Klassiker-Zyklus: das neue Konzil (700-749)

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Lumpazie
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Re: Klassiker-Zyklus: das neue Konzil (700-749)

Beitrag von Lumpazie »

Im Jahr 1985 erschien der Band 706 der Atlan-Heftserie:

Geheimnisvolles Zyrph

von H. G. Francis

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Innenillustration:

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Handlung:

Unmittelbar nachdem Atlan und Chipol mit der STERNSCHNUPPE Cairon verlassen haben, werden sie von einem Raumschiff unbekannter Bauart gekapert. Das Schiff heißt ZYRPH'O'SATH und ist von düsteren Gestalten bemannt, den Zyrphern, circa zwei Meter große Humanoide mit Raubtiergebiss. Sie werden dem Kommandanten Wyreth vorgeführt, der sie für Piraten hält. Während dieser Unterredung greifen tatsächliche Piraten an, werden aber in die Flucht geschlagen. Ein weiteres Schiff nähert sich der ZYRPH'O'SATH und wird eingeschleust. Heraus kommt ein Stahlmann, der Wyreth informiert, Atlan wäre kein Pirat, wie es Chossoph gewesen sei, den Atlan und Chipol bereits auf Cairon kennen gelernt haben. Stattdessen sei Atlan ein von den Daila entführter caironischer Nomade, der als Verbindungsmann und Informant geschult worden sei. Als Chossoph die Hyptons hatte töten wollen, sei Atlan beherzt dazwischen gesprungen und anschließend in Panik geflüchtet. Der Stahlmann empfiehlt, den Daila und den Arkoniden frei zu lassen und auf Zyrph Asyl zu gewähren. Atlan erkennt aus der in vielen Teilen falschen Berichterstattung, dass die Zyrpher mit den Hyptons zusammenarbeiten müssen, und willigt ein, nach Zyrph zu fliegen und dort vor der Regentin Grareika zu erscheinen, die sie eingeladen hat.

Zuvor spricht Atlan mit einem der gefangenen Piraten, die sich an Bord befinden. Er erhält eine kritische Darstellung der politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse auf Zyrph. Nach dieser Info sind die Zyrpher zwar technisch hoch entwickelt, haben aber aus eigener Kraft noch keine überlichtschnelle Raumfahrt geschafft. Stattdessen haben sie sich mit dem Volk der Naldrynnen eingelassen, das ihnen Raumschiffe verkauft. Diese brauchen sie, weil sie die Bodenschätze ihres Sonnensystems rücksichtslos ausgebeutet haben. Allerdings haben sie sich dadurch in Abhängigkeit zu den Naldrynnen begeben, die diese Situation weidlich ausnutzen. Da die wichtigen Entscheidungsträger auf Zyrph daraus Vorteile ziehen, machen alle mit und reden der Bevölkerung ein sozial ausgewogenes System ein. Daraus zieht Atlan den Schluss, dass die Zyrpher die Hyptons beauftragt haben, auf unterentwickelten Planeten wie Cairon die Bodenschätze für Zyrph in Besitz zu nehmen, was dort ja bereits begonnen hat.

Die Hauptstadt Mhyn, in der Atlan und Chipol erwartet werden, liegt im Südteil eines Doppelkontinents – der einzige Raumhafen aber im Nordteil. Die Reise dazwischen soll innerhalb von zwei Tagen mittels einer Magnetschwebebahn überbrückt werden. Widerwillig stimmen die beiden dieser Vorgehensweise zu und landen wie vorgeschlagen; der Stahlmann, der von Atlan den Namen Brutus erhält, begleitet sie. Während sie die Distanz zwischen der STERNSCHNUPPE und dem Raumhafengebäude überwinden, greift eine Gruppe Zyrpher ein unmittelbar neben den Gefährten stehendes Pfeilraumschiff an und zerstört es nach einigen Minuten. Sie hätten leicht getötet werden können, aber darauf hatten es die Angreifer sichtlich nicht abgesehen. Im Raumhafengebäude angekommen, flüchten sie sich in die Magnetschwebebahn; sie teilen ihr Abteil mit einem fetten Zyrpher und merken, dass sich einige Tiere, die wie eine Mischung aus Spinne und Skorpion aussehen, auf und neben diesem Zyrpher bewegen. Eines davon krabbelt an Chipol hoch, und der Mann erklärt, es seien Aradiks, die giftigste Tierart, die es auf Zyrph gibt; ein Stich tötet innerhalb von Sekunden. Er selbst sei ein Invast, also immun gegen das Gift. Als weitere Tiere an Chipol und Atlan hoch krabbeln, zerquetscht sie Brutus. Der aufbrausende Invast wird wenige Sekunden später von den Terroristen entführt, deren Anführer der berüchtigte Mrothyr ist, der sich selbst als Freiheitskämpfer sieht.

Die Bahn fährt endlich ab, aber bereits nach geraumer Fahrzeit wird der Zug angegriffen, und zwar von riesigen Würmern. Diese Tierart ist auf Zyrph bisher unbekannt. Der Zug wird auf weiten Teilen zerstört, die Insassen flüchten, Atlan, Chipol, Brutus und ein Zyrpher namens Tarlos können sich in den vordersten Waggon retten, der einigermaßen heil geblieben ist, und ihn in Fahrt bringen, da es bergab geht. Bremsen funktionieren keine mehr, aber der Wagen wird schon ausrollen. Leider haben sie nicht gewusst, dass die Brücke über eine mehr als tausend Meter tiefe Schlucht zerstört ist, die unmittelbar vor ihnen liegt; der Waggon stürzt hinab. Atlan hat davor eine Waffe und ein Antigravgerät gefunden und kann mit seinen drei Begleitern den Waggon gerade noch rechtzeitig verlassen.

Am Eingang zur Schlucht steht ein Dorf, aber es ist leer. Brutus findet Fußspuren, die zu hohen Pfeilern führen, aber darauf befindet sich niemand. Glaubt er, aber aus dem Nichts erscheinen Füße, Beine und schließlich der Rest von Zyrphern. Sie nennen sich die Pfahlmenschen. Was sich oben auf den Pfeilern verbirgt, verraten sie nicht, und es sei für andere bei Todesstrafe verboten, daran hochzusteigen. Sie laden die vier ein, den Abend und die Nacht bei ihnen zu verbringen, und sind sehr gastfreundlich. Tarlos kann es aber nicht lassen und steigt in der Nacht auf einen Pfahl hoch, wird dabei entdeckt und muss zusammen mit den anderen überhastet flüchten, denn eine wütende Meute verfolgt sie. Mittels zahmer Riesenechsen, die als Reittiere dienen, können sie die Schlucht hinauf flüchten, aber die Verfolger schließen auf. Als sie sie fast erreicht haben, werden sie von Mrothyr und dessen Kämpfer vertrieben. Der Freiheitskämpfer (oder Terrorist, je nach Sichtweise) nimmt sie mit in eines seiner Verstecke.

Dann sitzen sie am Lagerfeuer bei einem Mahl, und Mrothyr legt seine Sicht der Verhältnisse auf Zyrph offen. Die Naldrynnen verlangen für ihre Raumschiffe Rohstoffe als Bezahlung, und die gibt es auf Zyrph ohnehin kaum noch. Also werden diese auf anderen Planeten besorgt, aber die Bezahlung reicht fast nur für die Zinsen, kaum für das Kapital. Außerdem müssen die Zyrpher Anschlussgeschäfte machen und ganze Industriekomplexe kaufen. Nur werden dort Produkte hergestellt, die niemand brauchen kann. Da es sich die Entscheidungsträger alle eingerichtet haben – Tarlos scheint einer davon zu sein – und das Gesellschaftssystem vor Bürokratie nur so strotzt, gibt es keinen Widerstand. Außer jenem von Mrothyr und seinen Kämpfern. Atlan sieht Mrothyr als einen Mann, der Widerstand gegen eine heimliche Invasion leistet, und sympathisiert mit ihm. Tarlos sieht ihn als Terroristen, dem man das Handwerk legen muss.

Vom Camp Mrothyrs aus gehen Atlan und der Freiheitskämpfer zu einer Transmitterstation, die die Rebellen vor einiger Zeit entdeckt haben. Da diese Technik für sie neu ist, können sie den Transmitterkäfig nicht bedienen. Atlan gelingt es, ihn zu aktivieren, und sie kommen in einem Stützpunkt heraus, in der Hochschwerkraftverhältnisse herrschen; sie können aber noch aufrecht gehen. Sie finden Waffen und bringen so viele wie möglich ins Camp mit. Dabei scheinen sie einen Alarm ausgelöst zu haben, denn sie werden von Hunderten handspannengroßen Robotern attackiert – an eine Rückkehr ist nicht mehr zu denken.

Wieder zurück stellt der Arkonide fest, dass sowohl Tarlos als auch Brutus verschwunden sind. Atlan vermutet, dass der Zyrpher von einem der Gleiter aus die Behörden alarmieren will, und begibt sich in den Hangar. Als Chipol eine Hangarschleuse öffnen möchte, entdeckt er, dass sich auf dem zu betätigenden Schalter drei Aradiks befinden. Atlan kombiniert, dass diese nur von Brutus platziert worden sein können, und durchschaut ein teuflisches Spiel: offenbar haben die Behörden fest damit gerechnet, dass Mrothyr Atlan und Chipol entführen wolle, und ihnen Brutus untergejubelt. Vielleicht ist auch Tarlos mit Absicht zu der Gruppe gestoßen. Oder sie haben auch den Invast befreit, und tatsächlich ist es so. Nun ist es höchste Zeit, die drei aufzuhalten, und Atlan zerschmettert die drei Aradiks. Als er den Schalter betätigt, zuckt jedoch einer der Giftstacheln vor; mit letzter Kraft presst ihm ein sterbender Aradik das Gift unter die Haut. Es wirkt sofort und lähmt erst seinen rechten Arm, dann sein rechtes Bein. Mit letzter Kraft schleudert Atlan einen Stein auf das Funkgerät des Gleiters und macht es damit unbrauchbar. Dann bricht er zusammen und wird gemeinsam mit Chipol in den Gleiter gebracht; Tarlos, Brutus und der Invast verlassen mit ihnen das Camp.

Der obige Text und Bilder wurde per GNU-Lizenz der Perrypedia entnommen.
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Grauer Lord
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Re: Klassiker-Zyklus: das neue Konzil (700-749)

Beitrag von Grauer Lord »

Mit dem Planeten Zyrph erreichen Atlan und Chipol eine Welt, die sich im fortgeschrittenen Stadium der Ausplünderung befindet, wie es Cairon wohl auch noch unter der Herrschaft der Hyptons bevorsteht. Äußere Anzeichen sind Abraumhalden, Staub über erschöpfter und ausgebeuteter Landschaft, wild gewucherte Städte. Die Zyrpher selber haben für die Raumfahrt und weitere Errungenschaften der „neuen Technik“ ihre Unabhängigkeit aufgegeben, müssen wiederum andere Welten ausplündern, um ihre Schulden (oder wenigstens die Zinsen) bei ihren „Gönnern“ abzuzahlen. Entstanden ist ein brutales Ausbeutungssystem, das an der Spitze von den Naldrynnen verkörpert wird, die wahrscheinlich ein Hilfsvolk der Hyptons sind.

Der Roman von H.G.Francis ist eine bunte Achterbahnfahrt über den geheimnisvollen Planeten Zyrph, auf dem Atlan und Chipol spannende Begegnungen mit riesigen Kristallwürmern aus dem Untergrund machen, mit einem Zug entgleisen und auf Pfahl-Zyrpher stoßen, die in eine andere Dimension klettern können etc. Dazu wird die Figur des Rebellen Mrothyr eingeführt; rätselhafterweise ist er für Atlan ein beeindruckender Widerstandskämpfer, Chipol (in diesem Roman schreit er übrigens bei jeder Gelegenheit „Mutter“) hingegen sieht in ihm „das absolut Böse“. Aus eingestreuten Hinweisen ergibt sich für mich der Eindruck, dass die Daila auf Zyrph bekannt sein müssen.

Es gibt noch viele weitere Details, wie Stahlmann Brutus, der ein doppeltes Spiel spielt, den Invast und seine mörderischen Spinnen, Atlans Abwehrkampf gegen das Gift. Alles in allem ein ungewöhnliches Heft, in das Francis viele Ideen investiert hat und das er kommende Woche fortsetzt. Für seine Suche nach dem Erleuchteten hat Atlan jetzt erstmal wohl keine Zeit...
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Lumpazie
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Re: Klassiker-Zyklus: das neue Konzil (700-749)

Beitrag von Lumpazie »

Im Jahr 1985 erschien der Band 707 der Atlan-Heftserie:

Mrothyr, der Todesbote

von H. G. Francis

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Handlung:

Atlan wurde von einem Aradik gestochen. Das Gift wirkt bei normalen Lebewesen binnen Sekunden tödlich, aber sein Zellaktivator kann den unmittelbaren Tod verhindern. Dennoch ist Atlan dem Tode näher als dem Leben; er kann sich nicht mehr bewegen und gleitet immer wieder in die Bewusstlosigkeit hinüber. Chipol bleibt an seiner Seite und kümmert sich liebevoll um ihn. In einem unbeobachteten Moment setzt Tarlos dem Arkoniden einen weiteren Aradik auf die Brust und provoziert die Skorpionspinne, Atlan zu stechen. Aber Chipol kommt rechtzeitig hinzu und kann den Aradik töten. Er glaubt, dass Tarlos den Arkoniden vor dem tödlichen Tier beschützen wollte. Als es Atlan endlich gelingt, sich wieder verständlich zu machen, klärt er den Daila über die Situation auf.

Die beiden befinden sich in einer verlassenen Fabrik hoch oben in den schneebedeckten Bergen. Es gibt hier nur vier Gleiter, die allesamt streng bewacht werden. Die einzige Möglichkeit zur Flucht besteht in einer großen metallenen Schüssel, die als Schlitten verwendet wird. Davor legt Chipol sie noch mit Decken aus, bettet Atlan rein, deckt ihn zu und bringt den Schlitten in Schwung, bevor er zusteigt. Der Schlitten lässt sich nur schwer lenken und schon gar nicht bremsen, und die beiden Gefährten kommen von einer brenzligen Situation in die nächste. Sie müssen Bäumen ausweichen, rasen einen Steilhang hinunter, überspringen eine Schlucht, dann kommt noch ein steiler Hang, schließlich eine von Transportfahrzeugen stark befahrene Straße. Die Überquerung letzterer gelingt nicht, die Schüssel bricht durch die Abdeckung eines LKW und bleibt auf der Ladefläche liegen. Erbost steigt der Fahrer auf und stellt die beiden zur Rede. Da sieht er, wie an Atlans Brust aus seinem Hemd ein Aradik hervor kriecht. Das Tier war also die ganze Zeit nah bei ihm, hat ihn zum Glück aber nicht gestochen. In seinem geschwächten Zustand wäre das der Tod gewesen. Der Fahrer glaubt, in Atlan einen Invast vor sich zu haben; diese gelten als sehr hohe religiöse Würdenträger. Er entschuldigt sich überschwänglich und bietet Atlan an, ihn überall hinzubringen wohin er möchte.

Atlan ist die Richtung egal, er will bloß erst zu Kräften kommen können. Also setzt das Fahrzeug seinen Weg fort, kommt aber nicht weit, weil vor ihnen ein Waffentransport der Naldrynnen von Mrothyr und dessen Gefährten überfallen wird. Atlan glaubt, dass Mrothyr ihn verdächtigt, Tarlos und Brutus eingeschleust zu haben, damit diese das Camp der Terroristen an die Behörden verraten können, und versucht, vor ihm zu entkommen. Dazu entwenden sie das vorderste Gefährt ihrer angehaltenen Kolonne und brechen durch den in Flammen stehenden Waffentransport durch. Weder Atlan noch Chipol wissen, wie man diesen Wagen bremsen kann, und da die Straße jetzt stark abschüssig wird, erhöht sich ihre Geschwindigkeit stark. Sie werden obendrein nicht nur von den anderen Fahrern, sondern auch Gleitern der Naldrynnen verfolgt. In einer Serpentinenstraße kann der Wagen endlich an einem Gegenhang ausrollen, doch dahinter sind schon die Verfolger. Ein paar Schüsse treiben sie zurück, es taucht ein bewaffneter Gleiter auf, der sie an Bord bittet.

Drinnen wartet Mrothyr auf sie. Er verdächtigt Atlan nicht der Kollaboration, sondern nimmt sie in eines seiner Verstecke mit. Er beschließt, gemeinsam mit ihnen in die Hauptstadt Mhyn des gleichnamigen Bundesstaates, des mächtigsten auf Zyrph, zu reisen. Mit acht Gleitern brechen sie auf und überfliegen zufällig einen geheimen Stützpunkt der Naldrynnen, der die Gleiter abstürzen lässt. Nach einem Kampf gegen eine Handvoll Naldrynnen müssen sie mit nur vier Gleitern weiterfliegen und überqueren mehrere riesige Fabrikgelände, die die Zyrpher von den Naldrynnen hatten kaufen müssen; die dort produzierten Waren sind aber nicht zu gebrauchen und rotten vor sich hin. Dann macht Atlan Verfolger aus; um sie zu täuschen, verlassen die Gefährten ihre Gleiter, verstecken sich und lassen diese mit Autopilot weiterfliegen, bis sie abgeschossen werden. Niemand scheint Verdacht zu schöpfen.

Zu Fuß kommen sie zu einer Fabrik, aus der auf sie geschossen wird. Die Zyrpher verteidigen sich und töten zwei Naldrynnen. Dann untersuchen sie die Fabrik und entdecken Dutzende Kleinraumschiffe der Naldrynnen. Mrothyr will sie zerstören, Atlan überzeugt ihn, dass es besser sei, ein paar schwer zu ersetzende Positronikteile zu entwenden, womit man sich vor Racheaktionen der grünen Wesen nicht so sehr fürchten müsse. Die Besatzungen werden nur paralysiert. Bei der Weiterreise mit einem gefundenen großen Gleiter hören sie in den regionalen Nachrichten, dass Mrothyr und seine Kämpfer einen Stützpunkt der Naldrynnen überfallen und alle Naldrynnen rücksichtslos getötet hätten. Die Propagandamaschinerie gegen sie läuft also bereits auf Hochtouren.

Es gelingt ihnen, unerkannt nach Mhyn einzureisen und in den Regierungspalast zu gelangen. Präsidentin Grareika gewährt Mrothyr, Atlan und Chipol Asyl. Am nächsten Tag werden sie zu Grareika gerufen. Anwesend sind auch noch Tarlos, der Invast, einige Naldrynnen unter ihrem Befehlshaber Uaru und Vertreter der Exekutive, die nach den Terroristen fahnden. Grareika verkündet ein Friedensangebot und möchte noch am selben Tag eine Freundschaftsrede an alle Zyrpher und Naldrynnen richten. Uaru möge dann ebenfalls eine Rede halten, in der er die Vorteile der wirtschaftlichen Zusammenarbeit der beiden Völker schildert. Das wird von den Medien live auf dem gesamten Planeten ausgetragen.

Die drei Gefährten können sich aus dem Palast stehlen, vereinigen sich mit den Freiheitskämpfern Mrothyrs wieder und besetzen eine Rundfunkstation. Sie zwingen den Sendungsverantwortlichen, während der Redeübertragung von Uaru Aufnahmen der still gelegten riesigen Fabrikanlagen mit den für die Zyrpher absolut wertlosen Zeug einzublenden. Nach der Rede brechen auf ganz Zyrph Kämpfe gegen die Naldrynnen aus, die aber rasch aufhören, weil tausende naldrynnische Raumschiffe auf Zyrph landen – viele davon in der Nähe des Regierungspalastes auf Mhyn. Atlan entdeckt hier auch drei Hyptons, die in der Nähe von Uaru sind, als er, Mrothyr und Chipol verhaftet werden. Da weiß er, wer die eigentlichen Drahtzieher sind. Die drei Gefährten werden zum sofortigen Tod verurteilt. Tarlos will das Urteil eigenhändig vollstrecken, doch ein übergeordneter Befehl aus der soeben gelandeten ZYRPH'O'SATH verhindert dies. Stattdessen werden Atlan und Chipol an Bord des großen Raumschiffes gebracht. Die Naldrynnen werden von Zyrph abziehen, nur wenige von ihnen werden zurückbleiben. Weitere Kredite an die Zyrpher wird es in Zukunft nicht mehr geben, die Handelsbeziehungen werden weitgehend eingestellt.

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Yman
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Re: Klassiker-Zyklus: das neue Konzil (700-749)

Beitrag von Yman »

Lumpazie hat geschrieben: 16. Februar 2020, 09:25 Im Jahr 1985 erschien der Band 706 der Atlan-Heftserie:

Geheimnisvolles Zyrph

von H. G. Francis
Eigentlich wollte ich diesen und den nächsten Band zusammen lesen, bin jetzt aber erst mal nur so weit gekommen.
Grauer Lord hat geschrieben: 17. Februar 2020, 16:31 Mit dem Planeten Zyrph erreichen Atlan und Chipol eine Welt, die sich im fortgeschrittenen Stadium der Ausplünderung befindet, wie es Cairon wohl auch noch unter der Herrschaft der Hyptons bevorsteht. Äußere Anzeichen sind Abraumhalden, Staub über erschöpfter und ausgebeuteter Landschaft, wild gewucherte Städte.
Wobei es aber immer noch so etwas wie eine Natur mit einer Pflanzenwelt gibt. Der Planet ist noch nicht völlig am Ende.
Grauer Lord hat geschrieben: 17. Februar 2020, 16:31Die Zyrpher selber haben für die Raumfahrt und weitere Errungenschaften der „neuen Technik“ ihre Unabhängigkeit aufgegeben, müssen wiederum andere Welten ausplündern, um ihre Schulden (oder wenigstens die Zinsen) bei ihren „Gönnern“ abzuzahlen.
Finde ich sehr interessant, die Verknüpfung verschieder Völker. Im Extrasinn wird auch erwähnt, dass die Hyptons keine eigene Raumfahrt haben und auf Hilfsvölker angewiesen sind. Auf diese Weise ergibt sich eine gegenseitige Abhängigkeit, aber natürlich keine gleichberechtigte Partnerschaft, und es ist interessant, herauszufinden, wer die eigentlichen Drahtzieher sind, die an der Spitze des Systems stehen.
Grauer Lord hat geschrieben: 17. Februar 2020, 16:31Entstanden ist ein brutales Ausbeutungssystem, das an der Spitze von den Naldrynnen verkörpert wird, die wahrscheinlich ein Hilfsvolk der Hyptons sind.
Vielleicht sind die Hyptons an der Spitze des Systems. Ich bin immer noch dabei, diese Enthüllung zu verdauen.

Offenbar ist Atlan auf Cairon jemand völlig anderem als dem Erleuchteten nachgerannt.
Grauer Lord hat geschrieben: 17. Februar 2020, 16:31Der Roman von H.G.Francis ist eine bunte Achterbahnfahrt über den geheimnisvollen Planeten Zyrph, auf dem Atlan und Chipol spannende Begegnungen mit riesigen Kristallwürmern aus dem Untergrund machen, mit einem Zug entgleisen und auf Pfahl-Zyrpher stoßen, die in eine andere Dimension klettern können etc. Dazu wird die Figur des Rebellen Mrothyr eingeführt; rätselhafterweise ist er für Atlan ein beeindruckender Widerstandskämpfer, Chipol (in diesem Roman schreit er übrigens bei jeder Gelegenheit „Mutter“) hingegen sieht in ihm „das absolut Böse“.
Neben Mrothyr wurden natürlich auch dessen Gegenspieler Tarlos/Brutus eingeführt, die man zunächst wohl unterschätzt. Der Roman ist tatsächlich eine bunte Achterbahnfahrt (Zugfahrt) über den Planeten. Mir hat das sehr gut gefallen, beides, Hintergrund und Handlung. Einzig, dass Chipol einige Male nach "Mutter" rief, war etwas klischeehaft nervig.
Grauer Lord hat geschrieben: 17. Februar 2020, 16:31Alles in allem ein ungewöhnliches Heft, in das Francis viele Ideen investiert hat und das er kommende Woche fortsetzt. Für seine Suche nach dem Erleuchteten hat Atlan jetzt erstmal wohl keine Zeit...
Ja, die Suche nach dem Erleuchteten pausiert wohl, auch die STERNENSCHNUPPE hat Sendepause. Der Roman ist wirklich schon sehr ungewöhnlich und erinnerte mich an China Mievilles Perdido Street Station bzw. New Crobuzon. Wenn der nächste Band von Francis, den ich heute oder morgen fertig lese, genau so gut ist, ist das schon mal ein weiterer Höhepunkt des Zyklus.
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Lumpazie
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Re: Klassiker-Zyklus: das neue Konzil (700-749)

Beitrag von Lumpazie »

Im Jahr 1985 erschien der Band 708 der Atlan-Heftserie:

Colemayns Suche

von Hans Kneifel

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Handlung:

Der Evroner Colemayn war in einem Auge des Erleuchteten auf Ghuurm gefangen, als er in einer grellen Lichterscheinung verschwand, nachdem er und Atlan einander entdeckt hatten.

Er kommt, physisch unversehrt, auf einem ihm unbekannten Planeten wieder zu sich und findet sich in einer gefrorenen, beinahe finsteren Umgebung wieder. Am Horizont erkennt er den entfernten Lichtschein einer tief stehenden Sonne und marschiert in diese Richtung. Bald kann ere zwei kleinen Lebewesen, die von einem offenbar in dieser vereisten Gegend lebenden Raubtier gefangen wurden aus den Klauen eines Raubtiers befreien. Die kaum einen halben Meter großen Wesen haben mit vier Beine, zwei Arme und einem grünen Pelz nennen sich Zenneck und Cyrga. Ihr Planet heißt Pharst, ihr Volk nennt sich die Pharster. Der Sternentramp kann relativ bald ein paar Brocken der ihm völlig fremden Sprache lernen, während sie weiter in Richtung der Sonne marschieren.

Pharst ist ein Einseitendreher. In der Übergangszone zwischen Tag und Nacht liegt ein Dorf, in dem die beiden Pharster rasch verschwinden. Colemayn wird gefangen genommen und eingesperrt. Er lernt jedoch rasch mithilfe eines Fernsehgeräts die pharstische Sprache. Von Tuffelsyt, dem Onkel der beiden geretteten Kinder, erfährt der Tramp, dass Atlan in der rund 800 km entfernten Stadt Nald-Pharst sein könnte, vermutlich irgendwo am Raumhafen. Tuffelsyt verspricht Colemayn, ihn dorthin zu bringen. Das sei allerdings nicht einfach, da seine Sippe den Tramp vor Gericht stellen wolle. Zenneck und Cyrga hätten bei ihrer Geschichte, vermutlich aus Scham, die Unwahrheit berichtet, daher müsse er ihn entführen. In Wahrheit verspricht Tuffelsyt sich einen hohen Gewinn, wenn er Colemayn als Arbeitssklaven verkauft. Nach einem Ablenkungsmanöver kann er den Tramp tatsächlich entführen, wird dabei aber von seiner Sippe erkannt und muss obendrein noch – gegen seinen Willen – Zenneck und Cyrga mitnehmen. In einem heruntergekommenen Viertel von Nald-Pharst bringt er die drei in ein Versteck, das er von außen versperrt. Er will sie abholen, wenn er erfahren hat, wo sie Atlan finden können. Dazu holt er sich vom alten und erfahrenen Händler Szulcy Unterstützung, der ihm mit seinen hervorragenden Kontakten hilft. Von diesen erfährt Tuffelsyt, dass Atlan sich als Gefangener an Bord der ZYRPH'O'SATH aufhält, einem großen, geheimnisvollen Schiff, dessen Betreten verboten ist.

Colemayn gelingt es, sich und die Kinder zu befreien, er flüchtet mit einem Gleiter aus der Stadt, während die Kinder zu ihrer Sippe zurückkehren. Während eines heftigen Unwetters wird Tuffelsyt gefangen genommen und wenige Tage später vor Gericht gestellt, denn er hat gegen die Interessen seiner Sippe verstoßen und obendrein noch Zenneck und Cyrga entführt. Die Verhandlung wird live in den Medien übertragen, was Colemayn aus einem Versteck nahe des Raumhafens beobachtet. Man verurteilt den Pharster zu zehn Jahren Verbannung auf der »Welt des Dunklen Frostes«. Wie bei den Pharstern üblich, bekommt Tuffelsyt nach der Verkündung des Urteils von den Anklägern – also seiner Sippe – viele Abschiedsgeschenke, die ihm die Zeit der Verbannung erleichtern sollen. Dann wird er zum Raumhafen gebracht.

Colemayn sieht keine andere Chance, an Informationen über Atlan heranzukommen als über Tuffelsyt, da er schon allein vom Äußeren her viel zu auffällig ist, was ihn dazu zwingt, den Schurken zu befreien. Er begibt sich an Bord des Gefängnisschiffs NACHTJAGD und schaltet den darin befindlichen Roboter aus, nachdem dieser dem Tramp die Funktionsweise der Flugsteuerung erklärt hat. Er überwältigt Tuffelsyt und bringt ihn an Bord. Dann verlassen sie Pharst fluchtartig. Nach einem klärenden Gespräch weiß Colemayn, dass er Tuffelsyt nicht trauen kann, denn dieser handelt nur aus Profitgier. Er scheint sich aber von Atlan noch viel mehr zu versprechen als von Colemayn, weshalb er helfen möchte, den Arkoniden zu befreien. Nachdem sie mit einer Überlichtetappe ihre Verfolger abschütteln konnten, verbirgt Colemayn die NACHTJAGD in einem von Höhlen durchzogenen Asteroiden.

Anmerkungen

Die Abenteuer von Colemayn werden in Atlan 717 weitergeführt.
Einem Gedanken von Colemayn ist zu entnehmen, dass er »wieder lebt«. Es dürfte also nicht das erste Mal sein, dass er gestorben war (oder zumindest ein todesähnliches Schicksal erlitt).
Ohne technische Hilfsmittel gelingt es Colemayn, binnen kürzester Zeit die pharstische Sprache und Schrift zu erlernen. Ob er über ein fotografisches Gedächtnis verfügt, ist aber nicht bekannt.
Zwischen dem Verschwinden aus dem Auge des Erleuchteten (was ziemlich genau zur Jahreswende 3818/3819 erfolgt ist) und seinem Auftauchen auf Pharst sind circa 9–10 Wochen vergangen. Über die dazwischen liegende Zeitspanne gibt es keine Andeutungen, nicht einmal in den Gedankengängen Colemayns, der in diesem Roman erstmals als »Evroner« bezeichnet wird.


Der obige Text und Bilder wurde per GNU-Lizenz der Perrypedia entnommen.
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Re: Klassiker-Zyklus: das neue Konzil (700-749)

Beitrag von Grauer Lord »

Band 707 „Mrothyr, der Todesbote“ kommt nicht so phantastisch daher wie der Vorgängerroman. Immerhin erleben wir den Arkoniden in einer seiner schwersten Momente, lebensgefährlich vergiftet von den spinnenähnlichen Aradiks. Auch die Flucht vor Tarlos und dem Invast auf einem improvisierten Schlitten ist so rasant wie halsbrecherisch und dabei fast schon unglaubwürdig. Macht aber nichts, das Überlebenspotential des Arkoniden ist eben traditionell immens groß. Störend wiedermal die „Oh, Mutter“-Rufe von Chipol, der ansonsten zu einem zuverlässigen, sympathischen Wegbegleiter geworden ist.

Wie auch im letzten Heft lässt H.G.Francis ein paar bizarre Details einfließen, wie etwa die Regentin von Mhyn in ihrem Bett, zu der sich ihre Gesprächspartner unter die Decke legen müssen. Ein weiterer Einfall ist Mrothyrs angebliche oder tatsächliche Schwester. Der Rebell von Zyrph wird auffällig charakterisiert, immer wieder wird etwas „dämonisches“ in seinem Verhalten verortet; alles in allem scheint er aber zu einem verlässlicher Freund Atlans in der fremden Galaxis Manam-Turu zu werden.

Das ganze Ausmaß der Unterwanderung von Zyrph durch Naldrynnen und Hyptons wird überzeugend geschildert, die Zyrpher sind schon lange nicht mehr im Bilde darüber, welche Stationen, Hangars und sonstige Einrichtungen sich in und auf ihrer Welt verbergen. Der Kniff mit der manipulierten TV-Übertragung am Ende kommt mir heute zwar etwas altbacken vor, war damals aber sicher noch innovativ.
Überraschen finde ich die Konsequenz, mit der Hyptons und ihre Helfer Zyrph verlassen. Weichen sie immer bei ersten Anzeichen von Widerstand? Oder ist es das Auffliegen ihrer Tarnung, was die lieber im Hintergrund agierenden Hyptons so gar nicht leiden können? In jedem Fall wird Zyrph im wirtschaftlichen Würgegriff bleiben, weil die vielen sinnlosen Fabriken und weitere Lieferungen der Neuen Technik bezahlt werden müssen. Ansonsten wird der Planet aber wohl militärisch weitgehend in Ruhe gelassen werden. Erstmal.

Nach sieben Wochen in Manam-Turu ist vom Erleuchten (bis auf die Sache mit der Familie Sayum) nichts zu sehen. Dafür fächert die Handlung breiter auf, erleben wir mit den Hyptons eine klassische Form von Kolonialismus und wirtschaftlicher Ausbeutung. Eine ganz andere, neue Themen-Baustelle eben. Wozu das ganze dient, ist noch offen; als Leser muss man jetzt aber auf der Hut sein - nicht alles nach Band 700 hat so wie in Alkordoom monokausal nur mit dem Thema Erleuchteter/EVOLO zu tun.

Die Vorschau für den nächsten Titel verrät dann bereits, dass mit Colemayn eine meiner Lieblingsfiguren des Zyklus in die Handlung zurückkehrt. Es wird wieder spannend & kosmisch!
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Yman
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Re: Klassiker-Zyklus: das neue Konzil (700-749)

Beitrag von Yman »

Lumpazie hat geschrieben: 23. Februar 2020, 09:47 Im Jahr 1985 erschien der Band 707 der Atlan-Heftserie:

Mrothyr, der Todesbote

von H. G. Francis
Grauer Lord hat geschrieben: 1. März 2020, 15:28 Band 707 „Mrothyr, der Todesbote“ kommt nicht so phantastisch daher wie der Vorgängerroman.
Leider, der Abschwung ist schon sehr deutlich. Nach der Schlittenfahrt geht es mehr ins Politische als ins Phantastische. Etwas bizarr war der Nahkampf mit den zwergenhaften, aber körperlich überlegenen Naldrynnen, auch der gegen den Anführer mit dem Desintegratorschwert.

Interessant fand ich, dass der Zellaktivator offenbar Prioritäten setzt und den Extrasinn zuerst von der Beeinflussung durch das Gift befreit.
Grauer Lord hat geschrieben: 1. März 2020, 15:28Wie auch im letzten Heft lässt H.G.Francis ein paar bizarre Details einfließen, wie etwa die Regentin von Mhyn in ihrem Bett, zu der sich ihre Gesprächspartner unter die Decke legen müssen. Ein weiterer Einfall ist Mrothyrs angebliche oder tatsächliche Schwester. Der Rebell von Zyrph wird auffällig charakterisiert, immer wieder wird etwas „dämonisches“ in seinem Verhalten verortet; alles in allem scheint er aber zu einem verlässlicher Freund Atlans in der fremden Galaxis Manam-Turu zu werden.
Es ist schon sehr auffällig, wie viel Mühe Francis sich hier gibt. Es scheint wohl, dass Atlan Verbündete brauchen wird, vielleicht auch eine Operationsbasis.
Grauer Lord hat geschrieben: 1. März 2020, 15:28Das ganze Ausmaß der Unterwanderung von Zyrph durch Naldrynnen und Hyptons wird überzeugend geschildert, die Zyrpher sind schon lange nicht mehr im Bilde darüber, welche Stationen, Hangars und sonstige Einrichtungen sich in und auf ihrer Welt verbergen. Der Kniff mit der manipulierten TV-Übertragung am Ende kommt mir heute zwar etwas altbacken vor, war damals aber sicher noch innovativ.
Ich hatte die ganze Zeit das Gefühl, einen Roman über die DDR zu lesen, Planwirtschaft, Besatzungsmacht, Funktionäre, die Rolle von Medien, das passte alles.
Grauer Lord hat geschrieben: 1. März 2020, 15:28 Überraschen finde ich die Konsequenz, mit der Hyptons und ihre Helfer Zyrph verlassen. Weichen sie immer bei ersten Anzeichen von Widerstand? Oder ist es das Auffliegen ihrer Tarnung, was die lieber im Hintergrund agierenden Hyptons so gar nicht leiden können? In jedem Fall wird Zyrph im wirtschaftlichen Würgegriff bleiben, weil die vielen sinnlosen Fabriken und weitere Lieferungen der Neuen Technik bezahlt werden müssen. Ansonsten wird der Planet aber wohl militärisch weitgehend in Ruhe gelassen werden. Erstmal.
Die "Flucht" der Naldrynnen und Hyptons fand ich auch sehr überraschend. Es kann in irgendeiner Form Schadensbegrenzung gewesen sein. Wichtig war vielleicht auch, dass schnell Gras über die Sache wächst und die Rolle der Hyptons nicht so bekannt wird.
Grauer Lord hat geschrieben: 1. März 2020, 15:28Nach sieben Wochen in Manam-Turu ist vom Erleuchten (bis auf die Sache mit der Familie Sayum) nichts zu sehen. Dafür fächert die Handlung breiter auf, erleben wir mit den Hyptons eine klassische Form von Kolonialismus und wirtschaftlicher Ausbeutung. Eine ganz andere, neue Themen-Baustelle eben. Wozu das ganze dient, ist noch offen; als Leser muss man jetzt aber auf der Hut sein - nicht alles nach Band 700 hat so wie in Alkordoom monokausal nur mit dem Thema Erleuchteter/EVOLO zu tun.
Ich tue mich schwer, die Handlung des Zyklus einzuschätzen. Bisher hatte das alles mit dem Erleuchteten/EVOLO noch fast gar nichts zu tun, stattdessen tritt mit den Hyptons zumindest hinter den Kulissen ein Atlan altbekanntes Konzilsvolk in Erscheinung. Dass Atlan dem Treiben der Hyptons nicht tatenlos zuschauen wird, ist klar.

Von der Galaxis Manam-Turu hat man auch noch sehr wenig gesehen, die ganze Struktur ist noch unbekannt, es bleibt auf jeden Fall sehr spannend.
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Re: Klassiker-Zyklus: das neue Konzil (700-749)

Beitrag von Grauer Lord »

„Colemayns Suche“ bringt uns die Rückkehr des geheimnisvollen Stenentramps in die Handlung und schließt nahtlos an die Ereignisse an, die zum Schock für den Erleuchteten und seine folgende, überraschende Flucht geführt haben.
Als gut lesbares Stilmittel setzt Hans Kneifel kleine Kapitelüberschriften aus dem Sterntagebuch Colemayns an, der sich als „Evroner“ bezeichnet. Der Roman auf dem unwirtlichen Einseitendreher Pharst in der Galaxis Manam-Turu strotzt regelrecht vor kleinen Details und Andeutungen rund um diese rätselhafte Figur mit dem unerschöpflichen Rucksack, in dem sich nicht nur ein Gewehr zum zusammenbauen verbirgt, sondern auch ein in ölige Lappen gehülltes Schwert, zu dem er wohl eine besondere Beziehung hat. Dazu kommen Sätze wie: „Ich lebte - wieder“ und Gedanken, dass er unzählige Planeten kennt und viele Aufgaben gehabt hat, darunter einige sehr wichtige. und: Sein Verhältnis zu Atlan führt dazu, dass er die Anwesenheit des Freundes ohne Telepathie regelrecht „spüren“ kann. Wie der Sprung von einer zu anderen Galaxis ablief, ist ihm offenbar nicht klar, ein Blick zum Himmel sagt ihm aber, dass er nicht mehr in Alkordoom ist. Die Sprache der Pharster lernt er ungewöhnlich schnell. Ein alter, kosmischer Fahrensmann eben.

Mir hat der Roman hervorragend gefallen, wenn die Story um Händler Tuffelsyt bei weitem nicht so interessant war, wie der Teil um Colemayn selber. Pharst in all seiner Unwirtlichkeit wird aber gut dargestellt, die ZYRPH´O ˋ SATH mit Atlan an Bord ist zumindest gesichtet und mit dem kleinen Schiffchen NACHTJAGD ist Colemayn nun auch mobil. Die RZ im Innenteil sieht ansprechend aus, die Technik, die Andre Höller da eingebaut hat (Raum-Zeit-Triebwerk) kommt mir aber wenig kanongemäß vor ....

Alles in allem ein praller Roman, der zumindest einen in Alkordoom liegen geblieben Faden wieder in die Handlung zurückführt und neue Abenteuer verspricht. Laut handlungsvorschau geht´s nächste Woche mit dem zweiten „Faden“, Anima nämlich, weiter. Zu DER Handlungebene dann später mehr, vielleicht gibt’s hier dann ja auch mal eine Kontroverse Diskussion.....
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Re: Klassiker-Zyklus: das neue Konzil (700-749)

Beitrag von Lumpazie »

Im Jahr 1985 erschien der Band 709 der Atlan-Heftserie:

Der Modulmann

von H. G. Ewers

Bild

Innenillustration:

Bild


Handlung:

Anima hat gesehen, dass Atlan auf Ghuurm nicht getötet wurde, sondern richtig erkannt, dass er von den Kosmokraten eine neue Ortsversetzung erfahren hat. Bekümmert um den Verlust ihres »Ritters« (der gar nicht den Status eines Ritters der Tiefe hat, was Anima aber nicht stört), hat sie von der VIRGINIA ein Beiboot entwendet und irrt ziellos in Alkordoom herum. Sie verzweifelt immer mehr, weil es extrem unwahrscheinlich ist, dass sie den Arkoniden jemals wieder finden kann. Sie durchquert fast ganz Alkordoom, bis sie in den Schweif dieser Galaxie kommt, und in diesem Jet-Stream von hyperenergetischen Effekten mit ihrem Beiboot im Einfluss übergeordneter Energien aus dem Raum-Zeit-Kontinuum geschleudert wird.

Die Vigpanderin Neithadl-Off hat ein ambivalentes Verhältnis zur Wahrheit. Sie lügt zwar nie, hat aber die Erfahrung gemacht, dass sie mit Jonglieren von logischen Verkettungen frei erfundener Fakten, gelegentlich vermischt mit ein wenig realen Begebenheiten, viel leichter ans Ziel kommt als mit der oft unglaubwürdig klingenden Wahrheit selbst. Sie hat diese Fähigkeit bereits so weit entwickelt, dass sie ein Stadium erreicht hat, wo es ihr nicht immer möglich ist zu unterscheiden, ob sie gerade lügt oder die Wahrheit sagt (Teile der Vergangenheit aber bereits vergessen hat). Sie bezeichnet sich selbst als »Parazeit-Historikerin« (eine Abkürzung für »Parallelzeit-Historikerin«), ohne genau zu wissen, was das ist (weil sie es vielleicht schon wieder vergessen hat?).

Auf dem Planeten Ummach hat sie leider nicht gefunden, was sie finden wollte – wenngleich sie nicht mehr weiß, wonach genau sie gesucht hat. Daher hat sie die ZIRKOZUM, ein kleines Raumschiff, das unbenutzt am Raumhafen herum stand, »geborgt«, um ihre Suche fortzusetzen. Natürlich nicht ohne eine Nachricht zu hinterlassen, dass sie es irgendwann wieder zurückbringen werde. Es ist ihr unverständlich, warum sie von zwei Raumschiffen verfolgt wurde, die das Schiff zum Wrack geschossen haben. Jetzt treibt sie auf einen kalten, weit von seiner Sonne entfernten Planeten zu und droht, daran zu zerschellen. Es gelingt der Vigpanderin noch, ein paar Reparaturen durchzuführen und eine halbwegs passable Bruchlandung auf dem Planeten Kaldoch hinzulegen. Sie wird von drei Prospektoren aus dem Volk der Snakulder gefunden und befragt. Sie kann die drei mit logisch fundierten Ereignisketten, die nicht exakt mit der Realität übereinstimmen, von ihrer Harmlosigkeit überzeugen, und erhält obendrein durch eine unbedachte Bemerkung von Hokill-Hommuf die Information, dass es in diesem System der Sonne Nutak eine Zeitgruft geben soll. Sie weiß zwar nicht genau, was eine Zeitgruft sein soll, aber nach ein paar stark alkoholhaltigen Getränken hat Neithadl-Off die Prospektoren überzeugt, dass nur sie selbst die Erfahrung besitze, die äußerst gefahrvolle Suche nach einer Zeitgruft durchzuführen, wo doch jeder weiß, dass Zeitgrüfte von gefährlichen Wächtern gesichert sind. Die Vigpanderin ist selbstverständlich nur an den wissenschaftlichen Erkenntnissen interessiert, die unermesslichen Reichtümer wird sie den Prospektoren übergeben. Dieser Verlockung kann Nafrein-Nakruf nicht widerstehen; er überlässt Neithadl-Off sein Raumschiff DSCHWINGG.

Die Vigpanderin bricht umgehend zum dritten Planeten, Xissas, auf, doch der Landeanflug ist sehr schwierig. Die Schiffssteuerung der zugegeben sehr heruntergekommenen DSCHWINGG führt ihre Befehle teilweise ganz falsch aus; da sich Neithadl-Off mit allen Raumschiffen sehr gut auskennt – oder das zumindest glaubt – kann es nur eine Fremdbeeinflussung durch die Wächter der Zeitgruft geben. Bevor das Prospektorenschiff auf Xissas zerschellt, wird es von einem unbekannten Phänomen aufgefangen und sanft gelandet. Gleich darauf taucht aus dem Ozean eine metallene Insel auf, die die Vigpanderin mit ihrem Raumanzug ansteuert. Als sie sie betritt, steht sie einem uralt aussehenden, humanoiden Wesen gegenüber welches sie fragt, ob sie »den Modulmann« suche. Er ist tatsächlich ein Wächter einer Zeitgruft! Er ist schon sehr betagt und leidet an Erinnerungslücken, welche Neithadl-Off sofort mit ihren frei erfundenen Geschichten auffüllt. Tatsächlich lässt sie der Wächter in das Innere der Gruft vordringen, bis sie vor dem Modulmann steht. In diesen Humanoiden verliebt sich die äußerlich an ein Trampolin (inklusive Metallrahmen!) erinnernde Vigpanderin sofort und beschließt, ihn zu befreien, ihm ihre Liebe aber vorerst nicht zu gestehen. Neithadl-Off kann den Wächter überzeugen, dass nur der Modulmann ihre erfundenen Geschichten bestätigen könne, und dieser schon deutlich verwirrte Wächter, der im Auftrag der Zeitchirurgen arbeitet, schaltet daraufhin das Stasisfeld, in dem das Wesen namens Goman-Largo gefangen ist, ab. Bevor der Wächter und dessen Kollegen den Bluff durchschauen, machen sich Neithadl-Off und Goman-Largo auf, die Zeitgruft zu verlassen, was ihnen beinahe ungeschoren gelingt. Sie erreichen die DSCHWINGG und können von Xissas entkommen.

Der Modulmann wurde von der Zeitschule von Rhuf ausgebildet, um gegen die Zeitchirurgen vorzugehen. Allerdings konnten deren Mitglieder ihn gefangen nehmen und über viele Jahrtausende hinweg in ein Stasisfeld hüllen. Sein letztes Präkognitiogramm hatte besagt, dass er in ein Stasisfeld geraten würde und dass ihn danach nur eine Parazeit-Historikerin befreien könne, die sich in ihn verlieben würde. Da die Vigpanderin ein völlig fremdartiges Lebewesen darstellt ist Goman-Largo überzeugt, sie sei nicht in ihn verliebt. Und Neidhadl-Off fühlt sich dadurch so zurückgesetzt, dass sie sich schwört, dem Modulmann niemals ihre Liebe zu gestehen. Die Bezeichnung »Modulmann« hat er deshalb, weil er von der Zeitschule von Rhuf entsprechend präpariert worden war. Über »genotronische« (Abkürzung für genetisch-positronische) Module, die in seinem Körper sind, kann er wie mit technischen Geräten großen Einfluss auf seine Umgebung und andere Lebewesen nehmen.

Das schon sehr reparaturbedürftige Schiff wird auf dem Rückflug nach Kaldoch von einem Dimensionskatapult getroffen und durch einen Mahlstrom aus n-dimensionalen Energien in ein anderes Kontinuum geschleudert, wo es scheinbar auf ewig gefangen ist. Doch nach einiger Zeit kommt es zu einer fürchterlichen Kollision, die die DSCHWINGG wieder in den Normalraum zurückwirft – genauso das Objekt, mit dem sie kollidiert ist. Es handelt sich um das Ein-Mann-Raumschiff, in dem sich Anima aufhält. Beide Parteien sind sofort davon überzeugt, dass die Kollision vom »Kollisionspartner« absichtlich herbeigeführt wurde. Beide stark beschädigten Schiffe treiben auf ein Meteoritenfeld zu, das in diesem extrem sternenarmen Gebiet existiert. Nachdem beide Raumschiffe auf unterschiedlichen, aber benachbarten Meteoriten gelandet sind, beginnen sie einander zu bekämpfen.

Anmerkungen


Es ist zu diesem Handlungszeitpunkt völlig unklar, wann, wo und sogar in welchem Universum sich diese Ereignisse abspielen. Die DSCHWINGG wurde von einem Dimensionskatapult getroffen, und es ist nicht auszuschließen, dass sie damit auch in ein anderes Universum geschleudert wurde.

Weiterhin sollte man sich fragen, warum Anima mit einem Ein-Mann-Beiboot des 60-m-Schiffes VIRGINIA durch ganz Alkordoom fliegen konnte, ohne die Triebwerke überholen zu lassen oder auch nur aufzutanken. Falls es kein Autorenfehler ist, wirft es ein völlig neues Licht auf den technischen Stand der celestischen Raumfahrt.


Der obige Text und Bilder wurde per GNU-Lizenz der Perrypedia entnommen.
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Re: Klassiker-Zyklus: das neue Konzil (700-749)

Beitrag von Grauer Lord »

Für mich beginnt mit Atlan 708 eine eher problematische Lese-Phase. Mit Neithadl-Off und Goman-Largo betreten zunächst zwei komplett neue Protagonisten die Bühne, zusätzlich zum abgelegen Szenario Alkordoom sowie der neuen Galaxis Manam-Turu, wo mit den Hyptons auch bereits überraschend eine unerwartete, aber altbekannte Macht auf den Plan getreten ist. Dazu kommen jetzt noch die Parazeit-Historikerin und der Modulmann, die Kreationen von H.G.Ewers sind. Die zweibändige Geschichte wird zunächst so in die laufende Handlung eingebaut, wie man es damals im Kristallprinz- und Atlantis-Zyklus mit Algonkin-Yatta und Anlytha gemacht hat. Ohne groß zu spoilern kann ich aber jetzt schon sagen: Anders als damals liefert Ewers hier nicht nur bizarr-phantastische Füllstoffe zur eigentlichen, wichtigen Handlung; hier wird vielmehr ein Thema lanciert, das langfristig für den Zyklus wichtig wird.

Problematisch für mich, dass ich mit Ewers-Texten nicht gut zurecht komme. Aber: Die Themen „Orden der Zeitchirurgen“ oder „Zeitschule von Rhuf“ werden noch wichtig. So schwer es auch ist, unter den X neuen Völkern dieser Romane (von denen man in der Regel nichts mehr hören wird) und immer neuen Zeit- und Dimensionsverrenkungen den Überblick zu behalten - diese Kernthematik sollte man unter dem ganzen anderen, Ewers-typischen Wust im Auge behalten.

Ein paar Worte zum Roman selber kommt später noch.
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Re: Klassiker-Zyklus: das neue Konzil (700-749)

Beitrag von Lumpazie »

Im Jahr 1985 erschien der Band 710 der Atlan-Heftserie:

Das Reich der Phyloser

von H. G. Ewers

Bild

Innenillustration:

Bild


Handlung:
Nachdem die DSCHWINGG mit dem Beiboot Animas in einem übergeordneten Kontinuum kollidiert ist und beide Schiffe in den Normalraum zurückgeschleudert wurden, materialisierten sie in einem Meteoritenfeld. Beide Schiffe landen auf benachbarten Meteoriten. Sowohl Goman-Largo und Neithadl-Off in der DSCHWINGG, als auch Anima sind sich einig, dass die Kollision ein absichtlich herbeigeführter Vorgang ihres Gegners war; ein Kampf beginnt. Während das leichte Geschütz der DSCHWINGG zuerst repariert werden muss, kann Anima mit einem noch leichteren Geschütz bereits auf den Gegner schießen. Neithadl-Off befürchtet, dass ihr Gegner den Kampf frühzeitig gewinnen könnte, und schleicht sich unbemerkt an das kleine Diskusschiff an. Als sie die Außenhülle aufbricht, wird sie von Anima mit einem Handstrahler angegriffen und muss auf einen benachbarten Meteoriten flüchten. Dort will sie ihrer Gegnerin eine Falle stellen, wozu sie einen künstlich geschaffenen Gang im Meteoriten benutzen möchte. Doch am Ende des Ganges befindet sich ein Schott. Als sie merkt, dass ihr ihre Gegnerin gefolgt ist, öffnet sie das Schott und tritt in eine kleine Station ein. Anima kann ihr folgen, aber kaum dass sie drinnen ist, beginnt ein heftiges Weltraumbeben, das einen Kampf unmöglich macht. Die Vigpanderin verliert das Bewusstsein.

Als sie wieder zu sich kommt erinnert sie sich, dass sie eigentlich tödliche Verletzungen erlitten hat, aber noch lebt. Anima hat sie mit ihrer Parafähigkeit der Metabio-Gruppierung geheilt. Die beiden schließen Frieden und verständigen Goman-Largo, der die DSCHWINGG ohne entsprechende Werkzeuge nicht reparieren kann. Zum Glück findet Neithadl-Off eine Werkzeugkammer, als sie voll Neugier die Station erkundet. Dabei fällt ihr auch eine »Erlebniskammer« auf, denn als sie diese betritt und auf einen Knopf drückt, steht sie inmitten einer fremden Landschaft und wird von wilden Tieren angegriffen. Ein erneuter Knopfdruck, und die Umgebung wechselt wieder in die Station.

Während sich Anima zu ihrem Beiboot aufmacht, um zu sehen, welche Teile noch brauchbar sind, um die DSCHWINGG zu reparieren, will die Vigpanderin die Werkzeuge zu Goman-Largo bringen. Als sie die Station verlässt, stellt sie fest, dass es in diesem Bereich des Universums nur fünf Sterne gibt. Außerdem fängt sie Funksprüche in einer fremden Sprache auf, die aber rasch entschlüsselt werden kann. Beim Raumschiffswrack angekommen, beschließen die drei Gefährten, die Fremden – die sie gefangen nehmen wollen – mit einer List dazu zu bringen, sie als Gäste an Bord zu nehmen. Das gelingt, Neithadl-Off kommt als erste in das große Schiff. Die Besatzung besteht aus nicht ganz einem Meter großen Humanoiden, die sich Phyloser nennen und überzeugt sind, die einzigen Lebewesen im Universum zu sein, da sie das bekannte Universum – die fünf Sonnen – bereits erforscht haben.

Sie wird vor den Kommandanten Tanc-Foll und deie Chefwissenschaftlerin Enerschi-Upp gebracht und tischt ihnen eine ihrer großen Lügengeschichten auf. Während Enerschi-Upp dem Gedanken, es gebe noch andere Zivilisationen, und das Universum sei größer als alle fünf bekannten Sonnensysteme, Positives abgewinnen kann, ist Tanc-Foll entsetzt, dass das phylosische Weltbild durch die Existenz der drei Fremden gefährdet ist. Kurz nachdem auch Anima und der Modulmann an Bord sind, und von Enerschi-Upp Gästekabinen zugewiesen bekommen, schaltet die Wissenschaftlerin das gerade in Entwicklung befindliche Überlichttriebwerk ein. Die Phyloser haben nur einen begrenzten Einblick in die Physik und Hyperphysik, ganz einfach weil ihnen bestimmte Dinge – wie zum Beispiel schwarze Löcher – unbekannt sind; in ihrem Teil des Universums gibt es das ganz einfach nicht. Entsprechend hat sich auch ihre Raumfahrt entwickelt, und ihr Hypertriebwerk hat keine Abschirmung zum Hyperraum. Durch die dabei auftretenden Effekte wurden die Weltraumbeben ausgelöst, und auch nun droht großes Ungemach, wie der Tigganoi Goman-Largo sofort erkennt. Er begibt sich zu Enerschi-Upp, um den Phylosern zu helfen.

Die mit dem Überlichtflug verbundenen hyperphysikalischen Erscheinungen lässt sich Tanc-Foll nicht entgehen. Er fordert Anima und Neithadl-Off auf, sich nackt auszuziehen und auf den Gang vor ihre Kabine zu treten, weil er sie eigenhändig aus einer Schleuse werfen möchte. Die beiden tun ihm den Gefallen, denn sie sind auch ohne Waffen nicht wehrlos. Als Tanc-Foll und die ihm ergebenen Soldaten im Korridor sind, lässt Neithadl-Off eine Pheromonwolke aus ihrem Körper austreten, die sich über die Lufterneuerungssysteme im gesamten Schiff verbreitet und die Phyloser zu völlig irrationalem Verhalten bringt. Die Anhänger Tanc-Folls stellen keine Gefahr mehr dar und werden später von Enerschi-Upps Vertrauten entwaffnet und eingesperrt.

Die Wissenschaftlerin bietet den drei Gestrandeten an, sie zu ihrem Heimatsystem zu bringen, der Imperator Brusch-Onoton hat die Landung genehmigt. Das Hauptquartier des Imperators, die FESTUNG, befindet sich nicht auf Phylos, sondern auf Preet, dem größeren der beiden Monde von Phylos. Es ist ein gigantisches Gebäude, ein 80 km durchmessendes, fünfzackiges, 100 m hohes Sterngebäude, um es herum liegen hunderte Raumschiffswracks – Überbleibsel von Angriffen separatistischer phylosischer Kolonien. Enerschi-Upp, Anima, Neithadl-Off und Goman-Largo werden vor den Imperator geführt. Das ist aber zu Enerschi-Upps Erstaunen nicht Brusch-Onoton, sondern Krell-Nepethet, der Ratgeber des Imperators. Er hat erst kürzlich die Macht ergriffen und fordert sogleich von Enerschi-Upp eine Geste ihrer Unterwürfigkeit; sie soll die drei Gefährten in eine Desintegrationskammer bringen, wo sie hingerichtet werden sollen. Sie verweigert den Gehorsam und wird gleichfalls zum Tode verurteilt. Ein Fluchtversuch scheint unmöglich, da die auf fünfdimensionaler Basis arbeitenden Geräte der Gefährten hier in der FESTUNG nicht funktionieren.

Der Vigpanderin und dem Tigganoi ist längst eine Diskrepanz in der technologischen Entwicklung der Phyloser aufgefallen: Sie verfügen über einige wenige Errungenschaften (wie Antigravitationsgeräte oder Traktorstrahlen), die ihrer Entwicklungsstufe weit voraus sind. Außerdem erkennt Neithadl-Off, dass Krell-Nepethet kein Phyloser ist. Tatsächlich gesteht dieser, ein Hepather zu sein, der schon seit Jahrtausenden auf diesem Planeten lebt und das stark eingeschränkte Weltbild dieses Volkes bewusst so gestaltet hat. Er ändert das Urteil ab; die vier sollen nicht in der Desintegrationskammer, sondern in einer Pseudolandschaft von wilden Tieren getötet werden.

Dort angekommen, müssen die vier Gefährten sofort die Flucht ergreifen. Neithadl-Off stößt wieder eine Pheromonwolke aus, ihre derzeit einzige Verteidigung. Die Bestien verlieren daraufhin ein wenig die Kontrolle über ihr Verhalten, bleiben aber gefährlich. Da entdeckt die Vigpanderin eine »Erlebniskammer«, wie sie das im geheimen Stützpunkt im Meteoritengürtel bereits gesehen hat. Goman-Largo erkennt darin aber einen Materietransmitter, und sie können sich damit in die geheime Station abstrahlen. In der dortigen Waffenkammer entdeckt der Modulmann einige Waffen, mit denen er den Transmitterkäfig präpariert. Tatsächlich taucht wenig später Krell-Nepethet darin auf und wird getötet.

Nachdem die vier Gefährten wieder zurück auf Phylos sind, beschließen sie, den alten Imperator zu suchen und wieder in sein Amt einzusetzen. Goman-Largo und Enerschi-Upp vereinbaren, dass sie gemeinsam zwei überlichtschnelle Raumschiffe entwerfen und bauen werden. Mit einem davon wird Anima ihre Suche nach Atlan fortsetzen (Goman-Largo und Neithadl-Off werden sie begleiten), das zweite soll im Besitz der Phyloser bleiben.

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Re: Klassiker-Zyklus: das neue Konzil (700-749)

Beitrag von Grauer Lord »

Zunächst einmal hoffe ich, dass es allen Foristen Corona-mäßig gut geht; ist plötzlich recht still hier im digitalen Äther .....

Wie angekündigt noch ein paar Takte zum ersten Band mit Neithadl-Off und Goman-Largo (Atlan 709). Wenn man nicht viel Wert auf eine halbwegs realistische technisch-physikalische Grundlage der Handlung legt, liest man einen flott geschriebenen, humorvollen Roman, manchmal etwas sehr naiv, aber auch voller interessanter Details. Das sympathische „Trampolin“ Neithadl-Off brilliert mit immer neuen Lügengeschichten, nicht einmal die Parazeit-Historikerin selber weiß offenbar noch, was Wahrheit und was Lüge ist. Einmal fragt sie sich selber, ob sie wohl eine Lügenakademie besucht hat. So wundert es nicht, dass ihre eigene Vergangenheit zunächst komplett unklar bleibt.

Wo und vor allem wann die Handlung eigentlich spielt, bleibt die ganze Zeit im Ungefähren. Interessant aber die Schilderung der sogenannten Zeitgruft auf dem Planeten Xissas mit ihrem steinalten, unter einer Kutte verborgenen Wächter. Der Dialog mit ihm ist auf heiter-naive Art verfasst, wie Ewers halt so ist. Hätte aber auch von Clark Darlton sein können. Was bleibt ist: Im Hintergrund unseres Kosmos agiert eine geheimnisvolle Macht, die sich „Orden der Zeitchirurgen“ nennt und mit ihren Helfern „Ansätze gefährlicher Entwicklungen“ aus der Zeit „herausoperiert“. Dabei entstehen immer wieder gefährliche Zeitparadoxa, schlimmer als das entfernte Ereignis selber Und: wer entscheidet eigentlich, wann eine Entwicklung gefährlich ist? Wenn das alles stimmt, ist der Orden eine Gefahr für das ganze Universum. Die Zeitgrüfte spielen dabei wohl eine wichtige Rolle, evtl. als Operationsbasis.

Am Ende befreit Neithadl-Off den Gefangenen der Zeitgruft, den Modulmann Goman-Largo aus dem Volk der Tigganoi. Dieses ist seit langer Zeit auf den Spuren des Ordens der Zeitchirurgen, mit der Zeitschule von Rhuf wurde eine Institution geschaffen, die den Kampf gegen den Orden aufgenommen hat. Ob es die Schule noch gibt, wo sie überhaupt angesiedelt ist - alles offene Frage für den Leser, für Goman-Largo aber auch. Seine Erinnerung wurde gelöscht. Ob es glaubhaft ist, dass sich das liebenswürdige, lügnerische Trampolin Neithadl-Off in den Modulmann verliebt? Biologisch wohl kaum, möglicherweise steckt da eine Konditionierung dahinter, wurden die beiden möglicherweise von dritter Seite zusammengebracht.

Das Heft ist von der Schreibe her besser, als viele andere Hefte bei Atlan, das TiBi gefällt mit sehr gut. Nicht optimal ist die Schilderung von Animas „Odyssee“ durch Alkordoom , die lapidar in wenigen Sätzen geschildert wird und den technischen Daten eines Beibootes der VIRGINIA sicher nicht gerecht wird. Immerhin wird die selbst ernannte Orbiterin Atlans in den Mahlstrom übergeordneter Energie gerissen, die um den Jetstrahl der Galaxis wirbelt. Der Vergleich mit der bekannten Galaxis M 87 wird dabei wieder mal eingebracht.

Am Schluss prallen Modulmann, Parazeithistotikerin und Anima regelrecht zusammen - ein neues Dream-Team der Serie bildet sich. Nach Colemayns Rückkehr ist nun auch Anima wieder im Geschäft.
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Re: Klassiker-Zyklus: das neue Konzil (700-749)

Beitrag von Yman »

Grauer Lord hat geschrieben: 15. März 2020, 11:37 Zunächst einmal hoffe ich, dass es allen Foristen Corona-mäßig gut geht; ist plötzlich recht still hier im digitalen Äther .....
Ich hoffe auch, dass es allen gut geht! Teilweise bin ich wegen Corona am Rotieren, dann phasenweise wieder wie gelähmt, wenn neue Nachrichten einschlagen und mich wieder zum Umdisponieren zwingen. Aber nicht mehr lange, dann werde ich vermutlich viel Zeit zum Lesen haben ... Atlan wird da im Vergleich mit anderer SF, die gerade von der Realität überholt wird, sehr entspannend sein ...
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Re: Klassiker-Zyklus: das neue Konzil (700-749)

Beitrag von Lumpazie »

Grauer Lord hat geschrieben: 15. März 2020, 11:37 Zunächst einmal hoffe ich, dass es allen Foristen Corona-mäßig gut geht; ist plötzlich recht still hier im digitalen Äther .....
Von meiner Seite her ist auch noch alles gut - ihr seht ja, die Romane werden noch regelmässig eingestellt. Sollte das nicht mehr der Fall sein, dann wisst ihr, mich hats erwischt und ich hocke in Quarantäne im Krankenhaus (was wir ja mal nicht hoffen wollen). Es kam schon während des Atlantiszyklus mal vor, als ich mir das Bein gebrochen hatte (weiß gar nich mehr, ob ihr beiden damals schon dabei wart...oder war es sogar zu SOL-Zeiten?). Forist Nobby.r hat den besten Kontakt zu mir und würde sich dann bei Euch hier melden. Ich denke zur Not könnte Yman auch mal kurz das Einstellen übernehmen (er macht das in anderen Threats sehr gut :st: ) oder wir pausieren dann mal 2 Wochen (an den Virus sterben werde ich hoffentlich nicht, dafür bin ich zu jung und meine Abwehr recht gut - aber man weiß es halt nie).
Im Privatleben schränkt mich das Corona-Virus noch nicht ein - mein Verlag ist zu 50% im Homeoffice und wir werden diese Woche bis auf eine Grundmannschaft wohl folgen. Morgen soll in Bayern ja der Katastrophenfall ausgerufen werden. Spannende Zeiten sind das, hat von uns so wohl noch keiner erlebt :blink:
Bleibt alle heil und gesund und kommt gut durch diese Krise :troest:

Tante Edith meint: Ich habe die Tage das Buch BLACKOUT von Martin Elsberg fertig gelesen. In dem Roman wird von Terroristen das komplette Stromnetz in Europa lahm gelegt. So schlimm ist es in unserer realen Welt zwar noch nicht, aber der Anfang des Buches erinnert mich stark an die aktuelle Situation (Hamsterkäufe, öffentliches Leben erlahmt usw). Sehr unheimlich das ganze, wenn man sowas erst in einem Roman gelesen hat.....
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Re: Klassiker-Zyklus: das neue Konzil (700-749)

Beitrag von Grauer Lord »

Band 710 ist ein gut zu lesender Roman, dessen eigentliche Funktion darin besteht, dass Anima auf Neithadl-Off und Goman-Largo trifft und die drei rasch zu einem Team werden. Interessant ist der Schauplatz der Handlung: das Reich der Phyloser, fünf einsame Sonnen in einem absoluten Nichts. Andere Galaxien sind bloß als neblige Schemen in endlos weiter Ferne zu erahnen (zumindest mit der rückständigen Technik der Phyloser). Die Große Leere, bei Perry Rhodan mit Band 1650 und im Jahr 1993 eingeführt, war zum Zeitpunkt des Erscheinens von Atlan 710 (1985) noch kein Thema. Ich konnte mir dieses Konstellation damals nicht gut vorstellen, aber inzwischen ist ja wohl lange klar, dass sich die Verteilung der Materie im Universum in Form von Clustern und blasenartigen Leerräumen abbildet.

Wesentlich in dem Heft ist die Figur des heimlichen Herrschers der Phyloser, der dieses Volk seit langer Zeit in seiner Entwicklung behindert und dahingehend lenkt, dass man die fünf Sonnen für das ganze Universum hält. Warum er das tat kann man ahnen, seit Neithadl-Off in einer ihrer Lügen- und Phantasiekaskaden etwas vom Orden der Zeitchirurgen sagte, der Hethater sofort in Panik geriet. Nichtmal „sie“ könnten die Leerräume durchqueren. Warum hatte dieses Wesen solche panische Angst vor dem Orden? Drohte es durch eine „Zeit-OP“ regelrecht ausradiert zu werden? Wenn Krell-Nepethet nicht nur eine beliebige Nebenfigur war, werden wir es erfahren.

Das TiBi ist sehr gut, die Zeichnung von Neithadl-Off auch. Faszinierend übrigens die Idee, dass die Vigpanderin keine Transmittertechnik kennt und das auf „Erkenntnislöcher“ zurückführt. Phantasie hatte der H.G.Ewers schon. Nächste Woche geht es dann mit der Haupthandlung in Manam-Turu weiter.
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Re: Klassiker-Zyklus: das neue Konzil (700-749)

Beitrag von Lumpazie »

Ausgangssperre - wir bleiben in Bayern alle daheim - aber Atlan entführt uns dankenswerter Weise in weit entfernte Galaxien ;)

Im Jahr 1985 erschien der Band 711 der Atlan-Heftserie:

BASTION-V

von Peter Terrid

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Handlung:
Atlan und Chipol befinden sich seit Tagen als Gefangene an Bord der ZYRPH'O'SATH. Ihr naldrynnischer Wächter Gashdal gibt ihnen unfreiwillig immer wieder Informationen über ihre Umgebung, und was sie erwartet. Nämlich eine ausführliche Befragung in BASTION-V.

Als sie schließlich dort ankommen, stellen sie fest, dass BASTION-V eine riesige kugelförmige Raumstation von mehr als zehn Kilometer Durchmesser ist. Sie werden in Gefängniszellen im inneren Bereich untergebracht. Bald darauf wird Chipol zum Verhör gebracht. Dieses entpuppt sich als scheinbar ungezwungenes Gespräch des Daila mit ein paar Hyptons; Chipol ist nicht bewusst, dass sie ihn parapsychisch beeinflussen und alle Dinge, die er macht, als aus seinem freien Willen entstanden erscheinen lassen. Im Laufe mehrerer Verhöre berichtet er, was er weiß, und das ist zum Glück nicht viel; dass Atlan ein Arkonide aus der Milchstraße ist und den Erleuchteten verfolgt, interessiert die Fledermauswesen aber brennend. Der Begriff »Milchstraße« erweckt bei den Hyptons unangenehme Erinnerungen an ihre Vergangenheit, und im Erleuchteten sehen sie einen potenziellen Verbündeten.

Da Atlan immun gegen die Paragabe der Hyptons ist, wird er von Halphar, dem ligridischen Kommandanten, persönlich verhört. Halphar kann sich derart gut in sein Gegenüber hinein versetzen, dass er ein fast telepathisches Gespür dafür hat, ob jemand die Wahrheit sagt oder lügt. Er kann auch mit fast an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit vorhersagen, wo sich jemand versteckt. Aber an Atlan beißt er sich die Zähne aus, er kann seine Fähigkeiten nicht bei ihm anwenden. Er erfährt also nur, was Atlan ihm freiwillig erzählt, und das ist nur, was dieser glaubt, dass Chipol bereits verraten hätte. Ein Psychoduell entbrennt, bei dem der Arkonide viele wertvolle Informationen gewinnt. Es scheint ein Neues Konzil zu geben, zwischen den Hyptons und den weitgehend gegen deren Beeinflussung immunen Ligriden. Ob noch andere Völker wie die Naldrynnen Mitglieder dieses Konzils sind, erfährt er nicht.

In BASTION-V werden mehrere hundert »Piraten« (sie selbst nennen sich »Händler« und stammen aus den unterschiedlichsten Völkern von Manam-Turu) gefangen gehalten. Ein Einsatzkommando unter Leitung von Sspordon ist dabei, sie zu befreien. Dazu werden mehr als 100 wendige Kampfschiffe in der Nähe der Station zusammen gezogen und über einen getarnten Frachter etwa 3500 Kämpfer in die Station geschmuggelt, die sofort mit einem Befreiungskampf beginnen. Von einem Verbindungsmann erfahren sie die Standorte der Zellen und auch, dass sich zwei besonders wertvolle Gefangene unter ihnen befinden – Atlan und Chipol. Die Händler teilen sich in zahlreiche Kommandotrupps auf und dringen zu den Zellen vor.

Atlan beobachtet Halphars Abwehrtaktiken, da er noch immer bei ihm zum Verhör ist, und erkennt damit dessen Strategie. Als er zu seiner Zelle zurückgebracht wird, befreit ihn ein Kommando. Chipol ist aber nicht mehr in seiner Zelle; er wurde zwar ebenfalls befreit, ist aber davon gelaufen, vermutlich zu den Hyptons, da er schon teilweise unter ihrem Einfluss steht. Atlan gelingt es dennoch, ihn aufzuspüren, auszuschalten und mitzunehmen.

Da der Arkonide Halphars Pläne erahnt, kann er eine tödliche Falle unschädlich machen. Die Station wird unterdessen von den Kampfschiffen angegriffen, die einen Großteil der Abwehrstellungen ausschalten. Die Rebellen ziehen sich mit den inzwischen befreiten Gefangenen auf einen bestimmten Punkt nahe der Oberfläche zurück, wo sie von Transportschiffen abgeholt werden sollen. Atlan erkennt, dass ein vermeintlich unbrauchbares Abwehrgeschütz nur zum Schein zerstört, aber voll funktionstüchtig ist. Damit sollen die Flüchtenden abgeschossen werden. Er kann das Geschütz sprengen. Der Plan muss abgeändert werden, alle Kämpfer und befreite Gefangenen müssen in einem einzigen Schiff die Flucht ergreifen – was letztendlich auch gelingt.

Obwohl mehr als ein Drittel der Station in Händen der Händler war, wurde sie weder ganz erobert noch zerstört. Denn von solchen Stationen gibt es mehrere, ihre Zerstörung hätte das militärische Potenzial der Ligriden nicht nachhaltig gestört. Aber mit der geglückten Befreiung wurde dem Gegner, der einen sehr hohen Ehrenkodex hat, eine Schmach erteilt, die er noch lange Zeit mit sich herum tragen muss. Die Händler brechen zu ihrem geheimen Stützpunkt Dawaggor auf.

Unterdessen muss Halphar seinem Vorgesetzten Bericht erstatten. Obwohl die Befreiung der Gefangenen aufgrund Halphars Versagen nur durch Selbstmord gesühnt werden kann, überzeugt (und erpresst) er seinen Vorgesetzten damit, Atlan wieder einfangen zu müssen, da nur über ihn ein mächtiger Verbündeter gewonnen werden kann. Die Befreiung wird als absichtlich gestellte Falle dargestellt, und einige Mitwisser – darunter alle Hyptons – werden beseitigt, bevor Halphar mit seinem Flaggschiff die Verfolgung aufnimmt. Durch seine fast übersinnlichen Fähigkeiten erkennt der Ligride, dass die Händler Dawaggor ansteuern werden.

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Grauer Lord
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Re: Klassiker-Zyklus: das neue Konzil (700-749)

Beitrag von Grauer Lord »

Mit diesem Roman wird die abenteuerliche Handlungsebene Manam-Turu erst so richtig aufgeblättert! Nach dem langsamen und atmosphärisch dichten Beginn auf Cairon, der am Ende zu den Hyptons führte, sowie dem kleinen Exkurs nach Zyrph kristallisieren sich für Atlan und Chipol jetzt endlich die wirklichen Machtstrukturen dieser Galaxis heraus.

Als Gefangene auf der zehn Kilometer durchmessenden, technisch hochgezüchteten und kugelförmigen Raumstation BASTION-5 (erinnerte mich sofort an den Todesstern) erkennt Atlan, dass die Hyptons nach ihrer Niederlage in der Milchstraße im Jahr 3588 offenbar ein „Neues Konzil“ gegründet haben. Dazu gehören die humanoiden, von Amphibien oder Reptilien abstammenden Ligriden. Sie sind ein klassisches Volk von Kriegern, denen im Konzil offenbar die militärischen Aspekte zugeordnet sind, wie damals den Laren im Konzil der Sieben.

Im von Peter Terrid spannend geschilderten Verhör Atlans durch den ligridischen Kommandanten Halphar erfahren wir so einiges: Die Ligriden denken und handeln entlang eines sehr strengen Ehrenkodexes, ähnlich konsequent wie die Samurai. Das geht bis hin zum selbstverständlichen Suizid, falls jemand „versagt“. Es gibt eine Art Kastensytem mit verschiedenen Denkschulen und einer Gemeinsamkeit: Sowohl die Diener des Gwyn als auch die des Gard verbergen stets ihren Hinterkopf. Die einen unter einem Soldaten-Helm, die anderen unter einer Kutte. Die Ligriden dienen den Hyptons, fürchten die kleinen Fledermauswesen einerseits auch, fühlen sich ihnen andererseits aber auch überlegen, da deren Psychonarkose bei ihnen nicht wirkt. Auf den Begriff „Heimat“ reagiert Halphar auffällig. Und: Die Hyptons haben die Ligriden nicht über das erste Konzil und ihre damit verbundenen Niederlage informiert.

Spannend fand ich auch, wie die Hyptons darauf reagiert haben, dass Atlan aus der Milchstraße stammt. Typisch für eine mit Misstrauen unterlegte Gemeinschaft: der für Hyptons und Ligriden bis zu Chipols Aussage noch unbekannte Faktor des Erleuchteten wird automatisch als potenzieller Verbündeter gegen den andern eingestuft. Wenn sich die Wesen aus dem Neuen Konzil da mal nicht die Finger verbrennen.

Und wäre das alles noch nicht genug, tritt mit den Händlern von Manam-Turu noch eine bunt zusammengewürfelte Truppe auf, die von einer noch unbekannten Instanz aus gesteuert wird und den Truppen des Konzils wohl schon längere Zeit das Leben schwer machen. Der Angriff auf BASTION-5 lief ähnlich, wie die Rebellen-Attacke auf den Todesstern in Episode IV: Ein Schutzschild wurde sabotiert, unter dem Radar der Geschütze ein Angriff auf die übermächtige Station geflogen. Das war wohl ein Tribut an den Zeitgeist.

Unglaubwürdig allerdings, dass sich die Rebellen aus einer eingeschleusten Plasma-Masse quasi neu zusammensetzten und das jeweilige Bewusstsein dann wieder in den richtigen Körper schlüpft (bis auf eine heitere Ausnahme). Das war dann doch des Guten etwas zu viel.

Nächste Woche geht’s weiter mit dem Terrid-Zweiteiler und Halphars Jagd auf den Arkoniden.
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Re: Klassiker-Zyklus: das neue Konzil (700-749)

Beitrag von Yman »

Lumpazie hat geschrieben: 1. März 2020, 09:35 Im Jahr 1985 erschien der Band 708 der Atlan-Heftserie:

Colemayns Suche

von Hans Kneifel
Grauer Lord hat geschrieben: 7. März 2020, 16:01 Der Roman auf dem unwirtlichen Einseitendreher Pharst in der Galaxis Manam-Turu strotzt regelrecht vor kleinen Details und Andeutungen rund um diese rätselhafte Figur mit dem unerschöpflichen Rucksack, in dem sich nicht nur ein Gewehr zum zusammenbauen verbirgt, sondern auch ein in ölige Lappen gehülltes Schwert, zu dem er wohl eine besondere Beziehung hat. Dazu kommen Sätze wie: „Ich lebte - wieder“ und Gedanken, dass er unzählige Planeten kennt und viele Aufgaben gehabt hat, darunter einige sehr wichtige. und: Sein Verhältnis zu Atlan führt dazu, dass er die Anwesenheit des Freundes ohne Telepathie regelrecht „spüren“ kann. Wie der Sprung von einer zu anderen Galaxis ablief, ist ihm offenbar nicht klar, ein Blick zum Himmel sagt ihm aber, dass er nicht mehr in Alkordoom ist. Die Sprache der Pharster lernt er ungewöhnlich schnell. Ein alter, kosmischer Fahrensmann eben.
Der Sternentramp scheint recht souverän zu sein, und er kennt die Kosmokraten, aber es wird nicht klar, ob er vollständig in deren Auftrag handelt, oder welche Ziele er eigentlich verfolgt. Die Kosmokraten werden explizit erwähnt. Klar, er sucht Atlan, und das Abenteuer scheint ihn auch ein wenig zu locken, und er scheint auch nicht einfach sterben zu können. Ähnliche Wesen gab es in der Serie schon einige Male, allerdings keines, das äußerlich einem Tippelbruder gleicht. Schade, dass Colemayn auch immer nur so sporadisch auftauchtee, so dass man sich nicht mehr an alle Eigenheiten erinnern kann.

Schon sehr eigenartig war sein Umgang mit dem Roboter auf der NACHTJAGD, das war typisch Colemayn, der als Figur ein wenig Profil und Wiedererkennungswert gewonnen hat.

Seltsam auch, dass sein Schwert in einen Rucksack passt.
Grauer Lord hat geschrieben: 7. März 2020, 16:01 Mir hat der Roman hervorragend gefallen, wenn die Story um Händler Tuffelsyt bei weitem nicht so interessant war, wie der Teil um Colemayn selber. Pharst in all seiner Unwirtlichkeit wird aber gut dargestellt, die ZYRPH´O SATH mit Atlan an Bord ist zumindest gesichtet und mit dem kleinen Schiffchen NACHTJAGD ist Colemayn nun auch mobil. Die RZ im Innenteil sieht ansprechend aus, die Technik, die Andre Höller da eingebaut hat (Raum-Zeit-Triebwerk) kommt mir aber wenig kanongemäß vor ....
Mir hat der Roman auch gefallen. Die Verhältnisse auf dem Einseitendreher-Planeten waren zwar nicht übermäßig exotisch, und vieles, Verfolgungsjagden mit Gleitern, Strahlerschüsse, usw. sind einfach Standard, aber es war ganz unterhaltsam, wie Colemayn sich so durchschlägt. Ich hätte die Figur eigentlich Clark Darlton zugeschrieben. Ich müsste mal nachsehen, wo und bei wem Colemayn vorgekommen ist.

Die NACHTJAGD ist eine Art Space-Jet, auch das ist Standard, ganz nett und passend für Coleyman. Die Risszeichnung der ZYRPH'O'SATH hat mir auch sehr gefallen. So etwas wie kanongemäße Technik ist bei Atlan ja nicht zwingend vorgeschrieben. Da gibt es wohl für die Autoren und Zeichner mehr Freiheiten.
Grauer Lord hat geschrieben: 7. März 2020, 16:01 Alles in allem ein praller Roman, der zumindest einen in Alkordoom liegen geblieben Faden wieder in die Handlung zurückführt und neue Abenteuer verspricht. Laut handlungsvorschau geht´s nächste Woche mit dem zweiten „Faden“, Anima nämlich, weiter. Zu DER Handlungebene dann später mehr, vielleicht gibt’s hier dann ja auch mal eine Kontroverse Diskussion.....
Ich finde es gut, dass Alkordoom nicht vergessen ist, und einige Fäden weiterlaufen, und ich bin mal sehr gespannt, was da jetzt noch kommt, auch mit Anima. Ich muss mich nur etwas beim Lesen ranhalten und aufholen, werde wohl aber in den nächsten Tagen, besonders morgen, auch dazu kommen. Ich hoffe, ihr seid noch alle gesund!
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Lumpazie
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Re: Klassiker-Zyklus: das neue Konzil (700-749)

Beitrag von Lumpazie »

Ausgangssperre - wir bleiben weiterhin alle daheim - aber Atlan entführt uns dankenswerter Weise in weit entfernte Galaxien ;)

Im Jahr 1985 erschien der Band 712 der Atlan-Heftserie:

Dawaggor, Welt der Geister

von Peter Terrid

Bild

Innenillustration:

Bild


Handlung:
Halphar erreicht mit seinem Flaggschiff, einer der stärksten Schiffseinheiten, über die die ligridische Flotte verfügt, Dawaggor. Die Händler (oder Piraten, je nach Sicht des Betrachters) können am Anfang keine wirkungsvollen Treffer landen. Aber plötzlich gerät das Schiff der Ligriden in Gefahr; aus unbekannten Gründen fallen die Schutzschirme plötzlich auf 20% Leistung ab. Halphar befiehlt, den V-Antrieb zu starten; das ist ein Raum-Zeit-Antrieb, der das Schiff um einige Sekundenbruchteile in die Zukunft versetzt. Aber der V-Antrieb ist ausgefallen, und die Händler schießen das Schiff unbarmherzig zusammen. Immer mehr Schiffssektoren gehen verloren, und als nur noch die Zentrale unversehrt ist, erscheint den beiden einzigen Überlebenden, Halphar und dem Ortungstechniker Khodar, eine Gestalt, die sie zu sich lockt. Als sie sie berühren, verlassen sie damit ihr dem Untergang geweihtes Raumschiff und finden sich später – getrennt – in einer unbekannten Umgebung wieder.

Das Raumschiff, mit dem die Händler ihre gefangenen Mitkämpfer sowie Atlan und Chipol aus BASTION-V befreit haben, erreicht endlich Dawaggor, nachdem es dem ligridischen Flaggschiff Halphars mit Mühe entkommen war. Dawaggor hat einen höchst zweifelhaften Ruf; der Planet gilt als verflucht, »Gespenster« hausen auf ihm. Das ist tatsächlich der Fall, denn kurz nachdem sie das Raumschiff verlassen haben, sieht Atlan zwei kämpfende, humanoide Gestalten, durch die die anderen Händler einfach hindurch gehen. Sspordon erklärt, dass es diese Erscheinungen zu tausenden gibt und dass man sie getrost ignorieren kann. Man darf aber keinesfalls den Fehler begehen, mit ihnen zu gehen. Das haben bereits einige Händler gemacht und sind nie mehr zurückgekommen.

Im Stützpunkt der Händler muss sich Atlan vor deren Rat verantworten. Die Händler hoffen, im Erleuchteten, den Atlan verfolgt, einen potenziellen Verbündeten gegen das Neue Konzil zu haben, und wollen mit ihm in Kontakt treten. Atlan verschließt sich aber diesem Wunsch. Während dieses Gespräches stiehlt sich Chipol unbemerkt davon. Der Daila wurde erst kurz vor der gerade erst erfolgten Flucht von BASTION-V von Hyptons verhört und steht schon zum Teil unter ihrem mentalen Einfluss. Vermutlich ist er zu einer weit entfernten Ruinenstadt unterwegs, wo es ein Hyperfunkgerät geben soll. Atlan macht sich mit einem Gleiter auf die Suche. Er kann das Ziel schneller erreichen als Chipol, denn der Daila muss, um nicht entdeckt zu werden, mit seinem Gleiter durch den Wald fliegen, während der Arkonide über den Kronen der Baumriesen fliegen kann.

Inzwischen kommt Halphar in einer unbekannten Umgebung zu sich. Ihm gegenüber sitzt ein Ligride, der sich als Ureinwohner von Dawaggor zu erkennen gibt. Während des Gespräches erkennt der scharfsinnige Halphar, dass er sich in einer virtuellen Welt befindet und Bestandteil eines Spiels zu sein scheint. Er ist Bestandteil eines Computerprogramms, und jemand, der dieses Programm kontrolliert, könnte leicht seine Existenz für immer beenden.

Chipol hat einen Unfall mit seinem Gleiter und stürzt auf den Waldboden ab. Er bleibt unverletzt, aber es bildet sich dichter Nebel, der ihn verschlingt.

Atlan erreicht die Ruinenstadt und stellt fest, dass die aus Stein errichteten Gebäude eigentlich durch und durch aus Computerchips bestehen. Auch hier bildet sich spontan Nebel, und etwas versucht, nach seinem Bewusstsein zu greifen. Durch die Mentalstabilisierung kann er das aber verhindern, worauf sich der Nebel verflüchtigt und stattdessen ein fast exaktes Ebenbild von ihm vor ihm auftaucht. Dieses Ebenbild bedrängt den Arkoniden, ihm zu folgen, da das Schicksal dessen Volkes auf dem Spiel steht. Obwohl Atlan davor gewarnt wurde, willigt er ein, denn er kann nicht widerstehen, wenn es um das Schicksal eines ganzen Volkes geht. Dann wird er vor eine Versammlung geführt, in dem die von Echsen abstammenden humanoiden Qalbyten ihre Geschichte berichten.

Einst war Dawaggor das Datenverarbeitungszentrum eines gewaltigen Sternenreiches, des Imperiums der Kurguten. Dazu wurde die gesamte Planetenoberfläche bis in mehrere Kilometer Tiefe in einen riesigen Computer umgewandelt. Als jedoch ein Feind von außen eindrang und das Imperium zu vernichten drohte, wollte man das enorme Wissen, das in Dawaggor gespeichert war, vor dem Feind verbergen. Die Koordinaten von Dawaggor wurden aus allen Unterlagen gelöscht, und die Qalbyten gaben ihre reale Existenz auf. Sie existierten fortan nur noch als exakte Bewusstseinskopien im Innern ihres Computers. Sie können sich auf die Oberfläche projizieren, was von den Händlern als Gespenstererscheinungen bezeichnet wird. Ihr Problem ist, dass die Daten nach wie vor im Computer gespeichert sind. Zwar gut geschützt, aber da das Passwort, das die geheimsten Strukturen schützt, vom System selbst vergeben wird, kann es einem Eindringling gelingen, es zu knacken, da dieser dann selbst Bestandteil des Systems ist. Würde man den Computer abschalten, verlören die Qalbyten ihre Existenz. Atlan aber könne ein neues Passwort vergeben, das niemand kennt, da niemand in sein Bewusstsein eindringen kann.

Allerdings ist den Qalbyten in Halphar ein Gegner erwachsen, denn der Ligride hat längst gelernt, seine neue Existenz zu seinem Vorteil zu nutzen. Er will die Daten stehlen und den Ligriden zugänglich machen. Dazu präpariert er ein Schiff der Händler, denn auf das kann er von hier aus Einfluss nehmen. Und er speichert seine eigene Körperidentität in der Nähe dieses Schiffes ab, was es ihm ermöglichen wird, binnen Mikrosekunden zu seinem gespeicherten Körper zurückzukehren und mit dem Händlerschiff Dawaggor zu verlassen. Dann versucht er, sich in das Archiv einzuhacken.

Atlan vermutet genau dies und begibt sich in diese streng geschützte Sektion, wo es zu einem lange dauernden, virtuellen Duell zwischen den beiden Kontrahenten kommt. Als es Halphar schließlich doch gelingt, den Arkoniden zu überrumpeln, und er ihn erwürgen möchte, taucht plötzlich Chipol am Kampfort auf und will den Ligriden mit einem Fausthieb ausschalten. Halphar kann dem Schlag ausweichen, der Daila schleudert ihm nur den Helm vom Kopf. Das ist aber das schlimmste, was einem Ligriden passieren kann. Vor Schock wie gelähmt, bleibt er über Atlan gebeugt stehen, bis ihn dieser mit einem Dagorgriff ausschalten kann. Dann vergibt Atlan endlich das neue Passwort. Als sie zurückkommen, ist Halphar verschwunden; beide werden wieder an die Oberfläche zurückgeschickt.

Halphar findet trotz des neuen Passworts einen Weg, in das Archiv einzudringen. Die Qalbyten erkennen, dass ihre Geheimnisse nur auf eine Art geschützt werden können: indem sie den Computer abschalten und ihre Existenz damit beenden. Da alle im System befindlichen Bewusstseinsinhalte einverstanden sind – inklusive Khodar – setzen sie ihr Vorhaben in die Tat um. Kurz bevor alle Systeme erlöschen, kann Halphar (ohne die Daten) an die Oberfläche zurückkehren und mit dem vorbereiteten Schiff fliehen.

Die Händler räumen sofort ihren Stützpunkt, da er den Ligriden jetzt bekannt ist. Atlan und Chipol bekommen ein kleines Beiboot, das einen Aktionsradius von nur 100 Lichtjahren hat. Damit können sie Aklard, die Heimat der Daila, erreichen, die nur 80 Lichtjahre weit entfernt liegt.

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Re: Klassiker-Zyklus: das neue Konzil (700-749)

Beitrag von Yman »

Lumpazie hat geschrieben: 7. März 2020, 19:00 Im Jahr 1985 erschien der Band 709 der Atlan-Heftserie:

Der Modulmann

von H. G. Ewers
Grauer Lord hat geschrieben: 13. März 2020, 09:29 Dazu kommen jetzt noch die Parazeit-Historikerin und der Modulmann, die Kreationen von H.G.Ewers sind. Die zweibändige Geschichte wird zunächst so in die laufende Handlung eingebaut, wie man es damals im Kristallprinz- und Atlantis-Zyklus mit Algonkin-Yatta und Anlytha gemacht hat. Ohne groß zu spoilern kann ich aber jetzt schon sagen: Anders als damals liefert Ewers hier nicht nur bizarr-phantastische Füllstoffe zur eigentlichen, wichtigen Handlung; hier wird vielmehr ein Thema lanciert, das langfristig für den Zyklus wichtig wird.
Gut zu wissen. Ewers ist als Autor schon sehr speziell mit seinen Eigenkreationen und wie er innerhalb einer Serie an seinen eigenen Serien schreibt und seine manchmal recht esoterischen Themen ausbreitet. Umso besser, wenn dies nun für die Zyklushandlung wichtig wird. Die beiden neuen Figuren, die Parazeit-Historikerin und der Modulmann, auch ihre Einführung haben mir sehr gut gefallen. Ewers liefert etwas Frisches, Erfrischendes, das sich im Kontrast zur bisherigen personalen Ausstattung des Zyklus merklich abhebt.
Grauer Lord hat geschrieben: 13. März 2020, 09:29Problematisch für mich, dass ich mit Ewers-Texten nicht gut zurecht komme. Aber: Die Themen „Orden der Zeitchirurgen“ oder „Zeitschule von Rhuf“ werden noch wichtig. So schwer es auch ist, unter den X neuen Völkern dieser Romane (von denen man in der Regel nichts mehr hören wird) und immer neuen Zeit- und Dimensionsverrenkungen den Überblick zu behalten - diese Kernthematik sollte man unter dem ganzen anderen, Ewers-typischen Wust im Auge behalten.
Was es mit den Zeitchirurgen und der Zeitschule von Rhuf auf sich hat, hoffe ich noch zu erfahren. Das Thema scheint vielsprechend und interessant zu sein. Ewers macht hier ein Riesenfass auf. Es ist auch nie so richtig klar, wie stark sich Zeitmanipulationen im Universum auswirken. Und man weiß bei diesem Roman auch gar nicht, welche Universen beteiligt sind.
Grauer Lord hat geschrieben: 15. März 2020, 11:37 Wie angekündigt noch ein paar Takte zum ersten Band mit Neithadl-Off und Goman-Largo (Atlan 709). Wenn man nicht viel Wert auf eine halbwegs realistische technisch-physikalische Grundlage der Handlung legt, liest man einen flott geschriebenen, humorvollen Roman, manchmal etwas sehr naiv, aber auch voller interessanter Details. Das sympathische „Trampolin“ Neithadl-Off brilliert mit immer neuen Lügengeschichten
Das hat mir auch viel Spaß gemacht, zu lesen. Eine realistische techn.-phys. Grundlage ist mir an sich schon wichtig, aber in diesem Roman fiel mir nichts negativ auf. Anfangs fand ich die Handlung noch etwas zäh, danach ging es flotter. Eine Figur wie die "Trampoline" braucht eine Eingewöhnung, ist aber wirklich skurril und unterhaltsam.
Grauer Lord hat geschrieben: 15. März 2020, 11:37 Wo und vor allem wann die Handlung eigentlich spielt, bleibt die ganze Zeit im Ungefähren. Interessant aber die Schilderung der sogenannten Zeitgruft auf dem Planeten Xissas mit ihrem steinalten, unter einer Kutte verborgenen Wächter. Der Dialog mit ihm ist auf heiter-naive Art verfasst, wie Ewers halt so ist. Hätte aber auch von Clark Darlton sein können.
Ich hatte mehr so das Gefühl, Douglas Adams "Per Anhalter durch die Galaxis" zu lesen. :D

Grauer Lord hat geschrieben: 15. März 2020, 11:37 Was bleibt ist: Im Hintergrund unseres Kosmos agiert eine geheimnisvolle Macht, die sich „Orden der Zeitchirurgen“ nennt und mit ihren Helfern „Ansätze gefährlicher Entwicklungen“ aus der Zeit „herausoperiert“. Dabei entstehen immer wieder gefährliche Zeitparadoxa, schlimmer als das entfernte Ereignis selber Und: wer entscheidet eigentlich, wann eine Entwicklung gefährlich ist? Wenn das alles stimmt, ist der Orden eine Gefahr für das ganze Universum. Die Zeitgrüfte spielen dabei wohl eine wichtige Rolle, evtl. als Operationsbasis.
Das sind wirklich faszinierende Ideen, die hier auf einen Schlag, eine Art Paukenschlag, ausgebreitet werden, und sie sind auch gut ausgeführt, abseits der üblichen Klischees. Beide Organisationen scheinen nicht sehr übermächtig bzw. militärisch veranlagt zu sein, sondern eher subtilere Spielregeln zu befolgen, obwohl es natürlich auch zu einem Einsatz von Waffen kommt, aber es werden nicht wie so oft ganze Horden von Robotern oder Soldaten losgelassen.
Grauer Lord hat geschrieben: 15. März 2020, 11:37Am Ende befreit Neithadl-Off den Gefangenen der Zeitgruft, den Modulmann Goman-Largo aus dem Volk der Tigganoi. Dieses ist seit langer Zeit auf den Spuren des Ordens der Zeitchirurgen, mit der Zeitschule von Rhuf wurde eine Institution geschaffen, die den Kampf gegen den Orden aufgenommen hat. Ob es die Schule noch gibt, wo sie überhaupt angesiedelt ist - alles offene Frage für den Leser, für Goman-Largo aber auch. Seine Erinnerung wurde gelöscht. Ob es glaubhaft ist, dass sich das liebenswürdige, lügnerische Trampolin Neithadl-Off in den Modulmann verliebt? Biologisch wohl kaum, möglicherweise steckt da eine Konditionierung dahinter, wurden die beiden möglicherweise von dritter Seite zusammengebracht.
Es gab einige Zufälle, aber generell ist der Atlan-Kosmos ja ziemlich offen für viele Spielarten bzw. Beziehungen auf verschiedenen Ebenen.
Grauer Lord hat geschrieben: 15. März 2020, 11:37Das Heft ist von der Schreibe her besser, als viele andere Hefte bei Atlan, das TiBi gefällt mit sehr gut. Nicht optimal ist die Schilderung von Animas „Odyssee“ durch Alkordoom , die lapidar in wenigen Sätzen geschildert wird und den technischen Daten eines Beibootes der VIRGINIA sicher nicht gerecht wird. Immerhin wird die selbst ernannte Orbiterin Atlans in den Mahlstrom übergeordneter Energie gerissen, die um den Jetstrahl der Galaxis wirbelt. Der Vergleich mit der bekannten Galaxis M 87 wird dabei wieder mal eingebracht.
In der Not muss Ewers mit seinem Platz zurecht kommen, und die Anima-Handlung wird auf das absolute Minimum reduziert. Es werden halt die Weichen gestellt, damit Anima, Trampolin und Modulmann zusammentreffen. Der Mahlstrom/Jetstrahl scheint auch nur Mittel zum Zweck zu sein.
Grauer Lord hat geschrieben: 15. März 2020, 11:37Am Schluss prallen Modulmann, Parazeithistotikerin und Anima regelrecht zusammen - ein neues Dream-Team der Serie bildet sich. Nach Colemayns Rückkehr ist nun auch Anima wieder im Geschäft.
Dem Zyklus mangelt es jetzt jedenfalls nicht an interessanten Figuren, und ich bin sehr gespannt, wie es weitergeht.
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Re: Klassiker-Zyklus: das neue Konzil (700-749)

Beitrag von Grauer Lord »

Der zweite Roman um die Jagd des Ligriden Halphar auf Atlan (Band 712) hat mich ehrlich gesagt enttäuscht. Das mag daran liegen, dass ich Romane, in denen Bewusstseine durch einen Cyberspace irren, einfach noch nie mochte, warum auch immer. Außerdem bietet das Heft aus der Feder von Peter Terrid nach dem fulminanten Auftakt um BASTION-5 und den vielen Details um das Neue Konzil auch keine weitergehenden Erkenntnisse in diese Richtung. Die Fallhöhe des einleitenden, ersten Romans des Doppelbandes war wohl einfach zu hoch.

Geboten werden immerhin Szenen auf Dawaggor, die im Gedächtnis bleiben, wie die miteinander kämpfenden Schemen. Am Ende stellt sich heraus, dass große Teile des Planeten vor „vielen Hunderttausend Jahren“ vom Volk der Qalbyten in einen gigantischen Computer umstrukturiert wurden, der dann „über Jahrzehntausende“ als Archiv der Kurguten diente, die damals die herrschende Macht in Manam-Turu waren. Die ganze Oberfläche des Planeten - ein einziges Computernetz. Als das Imperium der Kurguten unter den Angriffen eines nicht näher geschilderten Feindes zerbrach, gingen die Qalbyten in ihrem Netzwerk auf, um die Daten zu sichern. Ob wir von den beiden Völkern nochmal etwas hören werden? Ich glaube eher nicht, ihre Epoche liegt nun wirklich schon sehr lange zurück.

Am Ende des Romans sind alle Daten gelöscht, das Archiv über die ferne Vergangenheit Manam-Turus existiert nicht mehr. Es wäre aber sowieso fraglich gewesen, ob es Atlan hätte weiterhelfen können, denn was soll er mit mehrere Jahrhunderttausende alten Daten? Die wären in der aktuellen Lage sicher nicht mehr hilfreich gewesen. Vielleicht macht das alles den Roman für mich so unbefriedigend. Mehr Erkenntnisfortschritt ist uns zu diesem Zeitpunkt eben nicht vergönnt.

Der Abschied Atlans von den Piraten verläuft kühl; kein Wunder: Das Datennetz Dawaggors ist gekillt, Halphar entkommen und weitere Infos über den Erleuchteten konnte Atlan ihnen auch nicht geben. Immerhin gibt’s ein kleines Schiffchen, mit dem man zwar nicht Zyprh und damit auch die STERNSCHNUPPE erreichen kann, aber immerhin Aklard, die 80 LJ entfernte Heimat Chipols und der Daila.

Die RZ von André Höller zu BASTION-5 ist zwar sehr aktuell, gefällt mir aber nicht, da die immensen Dimensionen (10 Kilometer !!) nicht wirklich rüberkommen. So manche der gezeigten Kabinentrakte etc. müssten demnach wahrlich gigantisch sein. Dafür ist das TBI Science-Fiction vom Feinsten.

Schade, @Yman, dass Dir Colemayn nicht so recht gefallen mag. Ich fand diese Figur von Anfang an toll, von kosmischen Geheimnissen umweht. Heute natürlich umso mehr, als mir das Geheimnis darum noch gut in Erinnerung ist. Und bei dem Schwert kann es sich natürlich auch um ein Kurzschwert handeln, es muss ja kein meterlanger Doppelhänder sein.

Allen noch eine coronafreie, gesunde Zeit!
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Re: Klassiker-Zyklus: das neue Konzil (700-749)

Beitrag von Yman »

Euch allen auch eine coronafreie, gesunde Zeit!
Lumpazie hat geschrieben: 14. März 2020, 18:51 Im Jahr 1985 erschien der Band 710 der Atlan-Heftserie:

Das Reich der Phyloser

von H. G. Ewers
Grauer Lord hat geschrieben: 21. März 2020, 09:15 Band 710 ist ein gut zu lesender Roman, dessen eigentliche Funktion darin besteht, dass Anima auf Neithadl-Off und Goman-Largo trifft und die drei rasch zu einem Team werden. Interessant ist der Schauplatz der Handlung: das Reich der Phyloser, fünf einsame Sonnen in einem absoluten Nichts. Andere Galaxien sind bloß als neblige Schemen in endlos weiter Ferne zu erahnen (zumindest mit der rückständigen Technik der Phyloser).
Ich finde solche Konstellationen und Weltbilder ja sehr faszinierend. Ein Miniaturuniversum, in dem ein Volk sich selbst bekriegt und Misstrauen herrscht. Allerdings übertreibt es Ewers manchmal mit seiner Holzhammer-Methode, wenn er Vergleiche zur irdischen Entwicklung zieht.

Sonderbarerweise ist sein Roman stellenweise aber extrem aktuell, wenn er Politiker ins Visier nimmt: "Weil du wie ein Politiker redest, antwortete sie. Du nimmst einen Sack voller Fakten und schüttelst ihn so lange, bis die neue Mischung das exakt gegenteilige Bild ergibt, dass die Fakten vorher ergeben haben."

Der Roman war gut zu lesen. Der erste Teil beinhaltet, wie Anima und Neithadl-Off gegeneinander kämpfen und ihre Differenzen überwinden. Diesen Teil fand ich besser als den zweiten Teil, in dem es darum ging, wie die Drei nun ein Team bilden, besonders Anima und Neithadl-Off, die ihre physiologischen Besonderheiten (Metabiogruppieren und Pheromone ausstoßen) als Waffen einsetzen konnten. Weibliche Waffen einmal anders.

Ich bin mal sehr gespannt, wie es wird, wenn diese Truppe auf Atlan trifft, der ein solches Team gut gebrauchen kann. Der Modulmann hält sich noch etwas zurück, aber vielleicht braucht es da nur noch einen anderen Autor als Ewers. Vieles bei Ewers war doch zu sehr Comedy, zu wenig Action.
Grauer Lord hat geschrieben: 21. März 2020, 09:15 Die Große Leere, bei Perry Rhodan mit Band 1650 und im Jahr 1993 eingeführt, war zum Zeitpunkt des Erscheinens von Atlan 710 (1985) noch kein Thema. Ich konnte mir dieses Konstellation damals nicht gut vorstellen, aber inzwischen ist ja wohl lange klar, dass sich die Verteilung der Materie im Universum in Form von Clustern und blasenartigen Leerräumen abbildet.
Ja, da gibt es neuere Erkenntnisse. Aber auch der normale Leerraum zwischen den Galaxien ist sehr leer, und das wurde schon im Andromeda-Zyklus sehr gut beschrieben. Trotzdem ist es natürlich schwierig, sich das alles vorzustellen.
Grauer Lord hat geschrieben: 21. März 2020, 09:15 Wesentlich in dem Heft ist die Figur des heimlichen Herrschers der Phyloser, der dieses Volk seit langer Zeit in seiner Entwicklung behindert und dahingehend lenkt, dass man die fünf Sonnen für das ganze Universum hält. Warum er das tat kann man ahnen, seit Neithadl-Off in einer ihrer Lügen- und Phantasiekaskaden etwas vom Orden der Zeitchirurgen sagte, der Hethater sofort in Panik geriet. Nichtmal „sie“ könnten die Leerräume durchqueren. Warum hatte dieses Wesen solche panische Angst vor dem Orden? Drohte es durch eine „Zeit-OP“ regelrecht ausradiert zu werden? Wenn Krell-Nepethet nicht nur eine beliebige Nebenfigur war, werden wir es erfahren.
Das ging mir etwas zu schnell. Da hätte sich ein dritter Roman angeboten, Durchgang durch den Transmitter und das eigentliche Duell findet dann dort statt. Auf der anderen Seite ist es fast schon ein Klischee, dass eine Zivilisation von einem unerkannten Fremden beherrscht wird. Ich weiß nur nicht, wann wir das zum letzten Mal hatten. Das Klischee wiederholt sich also nicht zu oft.

Bei den Lügenphantasien von Neithadl-Off wundert mich, wie sie da selbst noch durchblickt. Gefährlich wurde es für sie, als sie und Anima und Goman-Largo von Enerschi-Upp getrennt befragt wurden. Für sich alleine mag Neithadl-Off mit ihren Lügen durchkommen, aber die anderen beiden werden sich da schnell in Widersprüche verwickeln.

Interessant fand ich, dass Anima die Kosmokraten in einer Unterhaltung erwähnte. Die Existenz von Kosmokraten scheint nichts zu sein, was man nicht weitersagen darf.

Bemerkenswert war auch das Holodeck, das beschrieben wurde als dreidimensionale Projektion, in der man durch projezierte Lava zu Tode kommen kann. Der Begriff Holodeck war damals nicht geläufig, aber die Idee sicher in SF-Kreisen in weitem Umlauf.

In Ewers Roman, dessen Phantasie schier unerschöpflich scheint, kommt leider einiges zu kurz, darunter auch das Holodeck.
Grauer Lord hat geschrieben: 21. März 2020, 09:15 Das TiBi ist sehr gut, die Zeichnung von Neithadl-Off auch. Faszinierend übrigens die Idee, dass die Vigpanderin keine Transmittertechnik kennt und das auf „Erkenntnislöcher“ zurückführt. Phantasie hatte der H.G.Ewers schon.
Eine besondere Szene, in der das Trampolin in Action tritt, war, dass zwei Phyloser darauf springen und dann beschleunigt werden, dass sie mit dem Kopf an die Decke krachen. Ewers hatte wirklich Phantasie, aber manchmal wird es etwas grenzwertig mit dem Humor. Meist schafft er es gerade so.

Insgesamt hat mir der Roman aber gut gefallen. Trotzdem wird es Zeit, dass es wieder mit Atlan selbst weiter geht.
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Re: Klassiker-Zyklus: das neue Konzil (700-749)

Beitrag von Lumpazie »

Ausgangssperre - wir bleiben weiterhin alle daheim - aber Atlan entführt uns dankenswerter Weise in weit entfernte Galaxien ;)

Im Jahr 1985 erschien der Band 713 der Atlan-Heftserie:

Verfolgt und vogelfrei

von Falk Ingo Klee

Bild

Innenillustration:

Bild


Handlung:

Atlan und Chipol wurde von den Händlern ein Beiboot überlassen, mit dem sie von Dawaggor das nur 80 Lichtjahre entfernte Aklard, die Heimat der Daila, erreichen können. Als sie im Suuma-System ankommen, werden sie sofort von einem ligridischen Schiff angegriffen und getroffen. Offensichtlich haben die Ligriden vor kurzem dieses System besetzt. Es gelingt mit Müh und Not eine Bruchlandung in einem Gebirge auf dem Kontinent Akbarry; ihr Beiboot geht dabei aber völlig zu Bruch. Die beiden Gefährten bleiben unverletzt und verlassen die Absturzstelle, da sie mit ligridischen Suchtrupps rechnen müssen.

Gleerth ist ein zwölfjähriger Daila, der eine Ausbildung in Kräuterkunde erhält. Er ist gerade allein im Gebirge unterwegs, um seltene Blüten zu sammeln, als er den Absturz beobachtet. Er eilt zur Unglücksstelle und bietet dem Arkoniden und Chipol seine Hilfe an. Über Umwegen bringt er sie zu Kyrkodh, dem Anführer der lokalen Rebellengruppe gegen die Besatzer. Atlan möchte ein Raumschiff, um damit nach Zyrph zurückzukehren, wo sich seine STERNSCHNUPPE befindet. Kyrkodh steht in Verbindung mit einem ehemaligen Regierungsmitglied, welches ein Raumschiff auftreiben könnte. In Begleitung von zwei seiner ortskundigen Männer werden Atlan und Chipol heimlich in den nächsten Ort gebracht, denn der ligridische Kommandant Ghorza lässt bereits intensiv nach ihnen fahnden. Ghorza hat den Befehl von Halphar bekommen, beide zu stellen und auf der Stelle zu töten. Da Ghorza den Emporkömmling Halphar hasst, ändert er den Befehl dahingehend um, dass die beiden unbedingt lebend zu fangen seien und danach ausschließlich ihm Meldung zu machen sei. Der verschlagene Kommandant hofft, von ihnen belastendes Material gegen Halphar zu bekommen. Diese Anweisung wird sich später noch zum Vorteil der Gesuchten wenden.

Im nächsten Ort angekommen, erhalten die Gefährten eine Mitfahrgelegenheit nach Ghyltirainen. Dort hat man, als die Ligriden den Planeten besetzten, mehrere hundert Naldrynnen gefangen genommen. Um ihre Verbündeten nicht zu verärgern, können die Ligriden nicht hart durchgreifen, denn sie würden damit das Leben der Naldrynnen gefährden. Der Käsehändler Schirtuboh und dessen skurriler Roboter Schwiegermutter nehmen die beiden in ihrem Lieferwagen auf die zweitägige Reise mit. Bei mehreren Kontrollen müssen sich Atlan und Chipol im Laderaum unter einigen Kisten Merlitong verstecken. Diesen übel riechenden Käse verabscheuen die Ligriden besonders und kontrollieren daher nur oberflächlich. Als sie endlich in Ghyltirainen angekommen sind, werden sie gleich zum Regierungsrat gebracht. Dieser stellt Atlan das 90 m Kugelraumschiff GHYLTIROON zur Verfügung mit der Auflage, damit jene Daila zu suchen und um Hilfe zu bitten, die wie Chipols Familie Sayum einst von Aklard verbannt worden waren, weil sie über parapsychische Kräfte verfügten.

Der Roboter Schwiegermutter möchte Atlan unbedingt begleiten, aber Schirtuboh verbietet ihm das, und daher lehnt der Arkonide das Angebot dankend ab. Schwiegermutter verspricht, Atlan bei einer späteren Gelegenheit zu folgen und ihn auch zu finden.

Nach einer zweiwöchigen Wartezeit, in der die GHYLTIROON auf Vordermann gebracht wird, können sie aufbrechen. An Bord ist eine fünfköpfige Crew: Norgis, der Kommandant; Raegul, der Pilot, Ganno, der Bordtechniker; Mallosh, für Funk und Waffensysteme zuständig; Trom, der Mechaniker. Außerdem Atlan, Chipol und drei naldrynnische Familien, denen für nach dem geglückten Aufbruch die Freiheit versprochen wurde.

Die GHYLTIROON startet und wird erwartungsgemäß sofort von den Ligriden zur Umkehr aufgefordert. Wie abgesprochen, richtet sich aber der Anführer der naldrynnischen Geiseln an die Ligriden und behauptet, aus der Gefangenschaft der Daila zu fliehen und zu seinem Volk zurückkehren zu wollen. Ghorza vermutet zwar, dass Atlan und Chipol an Bord sind, er kann sich ein Eingreifen aber nicht leisten, da sonst ans Licht käme, dass er Halphars Befehl abgeändert hat. Widerwillig lässt der das Raumschiff ungeschoren davonziehen.

Der obige Text und Bilder wurde per GNU-Lizenz der Perrypedia entnommen.
Es is kein’ Ordnung mehr jetzt in die Stern’,
D’ Kometen müßten sonst verboten wer’n;
Ein Komet reist ohne Unterlaß
Um am Firmament und hat kein’ Paß;
Und jetzt richt’ a so a Vagabund
Und die Welt bei Butz und Stingel z’grund
(Johann Nestroy)
Grauer Lord
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Re: Klassiker-Zyklus: das neue Konzil (700-749)

Beitrag von Grauer Lord »

Die Corona- und Homeoffice-Situation hat als einzigen Vorteil, das ich besser zum Lesen komme, als sonst. Darum heute meine Early-Bird-Kritik! Bleibt alle gesund :st:

Die Handlung zieht eindeutig die Handbremse an: „Verfolgt und vogelfrei“ ist ein einfacher Abenteuerroman, in dem Atlan und Chipol auf Aklard, der Heimatwelt der Daila, abstürzen. Falk-Ingo Klee lässt die beiden nach ausführlich geschilderter, glücklich überstandener Bruchlandung zahlreiche Gefahren im Gebirge überstehen und auf eine Gruppe Daila-Rebellen stoßen. Denn: Das Neue Konzil streckt seine Hände auch nach Aklard aus. Die Naldrynnen hatten bereits damit begonnen, die Daila wirtschaftlich abhängig zu machen, flogen damit aber auf. Ganz unverhohlen agieren jetzt die Ligriden als Besatzungsmacht.

Aklard wird erstaunlich ländlich-sittlich geschildert, obwohl es doch die Heimat eines raumfahrenden Volkes ist. Die Gebirgszenen erinnerten mich ein wenig an eine Mischung aus Schweiz und Auenland, die größeren Städte wurden nur sehr zurückhaltend bis gar nicht geschildert. Bei dem stinkenden Käse Merlitong von Händler Schirtuboh kommt Erinnerungen an den korsischen Käse im klassischen „Asterix“ auf. Mit Schwiegermutter lässt Blödel- und Nockemann-Chronist Klee einen neuen, skurrilen Roboter ins Rampenlicht treten. Dessen Satz, er werde Atlan folgen und eines Tages auch finden, steht nicht umsonst so prominent am Schluss des Heftes

Der Plot der nächsten Romane scheint nun klar zu sein: Die Daila versuchen in ihrer Not, Kontakt zu den verbannten Familien aus Daila-Mutanten zu aufzunehmen, um sie um Hilfe gegen das Neue Konzil zu bitten. Mit dem modernen Raumer GHYLTIROON starten der Arkonide und Chipol auf die Suche nach den verbannten Daila. Da die Verbannten ja alle Psi-begabt sind, könnte auch der Erleuchtete wieder ins Spiel kommen, der ja schließlich EVOLO am neuen Standort komplettieren muss.
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Yman
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Re: Klassiker-Zyklus: das neue Konzil (700-749)

Beitrag von Yman »

Mein Aufholen geht weiter, und ich bin nun schon fast wieder aktuell:
Lumpazie hat geschrieben: 22. März 2020, 07:46 Ausgangssperre - wir bleiben in Bayern alle daheim - aber Atlan entführt uns dankenswerter Weise in weit entfernte Galaxien ;)

Im Jahr 1985 erschien der Band 711 der Atlan-Heftserie:

BASTION-V

von Peter Terrid
Lumpazie hat geschrieben: 29. März 2020, 09:47 Ausgangssperre - wir bleiben weiterhin alle daheim - aber Atlan entführt uns dankenswerter Weise in weit entfernte Galaxien ;)

Im Jahr 1985 erschien der Band 712 der Atlan-Heftserie:

Dawaggor, Welt der Geister

von Peter Terrid
Grauer Lord hat geschrieben: 26. März 2020, 19:24 Mit diesem Roman wird die abenteuerliche Handlungsebene Manam-Turu erst so richtig aufgeblättert! Nach dem langsamen und atmosphärisch dichten Beginn auf Cairon, der am Ende zu den Hyptons führte, sowie dem kleinen Exkurs nach Zyrph kristallisieren sich für Atlan und Chipol jetzt endlich die wirklichen Machtstrukturen dieser Galaxis heraus.

Als Gefangene auf der zehn Kilometer durchmessenden, technisch hochgezüchteten und kugelförmigen Raumstation BASTION-5 (erinnerte mich sofort an den Todesstern) erkennt Atlan, dass die Hyptons nach ihrer Niederlage in der Milchstraße im Jahr 3588 offenbar ein „Neues Konzil“ gegründet haben. Dazu gehören die humanoiden, von Amphibien oder Reptilien abstammenden Ligriden. Sie sind ein klassisches Volk von Kriegern
Neben den Hyptons und Ligriden muss es laut Atlan mindestens noch ein drittes Konzilsvolk geben. Aber wir sehen jetzt schon klarer, wie es in Manam-Turu zugeht. Der Angriff auf BASTION-V war für mich jetzt nicht besonders interessant. Star Wars scheint damals mächtig Eindruck auf die Autoren, besonders auf Terrid, gemacht zu haben. Insgesamt war der Roman gut. Die Hyptons nehmen Chipol in die Mangel, auf subtile Weise, Atlan wird von Halphar verhört. Halphar war mir nicht sympathisch. Auch die Ligriden als neues wichtiges Kriegervolk haben bei mir noch keine Sympathien gewonnen.
Grauer Lord hat geschrieben: 26. März 2020, 19:24 Und wäre das alles noch nicht genug, tritt mit den Händlern von Manam-Turu noch eine bunt zusammengewürfelte Truppe auf, die von einer noch unbekannten Instanz aus gesteuert wird und den Truppen des Konzils wohl schon längere Zeit das Leben schwer machen. Der Angriff auf BASTION-5 lief ähnlich, wie die Rebellen-Attacke auf den Todesstern in Episode IV: Ein Schutzschild wurde sabotiert, unter dem Radar der Geschütze ein Angriff auf die übermächtige Station geflogen. Das war wohl ein Tribut an den Zeitgeist.
Star Wars, die Filme halt. Die Händler in der Rolle der Star Wars Rebellen. Atlan musste ja irgendwie aus der BASTION herauskommen, aber für sich genommen fand ich den Angriff nicht so interessant. Auch die Charaktere der Händler waren für mich nicht interessant genug.

Typisch für Terrid war, dass er zeitgenössische Computerspiele aufs Korn nahm: Weltraum-Ballerspiele und Adventures, die Chipol in seiner neuen luxuriösen Kabine spielt. Wobei er sich nicht eindeutig positioniert. Ich denke, Terrid sah das Potential dieser Computerspiele und war wohl auch selbst fasziniert, sah aber auch, wie viel Zeit und Energie eines Spielers diese Spiele fressen.
Grauer Lord hat geschrieben: 26. März 2020, 19:24 Unglaubwürdig allerdings, dass sich die Rebellen aus einer eingeschleusten Plasma-Masse quasi neu zusammensetzten und das jeweilige Bewusstsein dann wieder in den richtigen Körper schlüpft (bis auf eine heitere Ausnahme). Das war dann doch des Guten etwas zu viel.
Das habe ich mir auch gedacht. Tropfen einer geheimnisvollen Substanz fallen in einen Plasmabrei, aus dem sich dann die 250 Händler-Krieger formen, einer davon mit blauen Schuppen statt grünen, wie er entsetzt bemerkt. Diese Art von Technologie kam schon extrem unvermittelt und hätte vielleicht eher zu den Genetikern von Alkordoom gepasst.
Grauer Lord hat geschrieben: 30. März 2020, 11:50 Der zweite Roman um die Jagd des Ligriden Halphar auf Atlan (Band 712) hat mich ehrlich gesagt enttäuscht. Das mag daran liegen, dass ich Romane, in denen Bewusstseine durch einen Cyberspace irren, einfach noch nie mochte, warum auch immer. Außerdem bietet das Heft aus der Feder von Peter Terrid nach dem fulminanten Auftakt um BASTION-5 und den vielen Details um das Neue Konzil auch keine weitergehenden Erkenntnisse in diese Richtung. Die Fallhöhe des einleitenden, ersten Romans des Doppelbandes war wohl einfach zu hoch.
Den zweiten Band habe ich noch nicht fertig, aber ich glaube, bei mir ist es genau umgekehrt. Ich finde den zweiten Band sehr viel interessanter, doch dazu mehr, wenn ich fertig bin.
Grauer Lord hat geschrieben: 30. März 2020, 11:50 Die RZ von André Höller zu BASTION-5 ist zwar sehr aktuell, gefällt mir aber nicht, da die immensen Dimensionen (10 Kilometer !!) nicht wirklich rüberkommen. So manche der gezeigten Kabinentrakte etc. müssten demnach wahrlich gigantisch sein. Dafür ist das TBI Science-Fiction vom Feinsten.
Die Tibis sind nicht schlecht, die RZ auch nicht, aber das Ding sieht einfach wie eine 50-Meter Korvette aus und absolut nicht wie eine 20-km-Durchmesser-Raumstation.
Grauer Lord hat geschrieben: 30. März 2020, 11:50 Schade, @Yman, dass Dir Colemayn nicht so recht gefallen mag. Ich fand diese Figur von Anfang an toll, von kosmischen Geheimnissen umweht. Heute natürlich umso mehr, als mir das Geheimnis darum noch gut in Erinnerung ist.
Die Begeisterung über Colemayn kommt vielleicht noch. Bestimmt! Bis zum nächsten Wochenende, Ostern, sollte ich wieder auf dem aktuellen Stand sein. Band 712 schaffe ich wohl noch unter der Woche, und an wenigstens einem der Feiertage werde ich sicher Zeit zum Lesen der Bände 713 und 714 finden.
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