Klassiker-Zyklus: die Zeitchirurgen (800 - 850)

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Lumpazie
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Re: Klassiker-Zyklus: die Zeitchirurgen (800 - 850)

Beitrag von Lumpazie »

Im Jahr 1987 erschien der Band 804 der Atlan-Heftserie:

Der Sextaspürer

von Hubert Haensel

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Innenillustration:

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Handlung:

Nach ihrem überhasteten Aufbruch von Livett befinden sich Colemayn und Geselle an Bord der URSTARK. Der Sternentramp und der als sein Sohn zurecht gemachte Roboter teilen sich eine Kabine auf dem heruntergekommenen Frachter. Dessen Ziel, der Planet Yekdemp, ist nur 18 Lichtjahre entfernt von New Marion, der Heimatwelt der Celester, die Colemayn als nächstes aufzusuchen plant.

Überraschenderweise treffen Geselle und sein Vater bereits in der Kantine der URSTARK auf einen angeblichen Celester, der sich ihnen als Hardeley vorstellt. Er versucht, sich mit ihnen zu verbrüdern, weil, wie er sagt, der Mannschaft nicht zu trauen sei. Colemayn ist jedoch von Beginn an argwöhnisch und bleibt es selbst dann, als der Fremde ihm problemlos auf englisch antwortet.

Hardeley will während des Essens von einem Schatz berichten, löst dann jedoch einen Aufruhr in der Kantine aus, der in eine Schlägerei mündet. Sowohl er als auch Colemayn und Geselle werden daraufhin angewiesen, den Rest der Reise in ihren Unterkünften zu verbringen.

Da niemand sie zu den Kabinen geleitet, lassen sich Colemayn und Geselle überreden, den Fremden mit zu sich zu nehmen. Obwohl Colemayn deutlich gemacht hat, dass er den Schatz für Raumfahrergarn hält, lässt sich Hardeley nicht bremsen. Er erzählt vom Schatz mit den vielen Namen, den er als Ehernen Smaragd kenne. Ein Wunder, dass sämtliche Probleme löse, halb Alkordoom sei auf der Suche danach, behauptet der angebliche Celester und verabschiedet sich.

Während der Unterhaltung haben sich für Colemayn die Verdachtsmomente erhärtet. Er will mit Geselle darüber reden, dieser wirkt jedoch etwas abgelenkt. Der Roboter läuft unruhig herum, kriecht dann unter das Bett und bringt kurz darauf eine Spionsonde zum Vorschein, die er umgehend zerstört.

Irgendwo in Alkordoom:

Die STEPPENWOLF, ein Raumschiff der Vermes befindet sich auf der Flucht vor der deutlich überlegenen RAUBWURM, ebenfalls ein Vermes-Schiff. Shah Run Tai, Vormann der STEPPENWOLF, ignoriert sämtliche Forderungen beizudrehen und sich seinen Häschern auszuliefern. Er hat etwas bei sich, sicher verwahrt, das jedes Risiko wert ist – eine Karte die er kürzlich einem Schiffbrüchigen abgenommen hat. Die STEPPENWOLF gerät mehr und mehr unter Beschuss. Der Vormann schließt noch seinen Raumanzug, dann schlägt er auf den Auslöser der nächsten Transition, wohl wissend, dass die Energiespeicher nicht ausreichend gefüllt sind. Sekunden später löscht ein Feuer sein Bewusstsein aus.

In der Nacht wird Colemayn unsanft aus dem Schlaf gerissen, Geselle hat auf dem Gang ungewöhnliche Geräusche wahrgenommen. Als sie das Kabinenschott öffnen, sehen sie wie Hardeley von einigen Besatzungsmitgliedern aus seiner Kabine gezerrt wird. Den lauten Stimmen ist zu entnehmen, dass sie ihr Opfer für viel zu geschwätzig halten. Colemayn und sein Roboter greifen in die Auseinandersetzung ein, werden jedoch bald durch die Stimme Treg Hermons' unterbrochen, der plötzlich hinter ihnen steht. Der Kapitän weist die Mannschaft in ihre Schranken und erinnert die Passagiere daran in den Kabinen zu bleiben. Dann heulen die Schiffskonverter auf und Alarmsignale gellen durch die Gänge.

Shah Run Tai kommt nur langsam wieder zu sich. Von Schmerzen gepeinigt müht er sich seine Gedanken zu klären, nach und nach erinnert er sich. Er lässt sich von seinem Raumanzug ein belebendes Medikament verabreichen. Als er sich umblickt, wird ihm bewusst, dass er im freien Raum treibt, umgeben von den Trümmern seines Schiffs.

Aufgrund der unkontrollierten Transition kann er davon ausgehen, dass die RAUBWURM seine Spur verloren hat. Zehn Tage reichen seine Vorräte, aber bereits in fünf Tagen wird er die unverdauliche Kapsel ausscheiden, die seinen wichtigsten Besitz enthält – die Karte. Er muss vorher gerettet werden! Doch als er seinen Notsender aktiviert, bleibt dieser stumm. Todesangst ergreift den ehemaligen Vormann.

Tagelang treibt Shah Run Tai nur halb wach durch das All, träumt von dem Schatz, dem Ewigen Wurm, und wie er ihn endlich findet. Plötzlich reißt ihn das Aufheulen seiner Anzugaggregate aus seinen Gedanken. Lichtblitze flackern rundherum. Ein riesiges Stahlungeheuer im Schutz seines Energieschirms bahnt sich einen Weg durch die Trümmerwolke, direkt in Richtung des Schiffbrüchigen. Im letzten Moment jedoch bricht der Schirm zusammen, schafft es nur noch Shah Run Tai zur Seite zu schleudern. Dieser verfängt sich in einer Antennenanlage.

Colemayn und Geselle holen ihre Raumanzüge und folgen Kapitän Hermons in die Zentrale, darauf vertrauend dass sich niemand um sie kümmert. Wie dort festgestellt wird, hat der alte Frachter die Kollisionen weitgehend unbeschadet überstanden. Bilder einer Robotsonde zeigen jedoch ein Objekt an, das Wärmestrahlung aussendet. Der Kapitän lässt es bergen und auf die Brücke bringen.

Während die Anwesenden noch diskutieren, öffnet sich das längliche Behältnis. Ein knapp vier Meter langer wurmähnliches Wesen kommt heraus. Einige Crewmitglieder untersuchen den Raumanzug und finden eine Kapsel. Der Fremde ist daraufhin nur noch unter Androhung von Waffengewalt im Zaum zu halten.

Dem Kapitän gelingt es ohne Schwierigkeiten die Kapsel zu öffnen und ihr eine Sternkarte zu entnehmen. Sie führt zum Ehernen Smaragd und ist deutlich genauer als alles was die Besatzung bis dahin besessen hat.

Treg Hermons lässt den Fremden abführen und einsperren. Seinen ungebetenen Gästen gibt er den guten Rat zu vergessen, was sie gesehen haben.

Nachdem sie eine Weile in ihrer Kabine verbracht haben, beschließt Geselle sich im Schiff umzusehen. Gegen Colemayns Willen macht er sich auf. Auf dem Weg zu den Laderäumen nähert sich ihm ein Crewmitglied. Es ist Trebu, ein Chewka. Der Roboter folgt ihm heimlich.

Sie gelangen in einen lange nicht benutzten Frachtraum. Geselle verbirgt sich und wird Ohrenzeuge einer Verschwörung. Kapitän Hermons und Chroch, ein Echsenwesen, haben Trebu bereits erwartet. Der Kapitän, offensichtlich auch der Rädelsführer, will am Zielort der Reise die anderen Schiffsinsassen töten und den Yekdempern den Sextaspürer rauben, der ihren Planeten umkreist. Er soll es ermöglichen den Ehernen Smaragd zu finden. Plötzlich klingt erneut Alarm durch das Schiff, Shah Run Tai, das Wurmwesen, ist ausgebrochen. Niemand hat gewusst, dass er mit seinem Körper Säure produzieren kann.

Geselle sieht in dem Vermes einen möglichen Bundesgenossen und er macht sich auf die Suche.Tatsächlich wird er nach einiger Zeit fündig, in der Kabine eines Besatzungsmitglieds. Der Vermes bedroht den Bewohner mit einem Strahler. Es ist Harru, ein einäugiges Wesen, das verängstigt auf seinem Bett hockt. Geselle kann Shah Run Tai entwaffnen, dieser setzt jedoch eine körpereigen Waffe ein, er schießt mit giftigen Stacheln. Natürlich ist der Roboter immun gegen derartige Attacken, jedoch wird auch Harru getroffen. Er verliert das Bewusstsein.

Daraufhin benutzt Geselle seinen eingebauten Lähmstrahler und setzt den Vermes kurzzeitig außer Gefecht. In den nächsten Stunden kümmert der Roboter sich um den Bewusstlosen und versucht parallel eine grundlegende Kommunikation mit Shah Run Tai zu erreichen. Er kommt schließlich zu der Einsicht dass er Hilfe benötigt. Nachdem er dem Vermes klargemacht hat, an Ort und Stelle zu bleiben, holt er Colemayn.

Der Sternentramp greift zu seiner Whiskyflasche, und flößt dem Einäugigen eine großzügige Portion ein, der kommt kurz darauf wieder zu sich, ist aber völlig betrunken. Dieser Umstand erweist sich als äußerst Vorteilhaft, als Treg Hermons über den Interkom ruft. Der Kapitän legt nach kurzem Gespräch wutentbrannt auf.

Bei seinen wenigen Worten hat Harru einen Zwilling erwähnt, das hat den Sternentramp hellhörig gemacht. Er befragt den Einäugigen genauer und erfährt, dass dieser früher im engsten Bereich Yog-Mann-Yogs gearbeitet hat. Colemayn und Geselle erfahren ungeahnte Details über den Tod der Facette. Harru fällt schließlich in einen tiefen Schlaf.

Da Shah Run Tai sich friedlich verhält – wenn auch keine brauchbare Kommunikation mit ihm zustande kommt – legt sich auch Colemayn schlafen. In der Zwischenzeit erreicht die URSTARK ihr Ziel. Geselle beobachtet über den kabineneigenen Bildschirm die Annäherung an Yekdemp. Kurz nach Colemayns Erwachen passiert das Schiff eine Orbitalstation, den Sextaspürer.

In diesem Moment macht sich Harru bemerkbar. Er hat eine Waffe in der Hand, paralysiert Colemayn und schießt anschließend auch auf Geselle. Dieser entschließt sich, seine wahre Natur nicht zu offenbaren. Er mimt gekonnt den Bewusstlosen.

Die beiden werden in einen anderen Raum gesperrt, jedoch gelingt es Geselle schnell sich wieder zu befreien. Während er durch das Schiff streift, bemerkt er eine Serie von Detonationen. Offensichtlich soll möglichst glaubwürdig eine Havarie vorgetäuscht werden. Plötzlich nimmt der Roboter eine Gestalt wahr, er verbirgt sich und beobachtet Hardeley. Als sich weitere Schritte nähern passiert etwas völlig Unerwartetes, Hardeley schrumpft in Sekundenbruchteilen auf die Größe einer Mücke und schwirrt davon. Geselle fällt nur eine Erklärung ein: Hardeley ist ein Strukturwandler.

Die sich nähernden Schritte gehören einem Thorrater, Geselle kann sich nicht vor ihm verstecken und paralysiert ihn. Sekunden später treten wieder einmal die Alarmsirenen in Aktion. Der Roboter sieht sich genötigt zu Colemayn zurückzukehren, macht allerdings noch einen Abstecher in Harrus Kabine. Dort schaltet er sich in die Bordkommunikation ein und erhält Einblick in die Zentrale.

Kapitän Hermons versucht händeringend einen Yekdemper zu überzeugen, dass das Schiff havariert ist, scheitert jedoch. Die Yekdemper schicken eine Staffel Abfangjäger und zwingen den Frachter zur Landung. Diese Informationen genügen Geselle, er kehrt zu Colemayn zurück. Die beiden werden gleich danach freigelassen.

Die URSTARK kommt auf einer abgelegenen Piste in einem Wüstengebiet zum stehen. Ihre Insassen, darunter auch Shah Run Tai, werden von vollautomatischen Fahrzeugen abgeholt und anschließend eingesperrt. Colemayn und Geselle haben Glück, sie teilen dieselbe Zelle.

Als Geselle verhört wird, beschließt er den Yekdempern die Wahrheit zu sagen. Er informiert sie, dass ihr Sextaspürer geraubt werden soll.In diesem Moment versucht einer der Yekdemper auf den Roboter zu schießen, scheitert jedoch an den blitzschnell aktivierten Schutzschirmen. Als sich der Attentäter in einen schwarzen Vogel verwandelt und durch die Lüftungsanlage davonfliegt, wird klar, dass es sich um Hardeley handelt.

Etwas später wird die Leiche eines Yekdempers gefunden, angeblich ist er noch vor dem Verhör eines natürlichen Todes gestorben.

Colemayn und Geselle werden freigelassen und bieten ihre Hilfe bei der Suche nach Hardeley an. Die Yekdemper stimmen zu. Sie gestatten den beiden sogar den Besuch des Sextaspürers, obwohl es ihr wichtigstes Gerät ist, mit dem sie den Allesknoten finden wollen.

An Bord des Sextaspürers stellt Geselle fest, dass Fremde anwesend sind. Die Geräte der Yekdemper zeigen jedoch nichts an. Gänzlich unerwartete verschwindet der Sextaspürer von einer Sekunde zur nächsten. Übrig bleiben nur Geselle, der Sternentramp und die Yekdemper in ihrer Begleitung, sie schweben plötzlich im freien Raum. Der Roboter schafft es gerade noch einen Schutzschirm um sich und Colemayn aufzubauen und mit Luft zu füllen. Für die anderen kommt jede Hilfe zu spät.

Der obige Text und Bilder wurde per GNU-Lizenz der Perrypedia entnommen.
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Yman
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Re: Klassiker-Zyklus: die Zeitchirurgen (800 - 850)

Beitrag von Yman »

Lumpazie hat geschrieben: 9. Januar 2022, 16:52 Im Jahr 1987 erschien der Band 804 der Atlan-Heftserie:

Der Sextaspürer

von Hubert Haensel
So wirklich viel fällt mir zu dem Roman erst einmal nicht ein. Der Roman hat mich sehr gut unterhalten. Hier und da gab es ein paar unglaubwürdige Zufälle. Der Zusammenstoß eines Raumschiffes mit einem anderen, das zufällig in die Bahn des ersten transistiert, darüber will ich gar nicht zuviel nachdenken, solange die Handlung flott voranschreitet und man sich in die Figuren gut hineinversetzen kann.

Hubert Haensel ist als Autor schon eine Weile dabei und hat sicher noch den Tonfall in Erinnerung, in dem viele Romane mit Blödel als Hauptfigur abgefasst waren, woran er anzuknüpfen versucht. Geselle ist ein Roboter mit Eigenheiten und eigener Initiative, hervorragend getarnt und besser ausgerüstet als seinerzeit ein Meech Hannigan von Abteilung III, eher vergleichbar mit einem Vario-5000. Colemayn, von Geselle lässig Cole genannt, gerät im Vergleich zum Vorgängerroman (von Hans Kneifel) deutlich in den Schatten seines "Sohnes".

Die Handlung ist nicht völlig verschieden, wieder befinden wir uns auf einem Schiff mit halsabschneiderischer Crew, aber dieses Mal geht es wohl doch um deutlich mehr: Um ein sextadimensionales Objekt, der "eherne Smaragd". Der Roman liest sich dementsprechend wie eine Mischung aus "Indiana Jones", "Star Wars", "Alien" und "Das Ding aus einer anderen Welt", als noch ein verschlagener Weltraumwurm auftaucht, der mit Säure Wände angreifen und Dornen mit Nervengift verschießen kann.

Am Ende stehen Geselle und Colemayn ziemlich dumm da, der Sextadimspürer ist verschwunden, und sie sind verhaftet. Als Risszeichnung würde ich das nicht bezeichnen, aber es ist ein schöne Illustration, und wieder einmal passt es genau zum Inhalt des Heftes. Die Rückkehr nach Alkordoom verspricht sehr interessant zu werden, es gibt viel neues Geheimnisvolles zu entdecken, und bisher habe ich Atlan selbst als Hauptfigur noch nicht sehr vermisst. Colemayn und Geselle sind als eine Art trampendes Ermittler-Duo sehr unterhaltsam.
Grauer Lord
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Re: Klassiker-Zyklus: die Zeitchirurgen (800 - 850)

Beitrag von Grauer Lord »

Ein gut zu lesender Roman ohne viel Tiefgang von Hubert Haensel, der zum Roman letzte Woche etwas abfällt; vor allem das Ende bei den Yekdempern war mit den schlichten Witzeleien („Witz Bold“) schon recht flach. Wie @Yman schon geschrieben hat, haben wir es wieder mit einer bunt zusammengewürfelten Crew an Bord eines eher rustikalen Schiffes zu tun, das in den Weiten Alkordooms unterwegs ist. Witzig ist die launige Erwähnung des Volks der Chewkas, das von seiner Erscheinung stark an den bekannten Wookie ähnlichen Namens erinnert.

Auf der Reise an Bord der URSTARK, mit der Colemayn und der immer menschlicher geschilderte Geselle (unglaubwürdig, als wäre er gar kein Roboter mehr!) in die Nähe des Celester-Planeten New Marion gelangen wollen, werden immer wieder Info-Brocken eingestreut, die viel gehaltvoller sind, als der dahinplätschernde Roman selber. So erfahren wir, wie die Facette Yog-Mann-Yog, der gefürchtete Herr des Adlerhorstes und der Gentechniker von Janzonborr, sein Ende gefunden hat. Und dass nach der „Nacht, in der der Himmel brannte“ nicht nur viele Wissenschaftler und Spezialisten verschwunden sind; vielmehr ist auch eine Art galaktische Schatzsuche ausgebrochen, ein Run, bei dem scheinbar jedes Volk seinen eigenen Stein der Weisen sucht, ob er nun Allesknoten, Eherner Smaragd oder sonstwie heißt. Es scheint also, als ob eine noch unbekannte Macht im Hintergrund kräftig die Strippen zieht. Sehr listig ist der Hinweis, dass das ganze ja nichts mit EVOLO und den zwei Psi-Paketen zu tun haben kann - da beide vor 18 Monaten ja noch gar nicht existiert haben. Da sage ich mal nichts zu - und freue mich auf das Kommende.

Die InnenIllu des Thater-Kapitäns Treg Hermons von Robert gefällt mir gut, so ähnlich hatte ich mir diese Kerle immer vorgestellt. Die RZ ist in der Tat auch eher eine Illu, aber immerhin passgenau zum Heft.
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Lumpazie
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Re: Klassiker-Zyklus: die Zeitchirurgen (800 - 850)

Beitrag von Lumpazie »

Im Jahr 1987 erschien der Band 805 der Atlan-Heftserie:

Phantomjagd

von Peter Griese

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Handlung:

Sarah Briggs denkt, eine Spur zu Atlans Aufenthaltsort zu besitzen. Um diese Spur zu verfolgen, benutzt sie ihre Freunde Margret Labonte, Jami Head und Coly Kevins. Sie sollen sie begleiten und ihr beim Flug helfen. Dabei schreckt sie nicht davor zurück, die beiden in sie verliebten Freunde über den Zweck der Reise zu täuschen.

Um Atlans Zellaktivator bildete sich ein Mythos, aus dem zwielichtige Gestalten ein blühendes Geschäft machten. In diesen Kreisen wirbt Sarah weitere Helfer an und nähert sich scheinbar ihrem Ziel an.

Obwohl die Reise tragisch endet, stößt ein Notruf weitere Entwicklungen an.

Handlung
Wie auf vielen Welten Alkordooms, verbreitet sich auch auf New Marion die Legende vom Großen Schatz von Alkordoom. Während man woanders vom Allesknoten oder dem Ehernen Smaragd gehört hat, ist es unter den Celestern die WELT DES EWIGEN LEBENS, auf der angeblich jeder, der sie findet, einen Zellschwingungsaktivator erhält.

Als Sarah Briggs davon erfährt muss sie sofort an ihre große Liebe denken, Atlan, den unsterblichen Arkoniden. Dieser war seinerzeit im Besitz eines dieser sagenhaften Geräte. Die Enkelin von Benjamin Boz Briggs ist sich deshalb sicher dass die WELT DES EWIGEN LEBENS eine Spur zu dem Arkoniden birgt.

Unter einem Vorwand startet Sarah mit ihrer privaten Raumyacht SONNENAUGE zum Planeten Bjaddojon, wo es nähere Informationen geben soll. Begleitet wird sie von ihrer Freundin Margret Labonte, der sie sich anvertraut hat, sowie Jami Head und Coly Kevins. Die beiden jungen Männer erfahren nichts vom wahren Zweck der Reise. Da beide in Sarah Briggs verliebt, sind lassen sie sich auch von einer fadenscheinigen Begründung schnell überzeugen.

Als sie ihr Ziel erreichen, kreisen bereits einige hundert Raumschiffe im Orbit des Planeten. Es gibt regelmäßig verschlüsselte Botschaften von Bjaddojon, die angeblich die Koordinaten der WELT DES EWIGEN LEBENS enthalten. Den Entschlüsselungsalgorithmus erhält man allerdings nur gegen eine Gebühr. Ohne diese Hilfe ist auch die Bordpositronik der SONNENAUGE nicht in der Lage, die Daten zu dechiffrieren. Sie kann das in Frage kommende Gebiet aber zumindest auf die Sonnensteppe begrenzen.

Sarah vermutet hinter dieser Masche einen Betrug, sie will auf Bjaddojon landen und dort persönlich mit jemandem sprechen, um verlässliche Informationen zu erlangen. Tatsächlich kann die junge Frau die Bodenkontrolle überreden, ihr die Landegenehmigung zu erteilen. Das Schiff muss allerdings weit außerhalb der Ballungszentren heruntergehen.

Bereits kurz nach der Landung nähert sich ein altertümlicher Lastwagen. Sarah und Margret gehen ihm entgegen. Während der Fahrer sich schweigend um seinen Wagen kümmert, stellt sich die zweite Insassin, eine weibliche, hominide Gestalt, als Jackel vor. Auf Sarahs Frage nach Atlan, behauptet sie diesen zu kennen, sie habe sogar ein Bild von ihm.

Obwohl der Celesterin die Fremde etwas unheimlich vorkommt, ist sie gern bereit ihr zu glauben. Im Tausch gegen einige Edelsteine erhält Sarah den Hinweis, Atlan sei vor kurzem auf dem Planeten Puurk gewesen. Sie bekommt als Beweis ein Bild von einem etwas heruntergekommenen Weißhaarigen, den die junge Frau sofort als Atlan erkennt. Außerdem verrät Jackel ihr, dass der Fotograf Couman heißt und in der Kleinstadt Estenvor wohnt.

Die SONNENAUGE nimmt umgehend auf Kurs auf Puurk. Erneut machen sich die beiden Frauen allein auf den Weg. Ohne Schwierigkeiten finden sie Couman, der ähnliche Kleidung trägt wie Jackel und ebenfalls von hominider Gestalt ist. Auch er erweist als sehr auskunftsfreudig.

Er gibt an, Atlan sei auf der Suche nach der WELT DES EWIGEN LEBENS, da sein Zellschwingungsaktivator defekt sei. Couman teilt Sarah sogar die Koordinaten mit, die der Arkonide angeblich angesteuert hat. Im Austausch wechseln der letzte Edelstein und das auf Bjaddolon erworbene Bild den Besitzer.

Währenddessen nutzen die anderen beiden Insassen der SONNENAUGE die Abwesenheit der beiden Frauen. Mit etwas unfreiwilliger Hilfe der Bordpositronik gelingt es ihnen, den wahren Grund für die Reise aufzudecken.

Die erhaltenen Koordinaten verweisen auf ein kleines Gebiet innerhalb der Sonnensteppe. Eine Expedition dorthin bedarf jedoch einer gewissen Vorbereitung. Da außerdem Marion Labonte nicht länger bereit ist an der in ihren Augen sinnlosen Suche teilzunehmen, fliegen die vier Celester zurück zu ihrem Heimatplaneten.

Auf New Marion erfährt Sarah Briggs, dass mittlerweile ein Fremder namens Polifus begonnen hat, die Gerüchte über die WELT DES EWIGEN LEBENS weiter anzuheizen. In der Hoffnung auf weitere Informationen beginnt sie ihn zu suchen. Im Lokal Teufelstorte wird sie schließlich fündig.

Polifus, ein weiterer Hominide, erzählt, ein fremdes Wesen sei nach Alkordoom gekommen um die Bevölkerung zu belohnen. Es habe eine Anzahl Zellschwingungsaktivatoren in der Sonnensteppe versteckt. Er selbst sei diesem Wesens bereits begegnet. Im Austausch gegen die Informationen lässt er sich von Sarah eine Folie mit dem Koordinatensatz geben, entsorgt diese jedoch im Abfall sobald er allein ist.

Einen Tag später startet die SONNENAUGE in Richtung Sonnensteppe. An Bord sind neben Sarah Briggs erneut Coly Kevins und Jami Head sowie zwei Glücksritter, die als Gegenleistung für den Flug gerne bereit sind Mannschaftsaufgaben zu übernehmen. Sie heißen Zerrex und Jomander.

Im Zielgebiet findet die Besatzung der SONNENAUGE zwei Sterne, kurz A und B getauft, mit jeweils zwei Planeten vor, wobei die beiden inneren Welten sich als unwirtliche Gluthöllen präsentieren.

Aerleit, der zweite Planet der Sonne A, ist bereits von etlichen Schatzsuchern bevölkert. Wie auf Bjaddojon werden auch hier mögliche Zielkoordinaten gegen ein entsprechendes Entgelt verkauft. Angesichts dessen ordnet Sarah an, die Welt der Öde anzufliegen, den äußeren Planeten von B. Die Distanz zwischen den beiden Sonnen beträgt lediglich ein Lichtjahr.

Die Welt der Öde scheint so verlassen wie ihr Name es sagt. Trotzdem meldet einer der Orter während einer Umkreisung ein Echo, das jedoch sofort wieder verschwindet. Obwohl es sich vermutlich nur um eine Fehlfunktion handelt, steuern die fünf die in Frage kommende Stelle an. Im Landeanflug wiederholt sich die Ortung, Coly Kevins kann eine Felsnadel als Ausgangspunkt bestimmen.

Das Schiff wird in einem Talkessel in unmittelbarer Nähe abgestellt. Die fünf Schiffsinsassen steigen aus und nehmen die Umgebung in Augenschein. Außer einigen eingeborenen Halbintelligenzen, den kaninchenähnlichen Seulen, ist nichts zu entdecken.

Als sie auf dem Weg zur Felsnadel sind glaubt Sarah aus den Augenwinkeln eine Gestalt in der Nähe ihres Schiffs zu bemerken, möglicherweise sogar Atlan. Aber bei einem Blick durch das mitgebrachte Fernrohr ist aber nichts zu entdecken. Auch die Positronik der SONNENAUGE verneint auf Anfrage jegliche derartige Wahrnehmung.

Unterdessen beeilen sich die beiden Glücksritter die Felsnadel zuerst zu erreichen. Bereits am Fuß des Felsens schreit Jomander freudig auf und hält etwas hoch. Dann trifft ihn unvermittelt ein Strahlschuss, er stirbt sofort. Als Zerrex den Toten erreicht, nimmt er ihm den gefunden Gegenstand ab, gerät ebenfalls unter Feuer und wird verletzt.

Während Sarah den Verwundeten versorgt, suchen Jami Head und Coly Kevins nach dem Angreifer. Es sind mehrere, und es sind alte Bekannte: Jackel und Couman. Unterstützt werden sie durch einige Roboter.

Die drei Celester beschließen mit dem verletzten Zerrex zum Schiff zu flüchten. Doch Sekunden später gerät auch die Raumyacht unter Beschuss, trotz aktivierter Schutzschirme wird sie beschädigt.

Die Flüchtenden versuchen sich in eine Höhle zu retten, werden jedoch erneut attackiert. Zerrex wird erschossen. Diesmal erkennt Sarah den Schützen, es ist Polifus. Die drei Überlebenden können sich in der Höhle verschanzen.

Der Versuch, die Positronik der SONNENAUGE über Funk anzuweisen einen Notruf abzusenden, schlägt fehl. Der Hyperfunksender ist defekt. Coly Kevins läuft allein zum Schiff um ihn zu reparieren. Das gelingt zwar, jedoch trifft er auf dem Rückweg zu seinen Freunden auf die Gegner. Er hat keine Chance.

Unterdessen hat Sarah erneut Kontakt zur Schiffspositronik aufgenommen und diktiert den Notruftext. Mittendrin explodiert die SONNENAUGE.

In ihrer Höhle werden Sarah Briggs und Jami Head erneut angegriffen. Sie fliehen tiefer in den Berg hinein bis sie schließlich in einer Sackgasse landen. Als sich Jackel, Couman und Polifus nähern, entscheidet sich der Celester aufzugeben. Er lässt die Waffen fallen und wird daraufhin vor den entsetzen Augen Sarah Briggs' ermordet. Sie selbst wird wenig später an Bord eines Raumschiffs verschleppt.

Man braucht sie, denn der, den sie gesucht hat, könnte zurückkehren.

Der obige Text und Bilder wurde per GNU-Lizenz der Perrypedia entnommen.
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Grauer Lord
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Re: Klassiker-Zyklus: die Zeitchirurgen (800 - 850)

Beitrag von Grauer Lord »

Ausgerechnet Action-Spezialist Peter Griese liefert einen Roman über die junge Sarah Briggs ab, die sich in Sehnsucht nach „ihrem“ Arkoniden Atlan verzehrt und auf eine gefährliche Reise durch Alkordoom geht. Kann das gut gehen?

Meine Antwort lautet: Jein.

Der Roman „Phantomjagd“ punktet für mich vor allem durch das Wiedersehen mit New Marion und den Celestern, an die wir uns früher ja schon mal gewöhnt haben. Geheimnisvoll bleibt zunächst die Andeutung auf Arien Richardson und die „Alkordische Feuerwehr“; da sehe ich vor meinem geistigen Auge gleich eine bunt zusammengewürfelte Einsatztruppe aus Individualisten und spannenden Charakteren vor mir. Auch der Teaser, dass Ariens Sohn Spooner im Kampf gegen die letzte überlebende Facette, Mecc das Wiesel, unheilbar krank wurde, ist bestimmt nicht umsonst eingestreut worden.

Dazu kommt das Spannungs-Moment der fieberhaften galaktischen Schatz-Suche, die sich für die Celester in einer sagenhaften „Welt des ewigen Lebens“ manifestiert, auf der es zuhauf Zellaktivatoren geben soll. Ein Begriff, den in Alkordoom bisher eigentlich nur Atlan benutzt hat - und von dem damals nur sein engstes Umfeld unter den Celestern wusste….

Eigentlich eine gute Anlage für diesen Griese-Doppelroman; doch auch, wenn die Celester aus ihrer Geschichte heraus äußerst puritanisch orientiert sind, ist mir die Schilderung von Sarah Briggs doch zu altbacken und fast schon 60er-Jahre-like („Dann schüttete sie sich eine Tasse Kakao ein.“) Dazu wimmelt es nur so von „mein Kind“, „mein Mädchen“, Sarah selber verhält sich auf ihrer Suche zudem so blind bzw. verblendet, dass es fast schon weh tut. Und der Preis? Am Ende sind ihre Begleiter und Verehrer von New Marion tot, sie selber gerät in Gefangenschaft. Als wandelndes Klischee, dass es Frauen im Weltall eben nicht drauf haben.

Das Setting mit den drei geheimnisvollen Spurenlegern, die Sarah als Falle für Atlan auf die Seite geschafft haben, finde ich aber sehr gut, ihre Schilderung ist geheimnisvoll und auch ein bisschen unheimlich. Eine gewisse Ähnlichkeit zu den Phantomen, wie sie Pzankur in Manam-Turu im Einsatz hatte, ist nicht von der Hand zu weisen und sicher gewollt. Interessant ist, dass die drei Unheimlichen den Arkoniden genau kennen.

Die InnenIllu von Drei-B finde ich prima, habe dabei aber den Eindruck, dass Robert Straumann Wesenszüge von Peter Griese darin verarbeitet haben könnte, evtl. mit einer Prise H.G.Ewers (??)
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Fellmer
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Re: Klassiker-Zyklus: die Zeitchirurgen (800 - 850)

Beitrag von Fellmer »

Hemingway

https://www.google.com/search?q=Ernest+ ... mfg6NQ2j1M

So was mag ich eigentlich nicht. Da sollte ein Zeichner doch mehr Fantasy haben als echte Figuren 1:1 nachzumalen.
Grauer Lord
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Re: Klassiker-Zyklus: die Zeitchirurgen (800 - 850)

Beitrag von Grauer Lord »

Gute Beobachtung! Ich hatte nur das Gefühl, das Gesicht von irgendwoher ganz eindeutig zu kennen. Dass ich Griese mit Hemingway assoziiert habe, ist für Ersteren natürlich schmeichelhaft :D

Und in der Tat: So eine Form der Übernahme bestehender Porträts als Illu finde ich auch nicht so dolle. Obwohl: Wenn man bedenkt, was Jonny Bruck sich da so geleistet hat. Nennen wir es einfach künstlerische Freiheit …..
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