Vor 50 Jahren - Das zweite Imperium

Unvergessene Abenteuer, legendäre Zyklen - nachgelesen und neu diskutiert.
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Haywood Floyd
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Re: Vor 50 Jahren - Das zweite Imperium

Beitrag von Haywood Floyd »

Ich erinnere mich gut an diesen Roman und habe ihn auch in positiver Erinnerung. Kleine Randanekdote: Mein Englisch war damals im ersten Englisch-Schuljahr (5. Klasse, die damals in meinem Bundesland aber noch 1. Klasse hieß, weil die Gymy-Klassen bis Ende der 60er dort noch separat gezählt wurden) noch nicht so besonders gut und ich interpretierte den Planetennamen immer als 'Now Here', also 'jetzt hier'. Dass das Wort aus 'No' und 'where' zusammengesetzt war und 'nirgendwo' bedeutet, kapierte ich erst einige Zeit später, als ich den Text des damals aktuellen Beatles-Songs 'Nowhere Man' verstand... :o(
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dandelion
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Re: Vor 50 Jahren - Das zweite Imperium

Beitrag von dandelion »

In diesem Roman geht es natürlich auch um Zellaktivatoren. Im Mittelpunkt der nicht immer folgerichtigen Geschichte stehen aber wieder einmal die Aras, bei denen man nie sicher sein kann, welche Eigenschaften gerade überwiegen. Die der Heiler oder die der gewissenlosen Verbrecher. Diesmal kommen wieder die dunklen Seiten zum Vorschein. Glücklicherweise sind aber wagemutige Terraner beiderlei Geschlechts zur Stelle und wenn das alleine nicht ausreicht, ist die Flotte des Imperiums zur Stelle.

Einige Passagen verleiten doch zum Schmunzeln. Da ist Garika - „das Mädchen war so groß wie Mädchen sein sollten“ – und der harmonieselige Schluß, bei dem die sich zuvor befehdenden Kontrahenten einer gemeinsamen Zukunft entgegen gehen. Das könnte auch von Clark Darlton stammen, aber vielleicht mußte ein Roman in dieser Zeit einfach ein glückverheißendes Ende haben.

Nicht so erbaulich ist die Begegnung mit Lemmy Pert, für dessen Rolle als Ankläger, Richter und Henker in einer Person, wohl der allbekannte James Lynch Pate gestanden hat.

Kurt Mahr schreibt in seinem „Vorwort“, daß kein Motiv die Erkundung unbekannter Sternenräume jemals rascher voran gebracht hat, als das ZA-Fieber. Das mag vielleicht etwas hoch gegriffen sein, aber zumindest für die auch den Arkoniden bis dato anscheinend unbekannte Ostseite der Milchstrasse trifft dies zu, wie sich bald zeigen wird.
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Kardec
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Re: Vor 50 Jahren - Das zweite Imperium

Beitrag von Kardec »

Ich glaube für mich persönlich war "Die Sklaven von Nowhere" der langweiligste Roman überhaupt.
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Hamiller
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Re: Vor 50 Jahren - Das zweite Imperium

Beitrag von Hamiller »

Kardec hat geschrieben:Ich glaube für mich persönlich war "Die Sklaven von Nowhere" der langweiligste Roman überhaupt.
Öh, ja, zu dem Urteil tendiere ich auch. Wobei die Idee mit Chaos stiften durch falsche ZAs folgerichtig ist, aber ja auch nicht ausgeführt wird.
Waringer
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Re: Vor 50 Jahren - Das zweite Imperium

Beitrag von Waringer »

Nr. 155 Die Sklaven von Nowhere:

Irgendwie hat dieser knallig gelbe Hintergrund vom Titelbild und die Reduzierung auf den Zweikampf mit der Haarschlange etwas. Marr Toss, Bran Cathay u. Bakter Brown, ehemalige Offiziere der Solaren Flotte, landen, nachdem sie das Signal eines Zellaktivators empfangen haben, mit der Neu Brisbane auf dem Planeten Nowhere. Dort herrscht eine illustre Gesellschaft, denn es handelt sich bei der kleinen Bevölkerung von Nowhere, um ehemalige, ausbehandelte Patienten der Aras, die auf diesen Planeten gelockt wurden, um das Ansehen der Aras zu wahren. Werden diese ehemaligen Patienten eigentlich nicht vermißt?

Marr Toss und seine Besatzung werden von den dortigen Beherrschern um Lemmy Part gefangen genommen und zur Sklaverei verurteilt. Es kommt zu einen Ausbruch. Die übrig gebliebenen Männer um Marr Toss flüchten in den Dschungel, wo sie auf eine Station der Aras treffen. Es stellt sich heraus, dass die Aras dort mit Hilfe eines Gases von Haarschlangen gefälschte Zellaktivatoren herstellen, um Suchende auf eine falsche Fährte zu locken.

Zentrales Thema des Romans sind die Machenschaften der Aras, die ein weiteres Mal in einem schlechten Licht dargestellt werden. An den zahlreichen eingestreuten technischen Erläuterungen und der eher oberflächlichen Standard-Charakterisierung erkennt man, dass Kurt Mahr am Werke war. Wenig gefallen hat mir die Wandlung der toughen Garika hin zum hilflosen Mädel, dass von Marr Toss bei jeder Gelegenheit gerettet werden muss. Aus dem Charakter hätte man mehr machen können. Dafür wird man durch technische Erläuterungen entschädigt, die einen SF-Roman immer bereichern. Den Roman könnte man aber auch unbesorgt auf eine Streichliste für diesen Zyklus setzen.


Inoffizieller Zellaktivatorzähler: 9
Planeten: Haknor, Honur, Impos, Velander II, fünf unbekannte Orte/Planeten

Fundstellen (4. Auflage):
S.25:
""Sie wissen, dass allein ihre überragenden Kenntnisse ihnen den Platz einräumen, den sie jetzt innehaben. Außer den Geheimnissen haben sie auch einen guten Ruf zu wahren. Den Ruf, dass ihnen jede Heilung gelingt und dass jeder Kranke gerettet ist, sobald er sich einem Ara anvertraut...für hohes Honorar natürlich."[...]Die Aras sind in der Wahl ihrer Mittel wohl nie besonders kleinlich gewesen. Die Kranken, an denen ihre Kunst versagt, werden nach Nowhere gebracht. Mit oder gegen ihren Willen."
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dandelion
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Re: Vor 50 Jahren - Das zweite Imperium

Beitrag von dandelion »

Waringer hat geschrieben:Nr. 155 Die Sklaven von Nowhere:

Den Roman könnte man aber auch unbesorgt auf eine Streichliste für diesen Zyklus setzen.
Mit diesem Roman sollte wohl gezeigt werden, daß nicht jede Jagd auf einen ZA für die Terraner erfolgreich endet.
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Re: Vor 50 Jahren - Das zweite Imperium

Beitrag von Heiko Langhans »

Kleiner Hinweis auf ein Exposé-Detail: In diesem Roman erwähnt Mahr die kleinen Männer von Sigurd - womit Siga gemeint war. KHS hatte den Planeten ursprünglich so genannt und in seinem eigenen Roman dann auf Siga vereinfacht. Davon konnte Mahr nichts wissen (oder hatte es vergessen).
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Haywood Floyd
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Re: Vor 50 Jahren - Das zweite Imperium

Beitrag von Haywood Floyd »

Heiko Langhans hat geschrieben:Kleiner Hinweis auf ein Exposé-Detail: In diesem Roman erwähnt Mahr die kleinen Männer von Sigurd - womit Siga gemeint war. KHS hatte den Planeten ursprünglich so genannt und in seinem eigenen Roman dann auf Siga vereinfacht. Davon konnte Mahr nichts wissen (oder hatte es vergessen).
Vielleicht eine (bewusste oder unbewusste?) Reminiszenz an Hansrudi Wäscher, der neben Sigurd auch die unsterblichen NICK-Comics erschuf und damit mich (und wahrscheinlich viele andere meiner Generation) den allerersten Kontakt zur Science Fiction verschaffte?
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Kardec
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Re: Vor 50 Jahren - Das zweite Imperium

Beitrag von Kardec »

Ja - Nick`s kugelrundes Sternenschiff. Das konnte doch auf Mikrogröße schrumpfen. Nach der nächsten Renovierung der RAS TSCHUBAI ....... :D
Waringer
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Re: Vor 50 Jahren - Das zweite Imperium

Beitrag von Waringer »

dandelion hat geschrieben: Mit diesem Roman sollte wohl gezeigt werden, daß nicht jede Jagd auf einen ZA für die Terraner erfolgreich endet.
Ja, kann man auch so interpretieren. Recht deutlich erkennbar ist die bisherige Systematik im Zyklusverlauf. Zu Beginn gab es diverse Auffindesituationen von Zellaktivatoren unter Beschreibung der Gier nach Unsterblichkeit, gefolgt von diversen Varianten einer Abgabesituation: unfreiwillig (Tod durch Gucky), Ablehnung (Tyll Leyden), freiwillig (Hendrik Vouner). Parallel dazu wurden "böse" Antagonistenvölker (Springer, Aras) abgearbeitet, wobei im nächsten Roman eine neue Variante der Abgabe (Diebstahl & Zerstörung) mit den Antis hinzukommt, bevor der Zyklus seine endgültige Richtung aufnimmt.
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Joaquin M. Cascal
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Re: Vor 50 Jahren - Das zweite Imperium

Beitrag von Joaquin M. Cascal »

Richard hat geschrieben:
Joaquin M. Cascal hat geschrieben:ES hätte bestimmt nicht gewollt das Bully keinen ZA bekommt :st:
Hm, und warum hat sich ES Deiner Ansicht nach so sehr um Bully gesorgt?
Na hör mal! ES war zu der Zeit ein sehr altes unsterbliches Wesen das meistens unter Langeweile litt (Den Begriff SI kannte man damals noch nicht). ES konnte über Bully lachen und wollte seinen Entertainer doch nicht so schnell verlieren :P
Was hat gute SF mit Chemie gemeinsam: es stinkt, knallt und blitzt :feuerwerk:
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Richard
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Re: Vor 50 Jahren - Das zweite Imperium

Beitrag von Richard »

Joaquin M. Cascal hat geschrieben:
Na hör mal! ES war zu der Zeit ein sehr altes unsterbliches Wesen das meistens unter Langeweile litt (Den Begriff SI kannte man damals noch nicht). ES konnte über Bully lachen und wollte seinen Entertainer doch nicht so schnell verlieren :P
Ach, das als Unterhalter haette auch da schon Gucky herhalten koennen B-)
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Mi.Go
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Re: Vor 50 Jahren - Das zweite Imperium

Beitrag von Mi.Go »

Richard hat geschrieben:
Joaquin M. Cascal hat geschrieben:
Na hör mal! ES war zu der Zeit ein sehr altes unsterbliches Wesen das meistens unter Langeweile litt (Den Begriff SI kannte man damals noch nicht). ES konnte über Bully lachen und wollte seinen Entertainer doch nicht so schnell verlieren :P
Ach, das als Unterhalter haette auch da schon Gucky herhalten koennen B-)
Der brauchte doch seinen Sparringspartner. ;)
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Joaquin M. Cascal
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Re: Vor 50 Jahren - Das zweite Imperium

Beitrag von Joaquin M. Cascal »

Bully und Gucky waren doch sozusagen das Dreamteam dieser Zeit :o)
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Faktor10
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Re: Vor 50 Jahren - Das zweite Imperium

Beitrag von Faktor10 »

Heute auch noch. Nur zu selten zusammen.
Unbelehrbarer Altleser.Allem Neuen aber aufgeschlossen. Leider mit ausgeprägter Rechtschreibschwäche.
Heiko Langhans
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Re: Vor 50 Jahren - Das zweite Imperium

Beitrag von Heiko Langhans »

Am 28. August 1964 erschien der 156. Roman der PERRY RHODAN-Serie:

K.H. Scheer: Lemy und der Krötenwolf

Bild

Handlung
Die Agenten Lemy Danger und Melbar Kasom, Spezialisten der USO jagen den Mörder von Anne Sloane, den Verräter und ehemaligen Mitarbeiter der USO, Leutnant Ebrolo, einen Anti.

Atlan höchstselbst ist dieses Mal mit dabei, da er sich große Vorwürfe macht, eben jenen Leutnant Ebrolo im Rahmen eines Auftrages Anne Sloane zugeteilt zu haben. Anne Sloane befand sich im Besitz eines der von ES verteilten Zellaktivatoren, und die Gier nach dem ewigen Leben ließ Ebrolo sein Verbrechen begehen.

In unterschiedlichen Zeitabständen landeten die Agenten auf Eysal im Salonenreich, einer Nation ähnlich dem römischen Reich auf Terra mit vergleichbarem technischem Entwicklungsstand. Während Melbar Kasom aufgrund seiner Statur sich als Gladiator verdingt und so versucht, Ebrolo aus seinem Versteck zu locken, spielt Atlan einen blinden Bettler. Lemy Danger wurde von Atlan letztlich als zusätzliche Unterstützung herbeordert, da Melbar, ohne es zu wissen, einigen Mächtigen negativ aufgefallen ist und diese ihn gegen einen Krötenwolf antreten lassen wollen. Dieses Tier wurde bisher nie in der Arena besiegt.

Nachdem Lemy das Tier professionell, aber in der Ausführung eher peinlich, erschoss, konnte so Melbar den Ruhm dieses Sieges auskosten: Indem Lemy durch die Nase des Tieres eingeatmet wurde, konnte er dort unbemerkt einen tödlichen Laserschuss ins Gehirn des Tieres abgeben, nur um dann im letzten Reflex des Tieres mit einer gehörigen Ladung Schnodder ausgeniest zu werden.

Dennoch wird die Tarnung Melbars von einem illegalen Kult der Antis und dessen Mitgliedern aufgedeckt, die vergeblich versuchen, ihn zu entführen bzw. zu töten. Die Mitglieder dieses Kultes ermorden daraufhin ihren Kollegen Leutnant Ebrolo, und der Hohepriester nimmt den Zellaktivator an sich.

Lemy kann sich bei den Mördern verstecken und gelangt so in deren geheimes Lager, wo er Atlan und Melbar und die Einheiten der imperialen Flotte um Verstärkung ersucht. Während der kurze Zeit später beginnenden Schlacht kann Lemy fast alle dort vorrätigen Kampfroboter der Antis sabotieren und den Hohepriester Mahana-Kul bei der Flucht stellen. Es kommt zu einem Schusswechsel, bei dem Lemy leider den Zellaktivator trifft. Die Explosion tötet zwar den Hohepriester, doch wird eine ungeheure Welle in allen fünf Dimensionen verursacht, welche einen vor Ort ruhenden gravitationsenergetischen Stoßfrontgenerator aktiviert. Gemeinsam verursachen sie auf dem Planeten ein Erdbeben, und eine riesige Menge Sensoren im All registrieren diese Strahlen. Was diese bewirken, wird die Zukunft zeigen…

---
Der obige Text wurde per GNU-Lizenz der Perrypedia entnommen.
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dandelion
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Re: Vor 50 Jahren - Das zweite Imperium

Beitrag von dandelion »

Lemy schießt... und die galaktische Geschichte schlägt eine neue Richtung ein. Kleine Ursache - große Wirkung. Was wäre geschehen, wenn der Zellaktivator heil geblieben wäre? Zumindest die Begegnung mit den Blues war wohl überfällig, denn die terranischen Explorer wollten ja auch den letzten Winkel der Milchstrasse erkunden.

Mich stört, daß der Tod von Anne Sloane so nebenbei abgehandelt wurde. Diese Geschichte wäre ein eigenes Heft wert gewesen. Anfangs hatte ich das Gefühl, einen Roman ausgelassen zu haben.
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Haywood Floyd
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Re: Vor 50 Jahren - Das zweite Imperium

Beitrag von Haywood Floyd »

Was ich mich damals schon gefragt habe: wo zum Teufel ist der 4. Propellerflügel? Es sind drei davon zu sehen, die eindeutig nicht 120°, sondern 90° auseinander stehen. Wird (abgesehen von den entstehenden neuen Narben im grünen Gesicht, wenn Lemy den Quirl startet...) ein kurzer, aber holpriger Flug werden... :devil:

Inhaltlich hat mich der Schuss auf den ZA mit seinen direkten Folgen damals schwer gefesselt - die Konsequenzen dann in den folgenden Wochen noch sehr viel mehr!
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Re: Vor 50 Jahren - Das zweite Imperium

Beitrag von Waringer »

Nr. 156 Lemy und der Krötenwolf:

KHS führt die Geschichte um die USO-Agenten Lemy Danger und Melbar Kasom weiter - und er scheint sichtbar Spaß an der Schilderung des kleinen Siganesen im Spannungsfeld seiner Umgebung zu haben. In der Geschichte der Zellaktivatoren gibt es einen weiteren Sprung. Mittlerweile sind bereits 19 Aktivatoren aufgefunden worden und wie selbstverständlich befinden sich alle in der Hand der Terraner. Anne Sloane, altbekannte Mutantin aus Zeiten der Dritten Macht, wurde von einem Anti, der prekärer Weise auch noch ein Ex-USO Agent ist, ermordet und ihres Zellaktivators beraubt. Wirklich bedauernswert, dass man die Geschichte der Ermordung Anne Sloanes nie geschrieben hat. Die Ermordung Anne Sloanes ruft die USO auf den Plan und sie schickt ihre besten Agnenten auf den Planeten, um den Dieb und Mörder, den Anti Ebrolo, dingfest zu machen. Melbar Kasom, verkleidet als Gladiator und Lemy Danger verfolgen seine Spur. Atlan selbst nimmt als verkleideter Bettler an der Aktion teil.

Nach einem Gladiatorenkampf gegen ein Ungeheuer, den Melbar Kasom nur Dank der Hilfe Lemy Dangers gewinnt, gelingt die Identifizierung des Anti Ebrolo. Ebrolo wird allerdings von seinen Anti-Kollegen wegen des Aktivators ermordet. Lemy Danger bleibt dem weiteren Dieb auf der Spur. Bei einem Zweikampf mit dem Anti und Baalol-Priester Mahana-Kul wird der Zellaktivator von Lemy Danger zerstört, wobei ein Gravitationsenergetischer Stoßfrontengenerator aktiviert wird und ein starkes Signal aussendet.

In diesem Roman gibt es eine für die Perry Rhodan Serie eher seltene und interessante Szene. KHS schildert die Siganesen als ehrbare, anständige Wesen. Lemy Danger nimmt sogar an der Messe eines Pastors teil und wird damit als praktizierender Christ geschildert (4. Auflage):
S. 9:
"Pastor Inkon, Bordgeistlicher des siganesischen Schlachtkreuzers NAMANO, beendete die Andacht mit der Mahnung an uns alle, technische Macht nicht mit seelischer Reife zu verwechseln.
Ich schaute hinauf zu dem Bildschirm, auf dem die Sterne der Galaxis flimmerten und von der Größe des Schöpfers zeugten. Wir hatten unsere Bordkapelle mit diesem Schirm ausgerüstet, um uns jederzeit vor Augen zu halten, wie unendlich groß das Universum ist und wie nichtig wir Menschen sind."

In späteren Romanen bzw. Raumschiffen ist weniger bis überhaupt nicht mehr die Rede von religiösen Bräuchen. Aus gutem Grund hat man wohl auf solche expliziten, religösen Darstellungen verzichtet.

Interessant ist auch, dass der Fokus, die Ich-Erzählperspektive, des Romans komplett auf Lemy Danger, Melbar Kasom und Atlan gerichtet bleibt. Anne Sloane wird nur nebenbei erwähnt und Ex-USO Agent Ebrolo hat nicht einmal eine einzige Zeile. In dem Moment, wo er auftritt, ist er auch schon tot. Alles in allem ein guter, unterhaltsamer Roman mit schönen Charakterisierungen und guter Action. Bei KHS bekommt man für sein Geld eine gute Show geboten.

Inoffizieller Zellaktivatorzähler: 19 -1 (zerstört)
Planeten: Haknor, Honur, Impos, Velander II, fünfzehn unbekannte Orte/Planeten

Fundstellen (4. Auflage):
S.47:
"Ich winkte ab und beugte mich zu dem etwa dreißig Zentimeter langen Insekt hinunter. Es bestand aus Kunststoff und Leichtmetall, besaß einen komplizierten Flügelmechanismus und ein Mikro-Robotgehirn, das mit einem Individualtaster verbunden war."

Eine Drohne getarnt als Insekt. Gute SF, heute fast Realität.
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Re: Vor 50 Jahren - Das zweite Imperium

Beitrag von Waringer »

dandelion hat geschrieben: Mich stört, daß der Tod von Anne Sloane so nebenbei abgehandelt wurde. Diese Geschichte wäre ein eigenes Heft wert gewesen. Anfangs hatte ich das Gefühl, einen Roman ausgelassen zu haben.
Das liegt vermutlich an der von KHS gewählten (Ich-)Erzählperspektive für diesen Roman, die er anscheinend auf gar keinen Fall verlassen wollte. Ansonsten kann ich nur zustimmen, die Ermordung Anne Sloanes wäre einen Roman wert.
Haywood Floyd hat geschrieben:Was ich mich damals schon gefragt habe: wo zum Teufel ist der 4. Propellerflügel? Es sind drei davon zu sehen, die eindeutig nicht 120°, sondern 90° auseinander stehen. Wird (abgesehen von den entstehenden neuen Narben im grünen Gesicht, wenn Lemy den Quirl startet...) ein kurzer, aber holpriger Flug werden... :devil:
Ja, und technisch gesehen ist dieser Monokopter sowieso nicht flugfähig wegen dem fehlenden Drehmomentausgleich. Also entweder Heckrotor oder gegenläufige Doppelpropeller - es sei den Siganesen sind schwindelfrei, dann könnte er sich von seinem einen Propeller durch die Luft kreiseln lassen... :übel: :D
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Re: Vor 50 Jahren - Das zweite Imperium

Beitrag von Hamiller »

dandelion hat geschrieben: Mich stört, daß der Tod von Anne Sloane so nebenbei abgehandelt wurde. Diese Geschichte wäre ein eigenes Heft wert gewesen. Anfangs hatte ich das Gefühl, einen Roman ausgelassen zu haben.
Naja, Anne Sloane war in der Anfangszeit der Serie sehr schnell in den Schatten von Betty Toufry und von Gucky getreten. Spannend war sie bei der Einführung schon, eine Telekinetin, die dem amerikanischen Geheimdienst schon länger bekannt ist...

Aber unabhängig von ihr: Frisch gebackener ZA-Träger wird erschossen, um den ZA zu stehlen, wäre schon einen Roman wert. Aber das wäre auch etwas viel hin und her und hätte die Frage aufgeworfen, wie man solches in Zukunft verhindern will. Die Dinger sind danach über Jahrhunderte im Grunde viel zu wenig gestohlen worden.
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Kardec
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Re: Vor 50 Jahren - Das zweite Imperium

Beitrag von Kardec »

Hamiller hat geschrieben:...................Die Dinger sind danach über Jahrhunderte im Grunde viel zu wenig gestohlen worden.
Stimmt! In der Realität gäbe es ein Hauen u. Stechen um die Dinger.
Glaub eh, dass sich reale ZACies nicht in Abenteuer stürzen würden sondern sehr vorschichtig mit ihrer gewonnenen "Unsterblichkeit" umgehen würden. Wahrscheinlich würden sie sich, wie weiland Howard Hughes, verkriechen.
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Richard
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Re: Vor 50 Jahren - Das zweite Imperium

Beitrag von Richard »

Kardec hat geschrieben:
Hamiller hat geschrieben:...................Die Dinger sind danach über Jahrhunderte im Grunde viel zu wenig gestohlen worden.
Stimmt! In der Realität gäbe es ein Hauen u. Stechen um die Dinger.
Glaub eh, dass sich reale ZACies nicht in Abenteuer stürzen würden sondern sehr vorschichtig mit ihrer gewonnenen "Unsterblichkeit" umgehen würden. Wahrscheinlich würden sie sich, wie weiland Howard Hughes, verkriechen.
Wer weiss, vielleicht werden unsere ZACies tatsaechlich beeinflusst sodass sie sich immer wieder - je nach persoenlicher Neigung - in diverse Abenteuer stuerzen.
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dandelion
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Re: Vor 50 Jahren - Das zweite Imperium

Beitrag von dandelion »

Richard hat geschrieben:
Wer weiss, vielleicht werden unsere ZACies tatsaechlich beeinflusst sodass sie sich immer wieder - je nach persoenlicher Neigung - in diverse Abenteuer stuerzen.
Keine schlechte Idee. Vielleicht hat ES vorgesorgt, damit die Terraner nicht wie die Arkoniden in Bequemlichkeit versinken und es gibt Nebenwirkungen der ZA´s, die nicht auf dem Beipackzettel standen. Schließlich gibt es ja die 20 000-Jahre-Aufgabe zu erfüllen.
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dandelion
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Re: Vor 50 Jahren - Das zweite Imperium

Beitrag von dandelion »

Langschläfer hat geschrieben:
dandelion hat geschrieben: Laut PP wurden die 5. Auflage und die Silberbände insofern ergänzt, als 1976 zeitgleich mit Bull auch zehn Mutanten die erste Zelldusche erhielten. Das hat natürlich auf die Originalhandlung in Heft 151 keinen Einfluss, so daß man nur darüber rätseln muss, wo Bull die 36 Jahre zwischen 2290 und 2326 übersprungen hat.
Stellt sich die Frage, ob man die Zeit zwischen den Duschen immer nahezu voll ausgereizt hat.
Wenn man "bei Gelegenheit" nach Wanderer mitflog, aber noch selber 5-10 Jahre auf der Uhr hatte (und der Dusch-Effekt dann wieder 62, nicht 67 oder 72 Jahre währte), kommen da schnell ein paar Jahre Verschiebung zusammen.
Im PR-TB 206- Die Energiefalle geht es auch um dieses Thema und da sagt Reginald Bull, daß man mit den Zellduschen nicht immer 62 Jahre gewartet hat. Steht so in der Zusammenfassung der PP, ich habe das TB nicht. Also ist der Sachverhalt auch offiziell bestätigt. ;)
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