Klassiker - Die Zeitabenteuer

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Yman
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Re: Klassiker - Die Zeitabenteuer

Beitrag von Yman » 22. Juli 2017, 21:02

dandelion hat geschrieben:Heiko Langhans wollte in der Reihenfolge der Blaubände vorgehen. Hier seine diesbezügliche Anmerkung bei der Threaderöffnung.

Dabei orientieren wir uns an der Reihenfolge, wie sie in den Blaubänden festgelegt worden ist, gehen nach deren Abschluss den Band Kristallprinz in Not an und widmen uns zuletzt den beiden Atlan-X-Trilogien sowie dem "letzten" Band, Die Rätsel von Assur.
Ist das dann jetzt immer noch von allen so gewünscht? Wirklich Sinn macht das eigentlich nicht. Und noch wäre es nicht zu spät, etwas chronologischer vorzugehen.

Im Moment hole ich gut auf, habe gerade, ggf. eine Seite zurückblättern, etwas zu "Sturm über Babylon" (das letzte Abenteuer im 4. Blauband) geschrieben, so dass ich jetzt mit Band 5 weiter mache. "Das Rätsel von Assur" beispielsweise könnte ich aber parallel auch noch lesen.

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Wanderer777
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Re: Klassiker - Die Zeitabenteuer

Beitrag von Wanderer777 » 22. Juli 2017, 21:15


Selbstverständlich wäre ich auch dafür es handlungschronologisch* zu machen (also die Kreta-Trilogie nachholen) ...
Meine Nummerierung meint die Erstveröffentlichungen, nicht die Blaubände-Überarbeitung ...
wobei die Kurzgeschichte aus dem Perry Rhodan Magazin, die mit Teil 17 im Blauband verarbeitet wurde, extra gelistet wurde:


18 PRM 81/06 0000 (1848 vChr) Hans Kneifel - Der vergessene Bericht/Der achte Mond

Eine Abstimmung hier zu machen ist vielleicht übertrieben, aber es sollten alle ihre Meinung kundtun. :st:

Aber selbstverständlich richte ich mich da/dann nach den Anderen Teilnehmern.
^_^

* bezogen auf die Ereignisse auf der Erde mit Atlan ...
Zuletzt geändert von Wanderer777 am 22. Juli 2017, 21:17, insgesamt 2-mal geändert.
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Bin seit einiger Zeit im Ruhestand ...
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Bis dahin kann man via PN (Private Nachrichten) jederzeit mit mir in Kontakt treten!

Er ist ein echter Nirgendsmann,
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macht so manchen Nirgendsplan für niemanden.
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Re: Klassiker - Die Zeitabenteuer

Beitrag von dandelion » 22. Juli 2017, 21:16

Ich kann auch mit der chronologischen Reihenfolge leben und sie wäre irgendwie schon sinnvoll, weil dadurch die betroffenen Zeiträume im Zusammenhang abgehandelt werden könnten. Allerdings müßten wir dann noch mal ein Stück zurück in die Vergangenheit zu den Kreta-Bänden.

Gefragt sind aber letztlich die Threadbetreiber Heiko und Lumpazie.

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Re: Klassiker - Die Zeitabenteuer

Beitrag von Yman » 22. Juli 2017, 21:17

Wanderer777 hat geschrieben:
Selbstverständlich wäre ich auch dafür es handlungschronologisch zu machen (also die Kreta-Trilogie nachholen) ..
Ich wäre da aus nahe liegenden Gründen auch dafür, richte mich natürlich aber auch nach den anderen Teilnehmern.

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Re: Klassiker - Die Zeitabenteuer

Beitrag von Yman » 22. Juli 2017, 21:19

dandelion hat geschrieben:Ich kann auch mit der chronologischen Reihenfolge leben und sie wäre irgendwie schon sinnvoll, weil dadurch die betroffenen Zeiträume im Zusammenhang abgehandelt werden könnten. Allerdings müßten wir dann noch mal ein Stück zurück in die Vergangenheit zu den Kreta-Bänden.
Das wäre für mich kein Problem. Kreta - das passt doch jetzt perfekt in die Urlaubszeit! :D

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Re: Klassiker - Die Zeitabenteuer

Beitrag von Lumpazie » 23. Juli 2017, 18:14

dandelion hat geschrieben:Ich kann auch mit der chronologischen Reihenfolge leben und sie wäre irgendwie schon sinnvoll, weil dadurch die betroffenen Zeiträume im Zusammenhang abgehandelt werden könnten. Allerdings müßten wir dann noch mal ein Stück zurück in die Vergangenheit zu den Kreta-Bänden.

Gefragt sind aber letztlich die Threadbetreiber Heiko und Lumpazie.
Yman hat geschrieben:
Wanderer777 hat geschrieben:
Selbstverständlich wäre ich auch dafür es handlungschronologisch zu machen (also die Kreta-Trilogie nachholen) ..
Ich wäre da aus nahe liegenden Gründen auch dafür, richte mich natürlich aber auch nach den anderen Teilnehmern.
Grundsätzlich ist es so, das sich Heiko Langhans bei der chronologischen Einstellung der Taschenbücher etwas gedacht hat. Dieser Thread ist Hans Kneifel gewidmet und betrachtet quasi einen wichtigen Teil seines Lebenswerk. Analog sieht Heiko da die Atlan X-Bände wie seinerzeit die Planetenromane zu der Hauptheftserie. Sprich - erst kam die Besprechung der Hauptserie, danach folgten die TBs die in diesem Zeitraum spielten (egal ob sie handlungstechnisch VOR, während oder NACH dem Zyklus spielten). Das sollten wir bei einer eventuelle Änderung berücksichtigen!

Genauso wie beim Einstellungsrhytmus richte ich mich mit der chronologischen Gliederung da nach Euren Wünschen. Gerne liefere ich die Kreta-Trilogie nach und stelle die Romane in Zukunft nach dem chronologischen Handlungsverlauf ein. Ich halte es da mit der Demokratie - diskutiert es aus und stimmt ab. Die meisten sind ja schon dafür - vielleicht meldet sich auch Cardif und piehdschäij noch zu Wort. Heiko hat seine Mächtigkeitsballung erstmal verlassen und wird uns wohl wegen so ein kleinen Änderung nicht gleich den Kopf abreisen. Vielleicht liest er auch zufällig mit und meldet sich auch zu Wort - ich denke, stören muss man ihn deswegen nicht.

Machen wir es so. Ich warte noch bis nächsten Samstag ab. Ihr meldet Euch zu Wort. Am Sonntag kann ich, je nach Ergebnis, dann den ersten Kreta-Teil oder halt das reguläre Zeitabenteuer einstellen - ok?

Soweit meine Meinung als stellvertretender Threadbetreiber. B-)

Ich privat lese, aber diskutiere ja nicht viel mit. Auch wenn ich Heikos Vorgangsweise verstehe, wäre mir privat auch eine Einstellung nach dem chronologische Handlungsablauf lieber. :st:
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Re: Klassiker - Die Zeitabenteuer

Beitrag von piehdschäij » 23. Juli 2017, 20:03

Ich halte eine handlungschronologische Reihenfolge ebenfalls für sinnvoll: Auf der einen Seite hat man dadurch die geschichtlichen Zusammenhänge besser beieinander - ob ich mich in zwei Jahren noch an die Details der "Insel der Ungeheuer" erinnere, bezweifle ich sehr. Andererseits bietet sich dadurch die Möglichkeit, den Wandlungen des Erzählstils von Kneifel oder gar den möglicherweise anderen Stilen der Atlan-X-Mitautoren nachzuspüren - wie wir es jetzt ja auch schon mit den verschiedenen Planetenroman-Reihen tun.

Soweit ich das überblicke, sind ja alle Geschichten als Ebook verfügbar, also gibt es da für mich als Elektro-Leser keine Beschaffungsprobleme.

Noch eine Bitte: Sollten wir die Atlan-X-Bände einfügen, würde ich für den zweiwöchentlichen Rhythmus pro Band plädieren, nicht pro Zyklus (also nicht alle drei Kreta-Bände auf einmal - das überstiege dann doch mein Lesetempo).

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Re: Klassiker - Die Zeitabenteuer

Beitrag von dandelion » 23. Juli 2017, 20:25

piehdschäij hat geschrieben:
Noch eine Bitte: Sollten wir die Atlan-X-Bände einfügen, würde ich für den zweiwöchentlichen Rhythmus pro Band plädieren, nicht pro Zyklus (also nicht alle drei Kreta-Bände auf einmal - das überstiege dann doch mein Lesetempo).
Der bisherige Rythmus sollte auf jeden Fall beibehalten werden. Drei Kretabände in zwei Wochen wären auch aus meiner Sicht eindeutig zuviel.

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Re: Klassiker - Die Zeitabenteuer

Beitrag von Yman » 23. Juli 2017, 21:24

piehdschäij hat geschrieben:Noch eine Bitte: Sollten wir die Atlan-X-Bände einfügen, würde ich für den zweiwöchentlichen Rhythmus pro Band plädieren, nicht pro Zyklus (also nicht alle drei Kreta-Bände auf einmal - das überstiege dann doch mein Lesetempo).
Wenn niemand Einwände hat, könnten wir es so machen. Nächsten Sonntag den ersten Kreta-Band, und zwei Wochen später den nächsten.

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Re: Klassiker - Die Zeitabenteuer

Beitrag von Lumpazie » 24. Juli 2017, 08:53

piehdschäij hat geschrieben:Noch eine Bitte: Sollten wir die Atlan-X-Bände einfügen, würde ich für den zweiwöchentlichen Rhythmus pro Band plädieren, nicht pro Zyklus (also nicht alle drei Kreta-Bände auf einmal - das überstiege dann doch mein Lesetempo).
dandelion hat geschrieben: Der bisherige Rythmus sollte auf jeden Fall beibehalten werden. Drei Kretabände in zwei Wochen wären auch aus meiner Sicht eindeutig zuviel.
Natürlich wird der 2 Wochen-Ryhtmus weiter eingehalten, etwas anderes war nie geplant. Ich hatte ja auch geschrieben:
Lumpazie hat geschrieben: ................
Machen wir es so. Ich warte noch bis nächsten Samstag ab. Ihr meldet Euch zu Wort. Am Sonntag kann ich, je nach Ergebnis, dann den ersten Kreta-Teil oder halt das reguläre Zeitabenteuer einstellen - ok?
................
;) :P
Yman hat geschrieben: Wenn niemand Einwände hat, könnten wir es so machen. Nächsten Sonntag den ersten Kreta-Band, und zwei Wochen später den nächsten.
So machen wir es :st:
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Re: Klassiker - Die Zeitabenteuer

Beitrag von dandelion » 25. Juli 2017, 20:29

Yman hat geschrieben:Zu "Sturm über Babylon" (das letzte Abenteuer im 4. Blauband)
...

Sehr seltsam fand ich Atlans Behauptung, als er zwischen Hammurabi und dem Akonen stand, in seinem Volk gäbe es nur eine Klasse (einen Stand) der Menschen, und jeder könnte aufgrund seiner Fähigkeiten Herrscher werden. Sein Volk? Arkon? Hat er den arkonidischen Adel vergessen? Jeder kann Imperator werden? Da hat Atlan wohl glatt gelogen.
Na ja, Atlan war schon lange weg von Arkon, diese Verklärung der tatsächlichen Verhältnisse beruhte aber kaum auf Erinnerungslücken, sondern diente wohl nur dem Zweck, den Gegner zu reizen. Wie weit Atlan zu dieser Zeit (oder auch später) demokratisch gesinnt war, kann ich gar nicht beantworten, wie ich mir eingestehen muß.

Das Hans Kneifel nicht gewußt hat, wie die gesellschaftlichen Verhältnisse auf Arkon ansonsten dargestellt wurden, läßt sich sicher ausschließen.

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Re: Klassiker - Die Zeitabenteuer

Beitrag von piehdschäij » 26. Juli 2017, 08:25

dandelion hat geschrieben:... diese Verklärung der tatsächlichen Verhältnisse beruhte aber kaum auf Erinnerungslücken, sondern diente wohl nur dem Zweck, den Gegner zu reizen. Wie weit Atlan zu dieser Zeit (oder auch später) demokratisch gesinnt war, kann ich gar nicht beantworten, wie ich mir eingestehen muß.
Möglicherweise spielt hier auch die Entstehungszeit eine Rolle: "Sturm über Babylon" erschien im Januar 1970, wurde also 1969 geschrieben - kurz nach der berüchtigten "Monitor"-Sendung, die der PR-Reihe Faschismusnähe vorwarf. In diesem Zusammenhang war es sicher wichtig, die demokratische Verankerung der Serie zu betonen. Das klingt zwar im Rahmen der Zeitabenteuer weit hergeholt, aber die Debatte damals war ja sehr aufgeheizt und wenig von Sachkenntnis der PR-Reihe getrübt. Ich könnte mir vorstellen, dass es sogar Vorgaben in dieser Richtung von Seiten des Verlags gab, aber das ist reine Spekulation meinerseits. Vielleicht wissen da andere im Forum etwas mehr über die Hintergründe.

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Re: Klassiker - Die Zeitabenteuer

Beitrag von dandelion » 26. Juli 2017, 18:09

piehdschäij hat geschrieben:Ich könnte mir vorstellen, dass es sogar Vorgaben in dieser Richtung von Seiten des Verlags gab, aber das ist reine Spekulation meinerseits.
Das könnte durchaus eine Rolle gespielt haben. In der PR-Chronik ist vom Einsatz "subtiler" Mittel die Rede, um der "Medienhetze" nach der Monitor-Sendung zu begegnen. Da würde die Betonung demokratischer Strukturen gut passen.

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Re: Klassiker - Die Zeitabenteuer

Beitrag von Yman » 26. Juli 2017, 18:11

Vielleicht gibt es auch einen Grund, warum Bruck die Arkoniden auf den Atlan-Tibis selten blond gezeichnet hat. Rote Augen hin oder her.

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Re: Klassiker - Die Zeitabenteuer

Beitrag von Lumpazie » 30. Juli 2017, 00:05

Wie ausgemacht liefere ich den ersten Band der Kreta-Trilogie nach (in 2 Wochen dann Teil 2, in 4 Wochen Teil 3). Die Kreta-Trilogie erschien als Taschenbuchreihe ATLAN-X enthält neue Zeitabenteuer des Arkoniden Atlan. Sie wurde von dem Verlag Fantasy Productions (FanPro) herausgegeben.

Der erste Roman sollte ursprünglich in der Reihe Moewig-Phantastic erscheinen, doch diese wurde wegen Verkaufs der Verlagssparte im Oktober 2001 plötzlich eingestellt. Dennoch wurde der Roman in einer kürzeren Fassung 2001 unter dem Titel »Lotsen im Sandmeer« als E-Book veröffentlicht. Er wurde für die Reihe ATLAN X erweitert und komplett überarbeitet. Nach dem ersten Band wird die Handlung nach Kreta umgeblendet, zum Labyrinth von Knossos und zum rätselhaften König Minos.

Zeitlich spielt die Kreta-Trilogie zwischen den Ereignissen des Taschenbuch Nr. 173 "Im Bann des schwarzen Dämonen" und TB-Nr. 177 "Kämpfer für den Pharao".

Im Juni 2009 erschien der 1.Teil der Kreta-Trilogie in der Reihe Atlan-X-Taschenbücher:

"Lotsen im Sandmeer"

von Hans Kneifel

Bild

Handlung:

Der Späher Ipet-Amûn liegt eingegraben im Sand auf einer Anhöhe und beobachtet eine Schmugglerkarawane aus dem Land Kusch, die auf alten Pfaden Gold, Elefantenzähne, Löwenfelle, Straußenfedern, Heboni-Holz und auch Sklaven auf den Rücken von Eseln durch die Wüste Tjehenu transportieren. Auch ein von Pferden gezogener Streitwagen und bewaffnete Männer begleiten die Karawane. Auf schnellstem Weg eilt Ipet-Amûn zu seinem Vorgesetzten Sokar-Nachtmin nach Itch-Taui zurück, um Bericht zu erstatten. Die Schmuggler schaden der florierenden Wirtschaft der Rômet des Landes Tameri und damit dem Pharao Amenemhet.

Sokar-Nachtmin sucht den in Bau befindlichen Hafen von Itch-Taui auf, wo die GOLDENE ZEDER vertäut ist. Er will den Kapitän des seetüchtigen Schiffes um Hilfe bitten, den geheimen Hafen am Ufer des Großen Grünen zu finden, in dem die Sklavenschiffe der Schmuggler ankern. Ka-aper, der Steuermann der GOLDENEN ZEDER, hört sich Sokar-Nachtmins Bitte geduldig an.

Ahiram-Acran und seine Begleiterin Asyrta-Maraye werden von Rico mit Bildern aus Itch-Taui versorgt. Robotsonden überfliegen das Land Tameri und halten den Arkoniden auf dem Laufenden. Atlan, alias Ahiram-Acran, erteilt Rico den Befehl, Kapitän Siren zu beauftragen, eine Mannschaft für die GOLDENE ZEDER zusammenzustellen.

Atlan und Asyrta-Maraye rüsten sich für ihre bevorstehende Expedition mit der GOLDENEN ZEDER in der Tiefseekuppel mit notwendigen Ausrüstungsgegenständen aus. Während die Roboter an der Fertigstellung eines Sandseglers arbeiten, studieren Atlan und die Frau die von den Spionsonden übermittelten Bilder, um informiert nach Tameri zu reisen. Als Transportmittel wird ein mit einer Ladefläche ausgestatteter Gleiter gewählt, auf der auch Horus, der robotische Falke, Kuppelzelte, schwere Maschinen, Wasserkanister, Lebensmittel und zahlreiche andere nützliche Dinge untergebracht werden. Atlan reist in der Identität des Händlers Ahiram-Acran.

Auf dem Flug nach Tameri wird das Ufer der Kargen Küste genau beobachtet, doch keine Anzeichen eines Stützpunktes entdeckt. In Itch-Taui nähern sich Ahiram-Acran und Asyrta-Maraye im Schutz eines Deflektorschirmes den Hafenanlagen. Vor der GOLDENEN ZEDER schalten sie das Feld ab. An Bord werden Siren, Ka-aper und Cheper freundschaftlich begrüßt. Bei Wein wird das geplante Vorgehen gegen die Schmugglerkarawanen besprochen.

Sokar-Nachtmin bringt Atlan und seine Begleiter in den Palast, wo sie vom Pharao empfangen werden. Amenemhet ordnet an, Ahiram-Acran volle Unterstützung zu gewähren. In einigen Tagen wird mit Hilfe Nachtmins eine Mannschaft, ergänzt mit Spähern und Bogenschützen, zusammengestellt. Begleitet von drei Schiffen voller Soldaten legt die GOLDENE ZEDER ab. Atlan, Asyrta-Maraye, Li-Meret und Sokar-Nachtmin folgen den Schiffen mit dem Gleiter. In einer Bucht der Kargen Küste schlagen sie ihr Lager auf, um auf die GOLDENE ZEDER und das Schmugglerschiff zu warten. Sokar-Nachtmin und Li-Meret kommen aus dem Staunen über die fremdartigen Hilfsmittel des Händlers nicht heraus. Sie packen Tauschwaren aus und warten auf die Ankunft einer Karawane. Um die Lage zu erkunden, startet Ahiram-Acran mit dem Sandsegler Richtung der Oase Ihuta, von der die erwartete Karawane aufgebrochen ist. Mit an Bord des Seglers befinden sich neben Asyrta-Maraye auch Sokar-Nachtmin und seine Gefährtin Li-Meret. Bald treffen sie auf die Karawane, bestehend aus zahlreichen Sklaven, vielen vollbepackten Eseln und einigen Bewaffneten, die durch die Wüste trotten. Der Sandsegler kehrt zur Bucht an der Kargen Küste zurück.

Als die Karawane der Neheshi das Lager erreichen, sind sie erstaunt, anstelle von Sobekpanefer den ihnen unbekannten Händler Ahiram-Acran anzutreffen. Die Tiere werden entladen, die erschöpften Männer und Sklaven gut bewirtet. Hapu-panacht und Chenti-Hor machen gute Geschäfte mit Ahiram-Acran.

Nach dem Abzug der Schmugglerkarawane startet der Sandsegler nach Ihuta. Ahiram-Acran, Asyrta-Maraye, Sokar-Nachtmin und Li-Meret verschaffen sich einen Überblick, dann geht es zurück zum Lager.

Der Kapitän der inzwischen eingetroffenen ISIS AM MORGEN berichtet von der baldigen Ankunft des Händler Sobekpanefer an der Kargen Küste. Die GOLDENE ZEDER sticht mit der ISIS sofort in See um die SILBERNE TRUHE abzufangen. Das Handelsschiff wird aufgebracht. Sobekpanefer und die meisten Männer der Besatzung werden mit Lähmstrahlen außer Gefecht gesetzt. Der größte Teil der Ladung wird an Bord der GOLDENEN ZEDER gebracht. Steuermann Hay Thweat setzt die Segel und nimmt Kurs auf das offene Meer, begleitet von der Warnung, sich nie mehr im Machtbereich Amenemhets blicken zu lassen.

Sesostris, der Sohn des Pharao, beauftragt Ahiram-Acran mit dem Bau eines seetüchtigen Schiffes, das in der Lage sein soll, das Große Grüne zu durchqueren und bis Keftiu vorzustoßen.

Ahiram-Acran fliegt mit dem Sandsegler und sechs Gefährten neuerlich in die Oase Ihuta. Das Fahrzeug wird in einen Deflektorschirm gehüllt, um keine Aufmerksamkeit zu erregen. Dann begibt sich die Gruppe zu Sobekpanefers Anwesen, wo sie von Chrateanch empfangen werden und Unterkunft und Verpflegung erhalten. Hapu-panacht führt den Händlerfürsten und seine Begleiter durch Ihuta. Dabei erfahren sie von Than-Creti, dem Langersehnten, für den Tempel erbaut wurden.

In der Nacht schickt Atlan eine Sonde aus, die das Innere des Großen Tempels des Amûn erkundet. Die Bilder zeigen die Segnung eines selbstbewussten dunkelhäutigen Mannes, der vom Gott Amûn gesegnet wird. An der Decke ist ein Sternenhimmel mit sechs Planeten zu erkenne, obwohl die Rômet nur fünf Planeten kennen. Ahiram-Acran holt die Sonde zurück.

Am nächsten Morgen besuchen Ahiram, Asyrta-Maraye, Hapu-panacht und Sokar-Nachtmin den Tempel und sprechen mit den Priestern Pa-nedjem und Ipuia. Ahiram-Acran kommt mit Hapu-panacht, Pa-nedjem, Ipuia und Chenti-Hor überein, die Schmugglerkarawanen zu reduzieren und stattdessen mehr Handel mit den Verwaltern des Pharaos zu treiben.

Zurück an der Küste des Großen Grünen werden drei Schiffe des Pharaos mit den Waren von zwei eingetroffenen Karawanen beladen.

Drei Tage später verlässt der Sandsegler mit dem Handelsfürsten, Petetûm und Ka-aper die Bucht und steuert erneut Ihuta an. Acran richtet einen Psychostrahler auf Hapu-panacht und Chrateanch und befiehlt ihnen, an Bord zu kommen. Dann geht der Flug zur Pforte der Einsamkeit. Dort angekommen bringt Hapu-panacht Ahiram-Acran zu Meria-Ahmose. Stundenlange Gespräche mit Chenti-Hor und Meria-Ahmose folgen. Der Sandsegler fliegt weiter gen Süden und durch die Weiße Wüste. Im Land der Kuh verhandelt Ahiram-Acran mit Hay-Chefu über Handelsbeziehungen mit dem Reich des Pharao. Entlang der Straße der vierzig Tage geht es zur Oase Land der fernen Palmen und ins Bogenland. Dort suchen sie in einem Nebental die von Twôt und Seneb-Tjenet geführte Oase. Auch dort ist Acran erfolgreich. In der Oase versammeln sich etwa 4000 Neheshi. Ahiram-Acran spricht zu ihnen und erklärt, dass er keineswegs der lang ersehnte Than-Creti sei. Doch die Bewohner des Landes sollen sich auf dessen Ankunft vorbereiten.

Ahiram-Acran setzt den Sandsegler auf einer Düne inmitten der Wüste ab. Bevor sich die Männer zur Nachtruhe begeben, werden Projektoren aufgestellt, die das Lager mit einem Energiezaun umgeben. Diese trotz der grenzenlosen Einsamkeit der Gegend anscheinend unnötige Vorsichtsmaßnahme erweist sich als goldrichtig. Während der Nacht schleichen sich dunkle Gestalten aus allen Himmelsrichtungen an. Ahiram-Acran setzt zahlreiche Angreifer mit seiner Lähmwaffe außer Gefecht, während die Pfeile seiner Gefährten Opfer fordern. Während des Kampfes verliert Acran den Wesech, in den der Zellaktivator eingearbeitet ist. Nachdem die Angreifer ausgeschaltet sind, beginnt eine fieberhafte Suche nach dem lebensnotwendigen Gerät. Ahiram-Acran zieht den Wesech selbst erleichtert aus dem Sand. Das Lager wird abgebaut und der Sandsegler startet nach Ihuta.

In der Oase treffen auch Asyrta-Maraye, Sokar-Nachtmin und Siren mit einem großen Gleiter ein. Die Gefährten verabschieden sich von Hapu-panacht und Chrateanch mit der Bitte, dafür zu sorgen, dass die Karawanen neue Pfade finden und mit dem Gottkönig fairer Handel getrieben werden soll. Das wird den erwarteten Truppen des Pharaos den Wind aus den Segeln nehmen und einen Krieg verhindern.

Sesostris hat in der Zwischenzeit Schiffsbauer und Arbeiter zusammengezogen. Aus auf dem Hapi verkehrenden Schiffen aus Zedernholz sollen drei seetüchtige Schiffe entstehen. Ahiram-Acran lässt Bleche aus Kupfer auf den Schiffsrümpfen montieren, um die Seetüchtigkeit der Schiffe zu verbessern.

Das nächste Ziel Ahiram-Acrans ist die Bucht an der Kargen Küste, wo die GOLDENE ZEDER wartet. Kapitän Djedef-Râ ist mit der AMÛNS PRÄCHTIGKEIT eingetroffen. Der Kapitän überbringt eine Nachricht von Sesostris, in der geschrieben steht, dass der Pharao und sein Sohn den Schmuggel nicht dulden werden und Truppen in die Wüste vordringen und die westlichen Oasen besetzen werden. Die AMÛNS PRÄCHTIGKEIT wird mit Kostbarkeiten beladen und tritt die Reise nach Itch-Taui an. Ahiram-Acran selbst lässt den Gleiter mit auserlesenen Tauschwaren beladen, die für den Pharao bestimmt sind.

In Itch-Taui angekommen, landet der Gleiter im Schutze seines Deflektorfeldes im Garten des Anwesens von Sokar-Nachtmin. Der Oberaufseher der Palastgarde macht sich auf, um die Stimmung in der Stadt zu erkunden. Er kehrt mit der Nachricht zurück, dass sich der Pharao und Sesostris nach Mennefer begeben haben und dort einige Zeit verbringen werden. So geht es weiter nach Menefer.

In der alten Hauptstadt macht sich Ahiram-Acran im Schutz eines Deflektorfeldes zum Ohr des Ptah auf. Er platziert im trichterförmigen Gehörgang ein winziges kugelförmiges Gerät, mit dem er die Gespräche der Ratsuchenden mitverfolgen und auch Antwort geben kann. So gibt der Handelsfürst Antwort auf die an den Gott Ptah herangetragenen Bitten und Wünsche der Rômet. Er nutzt auch gleich die Gelegenheit, um vorbeikommenden Priestern einzuflüstern, dass Ahiram-Acran den Befehl des Gottkönigs ausgeführt hat und dass mit den Neheshi ein ehrlicher und gerechter Handel getrieben werden soll, auch wenn weiterhin Schmuggelkarawanen die Wüste durchqueren werden – allerdings nicht mehr in dem Ausmaß wie es bisher üblich war. Auch warnt er vor Than-Creti, der geweckt werden wird, wenn die Truppen des Herrschers die Neheshi angreifen werden.

Im Schutz eines Deflektorfeldes sucht Ahiram-Acran den kranken und bettlägerigen Pharao Amenemhet im Palast von Menefer auf. Der Handelsfürst setzt seinen Psychostrahler ein, um die anwesenden Ärzte und Diener zum Verlassen des Gemachs zu veranlassen. Als er mit dem alten Gottkönig allein ist, nimmt Ahiram seinen Wesech ab und legt ihn auf die Brust des Pharao. Im Gespräch mit Amenemhet beschwört er den Herrscher, von einem Beutezug gegen die Neheshi abzusehen. Die Truppen würden in der sengenden Sonne den Tod finden. Erschöpft schläft der Pharao ein. Nach drei Stunden nimmt Ahiram-Acran den Wesech wieder an sich und verlässt den Palast. Am nächsten Morgen erhebt sich der Pharao sichtlich erholt von seinem Lager.

Ahiram-Acran hat Asyrta-Maraye versprochen, ihr den Palast und die schönsten Tempel Menefers zu zeigen. Ein Abstecher mit dem Gleiter führt sie zu den drei Per djeti, den riesigen pyramidenförmigen Grabmalen. Nach dem Ausflug verlassen sie am nächsten Morgen Menefer und fliegen mit dem Gleiter zur Bucht, in der noch immer die GOLDENE ZEDER vor Anker liegt. Kapitän Siren, Ka-aper und Cheper erhalten alle noch vorhandenen Waren in den Depots und auch die ZEDER geht in ihren Besitz über. Ahiram-Acran und Asyrta-Maraye verabschieden sich und fliegen mit dem Gleiter wieder in ihre wohnlich ausgestattete Höhle, aus der sie zu diesem Abenteuer aufgebrochen sind.

Atlan studiert die Karten und das Bildmaterial, das Rico von Keftiu angefertigt hat. Einen geeigneten Ankerplatz für die drei Schiffe der Rômet findet er auf der Nordseite der Insel. Um dort landen zu können, muss allerdings das Inselkap umsegelt werden. Als Ahiram-Acran kehrt er zur Baustelle zurück, in der die HERRIN DES HAPI, die STRAHLEN DES RÂ und die PFEIL DER INSEL bis auf die Innenausstattung fertiggestellt worden sind. Der Handelsfürst kontrolliert peinlich genau den Zustand der Schiffe und ist mit der Arbeit der Schiffsbauer restlos zufrieden. Um den Kapitänen Cheper, Sobek-Djaa und Sa-Renput die Navigation zu erleichtern, schenkt ihnen Ahiram-Acran einen von Rico hergestellten Kompass, der sich nach fünf Jahren auflösen wird. Nach der Erprobung der Schiffe und wenn der endgültige Termin des Auslaufens feststeht, wird der Handelsfürst mit seiner Begleiterin zurückkehren.

Ahiram-Acran sucht Chrateanch in Ihuta auf. Von ihr wird ihm die Neheshi Thot-K'aima zur Verfügung gestellt, die als Dolmetscherin auf den Schiffen nach Keftiu reisen soll, um eine Verbindung zwischen den Bewohnern der Insel und den Rômet herzustellen. Per Transmitter wird die Neheshi in die Tiefseekuppel geschickt, wo sie von Rico empfangen und einer Hypnoschulung unterzogen wird. Asyrta-Maraye weicht dabei nicht von ihrer Seite. Nach Beendigung ihrer Ausbildung wird Thot-K'aima mit dem Gleiter nach Keftiu gebracht, wo in einer Höhle für sie eine bequeme Unterkunft geschaffen worden ist. Die Burg von Knossos ist in Sichtweite. Thot-K'aima wird als Quellnymphe den erwarteten Hirten und Wanderern Ratschläge erteilen.

In Itch-Taui werden die drei Schiffe mit Handelsgütern und Geschenken beladen. Dann legen sie ab und nehmen Kurs auf Keftiu.

Anmerkungen


Der Roman beginnt im Monat Mechyr (November/Dezember) und endet im Frühsommer, während Atlan und Maraye auf »den ersten Tag des Mondes Toth« (15. Juni) warten.

Das Titelbild existiert in unterschiedlichen Versionen, eines für das Taschenbuch, andere für das eBook und Hardcover:

Bild

Bild

Bild

Der obige Text wurde per GNU-Lizenz der Perrypedia entnommen.
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Re: Klassiker - Die Zeitabenteuer

Beitrag von Yman » 30. Juli 2017, 17:14

Lumpazie hat geschrieben:Zeitlich spielt die Kreta-Trilogie zwischen den Ereignissen des Taschenbuch Nr. 173 "Im Bann des schwarzen Dämonen" und TB-Nr. 177 "Kämpfer für den Pharao".
Erschienen 1977 bzw. 1978, d.h. mehr als 30 Jahre vor "Lotse im Sandmeer". Das ist nicht wenig Abstand.
Lumpazie hat geschrieben:Im Juni 2009 erschien der 1.Teil der Kreta-Trilogie in der Reihe Atlan-X-Taschenbücher:

"Lotsen im Sandmeer"

von Hans Kneifel
Dieses Mal habe ich überraschend lange zum Lesen gebraucht, so als ob dieses Zeitabenteuer den doppelten Umfang gehabt hätte. Das Abenteuer endet mit einer Überleitung zum nächsten: Drei Romet-Schiffe unterwegs nach Kreta, die Übergabe der drei Kompass-Schiffchen, die Konditionierung von Thot-K'aima als sprachkundige Ansprechpartnerin/Mittlerin für die Händler. Thematisch ist der Roman damit, mit der gefährlichen Überquerung des Mittelmeers, des Großen Grünen, mit vergleichsweise primitiven Schiffen, (ungewollt) ziemlich aktuell.

Das geht aber auch schon wieder zu weit in die Fortsetzung. Das Zeitabenteuer fängt ja mit dem Durchqueren der Sandwüsten und dem strategischen Vergraben/Verstecken von Wasserkrügen an. Die Höhepunkte waren für mich der Sandsturm, bei dem sich der Sandsegler gefährlich in Bewegung setzte, und der Angriff auf das mehr oder minder von einem Energiezaun geschützte Nachtlager der Expedition. Dazu kommt noch die sehr genaue Beschreibung der Reise durch eine lebensfeindliche, fremdartige Welt.

Zusammen mit den religiös-politischen Andeutungen um das Erscheinen des Than-Creti hatte ich das Gefühl, Kneifel sucht den Anschluss an literarische Vorbilder wie z.B. Der Wüstenplanet (Herbert), Die Dürre (Ballard), Die Mars-Chroniken (Bradbury). Der Lotse im Sandmeer kann sich da durchaus sehen lassen. Sandsegler und religiöse Untertöne gibt es allerdings auch bei Star Wars. HK hatte aber offenbar Zeit, seinen Stil aufzupolieren und ein geschliffenes Vokabular einfließen zu lassen, und wie gesagt, das Zeitabenteuer scheint doppelten Umfang zu haben.

Da das ZA nachträglich in den Kanon eingefügt wurde, handelt es sich dabei auch um eine literarische Auferstehung Asyrta-Marayes, die als Figur aber nicht wirklich relevant für die Handlung ist, und eigentlich ist es eine Rückkehr Kneifels an einen Ort, der ihm am Herzen liegt: Der Mittelmeerraum, insbesondere das Land Tameri entlang des Hapi. Manches wiederholt sich wohl, wie z.B. der Sandsturm, den es schon in anderen Abenteuern gab, das fürstliche Auftreten Atlans, mit der Ausrüstung aus Ricos Werkstätten, aber Kneifel kopiert auch immer wieder Figuren wie Asyrta-Maraye. Im Roman sind neben Asyrta-Marayes auch Chrateanch und Thot-K'aima für Frauen auffallend groß. Atlan mutmaßt, Asyrta-Maraye könnte eine Androidin sein, Thot-K'aima, eine Sklavin Chrateanchs, wird per Hypnoschulung quasi zur Androidin gemacht, und auch Chrateanch wird vom Einsatz des Psychostrahlers nicht verschont: Sie erhält eine Einladung zu einer Fahrt mit dem Sandsegler, die sie nicht ablehnen kann.

Zu den weiteren technischen Tricks, deren Atlan sich ausgiebig bedient, zählen Deflektorschirme und fliegende Sonden, Mikrofone und Lautsprecher, eingesetzt z.B. im Ohr des Ptah, aber auch der Zellaktivator, mit dem Atlan dem Pharao einige zusätzliche Lebensjahre verschafft - nicht ohne fast traumatisch auf diesen einzuwirken. Atlan inszeniert seine Auftritte, wenn auch nicht immer wohlüberlegt.

Vielleicht aus Unsicherheit treibt er ein doppeltes Spiel. Einerseits versucht er den Willen des Pharaos zu erfüllen und den Schmuggel von Bronze und Bronzewaffen hapiaufwärts zu unterbinden, andererseits erkennt er, dass es ohne diesen Schmuggel, letztlich auch nur eine Form des Handels, der Wandel bringt, nicht gehen wird. Er versucht also, beiden Seiten zu helfen.

Bemerkenswert ist, dass Kupfer häufig gefunden wird, Zinn selten, und Eisen ist wertvoller als Gold, da es von den Romet nur als Meteoriteneisen gefunden wird. Mithilfe der Karte am Anfang und dem Glossar am Ende werden die Zusammenhänge einigermaßen verständlich, dennoch habe ich das Gefühl, dieses Zeitabenteuer ist sehr viel komplexer als die chronologisch vorhergehenden, wobei es mir gut gefällt, dass es um Politik und Handel geht und nicht das Kriegerische. Historisch-phantastische Romane mit epischen Schlachten gibt es mehr als genug.

Das eine Kapitel, in dem wirklich gekämpft wird, ist gut geschrieben. Atlan stolpert geradezu in den Kampf, versucht zuerst vergeblich, die über seiner Brust festgegurteten Projektoren für Deflektor- und Schutzschirm einzuschalten, verliert dabei seinen Aktivator im Wüstensand, bevor er dann doppelt geschützt einmal um den Hügel herumgeht und gezielt mit einer Lähmwaffe auf die Angreifer und mit einer Energiewaffe auf deren Schilde schießt und die Schilde in Brand setzt. Die Toten bei diesem Kampf gehen auf das Konto seiner Begleiter, die als Bogenschützen einige Angreifer töten. Auf diese Weise wird ein gewisser kultureller Unterschied zwischen dem Arkonidenfürst Atlan und seinen barbarischen Begleitern verdeutlicht.

Atlan ist natürlich stets privilegiert, mit seinem Aktivator und der Tiefschlafkuppel als Einsamer der Zeit ohnehin, aber auch durch seine Art des Reisens, nach Möglichkeit komfortabel in der Gesellschaft schöner Frauen, z.B. mit einem extra angefertigten Sandsegler als Ergänzung zu Transmitter und Gleiter, allerdings werden ihm seine romantischen Übernachtungen in der Wüste (als nicht unbedingt notwendigen Reiseunterbrechungen), gleich zwei Mal verhagelt: Einmal durch den Sandsturm und einmal durch den Angriff.

Sonst ist mir noch aufgefallen, dass sich sowohl das Fehlen der blaubandtypischen Rahmenhandlung auf Gäa sowie das Fehlen von ES nicht unangenehm bemerkbar machen. ES wird zwar erwähnt, tritt aber nicht auf, es gibt also auch kein schauriges ES-Gelächter. Dafür aber tritt Atlan nun kräftig in ES Fußstapfen als Manipulierender, der seine Auftritte nicht weniger bizarr inszeniert, z.B. auch als er im Schutz des Deflektorfeldes Chrateanch eine Briefbotschaft an die Bewohner der Ta-Seti-Oase verlesen lässt.

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Re: Klassiker - Die Zeitabenteuer

Beitrag von dandelion » 30. Juli 2017, 21:16

Ich habe den Roman schon vor einiger Zeit gelesen, da kam er mir ziemlich spannungsarm vor. Kein Wunder, Atlan ist ja aufgrund der ihm zur Verfügung stehenden Ausrüstung praktisch unbesiegbar. Wie soll er da in Schwierigkeiten kommen?

Bemerkenswert finde ich das hohe Maß an Lokalkolorit, das den Roman von den Abenteuern der 2. Staffel abhebt, obwohl die in dieser Hinsicht auch schon einiges zu bieten hatten. Vielleicht ein Hinweis, in welche Richtung die von Hans Kneifel geplante Überarbeitung aller Zeitabenteuer hätte gehen sollen.

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Re: Klassiker - Die Zeitabenteuer

Beitrag von Yman » 30. Juli 2017, 21:27

dandelion hat geschrieben:Ich habe den Roman schon vor einiger Zeit gelesen, da kam er mir ziemlich spannungsarm vor. Kein Wunder, Atlan ist ja aufgrund der ihm zur Verfügung stehenden Ausrüstung praktisch unbesiegbar. Wie soll er da in Schwierigkeiten kommen?
Die Zeitabenteuer sind ja kein reiner Überlebenskampf. Gefahr besteht für Atlan nicht allein darin, im Kampf besiegt zu werden. Er muss ja Gehör finden, er will ja in der kurzen Zeit, in der er aus seiner Tiefschlafphase rauskommt, etwas Nachhaltiges bewirken, so dass er sich einfrieren lassen kann und beim nächsten Auftauen einen Fortschritt sieht. Wenn seine Aktionen nichts Nachhaltiges bewirken, hat er den Kampf verloren.

Davon abgesehen, wurde es ja zwei Mal brenzlig. Ein Mal wäre er im Sandsturm fast von seinem Sandsegler zermalmt worden, und das andere Mal, hatte er Probleme, seinen Schutzschirm rechtzeitig einzuschalten. Einer seiner Gefährten hat sogar unkontrolliert mit einer Lähmaxt um sich geschossen und hätte auch Atlan außer Gefecht setzen können. Atlan kommt schon in Gefahr. Wir wissen ja aber sowieso, dass ihm nichts geschieht. Das gilt allerdings nicht für die Personen in seinem Umfeld, z.B. Asyrta-Maraye.

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Re: Klassiker - Die Zeitabenteuer

Beitrag von piehdschäij » 31. Juli 2017, 10:38

Yman hat geschrieben:Dieses Mal habe ich überraschend lange zum Lesen gebraucht, so als ob dieses Zeitabenteuer den doppelten Umfang gehabt hätte.
Das ist nicht überraschend, denn es hat den doppelten Umfang! :D Ein Blauband mit vier Taschenbüchern hat etwa 460 Seiten Umfang, der "Lotse im Sandmeer" 240 Seiten, jeweils geschätzte Normseiten (macht mein Reader so). Deswegen brauche ich wohl auch noch eine Weile ...

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Re: Klassiker - Die Zeitabenteuer

Beitrag von dandelion » 31. Juli 2017, 22:08

Das gedruckte Exemplar vom Lotsen hat 300 Seiten + Anhang, also schon sehr viel mehr Lesestoff als ein Planetenroman. "Sturm über Babylon" z.B. hat 161 Seiten.

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Re: Klassiker - Die Zeitabenteuer

Beitrag von idaho » 31. Juli 2017, 22:48

Die eBook-Ausgabe von 2003 weist übrigens noch eine doppelseitige Grafik von Michael Wittmann auf. Im Prinzip die gleiche Karte wie im FanPro-TB, aber freihändig/handschriftlich ausgeführt und vor allem umrahmt von zahlreichen Romet-Symbolfiguren (Sarkophage, Götterfiguren, Pharaonenköpfe, diverse Tiere usw.). Rein handwerklich jetzt nicht unbedingt überragend, aber ausgesprochen stimmungsvoll und zu schade, um im Dunkel des Vergessens zu verschwinden.

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Re: Klassiker - Die Zeitabenteuer

Beitrag von Lumpazie » 1. August 2017, 10:41

idaho hat geschrieben:Die eBook-Ausgabe von 2003 weist übrigens noch eine doppelseitige Grafik von Michael Wittmann auf................... zu schade, um im Dunkel des Vergessens zu verschwinden.
Das ist eine interessante Information - Danke an Idaho dafür :st: Es besteht wohl keine Chance, diese Grafik hier irgendwie einzustellen, oder? In der Perrypedia steht nichts darüber - die Grafik in der Neuveröffentlichung ist dann von Arndt Drechsler: Karte des Hapi-Landes

Jetzt wäre es mal interessant zu wissen, ob sich Arndt da an Wittmann´s Zeichnung orientiert hat. Vielleicht kann es jemand hier im Forum vergleichen. Aber wenn Idaho schreibt, das es im Prinzip die gleiche Grafik iist, wird es wohl schon so sein.

Bei der E-Book Veröffentlichung ist auch der Titelbildzeichner nicht bekannt. Der Titel "Lotsen im Sandmeer" verwandelte sich bei FanPro dann in "Lotse im Sandmeer". Ich Depp habe natürlich Lotsen im Sandmeer geschrieben :lol: Naja - vielleicht kann es einer der Mod´s richten :unschuldig: , wenn nicht, dann ist es auch nicht schlimm. :P
Es is kein’ Ordnung mehr jetzt in die Stern’,
D’ Kometen müßten sonst verboten wer’n;
Ein Komet reist ohne Unterlaß
Um am Firmament und hat kein’ Paß;
Und jetzt richt’ a so a Vagabund
Und die Welt bei Butz und Stingel z’grund
(Johann Nestroy)

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Re: Klassiker - Die Zeitabenteuer

Beitrag von dandelion » 1. August 2017, 11:07

Wäre natürlich schön, wenn diese anscheinend recht liebevoll gestaltete Karte hier einzusehen wäre. Die Karte im Fanpro-TB ist ja ziemlich einfach gehalten, eigentlich nur eine Strichzeichnung mit Ortsangaben, zur Orientierung aber trotzdem gut geeignet.

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Re: Klassiker - Die Zeitabenteuer

Beitrag von idaho » 1. August 2017, 19:13

Lumpazie hat geschrieben: Das ist eine interessante Information - Danke an Idaho dafür :st: Es besteht wohl keine Chance, diese Grafik hier irgendwie einzustellen, oder?
...
Tja, Copyright-Frage. Ich würd' ungern das Bild hochladen und dann von irgendwelchen Abmahnanwälten zerfleischt werden :D Hat vielleicht jemand hier Kontakt zu Michael Wittmann? Oder ist die Redaktion in Form von Klaus Ansprechpartner? Oder readersplanet als Lizenznehmer dieser eBook-Ausgabe?

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Re: Klassiker - Die Zeitabenteuer

Beitrag von piehdschäij » 2. August 2017, 22:06

Wegen doppeltem Umfangs und verringerter Lesegeschwindigkeit meinerseits (angesichts einer stark beschreibungslastigen Geschichte) habe ich etwas gebraucht, aber nun habe ich es auch geschafft. Zwischendurch hatte ich mit der spannungsarmen Geschichte etwas Durchhalte-Probleme, aber am Ende überwiegt für mich dann doch der Spaß am Eintauchen in die intensiv geschilderte Welt Ägyptens.
dandelion hat geschrieben:Bemerkenswert finde ich das hohe Maß an Lokalkolorit, das den Roman von den Abenteuern der 2. Staffel abhebt,
Ja, hier konnte Kneifel seine Erfahrung und den zur Verfügung stehenden Umfang ausspielen. Es ging ihm vermutlich auch darum zu zeigen, wie mühsam das Zivilisierungsprojekt ist. Atlan verzweifelt ja selbst gelegentlich. Für meinen Geschmack hätte er es fast übertrieben, denn Spannung stellt sich kaum ein. Auch ist über lange Zeit nicht klar, wohin das alles führen soll. Atlan ist langweilig, er besucht ein paar alte Freunde, macht dem Pharao einige haltlose Versprechungen und lässt sich treiben. Erst nach mehr als einem Drittel wird ihm klar, was er eigentlich will: friedlichen Ausgleich zwischen den Romet und den Wüstenvölkern. Und später dann Austausch zwischen Ägyptern und Kretern.

Vorher erleben wir aber noch den Überfall auf die "Silberne Truhe": Für seinen alten Kumpel Amenemhet startet Atlan einen reinen Angriffskrieg! Weder die Karawanen noch die Bucht oder die Schiffe gehören zum Herrschaftsbereich der Romet. Was treibt Atlan da eigentlich an? Da ist mit dem "Demokraten" wohl der arkonidische Flottenadmiral durchgegangen! Aber wie Yman ja schon geschrieben hat, bleibt er dabei möglichst zivilisiert und vermeidet Opfer. Außerdem berappelt er sich ja bald wieder.
Yman hat geschrieben:Zusammen mit den religiös-politischen Andeutungen um das Erscheinen des Than-Creti hatte ich das Gefühl, Kneifel sucht den Anschluss an literarische Vorbilder ...
Für mich erzeugt er mit diesen Anspielungen auch Spannung: Ist Atlan der "Mächtige, der von den Sternen kommt"? Oder ist es ein Androide oder ein noch unbekannter Außerirdischer? Und was hat es mit dem sechsten Planeten und der halbierten Kugel auf sich - ist das eine Anspielung auf Wanderer? Ich bin gespannt, ob da noch etwas kommt!
Yman hat geschrieben:Sonst ist mir noch aufgefallen, dass sich sowohl das Fehlen der blaubandtypischen Rahmenhandlung auf Gäa sowie das Fehlen von ES nicht unangenehm bemerkbar machen.
Die Konzentration auf die Landschaft und die Gedankenwelt dieser Zeit halten den Roman dann auch zusammen, der sonst angesichts diverser loser Episoden leicht zerfasert wirkt.

Und endlich ist im Ebook auch eine Karte enthalten - nur die einfache Version, aber immerhin!

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