Klassiker-Zyklus: das neue Konzil (700-749)

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Yman
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Re: Klassiker-Zyklus: das neue Konzil (700-749)

Beitrag von Yman »

Lumpazie hat geschrieben: 29. März 2020, 09:47 Ausgangssperre - wir bleiben weiterhin alle daheim - aber Atlan entführt uns dankenswerter Weise in weit entfernte Galaxien ;)

Im Jahr 1985 erschien der Band 712 der Atlan-Heftserie:

Dawaggor, Welt der Geister

von Peter Terrid
Grauer Lord hat geschrieben: 30. März 2020, 11:50 Der zweite Roman um die Jagd des Ligriden Halphar auf Atlan (Band 712) hat mich ehrlich gesagt enttäuscht. Das mag daran liegen, dass ich Romane, in denen Bewusstseine durch einen Cyberspace irren, einfach noch nie mochte, warum auch immer.
Grundsätzlich sehe ich da auch ein Problem, weil solche Romane zu Auswüchsen und Beliebigkeit neigen, aber dieser Roman war erstaunlich zielstrebig und konsistent. Mir hat die Geschichte sehr gut gefallen. Das Rätsel wurde schrittweise gelöst. Atlan erkannte sehr schnell, was das Geheimnis des Planeten ist.
Grauer Lord hat geschrieben: 30. März 2020, 11:50Geboten werden immerhin Szenen auf Dawaggor, die im Gedächtnis bleiben, wie die miteinander kämpfenden Schemen. Am Ende stellt sich heraus, dass große Teile des Planeten vor „vielen Hunderttausend Jahren“ vom Volk der Qalbyten in einen gigantischen Computer umstrukturiert wurden, der dann „über Jahrzehntausende“ als Archiv der Kurguten diente, die damals die herrschende Macht in Manam-Turu waren. Die ganze Oberfläche des Planeten - ein einziges Computernetz. Als das Imperium der Kurguten unter den Angriffen eines nicht näher geschilderten Feindes zerbrach, gingen die Qalbyten in ihrem Netzwerk auf, um die Daten zu sichern. Ob wir von den beiden Völkern nochmal etwas hören werden? Ich glaube eher nicht, ihre Epoche liegt nun wirklich schon sehr lange zurück.

Am Ende des Romans sind alle Daten gelöscht, das Archiv über die ferne Vergangenheit Manam-Turus existiert nicht mehr.
Interessant fand ich, dass der Planet ein riesiger Computer/Datenspeicher auf herkömmlicher elektronischer Basis war, denn Positronik wäre zu aufwändig (kompliziert und teuer) gewesen. Gespeichert sind Informationen über die ganze Galaxis in ferner Vergangenheit. Das erinnert an eine Mischung aus Douglas Adams (Per Anhalter durch die Galaxis) und Isaac Asimov (Foundation).

Leider wird von Dawaggor aus nie wieder ein galaxisweites Imperium entstehen. Aber die Idee ist sehr faszinierend. Auch dass die ehemaligen Bewohner, die Qalbyten, nicht etwa in der Zeit eingefroren sind, sondern im wahrsten Sinne des Wortes auf dem Planeten herumgeistern und eine Art "Matrix" nutzen. Ist es Zufall, dass im Namen "Qalbyten" das Wort "Byte" steckt?

Der Roman enthält etliche weitreichende SF-Konzepte auf engem Raum. Selbst ein Philip K. Dick hätte seinen Spaß gehabt. Ich finde, der Roman ist einer der besten des Zyklus.

Der große Fehler der Qalbyten war, jemanden wie Halphar in das System zu bringen. Zwar war mir Halphar immer noch nicht sympathisch, aber seine Fähigkeiten und sein planvolles Vorgehen waren beeindruckend, wie er im Inneren der "Matrix" eine Kopie von Bastion-V erschuf, usw. Er ist ein mehr als würdiger Gegner für Atlan, der kein leichtes Spiel mit ihm haben wird. Zwar bestand kurzfristig die Chance, Chipols Vorschlag entsprechend, Halphar zu töten und ihn so aus dem Spiel zu nehmen, aber das war natürlich nicht im Sinne der Expokraten.

Immerhin hat sich Terrid auch die Mühe gemacht, eine Gegenfigur zu Halphar zu entwickeln Khodar, so dass das Volk der Ligriden insgesamt einen besseren Eindruck hinterlässt als jenen, den man von Halphar bekommen hat. Khodars Ende hat natürlich auch etwas Tragisches. Willi Voltz hätte der Figur vermutlich eine größere Rolle geben.
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Re: Klassiker-Zyklus: das neue Konzil (700-749)

Beitrag von Yman »

Lumpazie hat geschrieben: 5. April 2020, 08:08 Im Jahr 1985 erschien der Band 713 der Atlan-Heftserie:

Verfolgt und vogelfrei

von Falk Ingo Klee
Grauer Lord hat geschrieben: 5. April 2020, 10:42 Die Handlung zieht eindeutig die Handbremse an: „Verfolgt und vogelfrei“ ist ein einfacher Abenteuerroman, in dem Atlan und Chipol auf Aklard, der Heimatwelt der Daila, abstürzen. Falk-Ingo Klee lässt die beiden nach ausführlich geschilderter, glücklich überstandener Bruchlandung zahlreiche Gefahren im Gebirge überstehen und auf eine Gruppe Daila-Rebellen stoßen. Denn: Das Neue Konzil streckt seine Hände auch nach Aklard aus. Die Naldrynnen hatten bereits damit begonnen, die Daila wirtschaftlich abhängig zu machen, flogen damit aber auf. Ganz unverhohlen agieren jetzt die Ligriden als Besatzungsmacht.
Das mit der Handbremse ist noch untertrieben, finde ich. Die Gefahren waren auch nicht ganz so zahlreich und gefährlich, wie ich mir das gewünscht hätte. Eigentlich ging es doch sehr gemütlich zu. Die Naldrynnen waren auch schon mal gefährlicher gewesen. Gehören die jetzt eigentlich zum Konzil, oder nur indirekt als lose Verbündete der Ligriden?
Grauer Lord hat geschrieben: 5. April 2020, 10:42 Aklard wird erstaunlich ländlich-sittlich geschildert, obwohl es doch die Heimat eines raumfahrenden Volkes ist. Die Gebirgszenen erinnerten mich ein wenig an eine Mischung aus Schweiz und Auenland, die größeren Städte wurden nur sehr zurückhaltend bis gar nicht geschildert. Bei dem stinkenden Käse Merlitong von Händler Schirtuboh kommt Erinnerungen an den korsischen Käse im klassischen „Asterix“ auf. Mit Schwiegermutter lässt Blödel- und Nockemann-Chronist Klee einen neuen, skurrilen Roboter ins Rampenlicht treten. Dessen Satz, er werde Atlan folgen und eines Tages auch finden, steht nicht umsonst so prominent am Schluss des Heftes
An den klassischen Asterix kann ich mich gar nicht erinnern, aber Asterix bei den Schweizern würde ich gerne mal wieder lesen. Der Roboter Schwiegermutter ist leider kein Ersatz für Blödel. Mir ging es in dem Roman etwas zu beschaulich zu.
Grauer Lord hat geschrieben: 5. April 2020, 10:42 Mit dem modernen Raumer GHYLTIROON starten der Arkonide und Chipol auf die Suche nach den verbannten Daila. Da die Verbannten ja alle Psi-begabt sind, könnte auch der Erleuchtete wieder ins Spiel kommen, der ja schließlich EVOLO am neuen Standort komplettieren muss.
Auf einen solch schnellen Handlungsfortschritt hoffe ich gar nicht mehr. Der Zyklus ist plötzlich sehr zersplittert mit drei Handlungsebenen (Colemayn, Anima plus Begleiter, Atlan plus Begleiter) und stark verlangsamt. Die GHYLTIROON (nichtssagender Name) mit 90 Metern ist sicher sehr komfortabel mit klassischen Triebwerken (Antigrav-, Impuls- und Linearantrieb), aber äußerst schwach bewaffnet. Ich bin mal gespannt, ob eine Risszeichnung kommt, die etwas Neues bringt, aber ich befürchte, der Raumer ist Standard und wird auch nicht lange halten. Außerdem war doch da noch irgendwo die STERNSCHNUPPE ...

Immerhin bin ich jetzt wieder aktuell und kann auch direkt mit Atlan 714 weitermachen.

Lumpazie hat geschrieben: 5. April 2020, 08:08 Ausgangssperre - wir bleiben weiterhin alle daheim - aber Atlan entführt uns dankenswerter Weise in weit entfernte Galaxien ;)
Und in die Vergangenheit ... Früher war die Welt doch etwas unkomplizierter, selbst in den damals erdachten fernen Galaxien ...
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Re: Klassiker-Zyklus: das neue Konzil (700-749)

Beitrag von Lumpazie »

Ausgangssperre - wir bleiben weiterhin alle daheim - aber Atlan entführt uns dankenswerter Weise in weit entfernte Galaxien ;)
Die Eier werden dieses Jahr in der Wohnung gesucht - Frohe Ostern!

Im Jahr 1985 erschien der Band 714 der Atlan-Heftserie:

Die Spur der Daila

von Harvey Patton

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Innenillustration:

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Handlung:

Atlan, Chipol, drei naldrynnische Familien als Geiseln und die fünfköpfige Crew, bestehend aus Norgis, Raegul, Mallosh, Ganno und Trom, sind mit der GHYLTIROON von Aklard geflüchtet, um die parabegabten, verbannten Daila zu suchen und um Hilfe im Kampf gegen das Neue Konzil zu bitten. Allerdings weiß niemand, wo diese Verbannten zu suchen sind, und daher irren die Sucher schon seit acht Tagen in Manam-Turu herum. Nun nähern sie sich einem weiteren Erfolg versprechenden System. Als sie sich dem erdähnlichen Planeten nähern, tauchen aus dem Ortungsschatten eines Mondes vier torpedoförmige Raumschiffe auf und nehmen die GHYLTIROON unter Beschuss. Da das Schiff nur leicht bewaffnet ist und auch keine besonders leistungsfähigen Schutzschirme besitzt, kapituliert Atlan. Das trifft aber nicht bei allen fünf Crewmitgliedern auf Gegenliebe, es kommt zu einer kleinen Revolte, bei der die Argumente Atlans aber die anderen überzeugen können – bis auf Raegul, der währenddessen mit den Unbekannten Funkkontakt aufnimmt. Er berichtet dem Gegner, dass sich Naldrynnen an Bord befinden und eine Vernichtung des Schiffes sicher schwere Konsequenzen nach sich ziehen würde.

Die Fremden lenken ein und schicken zwei Roboter an Bord – es sind Stahlmänner! Also müssen die Gegner, die bisher anonym geblieben sind, wohl Hyptons sein. Während die Naldrynnen auf einen der Hyptonraumer wechseln und Raegul sie begleiten muss, werden die Stahlmänner ausgeschaltet. Nach Raeguls Rückkehr ist der ohnehin schon labile Pilot ganz auf der Seite der Hyptons. Der Bluff, auch ein paar gefangene Hyptons an Bord zu haben, ermöglicht einen Ausbruchsversuch. Die Hyptonraumer sind zwar überlegen und schneller, das Forschungsschiff der Daila kann aber mit knapper Not in den Linearraum entkommen. Nach einiger Zeit mit unbekanntem Kurs fällt der Linearantrieb aus. Es gelingt eine Notlandung auf einem erdähnlichen Planeten.

Während die fünf Daila ihr Schiff reparieren, macht sich Atlan zusammen mit Chipol in einem Gleiter auf, die Umgebung zu erkunden. Chipol entdeckt humanoide Wesen, sie landen den Gleiter am Ende eines engen Tales und betreten es zu Fuß. Sie finden tatsächlich Daila, und diese sind noch dazu Mutanten! Ihr Anführer Pfarnybol berichtet, dass der Planet Nolien heißt und mehrere kleine dailanische Siedlungen in den unwirtlichen Gebirgsgegenden liegen. Es gibt auf diesem Planeten auch eine Hochkultur, die Nolier sind – abgesehen von ihrer tiefblauen Hautfarbe – zwar äußerlich Dailas zum Verwechseln ähnlich, aber ausgesprochen rassistisch. Daila, die sich in ihre Städte begeben haben, wurden entweder verprügelt und hinaus geworfen oder gar getötet. Bis man ein Mittel gefunden hat, die Haut der Daila mit Hilfe eines aus dem Blauwurz gewonnenen Extrakts für längere Zeit blau zu färben. Einige begabte Mutanten leben in der nächsten Großstadt Karmenfunkel und treten dort als gefeierte Psi-Stars in Shows auf. Sie stehen zwar unter der strengen Kandare ihres Managers, können aber immer wieder dringend benötigte Güter und Nahrungsmittel heimlich in die Siedlungen schaffen, hauptsächlich durch Saylimandar, der auch Teleporter ist, was aber kein Nolier weiß.

Sie verlassen die Siedlung wieder und versprechen Hilfe von der GHYLTIROON. Dort angekommen, schildern sie ihre Entdeckung und erfahren im Gegenzug, dass der Unterlichtantrieb wieder repariert ist, aber für den Linearantrieb benötigen sie acht Kilo Iridium. Atlan bereitet einen Lastengleiter mit Hilfsgütern vor, den er am nächsten Tag liefern will. In der Nacht wird er wegen eines heftigen Albtraums und seines stark pulsierenden Zellaktivators munter. Ein Giftgasanschlag mit Kohlendioxid – dahinter kann nur Raegul stecken, der noch immer unter dem Einfluss der Hyptons steht. Mit letzter Kraft gelingt es Atlan, die Luftumwälzung zu aktivieren und den anderen das Leben zu retten. Eine Kontrolle ergibt, dass Raegul geflohen ist. Er hat den normalen Gleiter genommen, bei dem aber Chipol als Vorsichtsmaßnahme alle Energiezellen bis auf eine entfernt hat; er wird also nicht weit kommen und kennt die Position der Siedlung nicht. Dann bringen sie die Hilfsgüter zu den Daila. Saylimandar trifft ein und erweckt die Hoffnung, dass das benötigte Iridium in Karmenfunkel beschafft werden könne, allerdings nicht von ihm. Atlan müsse sich wohl oder übel selbst dorthin begeben, denn Saylimandar werde viel zu sehr beobachtet. Atlan willigt ein und trinkt am Abend das Blauwurzextrakt, dessen Wirkung nach circa sechs Stunden einsetzen soll und seine Haut für ein halbes Jahr blau färbt. Dazwischen verbringt er noch einen One-night-stand mit Pfarnybols Tochter Mendya, und am nächsten Morgen will er sich auf den Weg nach Karmenfunkel machen. Chipol soll im Lager bleiben, aber der Junge hat heimlich ebenfalls vom Extrakt getrunken und will Atlan unbedingt begleiten. Nach einem großen Umweg erreichen sie eine Straße, die nach Karmenfunkel führt. Als sie sich der Stadt nähern, entdeckt Chipol in einem Gebüsch Fumsel, die Tigerkatze, die sie auf Cairon ins Tal der Götter begleitet hatte; sie nehmen sie mit.

Anmerkungen

Fumsel wurde bei der Flucht aus dem Tal der Götter zurückgelassen und sollte sich eigentlich auf Cairon befinden. Atlan denkt zwar kurz darüber nach, ob es wirklich dieselbe Tigerkatze sein kann, verschwendet aber kaum einen Gedanken darauf, wie es ihr gelungen sein kann, die vielen Lichtjahre bis Nolien zu überbrücken. Andernfalls wäre er vielleicht zu einer anderen Einschätzung ihrer momentanen Situation gekommen.
Es bleibt rätselhaft, warum der Zellaktivator nicht die Blaufärbung Atlans Haut verhindert hat.


Der obige Text und Bilder wurde per GNU-Lizenz der Perrypedia entnommen.
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Re: Klassiker-Zyklus: das neue Konzil (700-749)

Beitrag von Grauer Lord »

„Die Spur der Daila“ von Harvey Patton kann man sicher wieder als einen der Romane mit angezogener Handbremse kritisieren. Ich finde aber, dass man am Beispiel der Abenteuer Atlans und Chipols auf Nolien ganz gut die neue Handschrift der Serie ab Band 700 erkennt, die mir gut gefällt, weil sie sich mehr Zeit für die Entwicklung des großen Rahmens nimmt. Struktor-Erfinder, Galaxienverschmelzer und Action-Spezialist Peter Griese wird das sicher nicht nur gefallen haben....

Auf der Flucht vor den Stahlmännern der Hyptons strandet die GHYLTIROON flugunfähig auf der erdähnlichen Welt Nolien, auf der im Gebirge eine Gruppe verbannter Daila unter recht erbärmlichen Bedingungen entdeckt wird. Die Daila haben nach der Vernichtung ihrer Raumschiffe niemals auf Nolien Fuß fassen können, weil die humanoiden Ureinwohner ein Apartheitsregime errichtet haben, das Nicht-Blauhäutige von allem Miteinander ausschließt. So, wie die Daila selber ihre eigenen Mutanten seit Jahrhunderten aussondern und verbannen.

Clou der Geschichte: Die Nolier fahren voll auf Mutanten und ihre „Kunsstücke“ ab, so dass sich rund 50 blau eingefärbte Daila insgeheim unter den Ureinwohnern des Planeten tummeln können. Der Star unter ihnen ist der Multimutant Saylimandar, Hauptaustragungsort der Psi-Festivals ist wohl eine Stadt mit dem malerischen Namen Karmenfunkel. Ziel Atlans und Chipols (beide Nolier-blau eingefärbt) ist es, mithilfe der Daila-Mutanten die benötigte Starthilfe für ihr am Boden gefesseltes Raumschiff zu bekommen. Damit geht es dann kommende Woche weiter.

Das TiBi fand ich super, im Heft findet sich eine eher antiquiert wirkende Liebelei Atlans mit einer jungen Daila, Erinnerungen an Sarah Briggs und auch den ein oder anderen Gedanken an den Erleuchteten und EVOLO. Am Schluss dann die Überraschung: das kleine „Kätzchen“ Fumsel ist plötzlich wieder da, das Chipol auf Cairon zugelaufen war. Auf Cairon, wo ja mit dem geheimnisvollen Chossoph und dem Geisterdolch einige eher mysteriöse Elemente in den SF-Kosmos eingeführt wurden. Mal sehen, ob das etwas bedeutet, und wenn ja, was.

Wem‘s zu langsam geht: Auf der LKS nächste Woche bietet Peter Griese einen der damals noch üblichen Ausblicke auf die Handlung. Und die hat es in sich. Keine Ahnung, ob in E-Books die LKS von damals enthalten ist und wer noch die Originale liest. Ich stelle dann die wichtigsten Punkte in einer Woche mal hier ein, sie sind sehr aufschlussreich.

@Yman: Mit dem Käse meinte ich „Asterix auf Korsika“, in dem ein extrem stinkender Käse sogar ein Piratenschiff zur Explosion bringt.

Frohe Ostern zusammen!
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Re: Klassiker-Zyklus: das neue Konzil (700-749)

Beitrag von Yman »

Lumpazie hat geschrieben: 12. April 2020, 08:51 Im Jahr 1985 erschien der Band 714 der Atlan-Heftserie:

Die Spur der Daila

von Harvey Patton
Grauer Lord hat geschrieben: 12. April 2020, 17:57 „Die Spur der Daila“ von Harvey Patton kann man sicher wieder als einen der Romane mit angezogener Handbremse kritisieren. Ich finde aber, dass man am Beispiel der Abenteuer Atlans und Chipols auf Nolien ganz gut die neue Handschrift der Serie ab Band 700 erkennt, die mir gut gefällt, weil sie sich mehr Zeit für die Entwicklung des großen Rahmens nimmt. Struktor-Erfinder, Galaxienverschmelzer und Action-Spezialist Peter Griese wird das sicher nicht nur gefallen haben....
Auf den LKS findet man ja ab und zu Kritik und Grieses Gegenreaktionen. Ich fand den Roman gut, besonders den Anfang sogar sehr gut, aber danach wurde wieder gebremst. Man kann sich schon auch Zeit lassen. Mir gefällt es, wenn Planeten ausführlicher geschildert werden, und es nicht in jedem Roman direkt woanders hingeht.

Der Zyklus als Ganzes gefällt mir sehr gut!
Grauer Lord hat geschrieben: 12. April 2020, 17:57Auf der Flucht vor den Stahlmännern der Hyptons strandet die GHYLTIROON flugunfähig auf der erdähnlichen Welt Nolien, auf der im Gebirge eine Gruppe verbannter Daila unter recht erbärmlichen Bedingungen entdeckt wird.
Grauer Lord hat geschrieben: 12. April 2020, 17:57Ziel Atlans und Chipols (beide Nolier-blau eingefärbt) ist es, mithilfe der Daila-Mutanten die benötigte Starthilfe für ihr am Boden gefesseltes Raumschiff zu bekommen. Damit geht es dann kommende Woche weiter.
Das ist insgesamt als Handlungsfortschritt etwas wenig, aber der Roman war in der zweiten Hälfte sehr viel mehr Sozialkritik als Action, was auch akzeptabel ist.

Dass ausgerechnet ein "Allerweltselement" wie Iridium fehlt, acht Kilogramm, nun gut. Es müssen nicht immer Hyperkristalle und Ähnliches sein (und man kann ja auch mal darüber nachdenken, wie es wäre, wenn es auf einem bewohnten Planeten bestimmte Schwermetalle wie Blei, Gold, Platin, Iridium usw. gar nicht gäbe). Es geht ja darum, dass man eine neue Welt betritt (der eigentliche "Sinn" der von den Expokraten herbeigeführten Notlandung des 90-Meter-Raumers, dessen Namen ich mir nicht merken kann), und dann muss es ja auch noch einen Grund geben, dass man eine Weile bleibt.
Grauer Lord hat geschrieben: 12. April 2020, 17:57Das TiBi fand ich super, im Heft findet sich eine eher antiquiert wirkende Liebelei Atlans mit einer jungen Daila, Erinnerungen an Sarah Briggs und auch den ein oder anderen Gedanken an den Erleuchteten und EVOLO.
Aber nur rudimentär. Die Liebelei war doch sehr sparsam geschildert. Atlan hatte aber wieder einige stets kurze Dialoge mit seinem Extrasinn. Harvey Patton macht da zwar auf mich einen etwas eigenwilligen Eindruck, aber das ist bei Ewers und einigen anderen Autoren nicht anders. Den einen Atlan gibt es halt nicht.
Grauer Lord hat geschrieben: 12. April 2020, 17:57Am Schluss dann die Überraschung: das kleine „Kätzchen“ Fumsel ist plötzlich wieder da, das Chipol auf Cairon zugelaufen war. Auf Cairon, wo ja mit dem geheimnisvollen Chossoph und dem Geisterdolch einige eher mysteriöse Elemente in den SF-Kosmos eingeführt wurden. Mal sehen, ob das etwas bedeutet, und wenn ja, was.
Diese mysteriösen Elemente finde ich eigentlich ganz gut, solange sie nicht völlig willkürlich als Einmaligkeiten in die Romane eingebaut werden.
Grauer Lord hat geschrieben: 12. April 2020, 17:57Wem‘s zu langsam geht: Auf der LKS nächste Woche bietet Peter Griese einen der damals noch üblichen Ausblicke auf die Handlung. Und die hat es in sich. Keine Ahnung, ob in E-Books die LKS von damals enthalten ist und wer noch die Originale liest. Ich stelle dann die wichtigsten Punkte in einer Woche mal hier ein, sie sind sehr aufschlussreich.
Ca. 90 Prozent der Romane dürfte ich als Originalhefte (incl. LKS) vorliegen haben. In den eBooks sind weder LKS noch Risszeichnungen enthalten. Den nächsten Roman habe ich auf jeden Fall als Heft mit LKS.
Grauer Lord hat geschrieben: 12. April 2020, 17:57@Yman: Mit dem Käse meinte ich „Asterix auf Korsika“, in dem ein extrem stinkender Käse sogar ein Piratenschiff zur Explosion bringt.
Lustig, lustig, dieses Asterix kenne ich noch gar nicht. Sollte ich dann auch mal lesen.
Grauer Lord hat geschrieben: 12. April 2020, 17:57Frohe Ostern zusammen!
Danke. Ich hoffe, ihr hattet schöne Ostern! Was halt noch so davon übrig geblieben war ...
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Re: Klassiker-Zyklus: das neue Konzil (700-749)

Beitrag von Lumpazie »

Ausgangssperre - wir bleiben weiterhin alle daheim - aber Atlan entführt uns dankenswerter Weise in weit entfernte Galaxien ;)


Im Jahr 1985 erschien der Band 715 der Atlan-Heftserie:

Fremde in Karmenfunkel

von Hubert Haensel

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Handlung:

Rückblick: Die GHYLTIROON ist auf Nolien havariert und kann den Planeten nicht verlassen, da das Lineartriebwerk beschädigt ist. Zur Reparatur brauchen sie acht Kilo Iridium, das sie in Karmenfunkel zu finden hoffen. Durch das Blauwurzextrakt haben Atlan und Chipol die charakteristische tiefblaue Hautfarbe der Nolier bekommen und begeben sich zu Fuß in die Stadt. Unterwegs finden sie Fumsel, der sie fortan begleitet.

Die Nolier sind sehr fremdenfeindlich, sie haben mit den Reinheitswächtern sogar eine eigene Behörde geschaffen, die es Extranoliern unmöglich machen sollte, in ihre Städte einzudringen. Auch die beiden Reisenden werden von einer Patrouille angehalten, aber da sie zuvor von Saylimandar gefälschte Ausweise erhalten haben, verläuft die Kontrolle positiv. Sie werden mit einem Gleiter zu einer Art Einwanderungsbehörde gebracht, wo sie gründlich gereinigt und auch medizinisch untersucht werden. Dann führt man sie in das Büro von Stadtrat Kollup, der ihnen einbläut, ja keinen Ärger zu verursachen, und sie anschließend in Untersuchungshaft nimmt; Fumsel verschwindet zwischenzeitig.

In der Zelle erhalten sie Gesellschaft von einem Nolier, der sich als getarnter Daila zu erkennen gibt. Das ist aber nur Maske, in Wahrheit will sie Kollups Stellvertreter Jukparz überführen, was ihm nicht gelingt. Kollup hat inzwischen die medizinischen Ergebnisse bekommen und erkennt, dass Atlan durch seine Brustplatte anstelle von Rippen anders ist als die Nolier. Bei einem neuerlichen Gespräch vermutet Kollup, dass Atlan nur ein Mutant sei, was durch das fotografische Gedächtnis des Arkoniden bekräftigt wird. Da man in den zahlreichen Psi-Shows damit kein Geld machen kann, es jedoch keinen triftigen Grund mehr gibt, werden Atlan und Chipol schließlich freigelassen.

Inzwischen begibt sich Jukparz zum Raumhafen, wo er von einem Händler erpresste Waren abholt. Er nötigt durch seine Machtposition nämlich einige, ihm von anderen Planeten Psi-begabte Wesen mitzubringen, und auch diesmal ist etwas für ihn dabei. Er benötigt sie, weil er schon seit längerer Zeit Umsturzpläne hegt, wobei ihm diese Wesen helfen sollen.

Als Atlan und Chipol durch Karmenfunkel gehen, merken sie, dass sie verfolgt werden, können den Verfolger aber abschütteln. Sie tauchen ein paar Tage bei einem Trinker unter, der zwar vermutet, sie könnten Fremde sein, sie aber nicht weiter damit bedrängt oder sogar verrät, denn sie finanzieren ihm immerhin einige fröhliche Nächte. Durch den Verfolger gewarnt beschließt der Arkonide, den Dauertrinker zu einer großen Psi-Show mit einzuladen, denn es wird von den Unbekannten (wie sich später herausstellt wurden sie von Jukparz beauftragt) vermutlich nur nach zwei Personen gesucht. So maskieren sie sich also und betreten eine Psi-Show, wo sie hoffen, mit Saylimandar Kontakt aufnehmen zu können.

Kurz zuvor wurde Saylimandar von den Mutanten Jonath und Merillio entführt, denn sie glauben, dass er mit Jukparz gemeinsame Sache macht, und den wollen sie an dessen Umsturzplänen hindern. Sie wissen nicht, dass Saylimandar auch Teleporter ist, weshalb er ihnen anschließend entkommt.

In der Psi-Show wird auch Atlan auf die Bühne gerufen, wo eine schwache Telepathin etwas über ihn herausfinden will. Da er mentalstabilisiert ist, kann das nicht klappen, aber der Extrasinn gibt der Telepathin falsche Informationen preis, um Atlan nicht verdächtig erscheinen zu lassen. Kurz danach beginnt die von Jukparz eingefädelte Revolte. Es werden nämlich auch einige der Psi-Stars auf der Bühne von einem Hypno gezwungen, zu sagen, woher sie stammen. Prompt ist der erste ein Daila, und es bricht große Unruhe im Publikum aus. Jukparz beschuldigt daraufhin Kollup, davon gewusst, aber nichts dagegen unternommen zu haben. Während sich Kollup auf der Bühne verteidigt, kommen die von Jukparz gesammelten parapsychisch begabten Fremdwesen dazu, die für Kollup Partei ergreifen und ihn damit endgültig dem Zorn der Menge preisgeben.

In diesem Moment ertönt Alarm, denn es sind zwei Diskusraumer über der Stadt aufgetaucht, aus denen Stahlmänner ausgeschleust werden. Es ist dem Verräter Raegul also gelungen, die Hyptons zu Hilfe zu rufen. Sie senden eine Strahlung auf die Stadt aus, die die Wirkung des Blauwurzextrakts aufhebt und damit zahlreiche versteckte Daila-Mutanten enttarnt. Dadurch potenzieren sich allerdings deren Parakräfte, und sie greifen – gemeinsam mit den nolischen Mutanten – die Stahlmänner und letztendlich auch die Raumschiffe an. Während Jukparz flüchtet und von einer U-Bahn in den Tod gerissen wird, können die meisten Stahlmänner sowie ein Raumschiff der Hyptons vernichtet werden. Dem zweiten gelingt – angeschlagen – die Flucht.

Nach diesem Ereignis gesteht Kollup öffentlich ein, dass dieser Überfall ohne die Hilfe der Daila nicht hätte zurückgeschlagen werden können. Deshalb söhnt er sich auch mit ihnen aus, und fortan werden sie nicht mehr ausgegrenzt im Verborgenen leben müssen, ständig in der Gefahr, gefunden und getötet zu werden. Die acht Kilo Iridium werden von Kollup als Dankeschön persönlich überreicht.

Der verschwundene Raegul ist nicht mehr aufzufinden. Vielleicht haben ihn die Hyptons mitgenommen. Zehn Tage nach diesen Ereignissen verlässt die GHYLTIROON ohne ihn Nolien.

Anmerkung

Ob Fumsel in Karmenfunkel zurückblieb oder sich an Bord der GHYLTIROON geschlichen hat, ist zum Ende des Romans ungewiss. Chipol hat jedenfalls intensiv nach ihm gesucht, ihn an Bord aber nicht finden können.

Der obige Text und Bilder wurde per GNU-Lizenz der Perrypedia entnommen.
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Re: Klassiker-Zyklus: das neue Konzil (700-749)

Beitrag von Yman »

Lumpazie hat geschrieben: 19. April 2020, 11:55 Ausgangssperre - wir bleiben weiterhin alle daheim - aber Atlan entführt uns dankenswerter Weise in weit entfernte Galaxien ;)


Im Jahr 1985 erschien der Band 715 der Atlan-Heftserie:

Fremde in Karmenfunkel

von Hubert Haensel
Das Titelbild finde ich sehr schön, den Roman sehr lesbar, aber auch relativ harmlos. Hatte ich anfangs noch den Eindruck, es könnte zur Sache gehen, so wie man es z.B. aus der Anfangszeit in Alkordoom kannte, wo Atlan um sein Leben kämpfen musste, verlief die Handlung dann doch eher ruhig.

Atlan wird zwar beim verbotenen Eindringen in Karmenfunkel schnell erwischt, kampflos, sogar geröntgt und gewebetechnisch untersucht, aber dann doch sehr schnell von dem überraschend freundlichen Stadtrat Kollup für einen harmlosen Mutanten gehalten. Kollup und Kollups Stellvertreter Jukparz liefern sich dann noch einen Machtkampf, in den auch Atlan und Chipol verwickelt werden, aber wirklich gefährlich wirkte das alles nicht.

Das Besondere an der Stadt Karmenfunkel, die in der Beschreibung nie wie eine echte Großstadt auf mich wirkte, sind diese Psi-Shows, in denen "Psi-Stars" (eine Art trauriger Superhelden) mit ihren Fähigkeiten, z.B. schwache Telepathie, für Unterhaltung sorgen. Es ist fast schon Satire, dass etwas, das in der realen Welt eine Sensation wäre, im Roman nur für ein wenig müde Unterhaltung sorgt. Vielleicht ist an dieser Stelle auch nur der Funke nicht ganz zu mir übergesprungen. Die schwache Telepathin konnte einem wirklich Leid tun.

Am Ende, etwas zu spät, tauchen Hyptons mit zwei Schiffen und ein paar Stahlmännern auf, werden aber von den Psi-Stars zurückgeschlagen, was letztlich dazu führt, dass Atlan aus Dankbarkeit für seine Rolle in dem Ganzen von Kollup seine acht Kilo Iridium bekommt und seine Reise mit der GHYLTIROON fortsetzen kann.

Die LKS habe ich auch gelesen, das wirkte sehr defensiv von Peter Griese. Vielleicht war die Einstellung der Atlan-Serie schon abzusehen, und man versuchte irgendwie gegenzusteuern oder wenigstens zu verstehen, woran es lag, dass Atlan nicht mehr so gut ankam, während die Hauptserie Perry Rhodan nach wie vor prosperierte.

Aus heutiger Sicht finde ich das ganz interessant, aber auch irrelevant, denn mir gefällt die Serie sehr gut, und ich werde die letzten 100 + x Bände, die ich sowieso schon habe, nun definitiv auch lesen.

Die letzten Romane waren tatsächlich etwas mit angezogener Handbremse geschrieben, manchenorts geht es vergleichsweise sehr beschaulich zu, aber das macht die Romane nicht schlecht. Statt Action kann man auch mal Sozialkritik bringen, und davon gab es in diesem Roman, wo es um die gesellschaftliche Ausgrenzung von Fremden ging, das eine oder andere Lohnenswerte zu lesen.
Grauer Lord
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Re: Klassiker-Zyklus: das neue Konzil (700-749)

Beitrag von Grauer Lord »

Ein Roman, der weder im Positiven noch im Negativen heraussticht, sich gut und gefällig lesen ließ und den Abstecher Atlans und Chipols nach Nolien abschließt. Am Ende gibt es sogar noch einen versöhnlichen Moment, als Daila-Mutanten und Nolier gemeinsam einen Angriff der Hyptons zurückschlagen. Die Xenophobie der blauhäutigen Humanoiden durchzieht ansonsten auch diesen Roman recht massiv und muss wohl als Gesellschaftskritik der 80er Jahre gelesen werden. Gerade die nicht so eindeutige Figur des Stadtrates Kollup gefiel mir dabei ganz gut. Ob Daila und Nolier verwandt sind, blieb offen; Menschen(ähnliche) gibt’s in Manam-Turu eben auch ohne einen Kniff wie mit den Celestern.

Von den Psi-Festivals und Kräftemessen der Mutanten hatte ich mir mehr versprochen, auch Saylimandar hatte nicht die große Rolle, die ich durch den Auftaktband erwartet hatte. Immer irgendwie witzig, wenn an Bord von überlichtschnellen Raumern Stapel aus Fotos herumgereicht werden, die Fähigkeit zur Extrapolation bei Alltagsthemen war den Autoren damals wirklich nicht gegeben.

Auf der LKS ist natürlich der zähneknirschende Peter Griese interessant, der zugibt, dass der SOL-Zyklus sich „totgelaufen“ hatte. Und dass das „Einläuten“ des Zyklus mit Alkordoom und „zuviel Action und Szenenwechsel“ nicht nur gut angekommen sei. Für Mitleser im Forum, die den Zyklus nicht von früher kennen, sind aber Grieses Spoiler für die nächsten Romane hoch interessant: die Gefahr, die bis Band 750 inszeniert wird, sei nicht der Erleuchtete selber, sondern EVOLO. Dieses Etwas gehe auf eine Idee von Marianne Sydow zurück, die Abenteuer von Neithadl-Off und Goman-Largo würden einen Vorgeschmack auf das geben, was EVOLO ist und kann. Warum der Eleuchtete Hals über Kopf aus Alkordoom geflohen ist, werde an einer Stelle im kommenden Band 725 ausgesagt. Zu den vielen Rätseln, die noch gelöst würden, gehört neben Colemayn und Anima, dem Neuen Konzil merkwürdigerweise auch der bizarre Roboter „Schwiergermutter“...

Laut Handlungsvorschau geht’s nächste Woche dann mit einem Sydow-Roman weiter, der sich direkt mit dem Erleuchteten befasst. Für mich waren die Bände bis und um Band 750 herum der Höhepunkt der Serie, dafür ließ ich damals jeden Perry Rhodan-Roman links liegen.
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Re: Klassiker-Zyklus: das neue Konzil (700-749)

Beitrag von Lumpazie »

Ausgangssperre - wir bleiben weiterhin alle daheim - aber Atlan entführt uns dankenswerter Weise in weit entfernte Galaxien ;)


Im Jahr 1985 erschien der Band 716 der Atlan-Heftserie:

Die Goldene Kugel

von Marianne Sydow

Bild

Innenillustration:

Bild


Handlung:

Rückblick: Der Erleuchtete hat Alkordoom fluchtartig verlassen und nur die beinahe fertig gestellte Waffe EVOLO mit sich genommen. In Manam-Turu angekommen, entführt er die parapsychisch begabten Mitglieder der Daila-Familie Sayum, mit Ausnahme des nicht übersinnlich begabten Chipol, den er übersieht.

Als der Erleuchtete Joquor-Sa verlässt, gesteht er sich ein, dass er mit seiner überstürzten Flucht aus Alkordoom einen Fehler gemacht hat. Und nicht nur das, seine ganze Herrschaft über diese Galaxie war ein Fehler gewesen, denn dadurch mussten ja förmlich andere Mächte auf ihn aufmerksam werden. Er beschließt, von jetzt an aus dem Verborgenen zu agieren und in Ruhe an EVOLOS Fertigstellung zu arbeiten. Anstelle der Facetten, die ihm Tribut in Form von Psi-Potentialen entrichten mussten, soll nun ein willfähriger Diener treten. Ein Diener, der ihm aus freiem Willen hilft. Von der Familie Sayum hat er erfahren, dass viele parabegabte Daila verstreut auf vielen Welten leben. Sie empfinden ihre Fähigkeit als Makel, denn ihretwegen wurden sie aus ihrer alten Heimat Aklard verbannt. Sein Diener soll ihm helfen, sie zu finden, und zu ihm bringen, damit er sie von diesen Fähigkeiten befreit und sie wieder in ihre Heimat zurückkehren können. Unter den Sayums ist einer, der voller Hass ist und nach der Macht strebt; er soll sein Diener werden: Dharys.

Dharys findet sich in einer Umgebung wieder, bei der er lange Zeit nicht immer sicher ist, was real und was nur ein Traum ist. Im Traum tötet er mit seinen telekinetischen Fähigkeiten jene Bestie, die seinen Lieblingssohn Lyn gefressen hat. Die anderen Daila, die im Traum dabei sind, wenden sich entsetzt von ihm ab. Aber er ist überzeugt davon, richtig gehandelt zu haben. In einem weiteren Traum begegnet er Saruna, dem gehässigen Weib, das seiner Frau mitgeteilt hatte, dass Chipol tatsächlich sein Sohn und sie unheilbar krank war. Daraufhin nahm sich seine Frau das Leben. Nach einigen mentalen Einflüsterungen des Erleuchteten überwindet sich Dharys und tötet Saruna im Traum; danach fühlt er sich erleichtert.

Während der Phasen, die er als Realität zu erkennen glaubt, erkundet er Teile des Raumschiffes, in dem er sich befindet. Es handelt sich um eine große, goldene Kugel, unter der sich eine runde Plattform befindet. Darin öffnen sich Türen in manchen Gängen, wo vorher keine waren, und erlauben ihm nach und nach, andere Teile zu erkunden. Durch den Erleuchteten wird ihm ein Lehrer zur Seite gestellt: Scan. Der kaum von einem Daila zu unterscheidende alte dünne Mann zwingt ihn wochenlang zu körperlichen Kämpfen, bis es ihm gelingt, passabel waffenlos zu kämpfen. Danach lehrt er ihn den Kampf mit Schwertern und anderen primitiven Waffen. Nebenbei unterrichtet er ihn noch in Politik, Diplomatie und Strategie. Erst als seine körperliche Ausbildung weit vorangeschritten ist, hilft er ihm, seine telekinetischen Fähigkeiten zu steigern.

In manchen seiner Träume hat Dharys vermutlich einen unbeabsichtigten telepathischen Kontakt zum Erleuchteten. So träumt er einmal, in einem Raumschiff zu sitzen, das wie eine Kugel mit darunter hängender Plattform aussieht. Er entdeckt ein anderes, winzig kleines Raumschiff, bei dessen Anblick er Angst und Zorn verspürt, weshalb er mit seinen geistigen Kräften danach greift. Doch als er es berührt, erweist es sich als viel größer als angenommen, und er erhält einen furchtbaren Schlag, der ihn zurückschleudert. Der Erleuchtete flüstert ihm daraufhin zu, er solle sich nicht in dessen Angelegenheiten einmischen, er sei noch nicht so weit. Obwohl sein Herr zuerst denkt, etwas Vertrautes im anderen Schiff gespürt zu haben, erkennt er, dass auf der NACHTJAGD nur ein lebendes Wesen verweilt, das sich Tuffelsyt nennt und ungefährlich ist.

In einem anderen Traum träumt Dharys, gelangweilt auf einer Wiese zu liegen, als sich ein giftiges Insekt einem seiner Finger nähert (die er als »Augen« wahrnimmt). Das Insekt sieht harmlos aus, es erscheint ihm aber ratsam, es zu vernichten. Er drückt mit seinem Finger zu, immer fester, aber er kann dem Insekt nichts anhaben. Das verwirrt ihn sehr, denn es gibt keine anderen Lebewesen, die seinem Druck standhalten können. Und dann zerfällt dieses Auge, aber das Insekt existiert weiter. Er verspürt drei Berührungen gleichzeitig, die bei ihm Schmerz, Schreck und Entsetzen auslösen, worauf er die Wiese so schnell wie möglich verlässt – und schweißgebadet aufwacht.

Der Erleuchtete zwingt Dharys schließlich, gegen seine eigene Familie zu kämpfen und sie zu töten – aber Kerlon sät Zweifel in ihm, und Dharys scheitert an dieser Aufgabe. Der Erleuchtete erkennt, dass dies eine Grenze ist, die Dharys kaum überschreiten kann, und bringt ihn auf einen unterentwickelten Planeten, wo er einem Einheimischen im Kampf hilft, seine Verfolger zu töten. Den Geretteten bringt er in die Kugel, wo dieser scheinbar von Scan getötet wird. Daraufhin tötet Dharys seinen alten Lehrer.

Die Familie Sayum wird auf diesem Planeten angesiedelt und gründet eine Siedlung in der neuen Heimat. Dharys besucht sie und teilt ihnen mit, warum er nicht bei ihnen bleiben kann. Zurück in der Goldenen Kugel erlebt er, wie der kürzlich getötete Scan wieder zum Leben erwacht. Der Erleuchtete verspricht auch ihm die Unsterblichkeit, wenn er sich als Diener würdig erweist. Er bekommt ein schwer bewaffnetes Raumschiff mit einer speziellen Besatzung, die seinen Befehlen bedingungslos folgen wird, und verlässt den Planeten. Er erkennt nicht mehr, dass nach seinem Abflug sowohl seine Angehörigen, als auch deren Siedlung und sogar die Einheimischen verschwinden. Ebenso wie der scheinbar wieder auferstandene Scan; alles waren nur Projektionen, um ihn zu dem zu machen, was der Erleuchtete wollte.

Anmerkungen

Der Roman ist über weite Teile (absichtlich) so geschrieben, dass der Leser Mühe hat zu erkennen, ob Dharys Erlebnisse real sind, er sich Projektionen des Erleuchteten gegenüber sieht oder gar nur träumt.
Dharys Traum auf der Wiese ist eine Metapher für den überstürzten Aufbruch des Erleuchteten aus Alkordoom, als auf Ghuurm Atlan im Auge des Erleuchteten gefangen war, Colemayn in einer Lichtexplosion verging und ANIMA das Auge angriff. (Atlan 699)
Der Traum mit der NACHTJAGD wird in Atlan 717 aus der Warte von Colemayn geschildert.


Der obige Text und Bilder wurde per GNU-Lizenz der Perrypedia entnommen.
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D’ Kometen müßten sonst verboten wer’n;
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Re: Klassiker-Zyklus: das neue Konzil (700-749)

Beitrag von Lumpazie »

Lumpazie hat geschrieben: 26. April 2020, 09:31 Im Jahr 1985 erschien der Band 716 der Atlan-Heftserie:
Innenillustration:

Bild

Der obige Text und Bilder wurde per GNU-Lizenz der Perrypedia entnommen.
Die diesmalige Innenillustration von Robert Straumann zählt für mich zu einen der schönsten :herz2: Atlan-Darstellungen ever :st:
Das sahen Andere wohl genauso - der Atlan-Club-Deutschland (ACD) verwendete das Motiv immerhin seit 1986 als Logo (mit Genehmigung des Verlags und Zeichners) bis heute:

http://www.atlan-club-deutschland.de

Zeichner Robert Straumann ist selbst Mitglied im ACD. -O- Und diesen Heft hatte das Motiv seine Premiere ;)
Zuletzt geändert von Lumpazie am 26. April 2020, 14:06, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Klassiker-Zyklus: das neue Konzil (700-749)

Beitrag von Grauer Lord »

Die Goldene Kugel“ von Marianne Sydow ist ein spannender Schlüsselroman des Zyklus und heute noch sehr gut zu lesen!

Geschildert wird die Geschichte von Dharys, Chipols Vater, den wir auf Joquor-Sa als innerlich zerrissenen, leidgeplagten, hassenden und eher unsympathischen Charakter kennengelernt haben. Dass er nochmal auftaucht, war eigentlich nicht zu erwarten. Nach der Entführung der Daila in Band 700 erleben wir Dharys nun an Bord des geheimnisvollen Raumschiffs des Erleuchteten, der goldenen Kugel, über das neben der schönen Risszeichnung nichts bekannt wird. In einer Abfolge verstörender Traumsequenzen - like a dream within a dream - wird der Daila zum Diener des Erleuchteten umgeformt. In diesen labyrinthisch verschachtelten Visionen wird er durch körperlichen Drill, aber auch durch raffinierte Psychospiele zum Gehorsam geprägt; tatsächlich (oder nur in seiner Einbildung) ermordet er mehrere Daila der Familie Sayum wie im Blut-Rausch.

Das eigentlich faszinierende ist die sparsame, aber trotzdem eindrucksvolle Schilderung des Erleuchteten. Ganz anders als in den größenwahnsinnigen Tiraden des HIDDEN-X, oder den endlosen Monologen von Anti-Homunk werden hier einige ganz klar strukturierte Gedanken des übermächtigen Wesens skizziert. Kalt, konsequent, ohne größenwahnsinnigen Schaum vorm Mund. Diese Vorgehensweise von Marianne Sydow lässt das Juwel als gefährlicher erscheinen, als andere dampfplaudernde Schurken der Serie. Wir erfahren aus seinen Gedanken, dass der Erleuchtete vor langer Zeit schon einmal in Manam-Turu war und hier etwas zurückgelassen hat. Deshalb hatten die Kosmokraten also keine Probleme damit, Atlan ausgerechnet in Manam-Turu abzusetzen. Sie müssen das Geheimnis des Juwels demnach also kennen. Die Daila hat der Erleuchtete inzwischen als Psi-Reserve zur Vervollständigung EVOLOS identifiziert.

Was erfahren wir noch über den Erleuchteten? Er spürt mit seinen Sinnen den Raumer NACHTJAGD auf, weil sich darin etwas „Vertrautes“ aufhält. Beim genaueren Nachspüren kann er Colemayn aber dann doch nicht wahrnehmen.

Die beste Szene ist aber der Traum von der „Sternenwiese“, in der man ein bisschen die monströse „Größe“ des Erleuchteten ahnen und die Szene aus Band 699 aus seiner Perspektive miterleben kann; wie wimmelnde, zerbrechliche Insekten sieht das Juwel die normalen Sterblichen, seine „Augen“ auf vielen Planeten von Alkordoom sind in dieser Metapher wie eine Art von Fingerspitzen. Wieder erfahren wir nicht, wer denn nun seine panische Flucht ausgelöst hat, wieder ist von drei Berührungen (Atlan, Colemayn, Anima also) die Rede. Dharys gegenüber gibt der Erleuchtete zu, vor langer Zeit von einem Gegner verletzt worden zu sein - von einem Feind, der ihn jetzt wiedergefunden hat und der noch mächtiger geworden ist.

Seinen tatsächlichen Eigennamen nennt das Juwel nicht, auch seine körperliche Gestalt wird nicht offenbart. Die kurze Szene mit den robotischen Dienern könnte das seltsame Verhalten der Psi-Container einsammelnden Roboter in Alkordoom erklären, über deren Gelächter und anderweitig seltsames Verhalten wir uns gewundert hatten: Zumindest diese „Roboter“ enthalten Bewusstseinssplitter früherer Persönlichkeiten.

Am Ende bleibt unklar, was Traum und was Realität in diesem Roman war. Fest steht aber, dass Dharys als Diener des Erleuchteten die Psi-Potentiale der Daila für seinen Herrn sichern will. Derweil Atlan und Chipol die verbannten Daila suchen, um sie um Hilfe gegen das Neuen Konzil zu bitten. Einer Konfrontation steht nichts im Wege.
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Re: Klassiker-Zyklus: das neue Konzil (700-749)

Beitrag von Yman »

Grauer Lord hat geschrieben: 20. April 2020, 11:08 Immer irgendwie witzig, wenn an Bord von überlichtschnellen Raumern Stapel aus Fotos herumgereicht werden, die Fähigkeit zur Extrapolation bei Alltagsthemen war den Autoren damals wirklich nicht gegeben.
Ich bin nicht sicher, ob das wirklich allein an den Fähigkeiten oder mehr an Gewohnheiten liegt. Manches konnten die Autoren sich wohl wirklich nicht vorstellen, z.B. die Vernetzung einer ganzen Welt durch Smartphones mit Touchscreen. Manchmal habe ich auch das Gefühl, man will den Fortschritt auch gar nicht wahrhaben und an guten alten Gewohnheiten und Vertrautem festhalten. Daran, dass es darum geht, die Leser nicht mit zuviel Science-Fiction zu überfordern, glaube ich nicht.
Grauer Lord hat geschrieben: 20. April 2020, 11:08die Gefahr, die bis Band 750 inszeniert wird, sei nicht der Erleuchtete selber, sondern EVOLO. Dieses Etwas gehe auf eine Idee von Marianne Sydow zurück, die Abenteuer von Neithadl-Off und Goman-Largo würden einen Vorgeschmack auf das geben, was EVOLO ist und kann. Warum der Eleuchtete Hals über Kopf aus Alkordoom geflohen ist, werde an einer Stelle im kommenden Band 725 ausgesagt. Zu den vielen Rätseln, die noch gelöst würden, gehört neben Colemayn und Anima, dem Neuen Konzil merkwürdigerweise auch der bizarre Roboter „Schwiergermutter“...
Gut, da kommt noch einiges, das sich seit einiger Zeit andeutet. Alles wird wohl irgendwie in Band 750 EVOLO münden.
Grauer Lord hat geschrieben: 20. April 2020, 11:08Laut Handlungsvorschau geht’s nächste Woche dann mit einem Sydow-Roman weiter, der sich direkt mit dem Erleuchteten befasst. Für mich waren die Bände bis und um Band 750 herum der Höhepunkt der Serie, dafür ließ ich damals jeden Perry Rhodan-Roman links liegen.
Ich hoffe doch schon sehr, dass auch danach noch interessant weiter geht!
Lumpazie hat geschrieben: 26. April 2020, 09:31 Im Jahr 1985 erschien der Band 716 der Atlan-Heftserie:

Die Goldene Kugel

von Marianne Sydow
Lumpazie hat geschrieben: 26. April 2020, 09:31 Die diesmalige Innenillustration von Robert Straumann zählt für mich zu einen der schönsten :herz2: Atlan-Darstellungen ever :st:
Das sahen Andere wohl genauso - der Atlan-Club-Deutschland (ACD) verwendete das Motiv immerhin seit 1986 als Logo (mit Genehmigung des Verlags und Zeichners) bis heute
Auch finde, dass diese eine der schönsten ist. Illustrationen von Atlan gibt es ja aber auch sehr viele.
Grauer Lord hat geschrieben: 26. April 2020, 14:04 Die Goldene Kugel“ von Marianne Sydow ist ein spannender Schlüsselroman des Zyklus und heute noch sehr gut zu lesen!
Ich fand den Roman auch sehr gut zu lesen. Ab und zu gibt es in der Serie solche Bildungs- und Entwicklungsromane, aber die Besonderheit hier war, dass nie richtig klar war, was Traum und Realität war und wie es sich vermischte.

Die Risszeichnung der Goldenen Kugel war wenig aufschlussreich. Vielleicht ist sie nur eine einfache Hülle bzw. Transportbehälter für den Erleuchteten und seine Fracht, und alle Fähigkeiten sind parapsychisch vom Erleuchteten ausgehend. Dann bräuchte die Kugel auch keine Waffen usw. Alles ist sehr rätselhaft.

Vielleicht müsste man den Roman noch einmal sehr aufmerksam lesen. Ich denke, anfangs existieren die Daila noch, aber am Ende ist es ihnen gegangen wie Scan, der nur noch als Projektion existiert und nach Bedarf aktiviert werden kann. Der Erleuchtete wird sicher eine Methode kennen, Bewusstseine oder zumindest Persönlichkeiten oder Persönlichkeitsprofile abzuspeichern. Die Roboter waren ja auch irgendwie mit solchen Splittern bestückt. Einen wirklichen Bedarf für unversehrte lebende Wesen hat er kaum. Dharys dürfte eine Ausnahme bilden.
Grauer Lord hat geschrieben: 26. April 2020, 14:04 Das eigentlich faszinierende ist die sparsame, aber trotzdem eindrucksvolle Schilderung des Erleuchteten. Ganz anders als in den größenwahnsinnigen Tiraden des HIDDEN-X, oder den endlosen Monologen von Anti-Homunk werden hier einige ganz klar strukturierte Gedanken des übermächtigen Wesens skizziert. Kalt, konsequent, ohne größenwahnsinnigen Schaum vorm Mund. Diese Vorgehensweise von Marianne Sydow lässt das Juwel als gefährlicher erscheinen, als andere dampfplaudernde Schurken der Serie. Wir erfahren aus seinen Gedanken, dass der Erleuchtete vor langer Zeit schon einmal in Manam-Turu war und hier etwas zurückgelassen hat. Deshalb hatten die Kosmokraten also keine Probleme damit, Atlan ausgerechnet in Manam-Turu abzusetzen. Sie müssen das Geheimnis des Juwels demnach also kennen. Die Daila hat der Erleuchtete inzwischen als Psi-Reserve zur Vervollständigung EVOLOS identifiziert.
Der Erleuchtete ist auf jeden Fall ein Ernst zu nehmender Gegner, mit einem klaren Ziel, skrupellos und gefährlich. Die Schilderung unterscheidet sich von Hidden-X und Anti-ES. Vielleicht haben die Autoren hier eine Lernkurve gehabt, vielleicht liegt es auch ausschließlich an Marianne Sydow, die zu Peter Griese doch sehr gegensätzlich ist.
Grauer Lord hat geschrieben: 26. April 2020, 14:04Am Ende bleibt unklar, was Traum und was Realität in diesem Roman war. Fest steht aber, dass Dharys als Diener des Erleuchteten die Psi-Potentiale der Daila für seinen Herrn sichern will. Derweil Atlan und Chipol die verbannten Daila suchen, um sie um Hilfe gegen das Neuen Konzil zu bitten. Einer Konfrontation steht nichts im Wege.
Die Weichen sind gestellt. Es ist interessant, dass es mehrere Parteien gibt. Atlan, klar, die Daila, das Konzil aus Hyptons und Ligriden, der Erleuchtete, die Machtverhältnisse sind kompliziert, und vielleicht tauchen noch ein paar interessante Völker auf. Bisher hat der Zyklus all meine Erwartungen erfüllt und sogar noch übertroffen.
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Re: Klassiker-Zyklus: das neue Konzil (700-749)

Beitrag von Lumpazie »

Ausgangssperre ist verlängert bis zum 10.Mai.2020 - wir bleiben also weiterhin alle daheim - aber Atlan entführt uns dankenswerter Weise in weit entfernte Galaxien ;)


Im Jahr 1985 erschien der Band 717 der Atlan-Heftserie:

Irrflug der NACHTJAGD

von Hans Kneifel

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Innenillustration:

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Handlung:

Rückblick: Der Sternentramp Colemayn ist gemeinsam mit dem halsabschneiderischen pharstischen Händler Tuffelsyt auf der Suche nach Atlan. Nach der Flucht von Pharst haben sie sich mit ihrem Raumschiff NACHTJAGD vor den Verfolgern versteckt, jetzt suchen sie weiter.

Colemayn erleidet eine Schmerzattacke, die erst wieder abflaut, nachdem er sich einen faustgroßen, bernsteinfarbenen, rot schimmernden Kristall an die Brust hält. Er kennt diese Attacken sehr gut und wird auch diese überstehen. Das nächste bewohnte Sternsystem, das auf ihrer Fluglinie liegt, ist Bownuthenig, von wo aus man sich nähere Informationen über Atlans Aufenthalt erhofft. Während des Anfalls taucht ein fremdes Raumschiff in Form einer goldschimmernden Kugel auf, unter der sich eine Plattform ausbreitet; Colemayn verspürt sofort helle Panik aufkommen. In fieberhafter Eile zieht er ein Schwert aus seinem Rucksack, das er – halb außer sich vor Angst – um Schutz vor dem Unbekannten anfleht, während ein unerforschlicher Verstand sein Innerstes abzutasten scheint. Kurz darauf verschwindet das Raumschiff wieder.

Der Flug nach Bownuthenig wird fortgesetzt, und nach der Landung kann Colemayn ein paar Sternenkarten erbitten. Von Atlan hat aber kein Bownutheniger gehört. Aufgrund zahlreicher abgehörter Funksprüche wählt der Tramp ein neues Ziel aus: Pjol-Kimorz. Ein gewisser Halphar von BASTION-V hat die Anweisung erteilt, dass irgendwelche Bauarbeiten auf diesem Planeten zügig fortgesetzt werden sollen. Da dieser Planet nur 19 Lichtjahre entfernt liegt, will Colemayn dort seine Suche fortsetzen.

Auf Pjol-Kimorz steht Talkart, einer der beiden Leiter des ligridischen Projekts, hier einen Geheimstützpunkt zu errichten, vor einem Rätsel. Schon zum fünften Mal sind die Arbeiten sabotiert worden; Bäume wurden umgerissen, Maschinen beschädigt, eine Energieanlage ist spurlos verschwunden. Trotz intensiver Suche findet man keine Ursache. Eine der wenigen denkbaren Möglichkeiten ist noch, dass die geheimnisvollen Hyptons, die noch keiner der Anwesenden gesehen hat und vor denen der Stützpunkt ja geheim gehalten werden soll, Wind davon bekommen haben und die Arbeiten sabotieren. Der Wissenschaftler Ipolmen ist mit seinem Latein auch am Ende, und nur weil es noch keine Verletzten gegeben hat, kann man das Gesicht wahren und die Vorfälle vor BASTION-V geheim halten.

Es sind also sehr ungünstige Umstände, unter denen die NACHTJAGD über Pjol-Kimorz eintrifft. Und aufgrund der überhitzten Gemüter wird sie auch für ein Feindschiff gehalten und abgeschossen, obwohl Colemayn im Funkanruf ihre Friedfertigkeit und Unbewaffnetheit mehrmals betont hat. Sowohl der Tramp als auch Tuffelsyt überleben den Absturz relativ unbeschadet, werden aber gefangen genommen. Während der Pharster streng bewacht in einer Unterkunft verbringen muss, befragt Ipolmen den Sternentramp. Der Wissenschaftler erzählt ihm von den unerklärlichen Vorkommnissen, und Colemayn hat einen Verdacht, was die Ursache sein könnte. Er darf sich die Aufzeichnungen und Messergebnisse anschauen und ist sich sicher, helfen zu können. Als Gegenleistung dafür verlangt er, dass die NACHTJAGD repariert, er und Tuffelsyt freigelassen werden und man ihm obendrein noch ein paar Fragen beantwortet. Kommandant Talkart willigt ebenso wie Ipolmen ein.

Allerdings kommt Colemayn gleich darauf zu der Erkenntnis, dass der nächste Zwischenfall schon in der nächsten Stunde stattfinden wird. Das ligridische Raumschiff, das Acalner befehligt und später im Stützpunkt versteckt werden sollte, wird zum Start aufgefordert, das Lager evakuiert. Es kommt zu neuerlichen, großen Verwüstungen, bei denen unter anderem die Unterkunft, in der Tuffelsyt gefangen gehalten wird, davon gerissen wird. Als alles vorbei ist und Tuffelsyt wieder gefunden wurde, erklärt Colemayn den Ligriden die Ursache. Syntran, die Sonne von Pjol-Kimorz, sendet hypermagnetische Strahlung aus. Wenn die sieben Monde in einer bestimmten Konstellation stehen, wird die Strahlung gebündelt und richtet auf der Oberfläche von Pjol-Kimorz Verwüstungen an. Ein Computermodell arbeitet die Gebiete heraus, die in den nächsten Jahrhunderten davon betroffen sein werden. Wenn die Ligriden den geplanten Stützpunkt nur um wenige hundert Kilometer verlegen, bleibt er von dem Phänomen in Zukunft verschont.

Wie vereinbart, bekommt Colemayn seine Freiheit zurück; Tuffelsyt, der noch immer in Haft ist, weil er nach seinem Verschwinden einem verletzten Ligriden die Hilfe verweigerte, wird ebenfalls an Bord der inzwischen reparierten NACHTJAGD gebracht. Von Ipolmen erhält der Sternentramp die geforderten Informationen über Atlan. Zuletzt hat dieser mit der GHYLTIROON den Planeten Nolien verlassen. Während der Wissenschaftler Acalner und Talkart ablenkt, flüchten Colemayn und Tuffelsyt von Pjol-Kimorz.

Anmerkungen

Dieser Roman ist die Fortsetzung von Atlan 708
Es wird erstmals erwähnt, dass Colemayn schon »uralt« und ein »Jugendfreund« von Atlan ist. Er selbst bezeichnet sich einmal als »Mann von Evron, Arkon oder sonstwo«. Benommen von den Schmerzen eines Anfalls und der Wirkung einer größeren Menge Wein, erzählt er Tuffelsyt vom Großen Imperium der Arkoniden.


Der obige Text und Bilder wurde per GNU-Lizenz der Perrypedia entnommen.
Zuletzt geändert von Moonbiker am 3. Mai 2020, 09:47, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Link repariert
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Re: Klassiker-Zyklus: das neue Konzil (700-749)

Beitrag von Grauer Lord »

„Irrflug der NACHTJAGD“ ist ein Roman, dessen Handlung mich nicht so richtig vom Hocker reißt. Den gewöhnungsbedürftigen Stil von Hans Kneifel habe ich diesmal als besonders holprig empfunden, auch der ausgeprägte Hang der Kneifelschen Personen zum Wein wird am Beispiel Colemayns ordentlich ausgelebt. So weit, so durchschnittlich. Das Titelbild stellt den Tramp und seinen Begleiter allerdings sehr ansehnlich dar.

Tatsächlich steckt der Roman voller Andeutungen über das kosmische Geheimnis hinter dem rätselhaften Sternentramp. So ist sein Sternentagebuch eingebunden in Saurierleder einer altarkonidischen Kolonie, vor dem mentalen Zugriff des Erleuchteten in der Goldenen Kugel schirmt er sich mit seinem geheimnisvollen Schwert ab und regeneriert sich mit einem bernsteinfarbenen Kristall aus seinem unergründlichen Rucksack. Den Erleuchteten nennt er „Feind aus dem Dunkeln“ und hat offenbar echte Angst vor ihm. Tuffelsyt erzählt er vom System der Sonne Arkon, Atlan ist sein „Jugendfreund“. Dass es ein Geheimnis um die Langlebigkeit bzw. sein Überlebenspotential des Mannes „von Evron oder Arkon oder sonstwo“ gibt, wird auch angedeutet. Dazu der eingeflochtene Hinweis auf „Ishtars weiche Haut“ - wer erinnert sich im Jahr 3819 schon noch an die „Goldene Göttin“ der Varganen aus dem Kristallprinz-Zyklus?

Die Geschehnisse um Pjol-Kimorz sind dann (für mich) nur noch nett zu lesendes Füllmaterial. Schwer zu glauben, dass die Ligriden nicht von sich aus darauf gekommen sind, dass eine besondere Konstellation der Monde für die Zerstörungen ihrer Basis verantwortlich ist. Immerhin erfahren wir, dass BASTION-5-Kommandant Halphar auf Pjol-Kimorz eine Basis errichtet, von der die Hyptons nichts wissen sollen. So richtig an einem Strang zieht man im Neuen Konzil wohl eher nicht. Auch neu (glaube ich zumindest) ist die Information, dass die Ligriden nicht aus Manam-Turu stammen. Die Charakterisierung von Tuffelsyt als buchstäblich über Leichen gehenden Fiesling hat mir auch gefallen.
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Re: Klassiker-Zyklus: das neue Konzil (700-749)

Beitrag von Lumpazie »

Ausgangssperre ist verlängert bis zum 10.Mai.2020 - wir bleiben also weiterhin alle daheim - aber Atlan entführt uns dankenswerter Weise in weit entfernte Galaxien ;)


Im Jahr 1985 erschien der Band 718 der Atlan-Heftserie:

Der Gesandte von Trysh

von Arndt Ellmer

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Innenillustration:

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Handlung:

Verbannte Daila auf dem Planeten Trysh, die über die Lage auf Aklard informiert sind, haben beschlossen, einen der ihren dorthin zu entsenden. Dieser eine ist der schwache Mutant Elyl. Er soll Kontakt zu Politikern aufnehmen, um über Möglichkeiten der Unterstützung zu beraten.

Elyl landet heimlich in einem Frachtcontainer auf Uschriin, dem nördlichsten Kontinent. Obwohl die Ankunft planmäßig verläuft, entwickelt sich sein Aufenthalt zu einem Trauma. Nicht nur erscheinen ihm die parapsychisch tauben Daila wie tot, er droht auch noch als Bergarbeiter auf Jahre hinaus zwangsverpflichtet zu werden. Bei Nacht und Nebel knapp entkommen, fällt er einer Räuberbande in die Hände, kann jedoch erneut fliehen. Sein endgültige Ziel, die Oase Rhyikeinym, wird er jedoch erst wesentlich später erreichen als geplant.

Rhyikeinym liegt zwar in einer klimatischen Kaltzone, profitiert jedoch von starker vulkanischer Aktivität ringsum, so das dort ganzjährig sehr milde Temperaturen herrschen. Um einen sehr alten Tempel herum hat sich die Oase zu einem Zentrum zur Behandlung unterschiedlichster Krankheiten entwickelt, geleitet von einigen Priestern. Was niemand außer wenigen Eingeweihten weiß, die Behandlungserfolge beruhen nicht zuletzt auf einer Gruppe von Heilern, parapsychisch begabte Daila, die heimlich in den Katakomben unter der Oase leben.

Der Einzige, der schon vor Jahren dieses Geheimnis entdeckt hat, ist Aksuum, der Oberste Rat von Aklard. Er beschließt, sich nach Rhyikeinym zu begeben, um die dortigen Mutanten um Hilfe zu bitten. Sie sollen verbannte Daila auf anderen Welten ausfindig machen. Zwar weiß der Rat um die gleichlautende Mission der GHYLTIROON, er räumt jedoch dieser Unternehmung wenig Chancen ein.

Aufgrund der Fähigkeiten der Heiler gut informiert, erwartet man in Rhyikeinym nicht nur die Ankunft Aksuums, sondern hat auch schon den Tempeldiener Bannish mit der Aufgabe betraut, den Gesandten von Trysh am Raumhafen abzuholen. Dieses Vorhaben schlägt jedoch fehl.

Elyl seinerseits hat, trotz aller Widrigkeiten, die Oase mittlerweile alleine erreicht. Die geradezu paradiesischen Zustände dort stehen in so großem Gegensatz zu seinen bisherigen Erlebnissen auf Aklard, dass sie die Erfüllung aller seiner Träume zu sein scheinen. Er erleidet eine psychische Blockade, vergisst völlig seinen Auftrag und sieht sich selbst als Daila von Aklard. Er will den Rest seines Lebens in Rhyikeinym verbringen. Das einzig Störende ist eine mehrfach wiederkehrende Vision von einer großen Gestalt, die einen Helm trägt.

In der Oase bleibt Elyl nicht lange unentdeckt, die geistige Verwirrung ist jedoch nicht zu beheben, selbst bei einem Gespräch mit Aksuum fällt dem Gesandten sein Auftrag nicht wieder ein. Allerdings erkennen die Priester den Ligriden in Elyls Visionen und machen sich auf die Suche nach dem Spion – erfolglos. Das hat zur Folge, dass die ligridischen Invasoren auch in Rhyikeinym einfallen. Erst jetzt, als die Zerstörung seines Paradieses droht, löst sich Elyls Blockade. Er berichtet Aksuum vom Hilfsangebot der Verbannten.

Nun ist Eile geboten, Aksuum und Elyl müssen aus Rhyikeinym fliehen. Durch geheime Gänge entkommen sie zu einem Gleiterparkplatz und können einen Raumhafen anfliegen. Dort wird gerade die GUNDBAD AKLYS abgefertigt, ein Frachtraumer von Trysh. Die beiden gehen an Bord, wo man sie willkommen heißt. Die Besatzung ist über Elyls Mission informiert und überträgt ihm das Kommando. Das Schiff kann unbehelligt starten – Ziel ist ein geheimer Treffpunkt. Als es den freien Raum erreicht, setzt der Gesandte einen Hyperfunkspruch ab, an die »Freunde der Sonne«, mit der Bitte sich am »Mittelpunkt des Lichts« einzufinden.

Der obige Text und Bilder wurde per GNU-Lizenz der Perrypedia entnommen.
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Re: Klassiker-Zyklus: das neue Konzil (700-749)

Beitrag von Grauer Lord »

Das Titelbild ist ziemlich, nun ja: gewöhnungsbedürftig. Und auch inhaltlich sowie vom Stil her macht es Arndt Ellmer in „Der Gesandte von Trysh“ dem Leser nicht wirklich leicht. Die eigene, im Grunde flott zu erzählende Story - verbannte Daila-Mutanten vom Planeten Trysh schicken einen Boten, um ihrer Heimatwelt Aklard Hilfe gegen die ligridischen Besatzer anzubieten - wird in Schleifen und Windungen erzählt, deren Sinn sich nicht sofort erschliessen und in einigen Fällen überflüssig erscheinen. Wie etwa die Szene gleich am Anfang.

Wenn man sich einmal darauf eingelassen hat, bekommt man eine farbige Schilderung des Lebens auf Aklard, speziell in der Oase Rhyikeinym auf dem kalten Kontinent Uschriin. Wir erfahren, dass die Mutanten mitnichten alle von Aklard vertrieben wurden, dass viele von ihnen in der Maske von Priestern in der Oase als Heiler arbeiten. Den geheimnisvollen Ort in den Bergen gibt es angeblich schon seit Jahrtausenden, ein Relikt des Friedens aus einer Zeit, da es Kriege unter den Daila gab. Dazu wird mehrfach ausführlich auf den Mythos eingegangen, dem diese Galaxis in ihrer Sprache den Namen Manam-Turu verdankt. Wer weiß, ob da nicht noch etwas dahintersteckt. Die sehr in die Tiefe gehende Schilderung der Daila-Kultur erinnert mich stark an die Abenteuer auf Cairon.

Für mich unklar blieb, warum sich die Gedanken des Gesandten Elyl wirklich derartig so verwirrten. Aber immerhin erinnert er sich zum Ende des Romans an seine Aufgabe, die Stimmung auf Aklard gegenüber den Verbannten zu sondieren und Hilfe anzubieten. Der erste Teil des Doppelbandes endet dann mit dem Funkspruch Elyls, der die „Freunde der Sonne“ aufruft sich „im Mittelpunkt des Lichts“ einzufinden. Eine Sammlungsbewegung der Daila-Mutanten bahnt sich da an, die eine wertvolle Hilfe für Atlan sein könnte. Aber auch „Futter“ für den Erleuchteten und EVOLO. Nächste Woche der 2. Teil.

Witzig, dass die Sache mit dem Merlitong-Käse sich inzwischen auf Aklard herumgesprochen hat und zum Running-Gag wurde!
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Re: Klassiker-Zyklus: das neue Konzil (700-749)

Beitrag von Yman »

Lumpazie hat geschrieben: 3. Mai 2020, 09:19 Im Jahr 1985 erschien der Band 717 der Atlan-Heftserie:

Irrflug der NACHTJAGD

von Hans Kneifel
Grauer Lord hat geschrieben: 4. Mai 2020, 18:35 „Irrflug der NACHTJAGD“ ist ein Roman, dessen Handlung mich nicht so richtig vom Hocker reißt. Den gewöhnungsbedürftigen Stil von Hans Kneifel habe ich diesmal als besonders holprig empfunden, auch der ausgeprägte Hang der Kneifelschen Personen zum Wein wird am Beispiel Colemayns ordentlich ausgelebt. So weit, so durchschnittlich. Das Titelbild stellt den Tramp und seinen Begleiter allerdings sehr ansehnlich dar.

Tatsächlich steckt der Roman voller Andeutungen über das kosmische Geheimnis hinter dem rätselhaften Sternentramp. So ist sein Sternentagebuch eingebunden in Saurierleder einer altarkonidischen Kolonie, vor dem mentalen Zugriff des Erleuchteten in der Goldenen Kugel schirmt er sich mit seinem geheimnisvollen Schwert ab und regeneriert sich mit einem bernsteinfarbenen Kristall aus seinem unergründlichen Rucksack. Den Erleuchteten nennt er „Feind aus dem Dunkeln“ und hat offenbar echte Angst vor ihm. Tuffelsyt erzählt er vom System der Sonne Arkon, Atlan ist sein „Jugendfreund“. Dass es ein Geheimnis um die Langlebigkeit bzw. sein Überlebenspotential des Mannes „von Evron oder Arkon oder sonstwo“ gibt, wird auch angedeutet. Dazu der eingeflochtene Hinweis auf „Ishtars weiche Haut“ - wer erinnert sich im Jahr 3819 schon noch an die „Goldene Göttin“ der Varganen aus dem Kristallprinz-Zyklus?

Die Geschehnisse um Pjol-Kimorz sind dann (für mich) nur noch nett zu lesendes Füllmaterial.
Mir geht es da ähnlich, aber meine Hoffnung war, dass es bei den Ligriden noch zu einer spannenden Handlung kommt. Leider hänge ich in der Mitte des Romans fest. Hans Kneifel zeigt sich von seiner langweiligen Seite, aber die Katze kommt allmählich aus dem Sack.

Die Hinweise auf Arkon und Atlans Vergangenheit sind zu eindeutig. Colemayn, der auch ein Schwert besitzt, das ihm wichtig ist, muss etwas mit Fartuloon zu tun haben, auch wenn die Autoren sich bei der Einführung der Figur Mühe gegeben haben, dies zu verdecken.

Das Titelbild finde ich auch sehr gut. Schade nur, dass man die Begegnung mit den wurmartigen Wesen auf dem harmlosen Raumhafenplaneten, wo Colemayn nach dem Weg fragte, nicht illustriert hat. Ich finde das ja interessant, dass es solche rückständigen Planeten gibt, die einerseits ewig an einem Raumhafen bauen, auch schon mal Besucher bekommen und die Galaxis auch zumindest irgendwie ein wenig kennen, aber offenbar nicht in allzu großer Gefahr sind, erobert zu werden. Im Grunde gefällt mir das, aber es war auch langweilig.

Ich lese mal weiter und hoffe auch den nächsten Roman noch vor dem Wochenende fertig zu haben. Nach diesem Kneifel kann es nur noch spannender werden.
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Re: Klassiker-Zyklus: das neue Konzil (700-749)

Beitrag von Yman »

Grauer Lord hat geschrieben: 4. Mai 2020, 18:35 Schwer zu glauben, dass die Ligriden nicht von sich aus darauf gekommen sind, dass eine besondere Konstellation der Monde für die Zerstörungen ihrer Basis verantwortlich ist. Immerhin erfahren wir, dass BASTION-5-Kommandant Halphar auf Pjol-Kimorz eine Basis errichtet, von der die Hyptons nichts wissen sollen. So richtig an einem Strang zieht man im Neuen Konzil wohl eher nicht. Auch neu (glaube ich zumindest) ist die Information, dass die Ligriden nicht aus Manam-Turu stammen. Die Charakterisierung von Tuffelsyt als buchstäblich über Leichen gehenden Fiesling hat mir auch gefallen.
Die Ligriden waren insgesamt ganz anders, als ich sie erwartet hätte. Zuerst schießen sie die NACHTJAGD ab, dann reparieren sie sie, und am Ende lassen sie sogar den mörderischen Tuffelsyt laufen. Die Nachsichtigkeit der Ligriden war unerwartet, ihre wissenschaftliche Unfähigkeit will ich ihnen nicht nachtragen.

Der eigentliche Einfluss ging ja von der Sonne aus, die Monde wirkten als Verstärker, das war von Hans Kneifel ganz nett beschrieben, wieder einmal die Natur selbst als Gegner, aber ich frage mich, was ein Clark Darlton aus dieser Geschichte gemacht hätte. Insofern bin ich Kneifel auch dankbar, dass er nicht völlig frei den größten Unsinn zusammengeschrieben hat, aber die Geschichte war langweilig. Nur am Ende, als es um Tuffelsyts Leben ging, wurde es noch mal spannend.
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Re: Klassiker-Zyklus: das neue Konzil (700-749)

Beitrag von Lumpazie »

Im Jahr 1985 erschien der Band 719 der Atlan-Heftserie:

Zielstern Gyd

von Arndt Ellmer

Bild

Innenillustration:

Bild


Handlung:

Atlan, Chipol und die vierköpfige Besatzung der GHYLTIROON sind weiter auf der Suche nach verbannten Daila. Auf Nolien ist auch noch der Mutant Saylimandar zugestiegen. Mit der Zeit kommt es immer mehr zu Spannungen zwischen ihm und den parapsychisch unbegabten Daila, wobei insbesondere Chipol unangenehm auffällt. Schließlich reißt Atlan der Geduldsfaden, er entscheidet die Suche abzubrechen und die STERNSCHNUPPE von Zyrph abzuholen. In diesem Moment empfängt die Mannschaft einen Funkspruch, gerichtet an die Freunde der Sonne. Saylimandar ist dieser Codebegriff bekannt, er berichtet von einem geplanten Treffen der Mutanten im Sonnensystem Gyd. Diese Information führt zu einer erneuten Kursänderung, ungeachtet der Situation an Bord wird Gyd angesteuert.

Gyd, ein roter Riese, wird von nur einem Planeten umkreist, Pultar. Auf ihm gibt es eine Hinterlassenschaft eines unbekannten Volkes. Unter einigen unscheinbaren quaderförmigen Bauten an der Oberfläche erstreckt sich geradezu eine unterplanetarische Stadt. Mehrfach sind hier bereits kleinere Treffen der Verbannten abgehalten worden, dabei ist nie aufgefallen, dass die scheinbar verlassene Anlage gar nicht verwaist ist.

Bewohnt wird sie seit längerem vom kleinen Völkchen der Lasquen, das sich im Wesentlichen mit drei Dingen beschäftigt: Essen, schlafen und fasten. Letzteres allerdings nur im Notfall, wenn ihnen die Lebensmittel ausgehen. Diese Gefahr besteht aber kaum, denn regelmäßig werden die Lasquen um ihren Anführer Kissmen-Jon mit allem Notwendigen beliefert, von sogenannten fremden Lasquen. Als Gegenleistung lassen sie den Planeten weiter unbewohnt erscheinen und führen dann und wann eher unwillig kleinere Wartungsarbeiten durch. Gegebenenfalls sollen die Lasquen eigentlich auch neugierige Besucher verscheuchen, aber dieser Aufgabe haben sie sich bislang immer entledigt, indem sie sich tot stellten.

Zum Zeitpunkt des Treffens kommt wieder einmal eine Lieferung an, außergewöhnlich früh und außergewöhnlich groß. Während die Lasquen zu Ehren ihrer Gönner, und nicht zuletzt ihrem eigenen Vergnügen, gerne ein Festmahl abhalten würden, zeigen sich die Fremden sehr nervös und wollen die Feste Quern, wie sie die Anlage nennen, schnellstmöglich wieder verlassen. Bevor es dazu kommt, landen jedoch bereits die ersten Raumschiffe der Daila, darunter die GHYLTIROON.

Die Lage an Bord des Schiffes droht inzwischen zu eskalieren. Der Anblick dutzender Mutantenraumer im Gyd-System ist ein Schock für die normalen Daila. Zusätzlich stürmen sofort nach der Landung einige Mutanten an Bord um Saylimandar zu treffen. Auch der Funkkontakt zum Obersten Rat von Aklard, Aksuum, der mit der GUNDBAD AKLYS landet, beruhigt die Situation nur kurzfristig. Chipol ist nicht mehr zu halten und geht mit einer Lederpeitsche auf die Gäste los. Entsetzt verlassen die Mutanten das Schiff, gefolgt von Atlan.

Einige Zeit später haben sich alle Verbannten sowie Aksuum und Atlan in einem Saal in der Station versammelt. Bevor die Konferenz jedoch richtig beginnt, hat Chipol den nächsten Auftritt. Er springt auf den Tisch und beschimpft die Mutanten wüst. Atlan lässt sich in diesem Moment dazu hinreißen, den jungen Daila zu ohrfeigen. Der verschwindet daraufhin in den Tiefen der Anlage. Für die Verbannten ist das Fass jedoch übergelaufen, sie stellen unannehmbare Forderungen und die Verhandlungen stehen vor dem Scheitern.

Während Atlan und Aksuum allein die Lage beraten, kommt es zu einer Attacke auf die Mutanten. Behaarte Wesen unterschiedlicher Größe, zwischen einem halben und drei Metern, mit Hörnern am Kopf, greifen an. Mit Paralysatoren werden sie zurückgeschlagen, ein Teil der Wesen verschwindet unvermittelt, offensichtlich sind sie ebenfalls paranormal begabt. Von den Zurückgebliebenen erfährt Atlan mithilfe eines Telepathen die Geschichte der Lasquen, sie sind der Überrest ihres Volkes und haben in der Feste Quern Asyl gefunden. Die Verschwundenen sind die fremden Lasquen, sie zeichnen sich optisch nur durch ihre einheitliche Größe von knapp zwei Metern aus. Atlan beschließt, eines dieser Wesen festzusetzen um es zu befragen. Unter Mithilfe der Daila-Mutanten gelingt das Vorhaben.

Die Fremden gehören zu den Piraten von Manam-Turu und nennen sich die Diener Gurays, ein Name der den Daila aus der Mythologie bekannt ist. Sie sind Gestaltwandler, müssen aber nach einiger Zeit ihre Ursprungsform wieder annehmen, sonst droht ihnen der Tod, deshalb wollen sie die Feste schnellstens verlassen. Atlan übermittelt noch einen Gruß an Guray, wer auch immer sich dahinter verbergen mag, und lässt die Piraten unbedrängt ziehen.

Die Konferenz wird fortgesetzt, nach den Ereignissen der letzten Stunden hat sich die Stimmung deutlich beruhigt und die gemäßigten Kräfte gewinnen klar die Oberhand. Atlan findet auch Chipol wieder, der ebenfalls einen Zusammenstoß mit echten und falschen Lasquen hatte. Willig kehrt er an Bord der GHYLTIROON zurück, obwohl auch Saylimandar dort ist. Das Schiff bricht auf nach Aklard.

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Re: Klassiker-Zyklus: das neue Konzil (700-749)

Beitrag von Yman »

Lumpazie hat geschrieben: 10. Mai 2020, 09:23 Im Jahr 1985 erschien der Band 718 der Atlan-Heftserie:

Der Gesandte von Trysh

von Arndt Ellmer
Grauer Lord hat geschrieben: 10. Mai 2020, 10:43 Das Titelbild ist ziemlich, nun ja: gewöhnungsbedürftig. Und auch inhaltlich sowie vom Stil her macht es Arndt Ellmer in „Der Gesandte von Trysh“ dem Leser nicht wirklich leicht. Die eigene, im Grunde flott zu erzählende Story - verbannte Daila-Mutanten vom Planeten Trysh schicken einen Boten, um ihrer Heimatwelt Aklard Hilfe gegen die ligridischen Besatzer anzubieten - wird in Schleifen und Windungen erzählt, deren Sinn sich nicht sofort erschliessen und in einigen Fällen überflüssig erscheinen. Wie etwa die Szene gleich am Anfang.
Das Titelbild finde ich auch etwas seltsam. Interessant, aber etwas detailarm und der Zusammenhang mit dem Roman ist etwas unklar. Die Mission des Daila-Mutanten Elyl war jetzt auch nicht gerade spektakulär, eigentlich nur eine Kontaktaufnahme, und dafür einen ganzen Roman zu "opfern", in dem weder Atlan noch sonst eine bekannte Figur vorkommt, ist eine mutige Entscheidung.
Grauer Lord hat geschrieben: 10. Mai 2020, 10:43 Wenn man sich einmal darauf eingelassen hat, bekommt man eine farbige Schilderung des Lebens auf Aklard, speziell in der Oase Rhyikeinym auf dem kalten Kontinent Uschriin. Wir erfahren, dass die Mutanten mitnichten alle von Aklard vertrieben wurden, dass viele von ihnen in der Maske von Priestern in der Oase als Heiler arbeiten. Den geheimnisvollen Ort in den Bergen gibt es angeblich schon seit Jahrtausenden, ein Relikt des Friedens aus einer Zeit, da es Kriege unter den Daila gab. Dazu wird mehrfach ausführlich auf den Mythos eingegangen, dem diese Galaxis in ihrer Sprache den Namen Manam-Turu verdankt. Wer weiß, ob da nicht noch etwas dahintersteckt. Die sehr in die Tiefe gehende Schilderung der Daila-Kultur erinnert mich stark an die Abenteuer auf Cairon.
Mir hat der Roman sehr gut gefallen, besonders die in die Tiefe gehende Schilderung der Kultur der Daila. Arndt Ellmer hat auch etwas Geisteswissenschaftliches in diese Richtung studiert und wirkt als Autor sehr kompetent. Das literarische Niveau des Romans ist relativ hoch. Man muss sich aber darauf einlassen und eintauchen in diese Kultur. Zum Glück ist mir dies leicht gefallen, da mein Interesse an den Daila schon seit Längerem besteht. Dieses Volk wurde mit Band 700 eingeführt und spielt seitdem eine wichtige Rolle. Hinzu kommt, dass die Daila-Mutanten, deren Fähigkeiten sich vor allem im Bereich Telepathie, Empathie und Heilung ansiedeln, etwas interessantes Spirituelles verkörpern, was in den 70-er Jahren in der SF häufiger zu finden war und in der modernen SF leider verloren gegangen ist.
Grauer Lord hat geschrieben: 10. Mai 2020, 10:43 Für mich unklar blieb, warum sich die Gedanken des Gesandten Elyl wirklich derartig so verwirrten.
Das habe ich mich auch gefragt, und ich befürchte, dass dies nicht nur, aber vor allem ein erzählerischer Trick war, um die Spannung aufrecht zu erhalten. Wenn der Planet ein spiritueller Ort ist und durch die Ligriden "verunreinigt" wurde, kann das zwar eine Erklärung sein, aber so klar ist das nicht.
Grauer Lord hat geschrieben: 10. Mai 2020, 10:43Aber immerhin erinnert er sich zum Ende des Romans an seine Aufgabe, die Stimmung auf Aklard gegenüber den Verbannten zu sondieren und Hilfe anzubieten. Der erste Teil des Doppelbandes endet dann mit dem Funkspruch Elyls, der die „Freunde der Sonne“ aufruft sich „im Mittelpunkt des Lichts“ einzufinden. Eine Sammlungsbewegung der Daila-Mutanten bahnt sich da an, die eine wertvolle Hilfe für Atlan sein könnte. Aber auch „Futter“ für den Erleuchteten und EVOLO. Nächste Woche der 2. Teil.
Ja, das kann so oder so ausgehen, entweder Hilfe für Atlan, oder, was ich befürchte, Material für EVOLO. Dass EVOLO entstehen wird, ist eigentlich klar. Das muss aber auch damals klar gewesen sein. Atlan kann höchstens den einen oder anderen Kollateralschaden in der Galaxis Manam-Turu ("Rauchstreifen von verlöschendem Feuer") verhindern. Ich bin nun etwas überrascht, dass der 2. Teil auch von Arndt Ellmer kommt, und Atlan darin wieder eine Hauptperson ist. Ich hoffe, dass ich den Roman heute noch schaffe.
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Re: Klassiker-Zyklus: das neue Konzil (700-749)

Beitrag von Yman »

Danke, für's Einstellen, Lumpazie! Wie ich sehe, bist du nicht mehr in Ausgangssperre. Dankenswerterweise entführt uns Atlan aber immer noch in weit entfernte Galaxien!
Lumpazie hat geschrieben: 17. Mai 2020, 09:34 Im Jahr 1985 erschien der Band 719 der Atlan-Heftserie:

Zielstern Gyd

von Arndt Ellmer
Der Roman beschreibt einige ziemlich unblutig verlaufende Konflikte. Zum einen den Zwist zwischen normalen Daila und paranormalen Daila, der sehr interessant ist. Die Daila-Mutanten sollen gefälligst helfen, die Heimatwelt der Daila vom Joch der Ligriden zu befreien und danach am besten wieder verschwinden. Die Daila-Mutanten hingegen würden die normalen Daila auch am liebsten vom Heimatplaneten vertrieben sehen.

Dann gibt es noch einen Konflikt zwischen Lasquen und "fremden Lasquen" (Diener des Piratenfürsten Gurays) auf der einen Seite, die die Anlagen des Treffpunktplaneten auf ihre Weise nutzen, und den Besuchern, die dort ihr vermeintlich geheimes Treffen abhalten. Das Titelbild zeigt einen der Lasquen, die in den unterirdischen Anlagen von den Hilfslieferungen der "fremden Lasquen" in Saus und Braus leben und sich im Normalfall, wenn Besucher landen, einfach tot stellen. Die Begegnung mit diesem Völkchen war schon ziemlich komisch.

Es passiert unterm Strich nicht wirklich sehr viel im Roman, aber ich fand ihn trotzdem unterhaltsam. Atlan ist auch durch die Mobilisierung der Daila-Mutanten wieder einen kleinen Schritt weiter. Ein Rätsel bleibt Chipols heftige plötzliche Abneigung gegen Daila-Mutanten. Chipol ist ein ziemlich labiler Charakter, und es ist verständlich, dass Atlan mit dem Gedanken spielt, alles abzublasen und zur STERNSCHNUPPE auf Zyrth zurückzukehren.

Eine geringe fast bis zur Unsichtbarkeit verkümmerte Rolle spielt der im letzten Roman groß eingeführte Elyl. Auch viele philosophische Reflexionen wurden stark zurückgefahren, wie etwa, ob die normalen Daila nur Schattenwesen sind, tote Wesen, da ihnen die paranormalen Begabungen fehlen. Obwohl beide Romane vom selben Autor geschrieben wurden, ist der Unterschied doch ziemlich groß. Aber das kann wohl passieren, wenn ein Autor nach Exposé schreiben muss.

An dieser Stelle verweise ich mal auf die neuen Beiträge in der Kolumne von Falk-Ingo Klee, wo es auch um das Thema Exposés geht: viewtopic.php?f=10&t=9683&start=25
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Re: Klassiker-Zyklus: das neue Konzil (700-749)

Beitrag von Grauer Lord »

Viel habe ich Ymans Kritik nicht hinzuzufügen, die ich voll und ganz teile; extrem nervig fand ich allerdings Chipols Verhalten gegenüber den Daila-Mutanten, das extrem pubertär wirkte. Im Prinzip ist es aber schon interessant, dass die „normalen“ Daila so heftig auf die Mutanten reagieren. Es sieht so aus, als gebe es eine tief verwurzelte, vielleicht sogar genetisch verankerte, Abwehrreaktion der Daila auf ihre Psi-begabten Artgenossen. Als sei die Verbannung ohne Alternative gewesen. Da könnte noch mehr hinterstecken.

Merkwürdig, auch wenn es nur ein Randaspekt ist, ist der ganze Komplex Trysh. Auch wenn Aksuum mit dem Boten Elyl an Bord eines Schiffes von Trysh reist, wird nicht geschildert, wie die Bewohner dieser Welt eigentlich aussehen. Auf Seite 23 werden in der Zentrale des kochtopfförmigen Raumers zwar die „Urbewohner von Trysh“ erwähnt, ganz untypisch für die Serie aber nicht beschrieben. Und Trysh selber, immerhin auch ein Exilplanet der Daila-Mutanten, kommt nur in einer Gedankenbild-Projektion der Mutanten vor. Sie zeigt eine kalte Welt, deren Kontinente mit gigantischen, gläsernen Dächern überspannt und gewärmt werden. Schwebende Raumhäfen, Brücken aus stabilisiertem Wasser - eine Schilderung, die neugierig macht. Aus der aber für die Handlung (erst einmal?) nichts resultiert.

Dass die Legende um den „Rauchstreifen vom verlöschenden Feuer“ mit dem roten Riesen Gyd einen realen Kern hat, finde ich spannend. Die Lasquen in den Tiefen der Feste Quern waren auch sehr originell geschildert, ich musste immer an die Abschluss-Orgie gewisser Gallier am Ende eins jeden Heftes denken. Ansonsten wartet Ellmer mit phantastischen Details „am Rande“ auf, wie den Gravitations- „Aquarien“ im finstersten Teil der Galaxis oder den exotischen Schiffen, mit denen die Daila-Mutanten am Sammelpunkt auftauchen.

Wichtigste Essenz des ganzen Heftes ist aber wohl die Einführung der geheimnisvollen Macht Guray. Ihre Handlanger sind Gestaltwandler, werden recht überraschend als ängstlich, hypernervös und feige geschildert. Guray ist wohl definitiv jene Macht, die hinter den Piraten von Manam-Turu steht, die zuletzt ja den Ligriden auf Dawaggor so zugesetzt haben. Manam-Turu hat keine hierarchische Struktur wie Alkordoom, es scheint aber auch hier geheimnisvolle, alte Mächte im Hintergrund zu geben. Nur agieren sie deutlich mehr, auf fast schon paranoide Weise, im Verborgenen. Immerhin: Atlan denkt mal wieder an die STERNSCHNUPPE und will herausfinden, was hinter dem Phänomen Guray steckt.
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Re: Klassiker-Zyklus: das neue Konzil (700-749)

Beitrag von Lumpazie »

Im Jahr 1985 erschien der Band 720 der Atlan-Heftserie:

Die Falle der Hyptons

von H.G. Francis

Bild

Innenillustration:

Bild


Handlung:

Rückblick auf Atlan 707: Auf Zyrph ist es dem Freiheitskämpfer Mrothyr gelungen, die wahren Absichten der Naldrynnen publik zu machen. Er ist verhaftet worden und auf dem Weg zur ZYRPH'O'SATH.

Kurz bevor die ZYRPH'O'SATH erreicht wird, gelingt es Mrothyr, sich von seinen Bewachern loszureißen und davon zu laufen. Das Stadtviertel, in dem er sich befindet, ist durch die Gewaltlandung des Raumschiffs im näheren Umkreis in Schutt und Asche gelegt worden. Bereits nach wenigen hundert Metern erhält Mrothyr unverhofft Hilfe von einem Zyrpher, der ihm den Zugang zu einem Keller ermöglicht. Sein Helfer stellt sich als Irksregs Grüa vor und entpuppt sich als Telepath. Grüa erwähnt auch noch Atlan als Referenz und gewinnt damit Mrothyrs volles Vertrauen.

Auch die Verfolger sind inzwischen in den Keller eingedrungen. Mrothyr und Grüa setzen die Flucht unterirdisch fort. Als sie die Häscher schließlich abgehängt haben und über das zukünftige Vorgehen beraten, öffnet sich plötzlich eine Tür und Mrothyr wird von einem Zyrpher mit einer Kette attackiert. Grüa erkennt in den Gedanken des Angreifers, dass dieser eigentlich ein Anhänger Mrothyrs ist und klärt ihn über seinen Irrtum auf. Es handelt sich um Lait, er ist ein Würger, und wird deshalb auch begleitet und beschützt von seinem Hintergeher, dem Prerk.

Irksregs Grüa hat noch in der Stadt zu tun und bittet Lait daher, Mrothyr nach Baignalk zu bringen, ins Camp der Freiheitskämpfer. Baignalk liegt auf einer Landenge und ist am sichersten auf dem Seeweg zu erreichen. Als die drei das Meer erreichen, offenbart der Prerk ungeahnte Fähigkeiten. Er baut eine naldrynnische Fischfangvorrichtung um, die ein Netz quer über das Meer zieht. Damit kommen sie zunächst gut voran, bis sie mit einem auftauchenden U-Boot zusammenstoßen. Es stellt sich als ein ebenfalls automatischer Krebsfänger heraus, die Naldrynnen scheinen das gesamte Meer ausplündern zu wollen. Es gibt zwar keine Möglichkeit in das Tauchboot einzudringen, jedoch verfügt es außen über antigravgestützte Rettungsschalen. Damit erreicht das Trio nach einigen Schwierigkeiten festes Ufer.

Die kleine Gruppe muss auf ihrem weiteren Weg beobachten, dass die Naldrynnen auch begonnen haben, Aarkhof auszurauben, die zentrale Museumsstadt Zyrphs, in der die größten Kulturschätze lagern. Zunächst stehen die drei diesem Verbrechen hilflos gegenüber, das naldrynnische Raumschiff ist mit ihren Mitteln nicht zu bezwingen. In der Hoffnung, dass der Ladevorgang noch einige Tage in Anspruch nehmen wird, beschließen sie, den Weg nach Baignalk fortzusetzen und stärker bewaffnet zurückzukehren.

Dieser Weg scheint jedoch einige Kilometer weiter bereits zu enden. Sie stehen vor einem gigantischen Erzabbaugebiet, ein hunderte Meter tiefes Tal unüberschaubarer Größe. Automatisch gesteuerte Maschinen desintegrieren den Planetenboden und legen Erzadern frei. Das Tal zu umgehen scheint aussichtslos, also müssen sie den Abstieg wagen. Unten angekommen, sehen die drei die Möglichkeit, eine Abbaumaschine zu kapern, um damit das Raumschiff am Museum zu beschädigen. Das Vorhaben gelingt, allerdings ruft ihre Aktion ein weiteres Naldrynnenschiff auf den Plan.

Sie flüchten in das künstliche Tal, verbergen sich einige Stunden in einem weiteren Abbauroboter und steuern diesen Anschließend quer durch das Tal. Kurz nach dem Aufstieg erreichen sie Baignalk. Zu Mrothyrs Erstaunen, um nicht zu sagen Schrecken, haben sich dort bereits Tausende von Zyrphern eingefunden. Er befürchtet nicht nur logistische Probleme, sondern vor allem, dass viele nur aus eigennützigen Motiven dort sind.

Anführerin der Rebellen ist Arishka, Tochter eines hohen Funktionärs. Überraschenderweise ist auch Irksregs Grüa bereits in Baignalk angekommen. Zusammen mit Arishka führt Mrothyr ein Kommando an, dass das Raumschiff vor dem Museum endgültig lahmlegt. Bei der Rückkehr muss er feststellen, dass viele seiner Begleiter selbst zu Kunsträubern geworden sind. Zudem sind den Rebellen jetzt auch Ligriden auf den Fersen. Baignalk muss aufgegeben werden.

Mrothyr, Arishka und Irksregs Grüa sowie der Würger und sein Prerk entkommen mit einer kleinen Rebellengruppe. Grüa berichtet unterwegs von einem gewissen Hachmad Alchkard, ebenfalls ein Kämpfer für die Freiheit, der in einer uneinnehmbaren Festung lebt. Dorthin macht sich die Gruppe auf.

Mrothyr ist kein Unbekannter mehr, Alchkard gewährt ihm und seinen Leuten Zutritt. Die Festung ist tatsächlich sicher, sie verfügt über die Möglichkeit sich einige Sekunden in der Zukunft zu verstecken. Alchkard hat diese Technik vor Jahren von einem Fremden geschenkt bekommen. Außerdem verfügt die Burg über einen Unterseehafen, inklusive Tauchboot. Mrothyr plant, damit zur STERNSCHNUPPE vorzudringen, um aus dem Raum gegen die Invasoren vorzugehen.

Zunächst will man aber die Nacht in Ruhe in der Festung verbringen und sich erholen. Nach nur kurzem Schlaf wird Mrothyr unsanft geweckt, Hachmad Alchkard wurde ermordet und auch die Zeitmaschine zerstört. Die Ligriden greifen bereits an.

Das U-Boot bleibt als einziger Ausweg, aber wer ist der Verräter? Irksregs Grüa beschuldigt den Würger, doch Mrothyr erkennt plötzlich die Wahrheit, der Telepath ist es, der falsches Spiel getrieben hat. Mrothyr war nur Mittel zum Zweck um in die Festung zu gelangen. Als Grüa das Tauchboot besteigen will, greift der Würger ihn an und stößt ihn ins Wasser, wo er von einem Tentakel nach unten gezogen wird.

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Re: Klassiker-Zyklus: das neue Konzil (700-749)

Beitrag von Grauer Lord »

Moin in die Runde, da ich jetzt zur (Sonntags-)Arbeit muss, meine schnelle Kritik:

Wenn Atlan nicht zur STERNSCHNUPPE kommt, kommt sie eben zu ihm. Und bringt noch einen schlagkräftigen Verbündeten mit. Auf diesen Nenner kann man nach Lektüre des ersten von zwei Mroythr-Romanen aus der Feder von H.G.Francis wohl die weitere Entwicklung der Handlung bringen. Der Autor hat den Planeten Zyrph und seine interessanten Bewohner offensichtlich als Ideen-Spielwiese zugeteilt bekommen. Ob die geheimnisvolle Aura des Bösen und Dunklen, die den Rebellen umgibt, Vorgabe war oder Eigenkreation? Eine Frage, die auch das grüne Feuer betrifft, das Mrothyr im Roman entfacht hat.

In jedem Fall gibt es ein paar neue Facetten der Kultur der Zyrpher, wie das skurrile Pärchen aus Würger und Hintergeher; die gnadenlose Ausplünderung des Planeten durch das Neue Konzil wird anhand des Krebsfänger-U-Bootes und des monströsen Tagebaulochs illustriert. Auch der geplante Abtransport von Kulturgütern war ein gutes Thema. Am Ende war die ganze Odyssee der Protagonisten aber nur eine von den Hyptons mittels eines Verräters ferngesteuerte Aktion, die sie zur sagenumwobenen Festung Ah-Akrapha des Rebellen Hachmad-Alchkard führen sollte. Der kann seine Festung mit einer Zeitmaschine, vermutlich so etwas wie der ATG, den es damals in der Hauptserie noch gab, in der Zeit versetzen und unangreifbar machen. Was den Besatzern natürlich ein Dorn im Auge ist. Dass Irksregs Grüa (ein herrlich spinnerter Name) der Verräter war, konnte man sich aber frühzeitig denken.

Alles in allem ein bunter Roman mit ein paar Stellen, die im Gedächtnis bleiben, wie das Auftauchen des Krebsfischer-Bootes. Mrothyr und seine Leute sind den Ligriden zunächst entkommen und steuern jetzt mit einem U-Boot zu einer Insel, auf der die STERNSCHNUPPE darauf wartet, endlich wieder in die Handlung zu kommen.
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    Yman
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    Re: Klassiker-Zyklus: das neue Konzil (700-749)

    Beitrag von Yman »

    Grauer Lord hat geschrieben: 18. Mai 2020, 12:03 Es sieht so aus, als gebe es eine tief verwurzelte, vielleicht sogar genetisch verankerte, Abwehrreaktion der Daila auf ihre Psi-begabten Artgenossen. Als sei die Verbannung ohne Alternative gewesen. Da könnte noch mehr hinterstecken.
    Ich bin da auch mal gespannt, was hier dahinter steckt. Vielleicht ein altes Geheimnis. Was für mich noch nicht ganz geklärt ist, ist, wer in jüngerer und weiter zurückliegender Vergangenheit das beherrschende Volk von Manam-Turu war bzw. ob es ein solches Volk überhaupt gegeben hat. Zur Mächtigkeitsballung einer SI scheint die Galaxie nicht zu gehören.
    Grauer Lord hat geschrieben: 18. Mai 2020, 12:03Merkwürdig, auch wenn es nur ein Randaspekt ist, ist der ganze Komplex Trysh. Auch wenn Aksuum mit dem Boten Elyl an Bord eines Schiffes von Trysh reist, wird nicht geschildert, wie die Bewohner dieser Welt eigentlich aussehen. Auf Seite 23 werden in der Zentrale des kochtopfförmigen Raumers zwar die „Urbewohner von Trysh“ erwähnt, ganz untypisch für die Serie aber nicht beschrieben. Und Trysh selber, immerhin auch ein Exilplanet der Daila-Mutanten, kommt nur in einer Gedankenbild-Projektion der Mutanten vor. Sie zeigt eine kalte Welt, deren Kontinente mit gigantischen, gläsernen Dächern überspannt und gewärmt werden. Schwebende Raumhäfen, Brücken aus stabilisiertem Wasser - eine Schilderung, die neugierig macht. Aus der aber für die Handlung (erst einmal?) nichts resultiert.
    Das finde ich auch alles sehr mysteriös. Trysh scheint sehr faszinierend zu sein, vielleicht sogar eine auf technischem Gebiet vorherrschende, aber nicht kriegerische Zivilisation anzudeuten.
    Grauer Lord hat geschrieben: 18. Mai 2020, 12:03 Dass die Legende um den „Rauchstreifen vom verlöschenden Feuer“ mit dem roten Riesen Gyd einen realen Kern hat, finde ich spannend. Die Lasquen in den Tiefen der Feste Quern waren auch sehr originell geschildert, ich musste immer an die Abschluss-Orgie gewisser Gallier am Ende eins jeden Heftes denken.
    Das Thema Asterix hatten wir ja schon mal. Auch hier passt es ganz gut. Auf diese Idee kann man wirklich kommen.
    Grauer Lord hat geschrieben: 18. Mai 2020, 12:03Ansonsten wartet Ellmer mit phantastischen Details „am Rande“ auf, wie den Gravitations- „Aquarien“ im finstersten Teil der Galaxis oder den exotischen Schiffen, mit denen die Daila-Mutanten am Sammelpunkt auftauchen.
    Ich weiß nur nicht, was ich daraus machen soll. Phantastisch und interessant war das alles, aber sind das Hinweise auf Dinge, die noch kommen, oder ist AE nur die Phantasie durchgegangen?`
    Grauer Lord hat geschrieben: 18. Mai 2020, 12:03Wichtigste Essenz des ganzen Heftes ist aber wohl die Einführung der geheimnisvollen Macht Guray. Ihre Handlanger sind Gestaltwandler, werden recht überraschend als ängstlich, hypernervös und feige geschildert. Guray ist wohl definitiv jene Macht, die hinter den Piraten von Manam-Turu steht, die zuletzt ja den Ligriden auf Dawaggor so zugesetzt haben. Manam-Turu hat keine hierarchische Struktur wie Alkordoom, es scheint aber auch hier geheimnisvolle, alte Mächte im Hintergrund zu geben. Nur agieren sie deutlich mehr, auf fast schon paranoide Weise, im Verborgenen.
    Ja, ich denke auch, dass hier vieles aus dem Verborgenen kommt. Ich fände es auch wohltuend, wenn mal keine Superintelligenz in Erscheinung tritt, die ein vorherrschendes Hilfsvolk als dominierende Macht in der Galaxie einsetzt, sondern dass sich historisch eine Galaxie ohne entsprechende Imperien entwickelt hat, in der geheimnisvolle alte Mächte aus dem Hintergrund wirken.
    Lumpazie hat geschrieben: 24. Mai 2020, 09:20 Im Jahr 1985 erschien der Band 720 der Atlan-Heftserie:

    Die Falle der Hyptons

    von H.G. Francis
    Grauer Lord hat geschrieben: 24. Mai 2020, 09:22 Der Autor hat den Planeten Zyrph und seine interessanten Bewohner offensichtlich als Ideen-Spielwiese zugeteilt bekommen. Ob die geheimnisvolle Aura des Bösen und Dunklen, die den Rebellen umgibt, Vorgabe war oder Eigenkreation? Eine Frage, die auch das grüne Feuer betrifft, das Mrothyr im Roman entfacht hat.

    In jedem Fall gibt es ein paar neue Facetten der Kultur der Zyrpher, wie das skurrile Pärchen aus Würger und Hintergeher; die gnadenlose Ausplünderung des Planeten durch das Neue Konzil wird anhand des Krebsfänger-U-Bootes und des monströsen Tagebaulochs illustriert. Auch der geplante Abtransport von Kulturgütern war ein gutes Thema. Am Ende war die ganze Odyssee der Protagonisten aber nur eine von den Hyptons mittels eines Verräters ferngesteuerte Aktion, die sie zur sagenumwobenen Festung Ah-Akrapha des Rebellen Hachmad-Alchkard führen sollte. Der kann seine Festung mit einer Zeitmaschine, vermutlich so etwas wie der ATG, den es damals in der Hauptserie noch gab, in der Zeit versetzen und unangreifbar machen.
    Die Handlung, bei der ein Verräter in eine sonst uneinnehmbare Festung eingeschleust wird, fand ich typisch HGF, insofern auch ganz gut geschrieben, wenn auch etwas vorhersehbar, wie z.B. dass der Telepath der Verräter war. Die Figuren des Romans waren durchweg interessant, auch der Würger mit dem Hintergeher, das gehört wie das Schreiben einer spannenden Handlung zu den Stärken von HGF.

    Relativ schwach waren aber viele Beschreibungen von, so z.B. der Stadt, wo die Kunstwerke geraubt werden. Da heißt es nur "bizarre Gebäude", ohne dass diese näher beschrieben werden, genauso wenig wie die Kunst selbst. Das wirkt dann etwas einfallslos. Kunstbanausen, die Kunst für so wichtig halten, dass sie ihr Leben dafür riskieren, sind wenig überzeugend. Ich würde mich wundern, wenn HGF selbst sich sehr für Kunst interessiert hätte.

    Etwas überraschend fand ich die Risszeichung, ein Forschungsschiff der Daila, das auch im Roman an einer Stelle Erwähnung findet. Der wissenschaftliche Stand der Daila scheint höher zu sein als ich mir das vorgestellt hatte.

    Auf dem stimmungsvollen Titelbild sieht man wohl Arishka (mit roten Haaren) und wahrscheinlich Mrothyr und Grüa, die kurz davor stehen, die ATG-Burg zu erreichen.

    Mit der Fortsetzung, Teil 2 von HGF, werde ich dann mal anfangen. Es läuft wohl auf die "Bergung" der STERNSCHNUPPE und Rekrutierung neuer Helfer für Atlan hinaus. Ich finde es gut, dass es auch solche Romane ohne Atlan gibt, mit Hauptfiguren, die auch mal sterben können, was die Roman spannender macht.
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