Charakteristik der Autoren

Technik, Galaxien, Welten, Völker, SIs und andere Wunder...
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Kapaun
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Re: Charakteristik der Autoren

Beitrag von Kapaun »

SCHEER
Formulierte manchmal steif mit schrecklichen Wortungetümen. War aber meist spannend und hat seine Geschichten immer durchdacht. Seine Spätwerke sind ziemlich unlesbar.

DARLTON
Oft albern, in seinen besten Momenten geradezu anarchisch. Mehr was für die Jungs, aber er hat es ab und an verstanden, den sense of wonder zu beschwören. Auch um seine Spätwerke macht man besser einen Bogen.

MAHR
Spannende, nachvollziehbare Geschichten, im Alter wurde er oft ein wenig trocken und langatmig, war aber immer noch besser als viele Alt-Kollegen.

BRAND
Die emotionale Tränendrüse unter den Autoren. Von Technik oder Wissenschaft verstand er wohl nicht viel.

VOLTZ
Ach ja! Ohne jeden Zweifel der mit Abstand beste Erzähler unter den Altautoren. Er verstand es, Kopfkino zu erzeugen. Als Expokrat leider ein Fehlgriff.

EWERS
Der frühe EWERS wusste einige spannende Geschichten zu erzählen. Der späte EWERS wurde albern oder esoterisch, oft beides gleichzeitig.

KNEIFEL
Manche loben seinen Stil und nennen ihn lakonisch. Ich fand ihn schon immer möchtegern-cool. Trotzdem hat er zu Beginn ein paar durchaus akzeptbale Romane zustande gebracht. Sein Hauptwerk ist wohl Atlans terranische Geschichte - dazu kann ich nicht viel sagen. Späte KNEIFEL-Werke umgeht man besser.

VLCEK
Gar nicht übel. Spannende, oft auch ein wenig schaurige Geschichten.

FRANCIS
Seine Romane haben mich nie besonders gefesselt, aber richtig schlecht waren sie auch nicht. Oder jedenfalls erst gegen Ende seiner Schaffenszeit.

TERRID
Hat bei mir keinen bleibenden Eindruck hinterlassen.

SYDOW
Spannende, glaubwürdige und nachvollziehbare Geschichten. Am Ende ging sie mir mit ihrem Katzentick ein bisschen auf die Nerven.

GRIESE
Die männliche Variante von SYDOW. Nur dass er nicht über Katzen, sondern über Blumen schrieb ... ;-)

WINTER
Habe nicht viel von ihm gelesen. Aber das, was ich gelesen habe, lässt mich mehr davon haben wollen.

HOFFMANN
Auch kein bleibender Eindruck - wenn man von seinen Schnapszahlen-Romanen absieht.

ZIEGLER
siehe WINTER

ELLMER
Bei der Hälfte seiner Romane habe ich große Schwierigkeiten, der Handlung zu folgen. Das liegt aber nicht an mir, sondern an ihm.

FELDHOFF
Der hatte es auch sehr gut drauf, wenn er nicht zu sehr seine Steckenpferde geritten hat.

SCHWARTZ
Beim Erzählen ist sie eher eine Handwerkerin. Solide, aber es packt mich meist nicht wirklich.

HAENSEL
Eigentlich passiert in seinen Romanen nie etwas. Trotzdem lese ich sie meistens ganz gern. Das kann auch nicht jeder.

ANTON
Als Autor hui, als Expokrat pfui. Hatten wir das nicht schon mal?

CASTOR
Will schreiben wie SCHEER, kann es nur nicht. Seine Romane sind keine Romane, sondern ins Unendliche aufgeblasene Datenblätter. Als für die Technik verantwortliche Superintelligenz möglicherweise segensreich. Bei Neo vermisst man sein Wirken schmerzlich.

LUKAS
Ich liebe LUKAS. Nur seine PR-Romane nicht. Er findet dort einfach nicht den richtigen Ton.

BORSCH
Schreibt gut, aber versteht nichts von Technik. Als Expokrat (Neo) schwächelt er.

THURNER
Kann farbige Geschichten erzählen. Man darf ihm nur keine Gelegenheit geben, den Grünen raushängen zu lassen.

MONTILLON
Vielschreiber mit oft unterdurchschnittlichen Geschichten.

VANDEMAAN
Der Held und Star unter den lebenden Autoren. Ein eleganter Erzähler und herzerwärmender Stilist. Hoffentlich erweist er sich in der Expokratur nicht auch als Griff ins Klo.

HERREN
Ich habe immer Schwierigkeiten, HERREN-Hefte von MONTILLON-Heften zu unterscheiden.

THEMSEN
Hat Schwierigkeiten, Action zu beschreiben. Auch drückt sie sich oft vor schwierigen Passagen. Da geht sie dann mit einem Satz drüber hinweg, und man denkt sich: "Och, darüber hätte ich jetzt aber wirklich gern mehr erfahren." Immerhin, da ist noch Potenzial.

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Schnurzel
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Re: Charakteristik der Autoren

Beitrag von Schnurzel »

Kapaun hat geschrieben:SYDOW
Spannende, glaubwürdige und nachvollziehbare Geschichten. Am Ende ging sie mir mit ihrem Katzentick ein bisschen auf die Nerven.
Da habe ich keine Probleme mit!
Ansonsten gute Kurzanalysen, auch wenn ich nicht mit jedem Detail da core gehe.

cold25
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Re: Charakteristik der Autoren

Beitrag von cold25 »

@Kapaun

super Beitrag :st: auch wenn darin viel Kritik zu finden ist ^_^
just READING:

908 William Voltz - Aura des Friedens

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Alexandra
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Re: Charakteristik der Autoren

Beitrag von Alexandra »

@Kapaun
Nachdem ich eben deine sehr komplexen, interessanten und differenziert begründeten Ausführungen auf dem Thread zur Website von MMThurner gelesen habe, machte ich mir meinerseits die Mühe, einige Ausschnitte deiner Liste hier zusammenzustellen.
Kapaun hat geschrieben: manchmal steif mit schrecklichen Wortungetümen [...] meist spannend [...] immer durchdacht [...] ziemlich unlesbar.[...]Mehr was für die Jungs [...]hat es ab und an verstanden[...] macht man besser einen Bogen[...] oft ein wenig trocken und langatmig, war aber immer noch besser als viele [...] emotionale Tränendrüse [...]verstand er wohl nicht viel [...] manche loben seinen Stil[...] fand ihn schon immer [...] nicht viel [...] Späte Werke umgeht man besser [...] oft auch ein wenig schaurige [...] haben mich nie besonders gefesselt, aber richtig schlecht waren sie auch nicht. Oder jedenfalls erst gegen Ende [...] große Schwierigkeiten, der Handlung zu folgen. Das liegt aber nicht an mir, sondern an ihm.[...] es packt mich meist nicht wirklich[...] lese ich sie meistens ganz gern[...] möglicherweise segensreich[...] oft [...] oft
Es würde dich wohl Zeit, aber nur ein wenig Anstrengung kosten, die Indefinitpronomina und Adverbien durch Informationen zu ersetzen?
Was hat MMThurner, was wir nicht haben?
:devil:

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Kapaun
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Re: Charakteristik der Autoren

Beitrag von Kapaun »

Alexandra hat geschrieben: Was hat MMThurner, was wir nicht haben?
Er weckt in mir väterliche Gefühle ... :fg:

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Alexandra
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Re: Charakteristik der Autoren

Beitrag von Alexandra »

So, Leute, sagt nicht, dies sei lang – es ist die gekürzte Version des ersten Abschnittes. :devil:
Einen Abschnitt aus dem zweiten Teil habe ich weiter oben im Thread.

@ Vince: Für den letzten Teil, den Gesamtkontext, baue ich auf Leute wie dich! :D
@Schnurzel: Katzen wie wir brauchen viel Platz und viel Ruhe! :D


ARNDT ELLMER – ANALYSE EINER HANDVOLL ROMANE

Mit dieser Analyse habe ich zu Beginn der Sommerferien 2012 angefangen, das fiel mit der Halbzeit des Neuroversum-Zyklus zusammen, und da 1200 ausgestiegen und 2583 wieder eingestiegen war, brauchte ich bisschen Überblick.
In die Einleitung einer wissenschaftlichen Arbeit gehört die Methodik der Untersuchung. Deshalb sei vorangestellt: Ich schreibe dies rein zum Spaß und bleibe entsprechend unformal, so wie ich auch im Unterricht eher im Gesprächsprozess ein Problem durcharbeite als den Schülern nicht Erarbeitetes an die Tafel zu schreiben. Meine Zitierweise ist pragmatisch, es gibt keine Bibliographie, dafür mehrere Abschweifungen. Es dominiert die Arbeit am Text selbst, denn ohne Grundlagenarbeit gibt es keine Basis für eine differenzierte Interpretation, sondern nur vage Interpretationen, besser oder schlechter ausformuliert. Selbst in der Abiturprüfung ist mangelnde Textarbeit ein Ausschlusskriterium, und das finde ich gut so.
Wobei ich darüber hinaus anmerken möchte, dass ich viele literaturwissenschaftliche Ausführungen als verklausulierte Paralleltexte einstufe statt als „Sekundärliteratur“, denn erstens sind sie, sobald man die Fremdwörter versteht, oft berückend fadenscheinig, und zweitens muss der Leser ihre Anwendung auf die Primärliteratur selbst leisten, weil keine konkreten Ansätze aufgezeigt werden – vorgeblich, weil diese mindere Tätigkeit unter der Würde des echten Literaturwissenschaftlers sei. Der nackig bekleidete Kaiser steht wartend daneben.
Über die Vielfalt der Handlungsstränge hinaus tat sich dabei ein weiteres Problem auf. Spätestens bei „Garrabo schlägt Phenube“ (2656) folgte ich den Erlebnissen eines Protagonisten, der in den drei Vorgängerromanen jeweils anders dargestellt worden war, und damit begann eine tiefergehende Analyse. Denn auch der Stil der Autoren weist erhebliche Unterschiede auf. So musste ich mich beim Erschließen der Zusammenhänge stets in die jeweils verschieden gestalteten Erzählweisen einlesen, welche die Erzählung transportieren. Das ist schwerer als bei Literatur, die sich auf Ereignisse der Realität bezieht, weil ich da im Vorfeld schon eine Orientierung habe, Vorwissen.
Die fiktionale Welt des Perryversums spielt in einer fiktiven Wirklichkeit, die sich erst bei mir geistig aufbauen muss, ehe ich wirklich zum Lesen komme. Ich muss mich auf den Vorroman stützen, und wenn der anders erzählt ist, lese ich ewig den Anfang und komme nicht weiter. Um leichter Zugang zu bekommen und um mir einen Überblick zu verschaffen, begann ich die Stilmerkmale zu analysieren, um mich dann schneller einlesen zu können. So lese ich übrigens von vornherein entlang der Linien des Autors, und das Lesen macht dann deutlich mehr Spaß, weil ich das Ausformulieren besser nachvollziehen kann.
Die autorentypische Gestaltung führt dazu, dass, oberflächlich, manche Protagonisten – wie Tarmanac da Hozarius - doch je nach Verfasser erheblich anders rüberkommen, und, tiefgründiger, die Charakterisierungen über verschiedene Kanäle laufen, wobei sozusagen Nebentexte entstehen.
Erstens handelt es sich um Verfahren der Textbindung, wenn etwa außerhalb des Erzählfokus stehende Motive sich durch einen Roman ziehen, wie das Ungeziefermotiv in 2637, oder die Gestaltung von Farbadjektiven in der Beschreibung.
Zweitens transportieren typische Satzbaumuster die Handlung, was ebenfalls je nach Autor verschiedene Strukturen aufbaut – der Satzbau transportiert ja ebenfalls vielfältige Zusatzinformationen.
Drittens läuft, neben dem Aufbau des Setting usw. die implizite Charakterisierung von Protagonisten über ihre Bewegungen, ihre Reaktionen und über die Sinneseindrücke, die der Leser bei personaler Erzählperspektive durch ihr Bewusstsein laufen liest. Als Beispiel sei hier Uwe Anton erwähnt, der Augen, Ohren und Denken bevorzugt, während Ellmer alle Sinnesbereiche gleichermaßen einbezieht. Haensel arbeitet über Gegensätze und Körperwahrnehmung, Thurner über starke Gefühle am Rande des Abgrunds und Körperwahrnehmungen, Lukas und Montillion lassen ihre Protagonisten viel denken, bei Themsen leben Gegenstände ihre Funktionen aus, während die Personen sich vor allen in Gesprächen entfalten – ganz grob gesagt. Und das sind ja nur einige der Autoren.
Verfolgen wir einen Protagonisten über mehrere Bearbeitungen, so tun sich Unterschiede auf, die im positiven Fall einender ergänzen, im Problemfall den genau lesenden Leser aber auch irritieren können. Wobei wir es dabei natürlich mit einer Lebensader der Perry-Rhodan-Serie zu tun haben. Bei einzeln schreibenden Autoren kennt man ziemlich schnell das Strickmuster und langweilt sich.
Mit dieser Arbeit untersuche ich einige Werke unseres freundlichen LKS-Onkels, einer der ältesten (dieser Begriff hat nur in unserer Konsumkultur etwas Negatives) tragenden Säulen der Serie. Für die Analyse zog ich folgende Texte heran: die bis Ende Juli 2012 erschienenen Hefte des aktuellen Zyklus, also „Countdown für Sol“ (2616), „Todesfalle Sektor Null“ (2624), „Die Informationsjäger“ (2637) und „Garrabo schlägt Phenube“ (2655) sowie „Herrscher von Sonnenland“ (TB 401, ab jetzt: HvS) – das Taschenbuch ausgewählt nach Zufallsprinzip, einem Handgriff in eine Bücherkiste, und dabei habe ich ein eher untypisches erwischt. Der Autor teilte mir mit, möge es nicht, es sei „eher zum Abgewöhnen“. Was mir Leid tut, schon aus Dankbarkeit für das Beantworten meiner vielen Leserbriefe hätte ich lieber einen Text gewählt, den er selbst mag. Aber ich glaube ans Zufallsprinzip .
Als ich die Vorgehensweise plante, sammelte ich zu Ellmers Romanen folgende Beobachtungen: Rückblicke oder Rundblicke spielen eine große Rolle. Das Innenleben der Protagonisten ist auffällig differenziert, die Personen sind sehr lebhaft, weil ihre Sprechweisen, Bewegungen, Wahrnehmungen, Gefühle viel Raum bekommen. Jeder Text enthält viele kleine, sehr intensiv durchgearbeitete Einschlüsse. Die Sprache weist ein hohes Maß an Verbindungselementen auf. Die Struktur der Texte variiert, was im jeweiligen Einzelfall untersucht werden muss - dieser Eindruck hat sich bewahrheitet. Größere Texteinheiten scheinen jedoch eher akkumulierend hintereinander gestellt, der Zusammenhang schwächelt - dieser Eindruck hat sich bei der Strukturanalyse nicht bewahrheitet.
Also entschloss ich mich, in einem ersten Abschnitt die allgemeine sprachliche Gestaltung und die Art der Informationsvergabe im Allgemeinen untersuchen, ehe ich anhand der ausgewählten Romane auf einige Spezifika Ellmer’scher Personengestaltung eingehen werde – hier bleibt die Analyse begrenzt, da der Einfluss von Exposé und Autorenteam sehr groß ist, und er wiederum jüngere Autoren beeinflusst. Man müsste auch einen größeren Textkorpus untersuchen, um zu umfassenderen Resultaten zu kommen. Eine Analyse des Ellmerschen Stils erleichtert jedoch, den charakteristischen Grundton der Serie herausarbeiten könnte, in der er seit sehr langer Zeit ganz tief drinsteckt.
[…]

II. Sprachanalyse

Arndt Ellmer produziert übersichtliche Textabschnitte, wie man sie als Leser mal so am Stück liest, ehe wieder was dazwischenkommt, so dass man diese Vorgehensweise als praxisorientiert einstufen kann. Jeder Textabschnitt ist ein durchorganisiertes Einzelstück im Romanganzen. Deshalb werden wir in der Folge mehrere repräsentative Textausschnitte untersuchen, so dass wir grundlegende Einblicke in die Schreibart an sich erhalten.
Als erstes sei auf die enorme Menge an Alliterationen hingewiesen, welche nahe legt, dass Ellmer seine Texte hört, während er sie schreibt, und entlang akustischer Merkmale arbeitet. Zusätzlich fallen der Einsatz von Paraphrasen und Wiederholungen von Worten wie auch grammatischen Elementen als überaus häufig eingesetzte Mittel zur Textbindung auf. Personifikationen erfolgen in ungewöhnlicher Dichte. Zahlen und Farbadjektive treten gehäuft auf, Sinneseindrücke borden über und durch Redeeinleitungsformeln und Bewegungen erlangen die Protagonisten ein hohes Maß an Lebhaftigkeit. Darüber hinaus geht es immer irgendwann um Essen.
Die extrem dichte Durcharbeitung kleiner Texteinheiten sei anhand einiger Beispiele untersucht – zur Veranschaulichung habe ich hier die durch Lautfolgen verbundenen bzw.kontrastierenden Elemente unterstrichen.
„Ein wunderschön leuchtender Schmetterling saß auf der ausgeprägten Wölbung zwischen ihren beiden Atemöffnungen und bewegte freudig die Flügel. Sein leises Sirren verhieß Gutes, und die Jägerin gab sich ganz dem Gefühl der Wärme und des Wohlseins hin. Was scherten sie jetzt noch die Wüste und die Kuppel.“ (HvS, S.110)
In diesen 43 Wörtern finden wir mehrere Alliterationsreihen, die jeweils thematische Felder zusammenbinden: „wunderschön“, „Wölbung“, „Wärme“ und „Wohlsein“ verbindet sich trotz des emotional negativen Verbs „scherte“ – in Frage gestellt mit dem alliterierenden „was“ - mit der „Wüste“ als vertrauter Heimat, während „auf“ und „ausgeprägt“ den Schmetterling auf ihrem Gesicht verorten. „Gutes“ und „Gefühl“, zusammen mit „gab“ und „ganz“, lassen sich zusammen lesen. Auch „leuchtend“, „“Flügel“ und „leise“ verbinden sich inhaltlich ebenso wie über den Liquid l, wobei der Frikativ f auch „Atemöffnungen“, „freudig“ und „Flügel“ verbindet. Die Adjektive „leuchtend“ und „freudig“ verstärken einander via Assonanz.
Die sich binnenreimenden Satzanfänge „Ein“ und „Sein“ verbinden sich zu einem Gefühl der Zugehörigkeit, wobei sich einerseits mit „ihren“ „Sein“ sich mit „saß“, „Sirren“, „sich“ und „sie“ und dem Endlaut von „verhieß“ zu einer Kette fügt, andererseits kontrastiert es mit dem anderen Possessivpronomen „ihren“, womit wir bei Rihanna angelangt sind, deren Bewusstseinsvorgänge ausgedrückt werden: „Schmetterling“ und „ was scherten“ vermitteln die Art von Unbeschwertheit, die sie empfindet. „Jägerin“ und „jetzt“ beleben durch Spannungssignale, während „Kuppel“ als unbekanntes Ziel allein steht, höchstens über die Endung mit „Flügel“ verbunden.
Diese Analyse ließe sich noch weitertreiben, man beachte etwa „Ein leises Sirren“: 4x s, die Liquide l und r, die viele Asiaten als ein einziges Phonem wahrnehmen, also keinen Unterschied hören können (die stereotypische „Flühlingslolle“), 2x End-n, und als Vokale 2x ei, ausgesprochen [ai], graphematisch jedoch mit den im dritten Wort getrennten i und e verbunden. Dort kaum bewusst gestaltet, aber ähnlich funktioniert auch die Schreibung „Shaveena Deb“ (2624, S.34), da die Schreibung „Dev“ dieses verbreiteten indischen Familiennamens wesentlich häufiger vorkommt.
Die paarbildenden Possessivpronomen paraphrasieren die Verortung des Schmetterlings „zwischen ihren beiden Atemöffnungen“ und lassen so die Idee von „Mitte“ und „Balance“ anklingen, welche sich leitmotivisch durch den gesamten „Sonnenland“-Roman zieht, man vergleiche „er beeilte sich, in die Mitte zu kommen, um die Balance zu halten“ (HvS, S.25), „Sitz des Herrschers im Stadtzentrum“ (HvS, S.49), „Er sprang auf und ging umher. Zwei Schritte nach links, zwei nach rechts“ (HvS, S.103) oder „Wo war das Zentrum und wo der Stadtrand?“ (HvS, S.119).
Wir finden in diesen 43 Wörtern fünf bestimmte Artikel, dreimal „und“ und fünf Verben, welche aktive Tätigkeiten von Lebewesen bezeichnen, wobei „Sirren“ schon als Personifikation gedeutet werden kann.
Ellmer setzt seine Alliterationen aber auch ein, um gefährliche Situationen zu beschönigen, wie in „Ein enger Schacht mit einer Sprossenleiter führte mehrere Etagen nach unten. Unterwegs schloss er mehrere Zwischenböden aus dickem Stahl“ (HvS, S.92). Sie suggerieren einerseits über die Zischlaute Gefahr, andererseits jedoch Zusammenhang, und die Personifikation verstärkt das angenehme Gefühl, nicht allein zu sein.
Textbindung durch die Anordung der Protagonisten als Paare oder als zwei zusammengehörige Menschen finden wir oft in der Personenkonfiguration, was den Romanen Geschlossenheit verleiht, aber wir finden sie auch auf sprachlicher Ebene als strukturierendes Merkmal:
Es blieben Selbstgespräche, und doch waren sie Kommunikation zwischen ihm und ihr. Er versuchte zu ergründen, was und wie sie geantwortet hätte, und sprach ihr die Antwort dann vor. Zwei Stunden blieb er bei seiner Schwester, und sie führten stille Zwiesprache. Dann ging Korbinian hinaus, kuschelte sich auf dem Sofa an seine Mutter und schlief, bis er die Stimme wieder hörte. (2616, S.16)
Hier sind „zwei“ und „Zwiesprache“ als Gegenpol angeordnet – dieses Umdrehen findet sich immer wieder - innerhalb der entsprechenden Assonanzreihen, z.B. „seiner“ und „blieben“, der Vokal i dominiert diesen Absatz durchgehend.
Die sehr vielen Alliterationen, die sich wiederum zu Begriffsfeldern ordnen, sind unter anderem „Selbstgespräche“, „sie“ (3x), „sich“ und „Sofa“, also Ort und Art des Geschehens, dann „waren“, was“ und „wie“, das seine Grübeleien zusammenfasst. „Blieb bei“ formt automatisch eine Alliteration, außerdem finden wir „Kommunikation“, „Korbinian“ und „kuschelte“, dann „zwischen“, „zu“, „zwei“ und „Zwiesprache“, was die Partnerbeziehung hervorhebt, und als letzte große Lautreihe ist zu nennen „Selbstgespräche“, „zwischen“, „sprach“, „Stunden“, Schwester“, „Zwiesprache“, „kuschelte“ und „Stimme“, diese wirkt in diesem Kontext lautmalerisch beruhigend, wie „Pscht“, das ja angeblich dem Geräusch des mütterlichen Blutkreislaufs entspricht, was das Baby beruhigt, weil es sich als Fötus daran gewöhnt hat.
Darüber hinaus wird das widersprüchliche Begriffsfeld „Selbstgespräche“, „Kommunikation“, „was und wie sie geantwortet hätte“ und „Stimme […] hörte“ ausgelotet, zusammengeführt wird die Problematik in „stille Zwiesprache“ – ein Oxymoron, das den thematisierten Widerspruch zusammenfasst. Die Mutter bleibt ohne lautliche Verknüpfung, so wie sie auch inhaltlich nicht in die enge Verbindung zwischen den Zwillingen reinkommt.
Auch die Pronomina bilden ein dichtes Netz: Das Gegensatzpaar „ihm“ und „ihr“ wird variiert und erzeugt Verbundenheit im Gegensatz. „Seine Mutter“ und „seine Schwester“ drücken aus, dass er sich geborgen fühlt, und die Wiederholung von „bleiben“ weist eindringlich auf seine geduldige Beharrlichkeit hin. So ist der durch die Buchstabenverdrehung von „zwei“ und „zwie“ erzeugte Gegenpol nur Kristallisationspunkt für zwei andere Elemente, die über ihre Gegensätzlichkeit verbunden werden.
Eine einfachere Textbindung durch Wiederholung finden wir in „ ,Es ist gleich Mittag. Wir sollten zum Essen zurück sein’. ,O ja! Mittagessen!“ (2616, S.11). Und eine simplere Aneinanderbindung von Widersprüchen mit „Es klang zu glatt, wie er es sagte. So, als sei es das Normalste der Welt.“ (2616, S.40).
Seltener finden wir die Strukturierung anhand grammatischer Strukturen., wie die Erweiterung des Präsens zum Perfekt und dessen beharrliche Repetition, variiert durch die Alliteration auf a und ä und die vorgezogene Erstsilbe des Indefinitpronomens „jemand“ in „wie eh und je“ – letztere zeigen wieder jene beliebte Verdrehung des e-Vokals und die Verwendung einfacher, konkreter Vergleiche aus dem Alltag, die Ellmer regelmäßig zur Veranschaulichung abstrakterer Inhalte verwendet:
„Benk Benkro fiel aus allen Wolken. ‚Er hat es. Bei der Allmacht. Ferenc, er hat es gefunden.’ ‚Die Eingabetastatur ist dieselbe geblieben. […] Abgenutzt wie eh und je. Nur der Abstand der vorderen Abdeckwand zu ihr hat sich vergrößert. Wenig zwar, aber immerhin. Jemand hat eine Änderung vorgenommen.’“ (HvS, S.37).
Wobei wir auch hier das typische Wiederholungsmuster feststellen können, wenn fünf Zeilen weiter beide Hilfsverben zur Perfektbildung noch mal als Vollverben im Präsens auftauchen: „Wir haben keine Informationen. […] Wir sind ebenso überrascht wie du.“ (HvS, S.37). Bei Ellmers abwechslungsreichem Einsatz von Verben fällt diese schmucklose Bauart aus dem Rahmen. Die Perfektsätze wechseln sich regelmäßig mit verblosen Ellipsen ab, die mittlere allerdings über das Partizip Perfekt „abgenutzt“ mit dem Perfekt verbunden.
Eine weitere Eigenheit dieses Autors ist der intensive Einsatz von Zahlenreihen, aber auch die Ballung von Farbadjektiven. In der schwankenden Wirklichkeit von „Sonnenland“, die ich zuerst untersuchte, und hielt ich die Zahlenreihen für ein Textsignal, das Irrealität indizieren sollte, denn Zahlen unterbrechen Gefühle, und Gefühle erzeugen die Wahrnehmung, etwas sei wirklich. Mit 2616 verstand ich aber, dass Ellmer Zahlen und Daten im Gegenteil dazu einsetzt, eine fiktionale Wirklichkeit zu etablieren, vor allem natürlich auf jenen Seiten, in denen er in technischen Beschreibungen schwelgt (vgl. z.B. HvS, S. 87-89 und 2616, S.7-10). Ein gutes Beispiel ist das Gespräch der Besatzungsmitglieder über die eintreffenden Nagelraumer mit 17 Zahlwörtern auf einer Seite (vgl. 2616, S.7).
Andererseits ballen sich Farbadjektive in Verbindung mit Variation, Wiederholung und Personifikationen:
„Das satte Blaugrün der Vegetation übte eine faszinierende Wirkung auf Tarmanacs Farbempfinden aus. Türkis war seine Lieblingsfarbe. […] etliche Edelsteine dieser Farbe […] während er das Gras und die Blätter und Ranken auf sich wirken ließ, trat […] ein nur leicht wahrnehmbarer Farbwechsel ein. Das Türkis und die übrigen Schattierungen wurden eine Nuance heller. […] Es blieb dunkel, bis sich das Schott über dem Fahrzeug wieder geschlossen hatte. Dann flammten Scheinwerfer auf […] und tauchten die Umgebung in orangefarbenes Licht. (2655, S.15).
oder
„ ,Alles im grünen Bereich. […] Merkur sank unter dem Schiff in die endlose Weite des Weltalls, die sonnenzugewandte Seite von goldenem Lichtglitzer umhüllt“ (2616, S.6)
„Lichtglitzer“ ist ein anschaulicher Neologismus. Zusätzlich findet sich in beiden Textstellen jene ganz auffällige Tendenz, wirklich jede Tätigkeit zu personifizieren, so dass Ellmers Protagonisten sich stets in einem durchgängig belebten Universum aufhalten. Jeder Gegenstand, jede Sache tut gerade etwas, und die Lebewesen sowieso. Im folgenden Beispiel wird eine besonders starke Personifikation der Brandung mit Merkmalen des Horrorromans als „Schauermärchen“ des „Volksmunds“ plausibel gemacht:
„Manchmal, so berichtete der Volksmund, krochen gierige Zungen aus der schmalen Meerenge zwischen den Kontinenten […] auf der Suche nach organischer Nahrung: Immer wieder erwischten sie Beute, die allzu sorglos die saftigen Wiesen abweidete. Manchmal verschwand sogar ein Travnorer in der Tiefe. (Er) kannte die Hintergründe solcher Schauermärchen. Die Klippen an der Meerenge waren besonders steil. Das Wasser hatte Furchen in das Gestein getrieben, das Gras die messerscharf aufragenden Kanten überwuchert. Wer fehlging, verschwand mit etwas Pech in der Tiefe. Und selbst wer sich an die Wegweiser hielt, wurde mitunter von hochschießenden Zungen der Brandung gepackt und in die Tiefe geschleudert.“ (2655, S.19)
Die Szenerie wird entsprechend mit der magischen Zahl drei strukturiert. „Manchmal“, „manchmal“ und „mitunter“ sind eine Gruppe, eine andere formen „gierige Zungen aus der schmalen Meerenge“, „Wasser“ und „Zungen der Brandung“. Diese suchen „organische Nahrung“, erwischen Beute“, hatten „Furchen getrieben“, packen und schleudern in die Tiefe. „Tiefe“ wird dreimal wiederholt, die Klippen sind „besonders steil“ und das Meerwasser hat Furchen hineingetrieben in die „messerscharf aufragende(n) Kanten“. Nach der weidenden Beute kommt dreimal die intelligente: Zu Tode kommen „Travnorer“, „wer fehlging“ und „wer sich an die Wegweiser hielt“ – letzteres eröffnet eine Ebene der Boshaftigkeit, da das Unglück unverschuldet eintreten kann, vertieft durch die dreifache Verbgruppe des Ursachenkatalogs: allzu sorglos zu sein, fehlzugehen und Wegweiser zu beachten führt gleichermaßen in die Katastrophe.
Im Folgetext dieses Zitats finden sich, und das ist repräsentativ, fast nur personifizierte Verben: Glitzernde Punkte bilden ein Netz, Kamerasonden beobachten, registrieren Bewegung und lösen Alarm aus. Roboter schießen aus dem Gebüsch und analysieren. Sofern in Ellmers Romanen überhaupt Sachen geschildert werden und nicht die Bewusstseinsvorgänge der Lebewesen, die mit ihnen zu tun haben, sei es in direkter oder erlebter Rede, sind sie lebendig. Ellmers ganze fiktionale Welt wimmelt vor Leben.
Auch der folgende Ausschnitt, in dem Bildlichkeit von Feuer und Wasser sich mischt, stellt einen Vorgang so dar, als würden die einzelnen Objekte eines nach dem anderen aktiv werden:
Aggregate schmolzen und sanken in sich zusammen. Fontänen glühenden Materials eruptierten wie bei einem Vulkan, verflüssigten die Decke und ließen ganze Lagerräume aus der darüber liegenden Etage nach unten stürzen, in das kochende Meer hinein. Explosionen erschütterten den Sektor. […] Der Rumaler deutete mitten in das Meer aus Rauch und kochendem Metall. […] (D)ie Kerntemperatur (lag) inzwischen bei dreitausend Grad und stieg mit jeder Sekunde. In seinem Innern arbeitete es, als handle es sich um ein Lebewesen.“ (2624, S.31)
Überhaupt ist Ellmers fiktionale Realität durch ständige sinnliche Wahrnehmbarkeit konstituiert. Die Settings sind aufs Genaueste verortet, die Wahrnehmungen seiner personalen Erzähler, über welche die Story transportiert wird, erstrecken sich über alle fünf Sinne: Sehen, Hören, Schmecken, Riechen und Berühren, dazu kommt ihre gedankliche Aktivität, mit der die wahrgenommenen Objekte erfasst werden, die Verfärbungen ihrer Wahrnehmung und ihr Langzeitgedächtnis, ihr Hintergrund, die die Personen prägen. Implizit vermitteln die Sinneswahrnehmungen die Gefühle der Protagonisten:
„Nemo Partijan fühlte sich, als habe ihm jemand ein Brett vor die Stirn geknallt. Das Blut rauschte in seinen Ohren, vor seinen Augen tanzten bunte Kreise. Er starrte das Bündel an, das zwischen den Fingern des Handschuhs zuckte. Würmer, Riemen, was auch immer. Die Oberfläche ähnelte Metall.“ (2637, S.19)

Zu Beginn dieses Abschnittes stellte ich die These auf, dass Ellmer die Texte hört. Dem möchte ich eine weitere Beobachtung hinzufügen: Er rhythmisiert durch Zweiermuster und Dreiermuster. Schlagen wir 2637 auf, so finden wir gleich in der ersten Spalte auf den ersten Blick vier Dreiergruppen auf verschiedenen Ebenen. Da ist die Reihe „500 Meter“ – „halb voll“ – „fünf Lichtjahre“, dann der Kaffee, der überschwappt, sich rollt und zur Ruhe kommt. Als nächstes kommen in fünf Zeilen drei Raumschiffnamen, nämlich die BASIS, die SICHOU-1 und die KADURA und zwei Alliterationen auf K: „‚Kein Kontakt zur KADURA“, meldete die Steuerpositronik des Kugelschiffs“, und dann „Wir korrigieren den Koordinatenfehler mit einer Kurzetappe.“ (2637, S.4).
In der Szene mit Gucky, Nemo und einem Xylthen, in dem Dialog und Dreiergespräch variieren, wechseln sich je nachdem, ob die beiden den Xylthen mit einbeziehen, auch in der sprachlichen Gestaltung Dreiergruppen mit Zweiergruppen von Begriffen ab, zwei davon in der Beschreibung des Handbuchs für den „einzigen und einzigartigen Helden diesseits und jenseits der Milchstraße“, zwei andere Doppelbegriffe, als „der Ilt „nie und nimmer hören (wollte), dass er der Letzte seines Volkes sei. Bestimmt gab es Überlebende“, passenderweise im Dialog des ungleichen Paares Nemo und Gucky: „Für den Fall, dass ich einen Fehler mache, rettest du uns.“ (2637, S.18) Der Rhythmus der Informationseinheiten geht hier mit der Zahl der Personenkonfiguration mit, er vertont sie sozusagen.
Ein Nachsatz zur Personifikation und deren Gegenteil, der Depersonifikation: Ein paar Sätze später „schälte (Nemo) den Kerl aus Jacke und Hose“, ein sprachliches Mittel, das mein letzter Stammkurs, die glorreiche 13a der IGS Otterberg, Abi 2012, als „Pflanzifikation“ bezeichnete, in Gegensatz zur Personifikation. Es war der Kurswitz. Pflanzen werden personifiziert, Menschen werden, nun ja…pflanzifiziert eben. Der Begriff „Depersonifikation“ macht keinen Unterschied zwischen belebtem und unbelebtem Nichtmenschlichen. In diesem Kontext untermauert die „Pflanzifikation“ die These, dass bei Ellmer alles lebt, sich alles bewegt. Auf die Entmenschlichung als Mittel der Komik werde ich bei 2637 eingehen.
Den Folgeroman zu 2655 schrieb Vandemaan, der Meister der Fragesätze und der mit Fragewörtern und der Konjunktion „dass“ eingeleiteten Nebensätze. Erneut ein auffälliger Stilwechsel: Diese Strukturen kommen bei Ellmer kaum vor. Fragesätze gibt es bei ihm, wenn die Protagonisten was nicht wissen. Das „wie“ kommt regelmäßig in Vergleichen bevorzugt aus dem Alltagsleben vor, etwa „wie ein Schwamm“(2624, S.7), mit denen er das Beschriebene veranschaulicht. Als Oxymoron aufgebaute Vergleiche wie beim von Themsen beschriebenen Haar, das „wie ein feuriger Bach ihren Rücken hinunterläuft“ (2658, S.17) gibt es bei Ellmer nicht. Seine Vergleiche sind bodenständig.
Weitere Vergleiche bildet er mit „als“ plus Konjunktiv I, wenn jemand etwas tut „als sei es das Normalste der Welt“ (2616, S.40). Ansonsten dominiert der Relativsatz, der ja immer ein Nomen des Hauptsatzes näher erläutert. Wo Vandemaan viel offen lässt, erklärt Ellmer zuverlässig, übersichtlich und sehr genau.
Wobei er da schon seine eigenen Dinger dreht: Fremdwörter wie „dekontaminieren“ (HvS, S.5) oder „Katakomben“ (HvS, S. 27) werden unmittelbar erklärt, wobei Ellmer in der Regel zwei Fliegen mit einer Klappe schlägt, da ersteres den gleich den Aufhänger liefert, die zerstörte Umwelt darzustellen, und bei zweiterem die Bedeutung als unterirdische Anlage, um die Ebene der technischen Anlagen, die alle dort Verborgenen am Leben erhalten, ergänzt wird. So erweitert er die reguläre Bedeutung des Begriffs um eine nur im jeweiligen Textzusammenhang gültige Ebene. Die Fremdwortdichte an sich ist aber eher gering, außer bei technischen Beschreibungen, in denen er immer wieder seitenlang schwelgt.
Nebenmotive können Texte binden, wenn sie im Romanverlauf im mehreren Kontexten auftauchen und sich dabei entwickeln. Da wäre etwa der Wurm. In 2637 finden wir einen „gewaltigen Pfeiler aus dunklem Gas, einem riesigen, sich windendem Wurm nicht unähnlich“ (S.11) als dreiköpfigen Zerberus mit Tryortan-Schlünden. Nemo und Gucky materialisieren „in einem metallenen Tunnel. Dumpfes Wummern drang auf Nemo ein“ (S.16). Akustisch sind „Wum“ und „Wurm“ fast gleich, die Form des Tunnels bildet die passende Form ab. Die Handfesseln des Xylthen zucken in Nemos zitternden Händen, er sieht „Würmer, Riemen, was auch immer“ (S.19). Der Xylthe, der Gucky als „Wanzenpalast“ tituliert, bringt auf derselben Seite noch eine eklige Tierart ein, Gegenstück sind die Roboter am Reinigungsbecken (vgl. S.23), farblich entspricht ihr das „rötlich braune Material“ (S.28) des inneren Bezirks von APERAS KOKKAIA, das das „silbergraue Metall“ (S.28) ablöst – dieser Farbwechsel zieht sich weiter durch den Text. Die Badakk sind zylinderförmig, fliegen Zylinder und bilden „Röhrchen“ (S.29) aus. Später hört Gucky die akustischen Signale der gefangenen Xylthen: „Es zirpt […] wie von Ungeziefer“ (S.38). Der Gefangene, der sich vor Körperbehaarung ekelt, aber selber Blut schwitzt (vgl. S.44), nennt ihn „Flohfalle“ (S.44), womit wir das dritte Ungeziefer hätten. Mit dem Namen „Flofal“ für Gucky, der urprünglich Plofre hieß, läuft die Linie aus. Solch eine Kette begleitet die eigentliche Handlung als Nebentext, der den Roman zusätzlich zusammenhält.

III. Informationsvergabe

In der Science Fiction ergeben sich an den Aufbau fiktionaler Wirklichkeit besondere Ansprüche: Im Setting, weil man von echten Orten abkupfern, sich aber nicht auf sie beziehen kann. In der Personenzeichnung, weil man keine echten historischen Konstellationen einbauen kann, von denen die Personen geprägt wurden. In übergreifenden Zusammenhängen, weil politische, soziale, wirtschaftliche und wissenschaftliche Kontexte jeweils neu erfunden oder aber innerhalb des Textes dem Leser in Erinnerung gerufen werden müssen. Entsprechend müssen zusätzlich Informationsmengen in die Texte selbst gepackt werden, was an die Handhabung der Informationsvergabe umfangreiche Anforderungen stellt.
Dass unsere Serie so alt ist, lässt die Informationsflut untereinander vernetzter, auseinander erwachsener Phantasieelemente ins Phantastische anwachsen. Um die in 50 Jahren gewachsenen Strukturen zu handhaben, gibt es ja schon http://www.perry-rhodan.de, perrypedia, stellarque und diverse andere Websites, und im Heft das Glossar und den Perry-Rhodan-Kommentar mit Hintergrundinformationen. Trotzdem steht der normale Feld-Wald-Wiesen-Leser immer wieder vor der Frage, was die aktuell aktiven Elemente schon wieder an Herkunftsgeschichten mit sich bringen, wo die Handlung gerade genau spielt, was die Protagonisten schon alles erlebt haben, und wann. Die Autoren setzen sich auf verschiedene Weise mit dem Problem auseinander. Dem Stil unseres Analyseobjekts folgend – hüstel, unseres Autoren natürlich, beginnen wir erneut mit der Kleinform.
Beginnen wir mit den Verhältnis zwischen Erzählzeit und erzählter Zeit, Fachbegriffe hierbei sind Raffung, Dehnung und Rückblicke. Jahrzehntelange Übung bildet Fertigkeiten: In Ellmers Texten finden wir immer wieder Abschnitte extrem verdichteter Informationsvergabe, denn er kann Sinneseindrücke so anordnen, dass in den ausgesparten Lücken Zeitspannen, Gefühle und kausale Abfolgen Platz sparend verstaut werden. Diese Handhabung der Erzählzeit heißt Raffung, ihr Gegenteil Dehnung – diese ersetzt er durch ausgiebig geschilderte Innensichten oder Dialoge. Hier ein Beispiel für die gezielte Handhabung der Raffung - man beachte den Gewinn an erzählter Zeit, der durch diese Handhabung der Erzählzeit herausspringt:
„Porant ließ den Asteroiden nicht aus den Augen. Nach einer halben Stunde richtete er sich in seinem Sessel steil auf. ‚Hab ich’s nicht gesagt, Leute?’
Das entstandene Nichts hatte sich längst reguliert. Freie Durchfahrt für freie Forscher und Asteroiden!
‚Du hast es nicht gesagt’, erwiderte van Doberen und warf ihm unter ihrem ölschwarz schimmernden, wie mit einem Laserstrahl gezogenen Pony einen strengen Blick zu. Eine Stunde später explodierte der erste Asteroid, kurz darauf der zweite.“ (2624, S.5)
Hier ist jedes einzelne Element komplett eingebunden, die Zeitangaben begleiten jedes Mal einen Vorgang, den der Leser sich mit starken punktuellen Eindrücken plastisch vorstellen kann. Die Beschreibungen bleiben innerhalb der von der Situation vorgegebenen Möglichkeiten, Metapher wie Vergleich bleiben im technischen Kontext.
Zum Kontrast: Nachdem ich an dieser Analyse gearbeitet hatte, las ich 2657 von Lukas, wobei mir zwei Formulierungen aufstießen: Das Hologramm von LAOTSE „erinner(t) Anicee an Lichtbilder von alten terranischen Asiaten“ (2657, S.10) und Chossoms Ruhemulde „erinnert an einen exotischen, flachen, fünfzackigen Blütenkelch“ (2657, S.11). Bei ersterem musste ich erst mal überlegen, da der Formulierung nach ja Fotos gemeint ist, was ja 1469 NGZ bisschen länger her ist. Als nächstes überlegte ich, ob es im Perryversum nur junge Asiaten gibt, oder ob die alten Asiaten da plötzlich anders aussehen, oder ob es da zu Fotozeiten unterranische Asiaten gab … und erst dann las ich weiter. Es störte mich.
Aber nur, weil ich mich vorher auf Ellmer eingestellt hatte. Weil bei Ellmers Stil die Gedanken ganz natürlich zwischen den Sinneseindrücken Platz finden, ohne Extraaufwand. Sobald ich mich aber bei Lukas eingelesen habe, stört die hervorgerufene intellektuelle Aktivität mich gar nicht, im Gegenteil, weil bei ihm alles – Informationsvergabe, Gestaltung der Handlungsabschnitte - über Sprechen, Denken, Beabsichtigen und Bewerten und Zurückblicken läuft. Lukas ist witzig, Ellmer humorvoll.
Wie gesagt, weitaus mehr Raum in Ellmers als die verdichtete Information nimmt die überaus extensive Informationsvergabe durch genaueste Schilderung ein. Gefühle, Geräte, Konflikte, alles wird eher noch mal mehr paraphrasiert als unerklärt gelassen. Durch die Vorliebe für Innensicht ergibt sich ein überaus hoher Anteil an expliziter Informationsvergabe, während implizite Charakterisierung mangels perspektivischer Brechung stark zurücktritt. Die jeweilige Reflektorfigur - vgl. IV - kann sich wegen der ausgiebigen Ausgestaltung der Innenperspektive uneingeschränkt entfalten.
Das erste Beispiel zeigt, wie Ellmer den Funktionsbereich einer nur fiktional existierenden Maschine anschaulich und gründlich erklärt:
Die hoch spezialisierten Solar Moduls waren ausschließlich für den sonnennahen Bereich gedacht, zur kontinuierlichen Überwachung aller Vorgänge in der Korona. Direkt in der Korona wären sie geschmolzen wie Butter, denn für eine ausreichende Zahl Energiemeiler und Paratronprojektoren waren sie zu klein.“ (2616, S.32)
Hier finden wir einen jener Vergleiche aus dem täglichen Leben, Ellmers Lieblingsspielzeug „Zahl“ diesmal nur als Oberbegriff, drei Begriffe, die Sonnennähe beinhalten – „Solar“, „sonnennah“ und, wiederholt, „Korona“ - und dann die bereits beschriebene Verklammerung zweier elektrischer Geräte, eins aus der Küche und eins aus der PR-Technologie, aber beide dem PR-Leser vertraut.
Das zweite Beispiel ist in erlebter Rede geschrieben, welche die Innensicht zur absoluten Perspektive erhebt, zugleich aber die fiktionale Welt belebt, da wir sie über die Bewusstseinsvorgänge der wahrnehmenden und handelnden Reflektorfigur erfahren miterleben:
„Shanda Sarmotte stellte fest, dass sich das Abbild der Ephemeren Materie verändert hatte. Sie wuchs. Die Spenta bauten ohne Unterlass an ihr. Irgendwann würden sie fertig sein. Wenig Zeit! Shanda musste handeln.“ (2616, S.32)
So wird Shandas Beobachtung fünfmal umformuliert, um ihr Eindringlichkeit zu verleihen. Die uneingeschränkte Subjektivität der Innenperspektive entspricht in diesem Fall exakt dem mentalen Herumschwimmen der Mutantin in einer unüberschaubar großen, brennenden Sonnenmasse, die ihr als Lebensraum fremd bleibt.
Das kursiv gesetzte „Wenig Zeit“ entspringt der von vielen PR-Autoren verwendeten Art, Gedanken der Protagonisten seltener aber auch Gedanken anderer, die in ihrem Geist aufscheinen, kursiv zu setzen. So wie „Und das um sechs Uhr morgens, dachte Bull“ (2616, S.18). Seltener wird diese Darstellungsweise im Doppelpack für widerstrebende eigene Gedanken und für im Bewusstsein auftauchende Fremdgedanken genutzt: „Wach endlich auf, sagte eine Stimme in ihrem Inneren. Du träumst das alles nur. […] Schlaf weiter, meldete sich eine andere Stimme. Ruh dich aus.“ ( HvS, S.117), was eigene Gedanken sein können oder der Einfluss des Computerprogramms, welches sich später wieder meldet: „Verlaß dich nur auf dich selbst, meldete sich wieder jene Stimme in ihr, die ihr so vertraut vorkam. Du allein bestimmst über dein Schicksal“ (HvS, S.126). Atlans Extrasinn nimmt eine Zwischenposition ein, wie sein Träger denn auch eine der wenigen echten Erzählerfiguren der Serie ist, und wohl die einzige unter den Hauptpersonen. Als Nichtterraner hat er auch eine gute Nische für diese altmodische geschlossene Beurteilung der Welt.
Den genannten inneren Dialog mit jemand Fremden finden wir auch in 2655, einmal bei Tormanacs inneren Kampf mit dem Monofilament, das QIN SHIs Botschaft verkündet (vgl. S.46f) und dann, als der Garrabospieler Tarmanac innerlich mit den Phenubenklängen des Sayporaners.kommuniziert (vgl. S.56). Auch in diesem Fall wird die Einzelexistenz zum Aufgehen im Dialog, zur Gemeinsamkeit hin aufgelöst, durch die dann die Problemlösung eintritt.
Wie gesagt baut Ellmer neue Informationen über die darzustellende utopische Welt gern in harmlose, vertraut wirkende Erklärungen ein, bei denen oberflächlich erst mal gar kein Unterschied zu Erklärungsmodellen der real existierenden Verfasser- und Rezipientenwelt anzumerken ist. Die Deviation jubelt er seinem Leser sozusagen unter, es entwickelt sich ein amüsantes Versteckspiel.
Als wir in einem langen Rückblick das Familienleben der Bokos kennenlernen, wird die Entwicklung der Gesellschaft thematisiert durch die Definition von „Traditionalistin“, was man ist,
„wenn man sich alten Gewohnheiten und Gebräuchen verpflichtet fühlt, also zum Beispiel eine antiquierte Rollenverteilung zwischen Mann und Frau. Der Mann geht arbeiten, die Mutter kümmert sich um den Haushalt, also Essen kochen, Wäsche waschen“ (2616, S.11)
So wird über eine einfach scheinende Erklärung der Unterschied zwischen unserer Lebensweise und der Normalität im Jahre 1469 NGZ ausgearbeitet, wenn Korbinian weiter fragt, was „Wäsche waschen“ denn bedeuten soll. Wobei drei Erklärungen angeboten werden, von denen zwei einander widersprechen: Ganz früher habe man die Wäsche draußen aufgehängt – für Korbinian äußerst befremdlich – und heutzutage sei es das, was der Haushaltsrobot mit der Wäsche tue. Dem folgt eine minutiöse Auflistung der uns nur allzu vertrauten Vorgänge, Science Fiction hier nur die allgemein verbreitete Integration des Wäschetrockners in die Waschmaschine – heutzutage sind diese Kombigeräte unverhältnismäßig teuer und deshalb selten. Darauf erwidert der Junge, er werfe die „Kleidung immer in den Abfallvernichter fürs Recycling“(2616, S.11), was sein Vater als ebenso normal bestätigt.
Beide Möglichkeiten schließen einander aus, sind aber als gleichrangig „normal“ nebeneinander gestellt. Der logische Bruch wird beim Lesen fast unsichtbar, weil die aufgezeigten Möglichkeiten die Fantasie jeden Lesers, der Familienwäsche handhabt, mit emotional aufgeladenen Bildern füllt, ohne aus dem aufgespannten Begriffsfeld herauszulenken, und dadurch den Widerspruch überdeckt. Vor allem der seelische Schock, der den umweltbewussten deutschen Leser bei der Idee, die getragene Kleidung jedes Mal wegzuwerfen, überkommt, lässt ihn das Denken vergessen. Aus Ellmers diversen Bemerkungen über Leseraufmerksamkeit auf der LKS schließe ich, dass er es auch extra darauf anlegt, dass die Leser den Effekt wahrnehmen, ohne den Widerspruch zu reflektieren.
Seelische Zustände im jeweiligen Erzählkontext lernen wir mit der gleichen Exaktheit kennen: Bullys Gefühle von Wut und Verzweiflung kurz vor der Auslösung des Fimbul-Impulses werden ebenfalls eines nach dem anderen erläutert, wodurch dem Leser im Rahmen von Bullys Gedanken noch einmal der Umfang der Bedrohung aufgezeigt wird, so dass er die historische Bedeutung des Ereignisses besser erfassen kann, ehe im nächsten Romanabschnitt der Fimbul-Impuls ausgelöst wird. Ohne diesen Informationsschwerpunkt würden viele Leser die Auswirkungen des Fimbul-Impulses nicht wirklich begreifen:
„In sich spürte Reginald Wut und Verzweiflung. Wut über die vielen Opfer, die die Versetzung des Solsystems und die damit zusammenhängenden Ereignisse bereits gekostet hatten. Und Verzweiflung darüber, dass Fremde schon wieder nach der Heimat der Menschen gegriffen hatten und sich ungeniert bedienten.
Die Terraner wurden nicht gefragt. Da gaben sich andere Völker und Institutionen die Klinke in die Hand und taten, als sei dieses Sonnensystem ihr persönliches Eigentum. Und Terra war nach 3000 Jahren noch immer kleiner und schwächer als der jeweilige Gegner, wenngleich tausendmal stärker als in der Anfangszeit des Imperiums.“ (2616, S.60)
Vorher und nachher wird der Familienname verwendet, so dass „Reginald“ anzeigt, dass man es hier mit dem echten, inneren Bully zu tun hat. Über die exakte Klärung der Affekte hinaus beachte man den weit gespannten zeitlichen Überblick, denn man muss automatisch die vorangegangenen Vorgänge um die BOMBAY und die seltsame Veränderung der Gravitationskonstanten Revue passieren lassen. Der Leser muss seine Erinnerung aktivieren, um hier mitzuziehen. Ellmer bietet da regelmäßig Hilfestellung in Form von erlebter Rede, durch die wir umfassende Gedankengänge und auch Erinnerungen der Protagonisten miterleben können. Eine weiter gefasste statistische Untersuchung des Zeitengebrauchs würde wohl ein hohes Maß am Plusquamperfektformen feststellen, mehr als bei den meisten Perry-Rhodan-Autoren. Diese Sicherungsmaßnahmen können den Erzählfluss durchaus belasten.
Dankbar bin ich für das ansonsten wenig motivierte „Institutionen“, denn heutzutage hat es sofort jenen unangenehmen Beigeschmack, wenn man von fremden Völkern redet, die nach dem Eigenen, vor allem der Heimat, greifen. Die Zahlen 3000 und 1000 stehen in abnehmender Reihenfolge, was sich harmonisch zum „kleiner und schwächer“ fügt.
Ellmer verschränkt die Ereignisse jedoch auch auf struktureller Ebene. Ein recht interessantes Beispiel hierzu finden wir, als Porant das Nichts betrachtet, wo vorher das Solsystem war, welches ja sogar ein Nichts ohne Naturgesetze ist. Als er über die „hunderte von Ausschlägen“ nachdenkt, überlässt er sich seiner Intuition, „vergaß die Welt um sich herum“, „versank“, sitzt dann tief in Gedanken, „abgekapselt von der Umwelt“ (2624, S.7), und wird aktiv mit der Erkenntnis, dass ein Hypersturm nach dem Nichts greift. Das Nichts und die innere Vertiefung stehen einander spiegelbildlich gegenüber.
Mit diesem Ausblick auf die strukturelle Ebene wollen wir diesen Anschnitt beschließen und zum nächsten Kapitel überleiten. Halten wir fest, dass Ellmer die Möglichkeiten der personalen, subjektiven Perspektive voll ausschöpft und sehr ausgiebig für deine Erzählvorhaben nutzt.



V. Erzählstruktur, Verortung und Personencharakteristik

Zunächst ein kleiner Exkurs in die Erzählperspektive, als zentralen Punkt der Vermittlungsvorgangs. Neben dem Unterschied zwischen auktorialer und personaler Erzählweise – die Palette findet sich in Stanzels Typenkreis der Erzählhaltungen – unterscheiden sich Erzählerfigur und Reflektorfigur durch die Personalisierung der Erzählerfigur. Um das ganz kurz zu umreißen: Die Erzählerfigur ist als Protagonist in die Rahmenhandlung der Geschichte eingebaut und vermittelt die eigentliche Erzählung, die Binnenhandlung, geordnet, aber auch selektiv. Sie kennt die Geschehnisse von Anfang bis Ende und präsentiert sie in für sie sinnvoller Ordnung und unter Aspekten, die ihren Werten erwachsen.
Neben dem gewöhnlichen Präteritum des Erzählvorgangs sei hier das „epische Präteritum“ genannt, das vorliegt, wenn die Geschehnisse für die Erzählerfigur schon vorbei sind, also innerhalb der Fiktion eine echte Vergangenheit erzählt wird.
Hierbei ergibt sich durch den zeitlichen Abstand zwischen den Handlungsebenen die Möglichkeit, dass ein Unterschied zwischen ihren zum fiktionalen Zeitpunkt des Erzählens „jetzigen“ Umständen und seinem „damaligen“ Zustand entstanden sein kann.
Die Deixis – der Zeigevorgang - weist bei der echten Erzählerfigur in ein Damals und ein Dort. Der Fokus der Orientierung liegt in der Regel in der Erzählerfigur, von der aus er sich vorübergehend in die dargestellte Ebene verlagern kann, wenn diese entsprechend ausgestaltet wird, während die Deixis der Reflektorfigur auf ihr fiktionales Hier und Jetzt verweist, denn es gibt sie ja nur in der fiktionalen Jetztzeit der Erzählebene, welche durch die Teilnahme des Lesers an der Bewusstseinsvorgängen der Figur konstituiert wird.
Weil die Erzählerfigur einerseits über Insiderwissen verfügt, andererseits aber kritische Distanz zum Erzählten haben kann, ist sie nicht identisch mit ihrem jüngeren Ich, mit dem der Leser die vergangenen Ereignisse erlebt. Insofern nähert sie sich dem auktorialen, allwissenden Erzähler. Von „olympischer Perspektive“ zu sprechen scheint mir in der Moderne jedoch unangemessen, denn wo früher etwa Vertrauen in die göttliche Gerechtigkeit oder in die absolute Gültigkeit einer wissenschaftlichen Wahrheit Orientierung bot, leben wir in der Relativierung aller Lebensbereiche, und nur selten begleitet uns die Kompetenz zum entsprechend komplexen, liberalen Denken.
Eine ausgearbeitete Erzählerfigur, die völligen Überblick über die Handlung, aber keine Lösung hat, ist Joseph Conrads Captain Marlowe, der den Leser das unbegreiflich Entsetzliche des menschenverachtenden Kolonialismus im Kongo gemeinsam mit seinem anfangs blauäugigen, dann immer wacheren und verzweifelnderen jugendlichen Ich entdecken lässt – der Erzähler kennt sich aus und führt doch nur ausweglose Ratlosigkeit vor. Die große Erzählerfigur in PR ist Atlan, wie er von H.K. Scheer und Hans Kneifel aufgebaut wurde. Dieser verfügt über ein definiertes Koordinatensystem, da er sein Weltbild selten hinterfragt und schon viel mehr erlebt hat als alle anderen. Seine Bezeichnung „Barbar“ für Perry Rhodan und seine stete Bewunderung für die unvoreingenommenen, lebensfähigen Terraner hat sich in die Erstauflage hinein erhalten, zuletzt fiel sie mir in der Begrüßungsszene zu Anfang von 2537 von Leo Lukas auf. Früher war dieses Element dicker aufgetragen und diente sozusagen als Bestätigung des „Manifest Destiny“ der Terraner, sich überall erfolgreich auszubreiten. Das ist schon ein bisschen olympisch.
Die Reflektorfigur hingegen weiß nicht, dass sie Leser dabei hat. Oft lernen wir sie ebenso unvermittelt wie oberflächlich kennen, da das Geschehen ohne weiteren Aufwand aus ihrer subjektiven Perspektive erzählt wird. Ihre Zuverlässigkeit erschließen wir durch Beobachtung, wir betrachten ihre Interaktion mit anderen Protagonisten, verfolgen ihre Gedanken und beurteilen ihre Werte weniger aus Reaktionen ihrer fiktionalen Umwelt denn aus der Differenz zu unserer eigenen Auffassung.
Was die Erzählhaltung angeht, so kommt die Reflektorfigur uns Autoritätsberaubten des beginnenden 21. Jahrhunderts entgegen. Sie hat selbst keine Übersicht, sondern registriert das Dargestellte im Moment des Erlebens, und wir folgen unreflektiert. Stanzel spricht von der Tendenz zur konkreten Partikularität, zu Impressionismus und Empathie dieser Erzählweise. Diese sind in Ellmers Texten überaus stark ausgebaut, da er der Innendarstellung seiner Protagonisten am meisten Platz einräumt, einen sehr hohen Anteil erlebter Rede verwendet und persönliche Beziehungen als Strukturmittel einsetzt – verstärkt durch die bereits diskutierte Neigung zur durchgängigen Personifikation. Jedoch versinken seine Figuren nicht in Orientierungslosigkeit, sondern leben freundlich und unterhaltsam ihre Leben. Vielleicht ist dies die Grundlage des ihm oft bescheinigten „Alltagshumors“.
Wobei an dieser Stelle der sich stetig entwickelnden Individualismus in der Serie erwähnt sei. In den Anfangszeiten der Serie konnten Außenseiter sich bewähren, indem sie dem großen Ganzen halfen und dann mit den großen Unsterblichen zusammenarbeiten durften oder von ihnen gelobt wurden. Das galt für Versager wie das „Greenhorn“ John Pincer in PR 104, Hauptpersonen wie Balton Wyt und ansonsten tölpelhafte Spezialbegabungen wir Brazo Alkher, aber auch für Perry Rhodan selbst, der unbedarft die galaktische Bühne betrat, sich bis zum Linguiden-Zyklus stets nach ES richtete und gut daran tat.
Seitdem schwanken die Hierarchien, die Superintelligenzen scheinen mehr und mehr fragwürdig, und der Neuroversum-Zyklus bordet über mit Eltern–Kind–Konflikten, Autoritätskonflikten und Doppelbesetzungen von Ämtern, deren Träger sich bewähren müssen. Die Protagonisten benötigen dabei eine persönliche Problemlösungskompetenz, welche präskriptive Autoritäten ausbooten kann, ohne Abzustürzen: Die Abnabelung von Superintelligenzen und Chaotarchen gleichermaßen ist aktuell (im Januar 2013) ja noch nicht durch, und wir wissen noch nicht einmal, ob Rhodans Sohn, der ja wesentlich älter ist als sein „alter Herr“, ES hereinlegt oder umgekehrt. Ganz wie im richtigen Leben.
Über die reine Geschichte hinaus gehört jedoch auch die Konstruktion des Ortes in der Erzählung zum Erzählvorgang. Ziehen wir in Betracht, dass die Deixis unentbehrliche Grundlage der Kommunikation für die Sprecher bildet, weil sie „wichtige Elemente, wie Orts- oder Zeitangaben, für die Sprecher liefert“, so erkennen wir die spezielle Problematik im Aufbau dieses Verweissystems in der Science Fiction, die frei ausgedachte Lebenswelten mit wissenschaftlichen Neuerungen koppelt.
Wie gesagt, Science Fiction stellt an den Aufbau fiktionaler Wirklichkeit besondere Ansprüche. Deswegen macht es Sinn, in den zu untersuchenden Romanen den Aufbau des Setting zu vergleichen. Wenn wir davon ausgehen. Dass jeder Mensch sein ihm eigenes Koordinatensystem mit sich trägt, so müssten sich hier autorentypische Muster ergeben.
Zusätzlich können in dieser Gattung ganz andere Charaktere gestaltet werden: extraterrestrische, paranormale oder über die realen Gegebenheiten hinaus eigenaktive, neugierige Lebewesen in vielfältigsten Kombinationsmöglichkeiten. Dass jeder der Perry-Rhodan-Autoren über die Exposévorgaben hinaus eine eigene Art der Personengestaltung hat, ist offensichtlich. Hier werden wir untersuchen, wie Ellmers Protagonisten aufgebaut sind – eine Abgrenzung zur Gestaltung anderer Autoren würde den Rahmen dieser Arbeit sprengen, so dass ich es bei einigen wenigen Kontrasten belassen werde.
In jedem Roman Ellmers finden wir ein überaus gründliches Abgehen der Orte, wodurch der Inhalt der auf der LKS von 2616 abgedruckten Facebook-Kommunikation, in deren Verlauf die nicht unerhebliche Beteiligung der häuslichen Mieze zumindest impliziert wird, an Plausibilität gewinnt. Katzen würden so schreiben: Rumschauen, abgehen, kontrollieren, ob alles am Ort ist, und auf Bewegungen achten. Der Leser darf mitkommen. In dieselbe Richtung wirkt die Bindung der Protagonisten in Zweierstrukturen.
Da wir mit fünf Romanen arbeiten, möchte ich zu Zwecken des Überblicks zuerst auf die Verortung und die Erzählstruktur der Texte eingehen, ehe ich einige auffällige Merkmale der Personengestaltung diskutiere.

[HIER ENDET DER ERSTE TEIL]
:devil:

Heiko Langhans
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Re: Charakteristik der Autoren

Beitrag von Heiko Langhans »

Oha. :o

Respekt. :st:

Heiko Langhans
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Re: Charakteristik der Autoren

Beitrag von Heiko Langhans »

@Kapaun:

Das meist Du jetzt nicht ernst, oder?

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Re: Charakteristik der Autoren

Beitrag von Kapaun »

Heiko Langhans hat geschrieben:@Kapaun:

Das meist Du jetzt nicht ernst, oder?
Was genau sollte ich warum nicht ernstnehmen?

Heiko Langhans
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Re: Charakteristik der Autoren

Beitrag von Heiko Langhans »

Was Du da geliefert hast, ist doch sehr knapp und wird den Autoren weder im positiven noch im negativen Sinne gerecht.

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Re: Charakteristik der Autoren

Beitrag von Kapaun »

Mei, der Threaderöffner fragte danach, wie man persönlich, subjektiv die einzelnen Autoren sieht. Das ist jedenfalls meine Interpretation der Frage, und ich glaube, man kann sie kaum anders verstehen. Falls das nicht so sein soll, gegen Chatregeln verstößt oder sonstwie Ärger provoziert, dann löscht den Beitrag halt. Ist ja auch egal allmählich.

cold25
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Re: Charakteristik der Autoren

Beitrag von cold25 »

Schwamm drüber :)
Wer mag noch eine Kurzeinschätzung der Autoren geben? Bisher waren schon richtig interessante Beiträge dabei
just READING:

908 William Voltz - Aura des Friedens

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Tennessee
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Re: Charakteristik der Autoren

Beitrag von Tennessee »

cold25 hat geschrieben:Schwamm drüber :)
Wer mag noch eine Kurzeinschätzung der Autoren geben? Bisher waren schon richtig interessante Beiträge dabei
Nun, punktuell, würde ich auch noch gerne was sagen, einfach der guten Stimmung wegen, ganz subjektiv und weil mir Kapauns knappe und launigen Statements gefallen haben:

SCHEER:
Einer der komödiantischsten Autoren, sein Humor ist unterschätzt. Ließ gerne Hacken und Kanonen unnötig und Pointen zu selten knallen und hatte den wahrscheinlich konsistentesten Blick auf seine Figuren.

EWERS:
Zu Beginn war er der bessere Moraliker und bot aufgrund seines Querdenkens die wertvollsten Erweiterungen des frühen Perryversums an. Später wurde er allerdings unlesbar, da er wohl nicht mehr nur quer, sondern schon kariert dachte.

SYDOW:
Perfekt.

FELDHOFF:
Hatte Voltz'sche Qualitäten, schrieb seine Romane ganz wunderbar, einfühlend und raffiniert; schrieb seine Zyklen nicht so.

VOLTZ:
Hatte Feldhoff'sche Qualitäten, schrieb seine Romane ganz wunderbar, einfühlend und raffiniert, leider interessierten mich nicht alle seine Romane. Revolutionierte die PR-Serie und wurde zur heiligen Kuh des Perryversums.

FINDIG:
Misshandelte die PR-Serie, weil er nicht länger blieb als vier Romane. Bewies das Fisherman's-Friend-Gesetz: Er war zu stark, PR zu schwach.

lg
Ten.
„Ein Wort“, sagte Humpty Dumpty, „bedeutet genau das, was ich es bedeuten lasse, nichts anderes.“
„Die Frage ist“, sagte Alice, „ob du Worten so viele Bedeutungen geben kannst“.
„Die Frage ist“, sagte Humpty Dumpty, „wer die Macht hat – das ist alles.“

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Re: Charakteristik der Autoren

Beitrag von Kapaun »

Tennessee hat geschrieben: FINDIG:
Misshandelte die PR-Serie, weil er nicht länger blieb als vier Romane. Bewies das Fisherman's-Friend-Gesetz: Er war zu stark, PR zu schwach.

lg
Ten.
Lol! FINDIG, hm? Einer von denen, die völlig an mir vorübergegangen sind. Angesichts der enormen Zahl seiner Beiträge kein Wunder. :-) Klingt aber interessant. Na, es gibt dann ja bald mal alle Hefte auf ebook ...

cold25
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Re: Charakteristik der Autoren

Beitrag von cold25 »

:st: und wenn du noch Lust und Laune hast, kannst du ja bei Gelegenheit die anderen noch charakterisieren. Vor allem zu Vlcek hätte ich gern mal eure Meinung.

Aja und dann würde mich dann doch mal interessieren, sofern das überhaupt möglich war, wer voltztypische Romane denn nach seinem Tod geschrieben hat. Ging das überhaupt? Ich bin ja nun erst kurz vor dem Aphilie Zyklus und schon da, freue ich mich immer besonders wenn ein Voltz Roman als nächstes kommt, weil sie einfach in Punkto Charakterisierung und sense of Wonder für sich stehen.
Gab es also jemanden der seine Art von Romanen schreiben konnte?
Irgendwo hatte ich mal gelesen, dass Ziegler ihm am ähnlichsten war?!
just READING:

908 William Voltz - Aura des Friedens

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Re: Charakteristik der Autoren

Beitrag von Kapaun »

cold25 hat geschrieben: Aja und dann würde mich dann doch mal interessieren, sofern das überhaupt möglich war, wer voltztypische Romane denn nach seinem Tod geschrieben hat. Ging das überhaupt? Ich bin ja nun erst kurz vor dem Aphilie Zyklus und schon da, freue ich mich immer besonders wenn ein Voltz Roman als nächstes kommt, weil sie einfach in Punkto Charakterisierung und sense of Wonder für sich stehen.
Gab es also jemanden der seine Art von Romanen schreiben konnte?
Irgendwo hatte ich mal gelesen, dass Ziegler ihm am ähnlichsten war?!
Ja, der Tennessee hat schon recht: Feldhoff ist Voltz recht ähnlich, auch wenn er scheint's ein paar Spezialinteressen hatte, die Voltz nicht unbedingt teilte. Von Ziegler habe ich wenig gelesen, aber, ja, auch das ging in Voltz'sche Richtung. Und dann würde ich noch Winter nennen - der hat aber auch nicht allzuviel geschrieben.

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Re: Charakteristik der Autoren

Beitrag von Tennessee »

cold25 hat geschrieben::st: und wenn du noch Lust und Laune hast, kannst du ja bei Gelegenheit die anderen noch charakterisieren. Vor allem zu Vlcek hätte ich gern mal eure Meinung.
Salut cold,

ich hätt' gern mal deine Meinung!

lg ten
„Ein Wort“, sagte Humpty Dumpty, „bedeutet genau das, was ich es bedeuten lasse, nichts anderes.“
„Die Frage ist“, sagte Alice, „ob du Worten so viele Bedeutungen geben kannst“.
„Die Frage ist“, sagte Humpty Dumpty, „wer die Macht hat – das ist alles.“

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Re: Charakteristik der Autoren

Beitrag von Alexandra »

Tennessee hat die Ehre der Kurzmitteilung gerettet, das sind doch gut formulierte, aussagekräftige Aussagen!
Auch seine Frage finde ich recht interessant.
:devil:

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Re: Charakteristik der Autoren

Beitrag von Kapaun »

Tennessee mal einen Blick zuwerf, dabei die rechte Augenbraue hochzieh ...

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Re: Charakteristik der Autoren

Beitrag von Tennessee »

Kapaun hat geschrieben:Tennessee mal einen Blick zuwerf, dabei die rechte Augenbraue hochzieh ...
Ich werf den Blick mal zurück und ziehe, da ich das mit rechts nicht kann, die linke Augenbraue nach oben.

Die Bedeutung deines Blicks ist mir aber nicht ganz klar: Sind wir gut oder sind wir besser? *zwinker*

lg
Ten.
„Ein Wort“, sagte Humpty Dumpty, „bedeutet genau das, was ich es bedeuten lasse, nichts anderes.“
„Die Frage ist“, sagte Alice, „ob du Worten so viele Bedeutungen geben kannst“.
„Die Frage ist“, sagte Humpty Dumpty, „wer die Macht hat – das ist alles.“

Heiko Langhans
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Re: Charakteristik der Autoren

Beitrag von Heiko Langhans »

Macht mal. :rolleyes:

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Tennessee
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Re: Charakteristik der Autoren

Beitrag von Tennessee »

Heiko Langhans hat geschrieben:Macht mal. :rolleyes:
*grinst wie eine satte Katze*

Salut Heiko,

es war toll. *zwinker*

lg
Ten.
„Ein Wort“, sagte Humpty Dumpty, „bedeutet genau das, was ich es bedeuten lasse, nichts anderes.“
„Die Frage ist“, sagte Alice, „ob du Worten so viele Bedeutungen geben kannst“.
„Die Frage ist“, sagte Humpty Dumpty, „wer die Macht hat – das ist alles.“

cold25
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Re: Charakteristik der Autoren

Beitrag von cold25 »

Tennessee hat geschrieben:
cold25 hat geschrieben::st: und wenn du noch Lust und Laune hast, kannst du ja bei Gelegenheit die anderen noch charakterisieren. Vor allem zu Vlcek hätte ich gern mal eure Meinung.
Salut cold,

ich hätt' gern mal deine Meinung!

lg ten
da ich bisher erst wenige Romane von ihm gelesen/gehört habe fällt mir das schwer. Der Grund warum mich eure Meinung zu Vlcek besonders interessiert, ist, weil er für mich sehr unbeständig geschrieben hat. Einmal war ich total fasziniert, dann wieder eher etwas frustriert.
Ich habe in diesem Thread schonmal folgendes geschrieben:

672 Countdown für Terra von Ernst Vlcek war ein richtig toller Roman, drei verschiedene Handlungsebenen, tolle Charaktere
679 Im Bannkreis der Pyramide Bei diesem Roman fühlte ich mich wieder in die 60er versetzt als es öfters darum ging noch einen Roboter und noch einen mehr zu überwältigen

in 684 die falschen Itrinks hatte ich dann wieder das Gefühl das hier eher Voltz schreibt :)
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Alexandra
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Re: Charakteristik der Autoren

Beitrag von Alexandra »

Vlcec hat Damonenkiller/Dorian Hunter hervorgebracht und Walty Klackton. Leute mit solcher Bandbreite liebe ich immer von Herzen.

Aber sag' mal: Was hatten die Charaktere denn, dass sie "toll" waren. Erzähl' mal!
:devil:

cold25
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Re: Charakteristik der Autoren

Beitrag von cold25 »

Alexandra hat geschrieben:Vlcec hat Damonenkiller/Dorian Hunter hervorgebracht und Walty Klackton. Leute mit solcher Bandbreite liebe ich immer von Herzen.

Aber sag' mal: Was hatten die Charaktere denn, dass sie "toll" waren. Erzähl' mal!
Puhh das ist schon ne Weile her..In Countdown für Terra hat mir vor allem der erste Teil gefallen, der Kampf zwischen Oberst Muszo Hetschic und Dr. Fitring Ammun, die beide versuchen, die Besatzung auf ihre jeweilige Seite zu ziehen, weil beide ganz unterschiedliche Auffassungen darüber haben, was Perry Rhodan mit seiner politischen Vorgehensweise in bezug auf die Laren bewirken wird. Dazu noch Terft Nemetz, der sich von Ammun beeinflussen lies und mit seinem Leben bezahlte.

Bei dem Roman die falschen Itrinks waren es die aus der Ich-Perspektive geschilderten Erlebnisse vom Umweltbeauftragten Horre l'Eger( fantastisch gesprochen von Andreas Laurenz Maier) und seiner Sehnsucht nach der Erneuerung der Natur seines Planeten.
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