Zyklus: Die Zeitpolizei/M87 (PR 300-399)

Unvergessene Abenteuer, legendäre Zyklen - nachgelesen und neu diskutiert.
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Nisel
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Re: Zyklus: Die Zeitpolizei/M87 (PR 300-399)

Beitrag von Nisel »

Natürlich war sie sehr intelligent, aber wie schon an anderer Stelle - ich glaube sogar im alten Forum - durchdiskutiert, waren die MdI auf sowas wie die Terraner nicht vorbereitet. Sie waren über die Jahrtausende mit ihren Gegnern immer gleich umgegangen, bzw. haben die nie so stark wie die Terraner werden lassen und waren in ihren Methoden festgefahren. Die MdI haben sich soweit ich weiß nie mit einer großen Militärmacht auseinandersetzen müssen, schon gar nicht mit einer, die man als Familie bezeichnen könnte. Die Entwicklung der MdI und Tefroder ging nicht mehr voran, und Stillstand ist nunmal Rückschritt. Man kann drüber spekulieren, wieviel Anteil die Duplos aus ihren uralten Schablonen daran hatten, daß kaum noch Fortschritt stattfand.... :nixweis:

Plötzlich kamen die Terraner daher, über die Transmitterbrücke, da wurden von den MdI Fehler gemacht, weil der Ablauf bei Gefahren seit Jahrtausenden gleich war, und solche großen Gegner wie die Terraner nie dabei waren. Auch wenn man drüber diskutieren kann, wie weit die technische und materielle Überlegenheit der MdI/Tefroder gegeben war, es bleibt dabei, die hatten nie einen Gegner wie die Terraner, umtriebig, subversiv und sehr entschlossen.

Hätten Mirona und die MdI die Milchstraße besser überwacht und Terra schon im Jahr 1980 oder so als potentielle Gefahr - nach dem Entwicklungsschub durch die Arkoniden - eingestuft und vernichtet, wie sonst üblich in Andromeda...
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R.B.
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Re: Zyklus: Die Zeitpolizei/M87 (PR 300-399)

Beitrag von R.B. »

Band 342 - die Bestien sollen sterben - ist von Kurt Mahr.

"Ich habe heute noch Hochachtung vor der Besatzung der CREST IV", sagte Perry Rhodan. "Was wäre aus uns ohne sie geworden?"

"Nichts bis nicht viel", antwortete Gucky. "Das hat sich doch im Großen und Ganzen bis heute nicht geändert. Sicherlich sind die Völker unserer Galaxis weltoffener geworden. Der Umgang mit dem Fremden ist selbstverständlicher als früher. Aber, und das Thema hatten wir schon mal, wo wären wir ohne die zahllosen Helden ihrer Zeit? Was nützt ein Perry Rhodan, dem das Universum offen steht und ein Gucky mit seinen paar Zaubertricks? Wir zwei Hansels wären damals alleine höchstwahrscheinlich noch eine halbe Ewigkeit in M 87 herumgegurkt. Was zu Hause passiert wäre, hätten wir, wenn überhaupt erst ein paar Hundert Jahre später mitgekriegt. Schau dir Atlan an!" Gucky zeigte auf den auf seiner Antigravliege ruhenden Arkoniden. "Der hat 10.000 Jahre gebraucht. Und als er Arkon endlich wiedersah, war nichts mehr so wie vorher."

Rhodan sah Gucky nachdenklich an. "Ja, die Geschichte hätte einen völlig anderen Verlauf genommen. Gelegenheiten gab es genug."

Augenscheinlich wie fast jedes Mal hatten die Freunde wieder das Gefühl, dass Atlan nur ein Stichwort benötigen würde, um mit seiner Erzählung weiter zu machen.
Spoiler:
Bericht Atlan

Ich weiß nicht wo wir heute wären, hätten wir und allen voran unser großer Dauer - Großadministrator nicht ständig solche Riesenportionen Glück gehabt. Diesmal trug das Glück den Namen Irven Holler. Holler gehörte zu den Wachsoldaten, die auf die Skoars aufzupassen hatten. Gut gelaunt wollte er seinen Dienst antreten, doch dazu sollte es nicht kommen. Kurz vor seinem Ziel stand ein Skoar vor ihm und schoss ihn nieder.

Wir führten unterdessen in aller Seelenruhe eine Diskussion über mögliche Halutergeschichte. Der Historiker Fancan Teik kam zu dem Ergebnis, dass seine Vorfahren irgendwann aus M 87 teilweise verschwanden und schließlich in der Nähe der Milchstraße landeten. Ihre Altvorderen, so Teik, seien die meistgehassten Wesen in M 87 gewesen. Die Möglichkeit einer wie auch immer gearteten Befriedung sah man nicht bzw. gab es auch nicht und daher habe man eine zentrale Gefängniswelt errichtet. Warum letztlich ein Teil der Vor - Haluter zur Milchstraße verschwand und ein Teil in M 87 bleib, war völlig unklar. Die Wut der übrigen Völker habe sich an den daheim Gebliebenen entladen und aktuell gebe es keine mehr, so Teik.

Das alles hatte bei unseren halutischen Freunden zu einer Art seelischem Schock geführt. Sicherlich, ihre Geschichtsforschung reichte bis zu 80.000 Jahren zurück, sie wussten aber nichts über ihre eigentliche Herkunft. Sie glaubten fest daran, das älteste, weiseste und friedlichste Volk der Milchstraße zu sein, überlegen, friedfertig und duldsam. Die Entdeckungen unserer beiden Freunde waren ein kräftiger Schlag vor den Bug. "Niemand stammt gerne von Monstren ab", sagte Icho Tolot dazu.

Unser Runde wurde durch eine Meldung von Captain Holler unterbrochen. Die Skoars, berichtete er, würden eine Art Revolte veranstalten.

Was mich heute noch wundert, ist die Tatsache, dass unser Überall-Zugleich-Töter und schönster aller Mausbiber nicht sofort eingriff. Sonst war er immer umgehend und sofort dabei, falls es irgend etwas aufzuräumen gab. Diesmal bleib er seiner Ecke stehen und bewegte sich nicht.

Holler hatte unterdessen festgestellt, dass die Skoars zum Waffenlager wollten. Ihnen muss aber doch klar, dass sie eigentlich keine Chance haben, dachte er. Nach einigem Durcheinander stand er plötzlich vor dem Skoar und seinem Trupp und fragte ihn, was er, der Skoar, denn von Dank für Gastfreundschaft halte. Dem Captain muss einiges auf Grundeis gegangen sein, denn ein wütender, brüllender und total aus den Fugen geratener Skoar ist nicht unbedingt ein lieblicher Anblick.

Einer der 18 Steine auf der Brust des Skoars leuchtete hell, sah Holler. Er fragte nach dem Grund dafür. "Das Böse selbst ist hier", antwortete der Skoar. "Die Bestien." Zu näheren Erklärungen war der Skoar nicht bereit, Holler freute sich über die auftauchenden Roboter und die Revolte der Skoars schien beendet.

Tolot stellte zeitgleich fest, dass es wohl an ihnen, den beiden Halutern liege, dass die Skoars derart ausrasteten. "Die zeitliche Übereinstimmung hängt zwingend mit unserer Rückkehr auf dieses Schiff zusammen", erklärte er.

Perry überredete den Skoar in Folge, zur Zentrale zu kommen um dort weiter zu diskutieren und zu beraten. Da gäbe es nichts zu überlegen, antwortete der Skoar, die Bestien sollen sterben, war seine Antwort. Mit mehr oder weniger sanftem Druck erschien er dann doch mit drei Begleitern, allesamt roboterbewacht. Natürlich sah er Tolot und Teik sofort. Er vergaß im gleichen Moment alles. Wie ein Wahnsinniger rannte er brüllend auf Icho Tolot zu. Wir alle sahen, dass Tolot im letzten Moment seine Körperstruktur verwandelt hatte und der Skoar nach dem Aufprall zusammen brach.

Ein Arzt päppelte ihn wieder auf und gut von Robotern und Blastern bewacht erzählte der Skoar einiges aus der Geschichte von M87.

Vor 80.000 Jahren, so der Skoarto, waren wir ein friedliches Volk, hatten in unserem Umfeld ein paar Welten besiedelt und trieben Handel mit den Völkern in unserer Nachbarschaft. Wäre es dabei geblieben, hätte es nie Bestien gegeben. Leider war das Leben nicht immer friedlich. Skoars waren und sind gute Soldaten, aber diesmal hatten wir es mit einem überlegenen Gegner zu tun. Eines unserer Projekte zur Entwicklung neuer Waffen befasste sich mit der Züchtung von überlegenen Geschöpfen, die es mit jedem Gegner aufnehmen konnten. Das Experiment gelang, das Ergebnis steht hier vor uns. Er zeigte auf Tolot und Teik. Wir erzeugten insgesamt vier dieser Androiden, dann kam der Krieg erneut, das Projekt wurde unterbrochen und die Androiden blieben auf einer entlegenen Welt. Letztlich gewannen wir den Kampf gegen unseren überlegenen Gegner aber auch ohne die Zuchtgeschöpfe. Trotzdem wollten wir das Projekt weiterführen und entsandten drei Raumschiffe voller Wissenschaftler, um die Zucht fortzusetzen. Was danach geschah, wissen wir bis heute nicht. Die folgende Rettungsexpedition fand eine leere Androidenwelt und keine Raumschiffe mehr. Das Projekt wurde abgebrochen, aber es war zu spät. Die Androiden hatten sich selbstständig gemacht und wandten sich zunächst gegen unsere Gegner und waren voller Grausamkeit, anschließend waren die weiteren Völker an der Reihe. Wir glauben heute, dass es ihnen nur darum ging, Panik und Schrecken zu verbreiten. Die Zahl der Todesopfer war so immens, dass die Völker unserer Galaxis beschlossen, sich zu vereinen, um einen Weg gegen die Bestien zu finden. Die Konstrukteure des Zentrums organisierten uns und führten das Spezialistentum ein, aus uns Skoars wurden Soldaten. Der Kampf dauerte Jahrtausende, letztlich besiegten wir sie.

Eine spätere Auswertung der Unterlagen ergab jedoch, dass einem, einem einzigen Schiff der Bestien die Flucht gelungen war. Wir kannten deren Hartnäckigkeit und wussten, eines Tages kämen sie zwecks Rache zurück. Die Konstrukteure des Zentrums entwickelten das blaue Leuchten, eine Parafalle, die jedes Schiff der Bestien in ihrem Einflussbereich vernichten würde. Zweimal griffen sie noch an, zweimal schlugen wir sie. Wir wissen aber, dass sie niemals Ruhe geben werden, nicht, solange noch ein einziger von ihnen am Leben ist.


Perry redete danach auf den Skoarto ein und erklärte ihm, dass unsere halutischen Partner wirkliche Freunde sind und mit den Bestien nur die Vergangenheit gemeinsam hätten. Er übernahm die persönliche Bürgschaft für Teik und Tolot. Letztlich nützte es nichts. Der Skoarto bot zwar Hilfe in Sachen Heimflug an, er hatte aber eine Bedingung: Die Bestien müssen sterben.

Das kam für keinen von uns in Frage und völlig richtig kam Perrys "Niemals" mit schneidender Schärfe. Der Skoarto wollte sich wieder auf die Haluter stürzen, wurde allerdings von Robotern festgehalten. "Ich verlange...", brüllte der Skoarto, wurde allerdings wieder von Perry unterbrochen. "Es hat sich ausverlangt!" Die Skoars sollten innerhalb von einer Stunde das Schiff verlassen.

Die Skoars wollten auf Truktan abgesetzt werden. Er wolle mit den neuen Soldaten, den Dumfries, zusammenarbeiten. So weit, so gut. Aber: In der Nähe von Truktan funktionierte auf der CREST auf einmal nicht mehr viel. Sämtliche Energie wurde abgesaugt und außer einigen primitiven Beleuchtungen tat sich nichts mehr. Der Rechner der Festung von Truktan holte unser Schiff mittels Traktorstrahl herunter. Es war somit logisch, dass wir in die Festung hinein mussten. Das Kommando über den eindringenden Verband übernahm Perry selbst, die CREST blieb unter meiner Obhut.

Zu Beginn der Aktion erfuhren wir an Bord der CREST noch von den Kommunikationsrobotern genug über den aktuellen Stand der Lage. Das hörte auf, als der Trupp auf einem Brückenaufgang die ersten Verluste verzeichnen musste. Wir erfuhren nichts mehr. Ich gab uns eine Stunde Zeit. Hörten wir bis dahin nichts von Perry, würde ich angreifen. Mit allem, was vorhanden war.

Die Stunde verging, ich musste handeln. Ich informierte die Haluter, die zunächst ihre überlegene Technik einsetzten, um sich ein Bild zu machen. Was sie sahen, erfuhr ich nicht, aber es reichte aus, dass sie selbst eingriffen. Später erfuhr ich, dass allein der Anblick der Beiden zu Ohnmachten und Ausfällen bei den Dumfries geführt hatte. Als alle Überlebenden zurück auf der CREST waren, traten tektonische Beben auf. Die führten letztlich dazu, dass das 900 Quadratkilometer große Festungsgebäude sich aus dem Boden erhob und wie ein Raumschiff startete.

Wir stellen fest, dass die CREST wieder beweglich war und machten uns ebenfalls auf und davon. Und obwohl wir einen Funkspruch auffingen, in dem die Besatzung des Festungs - Raumers die Völker von M 87 darüber aufklärte, dass die Bestien wieder zurück seien, verfolgten wir das merkwürdige Schiff nicht.

Wir waren keinen einzigen Schritt in Richtung Heimat gekommen. Aber wir hatten viel über die Vorgeschichte der Haluter gelernt.
"Wo warst du eigentlich bei dem ganzen Durcheinander?" fragte Perry Rhodan seinen alten Weggefährten. "Du hättest uns besser helfen können als 20 Roboter."

"Zuviel der Ehre," antwortete Gucky. "Ich war einfach nur fertig. Ich saß in meiner Kabine und sah mit schlechtem Gewissen die Wand vor mir an. Es ging einfach nicht mehr. Ich hatte euch ja nie erzählt, wie lange Ilts leben. Zum Zeitpunkt dieser Ereignisse war ich ungefähr 600 Jahre alt. Und damit fast am Limit angekommen. Ich war fertig, total kaputt. Im wahrsten Sinne des Wortes. Ich machte mir in Hinblick auf mein Alter riesengroße Sorgen um euch."

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Ein Wort ist mir in diesem Roman aufgefallen: Rassen. Völker gabs nicht. Nur Rassen. Die gabs zwar in anderen Romanen auch, aber nicht so extrem. Und Unmengen Tote. Tote Skoars, tote Feinde der Skoars, tote Angehörige anderer Völker in M 87 in einer Größenordnung von Milliarden bis Billionen Intelligenzen. Entsetzlich, nicht fassbar. Ich denke, es waren Romane wie dieser hier, die dem Zukunftsforscher Robert Jungk zu seiner seltsamen Rhodan - Kritik aus 1969 verhalfen.

Dass es ein "Zuviel" an Perry Rhodan daselbst war, ist für mich aus heutiger Sicht klar und das habe ich auch schon thematisiert. Aber was Jungk, Cassdorf und Co damals nicht begriffen hatten, war die absolut friedliche Einstellung von PR und seinen Terranern. Auch wenn sie sich in der Milchstraße aufstrebend für die Größten hielten.

Der Roman war diesmal ohne Eingriff von Mutanten. Er beginnt mit der Revolte der Skoars und zeigt auf, die sehr sich die Furcht vor den Bestien bei den Völkern von M 87 eingegraben hatten. In der zweiten Hälfte werden wir die Skoars wieder los. Tatsächlich bringt er die eigentliche Handlung (Suche nach einer Möglichkeit der Heimkehr) keinen Millimeter weiter, aber die Zusammenhänge werden langsam sichtbar. Daher finde ich Teil 1 besser gelungen als den Rest der Geschichte auf Truktan. Die geschichtlichen Hintergründe wurden beschrieben, aber irgendwie nur am Rande. Das Persönliche Element fehlt mir. Hier wäre mehr besser gewesen, denke ich. Teil 2 hätte Kurt Mahr sich sparen können.
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R.B.
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Re: Zyklus: Die Zeitpolizei/M87 (PR 300-399)

Beitrag von R.B. »

"Ob unser Freund jetzt mal eine Weile seinen Mund hält?" fragte Gucky. "Allzu viel hat er danach nicht beigetragen, er durfte höchstens auf die CREST aufpassen."
"Ja, im Gegensatz zu dir kann er schweigen", sagte Perry Rhodan.
"Wenn ich etwas von mir gebe, sind das äußerste Weisheiten", empörte sich Gucky. "Ich bin zwar nicht mit Kosmokraten auf du und du wie unser größter aller großen Meister hier, dafür aber wesentlich bodenständiger und geerdeter als so mancher in diesem Raum. Ach, was sag ich, als auf dem ganzen Schiff und in der ganzen Milchstraße. Einer der wenigen vernünftigen Leute in diesem Universum, das ich so ganz nebenbei diverse Male gerettet habe."

"Man sollte sich mal die Redeanteile von dir und mir in diesem Raum betrachten und auf Sinn und Unsinn auswerten", seufzte Perry. "Aber das war ja eigentlich schon immer so..."

Rhodan Blick wurde leicht glasig und Gucky sah, dass er wie sie beide so oft in diesem Raum, wieder in der Vergangenheit weilte.

"Die Haluter preisgeben, kam für uns alle nicht in Frage. Auch, wenn Tolot und Teik uns das kürzlich sogar direkt angeboten hatten. Planhirnanalysen der Beiden hatten ergeben, dass es für uns wesentlich sinnvoller sei, einen Tausch Haluter gegen Antrieb einzugehen. Immerhin seien auf der CREST 5.000 Menschen an Bord und sie wären nur zwei. Und das meinten sie todernst"

"Soll ich mich jetzt geehrt oder beleidigt fühlen, dass sie mich als Mensch bezeichnet haben? Wenn schon, dann 4.999 Menschen und ein Ilt", ereiferte sich Gucky. "Aber insgesamt gesehen, bin ich doch ziemlich froh, dass ich nicht ganz soviel Gehirnschmalz wie unsere Haluter habe. Freunde verrät man nicht. Auch dann nicht, wenn sie lebende Rechenmaschinen sind und einen solchen Unsinn von sich geben. Dann muss man sie im Zweifel vor sich selber retten, ehe sie Blödsinn veranstalten."

"Wir hatten also nach wie vor das gleiche Problem: Wir brauchten Kontakt zu jemandem, der uns in Sachen intergalaktischer Flüge weiter bringen kann. Die Haluter waren zu diesem Zweck zu einem Erkundungsflug aufgebrochen und berichteten uns nach der Rückkehr von einem System, in das zusammen mit einer dieser fliegenden Festungen ungefähr 1.000 Raumschiffe einflogen.

Vor und während ihres Berichtes auf der CREST hatten Tolot und Teik festgestellt, dass die Stimmung an Bord der CREST in Sachen Haluter augenscheinlich stark schwankte und zu kippen drohte. Icho Tolot wiederholte diverse Male äußerst hartnäckig den Satz: Wir trennen uns. John Marshall war es, glaube ich, der letztlich die Lösung hatte. Er schlug eine Abstimmung vor und nach einigem hin und her stimmten unsere Freunde zu, dem Ergebnis dieser Abstimmung Folge zu leisten.

Während John sich um die Realisierung seines Vorschlages kümmerte, diskutierten wir über dem Kartenmaterial der Skoars. Das System, von dem oben die Rede war, war in einer Karten als Urlaubssystem gekennzeichnet. Davon gab es innerhalb von M 87 ganze 53 Stück. Die Folgerung daraus war logisch."

"Ja, das habe sogar ich kapiert", meinte Gucky dazu. "Es gibt 53 dieser Urlaubs- und Erholungsplaneten in einer ganzen Galaxis, aber Milliarden und Abermilliarden, wenn nicht sogar Billionen Bewohner. Also können diese Planeten nicht für Hinz und Kunz offen sein, das war wohl nur für die Creme de la Creme. Also dürften da auch ein paar Wichtigtuer dabei sein. Das überzeugte sogar Atlan, man glaubt es kaum."

Gucky sah auf den bewegungslos auf der Antigravliege ruhenden Freund.

"Auf halbem Weg zu diesem komischen Urlaubssystem - nebenbei: Warum gibt es sowas nicht zu Hause? Kostenlose Urlaubsplanenten für verdiente und zu ehrende Leute? Wieso muss ich mich immer damit beschäftigen, für euch die Kohlen aus dem Feuer zu holen? Wieso hab ich nicht wirklich mal meine Ruhe vor euch? Wisst ihr eigentlich, wo ihr ohne mich wärt? Noch auf den Bäumen herumklettern würdet ihr! Jawohl! Auch wenn das mit den Bäumen eigentlich sein Job gewesen ist", Gucky zeigte auf Atlan. "Man muss ja ehrlich sein. Wo war ich stehen geblieben? Wieso bringst du mich andauernd aus dem Konzept? "

Perry blickte zur Decke, als würde er ein Stoßgebet abgeben.

"Also", redete Gucky weiter, "auf halbem Weg zu der M 87 Urlaubswelt kam John mit dem Ergebnis der Umfrage an. Mike begleitete ihn in seiner vollen Roi Danton Montur. Er blickte würdevoll in alle Richtungen und faltete mit bedeutungsvoller Miene ein ziemlich großes Blatt Papier in endloser Langsamkeit auseinander. Er holte Luft und - natürlich war das Ergebnis ungültig. Er nahm seinen Dreispitz vom Kopf, sah mich ärgerlich an, sagte so etwas wie - Wie kommt er dazu, das Ergebnis der Abstimmung anzufechten? - und wollte mich mit einem Fingerschnippen abtun. Das Ergebnis konnte gar nicht gültig sein. Meine Stimme, meine Stimme fehlte. Mich hatte keiner gefragt. Das eröffnete ich diesem ungezogenen Schnösel. Naja, was sag ich? Der Apfel fällt eben nicht weit vom Stamm."

Gucky war wieder bester Laune, als er Perry ansah.

"Der Kerl erzählte mir was von fehlender geistiger Reife. Deswegen brauche man mich nicht zu befragen. Ein Grundsatzurteil müsse her, sagte er. Mike hat Glück gehabt, dass ich nicht mit auf der SOL war. Den hätte ich mindestens, wenn nicht noch mehr, jawohl. Letztlich eröffnete er mir, dass meine Stimme sowieso ungültig sei und er empfehle der Schiffsführung, mich zu einer Freiheitsstrafe von mindestens fünf Tagen zu verdonnern. Abschließend meinte er noch, dass zu seiner Zeit aufmüpfige Mausbiber wie ich unter die Guillotine gekommen wären. Frechheit."

"Ja", lachte Perry. "Daraufhin warst du so beleidigt, dass du umgehend weg teleportiert bist. Und das Ergebnis? 84 Besatzungsmitglieder hatten sich dafür ausgesprochen, dass die Haluter verschwinden sollten, der Rest, Gucky hin oder her, war abgesehen von ein paar wenigen ungültigen Stimmen für einen Verbleib. Damit war dieses Thema abgeschlossen."

"Ohne Ras und vor allen Dingen mich wäre aber wieder mal nicht viel passiert und du hättest dir dein Einsatzkommando ersparen können", eröffnete Gucky seinem alten Weggefährten. Als wir in diesem Urlaubssystem angekommen waren, sahen wir wieder diese fliegende Festung. Immerhin war das Ding 11 Kilometer lang. Vor Ort stellten wir fest, dass da nix mehr mit Bewachung war, die Festung gehörte zum Urlaubssystem dazu."

"Und wenn ich mich recht entsinne, hast du endlich mal für deine Vorwitzigkeit eins auf den Pelz gekriegt", grinste Perry.

"Ja", Gucky gute Laune war wieder weg. "Ich sah mich noch ein bisschen um und war mitten in einem Schießstand gelandet. Irgend so ein Idiot hat mir glatt den Pelz verbrannt. Den hätte ich ja gerne....Aber ich durfte ja wieder mal nicht."

"Wie war das noch? Man muss auch gönnen können?" Es tat Rhodan richtig gut, dass ausnahmsweise mal sein alter Freund ein paar zwischen die Hörner kriegte. "Deswegen warst du auch nur Einsatzreserve. Mike, John Marshall, Ras Tschubai und ich machten uns auf den Weg zu diesem seltsamen Urlaubsplaneten - ich glaube, ich habe den Namen vergessen. Vorher hatten wir noch ein Schiff mit vier Blauen an Bord gekapert, deren Aussehen wir übernahmen. Dann ging es ab. Zwei Meter große Insektenwesen nahmen uns vor Ort in Empfang und eröffneten uns, dass sie für uns zuständig seien und uns den schönsten aller Urlaube präsentieren wollten.

Nun denn, unser eigentliches Ziel war ja nicht, sich einen schönen Urlaub zu gönnen, sondern wir wollten und mussten Kontakt zu den Stützpunktingenieuren aufnehmen, die als Vertraute der für uns noch geheimnisvollen Konstrukteure des Zentrums galten. Natürlich brachte man uns woanders unter und fortan war es unsere Hauptaufgabe, ständig schlechte Laune zu verbreiten, um bei der Königin des Insektenvolkes vorgeladen zu werden. Unsere armen Betreuer waren sicherlich endgenervt, aber wir erreichten unser Ziel. Die Königin wies uns den Urlaubskontinent der Ingenieure zu. Wir hatten den ersten Teil unseres Zieles erreicht."

"Und zum Schluss gibt es ja noch den nicht lügenden Mausbiber", Perry sah auf Gucky hinab. "Da war doch was?"

"Woher weißt du das?" grummelte Gucky.

"Du glaubst doch wohl nicht, dass dein Satz nicht umgehend die Runde gemacht hätte? Du hattest Kontakt mit John Marshall aufgenommen, um zu erfahren, wie es uns geht. Der Pilot des Moskito - Jägers war aber misstrauisch und fragte dich doch glatt, ob du auch nicht gelogen hättest. Mausbiber lügen nicht. Ich habe in meinem ganzen Leben noch nie gelogen war deine Antwort. Oder ich will Franz-Josef heißen, war das Satzende. Nun gut, Franz - Josef, machen wir es uns hier noch etwas bequemer, vergrößern den Raum und holen uns auch zwei Liegen. Das kann ja noch was dauern."


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WiVos Werk ist locker und leicht zu lesen, zudem ist bei Voltz nicht einmal das Wort "Rasse" zu lesen. Willi war mit seiner inneren Einstellung wohl schon etwas weiter als so manch Anderer.
Trotzdem ist dieses Teil nicht so ganz meins. Der Anfang mit den zweifelnden Halutern ist gut gelungen, keine Frage. Und sogar Roi Danton taucht wieder auf. Grade, als ich mich fragte, wozu der Kerl denn überhaupt mit auf CREST gewesen sein sollte, darf er zusammen mit Papi in Aktion treten. Das Problem mit dieser Figur ist nur, dass sie seit ihrer Enttarnung nicht mehr wirkt. Zumindest nicht auf der CREST. Und schon gar nicht, als Rhodan Senior die Kabine von Rhodan Junior betritt und mit "Grandseigneur" begrüßt wird. Perry motzt "Lass den Blödsinn" und man fragt sich als Leser, ob KHS mit Dantons Outing nicht besser noch etwas gewartet hätte. Im Moment wirkt er wie das 5. Rad am Wagen. Schade für diese Figur.

Der Rest des Romans beschränkt sich hauptsächlich darauf, unsere vier Helden des Einsatzteam laut motzend durch die Gegend laufen zu sehen, so dass einem die armen Betreuer fast schon leid tun. Und jetzt kommt keine Anmerkung zu dem Franz-Josef am Ende? Sowas aber auch....
dandelion hat geschrieben: 21. März 2016, 23:23 Rhodan als Ekelpaket, eine ziemlich ungewohnte Angelegenheit.
Und die Moral von der Geschichte: Je unverschämter man sich verhält, desto mehr bekommt man. Auch wenn ich nicht annehme, daß Voltz den vielen jugendlichen Lesern der damaligen Zeit ein derartiges Verhalten schmackhaft machen wollte, fand ich den Roman doch wenig ansprechend.

Sehr treffend formuliert!
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Re: Zyklus: Die Zeitpolizei/M87 (PR 300-399)

Beitrag von dandelion »

R.B. hat geschrieben: 24. April 2020, 07:43
und man fragt sich als Leser, ob KHS mit Dantons Outing nicht besser noch etwas gewartet hätte.
Diese frühzeitige Aufdeckung habe ich auch nicht verstanden. Ein längeres Rätselraten wäre für die Leser sicher reizvoller gewesen. So rätselten nur Rhodan und Anhang, also genau die Leute, die Michael am besten kannten.
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Re: Zyklus: Die Zeitpolizei/M87 (PR 300-399)

Beitrag von R.B. »

"Ich meine nicht, dass es noch allzu lange dauert", sagte Gucky mit Blick auf den Arkoniden. "Das Gefühl des, ich sag mal geistigen Überlaufens scheint weg zu sein. Es kann sein, dass er bald wach wird."

"Wir sind aber doch noch lange nicht am Ende der Geschichte", meinte Perry Rhodan dazu. "Ich dachte, er erzählt sie bis zum Schluss."

"Hast du einen Extrasinn, oh großer Meister? Wäre vielleicht besser, du hättest einen, dann würde dir so manches Mal einer erzählen, was du für einen Unsinn produzierst. Sieh mal, ich erkenne ja durch aus an, dass du neun Zehntel deines Lebens damit zugebracht hast, Chaos zu beseitigen. Wenn man aber näher hinguckt, ist es zumeist ein Durcheinander, dass du selber verursacht hast. Atlan, Bully und ich können ein Lied davon singen. Wir sind nämlich immer die Leidtragenden. Und, ehe ich es vergesse: Ich weiß nicht wie vielen tausend Intelligenzen, die Dienst auf deinen Flagg- und sonstigen Schiffen taten, es genauso ging. Arme Teufel, allesamt. Aber so? Ihr hattet doch mal so einen alten König, der meinte, man solle das Denken den Pferden überlassen. Die hätten größere Köpfe. Außerdem stehen die nur auf der Wiese und fressen Gras und verursachen keine Unordnung."

"Meine Güte, kannst du auch mal normal reden? Wo andere einen Satz brauchen, kommen von dir gleich zehn. Ich wäre besser auf diesem Urlaubsplaneten geblieben, dann hätte ich vor dergleichen meine Ruhe."

"Das glaubst du doch wohl selber nicht. Perry Rhodan und Ruhe? Jetzt mal im Ernst: Wieviel Zeit deines bisherigen Lebens hattest du, hatten wir wirklich Ruhe? Können wir überhaupt Ruhe? Mal einen Tag oder zwei hier sitzen und blödes Zeug reden, ja das passiert und tut gut. Aber ansonsten sind wir doch ständig auf Tour. Ich nehme an, das ginge auch gar nicht anders." Gucky zeigte auf seine linke Schulter. "Zuviel Ruhe erzeugt Langeweile. Und bei biologischer Unsterblichkeit würde Langeweile umgehend in den Wahnsinn führen. Ich fürchte also, mit Ruhe wird es bei uns in diesem Lebens nichts mehr. Außerdem", Gucky grinste wieder, "wärt ihr ohne mich sowieso weiter gekommen, damals."

"Immerhin", entgegnete Perry, "waren wir auf der Insel der Auserwählten und dort sogar im Tal der Glückseligkeit angekommen. Natürlich stand sofort ein Dumfrie bei uns, der uns eröffnete, dass wir umgehend wieder zu verschwinden hätten, falls ein Stützpunktingenieur einträfe. Ich sagte ihm, das könne er sich an den Hut stecken. Der Einzige, der Probleme bekäme, wäre er selber. Denn wir wollten unseren Urlaub unbedingt in diesem Tal verbringen. Der Dumfrie machte ein paar unbestimmte Bewegungen, dann war er weg. Danach sahen wir uns erstmal in der neuen Behausung um und testeten Speis und Trank. Den notwendigen Nachtschlaf erhielt nur Mike - er hatte keinen Zellaktivator. John und Ras waren unterwegs und sahen sich vor Ort um, stellten aber nicht weltbewegendes fest. "

"Währenddessen durfte ich dem damals und derzeit unsterblichsten aller Arkoniden brav Bericht erstatten. Ich durfte sogar auf seinem Bett liegen, stellt dir das mal vor", strahlte Gucky. "Ich weiß das noch ganz genau. Er habe sich, sagte er, an meine Unsitten gewöhnt. Ich und Unsitten! Ich, der gesittetste, höflichste, mutigste, freundlichste Maus..."

Perry Rhodan erlaubte sich ein längeres und lautes Husten. "das ist ja wohl wirklich kein Problem - es gibt hier ja so viele von deiner Art!"

"Unterbrich meinen Erzählfluss nicht. Also: Wo war ich stehen geblieben? Ich wär ja schon längst fertig, wenn ich mal zu Ende reden dürfte. Nun denn, einen Mausbiber wie mich wirst du so schnell nicht finden. Ich erklärte Atlan, bis jetzt wäre alles klar gegangen und man erwarte mich mit Ausrüstung zurück. Wir packten also alles ein und ich war wieder mit Leutnant Bernardo von der letzten Aktion unterwegs. Ich sprach mich gedanklich mit John ab, sprang und klaute Mike das Frühstück aus der Hand."

Gucky Nagezahn blitzte.

"Er hielt mich für ein verfressenes Individuum. Mich, der ich die Bescheidenheit in Person bin und fast nur Möhren esse und Möhrensaft trinke. Und ihr? Halbe Schweine schiebt ihr euch rein. Wein, Bier und Alkohol bis zum Abwinken. Und ich bin verfressen." Gucky erhob mahnend den Zeigefinger. "Es kehr ein Jeder vor seinem Tor, da hat er genug Dreck davor!", skandierte er.

Perry sah wieder mit stoßgebetähnlichem Blick zur Decke und seufzte. Er ist ja unbezahlbar, dachte er. Aber zwei von der Sorte und man würde verrückt werden.

"Nicht wahr? Verrückt werden würde man, wenn es zwei von meiner Sorte gäbe. Ich hab's dir an deiner Nase angesehen. Auch ein Perry Rhodan ist durchschaubar. Und jetzt erläutere ich dir, warum ich für euch unverzichtbar und nicht nachtragend bin. Ich erklärte Mike grade, wo es längs geht, da stand auf einmal so eine zu groß geratene Hornisse vor mir und starrte mich an. Ich verschwand sofort und Mike, dieser Bengel, beschwerte sich bei dieser seltsamen Biene, die wohl euer Diener war, es gäbe zuviel Ungeziefer in diesem Tal der Glückseligkeit. Ich. Ungeziefer. Das nächste Mal nimmst du mich mit auf die SOL. Ich hab da wirklich noch was zu klären, glaube ich. Nun denn, wir hatten ein neues Versteck gefunden und bevor wir uns überlegen konnten, wie wir uns dorthin verändern konnten, stand prompt ein Dumfrie vor der Tür und meinte, wir hätten uns zu subtrahieren, es wäre ein Stützpunktingenieur erschienen. Das passte natürlich wunderbar, wir fingierten einen Gleiterabsturz und begaben uns in unser neues Versteck. Es wäre auch nichts weiter passiert, wenn ihr nicht von diesen Höhlenbewohnern angegriffen worden wärt. Ich konnte nicht helfen, ich war unterwegs. "

Guckys Worte wurden leiser. Perry musste genau hinhören, um sie zu verstehen.

"Die armen Teufel hatten doch nur Hunger. Eine Chance hatten sie nicht, diese schwergepanzerten Riesen, ich weiß nicht, ob es 12 oder mehr waren. Wahrscheinlich mehr. Es blieb keine andere Wahl, als die Impulsstrahler zu benutzen. Wie ich sowas hasse!"

Gucky sah wieder auf diesen imaginären Punkt hinten im Raum und sagte nichts mehr.

Perry gab sich einen Ruck. "Es gibt Entscheidungen, die müssen leider sein. Es waren mindestens ein Dutzend. Sie sahen bärenstark aus und standen direkt vor uns. Es gab nur die oder wir, Kleiner. Es ging nicht anders. Andererseits: Wer weiß, was passiert wäre, wenn der Angriff nicht erfolgt wäre. Denn die Dumfries hatten uns natürlich geortet. Einige Zeit später hatten wir unser erstes Ziel erreicht: Wir standen vor einem Stützpunktingenieur, der sich als Agen Thrumb vorstellte. Er verhörte uns, zeigte sich erfreut, dass wir ausgerechnet an ihm Interesse hatten und sperrte uns als Bestrafung im Nebenhaus ein. In der gleichen Nacht beschlossen wir, den fingierten Urlaub zu beenden und Thrumb mitzunehmen. Du hattest den vereinbarten Funkspruch ausgelöst und exakt drei Stunden später war wie vereinbart die CREST IV vor Ort. Beiboote und Moskitos machten einen Höllenlärm, Personen kamen aber nicht zu schaden. Wir betäubten den schlafenden Ingenieur - er war wie so viele hier haluterähnlich - und verschwanden zur CREST IV. Das Unternehmen Urlaub war beendet. Das nächste stand mit Sicherheit kurz bevor."

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Wenn ein Kommando von Fremdlingen dergleichen in der Milchstraße ausgeführt hätte, wäre das sicherlich als Terrorangriff gebrandmarkt worden. So ist es natürlich legitim. Mich habe ein wenig die 12 toten Eingeborenen gestört. Betäuben hätte doch auch gereicht. Andererseits: Wenn so ein Horde plötzlich auftaucht, muss man handeln. Ob man will oder nicht. Arme Kerle eben.

Der Roman von CD war problemlos zu lesen. Weltbewegend war er nicht, aber das war auch nicht zu erwarten. Wir hatten den erwarteten Kontakt mit einem Stützpunktingenieur, den man sogar mitnehmen konnte. So ganz langsam wird es Zeit, dass wirklich etwas passiert.
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Re: Zyklus: Die Zeitpolizei/M87 (PR 300-399)

Beitrag von R.B. »

Obiger Roman war Band 344 "Die Kidnapper des Auserwählten" von Clark Darlton.

Ab und zu vergisst man vor lauter Schreiberei das Wesentliche....
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Re: Zyklus: Die Zeitpolizei/M87 (PR 300-399)

Beitrag von R.B. »

H.G. Ewers, Band 345 - Verfolgungsjagd im Halbraum
& Band 346 - Warnung aus dem Jenseits
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Zuerst war da nur ein Wort, das aus tiefster Dunkelheit langsam nach oben schwebte.

Ich.

Äonen vergingen, bis sich der nächste Gedanke bildete. Universen wurden geboren und verschwanden wieder.

Ich bin.
Bin ich?


Ich denke, also bin ich.


Erinnerung Eins:
Cogito ergo sum
Müsste es nicht eigentlich "Ego cogito ergo sum" heißen? René Decartes hat das "Ich" vergessen. Aber er war nun mal ein Philosoph. Es handelt sich hier mithin um den ersten Grundsatz Decartes' aus 1641. Zu lesen in seinem Werk "Meditationes de prima philosophia". Der vollständige Titel lautet: Meditationen über die Erste Philosophie, in welcher die Existenz Gottes und die Unsterblichkeit der Seele bewiesen wird. Wieso schleppe ich derart unnützes Wissen mit mir herum?

Erinnerung Zwei:
Decartes klammerte alle Ergebnisse sinnlicher Wahrnehmung aus. Es folgten Wissenschaften, die von allgemeinen Dingen handelten, unter anderem Arithmetik und Geometrie. Es sei nicht relevant, ob sie wirklich existieren, denn ein Genius malignus, ein böser Dämon, könne alles nur vorgetäuscht haben. Vier Tage nebst zugehöriger Nächte diskutierten wir, nur von kurzen Schlafpausen unterbrochen. Wir redeten über den Tisch vor uns genauso wie über Mathematik, über Grashalme genauso wie über Hunger, Durst und Lustempfinden, über Arme und Reiche genauso wie über die komplette Tierwelt. Es nützte nichts. Er zweifelte an seiner Existenz und eröffnete mir immer wieder, ich könne ihm nicht beweisen, dass er mehr als nur eine Illusion sei. Am fünften Tag hatte er mich geschafft. Ich bot ihm gegen sechs Uhr morgens an, sein linkes Auge blau zu hauen, damit er auf Grund des Schmerzes merke, dass es ihn tatsächlich auf diesem Erdboden gäbe. Er nahm sich die angebrochene Flasche des vorzüglichen Rotweines (von denen wir einige in den letzten Tagen geleert hatten) und trank sie in einem Zug aus. Daraufhin sah er mich an, meinte, er hätte jetzt endlich einen Fixpunkt, von dem er ausgehen könne und kam zu dem Schluss "dubito ergo sum, quod vel idem est, cogito ergo sum." Ich zweifle, also bin ich, was soviel bedeutet wie ich denke, also bin ich. Er bedankte sich überschwänglich bei mir und schrieb seine sechs Meditationen. So überzeugend kann ein blaues Auge sein.

Ruhe. Wozu dient denn die Erkenntnis des Seins, wenn ich Ruhe haben will? Aber die Ruhe wird nicht kommen. Ich bin auf dem Barbarenplaneten Larsaf III, 34.000 Lichtjahre vom Arkonsystem entfernt. Gleich kommt Rico, mein treuer Diener, und wird in feierlichem Ton sagen: "Die Zeit ist um, Gebieter." Er wird mir sagen, wie lange ich schon wach bin, wie lange ich geschlafen habe und was meine Barbaren jetzt schon wieder angestellt haben. Er wird das Erweckungsprogramm starten, mithin Aktivierungsdusche, Einspritzen biochemischer Reizstoffe, variable Bestrahlung und Massage.

"Alter Narr!" explodiert eine Stimme in meinem Kopf. "Du bist mitnichten auf Larsaf III. Deine Barbaren haben inzwischen gelernt, Raumschiffe zu bauen und das Universum mit ihrer Anwesenheit zu erfreuen oder zu nerven. Meistens allerdings letzteres. Insoweit haben sie sich nicht allzu sehr verändert und du passt nach wie vor bestens zu ihnen. Die RAS TSCHUBAI ist deine aktuelle Wohnstatt. Du bist umgefallen, als dein Spannmann Perry Rhodan von Abenteuern auf der SOL erzählte, wohin es ihn auf seltsamen Wegen verschlagen hatte. Er hat dreimal den Namen Roi Danton genannt. Seitdem liegst du hier und redest seit 5 Tagen, 4 Stunden und sechseinhalb Minuten von uraltem Zeug aus M 87. Zeit, wieder in der Wirklichkeit anzukommen, Narr!"

Perry Rhodan. Der Name sagt mir was. Nachdem er mich so gut wie überwältigt hatte, habe ich ihn mit einem Dagor - Stoß abgelenkt und auf Hellgate zum Absturz gebracht. Die Hitzehölle. Beinahe hätte ich ihn zum Wahnsinn gebracht mit meinem Wasserspruch. Ein Psychovers, lachhaft und dumm, aber Arkoniden kommen nun mal mit höheren Temperaturen besser zurecht. Kurz bevor wir beide einen Abgang gemacht hätten, haben wir die Tür zu der Station mit vereinten Kräften aufgekriegt.

"Mehr fällt dir dazu nicht ein, Narr? Inzwischen sind noch ein paar Jahre vergangen", kritisiert mein Extrasinn. Ich eröffne ihm, dann solle er eben veranlassen, dass das Erweckungsprogramm von Rico abgespult wird, damit ich wieder in die Gänge komme - wenn er schon alles besser könne. "Und woher sollen deine Freunde wissen, was Rico alles mit dir angestellt hat? Öffne deine Augen und steh auf. Sortiere dein Gehirn und überlege, wo du sein könntest!"

Reginald Bull, Gucky, Icho Tolot, Allan D. Mercant, Iwan Iwanowitsch Goratschin, Thora, Sichu Dorksteiger. Die SOL. Halt. Da stimmt was nicht. Mercant, Goratschin und Thora sind schon lange tot. Thez. Ja, ich glaube, ich komme wieder in die richtige Reihenfolge. M 87. Bestien, Konstrukteure des Zentrums, Zweitkonditionierte, Geschichte der Haluter. Das Duell mit Roi Danton und später die Ohrfeige. Die CREST IV. Ich bin wieder da. Ich glaube, ich strecke mich mal aus und werde ganz langsam die Augen öffnen.

"Das kannst du dir sparen", höre ich die vertraute Stimme in meinem Kopf. "Irgendwas funktioniert bei dir noch nicht. Sei froh, dass man dich vorsichtshalber an die Flüssigkeits- und Nahrungsversorgung angeschlossen hat. Sonst wären die letzten paar aktiven Hirnzellen von dir auch noch eingetrocknet."

Und du damit auch, oder? Wär vielleicht gar nicht so schlecht....

Ich versuche, mich zu bewegen. Es klappt nicht. Ich kann mich anstrengen wie ich will, ich kann noch nicht mal die Augen öffnen. Aber hören kann ich. Wenn ich das richtig verstehe, sind Perry und Gucky bei mir und warten, dass ich wieder was sage. Ich höre denen mal zu. Vielleicht wird Gucky ja misstrauisch und veranlasst irgend etwas.


"Da stimmt was nicht", sagt Gucky prompt. "Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass Atlan wach ist und uns hört. Vielleicht hat er Probleme damit, in die Gänge zu kommen. Hatte er das schon mal?"

"Meines Wissens nicht." Das ist Perry. "Sicherlich hat es mal mehr oder weniger lang gedauert, aber über kurz oder lang kam er immer von alleine in die Höhe."

"Naja, passieren kann ja nicht viel. Ich denke, wir beobachten Atlan noch eine Weile, sonst muss der Doc einen Blick auf ihn werfen. Ich warne ihn schon mal vor." Ich höre ein Plopp. Gucky ist teleportiert und ich kann spüren, wie Perry mich nachdenklich ansieht. Angst um mich hat er keine, ich im Übrigen auch nicht. Es gibt nicht viel, was wir beide noch nicht erlebt haben. Da wirft einen ein bisschen Bewegungslosigkeit nicht um.

"Der Doc meint, das würde mit dem vorher unsortierten Extrasinn zusammenhängen", erklärt Gucky, als er wieder zurück ist. "Wir sollen einfach da weitermachen, wo wir aufgehört haben. Wenn wir durch sind und er immer noch nicht wach ist, sollen wir uns nochmal bei ihm vorstellen."

Ha. Unsortiert. Ich hab's ja schon immer gewusst. Wo bleiben jetzt deine altklugen Bemerkungen, oh du mein Lieblingsbegleiter? Sprachlos?

Tatsächlich war mein allessehender, alleswissender und mindestens tausendäugiger Extrasinn endlich mal ruhig. Da bleib ich gerne noch etwas hier liegen und höre den Beiden zu.

Spoiler:
Gucky und Perry Rhodan erzählen

"Dieser Agen Thrumb war einfach nur ein sturer Hund", begann Perry Rhodan die Erzählung. "Wir hatten nicht die blasseste Ahnung, wie wir ihm beikommen sollten. Er verhielt sich zwar nicht feindselig, keinesfalls, aber er hatte sich in Schweigen gehüllt und sagte kein Wort. John Marshall kam auch nicht weiter und ich fühlte mich von ihm mit Blicken verspottet, als er mich ansah. Unsere durchdringenden Blicke, respektvolle Anreden oder auch das Angebot Oro Masuts, ihm die Zähne einzeln rauszuschlagen, nichts.

Kitai Ishibashi schaffte es auch nicht. Er war überzeugt, dass es nicht an seiner Gehirnstruktur liege. Entweder, meinte er, sei Thrumb besonders konditioniert oder er trage ein Gerät an seinem Körper, dass ihn gegen parapsychische Angriffe immun mache. Ralf Marten, der Teleoptiker konnte normalerweise durch die Augen jedes fremden Lebewesen sehen. Nichts. Die beiden Ertruser Melbar Kasom und Oro Masut brachten ihn zurück in seiner Zelle."

"Ja", piepste Gucky. "Noch nicht mal ich kam mit dem Kerl zurecht. Der einzige, bei dem wir den Eindruck hatten, der Druis verhalte sich nicht ganz so zugeklappt, war Major Tschai Kulu. Unser Chefmathematiker - wie hieß der Kerl denn noch, das waren doch alles Choleriker damals - hatte ausgerechnet, dass Kulu wohl am Ehesten die Schweigsamkeit unseres Gastes brechen könne. Kulu hatte den Planeten Firestone betreten und war später per Transmitter in das private Forschungsschiff MINHAU transportiert worden. Deswegen sähe Thrumb ihn anders. Mir war zwar absolut nicht klar, warum, das der Fall sein sollte, aber bitte; ich war ja kein Mathematiker und werde wohl auch nie mehr einer werden.

Weiter als Dreisatz bin ich ja nie gekommen: Ein Mausbiber isst ein Möhre in dreieinhalb Minuten. Wie lange brauchen 97 Mausbiber, um 3.128 Möhren aufzuessen und sowas. Für alles andere betrachte ich mich als nicht zuständig."

Gucky grinste.

"Naja, es gab ja zwei Kulus. Ebenso zwei Jeffersons, das war dieser komische Gorilla und zwei Ramdors. Als die drei durch den Firestone Transmitter gegangen waren, hat der Duplikate gebildet. Die doppelten Lottchen kamen hier an, die Originale blieben auf Firestone. Als ich bei Kulu materialisierte, leckte Jefferson grade mit seiner blauen Riesenzunge einmal quer über Kulu Gesicht. Das hätte er sich bei mir mal wagen sollen...."

Der Ilt schüttelte sich.

Perry schmunzelte.

"Auf jeden Fall habe ich Mike in Wallung gebracht", fuhr er fort. "Ich hatte zu unserer Gesprächsrunde die Kosmopsychologin Professor Eileen Dacran eingeladen. Mike warf sich ihr umgehend zu Füßen und erhielt eine saftige Abfuhr. Er sei wohl der junge Mann mit dem Königstick, sagte sie und meinte danach, sie habe ihn sich immer anders vorgestellt. So mit Schaum auf den Lippen und so. An dieser Stelle habe ich Mike zum ersten Mal absolut fassungslos erlebt. Deswegen habe ich diese Szene wohl auch so gut behalten." Rhodan grinste.

"Unser Frage- und Antwortspiel ging wieder los. Thrumb machte einen extrem arroganten Eindruck. Gegen ihre Macht habe man mit nur einem Raumschiff nicht aufzubieten, sagte er. Er forderte uns doch tatsächlich auf, die beiden Bestien - gemeint waren Icho Tolot und Fancan Teik - zu töten. Von der Unsinnigkeit seiner Meinung war er natürlich nicht zu überzeugen. Eileen Dacran teilte mir ihr Urteil mit: Thrumb ist ein eiskalter Rechner, sagte sie, absolut skrupellos und würde jeden in eine Falle locken, falls es seinen Zielen nützlich sei.

In der Zwischenzeit erfuhren wir von Tolot und Teik, dass die Beiden an Bord ihres Schiffes fremdartige Symbolgruppen auf Hyperwellenbasis empfangen wurden. Der Sender sei in Inneren der CREST."

"Du hättest deinen Blick sehen sollen, mit dem du Thrumb danach gemustert hast", sagte Gucky. "Der hatte Steine zum Schmelzen gebracht. Und unser Freund aus M 87 verlor doch glatt seine Überheblichkeit, als er Teik und Tolot vorgestellt wurde. Schüttelkrampf, Panik und Irrsinn kamen bei ihm durch. Er schrie wie am Spieß und kippte auf einmal um wie ein Baum. Er verfiel in eine totenähnliche Starre und schrumpfte zusammen. Ich könnte heute noch was über mich kriegen, wenn ich daran denke. Und zum gleichen Zeitpunkt ging des den drei doppelten Lottchen genau so. Sie waren für uns tot. Icho sagte dazu, es sei ein von außen kommender Hyperenergiestrahl daran beteiligt und riet dringend, die vier Körper aus der CREST zu stoßen.

Gesagt, getan. Aber anstatt in der Sonne zu verglühen, nahmen die Körper plötzlich mit hoher Geschwindigkeit Kurs in Richtung Zentrum von M 87. Natürlich haben wir sie dank dem Halbraumspürer verfolgt. Und dann ging irgendwann das Chaos los. Ich kriege das nicht mehr so ganz zusammen. Wir entdeckten ein Sonnendreieck aus drei roten Riesen und eine Festung, so ähnlich wie die auf Truktan. In dieser Festung gab es das Alph, was immer das auch gewesen war, und die vier Körper wurden regeneriert. Bei Agen Thrumb hatte das geklappt, er sah wieder so aus wie vorher. Bei den anderen Drei muss etwas schief gelaufen sein: Sie wurden immer größer und größer. Da sie auf diesem Weg langsam aber sicher eine Gefahr für die ganze Festung wurden, wurden sie von Thrumb nach Firestone geschafft. Sie wuchsen immer weiter.

Dann müssen sie ihren Originalen gegenüber gestanden haben, die ebenfalls zu diesem seltsamen Riesen geworden sind. Zuerst verschwanden die beiden Jeffersons. Sie fanden mit ihrer Begabung einen Rückweg nach Truktan und wuchsen immer weiter. Letztlich führte es zum Untergang und zur Explosion des Planten mit Allem, was darauf existierte. Arme Teufel."

"Ja", spann Rhodan die Geschichte weiter. "Diesen Fremden, diesen Ramdor verschlug es in eine Sonne, die daraufhin zur Nova wurde. Anders unser Major: Er hatte eine Art Kuhhandel mit diesem Alph gemacht, vereinigte beide Körper und schrumpfte wieder auf Original - Größe. Mitsamt der MINHAU, diesem terranischen Forschungsschiff kam er zur CREST, die auf Agen Thrumbs Festung gelandet war.

Die MINHAU war laut Auskunft des Druis mit einem Kompensator ausgerüstet, der trotz des blauen Zentrumsleuchtens einen Dimetransflug nach Hause ermöglich solle. Aber alleine diese Aussage machte uns extrem misstrauisch. In so kurzer Zeit, nämlich vierundzwanzig Stunden, sei eine derart komplizierte technische Umrüstung nicht möglich, meinten unsere Wissenschaftler."

"Siehst du, Perry, jetzt kommt das beste Zeichen, dass Atlan nicht mehr im Erzählmodus ist", entgegnete Gucky. "Er war ja bei unserem Testflug dabei. Es zog uns samt Major Kulu in Richtung der drei roten Sonnen, weil sich in deren Schnittpunkt das blaue Leuchten aufhebt. Als Kulu dann das Dimetranstriebwerk aktivierte, schaltete sich eine 115 Jahre alte Aufzeichnung eines Besatzungsmitgliedes der MINHAU ein. Man habe eine Zeitmaschine bauen wollen und habe sich auf einmal in M 87 wieder gefunden, berichtete der Professor. Er berichtete auch, dass in dem Schiff ein hyperenergetische Niveauwandler eingebaut sei. Dieses Ding würde dafür sorgen, dass bei der Heimkehr alle Sonnen der Milchstraße verschwinden würden und somit alles Leben erstarre und sterbe.

Ich glaube, noch mit mal ich brauchte einen Mathematiker zu der Folgerung, dass diese widerliche Geschichte von den Konstrukteuren des Zentrums in die Wege geleitet worden war. Wir flohen von der MINHAU auf das Haluterschiff und das alte terranische Forschungsschiff explodierte. Ja, und zum Schluss hatten wir nur noch das Problem Rhodan & Co. Ab und zu hatte Atlan ja wirklich recht. Musstest du eigentlich immer selber in diese Risikoeinsätze? Welche Teufel haben dich damals eigentlich geritten? Immerhin warst du noch Großadministrator, wenn auch vorübergehend an anderem Ort!"

"Ich kann von meinen Leuten nur fordern, was ich mir selber auch antue und zumute, Gucky. Nur so darf ich erwarten, dass sie ebenfalls ihr Leben aus Spiel setzen. Das hatten wir dann auch. Ich glaube, unser Trupp bestand aus sechs Mann. Wir suchten immer noch Agen Thrumb, allerdings ohne ihn zu finden. Die ganze Aktion hatte aber einige Dumfries aufgeweckt. Natürlich nahmen sie uns gefangen."

"Ja, dummerweise waren die Schutzschirme der Festung wieder hergestellt. Noch nicht mal ich, der Retter des Universums, könnte euch da wieder raus holen."
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Die KdZ (Konstrukteure des Zentrums) mussten ein ziemlich paranoider Verein sein. Eine ganze Galaxis wird entvölkert, nur um ein paar weit entfernte Bestien aus der Welt zu schaffen. Das damit ein paar Billionen anderer Wesen mit über die Wupper gingen, war ihnen egal. Gegen diese Herrschaften waren ja die MdI die reinsten Klosterbrüder...

Die Geschichte mit dem Dimetranstriebwerk war gut positioniert. Wenn das Teil funktioniert hätte, wären unsere Helden pünktlich zu Band 350 wieder zu Hause gewesen und so hatte man durchaus Hoffnung. War aber nix. Ätsch.

Beide Bände selber waren typisch Ewers. Nicht wirklich gut, aber auch nicht schlecht. Aber ob es denn wirklich sein musste, dass Jefferson Truktan zerstörte und die komplette Bevölkerung zu Tode kam? Eine Nummer kleiner hätte es auch getan. Dafür ist Ewers ein Autor, der mit Roi Danton umgehend kann. Er versteht es neben Schöpfer KHS am Besten, ihn "lebendig" erscheinen zu lassen. Sogar jetzt, wo er eigentlich überflüssig geworden ist. Und, meine Damen und Herren, und: In beiden Romanen von H.G. Ewers spielen tatsächlich Frauen mit. Richtig gelesen. Wir haben nicht nur die stellvertretende Chefpsychologin Eileen Dacran an exponierter Stelle dabei, sondern in Band 346 tatschlich ein paar Offiziersanwärterinnen. Die Mädels kreischen zwar ab und zu noch ein bisschen, aber der erste Schritt ist getan. Der längste Weg fängt ja, wie wir alle wissen, immer mit dem ersten Schritt an.
:D
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Re: Zyklus: Die Zeitpolizei/M87 (PR 300-399)

Beitrag von Faktor10 »

Zitat --------Ich.

Äonen vergingen, bis sich der nächste Gedanke bildete. Universen wurden geboren und verschwanden wieder.

Ich bin.
Bin ich?


Ich denke, also bin ich.
Zitat ende.
epo­chal :st:
Warum wie dieses Wissen mit rumschleppen? Weil es zu uns gehört.
Unbelehrbarer Altleser.Allem Neuen aber aufgeschlossen. Leider mit ausgeprägter Rechtschreibschwäche.
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Re: Zyklus: Die Zeitpolizei/M87 (PR 300-399)

Beitrag von R.B. »

Faktor10 hat geschrieben: 8. Mai 2020, 19:36 Warum wie dieses Wissen mit rumschleppen? Weil es zu uns gehört.
Du hast zweifellos recht, es gehört zu uns. Dazu muss ich aber leider gestehen, dass ich bis so ungefähr 5. Mai nicht die blasseste Ahnung hatte, wie der Schmöker von Decartes denn hieß. Inzwischen habe ich es auch wieder vergessen. Aber trotzdem: Diese Elfenbeinturmphilosophen gehörten und gehören zur Menschheit dazu, egal, welche Weisheiten sie produzierten oder wann immer von sich geben (werden).

Aber gehören sie auch zu Atlan? Zu seinem Leben sicherlich. Er hat bei seinen Erlebnissen in der Vergangenheit Terras jede Menge hochinteressanter Persönlichkeiten kennen gelernt und so manche davon wird ihn nachhaltig beeinflusst haben. Aber so, wie ein Decartes zu uns Menschen gehört, passt das bei ihm m.E. nicht. Atlan ist trotz Allem Arkonide. Immer gewesen. Er hat arkonidische Erziehung genossen und ist dort geprägt worden. Für ihn würde einer wie Decartes nicht über ein interessantes Zwischenspiel hinauskommen. Daher kommt ihm dieser Gedanke.
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Re: Zyklus: Die Zeitpolizei/M87 (PR 300-399)

Beitrag von R.B. »

Band 347 - Die Sucher von M 87 von William Voltz
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"Du weißt, oh edelster aller Arkoniden, dass die Besatzung der CREST IV dich damals am Liebsten in dieser Sonne gegrillt hätte, in der du zum Zwecke des Ortungsschutzes unser aller Schiff kreisen ließest? Welcher Teufel hatte dich denn da geritten? Der HÜ Schirm stand kurz vor dem Zusammenbruch - nebenbei, Kommandant Merlin Akran ebenso. Der hatte drei Tage nicht geschlafen, war total kaputt und hätte sich locker zu einer zusätzlichen Gefahr für die CREST entwickeln können." Das ist Gucky. Ich stelle mir vor, wie er mit empörtem Blick vor mir steht. "Was ein arkonidischer Ex - Imperator mit seinem Zellaktivator und seiner eingebauten Sturheit aushält, haben alle Anderen auch zu akzeptieren oder was? Aber nein, seine Erhabenheit entschieden, dass wir vorläufig auf dieser Kreisbahn blieben. Weißt du, was passiert wäre, wenn der Schirm nicht gehalten hätte? 5.000 Terraner und vor allen Dingen ich - alle tot. Ich! Ich, der ich alles und jeden samt ganzer Universen rettete."

Gucky redet sich richtig in Rage. Wenn er einmal anfängt, hört er so schnell nicht mehr auf. Perry wird leicht grinsend daneben stehen und sich das Spiel ansehen. Und meine Möglichkeiten, sich zu wehren, sind derzeit ziemlich begrenzt. Was wäre denn ohne HÜ - Schirm groß passiert? Die CREST wäre einfach so geschmolzen und von der Sonne eingeschlürft worden. Gemerkt hätten wir sicherlich nicht viel. Außerdem war die ganze Aufregung ja umsonst.

Ich liege immer noch hier und kann mich nicht bewegen, verspüre allerdings ein seltsames Kribbeln in den Füßen. Na also. Geht doch! Wahrscheinlich kriegen sie mich doch noch einmal durch. Bin neugierig, wie lange ich hier noch vor samt meinem unsortierten Extrasinn vor mich hin vegetieren muss.

"Was hätte Atlan denn sonst machen sollen?" Das ist Perry."Etliche Schiffe der Dumfries patrouillierten in diesem Bereich und viele Hunde sind bekanntlich des Hasen Tod. Ich glaube nicht, dass ich anders agiert hätte." Hört, hört! Ob er das wohl selber glaubt?

"Wir waren zu sechst. Mike, Oro Masut, John Marshall, Dr. Jean Beriot, Dr. Josef Lieber und ich. Gefangene von Agen Thrumb, der uns inzwischen schon ein paar Mal erzählt hatte, dass wir demnächst abtransportiert würden. Für die beiden Wissenschaftler war die Situation besonders schwer, da sie eigentlich nur gewohnt waren, innerhalb der CREST zu arbeiten. Uns Andere beeindruckte die Situation herzlich wenig und ich machte mir Gedanken, wie wir denn an die Konstrukteure des Zentrums kommen könnten, mit denen sich Thrumb mit Sicherheit in Verbindung gesetzt hatte.

Und immer wieder ging es um die vermeintlichen Bestien Icho Tolot und Fancan Teik. Wir hatten uns festgefahren. Thrumb und Co verlangten die Auslieferung der beiden, wir hingegen lehnten es nach wie vor ab, unsere Freunde zu verraten. Und so kam es, wie es kommen musste: Wir durften uns vor unserer Zelle hintereinander aufstellen und es ging im Gänsemarsch auf das Walzenschiff der Dumfries zu. In einer geräumigen Kabine wurden wir untergebracht."

"Das war wohl genau die Zeit, in der ich kurzen Kontakt zu John hatte. Er informierte mich darüber, was unsere Schildkrötenfreunde mit euch vor hatten und ab ging es in meinem Moskitojäger zurück zu Atlan."

Ja, der Kleine hatte mich auf den aktuellen Stand der Dinge gebracht. Es ging zu einer Welt namens Dwellion. Als die Ortung feststellte, dass ein Schiff der Dumfries sich aus dem Verbund löste, folgten wir ihm. Dank des Halbraumspürers war die Verfolgung kein Problem. Und unterwegs hatten wir bemerkt, dass sich unsere halutischen Freunde wieder eingefunden hatten. Vor Ort ging es wieder in den Ortungsschutz einer naheliegenden Sonne. In das System selber konnten wir unentdeckt höchstens mit ein paar Moskitos einfliegen.

"Wir würden Hilfe von den Arphaneus erhalten, meinte Thrumb." Perry erzählt den weiteren Verlauf "Wir dagegen erhofften eher Hilfe von der CREST, was aber auf Grund der hohen Konzentration von Dumfrie - Schiffen nicht funktionieren würde. Mit mehr als Gucky an Bord eines Moskitos durften wir nicht rechnen."

"Mit mehr als Gucky an Bord eines Moskitos durften wir nicht rechnen!" Gucky imitiert Perrys Sprechweise, was bei seinem Pieps - Stimmchen allerdings nur belustigend wirkt. "Was meinst du eigentlich, wen du hier vor dir hast? Reicht dir das nicht? Ich kann dich das nächste Mal durchaus in der Bredouille lassen, wenn dir das besser gefällt!" Ich glaube, der Kleine ist ernsthaft sauer. Er ist eben nicht so ein Überflieger wie Perry, sondern hat sich ein erstaunliches Maß an Bodenhaftung über all die Jahrhunderte erhalten. Dafür bewundere ich ihn. Er lässt trotz seiner Einsamkeit den Kopf nicht hängen, aber man darf nie an seiner Ehre zweifeln. Dann ist man unten durch. Ob Perry merkt, dass er seinen letzten Satz besser ein wenig anders formuliert hätte?

"Entschuldige", sagt Perry darauf. "Ich denke, du weißt, was ich damit ausdrücken will. Es tut mir Leid, dass ich mich im Tonfall vergriffen habe."

"Na gut, ausnahmsweise", grummelt Gucky. "Ich will mal nicht so sein. Diese Arphaneus waren doch verkappte Psychologen, habe ich das richtig in Erinnerung? "

"Ja. Und es gab natürlich nur ein Thema: Man wollte uns von den Bestien heilen. Bedauernswerte Wesen wären wir, sagte einer von ihnen. Wir würden nicht merken, welchem gefährlichen Einfluss wir unterliegen würden. Weil wir davon überzeugt wären, dass die beiden Bestien Freunde waren, konnten wir nicht erkennen, dass sie uns in Wirklichkeit versklavt hatten. Uns würde daher eine Behandlung bevorstehen sagten sie. Danach gäbe es keine Schwierigkeiten mehr. Das war eigentlich alles. Man warnte uns eindringlich vor einer Flucht und war ansonsten sehr freundlich."

"Nur dass sie eben wie anscheinend alle Bewohner von M 87 gewaltig einen in der Klatsche hatten", meint Gucky dazu "Mir war ja völlig unklar, wie in einer ganzen Galaxis eine solche Panik herrschen konnte. Man steht sich dann doch selber im Weg. So dämlich kann doch einer alleine gar nicht sein. Na gut, es waren ein paar Billionen. Aber trotzdem. Seltsames Gevölks."

"Wir diskutierten immer wieder über das gleiche Thema, wurden körperlich und mental untersucht und ansonsten tat sich nichts. Nach ein paar Tagen führte man uns in ein anderes Gebäude. Der Gang war sehr eng und alles sah nach meterdickem, spezialgehärtetem Stahl aus. Plötzlich blieb der Arphaneu stehen. Ich durfte durch eine Linse blicken und sah tatsächlich zwei gefangen gehaltene Haluter. Natürlich wären die in meinen Augen deutlich Haluterähnlichen Bestien, im Vollbesitz ihrer körperlichen und geistigen Kräfte. Und da kam unser großer Fehler. Uns war klar, dass die Gefangenen unsere stillen Verbündeten waren. Das alle dieser Meinung waren, entbindet mich nicht von meiner Verantwortung. Ich hätte etwas weiter als von der Tapete bis zur Wand denken sollen. Aber für uns waren Gefangene nun mal Gefangene. Da wir uns ungerechtfertigt eingesperrt fühlten, gingen wir zwangsläufig davon aus, dass es den vermeintlichen Halutern nicht besser ergehen würde."

Perry macht eine Pause. Ich kann sehe seinen Gesichtsausdruck förmlich vor mir. Nach all der Zeit macht er sich immer noch Vorwürfe, der arme Kerl. Er müsste mal lernen, Dinge ablegen zu können. Was passiert ist, ist passiert und lässt sich nicht mehr ändern.

"Irgendwann stand Thrumb wieder in der Tür und eröffnete uns, es ginge in Kürze los. Was die Aphaneus mit uns vorhätten, wünsche er noch nicht mal einer Bestie. Wir kamen in unserem Gespräch wieder an dem bekannten Totpunkt an, was Thrumb zu der Bemerkungen veranlasste, wir wären alle wahnsinnig. Daraufhin warfen wir ihn hinaus. Ja und dann, dann holten sie Dr. Jean Beriot. Nach einer Stunde brachten sie ihn zurück. Er lächelte engelhaft, aber Speichel lief ihm aus dem Mund und er konnte nur noch lallen. Sie hatten sein komplettes Gedächtnis gelöscht. Uns war klar, dass wir beim nächsten Erscheinen angreifen wollten.

Als sie kamen, lenkte John Marshall die vier Dumfries ab. Völlig auf ihn konzentriert, achteten sie nicht mehr auf uns andere. Darauf hatte Oro Masut nur gewartet. Er griff zwei der Soldaten an und wir kümmerten uns um den Rest, entwaffneten sie uns setzten sie außer Gefecht. Wir hatten das Überraschungsmoment auf unserer Seite und Masut tat den Rest.

In dem entstandenen Chaos entwischte ich und stand auf einmal vor den Räumen, in denen die vermeintlichen Bestien gefangen gehalten wurden. Das nützte mir aber nichts, weil auf einmal unser Lieblings Arphaneus mit gezogener Waffe hinter mir stand und mir eröffnete, ich wäre ja problemlos in seine Falle gelaufen."

Typisch Perry. Ab und zu ist er dermaßen von sich selber überzeugt, dass er nie auf die Idee käme, andere hätten ebenfalls gute Ideen. Rhodans Gefährten waren auch wieder eingefangen und ich denke, der Arphaneus wollte Perry erschießen, um so das Problem endgültig zu lösen.

Mein Fuß kribbelt immer noch. Bewegen geht aber noch nicht.


"Ich ließ mich fallen, der Schuss ging daneben und ich konnte den körperlich Schwächeren überwältigen. Ich riss einige Hebel nach unten und auf einmal ging das Stahltor auf. Die Gefangenen hatten sofort begriffen, was passiert war und rasten wie Geschosse davon und verschwanden.

Hätte ich vorhersehen können, dass die vermeintlichen Haluter wie Ungeheuer, tatsächlich wie Bestien handelten und alles kurz und klein schlugen? Alle und Jeden töteten? Wieso habe ich so gehandelt?"

Weil du nicht realisieren kannst, dass andere Wesen absolut bösartig sein können und du zu sehr an das Gute in Jedem glaubst, mein Lieber. Ab und zu haben auch die Anderen recht.

"Manchmal kannst du eben nicht begreifen, dass es Intelligenzen gibt, die komplett daneben sind ", sagt Gucky. Ich stehe mit meinen Gedanken also nicht ganz alleine. Immerhin. "Du bist kein Telepath und hast noch nie das absolut Böse verspüren müssen. Du warst und bist der Meinung, mit deiner Überzeugungskraft alles alleine geregelt zu kriegen. So war das da auch."

"Ja", antwortet Perry geknickt. "Es blieb uns nichts anderes übrig, als unsere Hilfe beim Einfangen und Vernichten der Ungeheuer in Halutergestalt anzubieten."

"Das auf Dwellion der Teufel los war, hatte ich inzwischen gemerkt, als ich mit dem Moskito unterwegs war. Es ging also wieder zurück zu Atlan, um zu berichten. Atlan entschied sich, mit der CREST einzugreifen und machte sich endlos Sorgen um dich."

"Auf dem Planeten herrschte das Chaos. Da wir vermuteten, dass die Bestien auf der Suche nach einem funktionsfähigen Raumschiff waren, kamen wir auf die Idee, ihnen ein mit einer Atombombe versehenes Beiboot unterzujubeln. Das Schiff kam, wir gingen an Bord und lockten die Ungeheuer an. Das Beiboot startete, die Bestien waren unterwegs zur Zentrale und nach kurzer Zeit war das Schiff hoch genug für unseren Plan. Durch eine Mannschleuse verließen wir es. Und just in dem Augenblick, als die Bestien sich in Sicherheit fühlten, explodierte die Atombombe. Danach holten Ras und du uns ab und es ging zurück auf die CREST. Wir waren wieder frei."

Zumindest für kurze Zeit, Barbar. Zumindest für kurze Zeit.

Das Kribbeln steigt nach oben und erreicht die Unterschenkel


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Ein wie immer gut lesbarer Roman von WiVo, kein Überflieger, aber sehr ordentlich. Die Arphaneus sind gut geschildert, ebenso die Standpunkte der Terraner auf der einen bzw. von Agen Thrumb auf der anderen Seite. Die Freilassung der vermeintlichen Haluter stößt mir allerdings ein wenig auf. Rhodan hatte doch zu Hause bereits Kontakt zu Zweitkonditionierten. Da hatte er doch gemerkt, dass die ein wenig anders als Haluter waren. Wieso ist ihm diese Idee in M 87 nicht gekommen? Insbesondere, wo Agen Thrumb doch die Geschichte der Bestien aus M 87 bereits erzählt hatte? Da hat mir etwas gefehlt. Aber auch ein Perry Rhodan ist nicht unfehlbar. Nur: Wenn der sich vertut, endet das immer in Unmengen Toten.

Letztlich sind unsere Freunde in M 87 immer noch nicht weiter und dürfen weiter nach den ominösen KdZ suchen.
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Re: Zyklus: Die Zeitpolizei/M87 (PR 300-399)

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Band 348 Die kosmische Falle von Clark Darlton

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Das Kribbeln hat die Knie erreicht, gleichzeitig bemerke ich es in meiner linken Hand. Bewegen kann ich mich immer noch nicht, also liege ich brav auf der Antigravliege. Meine Gedankensperre kann ich auch nicht aufheben, so dass Gucky telepathisch Kontakt aufnehmen könnte. Vielleicht ist das auch der Grund, warum mein hochgeschätzter Extrasinn im Moment keine Weisheiten von sich gibt. Der Umkehrschluss wäre demzufolge: Ein lauter und deutlicher "Narr" besagt, dass ich mich erheben kann. Mal sehen, wie lange ich noch meine Ruhe habe.

"Da hattest du dir ja einen schönen Plan ausgedacht." Das ist Gucky. "Aber irgendwann musste mal was passieren. Bislang war nämlich nicht allzu viel gewesen. Ein bisschen rumgereist, ein paar Völker kennengelernt, Proviant besorgt und diesen seltsamen Mini - Haluter an Bord. Das wars. Die Besatzung wurde ganz langsam nervös und auch ich musste zugeben, dass meine Laune schon mal besser gewesen war. Also kamst du mit deinem Ultimatum. Einen ganzen Bestienplaneten wolltest du den Herrschern von M 87 unterjubeln. Angst genug hatten sie ja".

"Ja", sagt Perry. "Unsere Nachricht musste auf Thrumb wie ein Schock gewirkt haben, immer vorausgesetzt, dass er unseren Bluff geglaubt hatte. Die Haluter waren und blieben für ihn Bestien, Ausgeburten der Hölle. In M 87 war man der Meinung, diese vermeintlichen Teufel wären ausgerottet und jetzt kamen wir und behaupteten allen Ernstes, eine ganze Welt von ihnen gefunden zu haben."

"Und das sollte er uns glauben? Wir waren doch erst ein paar Wochen da. Wieviele Jahrzehntausende ist die Erschaffung der Bestien her? Ewigkeiten hatten sie dort nach Resten von ihnen gesucht und dann tauchen wir auf und finden direkt eine? Wie unwahrscheinlich ist das denn?"

"M 87 ist eine Riesengalaxie. Du weißt, Gucky, dass unsere heimische Milchstraße trotz bester Bemühungen der alten Arkoniden, Akonen, Blues und ich weiß nicht von wem noch bis heute nicht komplett erforscht ist. Und M 87 ist in paar Nummer größer. So unlogisch war das gar nicht. Auf jeden Fall lautete unser Kuhhandel Koordinaten der Bestienwelt gegen ein Triebwerk, dass uns nach Hause bringen konnte. Und tatsächlich bestätigte Thrumb dem Eingang des Ultimatums. Er bat uns, mitsamt der CREST über Dwellion zu erscheinen. Dort würde man weitersehen. Er sicherte uns freies Geleit zu. Von Letzterem waren wir natürlich nicht so ganz überzeugt und daher kam es nicht in Frage, dieser durchsichtigen Sache Folge zu leisten. Eine Space Jet, maximal ein Beiboot taten es auch. Ebenso selbstverständlich kam es nicht in Frage, dass Atlan oder ich dort an Bord sein sollten."

Ja, da hatte er glatt mal richtig gehandelt, unser großer Administrator. Ich konnte es damals kaum glauben und schüttelte den Kopf vor soviel Weisheit. Prompt hielt mein Extrasinn mich für einen Narren, der anderen auch mal ein Quäntchen Intelligenz zutrauen sollte. Als Perry um Freiwillige bat, bleib natürlich keine Hand unten. Nicht dass dergleichen auf arkonidischen Schiffen damals anders gewesen sein sollte, aber wer sich dort nicht freiwillig meldete, bekam später die eine oder andere Schwierigkeit. Bei Perry war es tatsächlich echt.


"Die Wahl fiel auf Tschai Kulu, John Marshall", beginnt Perry, als er von Gucky unterbrochen wird.

"Und mich!" beendet Gucky den Satz. Ich kann mir so richtig vorstellen, wie er sich in Positur wirft mit seinem Meter Irgendwas Körpergröße. "Wer meint was von einem Meter Irgendwas Körpergröße?" Ich höre Guckys Tippelschritte auf mich zukommen. "Tust du nur so, als wärest du unbeweglich, um dich von uns noch was bemuttern zu lassen, oh großmächtiger Arkonide? Da stimmt doch was nicht." Er hat also ein wenig meiner Gedanken mitbekommen. Ich hoffe weiter, dass ich in Kürze aufstehen kann. "Das wollen wir doch mal sehen." Ich merke, wie er meinen rechten Arm telekinetisch anhebt und ihn fallen lässt. Beim Runterfallen stoße ich mich an einer Metallstrebe und verspüre den Schmerz. Am Liebsten hätte ich Gucky wegen seiner Respektlosigkeit den Hintern versohlt, aber erstens geht das noch nicht und zweitens freue ich mich, dass ich wieder mehr spüre.

"Es war also wie immer. Dann, wenn es wirklich wichtig wurde, war ein gewissen Mausbiber gefragt. Ohne mich geht es eben nicht", führt Gucky das Gespräch weiter. "Thrumb lud dich ein. Er hatte die besten Psychologen an seiner Seite und bereitete dir eine Falle. Er wusste aber genau, dass du den Teufel tun wolltest, statt mit der kompletten CREST bei ihm aufzutauchen. Also war es meine felsenfeste Überzeugung, dass die Falle woanders zuschnappen sollte.
Wir erhielten von Tolot und Teik einen echten Film über eine sportliche Veranstaltung der heimischen Haluter auf einem Urweltplaneten. Thrumb konnte ihn testen, wie er wollte, er würde keinen Fehler finden. So war es dann auch. Er erhielt den Film, meldete sich nach einer halben Ewigkeit zurück und bestätigte die Echtheit. Und tatsächlich, wir hatten Eindruck gemacht. Thrumb stellte uns einen Artgenossen vor, Kibash Baiwoff mit Namen. Der sei sein Vorgesetzter und wäre ein Druisant. Das war ja schon mal mehr als nix. Zweiundzwanzig blaue Steine hatte der und musste alleine daher mehr wert sein. Er salbaderte John mit Worten wie Missverständnis und wir werden uns schon einig und sowas zu, dann wollte er aber zuerst die Koordinaten dieses Planeten haben. Erst nach Erhalt könne er uns das Triebwerk geben, sagte er. Da wir uns nicht einig wurden, nahmen wir die zwei Haluter - Imitationen mit zur CREST"

"So ging das dort auch weiter. Wo ist dieser Planet, fragte er mich." Perry. "Geben Sie mir die Koordinaten und Sie erhalten alles was Sie wünschen. Er garantiere es uns, meinte Baiwoff. Aber zuerst müsse er die Bestien - Welt finden. Unsere Gespräche waren festgefahren und niemand, noch nicht mal Atlan schöpfte Verdacht."

Das stimmt allerdings. Wahrscheinlich waren wir allesamt nur noch auf die Heimat fixiert, Narren, die wir waren.

"Ich habe den Kerlen nichts, aber auch gar nichts geglaubt, Perry. Wie sollten wir denn feststellen, ob das Triebwerk echt oder nur eine weitere Falle war? Was denn, wenn es nicht funktioniert hätte und die Knaben aus M 87 gemerkt hätten, dass wir sie gelinkt hatten? Nein, ich fürchtete, dass wir uns auf eine ganz dumme Sache eingelassen hatten. Aber auf arme kleine Ilts hört ja keiner. Da gab es für mich nur eins: Einen Einmanngleiter schnappen und ab zu den Halutern. Denen kam die ganze Geschichte auch ziemlich komisch vor. Wir besprachen, dass ich Iwan Iwanowitsch, Ras und Melbar von der CREST zur Unterstützung holen sollte.

An Bord der CREST war die komplette Besatzung inclusive der diversen großen Meister bewusstlos und ich durfte mir mal wieder auf die Schulter klopfen. Ohne mich, mein Lieber, lief und läuft nämlich garn nichts. Und daran wird sich auch nichts ändern. Ha!"

"Ja, wir waren wohl etwas zu optimistisch und heute würde ich so einen Typen, der einen ganzen Planeten voller Psychologen hinter sich weiß, nicht mehr Bord meines Schiffes holen."

Das glaubt er doch wohl selber nicht.

"Als wir wieder wach wurden, ergab eine Zählung, dass genau vier Personen fehlten. Das stimmte hoffnungsfroh."

"Ja, weil die richtigen Personen fehlten." Ich sehe Gucky mit meinem geistigen Auge wieder voller Stolz vor mir stehen. "Wir fingen umgehend an, auf Baiwoffs Festung für Chaos zu sorgen. Und Melbar machte einen auf Bestie. Die CREST war zwar besetzt, aber wir waren frei. Und die beiden Haluter gab es auch noch."

Es kann nicht mehr lange dauern, sagte ich zu Perry.


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Da sag mir mal einer, dass CD keine guten Romane schreiben kann. Handlungsdichte, tricksende Terraner und Stützpunktingenieure und ein Gucky, der nicht alles im Alleingang regelt (geht doch!). Außerdem hat man endlich das Gefühl, dass es trotz Besetzung der CREST irgendwann nochmal weitergeht. Mit der Person Kibosh Baiwoff ist zwar noch nicht da, wo man hinwill, aber man ist eine Stufe höher geklettert. Schade, dass nicht alle Romane unseres Walters so waren.
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Re: Zyklus: Die Zeitpolizei/M87 (PR 300-399)

Beitrag von Faktor10 »

Ich fand die Bände 348 und 349 sehr gut. Sie gehören zu den Romanen die ich öfters gelesen habe. So zu sagen zu meinen Top 20.
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Re: Zyklus: Die Zeitpolizei/M87 (PR 300-399)

Beitrag von AARN MUNRO »

Nisel hat geschrieben: 12. April 2020, 15:18
Kardec hat geschrieben: 12. April 2020, 14:39 Hab das eigentlich nie nachvollziehen können.
Mirona T. hatte eigentlich nur einen Kurzauftritt in den Romanen "Herrin der Sterne" u. am "Ende der Macht".
Den Ersteren hab ich als hirnrissig empfunden - Band 299 war dramatisch. Das wirds wohl gewesen sein was nachwirkt.
Naja, bei dem Stand den ich aktuell habe - Kosmische Burgen - gab es seit Mirona keinen Gegner mehr mit dieser Kombination. Mensch, weiblich, unsterblich, mächtig, skrupellos und sehr intelligent und allein.
Die Uleb waren keine Menschen und ein zwar kleines, aber halt doch ein ganzes Volk.
Die Cappins waren zwar fast menschlich, aber wiederum ein ganzes Volk und dann noch gespalten.
Beim Schwarm war die Milchstraße eigentlich nur halt auf dem Kurs gelegen, das ging gar nicht gegen die Terraner an sich.
Beim kosmischen Schachspiel war die Milchstraße nur ein kleiner Schauplatz und der Gegner an sich nicht menschlich zu nennen. Anti-ES war an sich nicht wirklich greifbar als Gegner.
Beim Konzil hab ich die Motivation nie verstanden und die eigentlichen Gegner, die Koltonen, was immer sie auch wollten, hatten nichts speziell von den Terranern gewollt, soweit ich das interpretieren konnte.
Die Aphilie hat die Erde letztlich geleert, war aber kein Gegner in dem Sinne daß man sie hätte angreifen können.
Bardioc und die kosmischen Burgen sind ebenfalls nicht wirklich an der Erde interessiert, die Loower haben auch keine Eroberungspläne, insofern bleibt Mirona einfach einzigartig, bis jetzt.
Monos!
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Re: Zyklus: Die Zeitpolizei/M87 (PR 300-399)

Beitrag von AARN MUNRO »

Faktor10 hat geschrieben: 28. Mai 2020, 16:29 Ich fand die Bände 348 und 349 sehr gut. Sie gehören zu den Romanen die ich öfters gelesen habe. So zu sagen zu meinen Top 20.
Meine auch! :st:

Sehr spannend und überzeugend.
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Re: Zyklus: Die Zeitpolizei/M87 (PR 300-399)

Beitrag von AARN MUNRO »

AARN MUNRO hat geschrieben: 30. Mai 2020, 09:12
Faktor10 hat geschrieben: 28. Mai 2020, 16:29 Ich fand die Bände 348 und 349 sehr gut. Sie gehören zu den Romanen die ich öfters gelesen habe. So zu sagen zu meinen Top 20.
Meine auch! :st:

Sehr spannend und überzeugend.
(Hinzu kommt, dass ich mit diesem Zyklus und den 330-340er Bänden anfing, PR zu lesen.Ich war "verschickt" und es waren Dreier-Bände vom Ramschtisch oder so.)
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Re: Zyklus: Die Zeitpolizei/M87 (PR 300-399)

Beitrag von Nisel »

AARN MUNRO hat geschrieben: 30. Mai 2020, 09:11
Nisel hat geschrieben: 12. April 2020, 15:18 ...
Monos!
???
Kenn ich nicht, was willst Du mir damit sagen? :nixweis:
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Re: Zyklus: Die Zeitpolizei/M87 (PR 300-399)

Beitrag von AARN MUNRO »

Nisel hat geschrieben: 30. Mai 2020, 09:39
AARN MUNRO hat geschrieben: 30. Mai 2020, 09:11
Nisel hat geschrieben: 12. April 2020, 15:18 ...
Monos!
???
Kenn ich nicht, was willst Du mir damit sagen? :nixweis:
Sagen will ich: einzelpersoneller Hauptfeind ... wie Mirona ... nur nicht so attraktiv!
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Re: Zyklus: Die Zeitpolizei/M87 (PR 300-399)

Beitrag von Nisel »

AARN MUNRO hat geschrieben: 30. Mai 2020, 09:45
Nisel hat geschrieben: 30. Mai 2020, 09:39
AARN MUNRO hat geschrieben: 30. Mai 2020, 09:11
Nisel hat geschrieben: 12. April 2020, 15:18 ...
Monos!
???
Kenn ich nicht, was willst Du mir damit sagen? :nixweis:
Sagen will ich: einzelpersoneller Hauptfeind ... wie Mirona ... nur nicht so attraktiv!
Mag sein, soweit ich das jetzt auf die Schnelle überflogen habe, kommt der aber erst noch. Wie erwähnt, mein Lesestand ist aktuell bei den kosmischen Burgen.
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Beitrag von Faktor10 »

AARN MUNRO hat geschrieben: 30. Mai 2020, 09:14
AARN MUNRO hat geschrieben: 30. Mai 2020, 09:12
Faktor10 hat geschrieben: 28. Mai 2020, 16:29 Ich fand die Bände 348 und 349 sehr gut. Sie gehören zu den Romanen die ich öfters gelesen habe. So zu sagen zu meinen Top 20.
Meine auch! :st:

Sehr spannend und überzeugend.
(Hinzu kommt, dass ich mit diesem Zyklus und den 330-340er Bänden anfing, PR zu lesen.Ich war "verschickt" und es waren Dreier-Bände vom Ramschtisch oder so.)
Ich musste auch in eine Kinderkur.
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Re: Zyklus: Die Zeitpolizei/M87 (PR 300-399)

Beitrag von R.B. »

Band 349 Die Partisanen von der CREST von Kurt Mahr

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Faktor10 hat geschrieben: 28. Mai 2020, 16:29Ich fand die Bände 348 und 349 sehr gut. Sie gehören zu den Romanen die ich öfters gelesen habe. So zu sagen zu meinen Top 20.
Nach Band 348 konnte ich dir nur zustimmen. Dann kam Band 349. Je länger der Band andauerte, desto mehr ging mein Kontakt zur Handlung verloren. Ich habe ihn sogar zweimal hintereinander gelesen. Zwecklos.

Die Handlung ist logisch aufeinander aufgebaut, von Atlan, der Baiwoff kaltlächelnd auflaufen lässt bis hin zu Iwan Iwanowitsch Goratschin, der zum Ende hin die Rückübernahme der CREST IV sicherstellt. Dieses Teil ist einfach nicht meins - ich kann noch nicht mal genau sagen, woran es liegt. Vielleicht komme ich mit der damaligen Schreibe von Kurt Mahr nicht mehr klar, vielleicht liegt der Grund woanders. Dabei ist der Roman zwar mit einem gewohnt militärischen Rhodan ausgestattet, aber er ist wirklich nicht schlecht.

Was ist nun passiert?

Die CREST ist in den Händen von Kibosh Baiwoff und Agen Thrumb. Da gehört sie natürlich nicht hinein und sie soll mit Hilfe der vier Partisanen Melbar Kasom, Ras Tschubai, Iwan Iwanowitsch Goratschin und Gucky (also sind es ja eigentlich fünf) befreit werden. Gucky und Co sorgen dafür, dass es auf Baiwoffs Festung nicht langweilig wird und begehen am laufenden Meter Sabotageakte. Der Druisant droht nun, seine Festung samt der dort befestigten CREST IV ins Nirwana zu sprengen.

Baiwoff kommt aber nicht weiter als bis Atlan. Der war ihm über, weil er ja 10.000 Jahre Zeit hatte, bei seinen geliebten Barbaren auf Larsaf III das Intrigenspiel zu üben. Also sagt er ihm auf den Kopf zu, dass er seine Festung niemals vernichten werde. Perry Rhodan könne zudem nicht selber mit ihm (Baiwoff) reden. Man wolle nämlich dafür sorgen, dass der in der Festung randalierende Haluter mittels Space Jet von ebendieser Festung verschwinden werde, als Gegenleistung sei ein Triebwerk fällig, dass die CREST nach Hause bringen könne. Selbstredend könne Rhodan diesen Vorschlag nicht selber machen, weil er ja sonst gegenüber den Halutern als Verräter dastehen würde. Das sei ein typisches Verhalten terranischer Staatschefs, erläutert Atlan dem Druisanten - sie könnten dann im Zweifelsfall immer behaupten, nichts von dem Übel gewusst zu haben.

Naja, die vermeintliche Bestie ist niemand anders als Melbar Kasom, der im Schutz eines Deflektorfeldes einen auf barbarisch macht. Und natürlich wird sichergestellt, dass sowohl die "Bestie" als auch die anderen drei an Bord einer Space-Jet gehen. Selbstverständlich ist auf unsere Stützpunktingenieure Verlass: Wie prognostiziert wird die Jet nach dem Start umgehend vernichtet. Und ebenso natürlich haben die beiden Teleporter ihre Mitkämpfer vorher von der Jet auf die CREST teleportiert.

Baiwoff ist trotz des Abschusses nicht so ganz davon überzeugt, dass er die Bestie tatsächlich getötet hat. Die andere Bestie, unser Freund Icho Tolot, drohte zwar damit, dass er nach dem Tod seines Bruders sämtliche Bestien von dem vermeintlichen Bestienplaneten loslassen werde (meine Güte, was für eine Biesterei), aber der Druisant befragt seine Positronik, wie hoch denn die Chancen seien, dass in der Jet tatsächlich einer seiner Lieblingsfeinde zu Tode gekommen ist.
Interessant ist nun, dass Rhodan gleichzeitig einen Teil des Bordrechners der CREST IV in die Gänge kriegt. Dort fragt unser aller Großadministrator nach, wie hoch denn die Wahrscheinlichkeit sei, dass Baiwoff von der Vernichtung einer Bestie überzeugt sei.
Alle Beide erhalten sie als Antwort eine Wahrscheinlichkeit von genau 50% und sie sind so schlau wie vorher.

Die Psychospielchen gehen weiter: Rhodan lässt Baiwoff erkennen, dass in der Jet keiner mehr war, den er hätte töten können. Baiwoff lässt in Folge die CREST von Robotern und Dumfries durchsuchen, findet aber nichts. Goratschin, Kasom und Gucky sorgen indes bei den Dumfries dafür, dass keine Langeweile aufkommt, während Ras Tschubai in der Festung Bomben verteilt. Aber nicht nur: An wichtigen Stellen verteilt er Paraffin - Plättchen. Die Bomben werden wie gewollt gefunden, die Plättchen nicht.

Im letzten Akt der Geschichte sorgen Iwan und Iwanowitsch dafür, dass die Plättchen nach und nach explodieren. Baiwoff war überlistet, Thrumb kam den Terraner zwar auf die Spur, aber es war zu spät. Die Dumfries werden von der CREST in die Festung beordert, um dort zu helfen. Die Explosion wichtiger Kraftwerke sorgte nachfolgend dafür, dass die Festung die CREST nicht wie ursprünglich geplant auf ewig und drei Tage auf einem äußerst ungastlichen Planeten absetzen kann. Thrumb wird überwältigt und die CREST fliegt auf und davon.
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Re: Zyklus: Die Zeitpolizei/M87 (PR 300-399)

Beitrag von R.B. »

Halbzeit

Nächste Woche erscheint Band 350, es geht zurück zu Bully in die Heimat und wir lernen jemand oder etwas Neues kennen. Ich sitze hier und frage mich, wie die ersten 50 Bände rückwirkend auf mich gewirkt haben.

Wie bei den Zyklen unserer Lieblingsserie üblich, schwanken die Roman von allererster Sahne bis hin zu, sagen wir mal suboptimal. Die Handlung ging sofort los: Roi Danton wurde uns vorgestellt, OLD MAN tauchte aus der Vergangenheit auf, und Gucky und Sohn tauchen als Doppelpack auf. Keine Langeweile zu Beginn, kein Bände schindender Horror - Planet, nein, sofort ins Gewühl.

OLD MAN ist eine begnadet gute Idee, ebenso Roi Danton, der französisch parlierende Sohnemann. Der Trick dabei war, dass die Leser unserem größten aller Administratoren etwas voraus hatten: Wir wussten, wer der Kerl war. Scheer hat mir mit Danton einige der schönsten Perry - Rhodan Stunden geschenkt. "Oro, mein Riechfläschchen!" werde ich nie vergessen. Wobei ich hier direkt bei einem Minuspunkt lande: Mir ist trotz aller Diskussionen immer noch nicht klar, warum Rhodan Danton nicht als seinen Sohn erkennt. Allen Leuten inklusive Papa kommt der Kerl irgendwie bekannt vor, aber den korrekten Schluss zieht keiner. Trotz eventueller chirurgischer Veränderung. Atlan hat ihn ja schließlich richtig einsortiert und erkannt. Und wo ich grade bei Danton bin: Scheer hat ihn seinem Vater gegenüber zu früh geoutet. Seit Rhodan dahinter gekommen ist, wer sich hinter der Maskerade verborgen hat, wirkt Danton nicht mehr auf mich. Bei den handelnden Personen findet er zudem kaum noch statt. Schade eigentlich.

Faszinierend wirkt immer noch die Geschichte und Vorgeschichte der Haluter auf mich. Und M 87 hatte garantiert niemand auf dem Plan und so mancher wird überrascht gewesen sein, als die CREST sich plötzlich ganz woanders wiederfand.

Aus heutiger Sicht wirkt zudem unser größter aller großen Meister daselbst auf mich katastrophal. Militarismus pur, ein Kommisskopp sondergleichen und immer mit dem Kopf durch die Wand. Als Staatschef ist er mit seinem Flaggschiff natürlich an vorderster Stelle und somit der Hauptschuldige für den Abgang nach M 87. Tote bei der Wasser- und Nahrungssuche gehen auch und alleine auf sein Konto. "Ich weiß, worauf ich mich einlasse," habe ich grade noch gelesen. Für mich geht aus der Situation hervor, dass er es in einem ziemlich abweisenden Ton gesagt hat. Und das zu einem seiner wertvollsten Mitarbeiter: John Marshall.

Sein Vertreter Reginald Bull ist für Rhodan in diesem Zyklus nicht mehr als eine Art Grüßonkel. Man kann ihn nach Herzenslust zusammenfalten und in Gruß - Stellung stehen lassen, aber taugen tut er zu nichts. Diese absolute Fixierung auf die Person Perry Rhodan führt nach dessen Verschwinden zu abstrusen Situationen, weil der Öffentlichkeit niemals klar werden darf, dass Rhodan und auch noch Atlan, oh Graus, weg sind. Und das, wo man so einen Gegner hat.

Aber an unserem guten Bully haben sich schon so etliche Leute die Zähne ausgebissen und er regelt den Handlungsverlauf in der Heimat äußerst ordentlich. Ohne seinen Chef kann Bull endlich mal aus sich heraus gehen und ich bin neugierig, wie es weitergeht.

Trotz aller Mosereien: Der Zyklus gefällt mir immer noch.
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Re: Zyklus: Die Zeitpolizei/M87 (PR 300-399)

Beitrag von Faktor10 »

RB danke für deine Halbzeitbilanz.
Ich weiß nicht ob du die Romane zum ersten Mal liest. Und ob du den Rest schon weist. Aber ein kleiner Spoiler kommt nun doch. Roi kommt in der zweiten Hälfte noch mal ganz groß in Fahrt.
Wohl war das die Handlungen zwischen Vater und Sohn einfach nur köstlich waren. Leider nur bis zu dem Punkt wo der Vater erfuhr wer Roi eigentlich sei.
Man merkte den Romanen an das dies der zweite 100 er Block war. Er lief viel stringenter als die ersten 50 MdI Romane. Bis auf ein, zwei Romane die für mich wirkliche Füllromane waren hatten mir die ersten 50 Bände sehr gut gefallen. Richtig gut.
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Re: Zyklus: Die Zeitpolizei/M87 (PR 300-399)

Beitrag von R.B. »

Faktor10 hat geschrieben: 6. Juni 2020, 18:48 Ich weiß nicht ob du die Romane zum ersten Mal liest. Und ob du den Rest schon weist. Aber ein kleiner Spoiler kommt nun doch. Roi kommt in der zweiten Hälfte noch mal ganz groß in Fahrt.

Gelesen hab die Romane alle schon mal. Das ist aber ein paar Tage her. Ich glaube, die 300er habe ich das letzte Mal mit Anfang 20 gelesen, also so ziemlich vor 4 Jahrzehnten. Da kann das eine oder andere Detail schon mal im Nirvana verschwunden sein.
:D

In groben Skizzen weiß ich natürlich, was da passiert und kriege das auch noch auf die Reihe. Aber nach so langer Zeit liest man die Romane mit einem ganz anderen Blick und erscheinen mir daher ab und zu komplett neu. Das tritt besonders stark zu Tage, wenn man aus den aktuellen Romanen in den Militarismus damaliger Zeiten fällt.

Jetzt freue ich mich auf den Roi der 2. Hälfte!
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Re: Zyklus: Die Zeitpolizei/M87 (PR 300-399)

Beitrag von R.B. »

Band 350 - Robot-Patrouille ist von K.H. Scheer.
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Endlich mal Ruhe, dachte Reginald Bull. Und nicht nur für fünf Minuten. Keiner weiß, dass wir hier sind, also findet man uns auch nicht. Sicherlich werden wir irgendwann mal hier raus müssen. Ja. Irgendwann mal. Nicht jetzt. Er lehnte sich in seinem Sitzmöbel zurück, das sesselartige Teil machte die Bewegung automatisch mit. Die Füße auf dem Tisch liegend, drehte er das Nosing - Glas in seiner rechten Hand und betrachtete die goldgelbe Flüssigkeit darin. Ihm war völlig unklar, wieso er hier auf Krynn, diesem Planeten am gefühlten Ende der Milchstraße, eine Flasche 30 jährigen Islay Whisky gefunden hatte. Es war ihm auch egal. Hauptsache, das Zeug war echt - und in dieser Beziehung hielt er sich für einen absoluten Kenner. Bourbon war nicht seine Welt, obwohl er ja eigentlich amerikanischer Herkunft war. Nein, was Whisky anging, musste es schon schottisch zugehen.

Er sog mit kurzem Einatmen den extrem torfigen Duft des Getränkes ein, gönnte sich einen kleinen Schluck und beobachtete seine beiden Frauen, die in der Nähe aufeinander einredeten und dabei immer zu ihm herüber blickten. Er seufzte. Es wird wohl bald mit der Ruhe zu Ende sein, wenn die Zwei fertig sind, ging es ihm durch den Kopf. Aber noch war es nicht soweit. Er hielt seine Nase wieder über das Glas, war mit sich und seiner Welt mehr als zufrieden und hatte, wie so häufig bei alten Whiskys das Gefühl, irgendwohin in die Vergangenheit geschleudert zu werden. Die Umgebung verschwamm und er sank tiefer und tiefer und...

"Papi, Mama hat gesagt, du wärest ein ganz furchtbar alter Mann!"

Ich hatte es ja befürchtet.

"Soso. Was willst du mir damit sagen?" fragte er seine Tochter Shinae. Als er das kleine Gesicht sah, dass ihn so erwartungsvoll anschaute, lief es ihm zu wiederholten Male eiskalt den Rücken herunter. Er wollte sein Kind festhalten und nie mehr loslassen und es vor allen Unbilden und Problemen dieser Welt schützen. Was wirklich Liebe ist, war ihm klar, merkt man erst, wenn man Kinder hat. Wir haben die verdammte Verantwortung, aus diesen kleinen Mädchen einen erwachsenen Mensch zu machen. Einen Mensch, der mit seinem Leben klar kommt. Den Gedanken, dass er mit sehr großer Wahrscheinlichkeit eines hoffentlich noch sehr fernen Tages an Shinaes Grab stehen würde, ließ er möglichst nicht an sich heran. Die Vorstellung machte ihn verrückt.

"Du würdest aus einer Zeit stammen, in der es noch richtiges Geld gab", hat Mama mir erklärt. "So Blechstücke und Papierfetzen."

"Das waren Münzen und Geldscheine. Da stand drauf, wie viel sie wert waren. Unser Geld hieß Dollar. Und ein Dollar teilte sich in 100 Cent auf."

"Ja, genau das hat sie gesagt. Du sollst nämlich rechnen. Ich habe ein mathematisches Problem für dich."

Das Lachen seiner Tochter sorgte für die schlimmsten Befürchtungen. Insbesondere, weil er sich zudem noch von Toio aus dem Hintergrund angestrahlt fühlte.

"Also", begann Shinae. "Stell dir vor, du wärest ein kleiner Junge, der sich mit zwei seiner Freunde in einem Geschäft einen Drachen kauft. So einen tollen aus Plastik, wie wir beide den vorige Woche haben steigen lassen. Sowas gab es doch sicher früher auch schon. Jetzt kommt deine Aufgabe:
Ihr geht in den Laden und kauft den Drachen für 30 Dollar. Als ihr wieder weg gegangen wart, merkt der ehrliche Händler, dass der Drachen im Moment billiger ist und nur 25 Dollar kostet. Er schickt also seinen Lehrling hinter euch her, um euch die 5 zuviel bezahlten Dollar zurück zu geben. Es ist dem Jungen aber zu kompliziert, 5 durch 3 zu teilen. Er behält also zwei Dollar für sich und gibt jedem von euch einen Dollar zurück. Hast du das verstanden, Papi?"

"Bis hierhin schon, meine Kleine."

"Jeder von euch hat also 10 Dollar bezahlt und einen Dollar wiedergekriegt. Also hat der Drachen jeden von euch 9 Dollar gekostet. Klar?"

"Ich glaube, das kriege ich so grade noch in meinen Schädel."

"Gut." Das Lächeln der Kleinen wurde immer breiter. "Drei mal 9 bezahlte Dollar sind 27 Dollar. Dazu kommen die zwei Dollar, die der Junge sich eingesteckt hat. Macht 29 Dollar. Wo ist der eine Dollar, der hier noch fehlt?"

Shinae sah ihren Vater neugierig an.

"Mal langsam." Papa Reginald malte auf dem Boden im Sand.

30 Dollar bezahlt.
5 zuviel.
2 Dollar eingesteckt, jeder Junge kriegt einen Dollar zurück.
Damit sind die 5 Dollar weg.
1+1+1+2 = 5.
9 mal 3 sind 27 + 2 eingesteckte sind 29.

Reginald Bull sah seine Tochter völlig fassungslos an. Der Dollar fehlte. Aber er hatte doch richtig gerechnet? Wo war dieser Scheiß - Dollar geblieben? In ihm machte sich eine ziemliche Ratlosigkeit breit. Als hinter ihrem Haus zudem noch ein heftiger Donner zu tönen schien, musste Bull seine Niederlage eingestehen.

Der Donner war natürlich niemand anders als Icho Tolot, der Shinae in seine zwei Herzen geschlossen hatte und kurz vor einem heftigen Lachanfall stand, weil Shinae ihren Vater hereingelegt hatte. "Ich könnte es dir ja verraten", meinte Tolot zu seinem alten Freund. "Aber da solltest du schon von alleine hinterkommen. Wenn nicht, musst du eines schönen Tages eben dumm sterben."

"Komm, meine Kleine." Behutsam setzte Tolot Shinae auf seine linke Schulter. "Wir gehen Plattfußsitzer suchen."
"Und Smertbeeren. Papi darf dann weiter nachdenken."

"Tschüß Papi", sagte Icho Tolot zu Reginald Bull. Nachdem er ein Akustikfeld um Shinae aufgebaut hatte, meinte er noch "Dann rechne mal schön." Danach kam der befürchtete Lachanfall. Bull hatte immer noch das Gefühl, taub zu sein, als die Beiden schon längst verschwunden waren.

Bull dachte noch eine ganze Weile über das augenscheinlich unlösbare Problem nach und schüttelte den Kopf. Sowas ist mir auch noch nicht passiert, dachte er und wandte sich erneut seinem Whisky zu. Die Welt um ihn herum versank wieder, löste sich auf und er war ganz weit weg.

Das Solare Imperium. Old Man. Tro Khon. Perry samt der CREST verschwunden . Bull merkte, wie er auf einmal in den Tiefen seiner Erinnerungen kramte, in einen traumähnlichen Zustand wechselte. Was so ein guter Whisky doch bewirken kann, dachte er noch, dann war er weg.
Spoiler:

Bullys Erinnerungen:

Luna. Auf einmal stand er vor mir. Das Monster war vier Meter groß und sah aus wie ein Haluter oder ein Zweitkonditionierter. Nur dass das Ding etwas größer als Icho Tolot und etwas kleiner als Tro Khon war. Und es stammte weder von Halut oder weiß der Geier woher Khon & Co kamen, sondern von Siga. Das Monster war ein Roboter. Auf Siga zusammengebaut und auf der Hundertsonnenwelt vollendet und getestet.

Der Robot - Haluter bestand aus Super-Atronital-Compositum, einem extrem zähen Zeug, dass in 2437 ziemlich teuer war. Dafür hat es aber auch einen Schmelzpunkt von 81.000 Grad Celsius. Der Kerl sah so echt aus, wie ein Haluter nun mal aussah. Tiefschwarze Kunststoffhaut und grüner Kampfanzug. Dreieinhalb Tonnen schwer. Konnte über 160 Kilometer pro Stunde rennen und wurde bei Bedarf von einem HÜ - Schirm geschützt. Was für ein süßer Fratz.

Aber ohne seine Besatzung hätte er nur nutzlos in der Ecke herum gestanden. Also hatte der Robot, Paladin hieß der Bursche, auch noch sechs Mann Besatzung. Wie da sechs Personen reinpassen sollten? Ganz einfach. Paladin war auf Siga konzipiert worden, also bestand seine Besatzung aus Siganesen. Fünfzehn bis sechszehneinhalb Zentimeter groß. Wie mag das Ding aus deren Perspektive ausgesehen haben? Der wirkte ja sogar auf mich nicht grade winzig.

Thunderbolts nannten sie sich. Mal sehen, ob ich sie noch zusammenkriege. Der Chef hieß Harl Dephin und steuerte den Paladin über seine SERT Haube gedankenschnell. Dann gab es den Waffeningenieur Dart Hulos und den Maschinenbau-Ingenieur Amos Rigeler. Die Drei sind nicht die Schwierigkeit. Und die anderen? Mann. Mann. Mann. Da schleppt man eine Menge unnützes Zeug mit sich herum und an die wirklich wichtigen Leute erinnert man sich nicht mehr. Du wirst alt, Bully. Shinae hats dir ja eben erklärt. Da sind sie wieder: Cool Aracan, der Kybernetiker, Mirus Tyn, Hochenergieingenieur und Drof Retekin, Mathelogiker. Na also. Geht doch.

Was konnte das Biest? Hulos saß in seiner Waffenleitzentrale und war Herr über ein überschweres Impulsgeschütz sowie 500 Megatonnen Fusionsbomben. Allein das war ja schon ganz nett. Drei Kraftwerke mit je 5 Reaktoren aus siganesischer Produktion sorgten für die erforderliche Energie. Es gab Luftschleusen, Hangars für siganesische Raumlinsen und drei Beiboote. Antriebe für Atmosphären- und Raumflug. Antivgrav und Andruckneutralisatoren bedurften eigentlich keiner weiteren Erwähnung. Labors und Wohneinheiten für die Besatzung vervollständigten den Roboter. Nettes Kerlchen.

Und dieses nette Kerlchen war natürlich auf der Hundertsonnenwelt getestet worden. Man hatte ihm fünf nagelneue USO Kampfroboter vor die Nase gestellt. 32 ganze Sekunden hatte der Paladin benötigt, um mit den Blech - Heinis fertig zu werden. 32 Sekunden. Das war doch mal eine Hausnummer.

Jetzt, vor mir auf dem Mond stehend, sollte er einem wirklichen Test unterliegen: Dephin und Co. sollten gegen den gefangenen Zweitkonditionierten Aser Kin antreten. Dann würden wir sehen, ob er wirklich was taugt.

Aber dazu sollte es nicht kommen. Der erwartete Angriff der Dolans wurde gemeldet. 500 Dolans gegen 50.000 Schiffe der solaren Flotte und 20.000 Posbiraumer, die uns das Zentralplasma, unser bester Verbündeter in diesen schwierigen Tagen, zur Verfügung gestellt hatte. Eigentlich wäre das kein Verhältnis, wenn die Sache nicht einen entscheidenden Haken hätte: Der Paratron - Schutzschirm der Dolans ließ sich nur überwinden, wenn mindestens sieben Ultraschlachtschiffe koordiniert Punktbeschuss vornahmen. Oder eben mit dem FpF - Gerät unseres verwirrten Genies Geoffrey Abel Waringer. Davon gab es aber nur 101 Stück, mit einer Massenproduktion war das nicht so ganz einfach. 22 FpF Geräte waren auf OLD MAN, der als letzte Bastion vor Terra stationiert war, der Rest verteilte sich auf diverse Schiffe.

Ich weiß noch, wie ich ausgerechnet mitten im Chaos an Perry denken musste. Existierte die CREST noch? Wenn nicht, würden wir irgendwann mit der Wahrheit herausrücken müssen. Wenn ja, wird Perry vor Sorge um die Erde vergehen. Von der Eroberung OLD MANs und den FpF Geschützen wusste er ja nichts. Ich schob Perry an die Seite und vertagte diese nutzlosen Gedanken auf später.

Wenn der Paratron einmal geknackt war, hatten wir unsere Freunde schnell. Die Reichweite der Transformkanonen war größer als deren Intervallgeschütze. Dazu kam, das die Zweitkonditionierten einen katastrophalen Fehler machten, den ich bis heute nicht begriffen habe. Anstatt vereinzelt aus verschiedenen Richtungen auf die Erde zuzufliegen, kamen sie im Verbund. Selbst wenn ich mal davon ausgehe, dass der Kommandant Tro Khon ziemlich einen in der Klatsche hatte, weil er sich andauernd mit seinem Symboflexpartner stritt, hätten sie das anders lösen müssen. Die Kerle haben doch allesamt Planhirne, die jedem Einzelnen sagen mussten, dass dieses Vorgehen unsinnig ist. Was war das? Einfacher Kadaver - Gehorsam? Egal. Letztlich war es unser Glück, sonst wäre an diesem Tag alles vorbei gewesen.

Als nach etwas mehr als zwei Stunden 369 Dolans vernichtet waren, traten sie den Rückzug an. 17 waren allerdings immer noch unterwegs, neun davon vernichteten wir, die acht weiteren waren zwar schwer beschädigt, konnten aber in der Nähe von Terrania landen. Die Zweitkonditionierten stiegen aus und vernichteten alles, was ihnen in den Weg kam.

"Jetzt kommt Ihre Stunde, Dephin", hatte Mercant gesagt. Tiff beorderte Tako Kakutta und Jumpy, den Paladin in die Nähe der gelandeten Dolans zu teleportieren. Und die Stunde des Paladins kam tatsächlich. Ein Schwingungswächter nach dem anderen wurde besiegt. Zum Ende verneigte Tiff sich vor den Thunderbolts. Er sei sehr glücklich, sagte er, dass es auf Siga Menschen gebe, die rechtzeitig weit genug gedacht haben und solch einen Roboter konstruiert haben. Welche Wünsche auch immer vorhanden wären, er würde sie erfüllen.

Harl Dephin lächelte. "Sie haben unseren größten Wunsch bereits erfüllt, Sir", sagte er zu Tifflors Verwirrung. "Sie haben uns Siganesen Menschen genannt. Mehr kann niemand für die kleinen Männer meines Volkes tun. Vielen Dank, Sir!"
Langsam aber sicher kam Bull wieder in der Gegenwart an. Der Gedanke an die Siganesen war noch da. Ich habe noch nie begriffen, warum es immer Gestalten gab und auch heute noch gibt, die "Mensch sein" an Nebensächlichkeiten wie Glauben, Größe oder Hautfarbe festmachen. Schwachköpfe.

Reginald Bull schüttelte den Kopf. Er hielt sein Whiskyglas immer noch in der Hand und dachte an die Besatzungen der Schiffe, die ihr Leben im Kampf um Terra verloren hatten. Perry und ich, ja gut, von mir aus noch Atlan und Gucky, wir sind doch nur Gallionsfiguren. Die wahren Helden sind die, die für ihre Heimat ihr Leben lassen mussten.


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Ein typischer Scheer zur Halbzeit des Zyklus. Uns wird der Paladin mitsamt der Thunderbolts vorgestellt. Ein tolles Gespann, der extrem starke Überriesen - Roboter mit einer winzigen Besatzung. Die Thunderbolts waren nach ihrem Auftauchen ständig meine Lieblinge und das funktionierte besonders gut wegen der Größenunterschiede. Und dadurch, dass die Siganesen trotz ihrer Winzigkeit als vollwertige Menschen angenommen werden, gibt es nebenbei noch eine deutliche Lehrstunde in Sachen Mensch. Gefällt mir.

Aber da erzähl mir nach dem Lesen der aktuellen EA nochmal einer was von Zufällen in der Handlung und damals war alles besser. Pünktlich zum Angriff der Dolans ist Paladin einsatzbereit. Meine Güte, so ein technisch durchgestyltes Teil bedarf doch mindestens Jahre, wenn nicht Jahrzehnte der Planung und des Baus. Wir haben hier ja nur einen einzelnen Prototyp, der nie zur Massenanfertigung vorgesehen war. Und da wird der ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt fertig? Zufälle gibt's, die gibt's gar nicht...
:unschuldig:

Der Roman besteht aus zwei Teilen: In der ersten Hälfte wird uns der Paladin in allen Details vorgestellt und der Leser kann so richtig darin eintauchen. Er erhält eine erste Vorstellung des Kampfvermögens des Paladins, als dieser in 32 Sekunden fünf nagelneue USO Kampfroboter abfertigt. Die zweite Hälfte besteht aus dem Dolan - Angriff und den Folgen.
Mir ist die Begründung für den Anflug im Verbund nicht ausreichend. Die Schwingungswächter haben allesamt ein Planhirn, dass mal mindestens genauso gut ist wie eine mittlere Positronik. Und da fliegen alle schön brav mit und keiner kommt auf die Idee, dass das eigentlich Blödsinn ist? Damals habe ich das nicht bemerkt, aber wie schon gesagt, aus heutiger Sicht liest man mit anderen Augen.

Gegen Ende hin kommen die Thunderbolts zu ihrem Einsatz. Nach und nach werden die durchgekommenen Zweitkonditionierten besiegt. Und der gemeine Leser denkt: Sehr gut. Die Produktion FpF - Geschütze läuft in großen Stil an, Transformkanonen haben eine weitere Reichweite als Intervallgeschütze und jetzt haben wir auch noch einen, der zu Fuß mit den Kerlen fertig wird. Irgendwann kommt die CREST IV zurück, bis dahin hat Bully das Feld für den großen Knall vorbereitet, wir sind die Kerle wieder los und Friede, Freude, Eierkuchen. Schaun mer mal, wie das Franzl sagen würde.
Bleck vun dä Schäl Sick op unsere schöne Dom: Sankt Peter und Maria mit Hohenzollernbrücke
thinman
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Re: Zyklus: Die Zeitpolizei/M87 (PR 300-399)

Beitrag von thinman »

R.B. hat geschrieben: 14. Juni 2020, 07:45 Band 350 - Robot-Patrouille ist von K.H. Scheer.
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Aber da erzähl mir nach dem Lesen der aktuellen EA nochmal einer was von Zufällen in der Handlung und damals war alles besser. Pünktlich zum Angriff der Dolans ist Paladin einsatzbereit. Meine Güte, so ein technisch durchgestyltes Teil bedarf doch mindestens Jahre, wenn nicht Jahrzehnte der Planung und des Baus. Wir haben hier ja nur einen einzelnen Prototyp, der nie zur Massenanfertigung vorgesehen war. Und da wird der ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt fertig? Zufälle gibt's, die gibt's gar nicht...
:unschuldig:
Na ja, solche Zufälle gibt es. Die USS Monitor wurde auch genau rechtzeitig fertig, um die CSS Virginia am Zusammenschießen der Blockadeflotte vor Hampton Roads zu hindern.

thinman
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