, mit seinen Ortungsanlagen das Gelände zu erkunden. Geräusche deuten auf die Anwesenheit von Ligriden hin. In einer kleinen Zelle hält sich tatsächlich ein Ligride auf. Der Dolch geht wieder an die Arbeit und schnell ist die Zellentür aufgeschnitten. Der Ligride Raspor gibt sich als Diener des Gwyn aus, der von den Hyptons gefangen genommen wurde. Er hat angeblich schon von Atlan und zwei Begleitern gehört, die sich als Gefangene in dem Stützpunkt aufhalten. Schroff verlangt Anima von Raspor, dass er Einzelheiten über seine Herkunft preisgibt, was Atlan jedoch auf einen späteren Zeitpunkt verschieben will. Bei der Nennung der STERNSCHNUPPE gerät Raspor in Verzückung und kann es gar nicht mehr erwarten, das Schiff zu betreten.

Relativ unsanft stößt Anima den Ligriden zurück. Sie beginnt am ganzen Körper zu zittern. Der Dolch wird sichtbar. Die Waffe weicht vor Raspor zurück. Als der Ligride nach dem Dolch greifen will, legt sich eine Hand Don Quottes wie eine Stahlklammer um das Handgelenk Raspors. Die Warnung des Roboters, eventuell plötzlich ohne Helm dazustehen, tut der Ligride zunächst als belanglos ab, erklärt aber im nächsten Satz, mit dieser Schande nicht leben zu können. Er will in der Zelle bleiben.

Atlan und seine beiden Getreuen erreichen das Ende des Korridors, als ihnen Raspor nacheilt und anbietet, sie zu der ihnen abgenommenen Ausrüstung zu führen. Er will als Gegenleistung zu seinem Volk zurückgebracht werden. In einem Raum in einem Seitengang werden die Einsatzanzüge und die übrigen Ausrüstungsgegenstände gefunden, die ihnen die Stahlmänner abgenommen haben. Don Quotte meldet verstärkte Funkaktivität und Bewegungen von Stahlmännern im Stützpunkt. Atlan beobachtet misstrauisch das oberflächliche Verhalten des Ligriden, der Äußerungen von sich gibt, die zu auffällig sind, um nicht bemerkt zu werden. Raspor führt die Gruppe zu einem Hangar für kleinere Fahrzeuge. Der Dolch schneidet ein ovales Stück aus der dreischichtigen Metallwand heraus. Ein deaktivierter Antigravschacht dient als weiterfolgender Fluchtweg. Don Quotte nimmt den Ligriden unter den Arm und trägt ihn nach oben.

An der Oberfläche angekommen, rammt Don Quotte mit seinem Körper die Tür ins Freie so weit auf, dass die Gefährten hindurchschlüpfen können. Gleiter starten und rasen auf die Felswand zu, die das Tal umgibt. Don Quotte wirft eine Hochenergiegranate nach den Flugmaschinen. Die Fahrzeuge mit den Stahlmännern an Bord stürzen ab. Dicht über den Steppenboden fliegend, nähern sich Atlan, Anima, Don Quotte und Raspor dem ersten grünlich leuchtenden Schutzschirm. Der Geisterdolch berührt den Schirm und glüht dabei auf. Eine bogenförmige Lücke öffnet sich. Don Quotte durchquert mit Raspor im Arm als erster die Öffnung, Atlan und Anima folgen ihm. Die Orbiterin holt den Dolch zurück und die Lücke im Schirm schließt sich wieder.

Um den verfolgenden Stahlmännern ein Schnippchen zu schlagen, fliegt die Gruppe nicht direkt zum zweiten Schutzschirm, sondern steuert ein ausgedehntes Waldgebiet an. Dort schalten sie die Flugaggregate aus und gehen zu Fuß weiter. Es gelingt ihnen, in den Rücken der Stahlmänner zu gelangen, die die Suche zu Fuß aufnehmen. Sie laufen auf den Gleiter der Roboter zu. Ein zweites Fahrzeug eröffnet das Feuer. Don Quotte erwidert es und schießt den Angreifer ab. Für Atlan überraschend, bleibt Raspor trotz des Trümmerregens erstaunlich gelassen, als mache ihm die Bedrohung überhaupt nichts aus. Ein zweiter Gleiter schießt ebenfalls auf die kleine Gruppe. Don Quotte kann nicht zurückschießen, da er gezwungen ist, Raspor in seinen Schutzschirmbereich miteinzubeziehen und dadurch keine Waffe auslösen kann. Trotz all dieser Widerwärtigkeiten erreichen Atlan, Anima, Don Quotte und Raspor den abgestellten Gleiter der Stahlmänner und flüchten mit dem Fahrzeug, dessen Tank nur wenig Treibstoff beinhaltet. In dem bläulich schimmernden Schutzschirm bildet sich eine Strukturlücke und lässt den Gleiter ungehindert passieren. Als der Treibstoff zu Ende geht, wirft sich Raspor auf Atlan, stößt ihn zur Seite, aktiviert das Funkgerät und ruft im Namen Atlans die STERNSCHNUPPE. Da der Gleiter nur über ein Normalfunkgerät verfügt, ist das Handeln des Ligriden sinnlos.

Nach der Landung wenden sich Atlan und seine Gefährten zu einem Höhlengebiet in einem nahen felsigen Gelände, das Raspor bekannt ist. Inzwischen erreichen die Stahlmänner den notgelandeten Gleiter, der durch eine von Don Quotte platzierte Bombe explodiert und durch die erfolgten Beschädigungen der Fahrzeuge ihnen Zeit verschafft.

Nachdem sie sich in einer Höhle eingerichtet haben, wirft Raspor die Frage auf, warum die STERNSCHNUPPE nicht herbeigerufen wird. Atlan eröffnet ihm, dass sie dem Ligriden nicht über den Weg trauen. Raspor gibt sich als Unterhändler der Ligriden aus, der zu den Hyptons geschickt wurde, um mit ihnen über den Abzug seines Volkes aus Manam-Turu und die Auflösung des Neuen Konzils zu verhandeln. Anima glaubt seinen Ausführungen nicht. Die Aussage, dass er erst seit 20 Stunden ein Gefangener der Hyptons war, lässt Atlan stutzig werden. Der Abzug der Ligriden aus Manam-Turu ist bereits vier Tage her. Der Arkonide beauftragt Anima, den Dolch sichtbar werden zu lassen. Raspor sieht in der Waffe eine wichtige Hilfe für die Ligriden. Er bietet an dafür zu sorgen, dass die Freunde endgültig die Freiheit erlangen. Er glaubt nicht mehr, dass die STERNSCHNUPPE in der Nähe ist. Raspor will sie von Tobly-Skan wegbringen, wenn ihm dafür der Dolch überlassen wird.

Die Stahlmänner haben in der Zwischenzeit das Versteck gefunden und die Höhleneingänge besetzt. Während Raspor dem Arkoniden erneut die Freiheit gegen den Dolch anbietet, beginnt sich sein Körper aufzulösen und verschwindet. Die Stahlmänner nehmen die drei Gefährten fest. Sie werden wieder in die in Stand gesetzte bekannte Zelle gesperrt. Allerdings sind die Wände nun von paratronähnlichen Sperrschirmen gesichert. Als Anima den Dolch gegen die Tür steuert, beginnen dessen Konturen zu verschwimmen. Er wird halb transparent, verfestigt sich aber wieder. Dann löst er sich vollständig auf und kann nicht mehr zurückgeholt werden. Trotz ihrer Anzüge und der Ausrüstung ist ihnen eine Flucht nicht möglich. Sie werden von den Stahlmännern mit Lebensmitteln, Getränken und Hygieneutensilien versorgt. Don Quotte erhält einen Öl- und Schmiernapf, was dieser entschieden ablehnt.

Am dritten Tage ihrer Gefangennahme findet Atlan auf dem Fußboden der Zelle plötzlich einen Fetzen Papier mit einer Nachricht Raspors. Dieser wiederholt sein Angebot, sie gegen den Dolch zu befreien. Außerdem verlangt er die volle Unterstützung EVOLOS bei dessen Kampf gegen die Hyptons. Atlan muss dabei helfen, EVOLOS Stabilisierung zu erneuern. Der Zettel zerfällt zu Staub. Der Arkonide vermutet hinter Raspor, einen Agenten EVOLOS – Dharys. Dem Arkoniden bleibt nur die Hoffnung, dass ihre Gefangenschaft bald ein Ende finden wird, zumal Guray ein augenscheinliches Interesse am Geschehen um die Hyptons an den Tag legt, und EVOLO dringend Helfer für die Lösung seiner eigenen Probleme benötigt.

Der obige Text und Bilder wurde per GNU-Lizenz der Perrypedia entnommen.
Zuletzt geändert von Tiberius am 25. Juli 2021, 18:35, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Link zur Innenillustration repariert
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Re: "EVOLO" (750 bis 799)

Beitrag von Grauer Lord »

„Das Ultimatum der Sturmreiter“ ist ein klasse Roman von Arndt Ellmer, der damals wie heute zu meinen Lieblingsautoren gehört. Nach den vier vorangehenden, irgendwie verwirrenden Heften um die Tessaler (vielleicht ein erster Einsatz von H. G. Ewers als Exposeautor ?) geht’s jetzt mit Volldampf im Konflikt zwischen Hyptons, EVOLO und den Völkern Manam-Turus weiter.

Ellmer wirft Schlaglichter auf einen einsamen Daila-Spion, der von den Hyptons entdeckt und getötet wird. Die vom Trauma um ihre künstliche Herkunft erschütterten Ligriden sammeln sich und fliegen mit unbekanntem Ziel ab; nicht ohne auf einer geheimen Stützpunktwelt noch einen kollektiven Selbstmord von Ligriden am Fuß einer Klippe zu entdecken. Die Hyptons fahren derweil eine gigantische Invasionsflotte aus ihrer Heimatgalaxis Chmacy-Pzan auf, deren zahlenmäßige Stärke allerdings nicht geschildert wird. Planeten, die Atlans Weg gekreuzt haben, wie Latos-Tener aus Band 725, werden mal wieder erwähnt; auch Cairon spielt eine kleine Rolle, die Vergangenheit mit Psi-Sonne und den Vorfahren der Tessaler wird eingeflochten und das alles zu einem gut lesbaren Text verknüpft. Da fällt einem wieder auf, wie viele Abenteuer wir in dieser Galaxis mit-erlesen haben.

Dieses Patchwork der verschiedenen Szenerien aus einer inzwischen wohl vertrauten Galaxis ist die Stärke des Romans. Dazu gehört auch die gescheiterte Konferenz auf Aklard mit Dschadda-Moi. Der Schluss des Romans auf Tobly-Skan fiel dagegen etwas ab, einzig das Auftauchen des Geisterdolchs finde ich interessant und mysteriös. Denn das kann ja nur bedeuten, dass Guray, der ängstlich-neurotische-uralte Gegenpart des Erleuchteten seine Isolation auf Barquass langsam zu beenden scheint, in die er sich nach der Geburt EVOLOS begeben hatte. Dass der gefangene Ligride mit Dharys identisch ist, konnte man sich fast schon denken.

Der Roman endet mit der Gefangenschaft Atlans, Animas und Don Quottes bei den Hyptons. Derweil in Manam-Turu vielleicht schon die entscheidenden Schlachten toben. Ein guter Roman!
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Re: "EVOLO" (750 bis 799)

Beitrag von Grauer Lord »

Ich bin jetzt mal zwei Wochen hier raus und packe keine Atlan-Hefte in den Koffer; da ich Band 782 „Chaos in Manam-Turu“ aber schon durch habe, hier eine paar Takte, was mir gefallen hat und was nicht.

Ligriden-Spezialist Hans Kneifel sorgt hier für einen würdigen Abgang der durch und durch manipulierten Abkömmlinge von Zghmahkonen. Ein beeindruckender Treck aus tausenden Raumschiffen, sonstigen Stationen sowie den verbliebenen drei BASTIONEN (ich hätte gedacht, es wären mehr) zieht aus Manam-Turu ab um sich irgendwo unweit dieser Galaxis eine neue Heimat zu suchen. Wie es mit diesem interessanten Volk weitergeht, erfahren wir wohl eher nicht mehr; die Frage, was aus der Population der Zghmahkonen unter ihrem Anführer Dulugshur geworden ist, wo sie eigentlich im Diesseits gestrandet ist, das wartet allerdings noch auf Klärung.

Toll fand ich die (wenigen) Einzelheiten, die Hans Kneifel um Fartuloon und seine Herkunft eingestreut hat, aber ich bin ja eh ein Calurier-Fan, der sich sehr über die entsprechenden Enthüllungen in der Erstauflage freut. Sie deuten ja auf eine enge Verwandtschaft mit den Lemurern und gleichzeitig ein extremes Abgeschottetsein hin. Hier im Heft sagt Fartuloon denn auch, dass die Calurier älter als die frühen Arkoniden sind. Zu seinem geheimnisvollen Skarg deutet er „dunkle, blutige und hässliche Geschehnisse“ an, Gräueltaten, an denen er nicht unmittelbar beteiligt war. Solche „Athmo“ ist für mich das Salz in der Suppe, auch wenn wir wohl nie erfahren werden, was das Skarg eigentlich wirklich ist.

Ansonsten nähert sich eine Armada der Hyptons (die genannten 5000 Raumer kommen mir für den Begriff Armada ein bisschen wenig vor) Aklard und anderen Welten der Daila, Atlan schließt ein Bündnis mit EVOLO. Und der Geisterdolch signalisiert, dass auch Guray wieder im Spiel ist. Daraus kann man wohl bereits jetzt darauf schließen, dass das uralte Geschwister-Wesen des Erleuchteten bei der Lösung des Konflikts bis Band 799 eine Rolle spielen wird.
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Re: "EVOLO" (750 bis 799)

Beitrag von Lumpazie »

Im Jahr 1986 erschien der Band 782 der Atlan-Heftserie:

Chaos in Manam-Turu

von Hans Kneifel

Bild

Innenillustration:

Bild


Handlung:

Handlung

Auf Aklard beobachtet Fartuloon die Arbeiten an der Fertigstellung der MASCAREN. Die Ikuser unter dem Kommando von Klaspu bringen zahlreiche Verbesserungen und besondere Einbauten an. Der Bauchaufschneider ist von Chipol über die Gefangennahme Atlans und Animas durch die Hyptons informiert worden. Sobald die Arbeiten beendet sind, will er nach Tobly-Skan starten. Klaspu und einige weitere Ikuser werden ihn begleiten.

Zwei Tage später hebt die MASCAREN mit Fartuloon im Sessel des Kommandanten ab. Eine Kontaktaufnahme mit der STERNSCHNUPPE gelingt zunächst nicht. Die MASCAREN setzt Kurs auf Tobly-Skan. Der Planet soll in zahlreichen einzelnen Linearetappen angeflogen werden, um den überall in Manam-Turu lauernden Aufklärern der Hyptons das Ziel nicht vorzeitig zu verraten.

Chipol meldet sich und gibt die ihm bekannten Einzelheiten über Tolby-Skan bekannt. Fartuloon hört genau zu, bis die Verbindung aus ungeklärter Ursache zusammenbricht.

Der Flug der MASCAREN verläuft im Großen und Ganzen ziemlich ereignislos. Während eines der vielen Rücksturzmanöver in den Normalraum wird das Raumschiff von einem starken, direkt auf die MASCAREN gerichteten Funkstrahl getroffen. Die Sternenbrenner fordern die Auslieferung aller Ikuser, die Übergabe sämtlicher bewohnter Planeten mitsamt einer Installierung von Stützpunkten, sowie die Kontaktaufnahme hochrangiger Regierungsmitglieder der Daila mit den sich dann dort aufhaltenden Hypton-Trauben. Außerdem werden die Daila aufgefordert, die Fledermauswesen in ihrem Kampf gegen EVOLO rückhaltlos zu unterstützen. Die Sternenbrenner geben auch die Gefangennahme Atlans, Don Quottes und Animas bekannt. Fartuloon lässt die Nachricht nach Aklard weiterleiten, ehe die MASCAREN ihren Flug fortsetzt.

Etwa 51 Lichtjahre vor ihrem Ziel wird die MASCAREN während einer Linearetappe plötzlich abgebremst und fällt in den Normalraum zurück. Obwohl die Geräte eigentlich einwandfrei funktionieren, versagen sie mangels fehlender Hyperenergie den Dienst. Es sind keine Schäden am Schiff festzustellen. Die MASCAREN ist von einer »überdimensionalen Nullfront« weich abgebremst worden. Der Besatzung begegnen seltsame graue Schattengestalten. Außerdem sind Geräusche zu hören, die einem halblauten Stimmengewirr gleichen. Die Schatten nehmen immer deutlichere Konturen an. Schließlich erkennt Fartuloon unzweifelhaft sich selbst und den jungen Atlan. Somso kann einen Hilferuf, der irgendetwas mit Technik zu tun hat, empfangen. Jaspara und Fliedo messen außerhalb des Schiffes eine Folge von schwachen psionischen Entladungen an. In der Kommandozentrale erscheinen drei Gestalten – Fartuloon, Atlan und ein Zwerg, der mit einem Dolch herumfuchtelt. Die Begriffe »Hilfe«, »Große Gefahr« und »Psionische Verwirrung« werden durch Gesten dargestellt. Atlan verschwindet.

Ihm folgt bald Fartuloon. Der Zwerg mit dem Dolch bleibt existent. Fliedo misst einen Anstieg der psionischen Energie. Um die MASCAREN entstehen weiße Gebilde, die sich zu einer riesigen Wolke vereinen, die das Schiff einschließt und sich über einige Lichtminuten erstreckt.

Ein ikuserähnliches Wesen taucht auf und greift den Zwerg mit psionischen Energien an, bis dieser verschwindet. Auch der fremde Ikuser, der Fliedo stark ähnelt, verschwindet.

Fliedo kommt zu dem Schluss, dass es sich bei der weißen Wolke um EVOLO handelt. Der Doppelgänger des Ikusers war Dharys. Als der falsche Fliedo wieder erscheint, fordert Fartuloon ihn auf, sich in seiner wahren Gestalt zu zeigen. Dharys bringt nun ein Angebot EVOLOS vor, der den Kampf gegen die Hyptons aufnehmen will, wenn Atlan und dessen Gefährten, die Daila und die Ikuser bei der Stabilisierung EVOLOS helfen. Der Calurier fordert die sofortige Bewegungsfreiheit der MASCAREN sowie Unterstützung bei der Befreiung Atlans. Dharys bleibt an Bord. Die Überdimensionale Nullfront verschwindet und die MASCAREN nimmt Fahrt auf. Erneut werden Aklard sowie Chipol über die Ereignisse in Kenntnis gesetzt.

Rund zehn Lichtminuten von Tobly-Skan entfernt, verbirgt sich die MASCAREN hinter einem Schwarm kleiner Asteroiden. Mit der ARIE fliegen Fartuloon und Dharys den Planeten an. Ihr erstes Ziel ist GLIKK-AMUN.

Nach der Landung der ARIE teleportiert Dharys in den Stützpunkt. Es gelingt ihm, einen Teil der schwächeren Schirmfelder zu überwinden, die den Stützpunkt einhüllen. An den inneren Barrieren scheitert Dharys. Stahlmänner tauchen auf. Der ehemalige Daila schafft es durch geschickt durchgeführte Teleportationen, dass die Roboter ungewollt aufeinander schießen. Etwa ein Dutzend der Maschinen haben schon ihren Geist aufgegeben. Fartuloon wird von Dharys nahe einem Eingang in die Kuppel abgesetzt. Ein Stahlmann, der in der Luft schwebt, wird von Fartuloon mit seiner schweren Strahlwaffe zerstört. Es ist nicht der einzige Roboter, der dem Calurier zum Opfer fällt. Mit weit vorgestrecktem Skarg läuft Fartuloon weiter, in der Hoffnung, dass das geheimnisvolle Schwert ihn vor den paratronähnlichen Schutzschirmen bewahren wird. Das Skarg vollbringt die erhoffte Wirkung. Die Spitze des Schwertes dringt in den Schirm, der die Metallplatte des Schotts schützt. Fartuloon kann den Öffnungshebel betätigen und das Schott aufziehen. Ein massiver Metallrahmen mit einem Gitter sowie eine Energiewand stellen für das Skarg neuerlich kein Hindernis dar. Der Calurier befindet sich nun im Inneren der Kuppel. Vor ihm erhebt sich ein etwa 40 Meter hohes Raumschiff. Der Dolch schwebt plötzlich vor Fartuloon, den er schon in der MASCAREN bei dem schattenhaften Zwerg gesehen hat. Dharys materialisiert und deutet auf einen dunklen Würfel. Dorthin soll sich Fartuloon auf schnellstem Weg begeben. Dieser transportable Teil ist von bläulich schimmernden Schirmen umgeben. Der Dolch und das Skarg schneiden runde Öffnungen in die Energiewände. Gleichzeitig umhüllt der Dolch das Schwert wie eine Haut aus dichtem Staub. Fartuloon bearbeitet die Metalltür des Gefängnisses mit der Klinge des Schwertes, bis sie sich öffnet. Die letzte Tür der Gefängniszellen ist verschlossen. Drei Strahlschüsse zerstören die Halterungen. Mit dem Stiefel seines Raumanzuges tritt Fartuloon die Tür ein. In der Zelle wartet Atlan. Nach einem kurzen Informationsaustausch machen sich die beiden Freunde auf den Weg zur ARIE. Außerhalb der Kuppel tummeln sich zahlreiche Stahlmänner, die allerdings ein seltsames Verhalten an den Tag legen. Sie arbeiten nicht mit der gewohnten Zuverlässigkeit und scheinen etwas oder jemanden zu suchen. Ob Dharys oder der Geisterdolch dafür verantwortlich sind, ist zu diesem Zeitpunkt nicht klar. Dharys materialisiert bei den beiden Freunden und teleportiert mit ihnen direkt vor die ARIE. Fartuloon startet das kleine Boot. Der Kurs führt in weitem Bogen um den Dom der Ruhe herum auf JIKO-PZAN zu.

Das Gelände um die Kuppelstation ist von Stahlmännern mit kleinen transportablen Geschützen besetzt. Dharys teleportiert mit Atlan und Fartuloon zum Schaft der Sendeantenne unweit des Eingangs. Von dort aus nehmen der Arkonide und der Calurier die Stahlmänner unter Feuer. Das Skarg baut um die beiden Freunde einen transparenten, kugelförmigen Schutzschirm auf. Kurz vor den paratronartigen Schirmsystemen, die den Eingang in die Kuppel schützen, materialisiert der geheimnisvolle Geisterdolch erneut. In den ersten Schirm schneidet der Schattendolch eine kreisförmige Öffnung, durch die Atlan und Fartuloon schlüpfen können. Auf dieselbe Art und Weise werden die nächsten Sperren überwunden. Im Innern der Kuppel finden sie einen kastenförmigen Bau, der von schimmernden paratronähnlichen Schirmen gesichert wird. Der Geisterdolch schafft es wieder, die Energiefelder zu öffnen. Nach wenigen leeren Zellen finden die Freunde zuerst Don Quotte. In der letzten Zelle wartet Anima auf ihre Befreier. Als die Gruppe auf den Ausgang zuhastet, ist der Geisterdolch wieder verschwunden. Draußen materialisiert Dharys und verschwindet mit dem Roboter und Anima. Bald darauf werden auch Atlan und Fartuloon abgeholt. Mit der Bemerkung, anderswo gebraucht zu werden, verschwindet Dharys aus der ARIE. Fartuloon startet das Beiboot. Atlan nimmt Kontakt mit Chipol auf und fordert den jungen Daila auf, sich mit der STERNSCHNUPPE in Sicherheit zu bringen. Dann spricht er mit der MASCAREN, die ihnen entgegenfliegen und ein Schleusenmanöver vorbereiten soll. Die Abwehreinrichtungen der Station JIKO-PZAN scheinen nach dem Verschwinden von Dharys wieder einwandfrei zu funktionieren und nehmen die ARIE unter Feuer. Immer wieder schlagen die Energiestrahlen in die Schutzschirme des Beibootes ein. Hypton-Schiffe, die von Tobly-Skan starten, kommen zu spät, um die ARIE noch abzufangen. Mit einem kontrollierten Manöver landet Fartuloon das Beiboot im Hangar der MASCAREN.

Die Besatzung der MASCAREN kann vermelden, dass die STERNSCHNUPPE in den Linearraum eingetreten und somit in Sicherheit ist. Die MASCAREN selbst beschleunigt mit Höchstwerten. EVOLO manifestiert sich und baut eine überdimensionale Nullfront auf. Die Hypton-Schiffe von Tobly-Skan und weitere aus Manam-Turu heranrückende Verbände können die MASCAREN nicht mehr aufhalten, die in den Linearraum übertritt. EVOLO hat sich an die Abmachung gehalten.

Die STERNSCHNUPPE und die MASCAREN landen auf Aklard. Die dailanischen Aufklärer melden, dass sich die Verbände der Hyptons noch immer an denselben Stellen aufhalten, untätig und drohend. Auf Aklard aufgefangene Funksprüche sagen aus, dass die Krelquotten und die Bathrer keine Chance sehen, gegen die Übermacht der Hyptons etwas auszurichten. Daher werden sie den Daila nicht helfen.

Die mehr als 5000 Kampfschiffe der Hyptons bilden fünf Angriffskeile, die mit mäßiger Geschwindigkeit in das Zentrum von Manam-Turu vorstoßen. Der mittlere Teil umfasst rund 800 Schiffe, deren Flugrichtung direkt auf Aklard zeigt. Fliehende Raumschiffe der Daila werden von einzelnen Kampfschiffen verfolgt. 280 Raumschiffe der Daila stellen sich den Hyptons entgegen. Atlan und Fartuloon bleibt nur zu warten. Anima ist davon überzeugt, dass EVOLO ihnen helfen wird.

Der obige Text und Bilder wurde per GNU-Lizenz der Perrypedia entnommen.
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Re: "EVOLO" (750 bis 799)

Beitrag von Yman »

Lumpazie hat geschrieben: 17. Juli 2021, 09:36 Im Jahr 1986 erschien der Band 780 der Atlan-Heftserie:

Dimensionen der Realität

von Falk-Ingo Klee
Grauer Lord hat geschrieben: 20. Juli 2021, 16:26 Atlan 780 ist ein routiniert geschriebener, ansonsten eher durchschnittlicher Roman, der die Abenteuer von Goman-Largo und Neithadl-Off im Reich der Tessaler fortsetzt. Die titelgebenden „Dimensionen der Realität“ entpuppen sich im Laufe des Romans als Metapher für die maßlosen Lügengeschichten der Vigpanderin; die ich ehrlich gesagt nur noch quer lese oder einfach ganz überblättere, weil mir das ganze doch etwas zu kindisch ist.
Den Romantitel als Metapher zu sehen ist eine sehr treffende Beobachtung. Mit den von Neithadl-Off errichteten Lügengebäuden habe ich auch so meine Probleme, und seien sie noch so kunstvoll errichtet. Interessant bei dieser Figur finde ich tatsächlich die Frage, was an ihr überhaupt echt ist. Sie ist natürlich wissenschaftlich gebildet, rednerisch begabt und wagemutig, und vor allem natürlich in ihrer Erscheinungsform exotisch, was ich dieser Figur immer zugute halten kann. Sie ist keine Kämpferin, setzt ihren Körper aber dann und wann geschickt ein, z.B. in diesem Roman mit dem magischen Würfel. Die Lügengeschichten quer zu lesen habe ich mir aber auch schon überlegt.
Grauer Lord hat geschrieben: 20. Juli 2021, 16:26 Wichtig ist, dass unser Duo auf Jammatos, der Heimatwelt der Vinnider, eine Zeitgruft entdeckt, in der der gestohlenen Heilige Kubus entdeckt wird. Der sich als recht gesprächig entpuppt, aber nicht erkennen lässt, nach welchen Prinzipien er eigentlich funktioniert. Mit seiner Hilfe geht es jedenfalls in einer tropfenartigen Kapsel nach Alchadyr, der eigentlichen Heimatwelt der Tessaler. In einer weiteren Zeitgruft lernen wir das Fortbewegungsmittel eines Time-Lift durch die verschiedenen Zeitebenen kennen; wobei ich mich frage, warum in diesem Zusammenhang, wie auch beim Timeshuttle, stets auf das altterranische Englisch zurückgegriffen wird.
Solche Begriffe wie Time-Lift sind eigentlich unnötig, vor allem Time, da hätte es auch Zeit-Lift getan, aber es wäre mal interessant, die Verwendung englischer Ausdrücke in der damaligen Zeit zu untersuchen. Heute ist Englisch sicher weiter ins Deutsche eingesickert und klingt weit weniger geheimnisvoll. Meine Vermutung ist aber auch, dass man vielleicht vermeiden wollte, Begriffe vorzeitig zu verbrauchen. Also, wenn man später noch mal Zeit-Lifte und Zeit-Fähren usw. bräuchte. Theoretisch könnte man auch mal ein paar Fragen an die noch lebenden Autoren Klee, Ellmer und Haensel richten, was es mit dem einen oder anderen in der Atlan-Serie damals auf sich hatte.
Grauer Lord hat geschrieben: 20. Juli 2021, 16:26 Es kommt zum Showdown mit einem Fremden (in dessen Verlauf Goman-Largo einem Energiestrahl ausweicht, der auf ihn abgefeuert wird; den Fehler gab’s also auch schon damals), der sich als Tessaler Nofradir maskiert hat. Der Fremde wirkt hysterisch bis wirr und ist wenig überzeugend charakterisiert. Möglich, dass sich hinter ihm der geheimnisvolle „Ritter“ aus dem Sternhaufen Schwert des Rächers verbirgt, der ja seit einiger Zeit sein Unwesen in der Handlung treibt.

Wie alle diese losen Fäden im Kugelsternhaufen Simmian zusammenhängen, warum es hier zwei Zeitgrüfte gibt und wer die rätselhaften Fremden waren, die dereinst die Tessaler gerettet, die Stimme des Schwarzen Zwerges und den Heiligen Kubus hinterlassen haben - nichts davon wird jetzt gelöst. Nächste Woche geht’s weiter mit Arndt Ellmer, Atlan und hoffentlich wieder etwas soliderer SF.
Rätsel gibt es im Moment tatsächlich mehr als genug. Etwas überraschend fand ich, dass der Gegner über einen Fiktivtransmitter verfügte. Diese sollten im Perryversum eigentlich selten sein, aber alternativ hätte der Gegner auch einfach ein Teleporter sein können.

Der Roman bietet aber noch einiges mehr, neben Neithadl-Offs Lügengebäuden auch mehr oder weniger komplexe Fallensysteme, z.B. die Zeitgruft als SF-Variante eines Escape Rooms. Interessant finde ich auch, wie sich SF strukturell ähnelt. Mr. Spock hat seinen Tricorder, Doctor Who seinen Sonic Screwdriver, und der Modulmann hat seine Module.

Das sich abzeichnende Handlungskonzept, den Modulmann und die notorische lügende Para-Zeithistorikerin immer wieder aus einer Falle/Zeitgruft in die nächste zu schicken bzw. entkommen zu lassen, könnte auf Dauer sehr ermüdend werden. Ich bin gespannt, was den Autoren einfällt, damit diese Handlungsschiene nicht zu einer Sackgasse wird, und ob Goman-Largo und Neithadl-Off neben dem Kubus wieder ein paar Begleiter bekommen.
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Re: "EVOLO" (750 bis 799)

Beitrag von Yman »

Lumpazie hat geschrieben: 25. Juli 2021, 11:07 Im Jahr 1986 erschien der Band 781 der Atlan-Heftserie:

Das Ultimatum der Sturmreiter

von Arndt Ellmer
Grauer Lord hat geschrieben: 25. Juli 2021, 13:35 „Das Ultimatum der Sturmreiter“ ist ein klasse Roman von Arndt Ellmer, der damals wie heute zu meinen Lieblingsautoren gehört. Nach den vier vorangehenden, irgendwie verwirrenden Heften um die Tessaler (vielleicht ein erster Einsatz von H. G. Ewers als Exposeautor ?)
Diesen Gedanken, dass man hier eine Kostprobe des Wirkens von Ewers als Expokrat zu lesen bekommt, hatte ich auch. Der Roman von Ellmer hat mir aber auch sehr gut gefallen, und ich sehe ihn auch als einen der besten Autoren der Serie.
Grauer Lord hat geschrieben: 25. Juli 2021, 13:35 Ellmer wirft Schlaglichter auf einen einsamen Daila-Spion, der von den Hyptons entdeckt und getötet wird. Die vom Trauma um ihre künstliche Herkunft erschütterten Ligriden sammeln sich und fliegen mit unbekanntem Ziel ab; nicht ohne auf einer geheimen Stützpunktwelt noch einen kollektiven Selbstmord von Ligriden am Fuß einer Klippe zu entdecken. Die Hyptons fahren derweil eine gigantische Invasionsflotte aus ihrer Heimatgalaxis Chmacy-Pzan auf, deren zahlenmäßige Stärke allerdings nicht geschildert wird. Planeten, die Atlans Weg gekreuzt haben, wie Latos-Tener aus Band 725, werden mal wieder erwähnt; auch Cairon spielt eine kleine Rolle, die Vergangenheit mit Psi-Sonne und den Vorfahren der Tessaler wird eingeflochten und das alles zu einem gut lesbaren Text verknüpft. Da fällt einem wieder auf, wie viele Abenteuer wir in dieser Galaxis mit-erlesen haben.
Die ersten zwei Kapitel haben es in sich, zuerst der Tod des als Ligriden verkleideten Daila-Spions, dann der Abzug der völlig demoralisierten Ligriden. Von der stolzen Gwyn-Kultur ist nicht mehr viel übrig, und auch die philosophischen Gward sind nur noch ein Schatten ihrer selbst. Danach in Kapitel 3 tritt Atlan auf den Plan, der in einer fast aussichtslosen Situation verhandeln will. Das hätte er sich fast sparen können. Er hätte auf Anima hören sollen, aber so ist es nun mal. Der Zyklus muss auch ein paar Irrwege gehen können, um einige Möglichkeiten auszuloten. Interessant ist, dass die Hyptons nicht nur Truppen aus ihrer Heimat holen, sondern auch bessere Informationen, z.B. dass Atlan ein Kristallprinz war.

Bei Anima spürt man mittlerweile, dass sie auf dem richtigen Weg ist, auch wenn das bedeutet, dass man die Lösung des EVOLO-Problems nun schon erahnen kann: Erst ein Bündnis, dann die Positivierung. Die Hyptons als Leidtragende dieses Bündnisses werden sich ihr Scheitern in Manam-Turu vielleicht schon eingestehen müssen. Ein echtes Konzil haben sie ohnehin nicht zustande gebracht. Sie sind letztlich nicht besser als die Laren, nur etwas subtiler im Vorgehen.
Grauer Lord hat geschrieben: 25. Juli 2021, 13:35 Dieses Patchwork der verschiedenen Szenerien aus einer inzwischen wohl vertrauten Galaxis ist die Stärke des Romans. Dazu gehört auch die gescheiterte Konferenz auf Aklard mit Dschadda-Moi. Der Schluss des Romans auf Tobly-Skan fiel dagegen etwas ab, einzig das Auftauchen des Geisterdolchs finde ich interessant und mysteriös. Denn das kann ja nur bedeuten, dass Guray, der ängstlich-neurotische-uralte Gegenpart des Erleuchteten seine Isolation auf Barquass langsam zu beenden scheint, in die er sich nach der Geburt EVOLOS begeben hatte. Dass der gefangene Ligride mit Dharys identisch ist, konnte man sich fast schon denken.

Der Roman endet mit der Gefangenschaft Atlans, Animas und Don Quottes bei den Hyptons. Derweil in Manam-Turu vielleicht schon die entscheidenden Schlachten toben. Ein guter Roman!
Sogar sehr gut, auch den Schluss fand ich sehr gut, eine schöne Scharade, die - ich gehe auch davon aus, dass er es war - Dharys da abliefert. Bei dem Dolch habe ich die Idee, dass er sogar einen ähnlichen Ursprung wie Fartuloons Skarg haben könnte, aber vielleicht ist das bei aller Ähnlichkeit zu weit hergeholt.
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