Klassiker-Zyklus: das neue Konzil (700-749)

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Scrooge
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Re: Klassiker-Zyklus: das neue Konzil (700-749)

Beitrag von Scrooge »

Ich habe mich, glaube ich, hier noch nie zu Wort gemeldet, lese die Klassiker-Threads zu ATLAN aber sehr gerne. M.E. gehören sie zum Besten und Interessantesten, was das Forum zu bieten hat, angefangen mit dem "König von Atlantis"-Thread. Ich lese Eure Besprechungen und Einschätzungen sehr gerne. Es tut mir leid, dass ich selbst kaum etwas beitragen kann, da ich leider nicht dazu komme, die Romane (wieder)zu lesen. Eingestiegen in die ATLAN-Serie bin ich kurz vor Band 800 und war - um es vorsichtig zu formulieren - erschlagen von der Komplexität der Handlung. Gerade das fand ich aber so faszinierend. Ich habe dann nach und nach versucht, die Romane ab 500 zu bekommen, bin aber nie dazu gekommen, das alles zu lesen. Wenn ich Eure Einträge so lese, bekomme ich aber tatsächlich große Lust dazu. Ich denke, gerade bei ATLAN gibt es noch viel zu entdecken und zu diskutieren. Vielleicht werde ich mich zumindest zu einzelnen Themen äußern. Ungeachtet dessen möchte ich Euch darin bestärken, weiter zu posten, ihr habt mindestens einen begeisterten Leser. :st:
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Re: Klassiker-Zyklus: das neue Konzil (700-749)

Beitrag von Grauer Lord »

Hallo @Scrooge, schön von Dir zu hören! Seit Atlan-Band 600 wird dieser Thread ja (leider) nur von drei Foristen bestritten, auch wenn es jede Woche viele Zugriffe schweigender Leser gibt. Mir ging das früher genauso, etwa beim Ptohr-Zyklus, den ich auch begeistert (und stumm) mitgelesen habe. Jetzt bin ich aber wild entschlossen, bis zum Ende der Serie mit Band 850 durchzuhalten und weiterzumachen. Es wäre prima, wenn Du ab und zu mal einen Kommentar vom Stapel lassen würdest. Wenn nicht, dann trotzdem weiter viel Spaß beim Mitlesen.
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Lumpazie
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Re: Klassiker-Zyklus: das neue Konzil (700-749)

Beitrag von Lumpazie »

Da schliesse ich mich dem Grauen Lord gleich mal an - schön, das Du dich als stiller Mitleser einmal gemeldet hast :st: Du kannst auch gerne einfach mal zu einem älteren Roman einen Kommentar abgeben, sollte es Dich in die Finger jucken und es zeitlich für dich passen. Dafür sind die Klassikerthreads schliesslich da. Von daher weiterhin viel Spaß und lass mal wieder etwas von Dir hören - uns freut es :-))
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Re: Klassiker-Zyklus: das neue Konzil (700-749)

Beitrag von Lumpazie »

Da ich morgen unterwegs bin, ausnahmsweise schon heute der nächste Atlan-Roman:

Im Jahr 1985 erschien der Band 729 der Atlan-Heftserie:

Der Omirgos-Kristall

von Hans Kneifel

Bild

Innenillustration:

Bild


Handlung:

Die STERNSCHNUPPE durchkreuzt ohne festes Ziel die Galaxie Manam-Turu. Colemayn, alias Fartuloon, wird immer wieder von Schmerzen gepeinigt. Als das Raumschiff Störungen im Hyperfunkverkehr anmisst, lässt Atlan Kurs auf die Quelle der Störungen nehmen, den Planeten Weyngol. Dort wird ein Raumschiffswrack als Quelle identifiziert.

Die STERNSCHNUPPE landet in einigen Hundert Metern Entfernung vom Wrack. Atlan, Colemayn, Chipol und Mrothyr machen sich auf, um das Wrack zu untersuchen. In einem großen Laderaum finden sie unzählige Kunstschätze. Die STERNSCHNUPPE meldet den Angriff einiger katzenartiger Wesen, die das Schiff mit Dolchen und Pfeilen mit metallenen Spitzen und Schneiden attackieren.

Atlan nimmt Kontakt mit den Weyngolen auf. Mitten im Gespräch stürzen sich die Weyngolen plötzlich auf die vier Freunde, überwältigen und fesseln sie. Die Gefangenen werden in die Siedlung der Weyngolen getragen. Es dauert einige Zeit, bis der Horngvan Shyzz-Korm bereit ist, mit den Fremden zu sprechen. Atlan und Fartuloon sagen zu, an der Seite der Weyngolen gegen die unsichtbaren Räuber der Tempelschätze, die mit dem Wrack nach Weyngol gekommen sind, vorzugehen. Chipol und Mrothyr bleiben als Pfand im Gewahrsam der Katzenartigen.

Der Arkonide und der Calurier dürfen zur STERNSCHNUPPE zurückkehren. Shann und einige Weyngolen begleiten sie. Über die Anlagen des Diskusschiffes werden Chipol und Mrothyr dank ihrer Armbandfunkgeräte, die sie von den Weyngolen zurückerhalten haben, von Atlan und Fartuloon auf dem Laufenden gehalten. Atlan erlaubt dem Calurier angesichts dessen angeschlagenem körperlichen Zustands nicht, bei der Suche nach den unsichtbaren Besatzungsmitgliedern des Raumschiffswracks mitzuhelfen. Fartuloon wird alles von Bord der STERNSCHNUPPE aus beobachten.

Atlan wird von den Weyngolen bei der neuerlichen Untersuchung des Wracks unterstützt. In den Laderäumen werden zahlreiche Gegenstände gefunden, die aus den Tempeln der Katzenartigen verschwunden sind. In den von Staub und feinem Sand bedeckten Korridoren sind keine Fußabdrücke zu finden. Die Weyngolen schleppen die Wertgegenstände aus dem Schiff. Endlich entdeckt Atlan eine Schleifspur, die ihn in die Zentrale des Wracks führt. Doch kein Besatzungsmitglied ist zu entdecken. Die Weyngolen bringen all ihre Schätze zurück in die Tempel und bewachen sie auf Atlans Rat, denn auch mit Spionsonden der STERNSCHNUPPE konnte unter den Weyngolen kein Gesandter Gurays entdeckt werden.

Atlan hofft, dass sich die Gestaltwandler selbst verraten werden, da die STERNSCHNUPPE das einzige verwendungsfähige Transportmittel für die Reise zwischen den Sternen darstellt. Um den Prozess zu beschleunigen, verwickelt er die Planetenbewohner in Gespräche, erzählt von Raumfahrern, den Reisen zwischen den Sternen zu fremden Welten und dem für etwa zwei Dutzend Weyngolen vorhandenen Platz an Bord der STERNSCHNUPPE.

Shyzz-Korm gestattet dem Arkoniden, Chipol und Mrothyr aufzusuchen. Dabei gelingt es Atlan von den Wächtern unbemerkt, seinen beiden Freunden einen Schockstrahler und einen Hochenergiestrahler zukommen zu lassen. Sie sollen mit einem Ausbruch allerdings noch auf sein Zeichen warten.

Atlan zieht sich in die STERNSCHNUPPE zurück und beobachtet über die von den Sonden und Kameras übermittelten Bilder die gut bewachten Schätze. Er bemerkt spät in der Nacht einen Weyngolen, der mit einem Kunstgegenstand zum Schiffswrack läuft. Atlan alarmiert die Wächter. Der Dieb wird schnell eingekreist. Noch bevor ihn Atlan verhören kann, beginnt der falsche Weyngole zu Staub zu zerfallen. Der Arkonide fordert die noch immer unerkannten Gesandten auf, in die STERNSCHNUPPE zu kommen.

Einer der Gesandten nimmt über Chipol Kontakt mit Atlan auf. Er bittet im Namen seiner Leute um Hilfe. Die Gesandten wollen zu einem naheliegenden Sonnensystem gebracht werden, wo sie einen Stützpunkt unterhalten. Zuvor wollen sie jedoch einen für sie immens wichtigen Gegenstand aus dem Wrack holen. Am nächsten Abend soll die Aktion anlaufen.

Chipol und Mrothyr erhalten den Befehl, aus ihrem Gefängnis auszubrechen. Fartuloon fliegt die STERNSCHNUPPE zum Wrack. Die Gesandten führen Fartuloon und Atlan in einen geheimen Raum im Innern des Schiffswracks. Dort wird ein etwa acht Meter durchmessender Omirgos-Kristall aufbewahrt. Der Calurier gerät über den Anblick in Verzückung. Mrothyr und Chipol melden sich. Ihnen sind die Weyngolen auf den Fersen. Die STERNSCHNUPPE meldet ein Raumschiff, das den Landeplatz direkt ansteuert. Das fremde Schiff landet zwischen Mrothyr, Chipol und der Siedlung der Weyngolen. Das Schiff schießt mit verschiedenfarbigen Waffenstrahlen in den Boden. In diesem Chaos flüchten die fünf Gesandten aus dem Wrack und gehen an Bord des gelandeten Raumschiffes. Während Mrothyr und Chipol in die STERNSCHNUPPE stürmen, startet das Schiff der Gesandten Gurays. Atlan ist enttäuscht, die Spur Gurays verloren zu haben.

Fartuloon holt seinen grünen Rucksack aus der STERNSCHNUPPE. Gemeinsam mit Atlan geht er wieder an Bord des Wracks. Vor dem Omirgos-Kristall verabschiedet sich der letzte Calurier von seinem ehemaligen Ziehsohn. Fartuloon will durch den Kristall gehen, der auf ein Ziel in der Zeit programmiert ist, das der Sternentramp als Schlupfloch ausgesucht hat. Dort will er seine Krankheit auskurieren, ehe er wieder zurückkehrt. Der Calurier zieht Atlan in den Omirgos-Kristall. Blitze zucken durch die Finsternis, gleißende Helligkeit umgibt den Arkoniden. Plötzlich steht Atlan wieder vor dem Kristall. Nach dem Durchgang Fartuloons, zerbricht der Kristall in kleine farblose und nicht mehr leuchtende Bruchstücke. Atlan kehrt auf die STERNSCHNUPPE zurück. Das Diskusschiff startet von Weyngol.

In seiner Kabine findet Atlan einen bernsteinfarbenen Kristallsplitter, der dem riesigen Omirgos-Kristall ähnelt. Bei Berührung sendet der Kristall eine telepathische Botschaft. Sie bringt die Erinnerung zurück. Atlan weiß wieder, dass Fartuloon ihn in sein Zeitversteck mitgenommen hat. Sie sind über den Nullzeit-Pfad gerannt. Sie hatten ein schüsselartiges Gebäude erreicht. Dort wurde Atlan im rechten Oberarm von Fartuloon ein Zeichen eingebrannt, das ihn irgendwann und irgendwo als Berechtigten identifizieren wird, dem der Durchgang durch einen Omirgos-Kristall zum Zeitversteck Fartuloons ermöglicht werden wird. Dann musste Atlan auf schnellstem Weg über den Nullzeit-Pfad das Zeitversteck verlassen und kehrte zum Raumschiffswrack auf Weyngol zurück. Die Erinnerungen beginnen schnell zu verblassen. Fartuloons letzte Worte versprechen ein Wiedersehen. Atlan wird durch den Kristallsplitter seine Depressionen ablegen. Zudem soll er sich aus der Bevormundung durch die Kosmokraten und ihren Helfern lösen und auf eigenen Beinen stehen. Gleich darauf zerfällt der Kristall in weißgrauen Staub, den die Klimaanlage aufsaugt.

Mit neuer Energie will Atlan nach Guray, dem Schutzpatron der Piraten Manam-Turus, suchen.

Der obige Text und Bilder wurde per GNU-Lizenz der Perrypedia entnommen.
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Grauer Lord
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Re: Klassiker-Zyklus: das neue Konzil (700-749)

Beitrag von Grauer Lord »

Das Titelbild von Band 729 ist wirklich grottig, der Roman dagegen bringt neue Erkenntnisse zu Fartuloon alias Colemayn. Natürlich wird der Zufall wieder sehr stark strapaziert: Einem vagen Störsignal folgend erreicht die ansonsten ziellos umherstreifende STERNSCHNUPPE den Planeten der katzenartigen Weyngolen. Hier liegt ein havariertes Schiff der Piraten von Manam-Turu, der zuletzt als falsche Lasquen aufgetretenen Gestaltwandler, die im Auftrag der rätselhaften Macht Guray unterwegs sind. Und derweil Atlan immer noch von Depressionen zermürbt und der rätselhafte Fartuloon von seiner geheimnisvollen Krankheit gebeutelt wird, stellt sich das Piratenschiff als vollgestopft mit Schätzen dar. Darunter ist auch einer der rätselhaften OMIRGOS-Kristalle, acht Meter im Durchmesser.
Was es mit diesen Kristallen auf sich hat, ist völlig unbekannt. Aber schon in Atlans Jugendzeit hatte Bauchaufschneider Fartuloon auf dem Planeten Gortavor einen ähnlich großen OMIRGOS deponiert; er hält es jetzt auch für möglich, dass dieser einer der von ihm in vielen Galaxien ausgestreuten Exemplare ist. Am Ende der Kristallprinz-Abenteur in Band 299 jedenfalls manipulierte Farruloon mit einem kleineren Kristall Atlans Erinnerungen. Die Autoren knüpften hier also an ein wichtiges Element der früheren Serie an - und entwickelten es mit dem Übergang ins das „Zeitversteck“ auf faszinierende Weise weiter. Wer die Calurier waren und wie das alles zusammenhängt, Fehlanzeige. Der Spannung tut das aber keinen Abbruch, das Colemayn-Rätsel ist zwar einerseits gelöst, aber auch auf typische PR-Manier in ein noch viel größeres Geheimnis überführt worden. Allein der Begriff „Nullzeit-Pfad“ und das phantastische Ambiente des Zeitverstecks machen neugierig.
Über seine Auftraggeber mag Fartuloon nichts sagen, nach den Kosmokraten riecht das alles aber irgendwie nicht. Und Colemayns Krankheit kam wohl wirklich nur von der gigantischen Ortsversetzung von Alkordoom nach Manam-Turu. Für den Moment ist Fartuloon jetzt wieder raus aus der Handlung und Atlan setzt sich auf die Spuren von Guray, dem Schutzpatron der Piraten von Manam-Turu; auf dessen Welt Barquass ja inzwischen auch das Zeitteam und Anima angekommen sind.
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Re: Klassiker-Zyklus: das neue Konzil (700-749)

Beitrag von Yman »

Lumpazie hat geschrieben: 17. Juli 2020, 14:12 Im Jahr 1985 erschien der Band 728 der Atlan-Heftserie:

Die Prospektoren von Cirgro

von Peter Terrid
Grauer Lord hat geschrieben: 21. Juli 2020, 19:30 Der Roman von Peter Terrid bringt uns die Geschichte des Daila-Prospektoren Moxey nahe, der mal als Pechvogel und ewiger Verlierer, mal aber auch als naiver Glückspilz durch die farbenprächtig dargestellte Szenerie der Casinos und Diamanten-Börsen des Planeten Cirgro stolpert.
Mein erster Eindruck war, einen Western zu lesen. Aber natürlich ist der Science-Fiction-Teil nicht zu übersehen. Diese Enzephalophanten waren wohl das hervorstechendste SF-Element in der Geschichte. Thermostrahler an Stelle von Revolvern machen für mich noch keine SF aus. Der Prospektor hätte auch ein Goldgräber sein können, aber die Entdeckung der Glückssteine, die in der Lage sind, PSI-Fähigkeiten zu eliminieren ist natürlich wieder SF.
Grauer Lord hat geschrieben: 21. Juli 2020, 19:30 Auf Cirgro schürfen Daila-Exilanten unter bescheidenen Bedingungen nach seltenen Kristallen und bewegen sich dabei mittels bizarrer Lebewesen, der Enzephalophanten, durch die
Landschaft. Im Dunkeln bleiben die eigentlichen Ureinwohner Cirgros, die bärenartigen Krelquotten, deren streng abgesteckte Lebensräume tabu für die Daila-Schürfer sind. Immerhin gibt’s eine schöne Innenillu von ihnen.
Die Krelquotten, so wie sie als "typische urtümlich-naturverbundene Ureinwohner" geschildert wurden, sind eigentlich auch ein Western-Element, und sie haben tatsächlich keine Vorgeschichte. Noch mehr hätte mich aber die Geschichte dieser Enzephalophanten und eine Illustration dieser Wesen interessiert. Mehr hoch als lang und breit, unten Tausende kleine Füßchen, innen hohl mit einer Art Kontrollraum und organischer Technik ausgestattet, wie entsteht so etwas in der Natur?
Grauer Lord hat geschrieben: 21. Juli 2020, 19:30 Auch über den Standort Cirgros in Manam-Turu bzw. zumindest die Struktur des dazugehörigen Sonnensystems erfährt man nichts. Moxey selber ist parataub und ansonsten auch ein Held ohne jede Vorgeschichte, dessen Motivation ausschließlich darin liegt, eine Passage nach Aklard zu finanzieren.
Auch der Held der Geschichte hat keine Vorgeschichte, vielleicht war diese auch nicht so wichtig, vielleicht ging es nur darum, dass irgendjemand die Entdeckung der Bedeutung der Glückssteine macht und die Hyptons aufmerksam und aktiv werden. Interessant, dass die ihre Roboter als mehr oder weniger selbständige Handlanger ausschicken (siehe auch Risszeichnung, aber da sieht man leider keine Roboter). Wobei die Steine eigentlich auch eine Gefahr für die Hyptons sein sollten.
Grauer Lord hat geschrieben: 21. Juli 2020, 19:30 Seltsame Kristalle, die den Daila-Mutanten die Psi-Kräfte und das Heimweh nach Aklard nehmen und bald schon „Glückssteine“ heißen. Eine Entdeckung, die auch die Hyptons auf den Plan ruft, die Moxey auf ihre „subtile Art“ auf ihre Seite bringen und weitere Vorkommen suchen lassen. Auch die private Story mit der betrogenen Betrügerin wird zu einem überzeugenden Ende geführt, so dass insgesamt ein runder Roman übrig bleibt. Wie er im Kontext des Zyklus einzuordnen ist, warum Cirgro so reich an Psi-saugenden Elementen ist, was hinter den Krelquotten steckt - alles das bleibt im unklaren. Ebenso, warum das in Moxeys Körper injizierte Ei einer gefährlichen Echsenart eine Verwandlung in einen merkwürdigen Kristall durchmachen konnte. Cirgro scheint noch ein paar Rätsel in petto zu haben ....
Da sind tatsächlich einige Rätsel übrig. Dennoch ist der Roman einigermaßen "rund". Mir hat er auch gut gefallen, allerdings sehe ich die Geschichte mit der betrogenen Betrügerin noch nicht ganz abgeschlossen. Sie wird ja als ziemliches Biest geschildert, und ist am zwar ziemlich erledigt, hat sich aber kein bisschen gebessert.

Der Hauptpersonenkasten war allerdings ein Witz, bzw. dass Charlot und der alte Darph darin aufgeführt wurden. Darph spielte kaum eine Rolle und der Enzephalophant Charlot war keine wirkliche Person. Eigentlich waren neben der einzigen wesentlichen Hauptperson, nämlich Moxey, nur noch seine Gegner von Bedeutung: Gamyhn, die Betrügerin und der gewalttätige Krirrer, so dass sich der Roman sehr auf das Wesentliche reduzierte, eine einzelne Person, die entgegen etlicher Widerstände und Probleme eine bedeutsame Entdeckung macht, geschildert in einer relativ geradlinigen Handlung in einem überschaubaren Setting, ohne langweilig zu sein.

Aufgefallen ist mir noch das heute antiquierte Wort ehrpusselig. Das Titelbild (Moxeys Kampf mit der Echse) gefällt mir eigentlich ganz gut.
Lumpazie hat geschrieben: 25. Juli 2020, 14:32 Im Jahr 1985 erschien der Band 729 der Atlan-Heftserie:

Der Omirgos-Kristall

von Hans Kneifel
Grauer Lord hat geschrieben: 26. Juli 2020, 14:04 Das Titelbild von Band 729 ist wirklich grottig, der Roman dagegen bringt neue Erkenntnisse zu Fartuloon alias Colemayn.
Das Titelbild ist nicht so toll, aber es zeigt immerhin etwas aus dem Roman, den Angriff der Weyngolen auf Atlan. Die Innenillustration mit Atlan in der Schatzkammer des gestrandeten Raumschiffs finde ich umso besser, eine der besten Illus aller Zeiten!
Grauer Lord hat geschrieben: 26. Juli 2020, 14:04 Natürlich wird der Zufall wieder sehr stark strapaziert: Einem vagen Störsignal folgend erreicht die ansonsten ziellos umherstreifende STERNSCHNUPPE den Planeten der katzenartigen Weyngolen. Hier liegt ein havariertes Schiff der Piraten von Manam-Turu, der zuletzt als falsche Lasquen aufgetretenen Gestaltwandler, die im Auftrag der rätselhaften Macht Guray unterwegs sind. Und derweil Atlan immer noch von Depressionen zermürbt und der rätselhafte Fartuloon von seiner geheimnisvollen Krankheit gebeutelt wird, stellt sich das Piratenschiff als vollgestopft mit Schätzen dar. Darunter ist auch einer der rätselhaften OMIRGOS-Kristalle, acht Meter im Durchmesser.
Ja, das kommt alles sehr unvermittelt, aber nicht unwillkommen. Die Geschichte mit den Formwandler-Piraten wird weitergeführt. Interessant, dass sie zwanghaft stehlen und selbst erkennen, dass ihre Schätze eigentlich wertlos sind. Atlan kann seine Depressionen nun endlich abschütteln, hoffe ich. Das war auch kaum auszuhalten. Wieder einmal auch, wie Atlan sich leichtfertig überwältigen lässt. In einem seiner Zeitabenteuer wäre ihm das so nicht passiert. Er hatte ja sogar ein Raumschiff in der Hinterhand und musste seine Technik nicht verbergen.

Teilweise erinnerte mich der Roman, aufgrund dessen, wie die Handlung angelegt war, an die Zeitabenteuer, wie Atlan sich zum Anführer/Dirigenten eines kleinen Völkchens aufschwingt, und der Roman hätte mit geringen Änderungen auch auf der Erde spielen können, die ja in Atlans geschichtlicher Zeit auch immer wieder Besuch aus dem Weltraum erhielt. Allerdings war Atlan dort immer besser vorbereitet, mit mehr als nur einem als Dolch getarnten Strahler im Stiefel. Dieses tölpelhafte an Fartuloons Seite in Fallen stolpern erinnerte schon eher an die Jugendabenteuer.

Über Kneifels Stil sage ich mal nicht viel, aufgefallen ist mir aber das ungewöhnliche Wort "Pantry", was wohl von Kneifel mit Kombüse gleichgesetzt wurde.
Grauer Lord hat geschrieben: 26. Juli 2020, 14:04 Was es mit diesen Kristallen auf sich hat, ist völlig unbekannt. Aber schon in Atlans Jugendzeit hatte Bauchaufschneider Fartuloon auf dem Planeten Gortavor einen ähnlich großen OMIRGOS deponiert; er hält es jetzt auch für möglich, dass dieser einer der von ihm in vielen Galaxien ausgestreuten Exemplare ist. Am Ende der Kristallprinz-Abenteur in Band 299 jedenfalls manipulierte Farruloon mit einem kleineren Kristall Atlans Erinnerungen. Die Autoren knüpften hier also an ein wichtiges Element der früheren Serie an - und entwickelten es mit dem Übergang ins das „Zeitversteck“ auf faszinierende Weise weiter. Wer die Calurier waren und wie das alles zusammenhängt, Fehlanzeige. Der Spannung tut das aber keinen Abbruch, das Colemayn-Rätsel ist zwar einerseits gelöst, aber auch auf typische PR-Manier in ein noch viel größeres Geheimnis überführt worden. Allein der Begriff „Nullzeit-Pfad“ und das phantastische Ambiente des Zeitverstecks machen neugierig.
Ich weiß nicht, wie viel von dieser Thematik in den anderen Zyklen schon ausgebreitet wurde, aber anscheinend wird hier ein Riesenfass aufgemacht. Diese überall im Universum verstreuten Omirgos-Kristalle kommen schon ziemlich nahe an die Zeitbrunnen heran, von denen ich allerdings auch nicht viel weiß. Diese ganze Colemayn-Geschichte ist sehr rätselhaft. Was hatte Fartuloon bzw. das Volk der Calurier mit den Kosmokraten zu tun? Wird man das jemals wirklich erfahren?
Grauer Lord hat geschrieben: 26. Juli 2020, 14:04 Über seine Auftraggeber mag Fartuloon nichts sagen, nach den Kosmokraten riecht das alles aber irgendwie nicht.
Nach den Kosmokraten riecht das nicht wirklich, das sehe ich auch so. Ich kann aber nicht so recht sagen, warum. Vielleicht ist das aber auch einfach nur alles von den Expokraten willkürlich zusammenkonstruiert und nie richtig ausgearbeitet worden. Eine potentielle noch ausstehende Baustelle der Serie ... Fartuloons Zeitversteck war jedenfalls sehr interessant. Wer war z.B. die Frau in einem der transparenten Kugelbehälter?
Grauer Lord hat geschrieben: 26. Juli 2020, 14:04 Und Colemayns Krankheit kam wohl wirklich nur von der gigantischen Ortsversetzung von Alkordoom nach Manam-Turu. Für den Moment ist Fartuloon jetzt wieder raus aus der Handlung und Atlan setzt sich auf die Spuren von Guray, dem Schutzpatron der Piraten von Manam-Turu; auf dessen Welt Barquass ja inzwischen auch das Zeitteam und Anima angekommen sind.
Colemayns Krankheit ist damit irgendwie erklärt, aber auch nicht mehr von Bedeutung. Colemayn/Fartuloon ist raus, an Bord der STERNSCHNUPPE sind nur noch Atlan, Chipol und Mrothyr, und der Fokus des Zyklus wandert immer wieder zu den Piraten. Klar, Anima und deren Begleiter rücken auch wieder näher. Der Zyklus entwickelt sich in eine bestimmte Richtung, scheint aber noch weit von einer Auflösung entfernt, mit Betonung auf "scheint". Erfahrungsgemäß geht es am Ende eines Zyklus manchmal schneller als dem Leser lieb ist.

Mal sehen, was der "Kontakt mit Guray", der nächste Roman bringen wird.
Scrooge hat geschrieben: 23. Juli 2020, 14:33 Ich habe dann nach und nach versucht, die Romane ab 500 zu bekommen, bin aber nie dazu gekommen, das alles zu lesen. Wenn ich Eure Einträge so lese, bekomme ich aber tatsächlich große Lust dazu. Ich denke, gerade bei ATLAN gibt es noch viel zu entdecken und zu diskutieren. Vielleicht werde ich mich zumindest zu einzelnen Themen äußern. Ungeachtet dessen möchte ich Euch darin bestärken, weiter zu posten, ihr habt mindestens einen begeisterten Leser. :st:
Das finde ich toll, dass du auch hier dabei bist! Du kannst dich gerne auch beteiligen, denn bei Atlan gibt es wirklich viel zu entdecken und diskutieren, aktuell z.B. die Omirgos-Kristalle.
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Lumpazie
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Re: Klassiker-Zyklus: das neue Konzil (700-749)

Beitrag von Lumpazie »

Im Jahr 1985 erschien der Band 730 der Atlan-Heftserie:

Kontakt mit Guray

von Arndt Ellmer

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Innenillustration:

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Handlung:

Atlan, Chipol und Mrothyr sind mit der STERNSCHNUPPE weiter auf der Suche nach Guray. Als sie wieder einmal die typischen Störungen im Hyperfunk empfangen, die auf einen Stützpunkt der Gesandten hinweisen. Sie folgen dieser Spur und kommen ins Sonnensystem Phur. Die nahezu erloschene Sonne liegt in einer Wolke aus ionisiertem Wasserstoff. Der einzige Planet, Phurthul, trägt keine Atmosphäre mehr und macht einen lebensfeindlichen Eindruck, es gibt jedoch große Hohlräume unter der Oberfläche. In diesen Hohlräumen leben die Phurthuler.

Etwa 2000 Jahre zuvor stand ihre Zivilisation vor dem Untergang. Die Strahlkraft Phurs ließ immer mehr nach und da sie nicht über Raumschiffe verfügten, schien das Ende der Phurthuler unausweichlich. Es war nur ein Verzweiflungsakt als der phurthulische Sitzungspräsident Parok über Funk um Hilfe rief. Dieser Funkspruch erreichte ein Raumschiff der Gesandten Gurays, dessen Besatzung gerade die Wasserstoffwolke erforschte. Wie es ihre Art ist, traten die Gesandten in Gestalt von Phurthulern auf, als sie Kontakt aufnahmen, waren jedoch durch ihr nervöses Verhalten schnell als Fremde zu erkennen.

Mit der überlegen Technik der Helfer wurden Katakomben ausgehoben, eine Energieversorgung aufgebaut und Maschinen zur Herstellung von Nahrungsmitteln und anderen Gütern installiert. Innerhalb weniger Jahre zog die gesamte Bevölkerung in die neugeschaffenen Hohlräume um. Einzige Bedingung der Gesandten war es, den Planeten zukünftig als Stützpunkt nutzen zu dürfen, eine Bitte der die Phurthuler gerne nachkamen, insbesondere nachdem sie erstmals die Stimme Gurays vernommen hatten und dieser sich als verletzlich und hilfesuchend herausstellte. Unbemerkt von den Phurthulern hatten die Gesandten auch ein System zur Beobachtung und Kontaktaufnahme durch Guray mit eingebaut.

Für die Gesandten ist Phurthul in den letzten 2000 Jahren zu einem wichtigen Ausgangspunkt ihrer Unternehmungen geworden. Eine Vielzahl von kleinen Raumschiffen ist dort stationiert und eine Transmitterverbindung ermöglicht die schnelle Rückkehr zu Guray, die nach etwa drei Wochen erforderlich ist.

Atlan lässt die STERNSCHNUPPE nahe einer ehemaligen Stadt landen. Nach kurzer Zeit finden er und seine Gefährten einen Zugang zu den unterplanetarischen Wohnstätten. Für die Phurthuler ebenso wie für die Gesandten ist die Ankunft von Fremden zunächst ein Schock. Sie nehmen die Eindringlinge fest, allerdings gelingt es Mrothyr bereits nach kurzer Zeit zu flüchten.

Über sein Kommunikationssystem nimmt Guray direkten Kontakt zum einsitzenden Atlan auf. Obwohl er diesen selbst seit einiger Zeit sucht, erkennt er ihn nicht und auch den Beteuerungen des Arkoniden, er sei wirklich der Atlan, schenkt er zunächst keinen Glauben. Immerhin ist Guray gewillt, seinen Gesandten Soph zu schicken, damit dieser Atlans Angaben überprüft.

Soph entpuppt sich als der Pirat Chossoph, dem Atlan auf Cairon begegnet ist. Auch mit Fumsel gibt es ein Wiedersehen, die Tigerkatze ist ein Teil Chossophs, er kann sie nach Belieben aus seinem Körper formen und wieder aufnehmen. Da nun alle Zweifel an Atlans Identität ausgeräumt sind, kommt es endlich zu einem ausführlichen Gespräch mit Guray.

Dieser ist über alle wichtigen Ereignisse in Manam-Turu umfassend informiert, er sucht Unterstützung nicht nur gegen das Neue Konzil, sondern er fürchtet auch die Ankunft eines »Feindes«. Er hofft, Atlan als Vermittler einsetzen zu können, um über ihn den Erleuchteten als Verbündeten zu gewinnen. Atlans eindringliche Warnungen stoßen zunächst auf taube Ohren, selbst als der Arkonide ausführlich die Zustände in Alkordoom schildert. Erst nachdem er berichtet hat, seit wann das Juwel über Alkordoom herrschte, reagiert Guray, das jedoch umso heftiger, er gerät völlig in Panik.

Über Stunden gibt er nur verwirrende und widersprüchliche Anweisungen, dann hat er sich endlich gefangen. Er ruft alle Gesandten zu sich. Auch sie sind nur Teile seines Körpers. Guray macht Atlan klar, dass er sich von nun an als Gejagter sieht und jeden Kontakt zur Außenwelt verweigern wird. Sein Feind sei erschienen und er könne nur noch flüchten, behauptet er.

Die STERNSCHNUPPE verlässt mit ihrer Besatzung das Phur-System.

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Yman
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Re: Klassiker-Zyklus: das neue Konzil (700-749)

Beitrag von Yman »

Lumpazie hat geschrieben: 2. August 2020, 09:18 Im Jahr 1985 erschien der Band 730 der Atlan-Heftserie:

Kontakt mit Guray

von Arndt Ellmer
Ich bin nicht ganz unzufrieden, fand den Roman aber etwas halbgar. Die Geschichte des Volkes der Phurthuler fand ich wenig spannend erzählt bzw. die Handlung nicht ansprechend genug ausgearbeitet, da fehlten einfach ein paar Figuren, um eine richtige Geschichte auf die Beine zu stellen. Vieles wurde nur von einer abgehobenen Perspektive aus erzählt.

Auch die zweite Hälfte mit der Begnung zwischen Atlan und Guray konnte mich nicht so recht überzeugen, aber allgemein fand ich die zweite Hälfte besser, denn immerhin kam es zu einem Kontakt, und auf der positiven Seite steht, dass etliche neue Informationen fließen und sich insgesamt ein besseres Bild über die Verhältnisse in Manam-Turu ergibt.

Guray ist ein besonderes Wesen. Die Gesandten (Piraten/Händler), die alte Schätze sammeln, sind Teile von Guray, die aus Angst vor dem Erleuchteten nun zurückgerufen werden. Guray kennt anscheinend den Erleuchteten aus einer mehr als 5000 Jahre zurückliegenden Vergangenheit, und laut Extrasinn des Heftes hat das Ganze auch etwas mit Anima zu tun.

Atlan ist zwar nun um einiges klüger, kann aber nicht mehr auf Guray und dessen Gesandte als Verbündete zählen, und was genau vor 5000 Jahren geschah ist nach wie vor unklar.

Interessant fand ich, dass Atlans Aktivator psionische Impulse abgab, die verhinderten, dass die Gestaltwandler Atlans Gestalt annehmen konnten. Schwer zu sagen, welche verschiedenen Funktionen bzw. Eigenschaften der Zellaktivator als Stück kosmokratischer Technik aufweist, die wir vielleicht sogar noch nicht kennen.

Nächstes Mal geht es wieder mit Falk-Ingo Klee und dessen Roboter Schwiegermutter weiter. Im Moment springt der Zyklus mit jedem Autor wild hin und her, und bin mal gespannt, wie das alles noch zusammenläuft.
Grauer Lord
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Re: Klassiker-Zyklus: das neue Konzil (700-749)

Beitrag von Grauer Lord »

Also, „halbgar“ finde ich Romans 730 nun gar nicht. Das mag aber daran liegen, dass ich die weitere Entwicklung der Handlung noch kenne, demnach ist der Roman von Arndt Ellmer durchaus als ein Schlüsselroman einzustufen. Wie bekommen nämlich ein genaues Psychogramm der uralten Macht namens Guray, die mittels ihrer Beobachter und Gesandten in ganz Mama-Turu unterwegs ist. Eine wichtige Erkenntnis: Auch der unheimliche Chossoph, den Atlan auf Cairon traf, ist ein gesandter Gurays, ebenso das „Kätzchen“ Fumsel. Im Grunde nichts als mehr oder weniger selbständige Beobachtungs-Sonden, die - wie wir am Ende erfahren - aus der Körpersubstanz Gurays abgespalten wurden. Und deshalb wohl auch in bestimmten Intervallen immer wieder zurück müssen.
Ich finde, gerade am Beispiel Chossophs und seiner Mission beim Neuen Konzil auf Cairon, zeigt sich eine beachtliche Vorausplanung der Expokraten in diesem Zyklus.

Wir wissen jetzt also, dass Guray in unvorstellbarer Angst vor einem Feind aus der Vergangenheit lebt, sich deshalb versteckt und klein macht. Er ist wirr, neurotisch, sprunghaft, sammelt zwanghaft Schätze und billigen Tand aus der (seiner?) Vergangenheit, die überall in der Galaxis eingelagert sind. Er spricht gegenüber Atlan mit kindlicher Stimme, als hilfsbedürftiges, kleines Wesen. Als Atlan berichtet, dass der Erleuchtete seit 5000 Jahren Alkordoom beherrscht hat, tritt der Schock ein, Guray beordert alle Gesandten in seinen Körper zurück und kapselt sich komplett ab.

Im Extrasinn gibt’s ja ein sehr weitgehendes Fazit. Fakt ist: der Erleuchtete war schon einmal in Manam-Turu, das wissen wir aus seinem Gedanken in „Die Goldene Kugel“. Er hat dort etwas zurückgelassen. Das Mosaik setzt sich langsam zusammen, ich finde das auch ohne größere Action immer noch sehr spannend.
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Re: Klassiker-Zyklus: das neue Konzil (700-749)

Beitrag von Yman »

Grauer Lord hat geschrieben: 8. August 2020, 14:30 Also, „halbgar“ finde ich Romans 730 nun gar nicht. Das mag aber daran liegen, dass ich die weitere Entwicklung der Handlung noch kenne, demnach ist der Roman von Arndt Ellmer durchaus als ein Schlüsselroman einzustufen.
Dass in dem Roman wichtige Informationen fließen, sei unbestritten. Mit halbgar meine ich, dass die Geschichte der Phurthuler für mich nicht zufriedenstellend ausgestaltet wurde. Paradoxerweise einerseits zu kurz, andererseits zu lang.

Die Zivilisation der Phurtuler steht kurz vor dem Untergang, aber ein Phurtuler ruft über Funk um Hilfe, und schon tauchen die Piraten auf, bringen überlegene Technik zum Einsatz und bauen einen Stützpunkt auf. Das hätte Arndt Ellmer meiner Ansicht nach entweder ausführlicher und spannender erzählen sollen (mit mehreren Figuren, die gegensätzlich handeln), oder wesentlich knapper. Denn so kam die Geschichte der Phurtuler zu kurz, um wirklich interessant zu sein, nahm aber trotzdem dem Rest des Romans zuviel Raum weg.
Grauer Lord hat geschrieben: 8. August 2020, 14:30Im Extrasinn gibt’s ja ein sehr weitgehendes Fazit. Fakt ist: der Erleuchtete war schon einmal in Manam-Turu, das wissen wir aus seinem Gedanken in „Die Goldene Kugel“. Er hat dort etwas zurückgelassen. Das Mosaik setzt sich langsam zusammen, ich finde das auch ohne größere Action immer noch sehr spannend.
Ich finde das auch immer noch sehr spannend, aber je mehr Romane man liest, wird man vermutlich immer mal feststellen, dass einem nicht alle Romane gleich gut gefallen. Wenn eine Geschichte für sich alleine gut ist, macht es mir auch nichts aus, wenn sie im Prinzip nur eine Lücke füllt.

Manchmal, wie beim Lesen von Band 730, vermisse ich auch einen guten Lückenfüller, der ein außerirdisches Volk mit seinem Planeten und seiner Geschichte etwas ausführlicher darstellt, sofern es eben einigermaßen originell und interessant ist.
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Re: Klassiker-Zyklus: das neue Konzil (700-749)

Beitrag von Lumpazie »

Im Jahr 1985 erschien der Band 731 der Atlan-Heftserie:

Positronische Erinnerungen

von Falk-Ingo Klee

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Innenillustration:

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Handlung:

Das Pre-Lo, ein Werkzeug des Erleuchteten, und die beiden verbliebenen Traykons eins und sechs befinden sich mit dem Robotschiff des Erleuchteten wieder auf der Suche nach Atlan. Entgegen Fartuloons Hoffnung haben sie erkannt, dass der Arkonide der Explosion entkommen konnte. In Ermangelung einer anderen Spur beschließt das Pre-Lo, den ausgesetzten Roboter Schwiegermutter wieder an Bord zu nehmen. Möglicherweise bietet dieser einen neuen Ansatzpunkt für die Suche.

Schwiegermutter erfährt unterdessen den Grund für die massiven Änderungen in seiner Programmierung. In einer Art Vision sieht er sich selbst, wie er auf Aklard Käse verlädt. Plötzlich schwebt ein kleines Gebilde aus positronischen Bauteilen heran und dringt in seinen Rücken ein. Dieses Fragment eines fremden Roboters ist es, das den Wunsch in ihm ausgelöst hat, nach Atlan zu suchen.

Nachdem Schwiegermutter an Bord genommen worden ist, befiehlt das Pre-Lo Traykon-6 den Speicher des Daila-Roboters gründlich zu analysieren und diesen notfalls zu zerlegen. Der Traykon erkennt während seiner Arbeit zwar, dass er es eigentlich mit zwei Robotern zu tun hat, wird jedoch letztendlich von dem Fragment außer Gefecht gesetzt. Dieses überträgt anschließend den kompletten Speicherinhalt der Daila-Nachbildung in den Traykon. Der Diener des Erleuchteten wird innerlich zu Schwiegermutter.

Der neue Traykon-6 behauptet dem Pre-Lo gegenüber, er habe aus Schwiegermutters Positronik die Koordinaten eines Planeten herausbekommen, auf dem Atlan mit hoher Wahrscheinlichkeit anzutreffen sei. Dieser Planet ist Domain, ein Stützpunkt der Piraten von Manam-Turu; er wird angeflogen.

Während der Reise ist Schwiegermutter immer mal wieder geistesabwesend, weil er bruchstückhaft Erinnerungen des fremden Roboterfragments durchlebt, die einzelne Stationen einer langen Reise schildern. Er schafft es aber, dies vor dem Pre-Lo zu verbergen.

Auf Domain gelingt es dem Pre-Lo natürlich nicht, Informationen über den Verbleib Atlans zu erhalten. Hinzu kommt, dass es sich durch sein arrogantes und unverschämtes Auftreten bei den Piraten schnell unbeliebt macht. Als das Pre-Lo auch noch Hausdurchsuchungen vornimmt, beschließen sie, den neugierigen Besuchern eine Falle zu stellen und sie zu zerstören.

Das Pre-Lo und seine Begleiter werden in eine Felsenhöhle gelockt und unter Beschuss genommen. Dabei wird Traykon-1 vernichtet. Das Pre-Lo hingegen verfügt nicht nur über eine überlegene Technik sondern vor allem über seine Fähigkeit, andere Lebewesen zu seinen Verbündeten, seinen »Teilen«, zu machen, indem es winzige Bruchstücke seines Körpers auf sie abschießt. Daher ist der Angriff der Piraten von vornherein zum Scheitern verurteilt.

Das Pre-Lo und der vorgebliche Traykon-6 verlassen Domain wieder, wobei Schwiegermutter noch ein halbmondförmiges Amulett mitnimmt, das er auf dem Planeten gefunden hat. Während das Pre-Lo ein unbekanntes Ziel ansteuert, durchlebt Schwiegermutter die letzte Erinnerungssequenz, die finalen Stunden des Roboters Blödel. Dieser hatte mittels einer Notschaltung ein Fragment ausgestoßen und damit beauftragt, Atlan zu finden und zu unterstützen.

Anmerkung

Die Ereignisse, die zur Vernichtung Blödels geführt haben, werden in Atlan 673 geschildert.


Der obige Text und Bilder wurde per GNU-Lizenz der Perrypedia entnommen.
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Re: Klassiker-Zyklus: das neue Konzil (700-749)

Beitrag von Lumpazie »

Ja Sabberlod, da hat sich glatt der Schmuggler Han Solo auf die Innenillustration verirrt. :D Was sucht der den im Perry(Atlan)versum :???: Hyperraumroute falsch berechnet oder bei Tatooine falsch abgebogen??? :lol: Anscheinend schaut Innenillustrator Robert Straumann gerne Star Wars - Kollege Johnny Bruck hat in der Perry Rhodan Serie auch gerne mal das eine oder andere Star Wars Motiv verbraten :unschuldig: Wenn das der Georg Lucas wüßte...... :rolleyes:
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Re: Klassiker-Zyklus: das neue Konzil (700-749)

Beitrag von Grauer Lord »

Wer sagt’s denn: Im Roman „Positronische Erinnerungen“ von Falk-Ingo Klee wird uns die Rückkehr von Blödel beschert!

Der Roboter mit dem oft skurrilen Humor war bekanntlich mit seinem Chef Hage Nockemann in Atlan Band 673 beim Endkampf um die Namenlose Zone im Einsatz. Während der Scientologen-Chef an Bord einer explodierenden LUNGARETTE den Tod fand, wurde der ramponierte Torso Blödels damals geborgen, übergab Atlan das auf auf Band gespeicherte „Erbe“ Nockemanns und
gab dann den Geist auf. In der wohl packendsten Szene eines nach meinem Empfinden langatmig und spröden Romans erleben wir noch einmal den Kampf in der Namenlosen Zone mit - und bekommen die neue Info, dass Blödel damals über eine Notschaltung ein „positronisches Paket“ ausgestoßen hat. Eine Art „Erbe“ bzw. Kopie seines positronischen Selbst.

Das Heft verfolgt den Weg dieses Pakets von einem robotischen Trägerkörper zum anderen, wobei es im Dunklen bleibt, wie es vom Standort Bars-2-Bars, wo die Systeme der Namenlosen Zone ja angekommen sind, bis nach Manam-Turu gekommen ist. Die vielen Einzel-Episoden des Romans fand ich nur leidlich interessant, die Übernahme von Schwiegermutter auf Aklard und die Szene, in der das Paket als eine Art aufgemotzte Spielekonsole in einem Kinderzimmer fungiert, haben mir aber gefallen. Die Teile um das Pre-Lo wirken hölzern und dienen wohl nur dazu, Schwiegermutter/Blödel als Traykon näher an die Geheimnisse
des Erleuchtete zu bugsieren („Brücke zum Erleuchteten“).

Am Ende stellt sich natürlich die Frage, warum Blödel überhaupt nach Atlan sucht und wer ihn ins Spiel gebracht hat. Atlan hat jedenfalls mit dem skurrilen Roboter, Anima, Neithadl-Off und Goman-Largo, Fartuloon/ Colemayn, Chipol und Mrothyr eine erkleckliche Zahl an Helfern. Auch wenn die meisten ja nur aus der Ferne für ihn wirken.

Die extreme Vermenschlichung aller Roboter in diesem Heft stieß mir allerdings unangenehm auf. Solange kein Bio-Zusatz drin ist, wirkt das auf mich unglaubwürdig. Aber was soll’s, so war eben die Zeit, und mit Blödel hatte damals nun wirklich keiner mehr gerechnet.
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Re: Klassiker-Zyklus: das neue Konzil (700-749)

Beitrag von Lumpazie »

Im Jahr 1985 erschien der Band 732 der Atlan-Heftserie:

Mission Zyrph

von H.G. Francis

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Innenillustration:

Bild


Handlung:

Atlan hat sich dem Wunsch Mrothyrs gebeugt, Zyrph anzufliegen und dort nach dem Rechten zu sehen. Die STERNSCHNUPPE soll aber nicht den direkten Weg nehmen, sondern die beiden Männer auf Zomatt absetzen. Etwa 1000 Kilometer von der nächsten Station entfernt, verlassen sie das Diskusschiff. Rund 900 Kilometer überwinden sie mit einer Antigravplattform, ehe diese den Dienst versagt. Maskiert bewältigen sie die letzten 100 Kilometer zu Fuß. Ein Schilfgürtel scheint zunächst ein schier unüberwindliches Hindernis für Bjo Breiskoll, alias Atlan, und Ronald Tekener, alias Mrothyr, darzustellen. Doch der Zyrpher wendet das so genannte »alte Wissen« an. Die beiden Gefährten können den Schilfgürtel mit den messerscharfen Halmen gefahrlos durchschreiten.

Bevor sie in die Almachartasri-Plantage kommen, wo sie sich als mittellose Sucher nach der Zomattlilie ausgeben wollen, erlegt Mrothyr einen Riesenskorpion, dessen Fleisch bei den Zyrphern als kostbare Delikatesse gilt.

In der Plantage wurden sie von Goswin Prinz, dem Vorarbeiter, empfangen. Die beiden Gefährten verdingen sich als Arbeitskräfte, die mit der Ernte von Almachartasri ihren Lebensunterhalt verdienen. Einer der Arbeiter, Nroukhoup, verhält sich von Anfang an feindselig gegenüber den Neuankömmlingen. Als Prinz von der Begegnung der beiden Männer mit einem Riesenskorpion und dem Verzehr des Insekts erzählt, fassen Nroukhoup und einige der Männer den Plan, die beiden Fremden loszuwerden. Noch in der Nacht überfallen sie den Arkoniden und den Rebellen und fesseln sie zwischen zwei Bäume am Rand der Plantage. Dort sollen sie weitere Skorpione anlocken, die sie töten sollen.

Bald werden Bjo Breiskoll und Ronald Tekener von mehreren Riesenskorpionen bedroht. Goswin Prinz taucht aus der Dunkelheit auf und stellt die beiden Männer zur Rede. Er erfährt, dass sie ein Raumschiff kapern und von Zomatt wegfliegen wollen. Nach diesem Geständnis löst Prinz seinen Energiestrahler aus und zerstrahlt die Insekten.

Am Tag darauf gelingt es Atlan, unbemerkt die Unterkunft des Vorarbeiters zu untersuchen. Dabei fällt ihm eine große Truhe auf. Außerdem hat Goswin Prinz einen Riesenskorpion auf traditionelle Weise gegart und gegessen. Der Arkonide berichtet Mrothyr von seinem Fund, als der Luftdruck drastisch zu sinken begann. Goswin Prinz berichtet von den Greifern, die diese Situation ausnutzen würden, um die Plantage anzugreifen. Die Arbeiter ziehen sich in ihre Unterkünfte zurück. Als Atlan und Mrothyr bemerken, dass sie sich alleine im Freien aufhalten, müssen sie feststellen, dass ihnen der Zutritt zu den sicheren Gebäuden verwehrt wird. Greifer überfallen die Plantage. Es gelingt Mrothyr dank des »alten Wissens«, die Raubvögel abzuwehren und sein und Atlans Leben so zu retten.

Obwohl ihnen Nroukhoup nach dem Leben trachtet, versucht Atlan sich mit ihm zu arrangieren. Er bietet ihm an, ihn zu einer ergiebigen Fundstelle von Zomattlilien zu führen.

Goswin Prinz, Atlan und Mrothyr fliegen mit zwei bereit stehenden Antigravplattformen, auf denen auch die geheimnisvolle Truhe verstaut wird, außerhalb des Ortungsbereiches von automatischen Stationen zum Raumhafen. Vor dem Hafen lässt Atlan seine Gefährten zurück, um die Situation zu erkunden. Die zur Verladung vorgesehenen Container werden bestrahlt, um zu verhindern, dass sich blinde Passagiere an Bord der Raumschiffe schleichen. Auch die Personenkontrollen werden intensiv durchgeführt.

Atlan wird schnell klar, dass sie unbedingt Ausreisegenehmigungen benötigen. Da kommt ihm der Gedanke, in die Sicherheitszentrale einzudringen, die erwartungsgemäß tatsächlich nur unzureichend bewacht wird. Der Arkonide kann drei Schutzanzüge entwenden, die mit Deflektoren und Ortungsschutzgeräten ausgerüstet sind. Er kehrt zu seinen Kameraden zurück. Prinz beschuldigt ihn, mit den Behörden zusammenzuarbeiten und versucht, auf Atlan einzuschlagen. Dieser rutscht aus, stürzt von der Plattform und zerstört beim Aufprall auf den Boden das Armbandfunkgerät, das die einzige Verbindung zur STERNSCHNUPPE darstellte.

Im Schutz der Unsichtbarkeit begeben sich die drei Männer zum Raumhafen. Ein kleiner Käfig voller Riesenskorpione wird ihnen beinahe zum Verhängnis. Die tobenden Tiere wittern die Nähe von Prinz und Mrothyr, die während Atlans Abwesenheit eines der Insekten verzehrt haben. Im Laderaum des Frachtraumers KASMI, in den auch der Container verladen wird, in dem sie die Truhe untergebracht haben, finden sie ein Versteck. Das Schiff startet und verlässt Zomatt.

Goswin Prinz versucht, Atlan im Schlaf mit einer herabstürzenden Stahlplatte zu töten. Der Arkonide wurde durch Mrothyrs Schrei geweckt und bringt sich geistesgegenwärtig aus der Gefahrenzone. Prinz beteuert seine Unschuld. Atlan bemerkt, dass der Vorarbeiter seinen Schutzanzug ausgezogen hat. Schnell folgen Atlan und Mrothyr dessen Beispiel und schalten alle Anzugsaggregate ab, um eine Anpeilung zu vermeiden. Mit einem Dagor-Griff überrascht Atlan Goswin Prinz, der nun kopfüber über einem zehn Meter hohen Abgrund hängt, nur von Atlan an den Beinen gehalten. Dieser verlangt, dass die Truhe geöffnet wird. Goswin ist nun dazu bereit. Der Inhalt der Truhe setzt sich aus Kunstgegenständen und einem Hyperfunkgerät zusammen. Prinz ist ein Gesandter Gurays, der den Aufruf des Schutzpatrons zum Rückzug versäumt hat und nun versucht, die Schätze zu seinem Herrn zu bringen. Durch die Fehlfunktion des Hyperfunkgerätes hat er von dem Rückzug nichts erfahren.

Kurz vor der Landung wechseln die drei Gefährten ihren Standort. Die Schutzanzüge lassen sie mit aktivierten Aggregaten im Laderaum zurück. Mit einer kleinen Antigravplatte verlassen sie das Schiff durch eine der oberen Schleusen. Trotz einiger Strahlschüsse erreichen sie wohlbehalten die Peripherie der Stadt Mhyn. Dort tauchen sie in die unterirdischen Tunnel ein. In einem ärmlichen Viertel suchen sie in einer heruntergekommenen Wohnung Unterschlupf. Dort werden sie von Dickgeldsohn besucht, dessen Helfer ihre Flucht aus der KASMI beobachtet haben. Der Zyrpher ist auf den Inhalt der Truhe aus. Mrothyr erbittet sich eine Stunde Bedenkzeit, um einen Deal zuzustimmen.

In dieser Zeit versucht Atlan, das defekte Hyperfunkgerät zu reparieren. Noch vor Ablauf der Zeit betreten vier bewaffnete Ligriden die Wohnung. Atlan, Mrothyr, Goswin Prinz und die Truhe werden mitgenommen. Das Ziel des Gleiters ist die FEST DER TANZENDEN ZEITEN, die vor der Küste herum dümpelt. Auf dem Segelschiff kommt es erneut zu einem Zusammentreffen mit Dickgeldsohn, der sie zu seinem Vater Dickgeld bringt. Atlan stellt sich und seine Gefährten als Geschichtsschreiber vor, und sichert dem Zyrpher einen Platz in der kosmischen Geschichte zu. Beeindruckt bietet Dickgeld Informationen über die Ligriden an. Er lässt einen Bildschirm aktivieren, über den Atlan und seine Freunde eine Konferenz hochrangiger ligridischer Offiziere beobachten können. Die Hyptons wollen eine in Manam-Turu neu aufgetauchte Macht in das Neue Konzil integrieren und hoffen so eine ultimate Waffe in den Besitz zu bekommen. Dies missfällt allerdings den Ligriden, da diese Macht bedeutend höher einzustufen ist, als sie es sind.

Bei den Verhandlungen über den Inhalt der Truhe unterläuft Mrothyr, der auch auf dem Schiff als Ronald Tekener auftritt, ein Fehler. Dickgeldsohn spricht ihn mit seinem richtigen Namen an und der Rebell zeigt eine eindeutige Reaktion. Es kommt zu einem Handgemenge, in dessen Verlauf Dickgeld bewusstlos geschlagen wird. Es gelingt der Besatzung, Atlan und Mrothyr, dessen Identität bekannt wird, zu fesseln. Goswin Prinz wird durch einen Paralysatortreffer gelähmt. Der Arkonide und der Rebell werden an den Mast des Segelschiffes gebunden. Schwere Brecher überfluten das Deck. Atlan und Mrothyr drohen zu ertrinken. Ligridische Gleiter treffen ein und errichten ein Energiefeld um das Schiff.

In der Kabine erwacht Goswin Prinz. Er aktiviert ein in der Innenseite der Truhe verstecktes Hyperfunkgerät und ruft die STERNSCHNUPPE. Gleichzeitig sendet er ein Peilsignal. Ein extrem schwerer Brecher stürzt über das Schiff herein. Ein Tisch wird durch die Kabine geschleudert und trifft Prinz am Kopf. Der Gesandte ist auf der Stelle tot.

Die Ligriden holen Dickgeld von Bord, der voller Hass die Tötung Atlans und Mrothyrs fordert. Plötzlich taucht die STERNSCHNUPPE über dem Segelschiff auf. Das Energiefeld erlischt und die Gleiter der Ligriden sind den tobenden Gewalten ausgeliefert. Die FEST DER TANZENDEN ZEITEN beginnt zu sinken. Mit Traktorstrahlen hebt STERNSCHNUPPE den Mast mit Atlan und Mrothyr aus dem Wasser und transportiert die beiden Männer in eine Schleuse. Das Diskusschiff beschleunigt hart. Atlan wird darüber informiert, dass Goswin Prinz die STERNSCHNUPPE zu Hilfe gerufen hat.

Der obige Text und Bilder wurde per GNU-Lizenz der Perrypedia entnommen.
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Re: Klassiker-Zyklus: das neue Konzil (700-749)

Beitrag von Yman »

Lumpazie hat geschrieben: 9. August 2020, 09:49 Im Jahr 1985 erschien der Band 731 der Atlan-Heftserie:

Positronische Erinnerungen

von Falk-Ingo Klee
Lumpazie hat geschrieben: 9. August 2020, 09:54 Ja Sabberlod, da hat sich glatt der Schmuggler Han Solo auf die Innenillustration verirrt. :D Was sucht der den im Perry(Atlan)versum :???:
Das habe ich mich auch gefragt. Cooles Bild, aber der Zusammenhang mit der Handlung ist mir nicht aufgegangen.
Grauer Lord hat geschrieben: 9. August 2020, 15:40 In der wohl packendsten Szene eines nach meinem Empfinden langatmig und spröden Romans erleben wir noch einmal den Kampf in der Namenlosen Zone mit - und bekommen die neue Info, dass Blödel damals über eine Notschaltung ein „positronisches Paket“ ausgestoßen hat. Eine Art „Erbe“ bzw. Kopie seines positronischen Selbst.
Das ist schon eine fette Überraschung, dass Blödel wieder mitmischt. Langatmig und spröde fand ich den Roman nur zum Teil. Eigentlich gefiel er mir ganz gut.
Grauer Lord hat geschrieben: 9. August 2020, 15:40 Die vielen Einzel-Episoden des Romans fand ich nur leidlich interessant, die Übernahme von Schwiegermutter auf Aklard und die Szene, in der das Paket als eine Art aufgemotzte Spielekonsole in einem Kinderzimmer fungiert, haben mir aber gefallen. Die Teile um das Pre-Lo wirken hölzern und dienen wohl nur dazu, Schwiegermutter/Blödel als Traykon näher an die Geheimnisse des Erleuchtete zu bugsieren („Brücke zum Erleuchteten“).
Die Einzelepisoden fand ich unterschiedlich. Anfangs interessant, später weniger, wobei sie ja in chronologisch umgekehrter Reihenfolge den Weg Blödels nach Manam-Turu erzählten. Die Nockemann-Episode am Schluss mochte ich am wenigsten, die erste mit dem grün lackierten Spinnenroboter Torree gefiel mir am besten. Gut gefiel auch mir die Geschichte, wie das Blödel-Fragment den Roboter Traykon-6 übernahm. Die Pre-Lo-Handlung fand ich insgesamt ganz annehmbar.
Grauer Lord hat geschrieben: 9. August 2020, 15:40 Die extreme Vermenschlichung aller Roboter in diesem Heft stieß mir allerdings unangenehm auf. Solange kein Bio-Zusatz drin ist, wirkt das auf mich unglaubwürdig.
Das geht mir auch immer wieder so, dass mir die Roboter oft zu vermenschlicht erscheinen, aber der maschinelle Charakter geht auch nicht ganz verloren, und Falk-Ingo Klee gelingt es, aus den Robotern, die nun mal einen Großteil der Handlung dieses Romans bestreiten, interessante Charaktere zu erschaffen und mich als Leser bei Laune zu halten.

Etwas seltsam fand ich aber, dass Verluste von Traykon-Robotern anscheinend nicht ersetzt werden.
Grauer Lord hat geschrieben: 9. August 2020, 15:40 Am Ende stellt sich natürlich die Frage, warum Blödel überhaupt nach Atlan sucht und wer ihn ins Spiel gebracht hat. Atlan hat jedenfalls mit dem skurrilen Roboter, Anima, Neithadl-Off und Goman-Largo, Fartuloon/ Colemayn, Chipol und Mrothyr eine erkleckliche Zahl an Helfern. Auch wenn die meisten ja nur aus der Ferne für ihn wirken.
Ja, das ist etwas seltsam, dass man seit einiger Zeit beobachtet, wie sich eine Anzahl von Helfern über mehrere Hefte hinweg langsam auf Atlan zubewegt. Das Tempo wurde ja aus dem Zyklus sehr stark herausgenommen, so als ob bis Band 750 nichts Entscheidendes mehr passieren dürfte. Aber ich kann mich da auch täuschen.
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Re: Klassiker-Zyklus: das neue Konzil (700-749)

Beitrag von Grauer Lord »

„Mission Zyrph“ ist ein actionreicher Abenteuerroman, der einerseits flott zu lesen war, mich aber trotzdem ratlos zurücklässt. Was sollen uns diese 62 Seiten in dieser Phase des Zyklus eigentlich sagen?

Mrothyrs Plan, über den Umweg Zomatt unerkannt seine Heimat Zyrph zu erreichen, ist ja noch gut verständlich angesichts des Würgegriffs von Ligriden und Hyptons. Doch bereits am Anfang häufen sich dann auf unglaubwürdige Art und Weise die negativen Zufälle (erst versagt der Antigrav, dann verlieren Mrothyr und Atlan ihre Schusswaffen !), insgesamt zwei Mal geht mit einem unheilvollen Knacken ein kleiner Hypersender kaputt.

Dennoch haben mir die Szenen auf Zomatt im Lager von Goswin Prinz ganz gut gefallen, die Spannung, was sich hinter Prinz und seiner Truhe verbirgt, wurde gut aufgebaut. Die Atmosphäre wurde dicht und miterlebbar geschildert. Die Charakterisierung Mrothyrs, die ja die Privat-Spielwiese von H.G.Francis zu sein scheint, geht auch weiter: Das plötzlich in seinen Augen aufscheinend Wilde und Böse, die Bezugnahme auf das „alte Wissen“ und das schon zum zweiten Mal ins Spiel gebrachte Grüne Feuer, machen den Zyrpher zu einer wirklich schillernden Figur.

Den Schluss auf Zyrph mit den beiden dicken Ausbeutern auf ihrem Segelschiff fand ich eher trivial; interessant war zumindest Atlans Einblick, dass die Ligriden verärgert über die Hyptons sind, die sich mit einer anderen Macht verbünden wollen, hinter der nur der Erleuchtete stecken kann. Am Ende ist der Guray-Gesandte Goswin Prinz tot, Atlan und Mrothyr werden von der STERNSCHNUPPE in wirklich allerletzter Sekunde aus Seenot gerettet. Die Mission Zyrph ist letztlich in einem totalen Fiasko geendet, nichts von dem, was Mrothyr eigentlich erreichen wollte, wurde auch tatsächlich erreicht. An Atlans Stelle würde ich mir solche Eskapaden in Zukunft verbitten und auf den Mitstreiter ein ganz besonderes Auge haben.

Interessant fände ich zu wissen, welcher Exposé-Autor eigentlich für welche Romane verantwortlich ist. Ich finde, derzeit kann man es den Heften nicht anmerken, ob sie von Sydow oder Griese erdacht wurden.
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Re: Klassiker-Zyklus: das neue Konzil (700-749)

Beitrag von Lumpazie »

Im Jahr 1985 erschien der Band 733 der Atlan-Heftserie:

Im Auftrag des Erleuchteten

von Hubert Haensel

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Innenillustration:

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Handlung:

Auf dem Planeten Carli steht ein Machtwechsel an. Die beiden Daila Thorm und Manjo sind mit einem Boot zur verborgenen Insel unterwegs. In einem schweren Sturm bricht der Mast. Mit seinen telekinetischen Kräften greift Thorm nach einem Schwarm vorbeiziehender Fische und lässt das Wrack von den Meeresbewohnern ziehen.

Das Boot erreicht die sich aus dem Wasser erhebende Insel. Die beiden Daila finden einen Eingang in das Stollensystem und erreichen eine alte Station. Doch ein Carlisse ist schneller gewesen und so wird nun die Herrschaft über Carli während der nächsten fünf Jahre an die Carlissen gehen. Der Kiemenatmer, der von einem hellen Schein umgeben ist, richtet sofort die Forderung an die beiden Daila, dass sich deren Volk aus den Küstengebieten zurückzuziehen hat und gleichzeitig der Fischfang einzustellen ist. Notwendigen Fisch werden die Carlissen gegen entsprechende Leistungen liefern.

Den Daila bleibt der Rückweg zum Boot wegen des Absinkens der Insel versperrt. Thorm und Manjo beginnen die Station zu durchsuchen. Einer der Gänge wird von einem Prallfeld abgesperrt. Thorm kann mit Telekinese Schaltungen überbrücken und das Feld erlischt. Parapsychische Impulse schlagen über ihm zusammen. Er erlebt mit, wie tief in der Vergangenheit Krieg auf Carli herrscht. In dieser Zeit kam es auch zum Einsatz biochemischer Kampfstoffe.

Wieder Herr seiner Gedanken, entdeckt Thorm ein leistungsschwaches Hyperfunkgerät. In einem Sessel vor dem Gerät findet er das Skelett eines Carlissen. Eine telepathische Stimme informiert ihn über das Schicksal von Cahnec, dem ehemaligen Oberbefehlshaber der Streitkräfte von Carli. Der Daila wird auch über die Funktion der verborgenen Insel in Kenntnis gesetzt.

Nach dem Ende der Botschaft beginnt Thorm, sich mit den Funktionen des Hyperfunkgerätes auseinanderzusetzen. Als ihn Manjo Stunden später findet, ist Thorm bereit, den ersten Funkspruch abzustrahlen.

Einige Zeit später landet die ILLARD auf der Insel. Die Kommandantin teilt Thorm und Manjo mit, dass Aklard von den Hyptons und Ligriden Gefahr droht. Sie ist auf der Suche nach Verbündeten, die die Heimatwelt der Daila im Kampf für die Freiheit unterstützen wollen. Thorm und Manjo werden an Bord genommen. Die ILLARD setzt sich in Bewegung und fliegt zur einzigen großen Siedlung der Daila auf Carli. Dort werden die Ankömmlinge freudestrahlend begrüßt.

Die RUYKOR hält sich an der Peripherie einer H-Plus-Wolke auf, als der Funkspruch von Carli aufgefangen wird. Dharys zeigt Interesse und fliegt den Planeten an. Ebenso wie die ILLARD geortet wird, taucht auch die RUYKOR auf den Schirmen des Raumschiffes der Freunde der Sonne auf. Als sich die RUYKOR nähert, wird Dharys aufgefordert, sich zu identifizieren, andernfalls die Bodenforts das Feuer eröffnen würden. Tatsächlich feuert die ILLARD mehrere Strahlschüsse auf die RUYKOR ab. Endlich gibt sich Dharys zu erkennen. Als er eingesteht, der Vater von Chipol zu sein, der vor einiger Zeit im System Gyd aufgetreten ist, wird er von der Kommandantin der ILLARD willkommen geheißen. Dharys preist den Erleuchteten und seine Absicht, die Daila von ihren parapsychischen Kräften zu befreien und ihnen auf diese Weise die Rückkehr nach Aklard zu ermöglichen, in den höchsten Tönen. Thorm und seine Leute bringen Dharys einige Skepsis entgegen. Doch der stets aufbrausende Daila beherrscht sich.

Während Dharys Überlegungen anstellt, wie er die etwa 5000 Daila auf die RUYKOR und die ILLARD verteilen soll, um sie zu dem Erleuchteten zu bringen, der sie ihrer Psi-Potentiale berauben wird, treffen drei weitere Schiffe der Freunde der Sonne ein. Thorm überbringt Dharys die Botschaft, dass die Daila von Carli dem Ruf der Verbannten folgen werden, um ihre Kräfte für Aklard einzusetzen. Dharys mühsam aufrecht erhaltene Beherrschung verfliegt augenblicklich. Mit seinen telekinetischen Kräften beginnt er Thorm zu würgen. Die Daila fallen über Dharys her, der Thorm frei geben muss. Dharys wird ein Beruhigungsmittel injiziert, das ihn für eine Weile außer Gefecht setzt. Mit einer Droge werden seine Psi-Kräfte lahm gelegt. Die Kommandantin der ILLARD verlangt den sofortigen Abflug Dharys' von Carli.

Die RUYKOR startet und verlässt Carli mit Ziel Cirgro. Mit einem Gleiter erkundet Dharys den Kontinent, auf dem die RUYKOR unbemerkt gelandet ist. Er findet eine riesige Baustelle, an der eine Millionenstadt entsteht. Er lässt sich als Bauarbeiter einstellen und erfährt von seinen Kollegen von den Glückssteinen, die den Daila von Cirgro die parapsychischen Fähigkeiten nehmen. Seine Mission, Psi-Potentiale für seinen Herrn zu finden, droht zu scheitern.

Dharys macht sich nach dem Ende seiner Schicht in eine Kneipe auf. Er trifft auf seinen Arbeitskollegen Rubim, den er aus dem Lokal lockt, ihn mit kräftigen Faustschlägen niederstreckt und mit dem Gleiter zur RUYKOR bringt. In der Kontaktzelle verspürt Rubim die Präsenz des Erleuchteten, obwohl dieser nicht persönlich anwesend ist. Der Erleuchtete meldet sich bei Dharys und erfährt von dem Glücksstein. Nach einem kurzen Handgemenge bringt sich Dharys in den Besitz des Kristalls. Der Erleuchtete befiehlt ihm plötzlich, den Glücksstein sofort wegzuwerfen, da das Psi-Potential des Daila immer schwächer wird. Wütend schleudert Dharys den Stein gegen die Wand, wo er spurlos verschwindet. Rubim wird aus dem Schiff geworfen.

In einer anderen Stadt trifft Dharys auf Binara. Die Frau gibt an, im Besitz einer Karte zu sein, die den Weg zu einer ergiebigen Lagerstätte von Glückssteinen weist. Mit Waffengewalt bringt sich Dharys in den Besitz dieser Karte. Als er sich zur Fundstätte aufmacht, wird er kurz davor von Stahlmännern angegriffen, die seine robotischen Begleiter zerstören. Dharys ergibt sich, versucht aber bald die Roboter mit seinen telekinetischen Kräften anzugreifen. Da die Stahlmänner Glückssteine tragen, misslingt die Aktion. Dharys wird paralysiert und in eine Station der Hyptons gebracht. Nachdem Dharys seine Lähmung abgeschüttelt hat, wagt er ein geistiges Kräftemessen mit den Fledermausartigen, die sich als »Angehörige des Quellenvolkes bezeichnen, also Nachkommen der echten, ursprünglichen Hyptons«. Der Daila bietet den Hyptons eine Zusammenarbeit an und eröffnet ihnen, der Diener des Erleuchteten zu sein.

Auf diese Ankündigung hin, verlangen die Hyptons, die RUYKOR herbeizuschaffen, um mit dem Erleuchteten in Kontakt treten zu können. Dharys wichtigster Verhandlungspartner ist die so genannte Weisheit der Quellen. Die RUYKOR wird in einen Hangar im Inneren des Gebirgsmassivs gebracht, in dem die Station der Hyptons eingerichtet worden ist. Dharys bringt mehrere Stahlmänner in die Kontaktzelle. Dort meldet sich der Erleuchtete und klagt, dass die Hyptons nur ihre Roboter geschickt haben und nicht persönlich gekommen sind. Einer der Stahlmänner feuert mit seiner Strahlwaffe auf jene Stelle, von der die Stimme des Erleuchteten kommt. Es ist aber kein Schaden festzustellen. Die Waffe des Roboters glüht auf und schmilzt zu einem Metallklumpen zusammen. Erbost verweist der Erleuchtete die Stahlmänner von der RUYKOR.

Stunden später taucht ein einzelner Hypton, begleitet von vier Daila, vor der RUYKOR auf. Dharys begleitet die Ankömmlinge in die Kontaktzelle. Der Hypton hat die Vollmacht, konkrete Verhandlungen zu eröffnen. Der Erleuchtete bietet den Hyptons an, ihnen zu alter Größe und Ansehen zu verhelfen. Als Gegenleistung fordert er die Übergabe sämtlicher je auf Cirgro gefundenen Glückssteine. Die Hyptons vermuten dahinter eine Schutzmaßnahme für EVOLO. Der Verhandler schlägt vor, EVOLO nach Cirgro zu bringen, wo dann jeder den Schutz der Kristalle genießen kann.

Weitere Verhandlungen mit mehreren Vertretern der Weisheit der Quellen in der Kontaktzelle nutzt der Erleuchtete, um die RUYKOR aus dem Hangar zu fliegen. Über einer weiten Buschsteppe verlassen die Hyptons das Schiff. Die RUYKOR beschleunigt und geht in den Linearflug über. Auf Cirgro landet ein silbrig glänzendes scheibenförmiges Raumschiff, das eine Kontaktzelle enthält. Dadurch will der Erleuchtete mit den Hyptons in Verbindung bleiben.

Der obige Text und Bilder wurde per GNU-Lizenz der Perrypedia entnommen.
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Yman
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Re: Klassiker-Zyklus: das neue Konzil (700-749)

Beitrag von Yman »

Lumpazie hat geschrieben: 16. August 2020, 08:47 Im Jahr 1985 erschien der Band 732 der Atlan-Heftserie:

Mission Zyrph

von H.G. Francis
Grauer Lord hat geschrieben: 23. August 2020, 13:38 „Mission Zyrph“ ist ein actionreicher Abenteuerroman, der einerseits flott zu lesen war, mich aber trotzdem ratlos zurücklässt. Was sollen uns diese 62 Seiten in dieser Phase des Zyklus eigentlich sagen?
Ich kann gar nicht mehr sagen, in welcher Phase des Zyklus wir uns überhaupt befinden. In der Verlängerung? Dritte Halbzeit? Der Anfang vom Ende? Das Ende des Anfangs? Im Moment habe ich den Eindruck, der Zyklus besteht aus aneinandergereihten Füllromanen, positiv formuliert Planetenromanen, geschrieben von Autoren, die alle unabhängig voneinander schreiben und selten mal dieselben Figuren verwenden.

Im großen und ganzen fand ich den Roman auch gut zu lesen, auch wenn es manchmal mit der Glaubwürdigkeit hakte.
Grauer Lord hat geschrieben: 23. August 2020, 13:38 Mrothyrs Plan, über den Umweg Zomatt unerkannt seine Heimat Zyrph zu erreichen, ist ja noch gut verständlich angesichts des Würgegriffs von Ligriden und Hyptons. Doch bereits am Anfang häufen sich dann auf unglaubwürdige Art und Weise die negativen Zufälle (erst versagt der Antigrav, dann verlieren Mrothyr und Atlan ihre Schusswaffen !), insgesamt zwei Mal geht mit einem unheilvollen Knacken ein kleiner Hypersender kaputt.
Der Roman war schon sehr konstruiert. Was da alles immer wieder kaputt ging oder verloren ging. Funkgeräte sollten robuster sein. Es gibt heutzutage Smartphones, die nicht so leicht kaputt gehen. Und wie oft Atlan übertölpelt wurde, im entscheidenden Moment keine Waffen hatte, usw. Besonders der Schluss hat mir sehr weh getan. Als ob Atlan nicht lange Zeit auf der Erde gelebt hätte und sich auf einem schwankenden Schiff zu bewegen wüsste. Fairerweise muss man sagen, dass damals noch nicht alle Zeitabenteuer geschrieben waren. Aber Atlan und das Meer, das gehört einfach zusammen! HGF macht sich hier als Autor lächerlich.
Grauer Lord hat geschrieben: 23. August 2020, 13:38 Dennoch haben mir die Szenen auf Zomatt im Lager von Goswin Prinz ganz gut gefallen, die Spannung, was sich hinter Prinz und seiner Truhe verbirgt, wurde gut aufgebaut. Die Atmosphäre wurde dicht und miterlebbar geschildert.
Ja, dieser Teil war gut geschrieben.
Grauer Lord hat geschrieben: 23. August 2020, 13:38 Die Charakterisierung Mrothyrs, die ja die Privat-Spielwiese von H.G.Francis zu sein scheint, geht auch weiter: Das plötzlich in seinen Augen aufscheinend Wilde und Böse, die Bezugnahme auf das „alte Wissen“ und das schon zum zweiten Mal ins Spiel gebrachte Grüne Feuer, machen den Zyrpher zu einer wirklich schillernden Figur.
Auch dies war wirklich sehr gelungen, nur etwas zu spärlich im Roman vorhanden.

Die beiden unsympathischen Zyrpher Dickgeld und Dickgeldsohn zu nennen (warum waren sie nicht im Hauptpersonenverzeichnis?), das war schon ganz beachtlich von HGF, der hier quasi ein Statement abgibt, was er von solchen Leuten hält.
Grauer Lord hat geschrieben: 23. August 2020, 13:38 Den Schluss auf Zyrph mit den beiden dicken Ausbeutern auf ihrem Segelschiff fand ich eher trivial; interessant war zumindest Atlans Einblick, dass die Ligriden verärgert über die Hyptons sind, die sich mit einer anderen Macht verbünden wollen, hinter der nur der Erleuchtete stecken kann.
Solche Informationen werden immer mal wieder eingebaut, hier tatsächlich auf etwas triviale Weise. Ich bin mal gespannt, wie sich die Hyptons als Drahtzieher noch schlagen werden. Vielleicht spielen sie bald nur noch die zweite Geige.
Grauer Lord hat geschrieben: 23. August 2020, 13:38 Atlan und Mrothyr werden von der STERNSCHNUPPE in wirklich allerletzter Sekunde aus Seenot gerettet. Die Mission Zyrph ist letztlich in einem totalen Fiasko geendet, nichts von dem, was Mrothyr eigentlich erreichen wollte, wurde auch tatsächlich erreicht. An Atlans Stelle würde ich mir solche Eskapaden in Zukunft verbitten und auf den Mitstreiter ein ganz besonderes Auge haben.
Mrothyr lag ja lange Zeit auf Eis, aber wenn er auf eine Mission geht, scheint er tatsächlich unberechenbar. Sein Nutzen ist begrenzt. Atlan sollte ihn loswerden. Bald wird er ja hoffentlich von anderer Seite Verstärkung bekommen: Anima, Blödel, usw.

Wie schnell die STERNSCHNUPPE plötzlich zur Stelle war, das fand ich sehr unglaubwürdig. Das war ja so, als ob sie in Nullzeit in den Orbit des Planeten transitiert wäre. Auf dem Titelbild sieht man die letzte Szene, wie die STERNSCHNUPPE zur Hilfe kommt.
Grauer Lord hat geschrieben: 23. August 2020, 13:38 Interessant fände ich zu wissen, welcher Exposé-Autor eigentlich für welche Romane verantwortlich ist. Ich finde, derzeit kann man es den Heften nicht anmerken, ob sie von Sydow oder Griese erdacht wurden.
Ich kann das auch nicht erkennen.
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Re: Klassiker-Zyklus: das neue Konzil (700-749)

Beitrag von Grauer Lord »

Heft 733 von Hubert Haensel hat mir gut gefallen. Es schildert zwei Schauplätze in Manam-Turu, an die es Daila verschlagen hat, der vom Erleuchteten entsandte Dharys bildet die erzählerische Klammer.

Besonders die Vorkommnisse auf dem Planeten Carlo, wo sich alle paar Jahre während einer bestimmten Mond-Konstellation eine geheimnisvolle Insel aus dem Meer erhebt, waren gut lesbar. Wer sie zuerst erreicht, die gestrandeten Daila oder die Einheimischen Carlissen, hat für diese Periode das Sagen. Mich hat die Schilderung der Daila-Mutanten Thorm und Manjo und ihres Kampfes darum, als Erster auf der Insel anzukommen, wirklich beeindruckt, ebenso die Geschichte vom Untergang der Carli-Zivilisation, auch wenn man so etwas natürlich in vielen Abwandlungen schon oft gelesen hat. Im Grunde überraschend, dass für dieses Setting nicht ein ganzer Roman verwendet wurde.

Nicht ganz so eindrücklich, von der Handlung her aber sicher für die kommende Handlung wichtiger: Dharys (und damit der Erleuchtete) werden auf Cirgro aufmerksam, wo inzwischen so gut wie jeder Daila-Mutant einen Glücksstein trägt, der seine Psi-Kraft „absaugt“ oder neutralisiert. Der uns bekannte Prospektor Moxey taucht aber nicht wieder auf.
Dharys kommt in Kontakt mit einer wichtigen Hypton-Traube, die die ursprüngliche Größe des Volkes restaurieren will und wohl ein Bündnis mit dem Erleuchteten anstrebt; die Geflügelten erinnern sich auch sehr gut an Atlan .... Es deutet sich an, dass Cirgro eine regelrechte „Psi-Futterstelle“ für EVOLO werden könnte, der ja auch irgendwann einmal fertig werden muss. Wurde doch in dem Zusammenhang in Alkordoom das 5000. Jahr des Erleuchteten ausgerufen. Die Hyptons haben ganz klar keine Ahnung, mit welcher Macht sie sich da einlassen wollen. Zum Schluss erfährt der Erleuchtete vom Pre-Lo, dass Atlan wohl noch lebt, Dharys wird auf Warteposition geschickt.

Wieder mal ein Roman ohne Atlan. Da in Manam-Turu inzwischen eine ganze Reihe interessanter Handlungsträger entwickelt wurde, finde ich das aber nicht schlimm, ganz im Gegenteil. In welcher Phase des Zyklus wir sind @Yman, das lässt sich beim erstmaligen lesen jetzt wirklich nicht erkennen. Als Trost kann man aber sagen, dass Band 750 ein Höhepunkt der Serie insgesamt wird. Sydow und Griese näherten sich dem Ziel eben auf Umwegen.
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Re: Klassiker-Zyklus: das neue Konzil (700-749)

Beitrag von Lumpazie »

Im Jahr 1985 erschien der Band 734 der Atlan-Heftserie:

Asche der Zeit

von H. G. Ewers

Bild

Innenillustration:

Bild


Handlung:

Anima, Neithadl-Off und Goman-Largo sind auf ihrer Odyssee durch Raum und Zeit in Manam-Turu angekommen, genauer gesagt auf dem Planeten Barquass, einem Stützpunkt der Piraten. Da auch diese ein Interesse daran haben, Atlan zu kontaktieren, starten sie zusammen eine Suchexpedition mit dem Raumschiff KOKAHU.

Auf ihrem Flug gerät die KOKAHU in den Einflussbereich eines Hyperraumphänomens, einer sogenannten 5-D-Mulde. Aufgrund von Legenden sind die Piraten sicher, dass es sich um die Lithragische Synklinale handelt, die die grüne Sonne Xachel und ihren einzigen Planeten Nubal beherbergen soll. Nubal ist auch bekannt als die Welt der Eloranischen Schätze. Dies klingt so verlockend für Neithadl-Off, dass sie die Besatzung überredet nicht zu flüchten, sondern den Planeten zu suchen. Da die Vigpanderin auch mit einem Plan aufwartet, wie die Synklinale angeflogen und später wieder verlassen werden kann, vertraut man ihr.

Nubal ist ein sehr kalter Planet, umgeben von einer mehrere Kilometer dicken Eisschicht. Darin ortet die Besatzung der KOKAHU nach einiger Zeit neun Pyramiden. Während die KOKAHU im  Wikipedia-logo.png Orbit bleibt, überwinden die Piraten die restliche Distanz mit einem Beiboot und heben einen Schacht zu einem der Gebilde aus. Da Anima über Unwohlsein klagt, bleibt sie an Bord, während Neithadl-Off und Goman-Largo zusammen mit einigen Piraten, darunter der Kamota Eltaso, zur Pyramide vordringen. Es gelingt Eltaso, der eine umfangreiche Werkzeugkollektion mit sich trägt, eine Öffnung zu schalten, durch welche die Gruppe eindringt.

Über einen leeren Korridor gelangt man zu einem Verteiler in der geometrischen Mitte der Pyramide, der jedoch ebenfalls leer ist. Eltaso nimmt mit seinen Geräten eine nähere Untersuchung der Wandungen vor, wird jetzt jedoch heimlich von einigen Modulen Goman-Largos unterstützt. Dadurch gelingt es, eine Öffnung zu erzeugen. Entgegen den Warnungen des Tigganois stürzt Neithadl-Off sich sofort hinein, Goman-Largo folgt ihr selbstverständlich, ungeachtet möglicher Gefahren.

Sie landen an einem unwirklich scheinenden Ort, umgeben von violettem Halbdunkel, an Drähten hängen glockenförmige, etwa zwei Meter hohe Gebilde herunter, die gleich darauf vergehen und goldenen Staub hinterlassen. Begleitet von ultrahohen Tönen erleben die Eindringlinge Szenen die vermutlich aus der Vergangenheit Nubals stammen. Der Modulmann erkennt, dass sie einen Wächter geweckt haben. Da er noch Kontakt zu einem seiner Module im Verteiler hat, kann er aber flüchten. Er fordert Neithadl-Off auf, ihn zu begleiten. Diese folgt, allerdings nicht, ohne vorher eine gewisse Menge des goldenen Staubes einzutüten. Zeitasche, wie sie anschließend fachmännisch bemerkt.

Als die beiden wieder im Verteiler angekommen sind, sind die Piraten bewusstlos und die positronischen Geräte Eltasos verbrannt, lediglich die Module Goman-Largos sind unversehrt geblieben. Als die Piraten kurz darauf aus ihrer Ohnmacht erwachen, berichtet der Tigganoi von dem Wächter und überzeugt seine Begleiter zu fliehen.

Auf dem Rückflug zur KOKAHU unterliegen Beiboot und Besatzung merkwürdigen Effekten. Davon beeinträchtigt, kommt es beim Einflug in den Hangar zu einem Unfall, bei dem Eltaso und zwei weitere Piraten verletzt werden.

Neithadl-Off besucht Eltaso auf der Krankenstation. Heimlich von einem Modul Goman-Largos belauscht, entlarvt sie den angeblichen Kamota als Gesandten Gurays. Außerdem zeigt er großes Interesse an Anima, deren Befinden sich noch nicht gebessert hat.

Als die KOKAHU wieder im Einsteinraum angekommen ist, wird das Helle Tor angeflogen, eine blauweiße Riesensonne, die sich im Abstand von 24 Tagen als Transmitter nutzen lässt. Da die aktuelle Transmissionsphase gerade abklingt, beschließt man, lieber 23 Tage zu warten. Um die Zeit zu nutzen, wollen die Piraten in einem Handelskontor Ladung aufnehmen, daher wird der Planet Gysal zum Ziel erkoren.

Während der Ladearbeiten haben die Besucher die Möglichkeit, das Kontor zu besichtigen, eine Möglichkeit, die überraschend auch von der zunehmend verwirrten Anima wahrgenommen wird. Freudig akzeptiert sie Eltasos Angebot, sie zu begleiten. Während das Duo die Hallen besichtigt, spürt Anima mit ihrem Orbiterinstinkt eindeutig die Nähe ihres Ritters. Dieser Hauch von Ritteraura geht klar von Eltaso aus, er muss von Atlan geschickt worden sein. Anima ruft laut dessen Namen, während sie sich gerade in einer Waffenausstellung befinden. Eltaso schreit sie daraufhin unvermittelt an, sie solle Atlan vergessen. Er setzt die Sicherungen der Ausstellungsstücke außer Funktion, greift sich eine Waffe und zielt auf seine Begleiterin. Diese setzt sich mit ihren Parakräften zur Wehr, der Gesandte Gurays zerfließt vorübergehend zu einer gallertartigen Masse. Als er sich wieder erholt hat, gesteht er Anima, dass Guray, von dem er ein Teil sei, ihn auf Atlan angesetzt habe. Anima glaubt daraufhin, ihr Ritter nenne sich jetzt Guray und nimmt dies als Erklärung für die Ritteraura, die sie spürt. Auf dem Rückflug denkt sie wehmütig an Hartmann vom Silberstern; ob er doch noch irgendwie lebt?

Mit der neu erworbenen Ladung geht die KOHAKU auf Kurs Haira-System. Auf dem sechsten Planeten leben die Pecheles, ein Volk von Amazonen, dessen Stadtstaaten sich ständig bekriegen. Sie haben daher einen großen Bedarf an Waffen, die sie mit Doranit bezahlen, einem wertvollen Ölgemisch.

Nachdem die KOHAKU auf Pechel gelandet ist, startet Eltaso mit einem Gleiter zu einer ersten Kontatktaufnahme, kurz darauf folgt ihm Anima mit einem zweiten Beiboot. Um sie zurückzuholen starten auch Neithadl-Off und Goman-Largo, begleitet vom Piraten Sukiss. Unterwegs treffen sie auf einige Pecheles, die sich ihnen anschließen. In einem Wäldchen verlieren sie schließlich die Spur Animas.

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Re: Klassiker-Zyklus: das neue Konzil (700-749)

Beitrag von Yman »

Lumpazie hat geschrieben: 23. August 2020, 16:26 Im Jahr 1985 erschien der Band 733 der Atlan-Heftserie:

Im Auftrag des Erleuchteten

von Hubert Haensel
Grauer Lord hat geschrieben: 29. August 2020, 16:01 Heft 733 von Hubert Haensel hat mir gut gefallen. Es schildert zwei Schauplätze in Manam-Turu, an die es Daila verschlagen hat, der vom Erleuchteten entsandte Dharys bildet die erzählerische Klammer.
Im Grunde genommen ist Kapitel 1 mit der Handlung um die Daila-Exilanten ein Prolog des Roman-Hauptteils, der dem Leser noch einmal sehr deutlich die Daila-Problematik vor Augen führt. Die Daila-Exilanten wollen zur ihrer Heimat Aklard zurückkehren, müssen aber ihre Psi-Fähigkeiten irgendwie loswerden, um normal zu sein und akzeptiert zu werden, andererseits werden ihre Fähigkeiten gebraucht, um Aklard zu befreien, und drittens möchte der Erleuchtete ihre Potentiale abschöpfen.
Grauer Lord hat geschrieben: 29. August 2020, 16:01 Besonders die Vorkommnisse auf dem Planeten Carlo, wo sich alle paar Jahre während einer bestimmten Mond-Konstellation eine geheimnisvolle Insel aus dem Meer erhebt, waren gut lesbar. Wer sie zuerst erreicht, die gestrandeten Daila oder die Einheimischen Carlissen, hat für diese Periode das Sagen. Mich hat die Schilderung der Daila-Mutanten Thorm und Manjo und ihres Kampfes darum, als Erster auf der Insel anzukommen, wirklich beeindruckt, ebenso die Geschichte vom Untergang der Carli-Zivilisation, auch wenn man so etwas natürlich in vielen Abwandlungen schon oft gelesen hat. Im Grunde überraschend, dass für dieses Setting nicht ein ganzer
Roman verwendet wurde.
Das war eine nette Idee, die für einen ganzen Roman gereicht hätte, so aber, da wir kaum etwas über die Geschichte der Carlissen erfahren, war dieser Romanteil erfreulich kurz, nur ein Viertel, so dass genug Raum für den Rest des Romans blieb.

Insgesamt hat mir der Roman sehr gut gefallen, auch diese Aufteilung.

Das Titelbild zeigt einen Angriff der Carlissen, die die fremden Daila vertreiben wollen.
Grauer Lord hat geschrieben: 29. August 2020, 16:01 Nicht ganz so eindrücklich, von der Handlung her aber sicher für die kommende Handlung wichtiger: Dharys (und damit der Erleuchtete) werden auf Cirgro aufmerksam, wo inzwischen so gut wie jeder Daila-Mutant einen Glücksstein trägt, der seine Psi-Kraft „absaugt“ oder neutralisiert. Der uns bekannte Prospektor Moxey taucht aber nicht wieder auf.
Moxey wird ein Mal namentlich erwähnt, als Dharys die Gedanken eines seiner Opfer liest. Ich fand die Handlung auf Cirgro eigentlich schon sehr eindrücklich, einerseits die Erkundung des Planeten durch Dharys, andererseits dieses Kräftemessen zwischen Hyptons und dem Erleuchteten. Allerdings wurde eine Gelegenheit verpasst, die bekannten Figuren Moxey und Gamyhn noch mal auftreten zu lassen.
Grauer Lord hat geschrieben: 29. August 2020, 16:01 Dharys kommt in Kontakt mit einer wichtigen Hypton-Traube, die die ursprüngliche Größe des Volkes restaurieren will und wohl ein Bündnis mit dem Erleuchteten anstrebt; die Geflügelten erinnern sich auch sehr gut an Atlan .... Es deutet sich an, dass Cirgro eine regelrechte „Psi-Futterstelle“ für EVOLO werden könnte, der ja auch irgendwann einmal fertig werden muss. Wurde doch in dem Zusammenhang in Alkordoom das 5000. Jahr des Erleuchteten ausgerufen. Die Hyptons haben ganz klar keine Ahnung, mit welcher Macht sie sich da einlassen wollen.
Interessant auch, dass die Hyptons dem Erleuchteten den uns bereits bekannten Planeten Cairon anbieten. Ich denke aber auch, dass die Hyptons dem Erleuchteten nicht gewachsen sind und von ihm sehr bald hintergangen und besiegt werden. Auch interessant war, dass die Parafähigkeiten der Hyptons nicht stärker sind als die der Daila.

Nach dem, was man im Roman lesen konnte, dürfte Dharys Schiff, die RUYKOR, Atlans STERNSCHNUPPE weit überlegen sein. Sowohl von der Größe, als auch technisch. Allerdings gab es zur RUYKOR leider nie eine Risszeichnung. Jedenfalls kann ich mich an keine erinnern, und ich habe auch keine gefunden.
Grauer Lord hat geschrieben: 29. August 2020, 16:01 Wieder mal ein Roman ohne Atlan. Da in Manam-Turu inzwischen eine ganze Reihe interessanter Handlungsträger entwickelt wurde, finde ich das aber nicht schlimm, ganz im Gegenteil.
Dass Atlan im Roman nicht vorkam, war kein Nachteil. Es stimmt, es gibt nun eine ganze Reihe interessanter Handlungsträger, die sich nicht einfach nur über ihre Gefolgschaft zu Atlan definieren (und als solch oft mehr nützlich als interessant sind).
Grauer Lord hat geschrieben: 29. August 2020, 16:01In welcher Phase des Zyklus wir sind @Yman, das lässt sich beim erstmaligen lesen jetzt wirklich nicht erkennen. Als Trost kann man aber sagen, dass Band 750 ein Höhepunkt der Serie insgesamt wird. Sydow und Griese näherten sich dem Ziel eben auf Umwegen.
Man ahnt zwar, wie so einiges am Ende zusammenlaufen wird, aber der Zyklus, der wie ein Hase Haken schlägt, besitzt zumindest teilweise eine erfreuliche Unvorhersehbarkeit, die die Spannung aufrecht erhält.
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Re: Klassiker-Zyklus: das neue Konzil (700-749)

Beitrag von Grauer Lord »

Im Grunde ist H.G.Ewers zu bewundern: Die einzigen Vorgaben, die ihm das Exposé für „Asche der Zeit“ gemacht haben kann, können eigentlich nur darin bestehen, eine geheimnisvolle Verbundenheit Animas mit dem Gesandten Gurays, Eltaso, aufzuzeigen. Bei ihm spürt Anima Nähe zu ihrem getöteten Ritter Hartmann vom Silberstern. Doch warum ist das so? Der Extrasinn befasst sich am Ende des Heftes auch mit dem Phänomen. Viele wichtige Puzzlesteine liegen auf dem Tisch, die das Verhältnis von Erleuchtetem (war früher schon mal in Manam-Turu), Guray (ist uralt, ängstlich, neurotisch und war schockiert, als er vom Alter des Erleuchteten von 5000 Jahren hörte) sowie Anima (verlor bei dramatischen Ereignissen vor unbekannter Zeit in Vergalos Palast „ihren“ Ritter) aufklären können. Doch auch in diesem Roman ist es noch nicht soweit.

Um diese wenigen Andeutungen herum strickt Ewers einen munteren, aber wohl auch belanglosen Roman, in dem unsere Helden in die Lithragische Synklinale stürzen, auf der Welt der Eloranischen Schätze schlafende Wächter wecken und mit Mühe und Not entkommen - mit einem Beutel sogenannter „Asche der Zeit“. Über den Umweg der Handelswelt Gysal gelangen der Piraten-Trupp mit Neithadl-Off und Goman-Largo nach Pechel, einer Sumpfwelt raupenartiger und kriegerischer Wesen, die technisch noch eher rückständig sind. Das Name-Dropping geheimnisvoller Orte und Begebenheiten, das Ewers gerne betreibt, erinnert mich schon an den Stil Wim Vandemaans, bei dem man vor lauter klingenden Namen ja auch wie weiß, was noch einmal wichtig werden wird, und was nur Wortgeklingel ist.

Die humorvollen Lügengeschichten Neithadl-Offs haben sich in diesem dritten Doppelroman um das Zeit-Team noch nicht abgenutzt. Das ganze Heft mag keine große Bedeutung im großen Gesamtzusammenhang haben, ich habe es aber gerne gelesen.
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Re: Klassiker-Zyklus: das neue Konzil (700-749)

Beitrag von Yman »

Lumpazie hat geschrieben: 30. August 2020, 09:28 Im Jahr 1985 erschien der Band 734 der Atlan-Heftserie:

Asche der Zeit

von H. G. Ewers
Grauer Lord hat geschrieben: 2. September 2020, 14:27 Im Grunde ist H.G.Ewers zu bewundern: Die einzigen Vorgaben, die ihm das Exposé für „Asche der Zeit“ gemacht haben kann, können eigentlich nur darin bestehen, eine geheimnisvolle Verbundenheit Animas mit dem Gesandten Gurays, Eltaso, aufzuzeigen. Bei ihm spürt Anima Nähe zu ihrem getöteten Ritter Hartmann vom Silberstern. Doch warum ist das so? Der Extrasinn befasst sich am Ende des Heftes auch mit dem Phänomen. Viele wichtige Puzzlesteine liegen auf dem Tisch, die das Verhältnis von Erleuchtetem (war früher schon mal in Manam-Turu), Guray (ist uralt, ängstlich, neurotisch und war schockiert, als er vom Alter des Erleuchteten von 5000 Jahren hörte) sowie Anima (verlor bei dramatischen Ereignissen vor unbekannter Zeit in Vergalos Palast „ihren“ Ritter) aufklären können. Doch auch in diesem Roman ist es noch nicht soweit.
Die Expokraten/Autoren haben da noch etwas in der Hinterhand, das zu gegebener Zeit aufgedeckt wird. Darüber mache ich mir noch nicht ganz so viele Gedanken. Ich fand die Geschichte mit Anima vs Eltaso ziemlich verworren. Warum ist Eltaso auf Anima losgegangen? Sehr erstaunlich fand ich, dass er sich nach Animas Metabio-Attacke wieder erholt hat. Aber diese Gesandten Gurays sind ja ohnehin Plasmawesen, denke ich. An dieser Stelle lieferte Ewers auch einen philosophischen Kurs zum Thema Paranoikerwelten. Gemeint sind vermutlich Planeten, die von menschenähnlichen Wesen bewohnt werden, wobei die Ähnlichkeit sich mehr auf das Psychische erstreckt.
Grauer Lord hat geschrieben: 2. September 2020, 14:27 Um diese wenigen Andeutungen herum strickt Ewers einen munteren, aber wohl auch belanglosen Roman, in dem unsere Helden in die Lithragische Synklinale stürzen, auf der Welt der Eloranischen Schätze schlafende Wächter wecken und mit Mühe und Not entkommen - mit einem Beutel sogenannter „Asche der Zeit“.
Bei diesem Teil hatte ich einige Bedenken, denn mir schien es auch sehr belanglos. "Asche der Zeit" - da ging mit Ewers wieder einmal die Phantasie durch. Das erste Kapitel war eine Zusammenfassung der Odyssee Animas und ihrer beiden Begleiter, das zweite Kapitel ging auch noch, danach wurde ich beim Lesen etwas unruhig. Mir ist eine Handlung mit klar erkennbarem Ziel lieber als dieses Herumwirrende mit seltsamen Entdeckungen, die nicht wirklich zu etwas führen. Aber anscheinend hat auch Ewers dieses Problem erkannt und den Kurs geändert. Im Nachhinein betrachtet war diese Entdeckungsfahrt ganz amüsant, was hauptsächlich an den beteiligten Figuren, vor allem Neithadl-Off und Goman-Largo liegt.
Grauer Lord hat geschrieben: 2. September 2020, 14:27Über den Umweg der Handelswelt Gysal gelangen der Piraten-Trupp mit Neithadl-Off und Goman-Largo nach Pechel, einer Sumpfwelt raupenartiger und kriegerischer Wesen, die technisch noch eher rückständig sind.
Die Handelswelt fand ich ganz interessant, aber auch da hatte ich das Gefühl, dass bei Ewers vieles unausgegoren bleiben würde, wie z.B. diese Grandelin-Gesellschaft, eine der reichsten Handelsgesellschaften Manam-Turus, von der man wahrscheinlich nie wieder etwas hören wird, und die auch keine Rolle mehr spielen wird, vermute ich mal. Ewers kommt dabei auch auf interessante Ideen, wie z.B. dass die Handelswelt keine Bodenforts mit Impulskanonen, dafür aber Fesselfelder zum Schutz des Handelskontors einsetzen kann. Den Gedankengang, dass diese Felder so stark sind, Raumschiffe zu zerreißen, es sei denn, sie werden alle gleichzeitig ausgeschaltet, kann ich nur bedingt nachvollziehen. Mir ist kein ähnlicher Fall der Solaren Flotte oder Kosmischen Hanse bekannt.

Die nächste Welt, vermutlich eine der konzeptionell in der Heftmitte eingeführten Paranoikerwelten, die mit den extrem matriarchalischen und martialischen Raupen, dürfte uns auch im nächsten Roman noch beschäftigen. Ich fand das sehr übertrieben, aber das ist typischer Ewers-Humor.
Grauer Lord hat geschrieben: 2. September 2020, 14:27Das Name-Dropping geheimnisvoller Orte und Begebenheiten, das Ewers gerne betreibt, erinnert mich schon an den Stil Wim Vandemaans, bei dem man vor lauter klingenden Namen ja auch wie weiß, was noch einmal wichtig werden wird, und was nur Wortgeklingel ist.
Das ist eine Parallele, die ich noch gar nicht gezogen habe. Wim Vandemaan ist tatsächlich eher ein Nachfolger von H.G. Ewers als von William Voltz.
Grauer Lord hat geschrieben: 2. September 2020, 14:27Die humorvollen Lügengeschichten Neithadl-Offs haben sich in diesem dritten Doppelroman um das Zeit-Team noch nicht abgenutzt. Das ganze Heft mag keine große Bedeutung im großen Gesamtzusammenhang haben, ich habe es aber gerne gelesen.
Ich habe es auch gerne gelesen. Die Bedeutung einzelner Romane ergibt sich wie bei einem Mosaik im Lauf der Zeit. Tatsächlich - Ewers schreibt etliche Doppelromane, die seinen Ausschweifungen Raum lassen. Bisher hält das Lesevergnügen jedenfalls an, und ich bin mal sehr gespannt auf die zweite Hälfte dieses Doppelromans. Das nächste Titelbild von "Amazonen im All" finde ich schon mal ziemlich knallig und wuchtig. Nicht jedermanns Geschmack, aber mir gefällt es. Ich vermute, es passt zum Roman wie die Faust aufs Auge (ich gehe mal davon aus, dass Bruck in der Vorbereitung zumindest das Exposé gelesen hat). Das Titelbild dieses Romans mit den Eisbären im Schnee und der Pyramide fand ich eigentlich auch sehr schön, sehr stimmungsvoll, passend zum Titel.
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Re: Klassiker-Zyklus: das neue Konzil (700-749)

Beitrag von Lumpazie »

Im Jahr 1985 erschien der Band 734 der Atlan-Heftserie:

Amazonen im All

von H. G. Ewers

Bild

Innenillustration:

Bild


Handlung:

Neithadl-Off, Goman-Largo und Anima sind zusammen mit etlichen Besatzungsmitgliedern der KOKAHU bei den Amazonen auf Pechel gestrandet. Mit ihrem Raumschiff ist der Gesandte Eltaso verschwunden, der dem Ruf Gurays zur Zusammenkunft gefolgt ist.

Die Pecheles der Stadt Khoros führen wieder einmal Krieg, momentan gegen Mhiklas, eine weitere Stadt. Die fremden Besucher haben sie als Soldaten zwangsverpflichtet, wobei Neithadl-Off als Frau erheblich größeren Respekt genießt als ihre Gefährten.

Unter dem Kommando der Offizierinnen Qumpoh und Koqtoh versuchen die Vigpanderin und der Tigganoi nach Mhiklas vorzudringen. Dort sollen sie einen Genetiker, den Kyptai, gefangen nehmen. Sie erreichen das Labor zwar unbeschadet, finden dort allerdings nur noch eine Leiche vor. Als Goman-Largo einen Blick auf einen erlöschenden Bildschirm wirft, sieht er schemenhaft eine Traube von Flatterwesen.

Die Pecheles leben praktisch ausschließlich vom Verkauf eines pflanzlichen Öls, des Doranits, das sich hervorragend zur Genmanipulation einsetzen lässt. Goman-Largo findet heraus, dass die Pecheles das Öl zu Spottpreisen abgeben, und dass darin auch ein Grund für die ständigen Kriege liegt. Er erhält die Erlaubnis, zusammen mit Neithadl-Off die nächsten Verhandlungen mit eintreffenden Händlern zu führen. Der Tigganoi hat dabei einen Hintergedanken, er hofft auf eine Raumschiffspassage um die Suche nach Atlan fortzusetzen.

Zehn Tage später landet der Handelsraumer LUKKERSCHNUTT unter Kommandant Lavallo Glurschatz, jedoch in der weit entfernten Stadt Arthulis. Da aber während des Aufenthalts eines Frachtschiffs planetenweite Friedenspflicht herrscht, können Goman-Largo und die Vigpanderin gefahrlos nach Arthulis reisen, begleitet von Qumpoh und Koqtoh. Es gelingt ihnen einen deutlich höheren Preis durchzudrücken, allerdings scheint die LUKKERSCHNUTT nicht geeignet für ihre eigene Mission.

Dieses Spielchen wiederholt sich noch einige Male. Positiv ist, dass sich dabei zwischen Neithadl-Off und Goman-Largo einerseits und den beiden Offizierinnen aus dem Volk der Pecheles andererseits eine enge Freundschaft entwickelt. Mit der MUGGEBRUGG, die eines Tages von Barquass eintrifft, bietet sich zumindest für die Piraten die Möglichkeit zur Rückkehr.

Nahezu gleichzeitig trifft auch ein kleines Raumschiff ein, es ist das Robotschiff des Erleuchteten mit dem Pre-Lo als einzigem Insassen. Diese Tatsachen sind den Gestrandeten jedoch unbekannt. Das Pre-Lo nennt sich diesmal John Urko und tritt in der Gestalt eines Celesters auf.

Anima ist völlig von ihm hingerissen, besonders nachdem er sich als Bote Atlans vorgestellt hat. Er bietet der Orbiterin an, sie zu ihrem Ritter zu bringen, ein Angebot, das Anima natürlich nicht ablehnen kann. Neithadl-Off und Goman-Largo, die eher skeptisch auf den Neuankömmling reagieren, können zumindest erreichen, dass sie Anima begleiten dürfen.

Kaum an Bord seines Schiffes angekommen, versucht das Pre-Lo die Vigpanderin und den Tigganoi zu seinen Teilen zu machen. Dies schlägt jedoch fehl, einmal wegen der Module Goman-Largos und zum anderen aufgrund des Immunsystems Neithadl-Offs. Während letztere das Pre-Lo täuschen kann, durchschaut es den Modulmann sehr schnell. Neithadl-Off muss ihn in einem Nebenraum einsperren.

Der Raumer erreicht nach einiger Zeit einen unbewohnten Planeten. Ein Versuch Neithadl-Offs beim Aussteigen den Modulmann zu befreien, wird vom Pre-Lo vereitelt. Als Goman-Largo sich bereits allein im Schiff wähnt, hört er plötzlich wie jemand die Kabinentür öffnet. Zu seiner Überraschung sind Qumpoh und Koqtoh als blinde Passagiere mitgereist, eine alte Tradition bei den Pecheles. Sie haben dazu Tarnmäntel aus Chlapp-Tang benutzt.

Als die drei aussteigen sehen sie in einiger Entfernung einen Roboter, der sich auf das Schiff zu bewegt, jedoch keine Anstalten macht anzugreifen. Sie folgen dem Pre-Lo und seinen Begleiterinnen unbemerkt in eine Festungsruine. Darunter verbirgt sich eine größere Station, die über mehrere Etagen reicht.

In einem Untergeschoss ortet Goman-Largo mithilfe seiner Module in einem Raum einen Tunnel in eine andere Zeitebene. Eine Zeitreise wäre auch das ultimative Abenteuer für die beiden Pecheles. Sie bitten den Modulmann um seine Unterstützung und schleichen sich unter ihren Tarnmänteln in den Raum hinein, der Tigganoi bereitet mit seinen Modulen die Zeitversetzung vor.

Der angebliche Celester will inzwischen auch Anima in eben diesen Raum locken. Atlan befinde sich dort, behauptet er. Um sie endgültig zu überzeugen, geht er vor, um kurz darauf in der Gestalt des Arkoniden die Tür zu öffnen und die Orbiterin hinein zu bitten. Diesen Moment nutzt Goman-Largo, er schaltet den Zeittunnel ein, das Pre-Lo verschwindet in den Tiefen der Zeit.

Während Neithadl-Off versucht Anima zu beruhigen, betritt der unbekannte Roboter die Halle. Er fordert die drei auf mitzukommen, er könne sie in Sicherheit bringen. Es handelt sich um den von Schwiegermutter übernommenen ehemaligen Traykon-6.

Er schafft es, ein außen am Robotschiff befestigtes Beiboot abzusprengen, mit dem sie starten können. Das Robotschiff explodiert kurz darauf, da der Erleuchtete keinen Kontakt mehr zum Pre-Lo gehabt hat.

Der obige Text und Bilder wurde per GNU-Lizenz der Perrypedia entnommen.
Es is kein’ Ordnung mehr jetzt in die Stern’,
D’ Kometen müßten sonst verboten wer’n;
Ein Komet reist ohne Unterlaß
Um am Firmament und hat kein’ Paß;
Und jetzt richt’ a so a Vagabund
Und die Welt bei Butz und Stingel z’grund
(Johann Nestroy)
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Yman
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Re: Klassiker-Zyklus: das neue Konzil (700-749)

Beitrag von Yman »

Lumpazie hat geschrieben: 6. September 2020, 09:26 Im Jahr 1985 erschien der Band 734 der Atlan-Heftserie:

Amazonen im All

von H. G. Ewers
Der Roman war gut zu lesen, aber er hat mich leider doch etwas enttäuscht. Die Idee, ein einzigartiges Öl, das für die Gentechnik in ganz Manam-Turu von Bedeutung ist, zur Grundlage für die Wirtschaft eines Planeten und zum Grund für einen planetaren Krieg zu machen, ist gut, aber die entsprechende Handlung auf dem Sumpfplaneten Pechel fand ich wenig spannend, für meinen Geschmack zu kinderbuchartig oder im Stil der Augsburger Puppenkiste.

In der zweiten Hälfte geht es mit Ewers Puppenkiste weiter, aber der Roman liefert zumindest zwei wichtige Ergebnisse: Anima, Neithadl-Off und Goman-Largo treffen auf Traykon-6 alias Schwiegermutter-Blödel, und das Pre-Lo ist vorerst in einer fremden Zeitebene keine unmittelbare Gefahr mehr, eventuell sogar für immer verschollen. Interessant war, dass sowohl Neithadl-Off und Goman-Largo immun gegen das Pre-Lo waren.

Die Geschichte des Salzsumpf-Planeten, auf dem sich das Ende abspielt, war von Ewers leider nur als Skizze ausgearbeitet. Geheimnisvolle Ruinen, viel mehr werden wir da leider auch nicht mehr erfahren.

Das Beste am Heft war für mich die Innenillustration. Über den Roman der nächsten Woche, von Peter Griese, verrät bereits der Titel schon einiges: "In den Fängen der Hyptons".
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