Klassiker-Zyklus: die Zeitchirurgen (800 - 850)

Antworten
Benutzeravatar
Yman
Zellaktivatorträger
Beiträge: 2098
Registriert: 6. März 2016, 08:48

Re: Klassiker-Zyklus: die Zeitchirurgen (800 - 850)

Beitrag von Yman »

Lumpazie hat geschrieben: 25. September 2022, 09:48 Im Jahr 1987 erschien der Band 841 der Atlan-Heftserie:

Der Plan der Schwarzen Sternenbrüder

von Peter Griese
Grauer Lord hat geschrieben: 26. September 2022, 17:37 Denn „Der Plan der Schwarzen Sternenbrüder“ von Peter Griese hat mal wieder richtig Spaß gemacht und läutet würdig die letzte Phase der Atlan-Serie ein. Man merkt dem Roman an, dass hier der Haupt-Expokrat am Werk war, der die vielen losen Fäden seiner Story zusammenführt, die er selber mit Heft 674 in Alkordoom gestartet hat, bevor dann zwei Expokraten-Manöver des Verlages mit Marianne Sydow und H.G. Ewers dazukamen. Als „Vehikel“ für die kosmischen Einblicke Atlans fungiert dabei Chybrain mit seinen überragenden Fähigkeiten, ohne die die Handlung so nicht möglich gewesen wären. Das Kristall-Ei ist ganz klar gereift seit dem SOL-Zyklus, die innere Zerrissenheit, das Verlorensein und Nichtwissen, wohin es gehört, ist aber immer noch da. Wer selber Kinder hat, könnte in Chybrain glatt einen „kosmischen Pubertierenden“ erkennen.
Erstmal: Titelbild und Illustrationen fand ich super. Aber ich komme am besten gleich zur Schwachstelle des Romans: Der Autor fällt teilweise zurück in frühere Schreibmuster, ich nenne es das Griese-Syndrom, die oft wenig gelungene Darstellung superintelligenzartiger Wesen in Monolog-Form. Hier ist es Chybrain, der seitenweise Monologe halten darf. Chybrain ist zwar keine SI, nur ein Zehntausendstel davon, wie es im Roman wortwörtlich steht, aber darauf kommt es nicht an. Man muss aber sagen, der Roman funktioniert trotzdem sehr gut, denn Peter Griese versucht nicht ohne Erfolg diese Schwäche in eine Stärke zu verwandeln.

Eigentlich gibt es im Roman nur zwei Hauptpersonen: Atlan und Chybrain. Daneben haben wir noch den schwarzen Sternenbruder Aytakur und dessen etwas hilflosen Schergen Yerless und einen Kurzauftritt des Propheten Kassja-Narktuan. Der Hauptpersonenkasten ist dementsprechend fast irreführend. Aber zurück zum Roman, zur Handlung: Atlan kundschaftet feindliches Territorium aus und stößt dabei auf einige Geheimnisse, wobei er massiv von Chybrain unterstützt wird, aber die Haupthandlung ist eigentlich die Annäherung von Chybrain und Atlan bzw. der Versuch, einander zu verstehen. Das ist überraschend gut gelungen. Der Roman war sehr gut zu lesen. Entscheidend war dabei auch die klassische Ich-Erzähler-Perspektive Atlans und die Konzentration auf die beiden Hauptfiguren.
Grauer Lord hat geschrieben: 26. September 2022, 17:37Im Roman erkennt Atlan endlich, dass die Sternenbrüder mit Aytakur und Zattzykur identisch sind, Pzankur diente offenbar nur als Ablenkung und war deshalb ja auch recht flott besiegt; kosmisch sind die Passagen des Heftes, die sich mit Vergalo, dem Erleuchteten und der Genese seines Plans befassen, den Kosmokraten einen entscheidenden Schlag zu verpassen. Hier knüpft Griese an seine schreiberische Klasse von „EVOLO“, Band 750, an. Das Irrsinnige, dass der Urheber des wahnsinnigen Planes gar nicht mehr lebt, seine bösartige Idee aber von den Psi-Paketen weiter stoisch umgesetzt wird, weil das so in ihrer psionischen DNA verankert ist und sie letztlich der Plan SIND, wird sehr gekonnt aufgezeigt. Klar ist Atlan jetzt auch, dass die Sternenbrüder durch Manipulation der Zeit vor ihrer eigenen Entstehung in Alkordoom eingetroffen sind und dort ihr Werk begonnen haben. Hier könnte das Thema Zeitchirurgen nochmal sehr wichtig werden.
So langsam muss es ja auch mal klar werden, was eigentlich während des Zyklus quasi im Hintergrund abgelaufen ist. Als Leser konnte man es schon lange vermuten, dass die beiden psionischen Pakete mit den Sternenbrüdern identisch sind, und hier plappert es eine überlistete Positronik endlich aus, dass es nur zwei Sternenbrüder gibt. Weniger geht auch nicht. Die Hintergrundgeschichte enthüllt wahnsinnige Pläne, die sich gegen die Kosmokraten richten, und das war auch sehr überzeugend. Auch das Thema Zeitchirurgen könnte sich noch gut einfügen.

Grauer Lord hat geschrieben: 26. September 2022, 17:37Gut gefallen hat mir die Stelle, an der die Selbstwahrnehmung des Erleuchteten gezeigt wurde, sein verzerrter Blick auf die Kosmokraten ebenso wie die zuckrige Vision, wie EVOLO einmal werden sollte. Offen bleibt am Ende die Frage, warum Vergalo die Kosmokraten überhaupt als Feind betrachtete und ob er als ein Exponent des Chaos einzustufen war. Ich finde eher Nein, denn offenbar ging es ihm darum, etwas gegen die fortgesetzte Einmischung der Höheren Mächte in „unserem“ Universum zu tun. Eine Idee, die nicht ganz von der Hand zu weisen ist, wenn man an diverse Untaten der Kosmokraten denkt. Das wurde in den verbliebenen Heften der Serie aber nicht weiterverfolgt. Was bleibt ist die Geschichte vom bösen Zauberlehrling, dessen Geister immer weiter spuken und Unheil anrichten - auch wenn es ihn selber gar nicht mehr gibt.
Grundsätzlich gefällt mir diese ganze Geschichte wirklich hervorragend, aber woher die Feindschaft mit den Kosmokraten rührte, hätte ich nun auch gerne gewusst. Auch würde ich gerne wissen, was mit KING geschah, der an einer Stelle erwähnt wurde. Ebenso bleibt ein Rätsel, wieso Chybrain nicht relativ unsterblich ist. Stellt er wirklich einen Fremdkörper im Universum dar, dessen Zeit bald abläuft? Da kommt man natürlich auch wieder auf das Rätsel der Jenseitsmaterie zurück, die ja eigentlich nicht so viel anders ist als PSI-Materie. Wie auch immer, Peter Griese hat sich da einige sehr interessante Sachen ausgedacht, und es ist schade, dass es die klassische Atlan-Serie nicht bis Band 900 geschafft hat, um noch einige Fragen aufzuklären.
Grauer Lord hat geschrieben: 26. September 2022, 17:37Also, ein super Roman mit vielen weiteren Einzelheiten und Gedanken über die Identitär Kassja-Narktuans (er ist nicht Chybrain!) Außerdem bekommt der Arkonide noch ein Herz-Stück eines Dimensionsdivergenzers für die STERNSCHNUPPE.
Atlan wird im Lauf des Romans ganz schön aufgerüstet, zunächst mit den Fähigkeiten Chybrains als "geistiger Arm" Atlans, und am Ende erhält auch die STERNSCHNUPPE ein Bauteil, den Niveauselektor, mit dem sie unabhängig bzw. eigenständig ins Nukleat usw. wechseln kann. Da bleibt natürlich die Frage, warum die Kosmokraten selbst Atlan nicht mehr Mittel gegeben haben. Eigentlich haben sie ihm praktisch so gut wie gar nicht geholfen. So oder so, allmählich wird das Zyklusende spannend, auch da sich abzeichnet, dass das eine oder andere Wesen das Ende vielleicht nicht überleben werden, z.B. Chybrain oder Tuschkan. Dieser Roman hat mir jedenfalls schon mal sehr gut gefallen, und ich bin sehr auf die nächsten gespannt.
Benutzeravatar
Yman
Zellaktivatorträger
Beiträge: 2098
Registriert: 6. März 2016, 08:48

Re: Klassiker-Zyklus: die Zeitchirurgen (800 - 850)

Beitrag von Yman »

Lumpazie hat geschrieben: 2. Oktober 2022, 10:14 Im Jahr 1987 erschien der Band 842 der Atlan-Heftserie:

Wächter des Nukleats

von H.G. Ewers
Grauer Lord hat geschrieben: 5. Oktober 2022, 18:35 Kurz vor Toresschluss liefert Expokrat Ewers noch einen ziemlich schwachen Roman ab, den man getrost Lückenfüller nennen kann. Einziger Zweck des Heftes scheint die Zusammenführung von Atlan und der STERNSCHNUPPE einerseits und dem Zeitteam auf der STERNENSEGLER andererseits zu sein. Ehrlich gesagt musste ich in der Perrypedia nachlesen, wo Neithadl-Off und Goman-Largo zuletzt aufgetreten sind; ich hätte auf den Dakkardimballon getippt, richtig war aber der Internraum der Zeitfestung, von wo aus sich unsere Helden in vielerlei Richtungen zerstreut haben. Das hat der Handlung nicht gut getan, alles ist mir viel zu unübersichtlich geworden.

Für Atlans (er trägt mal wieder einen SERUN, obwohl es den in Alkordoom nicht gibt) kurzen Ausflug ins Nukleat bringt Ewers mal wieder eine Eigenkreation in Stellung. Der Spatare Nuunak, Teil einer Wesenheit aus einer sog. Sphäre-X fischt die STERNSCHNUPPE mit einer Art fünfdimensionalem Fischernetz aus dem Linearraum. Und damit ist im Grunde auch genug gesagt, der liebenswürdig dargestellte Kerl verschwindet passgenau zum Ende des Heftes, der Arkonide ist mit dem Zeitteam vereint - Heft zu Ende. Ganz interessant war die Darstellung der gigantischen Materieballung, die eine eigene Intelligenz entwickelt hat und von Aytakur zu einem der Wächter des Nukleats geformt wurde. Das ist ein Ansatz, aus dem man viel mehr hätte machen können. Aber was soll‘s, mehr als unteres Mittelmaß ist dieser Roman nicht. Erstaunlich eigentlich, acht Wochen vor dem Finale.
Ich bin mit dem Roman ganz zufrieden. Mir gefiel dabei sehr, dass es wieder einen Atlan-Roman in klassischer, vollendeter Ich-Erzähl-Perspektive gab (was will ich mehr). Das mit dem SERUN erklärt Atlan selbst vorne im Heft, dass er den Raumanzug einfach SERUN nennt, weil er dieselben Funktionen hat, aber es bleibt natürlich trotzdem etwas irritierend. Den Auftritt des passgenau erscheinenden und verschwindenden Alien fand ich sehr gelungen, auch wenn es natürlich konstruiert ist, aber es tat dem Roman trotzdem sehr gut, wenn Atlan einen solchen Helfer für sich gewinnen kann. Das Alien war auch nicht ganz ungefährlich. Fast hätte es Atlan angefressen.

Am Ende ging es natürlich auch vor allem darum, Atlan und die STERNSCHNUPPE mit dem Zeitteam und der STERNENSEGLER wieder zusammenzubringen, aber immerhin wurden wieder ein paar Informatiönchen gesammelt, z.B. über den Wächter des Nukleats, und ein Scherge Aytakurs augeschaltet. Immer wieder so ein paar kleine Erfolge heben auch die Stimmung beim Lesen. Mir gefällt das ganz gut so.

Zu den Minuspunkten zähle ich die gelegentlich verwirrende Schreibe von Ewers, wo ich manchmal nicht weiß, was er will bzw. ob das überhaupt einen Sinn ergibt, z.B. seine Ausführung über Daseinsebenen, irgendwelche Energien usw.

Die Illustrationen haben mir wieder sehr gefallen. Das Titelbild war etwas bizarr bzw. irre führend, da gar keine Metagyrrus in dem Roman vorkommen.
Lumpazie
Kosmokrat
Beiträge: 4812
Registriert: 25. Juni 2012, 21:49
Wohnort: Neben der Furth von Noricum

Re: Klassiker-Zyklus: die Zeitchirurgen (800 - 850)

Beitrag von Lumpazie »

Im Jahr 1987 erschien der Band 844 der Atlan-Heftserie:

Tödliche Lebenswelt

von Harvey Patton

Bild

Innenillustration:

Bild


Handlung:

Die STERNSCHNUPPE mit Atlan und Dartfur an Bord sowie die STERNENSEGLER mit Neithadl-Off und Goman-Largo sind wieder unterwegs, um Colemayn und Geselle zu treffen. Nach einer Linearetappe empfangen die beiden Raumschiffe eine Vielzahl von Notrufen, die sowohl von Planeten als auch von Raumschiffen gesendet werden. Offenbar haben in den letzten Tagen mehrere Pulks von Raumschiffen verschiedene Sonnensysteme angegriffen. Der Arkonide entscheidet, der Sache nachzugehen.

Im ersten Sonnensystem, dass die beiden Schiffe anfliegen, treiben einige Raumschiffswracks, ein Planet in der Ökosphäre ist radioaktiv verseucht. Den Bewohnern ist nicht mehr zu helfen.

Im nächsten System kommen sie gerade dazu, als ein zgmahkonisches Kampfraumschiff, vermutlich von einer Vorhut der Invasionsflotte Dulugshurs, einen kleineren Raumer attackiert. Es gelingt der STERNSCHNUPPE, den Angreifer soweit zu beschädigen, dass er abdreht.

Zehn weitere Zgmahkonen-Schiffe greifen gleichzeitig den bewohnten Mond eines Planeten vom Typ Jupiter an. Die STERNSCHNUPPE und die STERNENSEGLER nähern sich im Schutz ihrer Tarnschirme. Sie mischen sich unbemerkt unter die Verteidiger und schießen einen weiteren Aggressor kampfunfähig. Zu Atlans Überraschung ziehen sich die zgmahkonischen Schiffe danach zurück.

Während des Kampfes hat die Positronik der STERNSCHNUPPE einen Funkspruch aufgefangen, in dem die Zgmahkonen aufgefordert werden, sich über einem anderen Mond zu sammeln. Von dort steigt ein weiteres Schiff eines altmodischen Typs auf. Atlan bezeichnet es wegen seiner Form als Walschiff, sein Extrasinn meint, es diene einem speziellen Zweck. Die zwölf Raumschiffe beschleunigen und treten kurz darauf in den Linearraum ein, verfolgt von der STERNENSEGLER und der STERNSCHNUPPE.

Mit dem Ende der Linearetappe erreichen die Raumschiffe eine Dunkelwolke. Die STERNSCHNUPPE hat in der Zwischenzeit weitere Funksprüche entschlüsseln können. Sie weiß zu berichten, dass der Kommandant der zgmahkonischen Flotte Progashur heißt, sein Schiff, der Walraumer, ist die KRAMONDH. Der Begriff KRAMONDH bedeutet »Wiege«, ein untypischer Name für einen Raumer der Echsenwesen.

Während die Schiffe im Raum treiben, nehmen die Zgmahkonen Reparaturarbeiten an ihren Schiffen vor. Ihre Verfolgern müssen solange untätig zusehen. Atlan setzt eine Frist von einem Tag. Er will Colemayn nicht länger warten lassen als unbedingt erforderlich. Zumindest halten die gegnerischen Schiffe weiter Funkkontakt zu anderen Pulks, die in Alkordoom unterwegs sind, so ergeben sich ein paar neue Erkenntnisse. Während in den meisten Nachrichten nur von erfolgreichen Angriffen auf verschiedene Sonnensysteme die Rede ist, fragt ein gewisser Kassandur, ob man nicht die »Welt des ewigen Lebens« aufsuchen solle. Daraufhin wird er von Progashur persönlich zurechtgewiesen, das sei Sache der KRAMONDH, er solle seine Übungen fortsetzen.

Das letzte Gespräch hat Atlan hellhörig werden lassen, er denkt sofort an die Gerüchte, die vor einiger Zeit durch ganz Alkordoom waberten. Geschichten vom Allesknoten, Ehernen Smaragd oder eben der WELT DES EWIGEN LEBENS.

Endlich setzt die kleine Flotte ihre Reise fort. Bei einem der nächsten Orientierungsaustritte setzt Dartfur mit Atlans Einverständnis eine Funkboje ab. Der Roboter vermutet, dass Raanak es inzwischen geschafft hat, mit der RA-perfekt via Nullzeit-Transfer Alkordoom zu erreichen. Unterdessen empfängt die STERNSCHNUPPE unidentifizierbare Hyperimpulse, Neidhadl-Off behauptet, dass von ihnen eine Verlockung ausgehe. Weder Goman-Largo noch der mentalstabilisierte Arkonide können das bestätigen.

Wieder endet eine Linearetappe vor einer Dunkelwolke. Diese ist beinahe kugelförmig, misst mehr als ein Dutzend Lichtjahre und wurde wahrscheinlich manipuliert, ihre Molekularstruktur ist zu komplex. Eine grüne Sonne befindet sich etwa im Mittelpunkt der Wolke in einer staubfreien Zone. Neithadl-Off muss derweil vom Modulmann paralysiert werden. Die Lockrufe sind so stark geworden, dass sie aus der STERNENSEGLER aussteigen will.

Die Zgmahkonen fliegen das System der grünen Sonne an. Nachdem Dartfur eine weitere Funkboje für die Paddler ausgesetzt hat, lässt Atlan seine beiden Schiffe folgen. Der Arkonide nennt die Sonne Taschkalir und den sechsten der siebzehn Planeten Shummut-El. Er ist das Ziel der Zgmahkonen.

Die Schiffe der Echsenwesen landen auf einem Felsplateau, das vermutlich künstlich angelegt wurde. Von jedem der elf Kampfraumer starten zwei Gleiter zur KRAMONDH. Als die STERNSCHNUPPE den Landeplatz mit ihren Geräten untersucht, findet sie im Umkreis die Wracks von etwa dreißig Raumschiffen. Außerdem befindet sich unter der Felsoberfläche ein großer Hohlraum.

Neithadl-Off ist aus ihrer Paralyse erwacht, sie spürt keine Verlockung mehr. Gemeinsam mit Goman-Largo und Atlan beobachtet sie, wie sich ein Teil der Felsoberfläche zur Seite schiebt. Dann explodieren plötzlich zwei der zgmahkonischen Kampfraumschiffe. Weitere folgen wenig später.

Von den Echsenwesen erfolgt keine Reaktion auf die Ereignisse. Der Extrasinn vermutet, dass die Schiffe mit minimaler Besatzung unterwegs waren und sämtliche Mannschaftsmitglieder an Bord des Walschiffs gegangen sind. Ihre Tätigkeit dort muss von überragender Bedeutung sein, wenn sie den Verlust der anderen Schiffe einfach so hinnehmen.

Atlan, der erwartet hat, dass die KRAMONDH etwas abholen soll, muss überrascht zur Kenntnis nehmen, dass der riesige Hohlraum unter dem Felsplateau völlig leer ist. Dann beginnt das Walschiff große Container auszuschleusen, Kühlbehälter, wie der Arkonide schnell erkennt.

Unerwartet werden die Container von außerhalb des Plateaus unter Feuer genommen. Die Zgmahkonen reagieren sofort und schießen zurück. Atlan, der die Szenerie von oben beobachtet, stellt fest, dass es sich bei den Angreifern um schlechte Kopien der Zgmahkonen handelt. Er denkt zunächst an die Gys-Voolbeerah, erkennt jedoch bald, dass es sich um Teile einer Gemeinschaftsintelligenz handelt, die auf Shummut-El heimisch ist. Die Strahlwaffen stammen wahrscheinlich aus den elf zerstörten Kampfraumern. Ein Funkspruch Progashurs fordert seine Leute auf, das Überleben ihrer Frauen und Kinder um jeden Preis zu sichern.

Als Atlan den Funkruf hört, wird ihm plötzlich alles klar. Anscheinend planen die Zgmahkonen ihren Dakkardim-Ballon ganz zu verlassen. Ihre Frauen und Kinder haben sie in einen Kälteschlaf versetzt, um Transportkapazität zu sparen. Das erklärt auch den Namen des Raumschiffs.

Auf Shummet-El zeichnet sich ab, dass die Zgmahkonen der Vielzahl der Angreifer nicht mehr lange widerstehen können. Von den ursprünglich rund dreihundert Echsenwesen leben nur noch einige Dutzend. Der Arkonide entschließt sich, persönlich einzugreifen. Er rüstet sich mit Gasbomben aus und begibt sich im Kampfanzug auf die Planetenoberfläche. Neithadl-Off und Goman-Largo schließen sich ihm an.

Mit den Quintadimwerfern des Zeitteams und Atlans Gasbomben können die Angreifer zurückgeschlagen werden. In einer Kampfpause kommt es zu einem Gespräch des Arkoniden mit Progashur. Der Kommandant der Echsenwesen berichtet, dass der Dakkardim-Ballon vor dem Zusammenbruch steht. Daher hat man zehntausend ausgewählte Zgmahkoninnen sowie zehn Millionen befruchtete Eier mit der KRAMONDH nach Shummut-El geschickt. Die Gemeinschaftsintelligenz sollte eigentlich als Schutz dienen, hat aber aus unbekannten Gründen die psionische Markierung der Zgmahkonen nicht wie vorgesehen erkannt.

Wenig später erscheinen Raumschiffe über dem Planeten. Progashurs Hoffnung auf Hilfe durch sein Volk wird jedoch enttäuscht. Über Funk meldet sich Raanak. Dem Paddler ist es gelungen, seine Werftplattform nach Alkordoom zu bringen. Anschließend ist er den Funkbojen gefolgt.

23 Zgmahkonen und drei Container können gerettet und an Bord der RA-perfekt gebracht werden. In den Behältern sollten sich ausreichend Eier für den Fortbestand der Art befinden, glaubt Progashur. Er ist sich auch nach wie vor sicher, dass Dulugshurs Invasion erfolgreich sein wird, insbesondere da dieser gerade seinen Erzfeind Tuschkan besiegt hat.

Der obige Text und Bilder wurde per GNU-Lizenz der Perrypedia entnommen.
Zuletzt geändert von Tiberius am 17. November 2022, 18:52, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Band 843 zu Band 844 geändert
Grauer Lord
Plophoser
Beiträge: 322
Registriert: 1. Januar 2014, 13:41

Re: Klassiker-Zyklus: die Zeitchirurgen (800 - 850)

Beitrag von Grauer Lord »

Harvey Pattons Roman „Tödliche Lebenswelt“ hat mir sehr gut gefallen. Das fängt schon rein optisch mit einem stilechten Jonny-Bruck-TiBi an, gefolgt von der sehr gut gelungenen RZ des Walschiffes KRAMONDH. Auch Roberts Impression von Patton, garniert mit Neithadl-Off und dem Modulmann, machen das Heft zu einer gelungenen Sache.

Inhaltlich gehtˋs um das Thema Zgmahkonen, das uns alle ja bisher nicht so vom Hocker gerissen hat. Diesmal wird aber eine Szenerie geschildert, die uns die Wesen aus dem Dakkardim-Ballon etwas näher bringt als bisher, sie nicht mehr als absolut eindimensionale Bösewichter erscheinen lässt. So zerstört eine kleine Vorhut der Amphiebienwesen zwar weiterhin alles, was ihnen im Zentrum von Alkordoom unter die Kanonen kommt und betrachten das zynisch auch noch als „Übung“; ein bitterer Vorgeschmack auf das, was dem Universum blüht, wenn die 100 000 Raumer Dulugshurs erst aus dem Temporalsumpf in die Gegenwart gelangt sind. Im Hintergrund steht aber die Gefahr, dass die gesamte Existenz dieses Volkes im Dakkardimballon gerade dabei ist zusammenzubrechen. Das Walschiff KRAMONDH sollte deshalb tiefschlafende Frauen sowie 10 Millionen befruchtete Eizellen in die Sicherheit des Normaluniversums bringen, damit die Spezies irgendwie überleben kann. Sehr gut fand ich es, dass Atlan ihnen nach dem Desaster mit der mutierten Gemeinschaftsintelligenz auf der Lebenswelt Shummut-El Hilfe anbietet, um dieses Gen-Material nicht komplett untergehen zu lassen. Eine überraschende Wendung, die mir gut gefällt.

Ich hätte mir allerdings gewünscht, dass Atlan bei seinen vielen Gedanken und Unterhaltungen mit dem Extrasinn auch mal an die Ligriden denkt, die ja von den Hyptons aus Genmaterial von Zgmahkonen gezüchtet wurden. Sie waren mit ihrer Philosophie von Gwyn und Gward sowie der ganzen, künstlich aufgeprägten Identität eines der stärksten Völker des Zyklus, finde ich; statt immer nur wieder über die Maahks zu sinnieren (von Patton fälschlich als vierarmig beschrieben), wäre ein gedanklicher Schwenk zu den Ligriden und wie sie sich möglicherweise mit den Zgmahkonen vertragen hätten, spannender gewesen. Generell finde ich auch, dass die Bedrohung durch Dulugshur und die riesige Flotte nicht richtig zu den wahnsinnigen Plänen der Sternenbrüder passt, die ja auf einer ganz anderen Ebene die Kosmokraten angreifen wollen. Was soll da eine Raumflotte ausrichten, so groß sie auch sein mag?

Ansonsten fand ich die die Schilderung der blauhäutigen Nachrichtensprecherin auf Jup III zu Beginn des Romans noch sehr originell; musste bei der offenherzigen Beschreibung erstmal nachschauen, ob das Heft nicht doch von Hans Kneifel verfasst wurde. Dass Neithadl-Off und Goman-Largo eher zurückhaltend eingesetzt wurden, fand ich in Ordnung, von den beiden habe ich inzwischen doch genug gelesen.
Lumpazie
Kosmokrat
Beiträge: 4812
Registriert: 25. Juni 2012, 21:49
Wohnort: Neben der Furth von Noricum

Re: Klassiker-Zyklus: die Zeitchirurgen (800 - 850)

Beitrag von Lumpazie »

Im Jahr 1987 erschien der Band 845 der Atlan-Heftserie:

Die Zukunft kennt kein Morgen

von Peter Terrid

Bild

Innenillustration:

Bild

Bild


Handlung:

Die RA-perfekt befindet sich noch in der Nähe von Shummut-El. Als Atlan in die Zentrale kommt, sieht er zu seinem Entsetzen auf einem Bildschirm, dass auf dem Planeten ein Atombrand wütet. Raanak teilt dem Arkoniden mit, er habe keine andere Möglichkeit gesehen, die gefährliche Gemeinschaftsintelligenz für alle Zeiten auszuschalten.

Eine weitere Neuigkeit ist, dass sich Zeitchirurgen an Bord der Werftplattform befinden. Zwanzig Metagyrrus sind mit Tuschkans Beiboot angereist, kurz bevor die RA-perfekt nach Alkordoom gebracht worden ist. Unter ihnen befinden sich Ban-Shuddar und Ban-Kabbir. Sie haben Tuschkans Leichnam mitgebracht und berichten, wie der Hathor im Dom Kesdschan sein Ende gefunden hat.

Der Opfertod des Wesens, dass über Jahrtausende hinweg ein erbitterter Gegner der Zeitchirurgen war, hat bei den Metagyrrus einen Sinneswandel ausgelöst. Sie wollen künftig keine Zeitmanipulationen mehr durchführen und sich in den Dienst des Friedens stellen.

Als Atlan sie nach Rhuf fragt und wie man dorthin komme, erzählen die Metagyrrus von einer alten Legende. »Ein Fenster zeigt in alle Zeiten, wenn der Jet von Alkordoom das Licht der blauen Blume gebiert.« Der Jet kann nur der Jetstrahl sein, erkennt der Arkonide. Was aber bedeutet der Rest?

Atlan sucht die astronomische Abteilung der Werftplattform auf. Er lässt sich eine überlichtschnell ermittelte Ansicht des Jetstrahls zeigen. Nachdem der zuständige Techniker ein wenig an den Einstellungen gearbeitet hat, zeigt sich, dass der Strahl deformiert ist und in wechselnden Blautönen leuchtet. Neithadl-Off vermutet, dass es an sechsdimensionalen Energien liegt. Außerdem ergeben Messungen, dass die Barrieren um den Nukleus nicht mehr existieren. Gleiches gilt für das Nukleat.

Der Aktivatorträger würde am liebsten sofort zum Jetstrahl aufbrechen, um sich ein genaues Bild von der Lage zu machen. Mit dieser Ansicht steht er jedoch alleine da. Erst als er droht, auch ohne die anderen zu fliegen, ändern Neithadl-Off und Goman-Largo ihre Ansicht. Da sie Atlan ohnehin gefolgt wären, ist es besser ihn gleich zu begleiten. Schließlich ist auch Raanak einverstanden. Also bricht die RA-perfekt auf zum Ursprung des Jetstrahls.

Die Reise gestaltet sich schwierig, wie zu erwarten gewesen ist. Diverse Phänomene behindern immer wieder den Flug, die Naturgesetze scheinen zeitweise außer Kraft gesetzt. Trotzdem fordert der Arkonide eine weitere Annäherung. Dann bemerkt Neithadl-Off eine drohende Zeit-Torsion und Atlan glaubt in eine unendlich Schwärze zu stürzen.

Im Jahr 172 nach einer unbekannten Zeitrechnung erwacht Atlan an Bord der AGRIPPA. Wie sich bald herausstellt, hält man ihn für einen von sieben Atlans, man spricht ihn als Erhabener an und Perry Rhodan ist sein Feind.

Als der Arkonide sich mit der Geschichte vertraut macht, erfährt er, dass seit dem Jahr 622 NGZ nach und nach sämtliche Hypertechnik zunächst immer mehr Energie erforderte und später komplett ausfiel. Das Phänomen betraf nicht nur die Milchstraße, sondern Galaxien in weitem Umkreis. Dies hat zu einem völligen Zusammenbruch der bekannten politischen Strukturen geführt. Auf vielen Planeten fiel die Versorgung mit lebensnotwendigen Dingen aus.

Verantwortlich gemacht für diese »Hyperkrise« wurde Perry Rhodan. Man sah es als Racheaktion einer Superintelligenz oder ähnlichem an dem Terraner. Er wurde abgesetzt, konnte aber noch von Terra fliehen. Parallel dazu wurde eine neue USO gegründet unter der Aegide von Atlan. Diese versucht die Auswirkungen abzumildern und den Leuten zu helfen, wo es ging. Dadurch wurde der Arkonide mehr und mehr zum Heilsbringer, ein regelrechter Kult entstand.

Nach 256 Jahren klang das Phänomen langsam ab. Die USO war jetzt der beherrschende Machtfaktor in der Milchstraße, Atlan der starke Mann. Unter dem Deckmantel der Demokratie wurden immer mehr Notstandsgesetze verabschiedet, die dem Arkoniden schließlich größtmögliche Macht zufallen ließen, so er denn wollte. Er hatte sich zum Diktator im Wartestand aufgeschwungen, ohne dass es den Leuten bewusst wurde. Das konnte sich jedoch binnen Stunden ändern.

Um seinen zahlreichen Aufgaben gerecht zu werden, ließ Atlan vor rund einhundert Jahren sechs Kopien von sich anfertigen, zwei Klone, zwei Androiden und zwei Roboter. Während sich seitdem drei der sieben um die Regierungsgeschäfte kümmern, nehmen drei weitere Repräsentationsaufgaben wahr. Der letzte ist die Reserve für Notfälle.

Auf der AGRIPPA wird Atlan informiert, dass man »diesen Rhodan« auf Dark Moon gesichtet hat. Der Arkonide sieht die Chance, mehr zu erfahren und vielleicht den Freund zu überzeugen, dass er ein anderer Atlan ist. Er lässt Dark Moon ansteuern.

Unterwegs hat der Arkonide ein Bildfunk-Gespräch mit einem gewissen »Atlan«. Dieser erkennt schnell, dass sein Gegenüber keiner der sieben ist. Aber auch dem frisch erwachten Arkoniden wird einiges klar. Während er sich in Alkordoom befand, müssen die Kosmokraten ein Double zum Orakel von Krandhor gemacht haben. Dieses Double ist der »neue« Ur-Atlan, von dem wiederum sechs weitere Kopien erzeugt wurden.

Auf der AGRIPPA weist Atlan die Crew an, sämtliche Funkverbindungen zu kappen, der Flug nach Dark Moon wird fortgesetzt. In Zielnähe fliegt der Arkonide allein in einem Ein-Mann-Jäger weiter. Er erreicht sein Ziel jedoch nicht, denn plötzlich erscheint Gucky in der Pilotenkanzel und teleportiert mit ihm zu Perry Rhodan.

Den alten Freund zu überzeugen stellt sich als unmöglich heraus. Die einzig sichere Methode der Identifikation wäre es, den Zellaktivator einer anderen Person anzulegen und zu sehen ob sich bei dieser ein explosives Zellwachstum wie einst bei Thomas Cardif einstellen würde. Leider ist die Frist, die Atlan ohne Zellaktivator bliebe, deutlich zu kurz, um derartige Erkenntnisse zu gewinnen.

Die Gespräche haben einen toten Punkt erreicht. Als dann auch noch Rhodans Stützpunkt angegriffen wird, schießt der Terraner.

An Bord der RA-perfekt sieht sich Atlan mit einem Chaos aus Spukgestalten konfrontiert, entsprungen den Träumen seiner Begleiter. Er erinnert sich an die letzten so real wirkenden Erlebnisse. Was waren sie – nur ein Traum oder potentielle Realität? Kurze Zeit später findet er sich, erneut in die Zukunft versetzt, auf irgend einem Planeten in Alkordoom wieder.

Erwacht auf einer idyllischen Wiese, stößt Atlan bald auf einen ebenso freundlichen wie mundfaulen Farmer namens Gams, der ihn in einem eher primitiven Gefährt in die nächste Stadt mitnimmt. Vorbei an einem Torposten, der den Arkoniden zu dessen Überraschung anstandslos passieren lässt, begibt er sich zu einem zentralen Platz.

Das auffälligste Gebäude ist ein Tempel, den der Aktivatorträger gleich darauf betritt. Im inneren befindet sich ein Planetarium. Der Name Aytakur drängt sich Atlan plötzlich auf. Er ist es der hier angebetet und verehrt wird. Wenig später wird der Arkonide festgenommen.

Vor Gericht stellt sich heraus, dass man ihm eigentlich kein Fehlverhalten vorwerfen kann. Jedoch, er ist anders, kein Teil der Gemeinschaft. Grund genug, ihn der Gottheit zu opfern, wie die Richterin meint.

Atlan erkennt, dass Aytakur selbst dieses Urteil gefällt hat, denn Aytakur ist alles, er ist sowohl diese Galaxie wie auch jeder ihrer Bewohner. Es ist die perfekte Herrschaft, denn wer rebelliert schon gegen sich selbst? Der Arkonide hingegen ist von außen eingedrungen, deswegen wurde er als nicht zugehörig erkannt.

Im Planetarium stößt eine Wache den Aktivatorträger in die Projektion des Jetstrahls hinein. Für einen Moment glaubt er, wieder auf der Werftplattform der Paddler zu sein, denn erneut tobt das Chaos um ihn herum. Ein endloser Sturz folgt, unsanft von festem Boden gestoppt – ein Trümmerteil eines Planeten auf dem Weg in den Jetstrahl.

Hinter dem Arkoniden landet plötzlich ein Raumschiff. Eine aus nicht zusammenpassenden Teilen künstlich erschaffene Gestalt kommt aus einer Luke. Sie stellt sich als Ultima Ratio vor und freut sich, Perry Rhodan gefunden zu haben. Atlans Einwände tut sie als nichtig ab und erzählt ihm über die Kosmokraten und ihr Dasein.

Es gibt immer vier zusammen gehörende Universen, ein expandierendes, ein kontrahierendes und analog zu diesen zwei Anti-Universen. Fällt ein Universum in sich zusammen, so sind dessen Kosmokraten gefordert sich zu opfern, damit aus der Gesamtheit von allem eine neue Schöpfung entsteht. Tun sie das nicht, so bleibt ein Teil des alten Universums erhalten. Nach unzähligen Zyklen führt dies unweigerlich zum Stillstand, weil irgendwann genau dasselbe Universum wieder neu entsteht.

Durch die Aktionen der psionischen Pakete EVOLOS droht ein Bereich der Stabilität innerhalb des Universums zu entstehen. Die geplante Invasion durch Dulugshurs Flotte und andere Streitkräfte über die Zerobrücke kann zwar nicht die Kosmokraten gefährden, aber ihr künftiges Eingreifen verhindern.

Außerdem gibt es noch etwas, dass den Wesen jenseits der Materiequellen Sorgen bereitet. Sollte die Menschheit eines Tages die Stufe eines Kosmokraten erreichen, so sei zu befürchten, dass dieser die eigene Existenz über die Schöpfung stelle, so Ultima.

Während Atlan noch versucht, das Gehörte zu verarbeiten, findet er sich plötzlich an Bord der RA-perfekt wieder. Die Situation hat sich normalisiert, aber allen haben die Träume zugesetzt. Als sie darüber sprechen, stellt sich heraus, dass jeder einen Traum hatte, in dem Alkordoom von einem der psionischen Pakete beherrscht wird – von genau einem, niemals beide zugleich. Vielleicht bietet das einen Ansatzpunkt…

Neithadl-Off hat noch etwas anderes erlebt, sie hat eine Schwingung aus ferner Vergangenheit gespürt, die ihr bekannt vorkommt.

Der obige Text und Bilder wurde per GNU-Lizenz der Perrypedia entnommen.
Zuletzt geändert von Tiberius am 17. November 2022, 19:03, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Titelbild eingefügt, Links zu Innenillus auf größere Versionen umgestellt.
Grauer Lord
Plophoser
Beiträge: 322
Registriert: 1. Januar 2014, 13:41

Re: Klassiker-Zyklus: die Zeitchirurgen (800 - 850)

Beitrag von Grauer Lord »

Mit „Die Zukunft kennt kein Morgen“ zeigte Peter Terrid zu guter Letzt noch einmal eine Kostprobe seines ganzen Könnens, ein Roman, den man nur feiern kann!

Im Prinzip bringt das Heft um Atlan und die RA-Perfekt die Handlung nicht wirklich weiter. Stattdessen erlebt unser arkonidischer Held aber im Bann bizarrer Energiephänomene, die sich vom Jetstrahl von Alkordoom ausgehend verbreiten, aberwitzige und hochinteressante Zukunftsvisionen, in deren Schilderung Terrid ja sehr stark war. So wurde dieses Heft Ende 1987 geschrieben, 1992 legte er mit „Tage des Zorns“ ein noch stärkeres, ebenfalls in einer alternativen Realität spielendes Heft vor, das damals eine Art „Fiebertraum von ES“ schilderte.

Im Bann des Jetstrahls sieht sich Atlan in eine dystopische Zukunft versetzt, in der sieben Atlans (einer davon angeblich das Original, die anderen geklont oder robotisch) mittels einer Richtung Diktatur aufgestellten USO die Milchstraße beherrschen. Das Originelle daran ist, dass in dieser Episode der Aufwand an Energie, den es für einen Hyperraumflug braucht, immer größer wird. Eine Hyperkrise beendet schleichend die Kontakte per Hyperfunk und die Raumfahrt, der „Mauer-Effekt“ führt zu Schwarzen Jahren, in denen die Milchstraße um Jahrhunderte zurückfällt. Da hat Terrid - wenn Peter Griese ihm für dieses Heft freie Hand gegeben haben sollte, was ich annehme - mal eben ein Stück Zukunft der PR-Serie aus dem Ärmel geschüttelt; nämlich Hyperraum-Parese ab Band 1600 bzw. die Erhöhung der Hyperimpedanz ab ab Band 2200. Dazu kommt die faszinierende Begegnung mit einem Boten der Kosmokraten, die Atlan zum Ende des Heftes hin aber wieder (wie so oft) zu vergessen scheint. Das ist wohl auch besser so, denn was dieses Wesen Ultima da berichtet, passt nicht so recht zum kosmischen Modell, wie es die Hauptserie seitdem weiterentwickelt hat. Dass Kosmokraten sich quasi opfern und als „entropische Impulse“ einen neuen Urknall triggern müssen, damit sich die Evolution nicht wiederholt, ist zwar interessant, schränkt das weitreichendere Bild, das wir inzwischen von den Hohen Mächten haben, aber doch sehr stark ein. Immerhin begreifen wir zum Ende des Romans, dass die Sternenbrüder gerade Unmengen an Materie sowie die Hilfstruppen Dulugshurs mittels Jetstrahl hinter die MQs abstrahlen. Dadurch gefährden sie die Kosmokraten nicht, verhindern aber, dass sie in unserem Universum eingreifen können.

Interessant ist auch noch die Idee, dass immer vier Universen zu einer Art Cluster verbunden sind: Materie/Antimaterie, expandierend/ schrumpfend. Ich habe das Gefühl, so etwas später im Zusammenhang mit Tarkan noch einmal gelesen zu haben, bin mir aber nicht sicher. In jedem Fall hat Peter Terrid hier einen kosmischen, faszinierenden Roman vorgelegt, dessen Flair uns endlich mal ein bisschen nahebringt, an welchen Stellschrauben die Schwarzen Sternenbrüder da gerade drehen. Anhaltspunkte für die kommende Handlung ist der Gedanke, dass in den Zukunfts-Visionen jeweils nur ein Sternenbruder regiert und es möglicherweise zum Zwist zwischen beiden kommt. Und da ist noch die „Schwingung“ aus der Vergangenheit, die Neithadl-Off gespürt hat …..

Eine Fortsetzung der visionären Zukunftshandlung um die sieben Atlans gibt es übrigens in Terrids Taschenbuch 310 „Der Verrat des Orakels“ aus dem Jahr 1989.
Benutzeravatar
Yman
Zellaktivatorträger
Beiträge: 2098
Registriert: 6. März 2016, 08:48

Re: Klassiker-Zyklus: die Zeitchirurgen (800 - 850)

Beitrag von Yman »

Lumpazie hat geschrieben: 9. Oktober 2022, 11:36 Im Jahr 1987 erschien der Band 843 der Atlan-Heftserie:

Tuschkans Vermächtnis

von Arndt Ellmer
Grauer Lord hat geschrieben: 9. Oktober 2022, 11:52 Mit „Tuschkans Vermächtnis“ hat Arndt Ellmer einen dichten, spannenden Roman vorgelegt, bei dem man sich als erwachsener Leser auch mal wieder gut aufgehoben fühlte. Überhaupt war Ellmer in dieser Zeit eine absolute Stütze der dümpelnden Atlan-Serie, an einen missglückten Roman aus seiner Feder kann ich mich nicht erinnern. Dagegen aber an „kosmische Werke“ und Schlüsselromane wie die „Stelen von Torquan“ etwa. Man merkt seinen Romanen auch heute immer noch an, dass er ganz genau im aktuellen Handlungsstoff steckte. Das Porträt / Denkmal, dass Robert Straumann ihm in diesem Heft gesetzt hat, ist deshalb sehr passend und angebracht, optisch wirklich klasse!
Das gefällt mir auch alles sehr gut. Arndt Ellmer und mit ihm seine Leser können mit seinen Leistungen in der Atlan-Serie und diesem Schlusspunkt sehr zufrieden sein. Er war auf jeden Fall eine der Stützen der Serie. Mir hat der Roman auch sehr gut gefallen. Tuschkan findet hier ein würdiges Ende, auch wenn alles etwas schnell und plötzlich kommt, aber der Serie lief eben die Zeit davon.
Grauer Lord hat geschrieben: 9. Oktober 2022, 11:52Als Klammer der Handlung fungiert die Story von Bardoff, einem Wesen von jenem Planeten, auf dem Tuschkan einst nach dem Tod seiner Eltern aufgewachsen ist. Und wo das Missverständnis seinen Anfang nahm, dass Metagyrrus aka Zeitchirurgen für alles Elend in Tuschkans Leben sowie für das Aussterben der Hathor verantwortlich sind. Ellmer skizziert noch einmal, was wir in der Serie über Tuschkan so alles gelesen und möglicherweise wieder vergessen haben; solche Passagen finde ich gut, zumal der Zyklus an Kompliziertheit ja kaum zu überbieten ist.
Schön, dass es nicht mir alleine so ging. Ich fand den Zyklus auch sehr kompliziert und musste immer wieder überlegen, wer wann wo was zuletzt getan hat, was eigentlich die Ausgangslage war, usw. Ich fand allerdings auch, dass die Zeitchirurgen nun doch sehr schnell an Faszination einbüßen.
Grauer Lord hat geschrieben: 9. Oktober 2022, 11:52Es kommt zum geplanten Kontakt Tuschkans zu den Metagyrrus, die durch Atlans Auftritt nachdenklich geworden sind und ihre Manipulation durch die Schwarzen Sternenbrüder zu erkennen beginnen. Hier hätte ich es angebracht gefunden, nach all den Romanen seit dem erstmaligen Erwähnen der Zeitchirurgen auch mal etwas über ihr Wirken im Universum zu erfahren. Und sei es nur eine einzige Mission, auf der sie wirklich mal durch einen Eingriff in die Zeit Gutes getan haben. Oder was sie alles unternommen haben, die Entstehung der Bestien/Uleb zu verhindern. Oder woher ihre Supertechnik eigentlich kommt, als früheres Hilfs-Volk aus M-87. Da kommt aber leider rein gar nichts an Informationen, die Geheimnisse, auf deren Enthüllung ich seit dem Auftauchen von Modulmann und Vigpanderin Anfang des 700er-Zyklus gewartet habe, die gibt es wohl gar nicht bzw. waren von den Expos nicht mit Leben ausgefüllt worden. So bleibt am Ende noch der Transfer in die geheimnisvolle Zeitgruft unter dem Dom Kesdschan erwähnenswert, die ein „Analogon“ ist und dort von den Kosmokraten per Jetstrahl platziert wurde. Aha, wieder ein neuer Begriff, den es vorher nicht gab und der einfach so in den Raum gestellt wird, wieder Hokuspokus. Warum die Metagyrrus Technik der Mächte hinter den MQs nutzen dürfen - erneut ein Fragezeichen.
Ja, das sind wirklich alles gute Fragen. Das große Geheimnis um die Zeitchirurgen ... es bleibt ein Geheimnis. Viel Konkretes über ihr Wirken hat man nicht erfahren. Auch rückwirkend, mit dem Wissen, dass diese Einhörner aus M-87 dahinter stecken, kann man sich nicht viel erschließen. Es kann auch sein, dass Ewers sich hier in etwas verrannt hat. Die Zeitchirurgen sind nun auch irgendwie Manipulierte, die im Plan der Schwarzen Sternenbrüder eine mehr oder weniger bedeutende Rolle spielten. Tuschkans Vermächtnis, vielleicht besteht es darin, dass die Metagyrrus am Ende Atlan noch irgendwie zu Hilfe kommen, ansonsten ist der Roman einfach nur das Ende für Tuschkan und ein erster Auftritt Dulugshurs als Kämpfer, der einiges erahnen lässt, dass auch er von einem Ableger der Schwarzen Sternenbrüder kontrolliert wird. So wären wir wieder bei der Kompliziertheit des Zyklus, dies alles schlüssig aufzudröseln. Hier wäre ein Werkstattbericht, wie der Zyklus hinter den Kulissen von den Expokraten entwickelt wurde, sehr interessant, und es wäre sehr schade, wenn man das nie erfahren würde.
Lumpazie hat geschrieben: 16. Oktober 2022, 12:27 Im Jahr 1987 erschien der Band 843 der Atlan-Heftserie:

Tödliche Lebenswelt

von Harvey Patton
Grauer Lord hat geschrieben: 17. Oktober 2022, 11:32 Harvey Pattons Roman „Tödliche Lebenswelt“ hat mir sehr gut gefallen. Das fängt schon rein optisch mit einem stilechten Jonny-Bruck-TiBi an, gefolgt von der sehr gut gelungenen RZ des Walschiffes KRAMONDH. Auch Roberts Impression von Patton, garniert mit Neithadl-Off und dem Modulmann, machen das Heft zu einer gelungenen Sache.
Ich finde das Heft auch sehr gelungen, inhaltlich vom Roman her, Patton hat mich hier auch ein wenig positiv überrascht, aber auch bildlich über Titelbild, Illustrationen und Risszeichnung.
Grauer Lord hat geschrieben: 17. Oktober 2022, 11:32 Inhaltlich gehtˋs um das Thema Zgmahkonen, das uns alle ja bisher nicht so vom Hocker gerissen hat. Diesmal wird aber eine Szenerie geschildert, die uns die Wesen aus dem Dakkardim-Ballon etwas näher bringt als bisher, sie nicht mehr als absolut eindimensionale Bösewichter erscheinen lässt. So zerstört eine kleine Vorhut der Amphiebienwesen zwar weiterhin alles, was ihnen im Zentrum von Alkordoom unter die Kanonen kommt und betrachten das zynisch auch noch als „Übung“; ein bitterer Vorgeschmack auf das, was dem Universum blüht, wenn die 100 000 Raumer Dulugshurs erst aus dem Temporalsumpf in die Gegenwart gelangt sind. Im Hintergrund steht aber die Gefahr, dass die gesamte Existenz dieses Volkes im Dakkardimballon gerade dabei ist zusammenzubrechen. Das Walschiff KRAMONDH sollte deshalb tiefschlafende Frauen sowie 10 Millionen befruchtete Eizellen in die Sicherheit des Normaluniversums bringen, damit die Spezies irgendwie überleben kann. Sehr gut fand ich es, dass Atlan ihnen nach dem Desaster mit der mutierten Gemeinschaftsintelligenz auf der Lebenswelt Shummut-El Hilfe anbietet, um dieses Gen-Material nicht komplett untergehen zu lassen. Eine überraschende Wendung, die mir gut gefällt.
Diese überraschende Wendung gefiel mir auch sehr gut. Anfangs hatte ich keine Vorstellung, worauf der Roman eigentlich hinauswill, auch wenn die Risszeichnung einen ersten Hinweis gab, aber ich konnte es mit dem Titel und dem Titelbild nicht gleich in einen Zusammenhang bringen. Dass dann aber tatsächlich die Zgmahkonen mehr oder weniger selbstverschuld so deutlich ins Hintertreffen und in ernste Gefahr als Volk auszusterben geraten würden, gab dem Roman einen richtigen Biss.

Atlans Eingreifen ist schwer zu beurteilen. Was kann die STERNSCHNUPPE eigentlich wirklich? Sie ist kein echtes Kosmokratenschiff, ihre Technik sicher fortschrittlich, sie ist aber eben auch keine SOL, sondern fast nur eine bessere Space-Jet. Hin und wieder aber wurde sie als wirklich kampfstark dargestellt. Hier eher weniger. Es reicht meist nur, mit dem Antimateriewerfer kurzfristig Schutzschirme aufzureißen, was eigentlich kaum Sinn macht, wenn man Antimaterie wörtlich versteht. Es müsste eher Antienergie sein.

Jedenfalls war das Walschiff eine sehr interessante Idee.

Erstaunt hat mich die Nennung des Begriffs Taschkalir als arkonidischem Wort für "Wächterin". Ist das eine Eigenschöpfung Pattons? Darf ein Autor sich einfach so etwas aus den Fingern saugen? Hat Rainer Castor das übernommen? Gilt das immer noch?
Grauer Lord hat geschrieben: 17. Oktober 2022, 11:32 Ich hätte mir allerdings gewünscht, dass Atlan bei seinen vielen Gedanken und Unterhaltungen mit dem Extrasinn auch mal an die Ligriden denkt, die ja von den Hyptons aus Genmaterial von Zgmahkonen gezüchtet wurden. Sie waren mit ihrer Philosophie von Gwyn und Gward sowie der ganzen, künstlich aufgeprägten Identität eines der stärksten Völker des Zyklus, finde ich; statt immer nur wieder über die Maahks zu sinnieren (von Patton fälschlich als vierarmig beschrieben), wäre ein gedanklicher Schwenk zu den Ligriden und wie sie sich möglicherweise mit den Zgmahkonen vertragen hätten, spannender gewesen. Generell finde ich auch, dass die Bedrohung durch Dulugshur und die riesige Flotte nicht richtig zu den wahnsinnigen Plänen der Sternenbrüder passt, die ja auf einer ganz anderen Ebene die Kosmokraten angreifen wollen. Was soll da eine Raumflotte ausrichten, so groß sie auch sein mag?
Der Vergleich mit den Maahks hat meiner Ansicht nach auch wenig gebracht. Das Thema Ligriden wäre sehr viel passender gewesen, aber mir hat auch einfach eine bessere Darstellung der Gegenseite gefehlt, ein paar Figuren auf Seite der Zgmahkonen, für die das ganze Geschehen eigentlich wesentlich dramatischer war als für Atlan, der ja nicht unmittelbar selbst betroffen war und seinen im persönlich völlig unbekannten Feinden auch nicht unbedingt hätte helfen müssen. Natürlich kann Atlan nicht einfach zusehen, aber für die Leser wären zgmahkonische Figuren, die das Desaster erleben, interessanter gewesen. Eine der größten Schwächen des Zyklus, der meisten einzelnen Romane, der ganzen Serie, war oft das Fehlen interessanter Figuren.

Davon abgesehen war der Roman spannend und interessant. Was die riesige Raumflotte eigentlich soll, frage ich mich auch. Vielleicht soll sie einfach nur eine Art Security darstellen, die verhindern soll, dass der große Plan der Sternenbrüder noch irgendwie von außen vereitelt wird, z.B. durch eine kosmokratische Eingreifflotte, was ich mir aber auch nur schwer als tatsächliche Erklärung vorstellen kann.

Theoretisch kann aber jetzt auch einfach nur Dulugshur persönlich irgendwie besiegt und die Invasionsflotte wieder von Atlan umgedreht werden. Ich habe da wirklich keine Ahnung was kommt, würde aber auf einen Zweikampf spekulieren: Auf der einen Seite Atlan, durch Chybrain verstärkt, auf der anderen Seite Dulugshur, verstärkt durch einen Ableger der Sternenbrüder.

Grauer Lord hat geschrieben: 17. Oktober 2022, 11:32Ansonsten fand ich die die Schilderung der blauhäutigen Nachrichtensprecherin auf Jup III zu Beginn des Romans noch sehr originell; musste bei der offenherzigen Beschreibung erstmal nachschauen, ob das Heft nicht doch von Hans Kneifel verfasst wurde. Dass Neithadl-Off und Goman-Largo eher zurückhaltend eingesetzt wurden, fand ich in Ordnung, von den beiden habe ich inzwischen doch genug gelesen.
Das Problem ist auch ein wenig, dass etliche Figuren im Zyklus immer wieder einfach mitgeschleppt werden. In diesem Roman kommen Neithadl-Off und Goman-Largo mit ihren Quintadim-Werfern Atlan in einer brenzligen Situation zuhilfe, sie sind irgendwie da, irgendwie mehr oder wenig an diesem oder jenem beteiligt, aber doch eigentlich überflüssig. Die Nachrichtensprecherin ... klar, schon sehr originell, aber als Figur auch maximal kurzlebig. Zugegeben, es ist auch schwierig, aus wenig, z.B. aus kurzen Auftritten von Nebenfiguren, viel zu machen.
Lumpazie
Kosmokrat
Beiträge: 4812
Registriert: 25. Juni 2012, 21:49
Wohnort: Neben der Furth von Noricum

Re: Klassiker-Zyklus: die Zeitchirurgen (800 - 850)

Beitrag von Lumpazie »

Lumpazie hat geschrieben: 23. Oktober 2022, 13:01 Im Jahr 1987 erschien der Band 845 der Atlan-Heftserie:

Die Zukunft kennt kein Morgen

von Peter Terrid

Bild

Innenillustration:

Bild

Spoiler:
Handlung:

Die RA-perfekt befindet sich noch in der Nähe von Shummut-El. Als Atlan in die Zentrale kommt, sieht er zu seinem Entsetzen auf einem Bildschirm, dass auf dem Planeten ein Atombrand wütet. Raanak teilt dem Arkoniden mit, er habe keine andere Möglichkeit gesehen, die gefährliche Gemeinschaftsintelligenz für alle Zeiten auszuschalten.

Eine weitere Neuigkeit ist, dass sich Zeitchirurgen an Bord der Werftplattform befinden. Zwanzig Metagyrrus sind mit Tuschkans Beiboot angereist, kurz bevor die RA-perfekt nach Alkordoom gebracht worden ist. Unter ihnen befinden sich Ban-Shuddar und Ban-Kabbir. Sie haben Tuschkans Leichnam mitgebracht und berichten, wie der Hathor im Dom Kesdschan sein Ende gefunden hat.

Der Opfertod des Wesens, dass über Jahrtausende hinweg ein erbitterter Gegner der Zeitchirurgen war, hat bei den Metagyrrus einen Sinneswandel ausgelöst. Sie wollen künftig keine Zeitmanipulationen mehr durchführen und sich in den Dienst des Friedens stellen.

Als Atlan sie nach Rhuf fragt und wie man dorthin komme, erzählen die Metagyrrus von einer alten Legende. »Ein Fenster zeigt in alle Zeiten, wenn der Jet von Alkordoom das Licht der blauen Blume gebiert.« Der Jet kann nur der Jetstrahl sein, erkennt der Arkonide. Was aber bedeutet der Rest?

Atlan sucht die astronomische Abteilung der Werftplattform auf. Er lässt sich eine überlichtschnell ermittelte Ansicht des Jetstrahls zeigen. Nachdem der zuständige Techniker ein wenig an den Einstellungen gearbeitet hat, zeigt sich, dass der Strahl deformiert ist und in wechselnden Blautönen leuchtet. Neithadl-Off vermutet, dass es an sechsdimensionalen Energien liegt. Außerdem ergeben Messungen, dass die Barrieren um den Nukleus nicht mehr existieren. Gleiches gilt für das Nukleat.

Der Aktivatorträger würde am liebsten sofort zum Jetstrahl aufbrechen, um sich ein genaues Bild von der Lage zu machen. Mit dieser Ansicht steht er jedoch alleine da. Erst als er droht, auch ohne die anderen zu fliegen, ändern Neithadl-Off und Goman-Largo ihre Ansicht. Da sie Atlan ohnehin gefolgt wären, ist es besser ihn gleich zu begleiten. Schließlich ist auch Raanak einverstanden. Also bricht die RA-perfekt auf zum Ursprung des Jetstrahls.

Die Reise gestaltet sich schwierig, wie zu erwarten gewesen ist. Diverse Phänomene behindern immer wieder den Flug, die Naturgesetze scheinen zeitweise außer Kraft gesetzt. Trotzdem fordert der Arkonide eine weitere Annäherung. Dann bemerkt Neithadl-Off eine drohende Zeit-Torsion und Atlan glaubt in eine unendlich Schwärze zu stürzen.

Im Jahr 172 nach einer unbekannten Zeitrechnung erwacht Atlan an Bord der AGRIPPA. Wie sich bald herausstellt, hält man ihn für einen von sieben Atlans, man spricht ihn als Erhabener an und Perry Rhodan ist sein Feind.

Als der Arkonide sich mit der Geschichte vertraut macht, erfährt er, dass seit dem Jahr 622 NGZ nach und nach sämtliche Hypertechnik zunächst immer mehr Energie erforderte und später komplett ausfiel. Das Phänomen betraf nicht nur die Milchstraße, sondern Galaxien in weitem Umkreis. Dies hat zu einem völligen Zusammenbruch der bekannten politischen Strukturen geführt. Auf vielen Planeten fiel die Versorgung mit lebensnotwendigen Dingen aus.

Verantwortlich gemacht für diese »Hyperkrise« wurde Perry Rhodan. Man sah es als Racheaktion einer Superintelligenz oder ähnlichem an dem Terraner. Er wurde abgesetzt, konnte aber noch von Terra fliehen. Parallel dazu wurde eine neue USO gegründet unter der Aegide von Atlan. Diese versucht die Auswirkungen abzumildern und den Leuten zu helfen, wo es ging. Dadurch wurde der Arkonide mehr und mehr zum Heilsbringer, ein regelrechter Kult entstand.

Nach 256 Jahren klang das Phänomen langsam ab. Die USO war jetzt der beherrschende Machtfaktor in der Milchstraße, Atlan der starke Mann. Unter dem Deckmantel der Demokratie wurden immer mehr Notstandsgesetze verabschiedet, die dem Arkoniden schließlich größtmögliche Macht zufallen ließen, so er denn wollte. Er hatte sich zum Diktator im Wartestand aufgeschwungen, ohne dass es den Leuten bewusst wurde. Das konnte sich jedoch binnen Stunden ändern.

Um seinen zahlreichen Aufgaben gerecht zu werden, ließ Atlan vor rund einhundert Jahren sechs Kopien von sich anfertigen, zwei Klone, zwei Androiden und zwei Roboter. Während sich seitdem drei der sieben um die Regierungsgeschäfte kümmern, nehmen drei weitere Repräsentationsaufgaben wahr. Der letzte ist die Reserve für Notfälle.

Auf der AGRIPPA wird Atlan informiert, dass man »diesen Rhodan« auf Dark Moon gesichtet hat. Der Arkonide sieht die Chance, mehr zu erfahren und vielleicht den Freund zu überzeugen, dass er ein anderer Atlan ist. Er lässt Dark Moon ansteuern.

Unterwegs hat der Arkonide ein Bildfunk-Gespräch mit einem gewissen »Atlan«. Dieser erkennt schnell, dass sein Gegenüber keiner der sieben ist. Aber auch dem frisch erwachten Arkoniden wird einiges klar. Während er sich in Alkordoom befand, müssen die Kosmokraten ein Double zum Orakel von Krandhor gemacht haben. Dieses Double ist der »neue« Ur-Atlan, von dem wiederum sechs weitere Kopien erzeugt wurden.

Auf der AGRIPPA weist Atlan die Crew an, sämtliche Funkverbindungen zu kappen, der Flug nach Dark Moon wird fortgesetzt. In Zielnähe fliegt der Arkonide allein in einem Ein-Mann-Jäger weiter. Er erreicht sein Ziel jedoch nicht, denn plötzlich erscheint Gucky in der Pilotenkanzel und teleportiert mit ihm zu Perry Rhodan.

Den alten Freund zu überzeugen stellt sich als unmöglich heraus. Die einzig sichere Methode der Identifikation wäre es, den Zellaktivator einer anderen Person anzulegen und zu sehen ob sich bei dieser ein explosives Zellwachstum wie einst bei Thomas Cardif einstellen würde. Leider ist die Frist, die Atlan ohne Zellaktivator bliebe, deutlich zu kurz, um derartige Erkenntnisse zu gewinnen.

Die Gespräche haben einen toten Punkt erreicht. Als dann auch noch Rhodans Stützpunkt angegriffen wird, schießt der Terraner.

An Bord der RA-perfekt sieht sich Atlan mit einem Chaos aus Spukgestalten konfrontiert, entsprungen den Träumen seiner Begleiter. Er erinnert sich an die letzten so real wirkenden Erlebnisse. Was waren sie – nur ein Traum oder potentielle Realität? Kurze Zeit später findet er sich, erneut in die Zukunft versetzt, auf irgend einem Planeten in Alkordoom wieder.

Erwacht auf einer idyllischen Wiese, stößt Atlan bald auf einen ebenso freundlichen wie mundfaulen Farmer namens Gams, der ihn in einem eher primitiven Gefährt in die nächste Stadt mitnimmt. Vorbei an einem Torposten, der den Arkoniden zu dessen Überraschung anstandslos passieren lässt, begibt er sich zu einem zentralen Platz.

Das auffälligste Gebäude ist ein Tempel, den der Aktivatorträger gleich darauf betritt. Im inneren befindet sich ein Planetarium. Der Name Aytakur drängt sich Atlan plötzlich auf. Er ist es der hier angebetet und verehrt wird. Wenig später wird der Arkonide festgenommen.

Vor Gericht stellt sich heraus, dass man ihm eigentlich kein Fehlverhalten vorwerfen kann. Jedoch, er ist anders, kein Teil der Gemeinschaft. Grund genug, ihn der Gottheit zu opfern, wie die Richterin meint.

Atlan erkennt, dass Aytakur selbst dieses Urteil gefällt hat, denn Aytakur ist alles, er ist sowohl diese Galaxie wie auch jeder ihrer Bewohner. Es ist die perfekte Herrschaft, denn wer rebelliert schon gegen sich selbst? Der Arkonide hingegen ist von außen eingedrungen, deswegen wurde er als nicht zugehörig erkannt.

Im Planetarium stößt eine Wache den Aktivatorträger in die Projektion des Jetstrahls hinein. Für einen Moment glaubt er, wieder auf der Werftplattform der Paddler zu sein, denn erneut tobt das Chaos um ihn herum. Ein endloser Sturz folgt, unsanft von festem Boden gestoppt – ein Trümmerteil eines Planeten auf dem Weg in den Jetstrahl.

Hinter dem Arkoniden landet plötzlich ein Raumschiff. Eine aus nicht zusammenpassenden Teilen künstlich erschaffene Gestalt kommt aus einer Luke. Sie stellt sich als Ultima Ratio vor und freut sich, Perry Rhodan gefunden zu haben. Atlans Einwände tut sie als nichtig ab und erzählt ihm über die Kosmokraten und ihr Dasein.

Es gibt immer vier zusammen gehörende Universen, ein expandierendes, ein kontrahierendes und analog zu diesen zwei Anti-Universen. Fällt ein Universum in sich zusammen, so sind dessen Kosmokraten gefordert sich zu opfern, damit aus der Gesamtheit von allem eine neue Schöpfung entsteht. Tun sie das nicht, so bleibt ein Teil des alten Universums erhalten. Nach unzähligen Zyklen führt dies unweigerlich zum Stillstand, weil irgendwann genau dasselbe Universum wieder neu entsteht.

Durch die Aktionen der psionischen Pakete EVOLOS droht ein Bereich der Stabilität innerhalb des Universums zu entstehen. Die geplante Invasion durch Dulugshurs Flotte und andere Streitkräfte über die Zerobrücke kann zwar nicht die Kosmokraten gefährden, aber ihr künftiges Eingreifen verhindern.

Außerdem gibt es noch etwas, dass den Wesen jenseits der Materiequellen Sorgen bereitet. Sollte die Menschheit eines Tages die Stufe eines Kosmokraten erreichen, so sei zu befürchten, dass dieser die eigene Existenz über die Schöpfung stelle, so Ultima.

Während Atlan noch versucht, das Gehörte zu verarbeiten, findet er sich plötzlich an Bord der RA-perfekt wieder. Die Situation hat sich normalisiert, aber allen haben die Träume zugesetzt. Als sie darüber sprechen, stellt sich heraus, dass jeder einen Traum hatte, in dem Alkordoom von einem der psionischen Pakete beherrscht wird – von genau einem, niemals beide zugleich. Vielleicht bietet das einen Ansatzpunkt…

Neithadl-Off hat noch etwas anderes erlebt, sie hat eine Schwingung aus ferner Vergangenheit gespürt, die ihr bekannt vorkommt.
Der obige Text und Bilder wurde per GNU-Lizenz der Perrypedia entnommen.
Robert Straumann hat mir zu diesem Roman und seinen Innenillus noch folgende Zeilen zukommen lassen, die ich Euch nicht vorenthalten möchte :st:

Robert schreibt:


Zu dem Portrait von Peter Terrid gäbe es vielleicht noch folgende Erklärung: Was Peter Terrid betrifft kann ich unserem Foristen Grauer Lord nur zustimmen. Seine alternativ Versionen, des Perry Rhodan Universum, sind absolut toll geschrieben. Das beinahe surreale hat mich bewogen, das Portrait über ihn auf diese Weise zu gestalten. Wie allgemein bekannt, heisst er mit bürgerlichem Namen Wolfpeter Ritter. Das gab mir die Idee, die Nase und den Schnurbart als Ritterrüstung darzustellen. Ausschlaggebend war eine Ausstellung im Historischen Museum von Basel, welche diverse Rüstungen zeigte. Da hat sich fast automatisch ein Bild ergeben. Der Adlerkopf als rechtes Auge, die technischen und organischen Struckturen sind dann eher Beiwerk, um dem Portrait Form zu geben. Als "Realvorlage" diente ein s/w Autogrammkarte.

Bild

Die zweite Illustration ist ein etwas idealisiertes Selbstportrait. Das Original ist 70 x 100 cm gross mit einem anderen Hindergrund, welcher sich damals drucktechnisch nicht realisieren liess. Wenn es klappt schicke ich Dir dazu noch ein Foto. Qualitativ nicht gerade berrauschend und Du kannst selbst entscheiden ob es verwendbar ist.


Bild

Auch zu den Vorgängerromanen hat Robert noch Infos:

Der Aktualität wegen möchte ich Dir noch 2 fehlende Illustrationen schicken. Das im Anhang gehört zu Band 843 und zeigt symbolisch Tuschkans Wandlung.

Bild

Es wäre für Band 844 und zeigt ATLAN, wie er über die vielen gegnerischen Verluste (Kreuz mit typischem Zgmahkonen Kopfschmuck) nachdenkt.


Bild
Lumpazie
Kosmokrat
Beiträge: 4812
Registriert: 25. Juni 2012, 21:49
Wohnort: Neben der Furth von Noricum

Re: Klassiker-Zyklus: die Zeitchirurgen (800 - 850)

Beitrag von Lumpazie »

Im Jahr 1987 erschien der Band 846 der Atlan-Heftserie:

Planeten des Zufalls

von Hans Kneifel

Bild

Innenillustration:

Bild

Bild


Handlung:

Es beginnt mit einem Abschied. An Bord der HORNISSE erkennt der Vermes Shah Run Tai bei einem Blick auf den Bildschirm eine Sternkonstellation wieder. Er ist sich sofort sicher, dass um eine der Sonnen der Planet Rasheeyl kreist. Rasheeyl ist eine Welt, zu der schon etliche Vermes gepilgert sind, auch Shah wünscht sich dort zu leben.

Colemayn, der selbst schon seit einigen Wochen plant, sich wieder in sein Zeitversteck zurückzuziehen, ist gerne bereit, dem Wunsch des Freundes nachzukommen. Tatsächlich finden sie Rasheeyl an der erwarteten Position und, reich bepackt mit dem, was die HORNISSE entbehren kann, verlässt Shah Run Tai nach vielen Abenteuern seine Gefährten. Er hat sein Glück gefunden und wird bald Nachwuchs zur Welt bringen.

Die RA-perfekt befindet sich immer noch in der Nähe des Jetstrahls, steckt jedoch in einer Zeitwabe, wie Neithadl-Off und Goman-Largo die Umgebung nennen. Die Besatzung ist ziemlich am Ende mit den Kräften. Wieder und wieder ist sie von furchtbaren Alpträumen geplagt worden, die eine düstere Zukunft verheißen.

Die Zeitwabe weist Änlichkeiten auf mit einer gigantischen, rund einhundert Lichtjahre durchmessenden Dyson-Sphäre. In ihr treibt eine Vielzahl riesiger geometrischer Körper, keiner kleiner als ein veritabler Mond. Das Material dieser Objekte widersteht auch nach zwei Tagen jedem Versuch es zu bestimmen.

Neithadl-Off fühlt sich an etwas erinnert, zudem behauptet sie, es müsse irgendwo eine Zentrumssektion existieren. Dann fällt es ihr ein, sie hat während ihrer Ausbildung zur Parazeit-Historikerin in kleineren Räumen dieser Art trainiert. Die Sphäre ist eine Kosmische Multiweiche, die in diverse parallele Zeitebenen führt, und sie müssen nach einer Kugelform mit einem Labyrinth suchen.

Die gesuchte Kugel erweist sich als Irrgarten von der Größe eines Riesenplaneten. Einfach mit der Werftplattform hineinzusteuern erscheint zu riskant, daher fliegen Atlan und Neithadl-Off mit einem Beiboot voran. So will man verhindern, steckenzubleiben oder unnötige Umwege nehmen zu müssen.

Während des Fluges schüttet die Vigpanderin ungewohnt offen ihr Herz aus. Sie spricht über ihre Beziehung und ihre Liebe zu Goman-Largo. Sie träumt davon, ein Kind mit dem Tigganoi zu haben, weiß aber gleichzeitig wie aussichtslos dieser Gedanke ist.

Als sie durch das Labyrinth fliegen, fällt der Parazeit-Historikerin ein, dass es sich bei der Kugel um einen organischen Computer handelt. Schließlich erreicht das Beiboot, gefolgt von seinem Mutterschiff, eine Hohlkugel. Neithadl-Off weiß plötzlich, dass dies der Startpunkt der Multiweiche ist, am Rand des Hohlraum befinden sich Meldeeinrichtungen, von denen aus man den Computer kontaktieren kann. Dort hat sie früher ihre Erkenntnisse und Aufzeichnungen weitergegeben.

Die Vigpanderin steigt aus und spricht mit dem Computer, der sie als zugangsberechtigt erkennt, und überzeugt ihn, der RA-perfekt über einen Zeitfaden eine Passage in den freien Raum zu ermöglichen. Der Computer sagt ihr zu, die Werft zu einem paradiesischen Planeten in der Sonnensteppe zu schicken.

Die HORNISSE landet auf dem Planeten Archaic Palace. Bei einer Erkundung des Planeten entdecken zwei Jukter einige Ruinen. Als Colemayn diese näher in Augenschein nimmt, findet er Inschriften seines Volks, der Evroner, Sie weisen den Weg zu einem Pedotransmitter, der ihn zu einem Omirgoskristall bringen kann.

Der Sternentramp verabschiedet sich von der Mannschaft der HORNISSE, das Raumschiff wird nach Crynn zurückkehren, Dann betritt er den Transmitter. Als er materialisiert steht er in einem planetengroßen Omirgoskristall. Er beschließt, sich ein letztes Mal ins Unbekannte zu stürzen, bevor er sein Zeitversteck aufsucht.

Statt in der Sonnensteppe materialisiert die RA-perfekt in einem anderen Universum dicht über einem Wüstenplaneten. Obwohl die Triebwerke unter Volllast laufen, bringen sie nicht den gewohnten Schub. Die Werftplattform kann der Anziehungskraft des Planeten nicht trotzen, sie muss landen, was dank der Antigravaggregate ohne großartige Schäden gelingt. An einen Start ist jedoch nicht zu denken, sie sind auf Kalahari-Planet, wie Atlan die unbewohnte Welt tauft, gestrandet.

Kurz nach der Notlandung meldet ein Techniker, dass Hyperimpulse zu empfangen sind. Da auch die Triebwerke sämtlicher Beiboote ausgefallen sind, lässt Raanak vier Roboter mit Raupenketten bereit machen. Atlan und Goman-Largo wollen damit den Ursprungsort der Signale erkunden. In der Zwischenzeit wird Neithadl-Off versuchen, über den Zeitfaden Kontakt zu dem Computer zu bekommen, der sie in diese Lage gebracht hat.

Auf ihrem Weg kommen die beiden Männer an einer Ruinenstadt vorbei. Als sie die Stadt fast erreicht haben, beginnen die Ruinen langsam zu wachsen. Als liefe die Zeit rückwärts werden die Schäden immer geringer. Als sie die Siedlung wieder verlassen, beginnt auch das Land sich nach und nach zu beleben. Erste Pflanzen tauchen auf.

Am Herkunftsort der Hyperimpulse ist nichts zu finden, die beiden kehren wieder um. Erneut erreichen sie die ehemalige Ruinenstadt, diese ist inzwischen völlig intakt und sogar bewohnt. Insektenwesen mit gezähmten Sauriern greifen mit Wurfwaffen an. Im Schutz ihrer Energieschirme können die Roboter mit ihren Passagieren diesen Angriffen aber ohne Probleme widerstehen.

Als die Maschinen die RA-perfekt erreichen, beginnt sich hinter ihnen ein Sandsturm aufzutürmen. Was zunächst nach einem Tornado aussieht, nimmt schließlich menschenähnliche Form an. Je mehr sich die Sandkörner verdichten, umso bekannter kommt Atlan die Gestalt vor. Kurz bevor sie die Schutzschirme der Werftplattform erreicht, schrumpft die Figur schließlich auf Mannshöhe zusammen. Es ist Colemayn.

Der Sternentramp erklärt Atlan, dass sie sich auf einem gigantischen Omirgos-Kristall befinden. Atlan erklärt ihre Lage und auch, dass Neithadl-Off bei ihrem Gespräch mit dem Computer noch nichts erreicht hat. Sein alter Freund meint, man solle ihm die Verhandlung überlassen, schließlich spreche er für einen ganzen Planeten.

Unterstützt von der Kraft des Omirgoskristalls erreicht der Sternentramp tatsächlich, dass der Computer sich bereit erklärt, die RA-perfekt zurückzuholen, sobald die Vigpanderin das Kommando gibt. Bevor es soweit ist, möchte Colemayn aber noch eine private Unterhaltung mit Neithadl-Off und Goman-Largo führen. Es wird ein langes Gespräch. Dann verabschiedet sich der Sternentramp.

Wieder schwebt Raanaks Werft im Hohlraum inmitten des organischen Computers. Dieser teilt mit, dass Colemayn ihm eine Belohnung versprochen habe – einen idealen Parazeit-Historiker. Neithadl-Off und Goman-Largo offenbaren, dass dieses Wesen aus ihren Körpern entstehen soll. Sie beide werden ihrer Liebe Ausdruck verleihen, indem sie sich zu einer Einheit verschmelzen lassen. Hand in Tastfinger verlassen sie ein letztes Mal die RA-perfekt.

Rund siebzig Stunden später betritt ein androgyner Humanoide mit einigen Äußerlichkeiten, die stark an die Vigpanderin erinnern, die Zentrale der Werftplattform. Das Wesen verfügt über das Wissen und die Erfahrungen seiner Eltern, aber es hat noch keinen Namen. Atlan schlägt Kingroli vor – KINd GROsser LIebe. Der Vorschlag wird angenommen, zumindest vorläufig.

Bevor Kingroli sich zurück in den Computer begibt, wird er noch dafür sorgen, dass die Werftplattform die Zeitwabe verlassen kann.

In seinem Zeitversteck macht sich Colemayn daran, Ylmuth aus ihrem Tiefschlaf zu wecken. Mit ihr will er die nächste Zeit genießen und sich ausgiebig erholen. Ob er jemals wieder aufbrechen wird zu neuen Abenteuern, steht in den Sternen.

Der obige Text und Bilder wurde per GNU-Lizenz der Perrypedia entnommen.
Benutzeravatar
Yman
Zellaktivatorträger
Beiträge: 2098
Registriert: 6. März 2016, 08:48

Re: Klassiker-Zyklus: die Zeitchirurgen (800 - 850)

Beitrag von Yman »

Lumpazie hat geschrieben: 23. Oktober 2022, 13:01 Im Jahr 1987 erschien der Band 845 der Atlan-Heftserie:

Die Zukunft kennt kein Morgen

von Peter Terrid
Lumpazie hat geschrieben: 29. Oktober 2022, 22:43 Im Jahr 1987 erschien der Band 846 der Atlan-Heftserie:

Planeten des Zufalls

von Hans Kneifel
Mir fällt zu beiden Romanen leider nicht sehr viel ein. Es ist eine Zeit des Abschiednehmens. Jeder Autor liefert nach und nach seinen letzten Roman für die Serie, und immerhin, anscheinend wird auch für die meisten Figuren ein würdiger Abschied gesucht. Erst Tuschkan, und nun mit dem Kneifel-Roman auch für den Vermes, für Goman-Largo und Neithadl-Off, sowie für Colemayn alias Fartuloon.

Der Roman von Terrid geht nicht ganz in diese Richtung, aber er ruft in Erinnerung, dass es irgendwie anfangs ein Auftrag der Kosmokraten war, der den Zyklus startete, und dass es auch irgendwie immer noch um die Kosmokraten geht.
Grauer Lord hat geschrieben: 23. Oktober 2022, 16:14 Mit „Die Zukunft kennt kein Morgen“ zeigte Peter Terrid zu guter Letzt noch einmal eine Kostprobe seines ganzen Könnens, ein Roman, den man nur feiern kann!

Im Prinzip bringt das Heft um Atlan und die RA-Perfekt die Handlung nicht wirklich weiter. Stattdessen erlebt unser arkonidischer Held aber im Bann bizarrer Energiephänomene, die sich vom Jetstrahl von Alkordoom ausgehend verbreiten, aberwitzige und hochinteressante Zukunftsvisionen, in deren Schilderung Terrid ja sehr stark war. So wurde dieses Heft Ende 1987 geschrieben, 1992 legte er mit „Tage des Zorns“ ein noch stärkeres, ebenfalls in einer alternativen Realität spielendes Heft vor, das damals eine Art „Fiebertraum von ES“ schilderte.
Vieles bleibt halt trotzdem Spekulation. Ich war sehr verwundert, dass die letzten Romane den Zyklus kaum weiter brachten, und es fast schon wieder so aussieht, als ob im letzten Heft auf den letzten Seiten so nebenbei alles entschieden wird. Atlan hat zwar viele Informationen gewonnen, aber sonst ist er in keiner besonderen Position irgendetwas zu tun.

Aber nun gut, es ist ein würdiger Abschiedsroman von Peter Terrid, sicher an dessen Stärken als Autor angepasst.
Grauer Lord hat geschrieben: 23. Oktober 2022, 16:14Im Bann des Jetstrahls sieht sich Atlan in eine dystopische Zukunft versetzt, in der sieben Atlans (einer davon angeblich das Original, die anderen geklont oder robotisch) mittels einer Richtung Diktatur aufgestellten USO die Milchstraße beherrschen. Das Originelle daran ist, dass in dieser Episode der Aufwand an Energie, den es für einen Hyperraumflug braucht, immer größer wird. Eine Hyperkrise beendet schleichend die Kontakte per Hyperfunk und die Raumfahrt, der „Mauer-Effekt“ führt zu Schwarzen Jahren, in denen die Milchstraße um Jahrhunderte zurückfällt.
Das kam mir natürlich schon irgendwie bekannt vor. Es scheint wohl, dass viele Ideen lange Zeit vor sich hin schlummern, bis sie letztlich umgesetzt oder endgültig verworfen werden.
Grauer Lord hat geschrieben: 23. Oktober 2022, 16:14 Dass Kosmokraten sich quasi opfern und als „entropische Impulse“ einen neuen Urknall triggern müssen, damit sich die Evolution nicht wiederholt, ist zwar interessant, schränkt das weitreichendere Bild, das wir inzwischen von den Hohen Mächten haben, aber doch sehr stark ein. Immerhin begreifen wir zum Ende des Romans, dass die Sternenbrüder gerade Unmengen an Materie sowie die Hilfstruppen Dulugshurs mittels Jetstrahl hinter die MQs abstrahlen. Dadurch gefährden sie die Kosmokraten nicht, verhindern aber, dass sie in unserem Universum eingreifen können.
So ganz verstanden habe ich das nicht, aber es soll wohl noch mal verdeutlichen, dass die Gefahr real ist, und die Kosmokraten an ihrem Platz im Universum nicht unbedingt sicher sind.
Grauer Lord hat geschrieben: 23. Oktober 2022, 16:14Interessant ist auch noch die Idee, dass immer vier Universen zu einer Art Cluster verbunden sind: Materie/Antimaterie, expandierend/ schrumpfend. Ich habe das Gefühl, so etwas später im Zusammenhang mit Tarkan noch einmal gelesen zu haben, bin mir aber nicht sicher. In jedem Fall hat Peter Terrid hier einen kosmischen, faszinierenden Roman vorgelegt, dessen Flair uns endlich mal ein bisschen nahebringt, an welchen Stellschrauben die Schwarzen Sternenbrüder da gerade drehen. Anhaltspunkte für die kommende Handlung ist der Gedanke, dass in den Zukunfts-Visionen jeweils nur ein Sternenbruder regiert und es möglicherweise zum Zwist zwischen beiden kommt. Und da ist noch die „Schwingung“ aus der Vergangenheit, die Neithadl-Off gespürt hat …..
Es ist halt schade, dass vieles nur angedeutet wird. Der Zyklus, wäre er bis 900 weiter gelaufen, hätte noch vieles Interessante bringen können.
Grauer Lord hat geschrieben: 23. Oktober 2022, 16:14Eine Fortsetzung der visionären Zukunftshandlung um die sieben Atlans gibt es übrigens in Terrids Taschenbuch 310 „Der Verrat des Orakels“ aus dem Jahr 1989.
Interessant, wusste ich nicht, aber es dürfte auch schwer sein, an dieses Taschenbuch heranzukommen.

Zum Kneifel-Roman: Für mich steht er dem Vorgänger von Terrid in nichts nach. Bisher hatte ich mir über diese Omirgos-Kristalle nicht viele Gedanken gemacht, aber in gewisser Weise hat Kneifel sich hier für Fartuloon schon eine Art Nonplusultra ausgedacht, um Fartuloon ein sicheres Zuhause zu geben, und eine Möglichkeit jederzeit überall in der Handlung wieder aufzutauchen.

Die Lösung, die für Goman-Largo und Neithadl-Off gefunden wurde, gefällt mir nicht wirklich, so eine Chimäre, oder wie man das nennen soll, ist nicht mein Fall. Dass Neithadl-Off in der Serie auftauchte (Atlan 709) ist lange her, fast drei Jahre, und es ist auf jeden Fall eine der Figuren, die ich trotz allem sehr vermissen werde. Goman-Largo hingegen war mir nie besonders sympathisch.

Shah Run Tai, auch skurriles Alien, hatte nie eine besondere Bedeutung für mich oder den Zyklus, aber ich gönne es dem Vermes, dass er nun sein Paradies gefunden hat. Mit Kneifel als Autor hatte die Figur es stets gut getroffen.

Wie schon geschrieben, es ist eine Zeit des Abschiednehmens, und jeder Roman, untermalt von den Illustrationen, besonders auch der Autoren, hinterlässt ein Gefühl der Wehmut.
Grauer Lord
Plophoser
Beiträge: 322
Registriert: 1. Januar 2014, 13:41

Re: Klassiker-Zyklus: die Zeitchirurgen (800 - 850)

Beitrag von Grauer Lord »

Ja, über diesem Roman von Hans Kneifel liegt wirklich ein Hauch von Wehmut und Abschied, die Reise durch den Atlan-Kosmos steht kurz vor dem Ende. Am Anfang des Romans wird eine klassische Nebenfigur, der „Wurm“ Sha Run Tai, auf seinem Wunschplaneten abgesetzt. Neithadl-Off und Goman-Largo verschmelzen in der bizarren Athmosphäre einer Zeitwabe zur Chimäre Kingroli, dem „Kind großer Liebe“. Und Colemayn zieht sich via Omirgos-Transfer in sein geheimnisvolles Zeitversteck zurück, ohne seine Mission, Atlan zu unterstützen, wirklich zu beenden. Das finde ich seltsam, denn der ganze Auftritt als Sternentramp und später als Fartuloon diente doch dazu, Atlan zu schützen und bei seiner Mission zu helfen. Kurz vor Toresschluss in Alkordoom die Biege zu machen und zu den langbeinigen Frauen, Rotwein und Sauriern zurückzukehren, passt irgendwie nicht; auch wenn die Schilderung des Zeitverstecks wieder sehr ansprechend war und es eine Erklärung für Cokemayns Bezeichnung als Evroner gibt. Leider bleiben alle Geheimnisse Fartuloons, der Calurier selber, der wechselnden Körper-Masken, des Skarg etc., unbeantwortet. Hat mich damals sehr enttäuscht, immerhin ist aber in der Hauptserie in Zusammenhang mit den Kastellanen etwas Neues zu den Caluriern als Zweigvolk der Lemurer geboten worden. Eine never-ending Story des Perryversums.

Der eigentliche Handlungsort des Heftes ist die Zeitwabe, ein phantastisches Gebilde von der Art einer Dyson-Multisphäre, in dem sich ein planetengroßer „Computer“ befindet, in dessen Dockingstationen früher einmal Vigpanderinnen wie Neithadl-Off Informationen abgeladen haben. In ihrer Ausbildung, so erinnert sich unsere Märchenerzählerin auf einmal ganz konkret. Schon seltsam, dass zum Schluss unserer Geschichte hier noch der Ansatz von etwas Realem kommt, das die Vigpanderin betrifft. Da in hätte ich gerne mehr gelesen - und vor allem früher. Das ganze Thema Zeitwabe bleibt schwammig und wird nicht mit Hintergrund gefüllt, das können wir als geübte Leser wohl abhaken. Jetzt geht es nur noch um das große Finale und die Schritte bis dahin.
Lumpazie
Kosmokrat
Beiträge: 4812
Registriert: 25. Juni 2012, 21:49
Wohnort: Neben der Furth von Noricum

Re: Klassiker-Zyklus: die Zeitchirurgen (800 - 850)

Beitrag von Lumpazie »

Im Jahr 1987 erschien der Band 847 der Atlan-Heftserie:

Das ultimate Programm

von H.G. Ewers

Bild

Innenillustration:

Bild

Bild


Handlung:

Nach den von Kingroli erhaltenen Anweisungen steuert Raanak seine Werftplattform aus der Zeitwabe in den Intern-Kosmos. Die RA-perfekt gerät dabei in heftige Turbulenzen, die Zentralpositronik meldet schließlich drohende Materialermüdungen in der Mittelsektion und spricht davon, dass die suspendierte Animation gefährdet sei. Daraufhin verlässt Raanak fluchtartig die Zentrale.

Um die Mittelsektion haben die Paddler seit jeher ein Geheimnis gemacht. Atlan hat mehrfach versucht dorthin zu gelangen, wurde aber jedes mal mehr oder weniger geschickt davon abgebracht. Der Arkonide nutzt die Gelegenheit und folgt dem Chef der Paddler. Nach einiger Zeit endet der Weg des Aktivatorträgers jedoch vor einer massiven Wand – kein Hindernis für die Strukturläufer, aber undurchdringlich für Atlan.

Während er noch enttäuscht vor der Wand steht, erhält der Arkonide unerwartete Hilfe. Kingroli schaltet für ihn einen Durchgang durch eine andere Zeitebene. Schließlich erreicht Atlan eine Halle, in der sich eine große Zahl von Paddlern versammelt hat, die sofort eine drohende Haltung annehmen. Die Beschwichtigungsversuche des Arkoniden stoßen auf taube Ohren.

Plötzlich fällt dem Aktivatorträger ein, welches Geheimnis hier gehütet wird. Er beschimpft die Paddler als Narren, es wisse ohnehin jeder was hier verborgen sei – Paddlerfrauen. Es gebe also kein Geheimnis, fährt er fort, aber er könne helfen.

Atlan erfährt, dass die Frauen ursprünglich im Haremishad lebten, geheimen Planeten in Andromeda, die regelmäßig von Werftplattformen aufgesucht wurden. Dort wuchsen auch die Kinder auf, bis die Jungen alt genug waren, um in den Werften zu arbeiten. Während des Vernichtungsfeldzugs der Meister der Insel wurden diese Welten evakuiert.

Die energetischen Turbulenzen haben die suspendierte Animation schwer gestört. Um die 184 Frauen zu retten, bleibt nur sie aufzuwecken, erkennt Atlan. Es dauert jedoch, bis er auch die Paddler überzeugt hat. Dann läuft der Aufweckvorgang einwandfrei an.

Atlan plant, tief in der Vergangenheit ein Programm zu installieren, dass die Entstehung des Jetstrahls in Alkordoom verhindern soll. Die Zeitchirurgen, die zu Gast an Bord er RA-perfekt sind, befürchten, dass die Zeitspezialisten von Rhuf dies verhindern würden. Sie schlagen vor, Kontakt zu den Leuten von Rhuf aufzunehmen.

Der Nichtzeit-Bewahrer Ban-Shuddar kennt den Standort eines Geheimstützpunkts der Tigganois. Er rät aber dazu, mit einem kleinen Raumschiff dorthin zu fliegen, um die Besatzung nicht zu verschrecken. Raanak stellt das Beiboot KYNAITAN zur Verfügung, ebenso den Blitzmonteur Dartfur. Neben Ban-Shuddar schließt sich mit Ban-Kabbir ein weiterer Metagyrru Atlan an. Außerdem bittet der Zgmahkone Pago-Delh darum, mitfliegen zu dürfen. Gegen den Rat seines Extrasinns stimmt der Arkonide zu.

Nach einer Linearetappe empfängt man auf der KYNAITAN einen Notruf. Anima und Chipol werden gerettet, die bei der Rückkehr aus dem Temporalsumpf in einem Beiboot gelandet und anschließend von zgmahkonischen Raumschiffen gejagt worden, aber entkommen sind.

Dartfur lässt die letzte Linearetappe direkt in der Photosphäre der Sonne Tallahee enden, wo sich auch der gesuchte Stützpunkt der Tigganois befindet. Um einen möglichst hilfsbedürftigen Eindruck zu machen, verwandelt der Blitzmonteur die KYNAITAN anschließend in ein Wrack. Der Plan gelingt, mit einem Traktorstrahl werden die Überreste des Schiffes von der Station geborgen.

Der leitende Tigganoi heißt Nachim-Kussa, er erinnert Atlan stark an Goman-Largo. Als der Arkonide ihm offen berichtet, worum es geht, stößt er auf Unglauben. Nachim-Kussa lässt die Besatzung der KYNAITAN als Zeitverbrecher einsperren.

Während der Arkonide in seiner Zelle auf einen Gesinnungswechsel bei dem Tigganoi hofft, verschwindet plötzlich eine Wand, ein Durchgang zu einer riesigen Halle entsteht. Erneut hat Kingroli einen Weg geöffnet, er zeigt dem Aktivatorträger einen glasklaren Kubus mit einer Kantenlänge von etwa drei Metern. Es ist der Stein der Kosmischen Urkraft, der im Gral der Zeitwacht steht. Atlan sieht eine potentielle gemeinsame Zukunft der Zeitschule von Rhuf und der Zeitchirurgen. Der Arkonide bekommt eine Frist von dreißig Minuten, um sie Nachim-Kussa zu zeigen.

Mit den Kräften des Kubus gelingt es Atlan, Nachim-Kussa an diesen geheimnisvollen Ort zu bringen. Der Arkonide legt erneut seine Argumente dar und berichtet auch von der Herkunft Kingrolis und der möglichen Zukunft. Schließlich kann er den Tigganoi überzeugen, dass die Installation des Programms notwendig ist, ungeachtet eines daraus folgenden Zeitparadoxons. Als die Frist endet, bezeichnen sie einander als Freunde.

Mit der DURHUF, einem Raumschiff der Tigganois, geht es weiter. Nachim-Kussa und vier seiner Artgenossen haben sich der Gruppe um Atlan angeschlossen. Ban-Shuddar informiert die anderen, dass sie einen Nullzeit-Deformator benötigen. Dieser befindet sich in einem kleinen Internraum, den die Zeitchirurgen aus einer Sonne erzeugt haben, die kurz davor war, zum Schwarzen Loch zu werden.

Die Zeitmaschine ist deutlich aufwendiger gestaltet als ihr terranisches Pendant. Sie ist voll raumflugtauglich und verfügt sogar über Überlichttriebwerke. Die Reise in die Vergangenheit wird mehrfach abrupt unterbrochen. Spindelförmige Stationen der Tigganois zeichnen dafür verantwortlich. Nur dank der Unterstützung Nachim-Kussas kann der Nullzeit-Deformator seine Fahrt jedesmal fortsetzen. Atlans Extrasinn bemerkt, dass die Schwarzen Sternenbrüder ihre Zeitreisen vermutlich mit dem Einverständnis der Tigganois durchführen, sonst wären auch sie gestoppt worden.

Als sie die Zielzeit erreicht haben, müssen sie noch zu roten Zwergsonne fliegen. Auf dem einzigen, nur etwa mondgroßen Planeten steht die gesuchte Station der Metagyrrus. Von hier wurde einst der Intern-Kosmos in Betrieb genommen. Nach Aussage Ban-Shuddars bietet sie die einzige Möglichkeit, ein Sicherheitsprogramm zu installieren, dass aus der Realzeit aktiviert werden kann.

Von den fünfzehn Mitgliedern der Stationsbesatzung, alles Metagyrrus, lebt niemand mehr, sie haben sich offenbar vor längerer Zeit das Leben genommen. Die Installation des Programms dauert mehr als einen Tag. Die schützenden Codewörter kennt nur Atlan selbst.

Als die Gruppe sich wieder in ihrer Realzeit befindet und mit dem Nullzeit-Deformator den Internraum anfliegt, bemerkt Ban-Shuddar, dass etwas nicht stimmt. Um kein Risiko einzugehen, nimmt er eines der kleinen Beiboote der Zeitmaschine und fliegt allein voran. Er informiert die anderen noch über einen fremden Eindringling, dann bringt er den Internraum zur Implosion.

Eigentlich sollte die RA-perfekt schnellstens aufbrechen, Dartfur sorgt jedoch für eine Verzögerung. Er will sich um die Überreste von Tuschkans Roboter Movemunk kümmern und begibt sich deshalb mit einer Dimensionskapsel der Metagyrrus nach Khrat ins Analogon. Bevor der Blitzmonteur die Überbleibsel des Roboters ins Nichts strahlt, gibt dieser ihm noch eine Aufgabe für die Zukunft. Er soll sich um die Einhörner auf Mohenn kümmern, sie seien immer noch intelligent, benötigten aber einen Lehrer.

Bei einem Gespräch Atlans mit Ban-Kabbir offenbart der Metagyrru, dass die Aktivierung des Programms nicht so einfach ist, wie der Arkonide dachte. Um die nötigen Impulse abzustrahlen, muss er sich zu einer versteckten Schaltwelt begeben. Ban-Kabbir weiß nur, dass deren Name Kybodrom ist.

Über die Zeitwabe kehrt die RA-perfekt zurück nach Alkordoom, landet dort jedoch in völligem Chaos. Sie befindet sich inmitten der Invasionsflotte Dulugshurs. Heftige energetische Stoßfronten erschweren die Navigation. Atlan startet mit der STERNSCHNUPPE, dann verschwinden die zgmahkonischen Raumschiffe plötzlich. Aber auch die RA-perfekt meldet sich nicht mehr.

Anmerkung

Dass Anima und Chipol seit der Rückkehr aus dem Temporalsumpf (Atlan 834) verschollen waren, ist ein Fehler. Danach spielten beide bereits eine wichtige Rolle (Atlan 838).

Der obige Text und Bilder wurde per GNU-Lizenz der Perrypedia entnommen.
Benutzeravatar
Yman
Zellaktivatorträger
Beiträge: 2098
Registriert: 6. März 2016, 08:48

Re: Klassiker-Zyklus: die Zeitchirurgen (800 - 850)

Beitrag von Yman »

Lumpazie hat geschrieben: 6. November 2022, 11:54 Im Jahr 1987 erschien der Band 847 der Atlan-Heftserie:

Das ultimate Programm

von H.G. Ewers
Irgendwie endet der Roman im Chaos. Keine Ahnung, was los ist.

Ich kann nicht sagen, dass Ewers als Expokrat und Autor es mir in diesem Zyklus wirklich leicht gemacht hat. Vielleicht, wenn man alles akribisch aufarbeitet, sieht man wie die roten Fäden laufen, aber ich konnte mit dem Roman nichts anfangen. Manches erschien auch einfach überflüssig, besonders zu diesem Zeitpunkt. Sowohl auf die unsagbare Geschichte mit den Paddlerfrauen als auch auf die beiden Deus-ex-machina-Auftritte "Kingrolis" hätte ich gut verzichten können. Anstelle von Kingroli hätte es auch Chybrain getan, aber mir scheint Ewers Roman passt ohnehin nicht "passgenau" zu den unmittelbar zuvor erschienenen Romanen.

Das Zyklus-Ende wirkt leider nicht wie aus einem Guss. Während Arndt Ellmer und Hans Kneifel sich auf sehr achtbare Weise (von und mit ihren Figuren) verabschiedeten, kann ich das von Ewers nicht sagen. So ganz raus ist Ewers ja leider noch nicht, aber ich befürchte, was auch immer er mit dem Schlussband abliefern wird, es wird nicht besser sein als dieser Band. Bestenfalls kann noch Co-Autor und Co-Expokrat etwas retten.

Allmählich wird das Restprogramm zumindest vom Umfang her sehr übersichtlich:

848 Peter Griese
Götterdämmerung in Alkordoom - Die Zerobrücke wird aktiviert

849 Hubert Haensel
Offensive gegen Aytakur - Der Opfergang eines Roboters

850 H. G. Ewers und Peter Griese
Transfer - Er löst das Zeitparadoxon aus - und die Ewigkeit siegt

Irgendwie wird Atlan es am Ende schon richten. Ein paar Kräfte sind ja noch übrig, die Atlan aktivieren kann: RA-perfekt, die Celester mit ihren Schiffen, Chybrain, Anima, ... wahrscheinlich wird es eine Kombination aus mittlerer Raumschlacht und kleinem Kommandounternehmen, und der Zyklus endet irgendwie mit einem Reset per Zeitmaschine, was auch immer, ich hätte mir nur gewünscht, der Weg dahin wäre nicht so chaotisch kompliziert (gewesen).
Grauer Lord
Plophoser
Beiträge: 322
Registriert: 1. Januar 2014, 13:41

Re: Klassiker-Zyklus: die Zeitchirurgen (800 - 850)

Beitrag von Grauer Lord »

Also, soo schlecht fand ich das Heft von H.G. Ewers nicht, weder inhaltlich noch von der Schreibe her. Klar, Ewers muss zahllose Fäden und Fädchen seiner Lieblingsspielwiesen zu einem schlüssigen Strang zusammenschnüren. Das gelingt zumindest teilweise ganz gut, finde ich. Das kleine Detail zur Lebensweise der Paddler und ihrer Frauen stört mich nicht wirklich, da haben wir schon Exotischeres gelesen. Die Herleitung des Begriffs „Harem“ ist aber natürlich schon sehr weit hergeholt.

Etwas überraschend fand ich, wie plötzlich und unvermittelt Atlan auf die bisher noch nie angesprochene Idee gekommen sein muss, in der Zeit bis in die fernste Vergangenheit zurückzureisen und dort Vorkehrungen für ein Zeitparadoxon zu legen, das den Jetstrahl von Alkordoom auslöscht, den es dann nie gegeben haben wird. Spektakulär und ein krasser Eingriff in die Zeit. Damit wird der Arkonide letztlich auf eine Stufe mit den Zeitchirurgen gestellt. Aber wenn das Universum auf der Kippe steht und das Zyklusende unvermittelt herbeigezwungen wird …. ;-)

Ganz interessant fand ich noch, dass die Zeitschule von Rhuf mit dem Kampfstern Tallahee doch einen Fuß in der Zeitfestung gehabt hat (und zwar einen ziemlich großen). Wenn ich an die spannenden Abenteuer mit dem Sappen-Transmitter am Zyklus-Beginn denke, die in der kosmischen Burg Sethtrars endeten, war für mich bisher eigentlich immer gesetzt, dass die Zeitschule ihr Ziel niemals erreicht haben kann. Ungewöhnlich auch, dass für die Zeitreise ein Nullzeit-Deformator genutzt wird. Sind die ZGOs und die Zeitkapseln dafür nicht mehr gut genug? Möglich, dass zu guter Letzt vieles an Erklärung liegengeblieben ist.

Letztlich wurde der Keim für das entscheidende Zeitparadoxon in der Vergangenheit gelegt, Kingroli hat zwei Auftritte. Und mit dem „Gral der Zeitwacht“ wird die positive Vision eines Alls ohne Zeitexperimente geschildert; wenn ich mir den weiteren Verlauf der PR-Serie und den exzessiven Einsatz von Zeitreisen in der Handlung so anschaue, ist es allerdings beim frommen Wunsch geblieben.

Immerhin bekommt Atlan von Kingroli eine Einschätzung, was aus dem Internkosmos mit allen seinen Sonnensystemen wird, wenn die Ereignisse gut ausgehen: Die Zeitfestung werde sich auflösen, der Internraum sich über Jahrhunderttauende nach und nach dem Makrokosmos angleichen. Die kleine Eskapade im Analogon unter dem Dom Kesdschan fand ich wiederum überflüssig; dass Atlan nie erfahren darf, was er laut Kanon zu dieser Zeit noch noch wissen durfte, hatten wir ja schonmal.

Am Ende verabschieden wir uns schon mal von Dartfur, der verlorenen Seele, aus der dann doch nur in den seltensten Fällen etwas Interessantes gemacht wurde, und von Nussel sowie den beiden kosmischen Meisterdieben. Und bei Anima und Atlan schleicht sich schon das Gefühl eines endgültigen Abschieds ein. Das Szenario des brodelnden, alles um sich herum verschlingenden und verbrennenden Jetstrahls ist als Sinnbild des Infernos auch sehr eindrucksvoll.

Mit den Illus von Robert komme ich auf den ersten Blick nicht richtig klar. Wer da zu dritt fröhlich als „Twens on Tour“ im Flugzeug sitzt - keine Ahnung.
Lumpazie
Kosmokrat
Beiträge: 4812
Registriert: 25. Juni 2012, 21:49
Wohnort: Neben der Furth von Noricum

Re: Klassiker-Zyklus: die Zeitchirurgen (800 - 850)

Beitrag von Lumpazie »

Im Jahr 1987 erschien der Band 848 der Atlan-Heftserie:

Götterdämmerung in Alkordoom

von Peter Griese

Bild

Innenillustration:

Bild

Bild


Handlung:

Nach dem Verschwinden der RA-perfekt sind Atlan, Anima und Chipol in der STERNSCHNUPPE zunächst auf sich allein gestellt. Nach einigen Tagen stoßen sie jedoch auf die ACORAH-CEN und die HORNISSE, die sich gemeinsam mit einer gemischten Flotte in der Nähe der Sonne Kjupp-Dana befinden. Die insgesamt rund eintausend Raumschiffe stammen überwiegend aus den Streitkräften der Celester, aber auch andere Völker haben Schiffe entsandt.

Wie Spooner Richardson, der Kommandant der ACORAH-CEN, berichtet, hätte er gerne weitere Kräfte aufgeboten. Seit einiger Zeit sind jedoch die Barrieren um den Nukleus wieder in Betrieb. Eine Flotte ist sogar in die Barriere hineingeflogen, viele Schiffe sind schwer beschädigt und benötigen Hilfe. Auch Richardsons Schiff wird sich den Rettungskräften anschließen.

Am 27. April erscheint Chybrain wieder. Er informiert den Arkoniden und die Celester, dass der Zerotrafer seinen Zielort erreicht hat. Die gigantische  Wikipedia-logo.png Möbiusschleife mit den vier großen Raumstationen AYTAB, CAIRON, ORDARDOR und KONTAGNAT arbeitet bereits jetzt, nicht erst in zehn Tagen wie erwartet. Zudem befindet sich der Zerotrafer nicht mehr im Normalraum, sondern in der Dakkarzone.

Ein Angriff der Flotte scheidet damit aus. Jedoch ist Atlans Raumschiff in der Lage, in die Dakkarzone zu wechseln, nachdem Chybrain den Niveauselektor umgebaut hat. Nach spätestens vier Stunden muss der Diskusraumer allerdings in den Normalraum zurückkehren um aufzutanken.

Gemeinsam mit der VIRGINIA III macht sich die STERNSCHNUPPE auf zum Jetstrahl. Die Stimmung an Bord von Atlans Schiff ist schlecht, Anima hat böse Vorahnungen und zudem eine Abneigung gegen Chybrain.

Nach der abgeschlossenen Rettungsaktion fliegen die ACORAH-CEN und die HORNISSE zum Alkorderplaneten Donalkor. Geselle und die Celester wollen Informationen über die Dimensionsdivergenzer einholen, damit man diese abschalten kann. Als sie letztens versucht haben, eines der Geräte anzufliegen, sind sie von einer starken mentalen Strahlung gestoppt worden. Den Alkordern ist dieses Phänomen unbekannt, es muss sich um eine Schutzvorrichtung der Schwarzen Sternenbrüder handeln. Trotzdem wollen Spooner und seine Leute einen neuen Versuch unternehmen. Die alkordischen Wissenschaftler Toko und Toka schließen sich den Celestern an.

Die beiden alkordischen Wissenschaftler haben die Koordinaten des Dimensionsdivergenzers, der für das Sonnensystem Turuftan zuständig ist. Könnte man ihn ausschalten, wären die beiden Hauptwelten der Alkorder wieder im Normalraum vereint. Mit der HORNISSE und dem celestischen Raumer BOSTON im Schlepp wechselt die ACORAH-CEN in die Dakkarzone.

In einiger Entfernung von den drei Raumschiffen bewegen sich vier birnenförmige Objekte durch den Dakkarraum, die BOSTON wird zur Erkundung ausgeschickt. Nach einem heftigen Energieausbruch verschwinden sowohl das celestische Schiff als auch die vier Birnen aus der Ortung der ACORAH-CEN.

Nach einer Linearetappe melden sowohl die Positronik der STERNSCHNUPPE als auch die der VIRGINA III Gefahr und fordern zum Rückzug auf, es ist jedoch nichts zu orten. Atlan und Arien Richardson sind sicher, dass die Schiffsintelligenzen beeinflusst werden. Chybrain wird ausgeschickt, die Lage zu erkunden. Er findet eine kopfgroße, kegelförmige Raumboje, von der mentale Impulse ausgehen. Er bringt das Objekt an Bord der STERNSCHNUPPE, wo es sicher hinter einem Energieschirm untergebracht wird.

In dem Kegel ist eine lebendige Substanz aus Teilen vieler Wesen namens EVOLO-Aytakur-3786194. Sie gibt ihre Existenz auf, als die Hülle geöffnet wird, sendet jedoch zuvor noch eine Hyperfunknachricht ab.

Die Botschaft ist an das DIMETROM gerichtet, enthält Informationen über die beiden Raumschiffe und ihre Besatzung, wobei Chybrain nicht namentlich erwähnt sondern als »Zweiter Unheimlicher« bezeichnet wird. Dieser vermutet, dass Kassja-Narktuan der »Erste Unheimliche« ist, offenbar können die Schwarzen Sternenbrüder beide nicht einschätzen. Was das DIMETROM ist, weiß jedoch auch das Kristallei nicht.

Da die Positroniken wieder einwandfrei funktionieren setzen die beiden Schiffe ihren Flug fort. Nach einem Tankvorgang wechseln sie schließlich in die Dakkarzone, die vom Jetstrahl blau erleuchtet wird. Als Atlan erstmals den gigantischen Zerotrafer erblickt, wird ihm klar, dass dessen Bau Jahrhunderte, wenn nicht Jahrtausende, gedauert haben muss.

Regelmäßig über die Möbiusschleife verteilt sind die vier Aufheizstationen, die ihre Energie wiederum von stark im Hyperbereich strahlenden, mittlerweile ausgebrannten, Doppelsternen bezogen haben. Atlan wundert sich, dass keine Schutzmaßnahmen vorhanden sind. Er wird jedoch eines besseren belehrt, als die VIRGINA III ein Beiboot zur Erkundung ausschickt. Die LADY findet etwa fünfzig Bojen des bekannten Typs, die sich bald darauf zu einem großen Kegel vereinen. Die STERNSCHNUPPE verliert auf einen Schlag alle Energie, Atlan sieht noch ein altes Männergesicht, dann verliert er das Bewusstsein.

Der Arkonide kommt auf einer tropischen Insel zu sich. Bald darauf erscheint Kassja-Narktuan, der ihn in einer längeren Unterhaltung auffordert, Chybrain besser zu nutzen. Als der ehemalige Prophet der Alkorder wieder verschwindet, hat er in Atlan einen Freund gefunden, seinen dritten, wie er sagt. Stunden später wird der Aktivatorträger von der STERNSCHNUPPE und der VIRGINA III abgeholt, die in einer Nachricht vom Verbleib des Arkoniden unterrichtet wurden.

Geselle, der mit der HORNISSE nach der verschwundenen BOSTON sucht, ortet nur einen energetischen Fußabdruck des Schiffs und der vier Birnen. Dann tauchen drei etwa zwanzig Meter lange kegelförmige Objekte auf. Zur Ablenkung zündet der Roboter die Sprengsätze, die vor Wochen auf Beka-1 und Beka-2 abgelegt wurden. Die Kegel beginnen zu feuern, die HORNISSE wehrt sich und schießt sie ab. Ein Hyperfunkspruch ist zu empfangen, dann verschwinden die Kegel spurlos, ebenso wie die gerade noch wahrnehmbaren energetischen Fußabdrücke. EVOLO-Aytakur-277300 bis 277450 haben drei unbekannte Objekte gemeldet, von denen eines »herausgeschleudert« wurde. Kurz darauf kommt ein weiterer Funkspruch herein, 2000000 bis 2999999 werden aufgefordert sich zu sammeln, die Aktionen der Eindringlinge seien ohne Bedeutung.

Die ACORAH-CEN und die HORNISSE steuern jetzt den Dimensionsdivergenzer an. Eine Handvoll Kegel unternimmt keinen Versuch, die Schiffe aufzuhalten, sondern verzieht sich. Auch die Mentalstrahlung ist überraschenderweise erloschen. Geselle und Hage Nockemann gehen in Begleitung des Alkorders Jododoom an Bord des Divergenzers. Sie werden von Robotern freundlich empfangen. Die Zentralpositronik teilt mit, sie sei zur Zeit ohne einen Herrn. Befehle nehme sie jedoch nur vom DIMETROM entgegen oder von jemand, der das Passwort nennt.

Nachdem Geselle sich eine Weile mit der Positronik unterhalten hat sowie nach Rücksprache mit Toko und Toka, kann er das Passwort logisch erschließen, es ist Turuftan. Der Dimensionsdivergenzer lässt sich daraufhin ohne Schwierigkeiten abschalten. Die Sonne Turuftan fällt aus dem Nukleat zurück in den Nukleus, das Planetensystem mit Donalkor und Cenalkor ist wieder komplett.

Als die ACORAH-CEN und die HORNISSE in den Einsteinraum zurückkehren, werden sie schon von der BOSTON erwartet. Dort sind alle unversehrt, das Schiff ist nur aus der Dakkarzone herausgeschleudert worden.

Der Arkonide stößt mit der STERNSCHNUPPE und der VIRGINA III erneut in den Dakkarraum vor. Kassja-Narktuan taucht kurz un der Zentrale des Diskusraumers auf, um sich bei Atlan zu bedanken. Während Chybrain vor ihm flüchtet, weil er zunächst denkt, es wäre einer der Sternenbrüder, glaubt Anima, in ihm etwas Bekanntes zu erkennen. Er ist ihr sofort sympathisch.

Die Schiffe steuern den Zerotrafer an und fliegen einen Angriff auf die Raumstation KONTAGNAT, die nicht nur von einem Energieschirm sondern auch von elf Kegelbojen geschützt wird. Atlan nutzt Chybrains Fähigkeiten, er lässt das Kristallei die Kegel beeinflussen. Diese entziehen der Station die Energie, der Schutzschirm bricht zusammen. Der Abschuss ist nur noch eine Formsache.

Überrascht, wie einfach sie einen wichtigen Teil des Zerotrafers zerstören konnten, wenden sich Atlan und Arien Richardson der CAIRON zu. Chybrain fällt diesmal aus. Er ist noch zu erschöpft, obwohl die Kegel ihren Widerstand sehr schnell aufgegeben haben.

Wie sich herausstellt ist keine Unterstützung nötig. Die CAIRON baut nicht einmal einen Schutzschirm auf, ebenso verhält es sich kurz danach bei der ORDADOR. Die AYTAB schließlich zerstört sich selbst.

Als die Schiffe in den Normalraum des Nukleus zurückgekehrt sind, muss Atlan feststellen, dass er einen Pyrrhussieg gelandet hat. Der Jetstrahl heizt sich nach wie vor weiter auf, er benötigt keine künstliche Energiezufuhr mehr. Der Aufbau der Zerobrücke ist nur noch eine Frage der Zeit.



Der obige Text und Bilder wurde per GNU-Lizenz der Perrypedia entnommen.
Benutzeravatar
Yman
Zellaktivatorträger
Beiträge: 2098
Registriert: 6. März 2016, 08:48

Re: Klassiker-Zyklus: die Zeitchirurgen (800 - 850)

Beitrag von Yman »

Lumpazie hat geschrieben: 11. November 2022, 18:58 Im Jahr 1987 erschien der Band 848 der Atlan-Heftserie:

Götterdämmerung in Alkordoom

von Peter Griese
Ewers mag mehr Phantasie und Humor haben als Griese, aber mir hat Grieses Roman besser gefallen, weniger wirr und chaotisch. Am Ende hat Atlan zwar nicht wirklich viel erreicht, aber er war nicht untätig, und das gefiel mir. Der Angriff auf den Zerotrafer (ganz nette Risszeichnung, wenn auch nichts Besonderes) war erfolgreich, allerdings auch wenig spektakulär. Anima saß dabei in der Schmollecke, Chybrain hatte Angst vor dem Propheten, vieles war ein wenig merkwürdig, aber immerhin die Figuren, auch Chipol, waren präsent. Im Vordergrund standen bei Griese aber eher technokratische Aspekte. Ich denke, Griese war stolz auf seine ausgeklügelten Systeme, wie in der Galaxie Alkordoom mittels fiktiver Technik die Herrschaft über die diversen von ihm ersonnenen alkordischen Völker ausgeübt wurde, und wie Atlan diese Systeme unterwanderte und immer wieder mit relativ bescheidenen Mitteln, aber großer Beharrlichkeit, nach und nach etwas erreichte. (Ewers schwelgte wohl eher in seinen esoterischen Phantasie-Zeitreise-Welten.)

Nachdem Plan A wohl fehlschlug, wird es nun Zeit für Plan B. Ich freue mich auf jeden Fall auf die letzten beiden Hefte.
Grauer Lord
Plophoser
Beiträge: 322
Registriert: 1. Januar 2014, 13:41

Re: Klassiker-Zyklus: die Zeitchirurgen (800 - 850)

Beitrag von Grauer Lord »

Mir bleibt der Roman von Peter Griese vor allem deshalb in Erinnerung, weil er noch einmal alle liebgewonnenen Charaktere Revue passieren lässt. Der treue Chipol, die Seele Anima (die immer stärker den nahenden Abschied von Atlan zu spüren scheint) und die unverwüstlichen Celester, die so ein bisschen wirken, wie Terraner zu Beginn des Solaren Imperiums. Das macht ein bisschen melancholisch. Auch wegen der vergebenen Chancen, aus den raffiniert eingeführten Abkömmlingen der MARY CELESTE ein bisschen mehr zu machen. So hatten sie ihre große Stunde in den ersten 25 Heften des Zyklus, beim erneuten Schwenk der Handlung nach Alkordoom wurden sie nur eher verhalten eingesetzt. Dafür gab‘s viele wirre Eskapaden um das Zeitteam in schwer greifbaren Szenarien. Die Chance auf bodenständige Science Fiction wurde oftmals vertan.

Ansonsten führt Griese die faszinierende Geschichte um Kassja Narktuan, den Propheten, weiter von dem der Leser bisher noch keine Ahnung hat, wer das sein könnte. Da kommt noch ein interessanter Clou auf uns zu. Sein Auftreten erinnerte mich ein bisschen an ES der früheren Jahre bei Perry. Dass die kosmische Höllenmaschine des Zerotrafers von Atlan zerstört wurde, der Aufheiz-Prozess des Jetstrahls aber weitergeht ist eine Ironie des Schicksals. Gleichzeitig hätte man sich aber auch viele wenig spannende Geschichtchen um Dimensionsdivergenzer, Dakkarraum etc. sparen können. Auch die Alkorder blieben als Volk eher blass und so unscheinbar, wie ihr Äußeres auch dargestellt wurde. Sei’s drum, Griese hat einen recht spannenden Roman vorgelegt, zwei Hefte kommen noch.
Lumpazie
Kosmokrat
Beiträge: 4812
Registriert: 25. Juni 2012, 21:49
Wohnort: Neben der Furth von Noricum

Re: Klassiker-Zyklus: die Zeitchirurgen (800 - 850)

Beitrag von Lumpazie »

Lumpazie hat geschrieben: 11. November 2022, 18:58 Im Jahr 1987 erschien der Band 848 der Atlan-Heftserie:

Götterdämmerung in Alkordoom

von Peter Griese
Spoiler:
Bild
Innenillustration:

Bild

Bild

Spoiler:
Handlung:

Nach dem Verschwinden der RA-perfekt sind Atlan, Anima und Chipol in der STERNSCHNUPPE zunächst auf sich allein gestellt. Nach einigen Tagen stoßen sie jedoch auf die ACORAH-CEN und die HORNISSE, die sich gemeinsam mit einer gemischten Flotte in der Nähe der Sonne Kjupp-Dana befinden. Die insgesamt rund eintausend Raumschiffe stammen überwiegend aus den Streitkräften der Celester, aber auch andere Völker haben Schiffe entsandt.

Wie Spooner Richardson, der Kommandant der ACORAH-CEN, berichtet, hätte er gerne weitere Kräfte aufgeboten. Seit einiger Zeit sind jedoch die Barrieren um den Nukleus wieder in Betrieb. Eine Flotte ist sogar in die Barriere hineingeflogen, viele Schiffe sind schwer beschädigt und benötigen Hilfe. Auch Richardsons Schiff wird sich den Rettungskräften anschließen.

Am 27. April erscheint Chybrain wieder. Er informiert den Arkoniden und die Celester, dass der Zerotrafer seinen Zielort erreicht hat. Die gigantische  Wikipedia-logo.png Möbiusschleife mit den vier großen Raumstationen AYTAB, CAIRON, ORDARDOR und KONTAGNAT arbeitet bereits jetzt, nicht erst in zehn Tagen wie erwartet. Zudem befindet sich der Zerotrafer nicht mehr im Normalraum, sondern in der Dakkarzone.

Ein Angriff der Flotte scheidet damit aus. Jedoch ist Atlans Raumschiff in der Lage, in die Dakkarzone zu wechseln, nachdem Chybrain den Niveauselektor umgebaut hat. Nach spätestens vier Stunden muss der Diskusraumer allerdings in den Normalraum zurückkehren um aufzutanken.

Gemeinsam mit der VIRGINIA III macht sich die STERNSCHNUPPE auf zum Jetstrahl. Die Stimmung an Bord von Atlans Schiff ist schlecht, Anima hat böse Vorahnungen und zudem eine Abneigung gegen Chybrain.

Nach der abgeschlossenen Rettungsaktion fliegen die ACORAH-CEN und die HORNISSE zum Alkorderplaneten Donalkor. Geselle und die Celester wollen Informationen über die Dimensionsdivergenzer einholen, damit man diese abschalten kann. Als sie letztens versucht haben, eines der Geräte anzufliegen, sind sie von einer starken mentalen Strahlung gestoppt worden. Den Alkordern ist dieses Phänomen unbekannt, es muss sich um eine Schutzvorrichtung der Schwarzen Sternenbrüder handeln. Trotzdem wollen Spooner und seine Leute einen neuen Versuch unternehmen. Die alkordischen Wissenschaftler Toko und Toka schließen sich den Celestern an.

Die beiden alkordischen Wissenschaftler haben die Koordinaten des Dimensionsdivergenzers, der für das Sonnensystem Turuftan zuständig ist. Könnte man ihn ausschalten, wären die beiden Hauptwelten der Alkorder wieder im Normalraum vereint. Mit der HORNISSE und dem celestischen Raumer BOSTON im Schlepp wechselt die ACORAH-CEN in die Dakkarzone.

In einiger Entfernung von den drei Raumschiffen bewegen sich vier birnenförmige Objekte durch den Dakkarraum, die BOSTON wird zur Erkundung ausgeschickt. Nach einem heftigen Energieausbruch verschwinden sowohl das celestische Schiff als auch die vier Birnen aus der Ortung der ACORAH-CEN.

Nach einer Linearetappe melden sowohl die Positronik der STERNSCHNUPPE als auch die der VIRGINA III Gefahr und fordern zum Rückzug auf, es ist jedoch nichts zu orten. Atlan und Arien Richardson sind sicher, dass die Schiffsintelligenzen beeinflusst werden. Chybrain wird ausgeschickt, die Lage zu erkunden. Er findet eine kopfgroße, kegelförmige Raumboje, von der mentale Impulse ausgehen. Er bringt das Objekt an Bord der STERNSCHNUPPE, wo es sicher hinter einem Energieschirm untergebracht wird.

In dem Kegel ist eine lebendige Substanz aus Teilen vieler Wesen namens EVOLO-Aytakur-3786194. Sie gibt ihre Existenz auf, als die Hülle geöffnet wird, sendet jedoch zuvor noch eine Hyperfunknachricht ab.

Die Botschaft ist an das DIMETROM gerichtet, enthält Informationen über die beiden Raumschiffe und ihre Besatzung, wobei Chybrain nicht namentlich erwähnt sondern als »Zweiter Unheimlicher« bezeichnet wird. Dieser vermutet, dass Kassja-Narktuan der »Erste Unheimliche« ist, offenbar können die Schwarzen Sternenbrüder beide nicht einschätzen. Was das DIMETROM ist, weiß jedoch auch das Kristallei nicht.

Da die Positroniken wieder einwandfrei funktionieren setzen die beiden Schiffe ihren Flug fort. Nach einem Tankvorgang wechseln sie schließlich in die Dakkarzone, die vom Jetstrahl blau erleuchtet wird. Als Atlan erstmals den gigantischen Zerotrafer erblickt, wird ihm klar, dass dessen Bau Jahrhunderte, wenn nicht Jahrtausende, gedauert haben muss.

Regelmäßig über die Möbiusschleife verteilt sind die vier Aufheizstationen, die ihre Energie wiederum von stark im Hyperbereich strahlenden, mittlerweile ausgebrannten, Doppelsternen bezogen haben. Atlan wundert sich, dass keine Schutzmaßnahmen vorhanden sind. Er wird jedoch eines besseren belehrt, als die VIRGINA III ein Beiboot zur Erkundung ausschickt. Die LADY findet etwa fünfzig Bojen des bekannten Typs, die sich bald darauf zu einem großen Kegel vereinen. Die STERNSCHNUPPE verliert auf einen Schlag alle Energie, Atlan sieht noch ein altes Männergesicht, dann verliert er das Bewusstsein.

Der Arkonide kommt auf einer tropischen Insel zu sich. Bald darauf erscheint Kassja-Narktuan, der ihn in einer längeren Unterhaltung auffordert, Chybrain besser zu nutzen. Als der ehemalige Prophet der Alkorder wieder verschwindet, hat er in Atlan einen Freund gefunden, seinen dritten, wie er sagt. Stunden später wird der Aktivatorträger von der STERNSCHNUPPE und der VIRGINA III abgeholt, die in einer Nachricht vom Verbleib des Arkoniden unterrichtet wurden.

Geselle, der mit der HORNISSE nach der verschwundenen BOSTON sucht, ortet nur einen energetischen Fußabdruck des Schiffs und der vier Birnen. Dann tauchen drei etwa zwanzig Meter lange kegelförmige Objekte auf. Zur Ablenkung zündet der Roboter die Sprengsätze, die vor Wochen auf Beka-1 und Beka-2 abgelegt wurden. Die Kegel beginnen zu feuern, die HORNISSE wehrt sich und schießt sie ab. Ein Hyperfunkspruch ist zu empfangen, dann verschwinden die Kegel spurlos, ebenso wie die gerade noch wahrnehmbaren energetischen Fußabdrücke. EVOLO-Aytakur-277300 bis 277450 haben drei unbekannte Objekte gemeldet, von denen eines »herausgeschleudert« wurde. Kurz darauf kommt ein weiterer Funkspruch herein, 2000000 bis 2999999 werden aufgefordert sich zu sammeln, die Aktionen der Eindringlinge seien ohne Bedeutung.

Die ACORAH-CEN und die HORNISSE steuern jetzt den Dimensionsdivergenzer an. Eine Handvoll Kegel unternimmt keinen Versuch, die Schiffe aufzuhalten, sondern verzieht sich. Auch die Mentalstrahlung ist überraschenderweise erloschen. Geselle und Hage Nockemann gehen in Begleitung des Alkorders Jododoom an Bord des Divergenzers. Sie werden von Robotern freundlich empfangen. Die Zentralpositronik teilt mit, sie sei zur Zeit ohne einen Herrn. Befehle nehme sie jedoch nur vom DIMETROM entgegen oder von jemand, der das Passwort nennt.

Nachdem Geselle sich eine Weile mit der Positronik unterhalten hat sowie nach Rücksprache mit Toko und Toka, kann er das Passwort logisch erschließen, es ist Turuftan. Der Dimensionsdivergenzer lässt sich daraufhin ohne Schwierigkeiten abschalten. Die Sonne Turuftan fällt aus dem Nukleat zurück in den Nukleus, das Planetensystem mit Donalkor und Cenalkor ist wieder komplett.

Als die ACORAH-CEN und die HORNISSE in den Einsteinraum zurückkehren, werden sie schon von der BOSTON erwartet. Dort sind alle unversehrt, das Schiff ist nur aus der Dakkarzone herausgeschleudert worden.

Der Arkonide stößt mit der STERNSCHNUPPE und der VIRGINA III erneut in den Dakkarraum vor. Kassja-Narktuan taucht kurz un der Zentrale des Diskusraumers auf, um sich bei Atlan zu bedanken. Während Chybrain vor ihm flüchtet, weil er zunächst denkt, es wäre einer der Sternenbrüder, glaubt Anima, in ihm etwas Bekanntes zu erkennen. Er ist ihr sofort sympathisch.

Die Schiffe steuern den Zerotrafer an und fliegen einen Angriff auf die Raumstation KONTAGNAT, die nicht nur von einem Energieschirm sondern auch von elf Kegelbojen geschützt wird. Atlan nutzt Chybrains Fähigkeiten, er lässt das Kristallei die Kegel beeinflussen. Diese entziehen der Station die Energie, der Schutzschirm bricht zusammen. Der Abschuss ist nur noch eine Formsache.

Überrascht, wie einfach sie einen wichtigen Teil des Zerotrafers zerstören konnten, wenden sich Atlan und Arien Richardson der CAIRON zu. Chybrain fällt diesmal aus. Er ist noch zu erschöpft, obwohl die Kegel ihren Widerstand sehr schnell aufgegeben haben.

Wie sich herausstellt ist keine Unterstützung nötig. Die CAIRON baut nicht einmal einen Schutzschirm auf, ebenso verhält es sich kurz danach bei der ORDADOR. Die AYTAB schließlich zerstört sich selbst.

Als die Schiffe in den Normalraum des Nukleus zurückgekehrt sind, muss Atlan feststellen, dass er einen Pyrrhussieg gelandet hat. Der Jetstrahl heizt sich nach wie vor weiter auf, er benötigt keine künstliche Energiezufuhr mehr. Der Aufbau der Zerobrücke ist nur noch eine Frage der Zeit.

Der obige Text und Bilder wurde per GNU-Lizenz der Perrypedia entnommen.
Ich habe auch noch einen Betrag von Robert Straumann zur Innenillu dieses Romans:

Illustration ATLAN 848: Die 195. Illustration ist meinem langjährigen Freund Markus R. Bothur gewidmet, den ich durch die ATLAN-Serie kennen lernte. Markus hat viele humoristische Zeichnungen für die LKS der Serie angefertigt und gemeinsam haben wir eineige Porjekte für den Atlan Club Deutschland (ACD) verwirklicht. Das Bild besteht sozusagen aus zwei Teilen. Das Portrait von Markus mit einer Kollegin habe ich gezeichnet und eine Illustration (von seinem TOBY-Projekt) integriert.
Lumpazie
Kosmokrat
Beiträge: 4812
Registriert: 25. Juni 2012, 21:49
Wohnort: Neben der Furth von Noricum

Re: Klassiker-Zyklus: die Zeitchirurgen (800 - 850)

Beitrag von Lumpazie »

Im Jahr 1988 erschien der Band 849 der Atlan-Heftserie:

Offensive gegen Aytakur

von Hubert Haensel

Bild

Innenillustration:

Bild


Handlung:

Atlan beschließt an zwei Fronten gegen die Schwarzen Sternenbrüder vorzugehen. Während er sich gemeinsam mit Chybrain, Anima und Chipol auf die Suche nach Aytakur begibt, sollen Geselle und die Celester, begleitet von Jododoom und Jodokat das DIMETROM finden und ausschalten.

Bevor die Teams aufbrechen, erscheint wie auf Bestellung Kassja-Narktuan. Er teilt dem Arkoniden mit, dass dieser das DIMETROM bereits kennengelernt hat – es befindet sich auf Plandom, dem dritten Planeten der Sonne Beka, der sich, im Gegensatz zum Rest des Systems, im Nukleat befindet. Damit haben die ACORAH-CEN und ihre Begleitschiffe ihr Ziel gefunden.

Gemeinsam mit der HORNISSE und Spooner Richardsons ACORAH-CEN starten 84 celestische Raumschiffe nach B-351-K-907, kurz Beka genannt. Nach einer Linearetappe ortet die Besatzung der HORNISSE die Wracks von zwei Frachtschiffen. Bei einer Untersuchung findet man einen Überlebenden, ein Wesen, das aussieht wie ein Frosch und nichts anderes sagt als »Hu«. Damit hat es einen Namen, Einfrosch Hu.

Hage Nockemann, dem es aufgrund seiner biologischen Vorbildung zufällt, sich um Hu zu kümmern, findet in dessen Bauchfalte noch ein zweites derartiges Wesen, das ihn mit »Ha« begrüßt. Entsprechend nennt er es Zweifrosch Ha. Nockemann glaubt sogar, dass die beiden Wesen über eine gewisse Intelligenz verfügen, trotz ihres beschränkten Wortschatzes.

Nach einer weiteren Linearetappe begegnen die Schiffe einer Energiewolke, die an EVOLO oder eines seiner psionischen Pakete erinnert. Nach einer Attacke mit einer Art Störstrahlung, greifen plötzlich Falkenschiffe an, insbesondere die ACORAH-CEN scheint ihr Ziel zu sein. Spooner Richardson kann mit seinem Raumer in den Linearraum fliehen, anschließend gelingt es dem Rest der Flotte, sich in einer erbitterten Schlacht durchzusetzen, leider nicht ohne eigene Verluste.

An Bord der STERNSCHNUPPE kann man bei der Suche nach Aytakur einen ersten Erfolg verzeichnen. Chybrain ist sich sicher, die Ausstrahlung des Sternenbruders wahrgenommen zu haben. Atlan lässt die entsprechende Region ansteuern.

Als das Raumschiff des Arkoniden sein Ziel erreicht, eine Sonne vom Typ Sol, umkreist von dreizehn Planeten und zwei Asteroidenringen, ist die Ausstrahlung bereits wieder erloschen. Bei der Durchsuchung des Systems empfängt die STERNSCHNUPPE schwache Notrufe, die sie zum vierten Planeten führen.

Zu Atlans Überraschung entpuppen sich die Absender als alte Bekannte des Roboters Geselle. Es sind Cschwnskis, Überlebende der KROVA-ONORO, die seinerzeit die HORNISSE repariert haben. Atlan erklärt sich gerne bereit, ein Raumschiff der Celester anzufordern, das sich der Schiffbrüchigen annimmt. Einem tüchtigen Geschäftsmann wie Krzptl ist natürlich klar, dass dafür ein gewisser Obolus zu entrichten ist, zufällig deckt dieser genau die Schulden, die Geselle noch bei ihm hat, inklusive der angefallenen Zinsen.

Die Cschwnskis berichten, dass ihre Rettungskapseln nach der Vernichtung der KROVA-ONORO zufällig in dieses System gelangten, wo sie anschließend seltsame Impulse von den Monden des dritten Planeten empfangen haben. Bevor sie dieser Entdeckung nachgehen konnten, ist eine Art durchscheinende Wolke erschienen, vor der sie auf den vierten Planeten geflüchtet sind. Bei der Schilderung denken Atlan und Anima sofort an EVOLO, der jedoch nicht mehr in dieser Form existiert.

Die HORNISSE und die ACORAH-CEN fliegen zunächst allein ins Beka-System ein, wo ein einzelnes Wachschiff kreuzt. Der Raumer kann noch eine Hyperfunknachricht absenden, dann wird er von Geselles Schiff schrottreif geschossen. Die Besatzung entkommt in Rettungsbooten.

Nachdem auch der Rest der celestischen Flotte eingetroffen ist, bringt die ACORAH-CEN zunächst einen zu einer Bombe umgebauten 60-Meter-Kugelraumer in das Nukleat, wo sich bereits eine gegnerische Flotte versammelt hat. Diese schluckt den Köder, mehrere Wachschiffe fallen der Explosion zum Opfer.

In Fünfergruppen, mehr erlaubt die Kapazität der ACORAH-CEN nicht, werden anschließend Dutzende weitere Schiffe im Schleppverfahren ins Nukleat befördert. Sie liefern der Wachflotte ein heftiges Gefecht, während Geselles Raumer sich mit vier Begleitschiffen Plandom zuwendet. Nach der Zerstörung einiger Abwehrforts landet die HORNISSE auf dem Hauptkontinent.

Angeführt von Geselle und Hage Nockemann dringt ein Stoßtrupp durch ein zerstörtes Abwehrfort in den Untergrund Plandoms vor. Mit von der Partie sind dabei auch Hu und Ha, die, wie sich bald erweist, in ihren Hautfalten schlagkräftige Waffen verborgen haben. Während die Eindringlinge sich immer tiefer vorarbeiten, strahlt die Zentralpositronik des Planeten einen ersten Notruf an ihren Herrn ab.

Da Geselle von Atlan eine Menge Informationen über Plandom erhalten hat, gelingt es dem Roboter bald, den Zugang zum DIMETROM zu finden. Ein weiterer Notruf erfolgt, direkt an Aytakur gerichtet.

In Zusammenarbeit mit Jododoom und Jodokat schafft es Geselle, sämtliche Sicherungseinrichtungen des DIMETROMS auszuschalten. Er beginnt, die Dimensionsdivergenzer auszuschalten, zunächst einzeln, dann über Verteilerknoten in großer Zahl. Auf der Innenseite einer Art Planetarium lässt sich der Fortschritt verfolgen. Inzwischen beginnen einige Thater damit, Sprengkörper anzubringen, um den Schwarzen Sternenbrüdern jede Möglichkeit zu nehmen, das DIMETROM erneut für ihre Zwecke zu missbrauchen.

Kaum hat der Roboter den Rückzug angeordnet, bebt plötzlich der Boden. Die Station beginnt zusammenzubrechen. Dann meldet die HORNISSE, dass eine Energiewolke im Sonnensystem aufgetaucht ist, Aytakur. Während Geselle und Nockemann versuchen, ihre Leute in Sicherheit zu bringen, erscheint plötzlich ein junges, scheinbar celestisches, Mädchen und stellt sich als Kassja vor. Sie warnt ebenfalls vor Aytakur und führt die Flüchtenden zu einem Treppenaufgang.

Jodokat warnt Hage, dass Kassja kein Mensch sei, auch Ha und Hu hätten das erkannt. Laut der Alkorderin sind die beiden telepathisch begabt. Sie gehören zum Volk der A'Glossa und die meisten ihrer Artgenossen sind den Gerüchten über die WELT DES EWIGEN LEBENS gefolgt. Nun sind sie auf der Suche nach den Verschwundenen und wollen außerdem Rache.

Unter Kassjas Führung kommen Geselle und seine Gefährten gut voran, immer wieder warnt das Mädchen rechtzeitig vor angreifenden Gegnern. Doch plötzlich ist sie verschwunden, dafür erscheint kurz darauf ein kleiner Junge und behauptet, er sei Narktuan. Er will die Gruppe in Sicherheit bringen vor Aytakur, den sein Vater Kassja-Narktuan nur vorübergehend aufhalten könne.

Der dritte Planet wird von zwei offensichtlich künstlich installierten Monden umkreist, die sich exakt gegenüberstehen. Als die STERNSCHNUPPE einen der beiden Himmelskörper anfliegt, baut sich das Feld eines Situationstransmitters auf und strahlt den Diskusraumer in eine Halle im Mondinneren ab. Wie sich bald herausstellt, handelt es sich noch um eine Anlage des Erleuchteten, ein ehemaliges Lager für Psi-Potentiale.

Während Atlan und seine Begleiter die Station untersuchen, nimmt Chybrain erneut die Ausstrahlung Aytakurs wahr. Dieser befindet sich demnach im Beka-System. Der Arkonide lässt die STERNSCHNUPPE die Deckschicht über dem Hangar zerstrahlen und startet mit höchster Beschleunigung in Richtung Plandom.

Geselles Gruppe samt Narktuan erreicht unbeschadet die HORNISSE. Von den anderen Schiffen erfahren sie vom Zusammenbruch des Nukleats und der Barrieren um den Nukleus. Die Operation war ein Erfolg.

Kaum hat die HORNISSE den Weltraum erreicht, schreit Narktuan auf. Aytakur hat sich aus Kassja-Narktuans Einfluss befreit. Momente später wird ein celestischer Raumer von einer Energiewolke angegriffen und fällt auseinander. Selbst die Rettungsboote attackiert der Sternenbruder noch. Geselle weist die anderen an, durch den Transmitter zur VIRGINIA III zur gehen. Sie bringen sich in Sicherheit, nur Narktuan verschwindet spurlos während des Transmitterdurchgangs.

Der Roboter lässt die Konverter unter Volllast laufen, alle Waffen sind aktiviert, die Energiespeicher bis zum Bersten geladen. Dann steuert er die HORNISSE in die Energiewolke, die offensichtlich immer noch mit etwas kämpft. Kurz darauf erschüttert eine gewaltige Explosion das System.

Als die STERNSCHNUPPE eintrifft, informiert Arien Richardson Atlan über die Ereignisse. Auch Kassja-Narktuan erscheint noch einmal. Er berichtet, dass Aytakur zwar geschwächt sei, aber nicht geschlagen. Es könne sein, dass nur noch Stunden bleiben, bis die entfesselten Kräfte des Jetstrahls die Galaxie ins Verderben stürzen.

Atlan hat jedoch noch eine winzige Hoffnung. Während eines Orientierungsaustritts hat er einen Hyperfunkspruch mit einem Koordinatensatz empfangen.

Der obige Text und Bilder wurde per GNU-Lizenz der Perrypedia entnommen.
Lumpazie
Kosmokrat
Beiträge: 4812
Registriert: 25. Juni 2012, 21:49
Wohnort: Neben der Furth von Noricum

Re: Klassiker-Zyklus: die Zeitchirurgen (800 - 850)

Beitrag von Lumpazie »

Lumpazie hat geschrieben: 6. November 2022, 11:54 Im Jahr 1987 erschien der Band 847 der Atlan-Heftserie:

Das ultimate Programm

von H.G. Ewers
Spoiler:
Bild
Innenillustration:

Bild

Bild

Spoiler:
Handlung:

Nach den von Kingroli erhaltenen Anweisungen steuert Raanak seine Werftplattform aus der Zeitwabe in den Intern-Kosmos. Die RA-perfekt gerät dabei in heftige Turbulenzen, die Zentralpositronik meldet schließlich drohende Materialermüdungen in der Mittelsektion und spricht davon, dass die suspendierte Animation gefährdet sei. Daraufhin verlässt Raanak fluchtartig die Zentrale.

Um die Mittelsektion haben die Paddler seit jeher ein Geheimnis gemacht. Atlan hat mehrfach versucht dorthin zu gelangen, wurde aber jedes mal mehr oder weniger geschickt davon abgebracht. Der Arkonide nutzt die Gelegenheit und folgt dem Chef der Paddler. Nach einiger Zeit endet der Weg des Aktivatorträgers jedoch vor einer massiven Wand – kein Hindernis für die Strukturläufer, aber undurchdringlich für Atlan.

Während er noch enttäuscht vor der Wand steht, erhält der Arkonide unerwartete Hilfe. Kingroli schaltet für ihn einen Durchgang durch eine andere Zeitebene. Schließlich erreicht Atlan eine Halle, in der sich eine große Zahl von Paddlern versammelt hat, die sofort eine drohende Haltung annehmen. Die Beschwichtigungsversuche des Arkoniden stoßen auf taube Ohren.

Plötzlich fällt dem Aktivatorträger ein, welches Geheimnis hier gehütet wird. Er beschimpft die Paddler als Narren, es wisse ohnehin jeder was hier verborgen sei – Paddlerfrauen. Es gebe also kein Geheimnis, fährt er fort, aber er könne helfen.

Atlan erfährt, dass die Frauen ursprünglich im Haremishad lebten, geheimen Planeten in Andromeda, die regelmäßig von Werftplattformen aufgesucht wurden. Dort wuchsen auch die Kinder auf, bis die Jungen alt genug waren, um in den Werften zu arbeiten. Während des Vernichtungsfeldzugs der Meister der Insel wurden diese Welten evakuiert.

Die energetischen Turbulenzen haben die suspendierte Animation schwer gestört. Um die 184 Frauen zu retten, bleibt nur sie aufzuwecken, erkennt Atlan. Es dauert jedoch, bis er auch die Paddler überzeugt hat. Dann läuft der Aufweckvorgang einwandfrei an.

Atlan plant, tief in der Vergangenheit ein Programm zu installieren, dass die Entstehung des Jetstrahls in Alkordoom verhindern soll. Die Zeitchirurgen, die zu Gast an Bord er RA-perfekt sind, befürchten, dass die Zeitspezialisten von Rhuf dies verhindern würden. Sie schlagen vor, Kontakt zu den Leuten von Rhuf aufzunehmen.

Der Nichtzeit-Bewahrer Ban-Shuddar kennt den Standort eines Geheimstützpunkts der Tigganois. Er rät aber dazu, mit einem kleinen Raumschiff dorthin zu fliegen, um die Besatzung nicht zu verschrecken. Raanak stellt das Beiboot KYNAITAN zur Verfügung, ebenso den Blitzmonteur Dartfur. Neben Ban-Shuddar schließt sich mit Ban-Kabbir ein weiterer Metagyrru Atlan an. Außerdem bittet der Zgmahkone Pago-Delh darum, mitfliegen zu dürfen. Gegen den Rat seines Extrasinns stimmt der Arkonide zu.

Nach einer Linearetappe empfängt man auf der KYNAITAN einen Notruf. Anima und Chipol werden gerettet, die bei der Rückkehr aus dem Temporalsumpf in einem Beiboot gelandet und anschließend von zgmahkonischen Raumschiffen gejagt worden, aber entkommen sind.

Dartfur lässt die letzte Linearetappe direkt in der Photosphäre der Sonne Tallahee enden, wo sich auch der gesuchte Stützpunkt der Tigganois befindet. Um einen möglichst hilfsbedürftigen Eindruck zu machen, verwandelt der Blitzmonteur die KYNAITAN anschließend in ein Wrack. Der Plan gelingt, mit einem Traktorstrahl werden die Überreste des Schiffes von der Station geborgen.

Der leitende Tigganoi heißt Nachim-Kussa, er erinnert Atlan stark an Goman-Largo. Als der Arkonide ihm offen berichtet, worum es geht, stößt er auf Unglauben. Nachim-Kussa lässt die Besatzung der KYNAITAN als Zeitverbrecher einsperren.

Während der Arkonide in seiner Zelle auf einen Gesinnungswechsel bei dem Tigganoi hofft, verschwindet plötzlich eine Wand, ein Durchgang zu einer riesigen Halle entsteht. Erneut hat Kingroli einen Weg geöffnet, er zeigt dem Aktivatorträger einen glasklaren Kubus mit einer Kantenlänge von etwa drei Metern. Es ist der Stein der Kosmischen Urkraft, der im Gral der Zeitwacht steht. Atlan sieht eine potentielle gemeinsame Zukunft der Zeitschule von Rhuf und der Zeitchirurgen. Der Arkonide bekommt eine Frist von dreißig Minuten, um sie Nachim-Kussa zu zeigen.

Mit den Kräften des Kubus gelingt es Atlan, Nachim-Kussa an diesen geheimnisvollen Ort zu bringen. Der Arkonide legt erneut seine Argumente dar und berichtet auch von der Herkunft Kingrolis und der möglichen Zukunft. Schließlich kann er den Tigganoi überzeugen, dass die Installation des Programms notwendig ist, ungeachtet eines daraus folgenden Zeitparadoxons. Als die Frist endet, bezeichnen sie einander als Freunde.

Mit der DURHUF, einem Raumschiff der Tigganois, geht es weiter. Nachim-Kussa und vier seiner Artgenossen haben sich der Gruppe um Atlan angeschlossen. Ban-Shuddar informiert die anderen, dass sie einen Nullzeit-Deformator benötigen. Dieser befindet sich in einem kleinen Internraum, den die Zeitchirurgen aus einer Sonne erzeugt haben, die kurz davor war, zum Schwarzen Loch zu werden.

Die Zeitmaschine ist deutlich aufwendiger gestaltet als ihr terranisches Pendant. Sie ist voll raumflugtauglich und verfügt sogar über Überlichttriebwerke. Die Reise in die Vergangenheit wird mehrfach abrupt unterbrochen. Spindelförmige Stationen der Tigganois zeichnen dafür verantwortlich. Nur dank der Unterstützung Nachim-Kussas kann der Nullzeit-Deformator seine Fahrt jedesmal fortsetzen. Atlans Extrasinn bemerkt, dass die Schwarzen Sternenbrüder ihre Zeitreisen vermutlich mit dem Einverständnis der Tigganois durchführen, sonst wären auch sie gestoppt worden.

Als sie die Zielzeit erreicht haben, müssen sie noch zu roten Zwergsonne fliegen. Auf dem einzigen, nur etwa mondgroßen Planeten steht die gesuchte Station der Metagyrrus. Von hier wurde einst der Intern-Kosmos in Betrieb genommen. Nach Aussage Ban-Shuddars bietet sie die einzige Möglichkeit, ein Sicherheitsprogramm zu installieren, dass aus der Realzeit aktiviert werden kann.

Von den fünfzehn Mitgliedern der Stationsbesatzung, alles Metagyrrus, lebt niemand mehr, sie haben sich offenbar vor längerer Zeit das Leben genommen. Die Installation des Programms dauert mehr als einen Tag. Die schützenden Codewörter kennt nur Atlan selbst.

Als die Gruppe sich wieder in ihrer Realzeit befindet und mit dem Nullzeit-Deformator den Internraum anfliegt, bemerkt Ban-Shuddar, dass etwas nicht stimmt. Um kein Risiko einzugehen, nimmt er eines der kleinen Beiboote der Zeitmaschine und fliegt allein voran. Er informiert die anderen noch über einen fremden Eindringling, dann bringt er den Internraum zur Implosion.

Eigentlich sollte die RA-perfekt schnellstens aufbrechen, Dartfur sorgt jedoch für eine Verzögerung. Er will sich um die Überreste von Tuschkans Roboter Movemunk kümmern und begibt sich deshalb mit einer Dimensionskapsel der Metagyrrus nach Khrat ins Analogon. Bevor der Blitzmonteur die Überbleibsel des Roboters ins Nichts strahlt, gibt dieser ihm noch eine Aufgabe für die Zukunft. Er soll sich um die Einhörner auf Mohenn kümmern, sie seien immer noch intelligent, benötigten aber einen Lehrer.

Bei einem Gespräch Atlans mit Ban-Kabbir offenbart der Metagyrru, dass die Aktivierung des Programms nicht so einfach ist, wie der Arkonide dachte. Um die nötigen Impulse abzustrahlen, muss er sich zu einer versteckten Schaltwelt begeben. Ban-Kabbir weiß nur, dass deren Name Kybodrom ist.

Über die Zeitwabe kehrt die RA-perfekt zurück nach Alkordoom, landet dort jedoch in völligem Chaos. Sie befindet sich inmitten der Invasionsflotte Dulugshurs. Heftige energetische Stoßfronten erschweren die Navigation. Atlan startet mit der STERNSCHNUPPE, dann verschwinden die zgmahkonischen Raumschiffe plötzlich. Aber auch die RA-perfekt meldet sich nicht mehr.

Anmerkung

Dass Anima und Chipol seit der Rückkehr aus dem Temporalsumpf (Atlan 834) verschollen waren, ist ein Fehler. Danach spielten beide bereits eine wichtige Rolle (Atlan 838).
Der obige Text und Bilder wurde per GNU-Lizenz der Perrypedia entnommen.
Ich habe Robert Straumann um Infos zu diesem beiden Illus gebeten und Robert hat mir flux die Antwort geschickt - dazu auch noch Infos zu Atlan Nr. 844:

Natürlich gibt es aus zu dieser Illustration eine kleine Geschichte: Während meiner Zeit als Illustrator machte die Musikgruppe TWENS aus Deutschland, ab und zu Station in Basel. Meine zukünftige Frau Patricia kannte sie schon länger und zu den Live-Auftritten konnte sie mich vom Zeichnungstisch loslösen. Wir haben viele schöne und unterhaltsame Stunden mit den TWENS erlebt die ich nicht missen möchte, auch wenn sie mich manchmal in Konflikt mit der "Zeichnungs-Deathline" brachte. Die Illustration ist also eine kleine Würdigung, welche natürlich mit der Handlung nichts zu tun hat. Nebenbei: (Zu dieser Zeit gab es ja, besonders in Deutschland, viele Tanzkaffees und ich weiss nicht wie das heute so aussieht. Bei uns gibt es in dieser Richtung leider nichts mehr.)
Da ich schon dabei bin, die zweite Illustration stellt Markus Sthähli dar, welcher zu dieser Zeit auch sehr umtriebig war, unter anderem mit seinem Astro-Report. Das Portrait ist von mir und das "Beiwerk" stammt von Markus Bothur und war sozusagen der Anfang gemeinsamer Illustrationen. (Vielleicht kann ich die ja mal vorstellen?)

Und da hätte ich noch eine Information zu Band 844 : Yman stellt dort die Frage, ob er der arkonidische Name (der Sonne) Taschkalir eine Eigenschöpfung von Harvey Patton war. Ich habe dazu im Exposé nachgeschaut. Der Name Taschkalir/Wächterin wurde von H.G. Ewers im Exposé festgelegt. Ob das in Absprache mit der Perry Rhodan Redaktion geschah, wird wohl kaum herauszufinden sein. Ich selbst glaube, dass zu dieseer Zeit solche Dinge noch nicht so in Stein gemeiselt waren und man ihnen auch nicht so viel Bedeutung beigemessen hat. Es fällt ja auch in die "schwierige" Zeit, in der das Romanangebot stark reduziert wurde und ich glaube die Redaktion wurde von grösseren "Sorgen" geplagt.


Lumpazie
Kosmokrat
Beiträge: 4812
Registriert: 25. Juni 2012, 21:49
Wohnort: Neben der Furth von Noricum

Re: Klassiker-Zyklus: die Zeitchirurgen (800 - 850)

Beitrag von Lumpazie »

Lumpazie hat geschrieben: 20. November 2022, 10:08 Im Jahr 1988 erschien der Band 849 der Atlan-Heftserie:

Offensive gegen Aytakur

von Hubert Haensel
Spoiler:
Bild

Innenillustration:

Bild


Handlung:

Atlan beschließt an zwei Fronten gegen die Schwarzen Sternenbrüder vorzugehen. Während er sich gemeinsam mit Chybrain, Anima und Chipol auf die Suche nach Aytakur begibt, sollen Geselle und die Celester, begleitet von Jododoom und Jodokat das DIMETROM finden und ausschalten.

Bevor die Teams aufbrechen, erscheint wie auf Bestellung Kassja-Narktuan. Er teilt dem Arkoniden mit, dass dieser das DIMETROM bereits kennengelernt hat – es befindet sich auf Plandom, dem dritten Planeten der Sonne Beka, der sich, im Gegensatz zum Rest des Systems, im Nukleat befindet. Damit haben die ACORAH-CEN und ihre Begleitschiffe ihr Ziel gefunden.

Gemeinsam mit der HORNISSE und Spooner Richardsons ACORAH-CEN starten 84 celestische Raumschiffe nach B-351-K-907, kurz Beka genannt. Nach einer Linearetappe ortet die Besatzung der HORNISSE die Wracks von zwei Frachtschiffen. Bei einer Untersuchung findet man einen Überlebenden, ein Wesen, das aussieht wie ein Frosch und nichts anderes sagt als »Hu«. Damit hat es einen Namen, Einfrosch Hu.

Hage Nockemann, dem es aufgrund seiner biologischen Vorbildung zufällt, sich um Hu zu kümmern, findet in dessen Bauchfalte noch ein zweites derartiges Wesen, das ihn mit »Ha« begrüßt. Entsprechend nennt er es Zweifrosch Ha. Nockemann glaubt sogar, dass die beiden Wesen über eine gewisse Intelligenz verfügen, trotz ihres beschränkten Wortschatzes.

Nach einer weiteren Linearetappe begegnen die Schiffe einer Energiewolke, die an EVOLO oder eines seiner psionischen Pakete erinnert. Nach einer Attacke mit einer Art Störstrahlung, greifen plötzlich Falkenschiffe an, insbesondere die ACORAH-CEN scheint ihr Ziel zu sein. Spooner Richardson kann mit seinem Raumer in den Linearraum fliehen, anschließend gelingt es dem Rest der Flotte, sich in einer erbitterten Schlacht durchzusetzen, leider nicht ohne eigene Verluste.

An Bord der STERNSCHNUPPE kann man bei der Suche nach Aytakur einen ersten Erfolg verzeichnen. Chybrain ist sich sicher, die Ausstrahlung des Sternenbruders wahrgenommen zu haben. Atlan lässt die entsprechende Region ansteuern.

Als das Raumschiff des Arkoniden sein Ziel erreicht, eine Sonne vom Typ Sol, umkreist von dreizehn Planeten und zwei Asteroidenringen, ist die Ausstrahlung bereits wieder erloschen. Bei der Durchsuchung des Systems empfängt die STERNSCHNUPPE schwache Notrufe, die sie zum vierten Planeten führen.

Zu Atlans Überraschung entpuppen sich die Absender als alte Bekannte des Roboters Geselle. Es sind Cschwnskis, Überlebende der KROVA-ONORO, die seinerzeit die HORNISSE repariert haben. Atlan erklärt sich gerne bereit, ein Raumschiff der Celester anzufordern, das sich der Schiffbrüchigen annimmt. Einem tüchtigen Geschäftsmann wie Krzptl ist natürlich klar, dass dafür ein gewisser Obolus zu entrichten ist, zufällig deckt dieser genau die Schulden, die Geselle noch bei ihm hat, inklusive der angefallenen Zinsen.

Die Cschwnskis berichten, dass ihre Rettungskapseln nach der Vernichtung der KROVA-ONORO zufällig in dieses System gelangten, wo sie anschließend seltsame Impulse von den Monden des dritten Planeten empfangen haben. Bevor sie dieser Entdeckung nachgehen konnten, ist eine Art durchscheinende Wolke erschienen, vor der sie auf den vierten Planeten geflüchtet sind. Bei der Schilderung denken Atlan und Anima sofort an EVOLO, der jedoch nicht mehr in dieser Form existiert.

Die HORNISSE und die ACORAH-CEN fliegen zunächst allein ins Beka-System ein, wo ein einzelnes Wachschiff kreuzt. Der Raumer kann noch eine Hyperfunknachricht absenden, dann wird er von Geselles Schiff schrottreif geschossen. Die Besatzung entkommt in Rettungsbooten.

Nachdem auch der Rest der celestischen Flotte eingetroffen ist, bringt die ACORAH-CEN zunächst einen zu einer Bombe umgebauten 60-Meter-Kugelraumer in das Nukleat, wo sich bereits eine gegnerische Flotte versammelt hat. Diese schluckt den Köder, mehrere Wachschiffe fallen der Explosion zum Opfer.

In Fünfergruppen, mehr erlaubt die Kapazität der ACORAH-CEN nicht, werden anschließend Dutzende weitere Schiffe im Schleppverfahren ins Nukleat befördert. Sie liefern der Wachflotte ein heftiges Gefecht, während Geselles Raumer sich mit vier Begleitschiffen Plandom zuwendet. Nach der Zerstörung einiger Abwehrforts landet die HORNISSE auf dem Hauptkontinent.

Angeführt von Geselle und Hage Nockemann dringt ein Stoßtrupp durch ein zerstörtes Abwehrfort in den Untergrund Plandoms vor. Mit von der Partie sind dabei auch Hu und Ha, die, wie sich bald erweist, in ihren Hautfalten schlagkräftige Waffen verborgen haben. Während die Eindringlinge sich immer tiefer vorarbeiten, strahlt die Zentralpositronik des Planeten einen ersten Notruf an ihren Herrn ab.

Da Geselle von Atlan eine Menge Informationen über Plandom erhalten hat, gelingt es dem Roboter bald, den Zugang zum DIMETROM zu finden. Ein weiterer Notruf erfolgt, direkt an Aytakur gerichtet.

In Zusammenarbeit mit Jododoom und Jodokat schafft es Geselle, sämtliche Sicherungseinrichtungen des DIMETROMS auszuschalten. Er beginnt, die Dimensionsdivergenzer auszuschalten, zunächst einzeln, dann über Verteilerknoten in großer Zahl. Auf der Innenseite einer Art Planetarium lässt sich der Fortschritt verfolgen. Inzwischen beginnen einige Thater damit, Sprengkörper anzubringen, um den Schwarzen Sternenbrüdern jede Möglichkeit zu nehmen, das DIMETROM erneut für ihre Zwecke zu missbrauchen.

Kaum hat der Roboter den Rückzug angeordnet, bebt plötzlich der Boden. Die Station beginnt zusammenzubrechen. Dann meldet die HORNISSE, dass eine Energiewolke im Sonnensystem aufgetaucht ist, Aytakur. Während Geselle und Nockemann versuchen, ihre Leute in Sicherheit zu bringen, erscheint plötzlich ein junges, scheinbar celestisches, Mädchen und stellt sich als Kassja vor. Sie warnt ebenfalls vor Aytakur und führt die Flüchtenden zu einem Treppenaufgang.

Jodokat warnt Hage, dass Kassja kein Mensch sei, auch Ha und Hu hätten das erkannt. Laut der Alkorderin sind die beiden telepathisch begabt. Sie gehören zum Volk der A'Glossa und die meisten ihrer Artgenossen sind den Gerüchten über die WELT DES EWIGEN LEBENS gefolgt. Nun sind sie auf der Suche nach den Verschwundenen und wollen außerdem Rache.

Unter Kassjas Führung kommen Geselle und seine Gefährten gut voran, immer wieder warnt das Mädchen rechtzeitig vor angreifenden Gegnern. Doch plötzlich ist sie verschwunden, dafür erscheint kurz darauf ein kleiner Junge und behauptet, er sei Narktuan. Er will die Gruppe in Sicherheit bringen vor Aytakur, den sein Vater Kassja-Narktuan nur vorübergehend aufhalten könne.

Der dritte Planet wird von zwei offensichtlich künstlich installierten Monden umkreist, die sich exakt gegenüberstehen. Als die STERNSCHNUPPE einen der beiden Himmelskörper anfliegt, baut sich das Feld eines Situationstransmitters auf und strahlt den Diskusraumer in eine Halle im Mondinneren ab. Wie sich bald herausstellt, handelt es sich noch um eine Anlage des Erleuchteten, ein ehemaliges Lager für Psi-Potentiale.

Während Atlan und seine Begleiter die Station untersuchen, nimmt Chybrain erneut die Ausstrahlung Aytakurs wahr. Dieser befindet sich demnach im Beka-System. Der Arkonide lässt die STERNSCHNUPPE die Deckschicht über dem Hangar zerstrahlen und startet mit höchster Beschleunigung in Richtung Plandom.

Geselles Gruppe samt Narktuan erreicht unbeschadet die HORNISSE. Von den anderen Schiffen erfahren sie vom Zusammenbruch des Nukleats und der Barrieren um den Nukleus. Die Operation war ein Erfolg.

Kaum hat die HORNISSE den Weltraum erreicht, schreit Narktuan auf. Aytakur hat sich aus Kassja-Narktuans Einfluss befreit. Momente später wird ein celestischer Raumer von einer Energiewolke angegriffen und fällt auseinander. Selbst die Rettungsboote attackiert der Sternenbruder noch. Geselle weist die anderen an, durch den Transmitter zur VIRGINIA III zur gehen. Sie bringen sich in Sicherheit, nur Narktuan verschwindet spurlos während des Transmitterdurchgangs.

Der Roboter lässt die Konverter unter Volllast laufen, alle Waffen sind aktiviert, die Energiespeicher bis zum Bersten geladen. Dann steuert er die HORNISSE in die Energiewolke, die offensichtlich immer noch mit etwas kämpft. Kurz darauf erschüttert eine gewaltige Explosion das System.

Als die STERNSCHNUPPE eintrifft, informiert Arien Richardson Atlan über die Ereignisse. Auch Kassja-Narktuan erscheint noch einmal. Er berichtet, dass Aytakur zwar geschwächt sei, aber nicht geschlagen. Es könne sein, dass nur noch Stunden bleiben, bis die entfesselten Kräfte des Jetstrahls die Galaxie ins Verderben stürzen.

Atlan hat jedoch noch eine winzige Hoffnung. Während eines Orientierungsaustritts hat er einen Hyperfunkspruch mit einem Koordinatensatz empfangen.
Der obige Text und Bilder wurde per GNU-Lizenz der Perrypedia entnommen.
Robert Straumann hat mir noch eine weitere Innenillu zu diesem Roman zukommen lassen, welche bis dato noch nicht Ihren Weg in die Perrypedia gefunden hat. Ich möchte Sie Euch natürlich nicht vorenthalten.......

Bild
Benutzeravatar
Yman
Zellaktivatorträger
Beiträge: 2098
Registriert: 6. März 2016, 08:48

Re: Klassiker-Zyklus: die Zeitchirurgen (800 - 850)

Beitrag von Yman »

Lumpazie hat geschrieben: 20. November 2022, 10:08 Im Jahr 1988 erschien der Band 849 der Atlan-Heftserie:

Offensive gegen Aytakur

von Hubert Haensel
Zu einigen Beiträgen über die sensationellen Illustrationen von Robert Straumann und auch einigen Beiträgen des Grauen Lords möchte ich mich gerne noch ausführlicher äußern, heute nur knapp zum aktuellen Roman. Gegen Ende sind mir Details nun gar nicht mehr so wichtig, fällt mir auf, es zählt fast nur noch das "große Ganze", und natürlich auch, wie gut ein Roman zu lesen war.

Hubert Haensel ist mir als sehr angenehmer Autor aufgefallen, der Roman war sehr gut zu lesen, keine Sekunde langweilig. Zwar hatte ich vorübergehend das Gefühl, einen Ewers-Roman zu lesen, als die beiden Frösche Hu und Ha auftauchten, und ich fragte mich, was das nun wieder sollte, aber es lohnte sich dann natürlich auch nicht wirklich darüber nachzudenken. Sie waren einfach da und leisteten ihren Beitrag im Kampf gegen Aytakur. Und natürlich war es auch ein würdiger Abschied von Hage Nockemann, denke ich, demBiologen, was auch immer. Blödel/Geselle, der sich weitgehend sinnlos mit großer Gestik opfert - wenn die Serie noch weiter gelaufen wäre, wäre auch diese Figur wieder aufgetaucht. Ich werde ihn nie vergessen, aber auch nicht wirklich vermissen. Mit Band 849 hat die Figur für mich definitiv ausgedient.

Die Ausschaltung des DIMETROMS bewirkt zumindest eine Angleichung von Nukleus und Nukleat und ein Wegfallen der Barrieren, was als Erfolg angesehen werden kann, auch wenn der Jetstrahl immer noch tobt und ein Ende der Galaxie Alkordoom unmittelbar bevorsteht, aber es ist ja noch ein Roman übrig. Aytakur konnte sich noch mit Psipotentialen aus den Restbeständen des Juwels stärken, sein Pendant ist ebenfalls vor Ort, und Kassja-Narktuan, hinter dem sich möglicherweise ein weiteres Nachfolgewesen EVOLOs, zumindest ein Verwandter der beiden psionischen Pakete, verbergen könnte, hat eine Kostprobe seiner Kräfte abgegeben, so dass sich nun ein Showdown abzeichnet, aber was sonst soll auch im letzten verbleibenden Roman noch passieren?

Mit dem Serienwissen von heute erscheint mir jedoch der Plan der Sternenbrüder zweifelhaft, die Verwundbarkeit der Kosmokraten, übertrieben. Aber damals waren sie wohl noch nicht die Seriengötter von heute. Aber so oder so, für Alkordoom ist die Bedrohung real. Atlan muss etwas tun. Chybrain, Anima, Kassja-Narktuan, die STERNSCHNUPPE, Alkorder und Celester, und wer sonst noch an Atlans Seite steht, das muss dann irgendwie reichen.
Grauer Lord
Plophoser
Beiträge: 322
Registriert: 1. Januar 2014, 13:41

Re: Klassiker-Zyklus: die Zeitchirurgen (800 - 850)

Beitrag von Grauer Lord »

„Offensive gegen Aytakur“ ist von Hubert Haensel gekonnt und mit einigem Tiefgang geschrieben. Haensel - dem Robert Straumann eine absolut kultverdächtieg Ilu gewidmet hat - bringt uns die letzten Momente von Geselle nahe und schafft es, dem Roboter, der in der Serie so oft für Klamauk und Blödsinn missbraucht wurde, einen würdigen Abgang zu verschaffen. Beeindruckend seine letzten Gedanken und die damit verbundene Selbsterkenntnis: Wenn das Leben eines Menschen vor dem Tod im Zeitraffer an ihm vorbeizieht, dann bin ich kein Mensch.
Was einmal mit den Überresten Blödels begonnen hat, durch Schwiegermutter des Käsehändlers Schirtuboh ergänzt wurde, dann noch Komponenten eines Traykon assimilierte, wurde am Ende des Zyklus zu etwas Größeren, das mehr ist als bloß die Summe seiner Teile.

Von der Handlung her passiert so einiges: Das DIMETRON wird vernichtet und durch das Ausknipsen der Dimensionsdivergenzer fällt das Nukleat nach und nach in den Normalraum zurück. Kassja-Naktuan ist so stark, dass er sogar das Psi-Paket Aytakur schwächen kann. Entdeckt werden auch noch Hinterlassenschaften des Erleuchteten, in denen mal Psi-Potentiale gelagert wurden. Ein Verweis auf das Wahnsinnige des Plans, der sich immer noch verwirklicht, obwohl der Urheber längst tot ist.

Was die beiden „Frösche“ in der Handlung sollte, wurde mir nicht klar; gestört haben sie nicht, gebraucht hat es sie aber letztlich auch nicht. Ansonsten hat sich Aytakur endlich mal so gezeigt, wie wir das von EVOLO in Manam-Turu gekannt haben, als weiße, flirrende Wolke. Und der Jetstrahl lodert und tobt weiter vor sich hin ….

Was @Ymans Gedanken zum gegen die Kosmokraten gerichteten Plan angeht: Aus heutiger Sicht würde mal das so wohl wirklich nicht mehr schreiben, da die Hohen Mächte hinter den Materiequellen ja extrem entrückt sind. Eine gewisse Verwundbarkeit muss damals aber noch von den Autoren angenommen worden sein, denn so um Band 900 herum gab es ja auch den Plan der Loower, mit ihrer Flotte, Kairaquola hieß die glaube ich, durch eine ganz bestimmte MQ hindurch und zu den Kosmokraten zu gelangen, die sie für Ihren Niedergang verantwortlich machten. So gesehen ist die aktuelle Handlungsidee zwar aus der Zeit gefallen, damals aber nicht so ganz abwegig gewesen.

Ein recht spannendes Heft also, das die Bühne bereitet für das große Finale in Band 850, der auf der letzten Seite als „Höhepunkt und vorläufiges Ende der Serie“ angeteasert wurde. Vorläufig stimmt ja auch, immerhin gab es mit der Serie von Mini-Zyklen einige Jahre später ja noch einmal so etwas wie eine Fortsetzung. Die klassische Atlan-Serie endet für uns aber in der nächsten Woche.
Lumpazie
Kosmokrat
Beiträge: 4812
Registriert: 25. Juni 2012, 21:49
Wohnort: Neben der Furth von Noricum

Re: Klassiker-Zyklus: die Zeitchirurgen (800 - 850)

Beitrag von Lumpazie »

Im Jahr 1988 erschien der Band 850 der Atlan-Heftserie:

TRANSFER

von H.G. ewers und Peter Griese

Bild

Innenillustration:

Bild

Bild

Bild


Handlung:

Atlan hat von unbekannter Seite per Hyperfunk einen Satz Koordinaten erhalten. Er vermutet, dass sich an jener Stelle das Kybodrom befindet, von dem aus er das in der tiefen Vergangenheit installierte Sicherheitsprogramm aktivieren kann. Den Arkoniden plagen jedoch nach wie vor schwere Bedenken, denn er würde damit ein Zeitparadoxon unvorstellbaren Ausmaßes schaffen.

Trotzdem ist er mit der STERNSCHNUPPE auf dem Weg an diesen Ort, denn er muss sich alle Optionen offenhalten. Begleitet wird er wie meist von Anima und Chipol. Die Vardi leidet unter dem Gedanken, bald allein zu sein. Sie weiß, dass Atlan sie in absehbarer Zeit verlassen und nach Kran zurückkehren wird.

Unterwegs erhält die STERNSCHNUPPE überraschend Funkkontakt zur STERNENSEGLER. Deren Besatzung bilden der Metagyrru Ban-Kabbir, Nachim-Kussa aus dem Volk der Tigganois und der Zgmahkone Pago-Delh. Der Aktivatorträger erinnert sich, die drei nach ihrer gemeinsamen Rückkehr aus der Vergangenheit, an einem Stützpunkt der Metagyrrus abgesetzt zu haben.

Ban-Kabbir informiert Atlan, dass er es war, der dem Arkoniden die Koordinaten geschickt hat. Gemeinsam mit seinen Begleitern ist es dem Metagyrru gelungen, den Standort des Kybodroms zu ermitteln. Als er etwas später Raanak auf der RA-perfekt über Hyperfunk erreicht hat, hat er den Paddler um die Zusendung der STERNENSEGLER gebeten. Dabei hat er auch erfahren, dass sich die Werftplattform zur Zeit in einer ruhigen Zone nahe dem Jetstrahl aufhält.

Nun, da der Arkonide genau weiß, was sich an den Koordinaten befindet, will er einen letzten Versuch unternehmen, das Problem in der Gegenwart zu lösen. Bevor es dazu kommt, beginnt der Jetstrahl jedoch, mit vielfacher Überlichtgeschwindigkeit Materie einzusaugen. Noch beschränkt sich das Phänomen auf Staubteilchen und Gase, es ist aber nur eine Frage der Zeit bis Planeten und Sonnen folgen werden. Zudem bricht ein energetisches Chaos aus, das die STERNSCHNUPPE an einen unbekannten Ort im Nukleus versetzt.

Noch bevor das Schiff feststellen kann, wo es sich befindet, erscheint plötzlich Chybrain an Bord. Das Kristallei ist nicht nur schwer angeschlagen und verfügt kaum noch über Energie, es ist auch völlig verzweifelt und glaubt nicht mehr an einen Erfolg des Arkoniden. Chybrain sagt, die Schwarzen Sternenbrüder hätten seine Identität enthüllt und seien ihm auf den Fersen. Dann wird er unsichtbar.

In diesem Moment materialisiert ein Abgesandter der Sternenbrüder. Chybrain kann Atlan noch einen Brocken Jenseitsmaterie zukommen lassen, dann flüchtet er. Atlan kann den Abgesandten mit der Jenseitsmaterie vernichten.

Angesichts der aktuellen Entwicklung steuert der Arkonide sein Schiff wieder Richtung Kybodrom. Vor einer kugelförmigen Sternenballung aus rund achtzig Sonnen unterbricht die STERNSCHNUPPE den Linearflug. Das Kybodrom muss sich innerhalb der Ballung befinden, der Einflug ist jedoch riskant. Kurz darauf trifft auch die STERNENSEGLER ein.

Gemeinsam setzen die beiden Raumschiffe den Flug fort. Als Atlan und die anderen schon glauben, sie hätten ihr Ziel erreicht, erleben sie eine Enttäuschung. Das vermeintliche Kybodrom ist nur eine Projektion, das Original befindet sich laut Ban-Kabbir im Dakkarraum, dort gibt es einen Schlüssel, die Omegade. Erst mit dieser lässt sich das Programm aktivieren.

Bevor der energiefressende Niveauselektor in Betrieb genommen werden kann, muss die STERNSCHNUPPE auftanken. Das geht jedoch nur in einiger Entfernung von der Sternballung. Als sie schließlich in den Dakkarraum wechselt, bleiben die Orter zunächst leer, keine Spur vom Kybodrom. Dann erscheint Kassja-Narktuan in der Zentrale.

Der ehemalige Prophet teilt dem Arkoniden mit, dass dies wohl sein letzter Besuch sei. Ansonsten unterhält er sich vornehmlich mit seinen »Freunden« Anima und Chipol. Außer dass er versucht, Anima Trost zu spenden, hat er keine konkrete Hilfe zu bieten.

Atlan lässt sein Schiff den vermuteten Standort des Kybodroms exakt anfliegen. Das nächste was in der Ortung erscheint ist jedoch Chybrain, genauer gesagt sieben von seiner Sorte. Der Aktivatorträger erkennt schnell, dass es sich um Abgesandte der Sternenbrüder handelt. Mit einem Trick wimmelt er sie ab.

Das falsche Kristallei hat der STERNSCHNUPPE jedoch die Energiereserven entzogen, wie sich gleich darauf herausstellt. Das Schiff muss in den Einsteinraum wechseln. Nach dem Auftanken fliegt Atlan erneut in die Sternballung und lässt sein Schiff erst hier in den Dakkarraum wechseln, mit Erfolg.

Das Kybodrom ist im Wesentlichen eine dreißig Kilometer lange, acht Kilometer durchmessende Röhre. Atlan, Anima und Chipol betreten es durch eine Schleuse. Atlan ist fasziniert von den Strukturen auf der Innenwand, die vermutlich komplexe Maschinen sind, er hat jedoch keine Zeit sie näher zu untersuchen. Er ruft, er suche die Omegade. Ein Wesen in einer braunen Kutte erscheint und händigt sie ihm aus, nachdem sie Ethik und Moral des Arkoniden einem kurzen Test unterzogen hat.

Als Atlan und seine beiden Gefährten wieder in der STERNSCHNUPPE sind, beschließt der Aktivatorträger, die Omegade noch nicht einzusetzen. Zunächst will er sich einen Überblick über die aktuelle Situation im Nukleus verschaffen.

In einer Hinsicht hat sich die Lage verbessert, es gibt regelrechte Schneisen zwischen den energetischen Störungen in denen Ortung und Hyperfunk gut funktionieren. Eine Vielzahl von Raumschiffsverbänden befindet sich auf dem Weg zum Jetstrahl und damit auf die Zerobrücke. Allein von Jarkadaan aus haben sich etwa 10.000 Einheiten auf den Weg gemacht, wie der Arkonide feststellt.

Nach einer weiteren Auftankphase nimmt Atlan Kontakt zu Arien Richardson in der VIRGINIA III auf. Er bittet ihn um Unterstützung durch eine größere Flotte. Gemeinsam mit dieser will der Aktivatorträger den Eintauchpunkt in die Zerobrücke aufsuchen.

Am Eintauchpunkt versuchen die 1000 Einheiten, die Richardson geschickt hat, einen Verband anfliegender Schiffe zu stoppen. Diese lassen sich jedoch auf keinen Kampf ein, lediglich zehn der Raumer beschäftigen die Celester, während die anderen den Flug fortsetzen.

Als sich Atlan endlich entscheidet, die Omegade einzusetzen, funktioniert das Gerät nicht. Es arbeitet nur in der Nähe des Kybodroms, muss der Arkonide entsetzt feststellen. Er macht sich auf den Rückweg, bald darauf ist die STERNSCHNUPPE wieder im Dakkarraum.

An Stelle des Kybodroms befindet sich ein Dimensionsstrudel, dem Atlans Schiff nur deshalb entkommt, weil er sich plötzlich auflöst. Das Kybodrom, jetzt mit seiner Projektion zu einem Objekt vereinigt, erscheint. Mit ihm taucht die STERNENSEGLER auf, verfolgt von zgmahkonischen Raumschiffen. Atlan lässt die STERNSCHNUPPE unterstützend eingreifen, die Hilfe kommt jedoch zu spät. Unter dem Feuer der Gegner vergeht die ehemalige WEISHEIT DER KÄLTE. Ban-Kabbir, Nachim-Kussa und Pago-Delh sind tot.

Die Schiffe der Zgmahkonen wenden sich jetzt der STERNSCHNUPPE zu. Dem konzentrierten Feuer der Übermacht ist das kleine Schiff nicht lange gewachsen. Als seine Zerstörung unausweichlich scheint, reagiert die Omegade. Sie beginnt, intensiv im Sextadimbereich zu strahlen, die feindlichen Schiffe müssen fliehen.

Atlan wird klar, dass er das Zeitparadoxon ausgelöst hat. Die Konsequenzen kann er jedoch nicht abschätzen, es ist möglich, dass er damit das Ende des Universums eingeleitet hat. Heftige energetische Entladungen sind auf den Bildschirmen zu beobachten, vor seinem geistigen Auge sieht der Arkonide wie die Zerobrücke zerfällt.

Als Ruhe einkehrt, ist der Jetstrahl nach wie vor vorhanden, doch er strahlt nur noch in einem normalen und ungefährlichen Maß. Plötzlich erscheint Kassja-Narktuan noch einmal in der Zentrale. Er fordert Atlan auf, persönlich gegen Zattzykur anzutreten, dieser sei auf dem Weg zum Kybodrom. Durch die letzten Ereignisse sei er aber geschwächt. Dann verschwindet er so schnell wie er gekommen ist.

Der Arkonide begibt sich erneut ins Kybodrom und schickt seine Gefährten mit der STERNSCHNUPPE fort. Zattzykur erscheint wenig später in der Gestalt Dulugshurs. Als der Arkonide ihn unter Beschuss nimmt, lacht er nur. Dann feuert er zurück. In diesem Moment greift das Kybodrom ein, ein Strahlenbombardement beginnt, dem Zattzykur nichts entgegenzusetzen hat, er vergeht. Doch auch für das Kybodrom war dieser Kraftakt zu viel. Kaum hat der Aktivatorträger es verlassen, löst es sich auf.

Der Arkonide weist die STERNSCHNUPPE an, Turuftan anzusteuern. Während einer Linearetappe erscheint ein Abgesandter Aytakurs an Bord. Er fordert Atlan auf nach Ymon zu kommen, einer Welt im Zentrum des Nukleus.

Während er sein neues Ziel anfliegt, nimmt der Aktivatorträger Kontakt zum Turuftan-System auf, wo sich Alkorder und Celester bereits zu Verhandlungen zusammengefunden haben. Sie besprechen die Zukunft Alkordooms. Dann erscheinen Chybrain und Kassja-Narktuan auf der STERNSCHNUPPE, sie wollen den Arkoniden nach Kräften unterstützen.

Als er Chybrain, seinen geistigen Arm, in sich aufgenommen hat, begibt sich Atlan nach Ymon. Bald nimmt Aytakur gedanklichen Kontakt zu ihm auf, er fordert den Aktivatorträger auf, ihm sein ganzes Wissen zur Verfügung zu stellen. Das psionische Paket glaubt, damit sei es in der Lage, ein neues Reich aufzubauen und gleichzeitig seinen Gegner zu töten. Auf Anraten Chybrains und des Extrasinns kommt Atlan der Forderung nach. Mit Chybrains Hilfe schickt er eine Kopie seines Geistesinhalts ab, Aytakur erweist sich diesem als nicht gewachsen. Er explodiert förmlich.

Erneut erscheint Kassja-Narktuan und dankt Atlan. Er sagt, er kehre jetzt heim nach Barquass. Kassja-Narktuan ist EVOLO.

Auch Chybrain verabschiedet sich, er war von Beginn seiner Existenz an ein Teil des Plans der Kosmokraten. Er ist nur entstanden, weil Atlan ihn gebraucht hat. Jetzt ist es Zeit für das Kristallei, sich in die Welt jenseits der Materiequellen zu begeben.

Plötzlich sieht sich Atlan im Leerraum schweben. In einer Vision erlebt er, wie seine alten Freunde durch Celeste laufen, Benjamin Boz Briggs enthüllt ein Denkmal für den Arkoniden. Dann geht es zurück nach Kran für den Aktivatorträger.

Der obige Text und Bilder wurde per GNU-Lizenz der Perrypedia entnommen.
Grauer Lord
Plophoser
Beiträge: 322
Registriert: 1. Januar 2014, 13:41

Re: Klassiker-Zyklus: die Zeitchirurgen (800 - 850)

Beitrag von Grauer Lord »

Nun liegt es vor uns, das letzte Atlan-Heft der klassischen Serie: „Transfer“ von H.G . Ewers und Peter Griese. Wird es den Erwartungen gerecht, die man an einen Zyklusabschluss und das Ende der Serie gehegt hat?

Ich finde die Antwort schwer. Das Heft ist eine furiose, actiongeladene Achterbahnfahrt zwischen verschiedensten Schauplätzen, dazu taucht immer wieder der rätselhafte Kassja-Narktuan auf, der sich am Ende als EVOLO entpuppt, der von der neuen Entität Barquass nach Alkordoom geschickt wurde. Das erklärt auch seine rätselhaften Möglichkeiten, in der fernen Vergangenheit die Alkorder auf das Erscheinen Atlans einzuschwören. Denn wenn die Sternenbrüder (zumindest einer) die Zeit manipulieren können, warum sollte das ihr „Elter“ nicht auch drauf haben? Auch die gewisse Nähe Animas zu dem Propheten kann man sich so erschließen, steckt doch sicherlich noch ein Hauch Hartmann vom Silberstern in Kassja-Natktuan/ EVOLO. Dieses Rätsel wurde für mich also befriedigend gelöst.

H.G. Ewers werden vermutlich die philosophischen Einsprengsel zu verdanken sein, dass unser Sein nur eine Illusion ist und am Urgrund von allem die Große Realität liegt; das sind Gedanken, an die ich mich in anderem Zusammenhang bei ihm erinnere. Peter Griese wird wohl die wiederholten Gedanken über das Wahnsinnige der aktuellen Situation zu verdanken sein, dass ein vor 10 000 Jahren von Vergalo ausgebrüteter Plan seiner Vollendung zustrebt, derweil der Urheber des ganzen längst tot ist. In dem Zusammenhang fand ich auch das lapidar kurz geschilderte Ende Aytakurs sehr stark, der - mit den Gedanken und Gefühlen Atlans „infiziert“ - wohl schlagartig erkannt hat, wie verrückt und sinnlos sein eigenes, in seiner Psi-DNA einprogrammiertes Streben ist und sich mit dem Satz: „Welch ein Irrsinn!“ selber auslöschte.

Das war ungewöhnlich, die Handlung insgesamt flott und atemlos geschrieben. Trotzdem bleibt natürlich auch viel Kritik übrig, denn der ganze Komplex um das Thema Zeitchirurgen und die Zeitfestung wurde gnadenlos abgewürgt, die beiden letzten Metagyrrus in der Handlung mitsamt der STERNENSEGLER in die Luft gesprengt. Wer Antworten erwartet hatte, wie die Einhörner aus M 87 ihre Machtmittel gebaut haben, was die Zeitfestung nun eigentlich darstellte, der wurde bitter enttäuscht. Zu allem Überfluss wurde mit dem Kybodrom auch noch ein weiteres Element eilig in die Handlung geschustert, dazu auch noch die Omegade. Ich finde, es hätte aus dem Bestand der Gadgets, die ab Band 800 eingeführt wurden, sicher genug Möglichkeiten gegeben, die Handlung zu einem Ende zu bringen. Diese völlig neuen Elemente sind einfach nur ein deus ex machina um die abrupt eingestellte Serie handlungstechnisch irgendwie abzubinden. Ich finde, das merkt man dem Roman schon an.

Warum die riesigen Flotten sowohl der Zghmahkonen als auch diverser Völker aus Alkordoom zusammengestellt wurden, blieb am Ende auch nebulös. Wenn man bedenkt, mit wieviel Akribie zu Beginn dieses Zyklus das Anwerben geschildert wurde, ist eine ziemlich vage Auflösung als „Ablenkungsaktion“ schon ziemlich schwach. Nicht ganz verstanden habe ich auch, was Atlan denn nun durch sein Zeitparadoxon eigentlich bewirkt hat; den Jetstrahl gibt es ja (äußerlich) nach wie vor, es wurden nur „einige Komponenten“ daraus entfernt. Aha.

Aber was soll’s, das ist alles vergossene Milch, wie man so schön sagt. Es bleibt ein turbulenter Zyklusabschluss mit einigen, gewaltsam zurecht gebogenen Hilfselementen, denn mit Erscheinen von Band 800 rechnete wohl noch niemand damit, dass das Ende so schnell kommen würde. Der sehr kurze Abschied Atlans von seinen Getreuen, sozusagen aus der Vogelperspektive des Rückkehrers nach Vayquohst, hat mich trotzdem irgendwie berührt und noch einmal an viele schöne Lesestunden erinnert.

Interessante Parallelen zum langsamen Dahinscheiden der Serie bei der Auflage zeigt übrigens ein Blick auf die Zugriffszahlen auf die diversen Threads zu Atlan in jüngster Zeit hier im Forum:

Die Abenteuer der SOL (500 - 599): 139 698 Zugriffe
Anti-ES und die Namenlose Zone (600 - 674): 75 609 Zugriffe
Alkordoom (675 - 699): 24 066 Zugriffe
Das Neue Konzil (700 - 749): 36 331 Zugriffe
EVOLO (750 - 799): 22 119 Zugriffe
Die Zeitchirurgen (800 - 849): bis jetzt 21 439 Zugriffe

Mir dem Neuen Konzil und Marianne Sydows Eingriff in die Serie haben sich demnach auch die Atlan-Interessierten hier im Forum öfter in unsere Diskussionen zum Nachlesen eingeschaltet. Mit den Heften ab 750 erfolgte ein klarer Einbruch des Interesses, ab Band 800 gingen die Zahlen wiederum kaum noch zurück. Was für mich auch klar an den interessanten Postings von Robert Straumann als Sonderfaktor liegt, der sich als Zeitzeuge zu Wort gemeldet und interessante Details „von früher“ berichtet hat. Das war wirklich super, ich sage dafür ganz herzlichen Dank!
Antworten

Zurück zu „ATLAN“