Atlan Klassiker Thread - der Centauri-Zyklus

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Lumpazie
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Atlan Klassiker Thread - der Centauri-Zyklus

Beitrag von Lumpazie »

Im Januar 2003 startete ein neuer 12-bändige Minizyklus. Diese liegen auch als zwei Neu-Ausgaben in Buchform, die Centauri HJB-Hardcover (2004) und Centauri Grünband-Ausgabe (2019, 2020 Edel Verlag) vor.

Wir werden hier wöchentlich einen Heftroman besprechen.
:st:

Am 14. Januar 2003 erschien der 1. Band des Centauri-Zykus:

Attentat auf Arkon

von Uwe Anton

Titelbild

Bild

Zeichner: Ertugrul Edirne

Das Titelbild lag dem Heft als Din A 3 Poster bei!

Handlung:

Prolog

Die Stimmung in der Milchstraße gegenüber den Unsterblichen ist nicht besonders gut. Zudem entwickeln sich erhebliche Spannungen zwischen der von politischen Falken regierten LFT und dem wiederbelebten Kristallimperium, in dem die Arkoniden die Phase der Dekadenz und Degeneration allmählich hinter sich lassen wollen. Atlan ist nach Arkon zurückgekehrt, hat bei den Arkoniden aber nicht mehr viel zu melden.

Attentat im Epetran-Archiv

Atlan beschäftigt sich mit einem Forschungsprojekt, das die Erforschung des erst kürzlich auf Arkon I entdeckten Epetran-Archivs zum Inhalt hat. Als er das Archiv am 11. Februar 1225 NGZ mit der schönen Historikerin Li da Zoltral besichtigt, wird ein Anschlag auf die uralten Einrichtungen ausgeübt, bei dem ein Krish'un geraubt wird. Diesen hatte Epetran da Ragnaari selbst im Rahmen seiner Forschung nach den Lemurern im Sternhaufen Omega Centauri gefunden. Atlan wird im Verlauf des Attentats beinahe getötet, er verdankt es nur dem schnellen, professionellen Eingreifen Lis, dass ein Desintegratorschuss ihn verfehlt. Seltsamerweise erinnert sich die Historikerin später nicht mehr an diesen Vorfall. Als die arkonidischen Sicherheitskräfte eingreifen, ist es schon zu spät. Zwei der vier Angreifer werden getötet, einer entkommt mit der Beute, der vierte wird so schwer verletzt, dass er sich nicht selbst in die Luft jagen kann. Der Überlebende wird in eine Klinik gebracht und notoperiert, aber ein unsichtbares Killerkommando beseitigt den Verletzten, bevor dieser mehr als »Baylamor« sagen kann. Atlan drängt sich der Verdacht auf, dass sowohl die Diebe, die den Krish'un erbeutet haben, als auch die Killer Hilfe von hochrangigen Arkoniden gehabt haben müssen, um überhaupt so weit kommen zu können. Mehr noch beunruhigt ihn aber, dass Li da Zoltral auch bei dem Angriff der Killer in der Klinik wie eine geschulte Geheimdienstagentin reagiert, sich hinterher aber nicht mehr daran erinnern kann. Erschwerend kommt hinzu, dass der Dieb offenbar genmanipuliert worden ist und dass festgestellt werden kann, dass diese Manipulationen typisch für die Gentechnik einer bestimmten arkonidischen Firma sind – und diese Firma gehört den da Zoltral!

Spur nach Omega Centauri

Atlan erhält von der Imperatrice Theta da Ariga, die ihrem ehemaligen Geliebten Atlan recht kühl gegenübertritt, den offiziellen Auftrag, den Attentaten auf den Grund zu gehen. Atlan ermittelt in Omega Centauri. Aufgrund der hohen Sterndichte und der schweren Hyperstürme, die in diesem Kugelsternhaufen herrschen, ist die überlichtschnelle Raumfahrt mit modernen Antriebssystemen dort kaum möglich. Deshalb ist diese eigentlich nicht weit von der Milchstraße entfernte Region noch weitestgehend unerforscht. Nach Epetrans Aufzeichnungen war es ihm damals gelungen, in den Sternhaufen vorzudringen – ausgerechnet mit Hilfe eines verbesserten Transitionstriebwerks, das er nur hatte entwickeln können, weil er Atlan und Perry Rhodan begegnet war, die mit dem Epotron, einer Anlage der Akonen, in die Vergangenheit gereist waren! Epetran hatte in Omega Centauri nicht nur den Krish'un gefunden, sondern auch ein Pyramidenfünfeck in lemurischer Bauweise, also die Kontrollstation für einen Sonnentransmitter. Es gibt noch eine Spur, die die Familie der da Zoltral in ein schlechtes Licht rückt: Sie haben seit einiger Zeit ein großes Interesse an Omega Centauri entwickelt und bauen fleißig Transitionstriebwerke in ihre Schiffe ein.

Crest-Tharo da Zoltral

Somit steht Atlans nächster Schritt fest. Er begibt sich zum Stammsitz der da Zoltral und trifft sich dort mit einem wichtigen Vertreter dieser Familie. Li ist offenbar nur weitläufig mit der Familie verwandt, denn Crest-Tharo da Zoltral, der von Atlan befragte Repräsentant der da Zoltral, scheint sie nicht zu kennen. Crest-Tharo gibt bereitwillig Auskunft über die Gentechnik-Programme seiner Firma, unter anderem über die Nos-man – Klonelefanten. Er wird aber wortkarg, als Atlan das Gespräch auf das Thema Transitionstriebwerke bringt. Neue Erkenntnisse bringt dieses Gespräch also nicht. Atlan beschließt, dass nur noch ein Flug nach Omega Centauri Aufklärung bringen kann, schließlich laufen dort letzten Endes alle Spuren zusammen. Seine ATLANTIS liegt zur Generalüberholung in der Orbanaschol-Werft auf Arkon II. Als Atlan dort seinen alten Freund Kassian da Orbanaschol besucht und sich einen Überblick über die noch nicht ganz abgeschlossenen Reparatur- und Modernisierungsarbeiten verschafft, wird ein weiterer Anschlag verübt, der offensichtlich Atlan zum Ziel hat: Ein Techniker überlastet einen Hypertropzapfer derart, dass die ganze Werft vernichtet zu werden droht. Kassian kann das Unheil in letzter Sekunde nur noch dadurch abwenden, indem er eine Energiekopplung zerschießt. Dabei wird er lebensgefährlich verletzt, überlebt aber.

Stippvisite auf Terra

Auf dem Weg nach Omega Centauri lässt Atlan sich Zeit, denn aus ihm und Li da Zoltral ist ein Liebespaar geworden, und da braucht man natürlich ein bisschen Zeit für angenehme Dinge ... Atlan legt auch einen Zwischenstopp auf Terra ein, wo er nicht gerade herzlich empfangen wird. Da Atlan aber immer noch Hanse-Sprecher ist, kann ihm der Zutritt ins HQ-Hanse und in den STALHOF nicht verweigert werden. Atlan weiß, dass dort ein weiterer Krish'un lagert, der seinerzeit von einem Zeitagenten der MdI erbeutet worden war. Dieses Wesen, das auch nach Jahrhunderten noch lebendig ist und ihn als Wirt akzeptiert, will er mit nach Omega Centauri nehmen. Im HQ-Hanse trifft Atlan auch auf Gia de Moleon, die zukünftige TLD-Chefin. Im Jahre 1225 NGZ ist diese Geheimdienstorganisation gerade erst im Entstehen begriffen. Von NATHAN erfährt der Arkonide, dass Unbekannte vor wenigen Wochen versucht haben, den Krish'un zu stehlen. Dass dieser Versuch gescheitert ist, während er im wesentlich besser abgesicherten Epetran-Archiv jedoch erfolgreich war, bestätigt Atlan in der Annahme, dass Arkoniden hinter der ganzen Angelegenheit stecken müssen. Wer immer den Krish'un auf Arkon I erbeutet hat, kann sich mit seiner Hilfe den Status eines Tamrats der Lemurer erschleichen, allerdings kann Atlan dies jetzt ebenfalls tun.

In Omega Centauri

Endlich dringt die ATLANTIS in den Kugelsternhaufen Omega Centauri ein. Prompt versagen die Metagrav-Triebwerke und die Hyperfunkverbindung nach außerhalb bricht ab. Erste Ortungen bringen seltsame Ergebnisse: Neben den durchschnittlich mehr als zehn Milliarden Jahre alten Sternen gibt es in Omega Centauri auch solche, die wesentlich jünger sind, was für einen Sternhaufen dieser Art ungewöhnlich ist. Als auch noch seltsame Hyperphänomene an Bord auftreten, befiehlt Atlan den Rückzug. Eine weitere Erkundung ist nur mit dem angedockten Kreuzer AT-TOSOMA möglich, der über ein Transitionstriebwerk verfügt. Mit diesem eigentlich veralteten Antriebssystem kann man innerhalb des hyperenergetischen Chaos von Omega Centauri bestimmte Sprungpunkte ansteuern, an denen Ent- und Rematerialisierungen von Raumschiffen einigermaßen ungefährlich möglich sind. Atlan bricht also mit einer kleinen Besatzung, die aus allen möglichen Völkern zusammengesetzt ist, erneut in den Sternhaufen auf. Alsbald fallen auch auf der TOSOMA Metagrav und Syntrons aus, so dass man auf Transitionstriebwerke und Positroniken umstellen muss. Schon bald können Funksprüche aufgefangen werden – vorwiegend in altlemurischer Sprache. Bald steht fest, dass sich hier, praktisch vor der Haustür der Milchstraßenvölker und von diesen unbemerkt, Reste der einst riesigen lemurischen Zivilisation gehalten haben. Kurz nachdem Atlan eine aus 20 blauen Riesensonnen bestehende künstliche Sternkonstellation entdeckt, wird die TOSOMA von zwei großen Walzenraumern angegriffen, die auf keinen Funkspruch reagieren.

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Yman
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Re: Atlan Klassiker Thread - der Centauri-Zyklus

Beitrag von Yman »

Frohes neues Jahr!

Ich habe mit dem Lesen angefangen und bin von den ersten Seiten sehr angetan! Atlan als Person, klassisch als Ich-Erzähler, ist sehr gut getroffen. Ist dies Uwe Antons erster Atlan-Roman bzw. Roman mit Atlan als Hauptperson in der Ich-Form?
Grauer Lord
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Re: Atlan Klassiker Thread - der Centauri-Zyklus

Beitrag von Grauer Lord »

Von mir auch ein frohes neues Jahr an alle!

Habe das erste Centauri-Heft durch, bin (wieder) komplett begeistert und stelle meine Kritik morgen ein.
Grauer Lord
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Re: Atlan Klassiker Thread - der Centauri-Zyklus

Beitrag von Grauer Lord »

Band 1 des Centauri-Zyklus hat mir ausnehmend gut gefallen! Er spielt im Jahr 1225 NGZ und in der Lücke zwischen den Heften 1799 und 1800. Uwe Anton liefert uns als Startpunkt der nächsten Abenteuer einen Roman, der wirklich prallvoll mit Informationen über diese Zeiten ist, voller Reminiszenzen, Details und kleinen Andeutungen, die das Leserherz höher schlagen lassen. Kein Vergleich zu den aktuellen Heften der Erstauflage, die mich mit dem im Nichts versandenden Ende des letzten Zyklus und einem immer massiveren Mangel an Erklärungen und Grundlagen, die auch mal einige Zeit Bestand haben, erstmals nach 43 Jahren ans Aufhören denken lässt.

Umso mehr Zeit für die alten Hefte! Anton hat die Schauplätze der Handlung und die Serienhistorie voll im Griff. Wir folgen Atlan zunächst über diverse Schauplätze im Arkon-System, wo sich im uralten Epetran-Archiv unbekannte Attentäter daran machen, einen Krish’ un zu stehlen, einen der lebendigen Umhänge, die die lemurische Tamräte einst als Symbol ihrer Macht und für Überrang-Identifikation benutzt haben. Allein das und die plastische Schilderung Arkons setzen schon Kopfkino und viele Erinnerungen an frühere Abenteuer in Gang. Ebenso die Begegnung mit der Imperatrice Theta von Ariga, Kassian sowie der Besuch im Kelch der Zoltrals, die wohl der Dreh- und Angelpunkt der Handlung sind. Sie erwirtschaften ihren neuen Reichtum durch Klon-Experimente mit einer noch ungeklärter Ausgangsbasis (auch der hassgeliebte Elefant Norman findet hier eine Erklärung) und setzen seit geraumer Zeit auf spezielle Transitionstriebwerke, die Atlan am Ende auf die richtige Spur gen Kugelsternhaufen Omega Centauri führen. All das passiert aber nicht über Dutzende Hefte verteilt, sondern eben in einigen wenigen, atemlosen Abschnitten.

Das Heft schildert gekonnt auch die politisch gespannte Situation zwischen dem aufrüstenden Terra unter neuer Führung, und Arkon. Auch die gute alte Kosmische Hanse wird endlich mal erwähnt. Der Knaller ist aber der Kugelsternhaufen Omega Centauri selber, der zwar sehr nahe liegt, aber durch Hyperschwallfronten so gut wie komplett von der Außenwelt angeschnitten ist; nur an 15 bestimmten Sonnen soll es die Möglichkeit für Transitionen geben. Gut gefallen haben mir die Funksprüche, die die TOSOMA auffängt. Sie belegen, dass ich im sternendschungel Centauris seit ewigen Zeiten nichts geändert hat und Bedingungen konserviert wurden, über die die Zeit in der Milchstraße längst hinweggegangen ist. Von den Grossarts ist zu hören (die maahkschen Mutanten, die einst die Condos Vasac beherrschten), von einem varganischen Doppelpyramiden-Schiff ist die Rede, von Lemurerabkömmlingen usw usf. Das macht Lust, auf Entdeckungsreise zu gehen.

Fazit: Uwe Anton hat eine gut gelungene, koloritgesättigte Szenerie als Einstieg und Ausgangsbasis erschaffen. Dass viele der folgenden Hefte „einfacher“ gestrickt sein werden, dürfte klar sein. Als Leser fühle ich mich durch die kanongetreue Schilderung der Milchstraße aber ernst genommen. Und dass das ganze auch noch eine höhere Dimension hat, wird uns ja durch die Schilderung Samkars klar gemacht, des in der kosmischen Fabrik von Erranternohre aus einem Ritter der Tiefe erzeugten „Roboters“ der Kosmokraten. Auch die Liebe kommt nicht zu kurz, wenngleich sich hinter Li ein größeres Geheimnis zu verstecken scheint. Immerhin ergeht sich die erotische Chemie zwischen Atlan und ihr nicht auf ein „Küssen des Zeigefingers“, wie im aktuellen JuBi-Band bei Sichu und Perry.

Ich freue mich auf die nächsten Romane, auch weil der Schluss der alten Atlan-Serie schon sehr schwere Kost war.
Zuletzt geändert von Tiberius am 5. Januar 2023, 19:47, insgesamt 1-mal geändert.
Lumpazie
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Re: Atlan Klassiker Thread - der Centauri-Zyklus

Beitrag von Lumpazie »

Am 28. Januar 2003 erschien der 2. Band des Centauri-Zykus:

Akanaras Fluch

von Claudia Kern

Titelbild

Bild

Zeichner: Ertugrul Edirne

Handlung:

Prolog

Die AT-TOSOMA wird angegriffen, kaum dass sie im Kugelsternhaufen Omega Centauri angekommen ist. Die Angreifer, lemurisch sprechende Wesen, die an aufrechtgehende Frösche erinnern und sich als Angehörige des Reiches Mograk bezeichnen, lassen nicht erst groß mit sich reden, sie versuchen, die Arkoniden zu vertreiben. Der arkonidische Schwere Jagdkreuzer ist aufgrund der Störungen, die von den in Omega Centauri herrschenden starken Hyperschwallfronten verursacht werden, nicht hundertprozentig einsatzfähig. Ortung, Funk, Schutzschirme und auch die Waffensysteme funktionieren nur eingeschränkt. Zwei Walzenraumer der Mograks, die der TOSOMA technisch eigentlich deutlich unterlegen sind, eröffnen ohne Vorwarnung das Feuer aus Intervallkanonen. Beim ersten Funkkontakt mit dem Kommandanten Rohondor ist eine deutliche Ablehnung und Verachtung der Froschähnlichen gegenüber Lemurerabkömmlingen zu bemerken. Atlan bittet um Entschuldigung wegen des unbeabsichtigten Eindringens in das Territorium des Reiches Mograk und gibt angebliche Schwierigkeiten mit dem Triebwerk an. Doch die Mograks lassen sich nicht umstimmen und feuern weiter auf das Beiboot der ATLANTIS. Mit den MVH-Kanonen kann Cisoph Tonk einen der Angreifer beschädigen, der mit einer Transition flieht. Als sich auch das zweite Schiff zurückzieht, lässt Atlan das Feuer einstellen.

Im Ortungsschutz der Sonne Lughor versucht Atlan, mit seinen Männern und Frauen mehr über den Standort des Planeten Shamakh herauszufinden. Angesichts der Fülle an Sternen im Kugelsternhaufen als äußerst schwieriges Unterfangen. Durch die Anwendung der Theorie des Toge Falton reduziert sich die Anzahl der möglichen Sonnensysteme auf 25. Als Nachteil stellt sich schnell heraus, dass all diese Systeme im Einflussbereich der Mograks liegen. Doch Atlan lässt sich davon nicht beirren und lässt die AT-TOSOMA einige Transitionen ausführen, die das Schiff zurück in das Reich Mograk bringen. Hier sollen die Messungen fortgesetzt werden.

Doch bald wird das Schiff von fünf Walzenraumern verfolgt. Dorohsoon nimmt Funkkontakt auf und fordert Atlan auf, das Reich Mograk unverzüglich wieder zu verlassen. Während sich die Walzenschiffe angriffsbereit machen, gibt Atlan den Befehl zum Rückzug. Auf dem Planeten Yarn sollten sie vor den Mograks in Sicherheit sein.

Während des Landeanfluges auf den Planeten Yarn meldet sich einer der Raumhäfen von Randamilad. Der zuständige Yarn fordert 8710 Kel und 93 Nibel als Gebühr – eine unverschämt hohe Summe. Atlan lässt sich auf 6000 Kel ein. In Ermangelung dieser Währung bietet er 600 Aggregate aus dem Fundus der AT-TOSOMA.

Die Lebensbedingungen für die Bevölkerung des Planeten sind alles andere als rosig. In der Stadt Randamilad, die von den Arkoniden erkundet wird, leben zwei Drittel der fünfzehn Millionen Einwohner unterhalb der Armutsgrenze. Die Stadt ist in verschiedene Bezirke unterteilt. Die wohlhabenden Bürger bewohnen die Oberstadt, während in der Unterstadt unbeschreibliche Zustände herrschen. Viele Yarn sind zu arm, zu krank oder zu drogenabhängig, um jemals aus dem Teufelskreis zu entkommen, der sie immer tiefer in die Verelendung zieht. Manche werden als Sklaven verkauft, aber all diejenigen, die selbst dafür nicht mehr zu gebrauchen sind, müssen sich mit Diebstählen über Wasser halten oder sich von Abfällen ernähren. Um wenigstens etwas Schutz zu haben, schließen sie sich zu unterschiedlich großen Gruppen zusammen. Die Ausgestoßenen der Ausgestoßenen jedoch, die zu keiner Gruppe gehören, vegetieren auf Müllhalden dahin.

Ein solcher Paria ist Akanara, ein junger Mann, der wegen einer seltsamen Begabung – die für ihn eher ein Fluch ist – von seiner Familie verstoßen wurde. Er hat Visionen, in denen er die nähere Zukunft sieht oder die Absichten anderer Wesen erkennen kann. Er beherrscht seine Fähigkeiten jedoch nicht, und die Visionen sind unzuverlässig. Man hält ihn deshalb für einen Geistesgestörten. Der Sklavenhändler Gorduran jedoch hat ein spezielles Interesse an Akanara. Er möchte ihn als Kuriosität an gut zahlende Kunden verkaufen und lässt Akanara deshalb von seinen Häschern jagen.

Auf der Suche nach Informationen über die Lemurer ziehenAtlan, Li da Zoltral, Ourugzol und Zanargun durch die Stadt. Sie versuchen in die Oberstadt von Randamilad zu gelangen, was aber von den Wachposten verhindert wird. Atlan ist nicht bereit, die horrende Gebühr zu bezahlen. Zophur, der das Geschehen beobachtet hat, bietet sich als Führer in die Unterstadt an, wo die gewünschten Informationen über das Reich Mograk und die Lemurer zu erhalten sind.

Auf dem Weg zu Hoars Gaststätte, wo sie sich wieder treffen wollen, bemerkt Ourugzol Gruppen von Yarn, die anscheinend als Zuschauer bei einem Kampf oder Wettstreit teilgenommen haben. In einem Netz unter einem Lastkarren hockt ein junger Yarn.

Als die Gruppe Hoars Gaststätte erreicht, wird sie dort von einigen Yarn überfallen, die mit Eisenstangen und Knüppeln bewaffnet sind. Ein heftiger Kampf entbrennt. Mit Dagor-Kombinationen schalten Atlan und Li da Zoltral die Gegner aus. Zophur wird überwältigt und gibt zu, dass er gegen Bezahlung Fremde zur Gaststätte lockt, wo diese überfallen und beraubt werden. Atlan lässt den Yarn laufen, der ihnen die versprochenen Informationen nicht besorgen kann. Die Gruppe teilt sich auf.

Zanargun und Li da Zoltral treffen im Labyrinth der Gassen und Hinterhöfe auf Skodduju, der von den Häschern Gordurans umzingelt worden ist. Die beiden Arkoniden greifen zugunsten des Yarn ein und die Häscher ziehen sich zurück. Li stellt Skodduju in Aussicht, als Gegenleistung für seine Hilfe bei der Suche nach Informationen dafür zu sorgen, dass seine Gebrechen behandelt werden. Skodduju führt die beiden Fremden in einen Kellerraum, in dem Karrip lebt.

Atlan und Ourugzol suchen eine Kneipe auf. Dort treffen sie einen Yarn, der ihnen Informationen über die Lemurer verschaffen will. Die beiden Arkoniden treffen sich mit Li da Zoltral und Zanargun bei Hoars Gaststätte. Der unbekannte Yarn bringt sie zu Gorduran. Um zu dem Händler vorgelassen werden, bietet Atlan Technologie als Gegenleistung für Informationen an. Um die angebotene Technologie zu demonstrieren, schaltet Atlan seinen Kombistrahler auf Desintegratormodus um und löst die Waffe aus. Ein Segment der das Grundstück des Händlers umgebenden Mauer wird aufgelöst. Durch die entstandene Öffnung ist der dahinter liegende Garten zu erkennen. Nun werden die Fremden vorgelassen.

Gorduran empfängt die Fremden und gibt einen Hinweis auf die Tabuwelt Acharr. Für die Preisgabe der Koordinaten dieses Planeten verlangt Gorduran 1000 Kombistrahler samt Konstruktionsunterlagen und Material für den Bau von 10.000 weiteren dieser Waffen. Atlan ist nicht bereit, dem gerissenen Yarn die Waffen zu überlassen. Er lässt das Bild eines Stealth-Shifts in einem von Ourugzol gebrachten Holowürfel erscheinen. Mit gierigen Augen blickt Gorduran auf den ihm angebotenen Flugpanzer. Loras unterbricht die Verhandlungen mit der Nachricht, den gesuchten Jungen gefunden zu haben. Akanara warnt Atlan vor Gorduran, der eigentlich in den Besitz der AT-TOSOMA gelangen will. Um sein Ziel zu erreichen, sollen der Arkonide und seine Begleiter gefangen genommen und als Geiseln benutzt werden. Nur wenige Augenblicke später entbrennt ein Kampf zwischen den Fremden und den Wächtern Gordurans, der jedoch nur Minuten dauert. Die Yarn bleiben betäubt auf dem Boden liegen. Atlan bedroht Gorduran mit seinem Kombistrahler. Nun ist der Yarn bereit, die Koordinaten von Acharr preis zu geben. Mit dem Hinweis an die Sklaven, die sich noch im Haus aufhalten, dass der körpereigene Schutzschirm ihres Herrn bald mangels Energie zusammenbrechen wird, verlassen die Gefährten das Anwesen.

Auch Akanara ist die Flucht gelungen. Er findet seine Freunde nicht mehr. Plötzlich steht Atlan vor dem niedergeschlagenen Yarn und bedankt sich für dessen Hilfe. Der Arkonide bietet dem Jungen die Möglichkeit an, seine Fähigkeit zu trainieren und ihn auf das Schiff mitzunehmen. Eine Rückkehr auf den Planeten schließt Atlan mit ziemlicher Sicherheit aus. Angesichts der elenden Lebensumstände auf Yarn fällt Akanara die Entscheidung nicht schwer, diese Welt zu verlassen.

Li da Zoltral hat Wort gehalten. Skodduju ist körperlich wieder völlig wiederhergestellt. Er und Akani bilden ab nun ein Paar.

Am 19. Februar 1225 NGZ bittet die AT-TOSOMA um Starterlaubnis. Lezur, der Beamte der Raumhafenbehörde verweigert diese und verlangt erneut eine beträchtliche Summe an Gebühren. Atlan erteilt Cisoph Tonk den Befehl, die Schiffsgeschütze zu aktivieren und einen Warnschuss abzugeben. Die TOSOMA darf unverzüglich starten. Der Schwere Jagdkreuzer beschleunigt und nimmt Kurs auf die Koordinaten, die Atlan von Gorduran erhalten hat. Die in Omega Centauri vorherrschenden Hyperschwallfronten beeinflussen allerdings das Transitionsverhalten des Raumschiffes. Neben dem Schiff materialisieren zehn Walzenraumer der Mograks, die das Feuer eröffnen.

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Grauer Lord
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Re: Atlan Klassiker Thread - der Centauri-Zyklus

Beitrag von Grauer Lord »

„Akanaras Fluch“ von Claudia Kern hinterlässt einen etwas zwiespältigen Eindruck bei mir, was vor allem am Schreibstil der Autorin liegt, die ich vorher nicht kannte. Die Handlung verläuft nach dem weitgespannten Bogen des Auftaktromans geradlinig und eher einfach gestrickt: Die TOSOMA kommt in Kontakt mit Raumern der angriffslustigen, froschartigen Mograks, die eine massive Phobie gegenüber Lemurerabkömmlingen haben. Um die Lage in Omega Centauri erstmal in Ruhe zu sondieren, sucht sich Atlan den trostlosen Planeten Yarn aus.

Deprimierender als auf dieser staubigen Welt aus Müll, Dreck, Armut und Gewalt kann es im Kosmos wohl kaum zugehen. Bei der Schilderung dieser Umstände gelingen Claudia Kern einige sehr eindringliche Momente, als es um die Erlebnisse des jungen Mutanten Akanara ging; etwa als seine Eltern ihn zu den Mönchen weggeben. Recht freizügig, aber auch roh und irgendwie trashig vom Stil her werden Erlebnisse einer Jugendbande geschildert, klischeehaft der habgierige und sadistische Bösewicht Gorduran. Nervtötend war wiederum der ausgewalzte, aufdringliche Sprachfehler des einen Akanara-Begleiters, ebenso wie der Spleen des Bord-Hasproners der TOSOMA mit seinem langen Namen. Ganz witzig war dann wieder der Gag mit den einsilbigen Kommentaren von Atlans eingeschüchtertem Begleiter. Der Konflikt am Schluss wird wegen der technischen Überlegenheit der Arkoniden dann schnell und ohne Probleme gelöst.

Alles in allem habe ich diesen eigentlichen Start ins Ungewisse von Centauri nicht wirklich genossen, er laß sich einfach nicht so wirklich wie ein Atlan-Heft, auch wenn der Arkonide mitgespielt hat. Der weitere Kurs ist klar: Die geheimnisvolle Lemurerwelt Acharr, wo rote Pyramiden zu finden sein sollen, also ein starker Hinweis auf Sonnentransmitter bzw. eine ihrer Schaltstationen. Ob Akanara eine Art Chipol mit Psi-Kräften wird, bleibt abzuwarten. Alles in allem bin ich immer noch sehr gespannt, wie’s weitergeht, das meiste an Details habe ich 19 Jahre nach dem Erscheinen komplett vergessen.
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Re: Atlan Klassiker Thread - der Centauri-Zyklus

Beitrag von Yman »

Lumpazie hat geschrieben: 1. Januar 2023, 12:25 Am 14. Januar 2003 erschien der 1. Band des Centauri-Zykus:

Attentat auf Arkon

von Uwe Anton
Erschienen ziemlich genau vor 20 Jahren.
Grauer Lord hat geschrieben: 4. Januar 2023, 10:16 Band 1 des Centauri-Zyklus hat mir ausnehmend gut gefallen! Er spielt im Jahr 1225 NGZ und in der Lücke zwischen den Heften 1799 und 1800. Uwe Anton liefert uns als Startpunkt der nächsten Abenteuer einen Roman, der wirklich prallvoll mit Informationen über diese Zeiten ist, voller Reminiszenzen, Details und kleinen Andeutungen, die das Leserherz höher schlagen lassen.
Mir fehlen da leider viele Kenntnisse, speziell zu den Zyklen 1600-1800. Was in Traversan geschah, habe ich auch schon großteils vergessen. Für mich ist Centauri ein frischer Start, alles sehr frisch und neu, und Atlan sitzt wieder einmal so zwischen den Stühlen, d.h. weder auf Terra noch auf Arkon ist er so richtig willkommen, aber er hat nach wie vor seine Mittel und Wege, insbesondere ein Schiff, die ATLANTIS, mit 500 Metern Durchmessern nur im mittleren Bereich, aber trotzdem wirkungsvoll und gut ausgerüstet. Kleiner als die SOL, aber größer als die STERNSCHNUPPE.
Grauer Lord hat geschrieben: 4. Januar 2023, 10:16Anton hat die Schauplätze der Handlung und die Serienhistorie voll im Griff. Wir folgen Atlan zunächst über diverse Schauplätze im Arkon-System, wo sich im uralten Epetran-Archiv unbekannte Attentäter daran machen, einen Krish’ un zu stehlen, einen der lebendigen Umhänge, die die lemurische Tamräte einst als Symbol ihrer Macht und für Überrang-Identifikation benutzt haben. Allein das und die plastische Schilderung Arkons setzen schon Kopfkino und viele Erinnerungen an frühere Abenteuer in Gang. Ebenso die Begegnung mit der Imperatrice Theta von Ariga, Kassian sowie der Besuch im Kelch der Zoltrals, die wohl der Dreh- und Angelpunkt der Handlung sind. Sie erwirtschaften ihren neuen Reichtum durch Klon-Experimente mit einer noch ungeklärter Ausgangsbasis (auch der hassgeliebte Elefant Norman findet hier eine Erklärung) und setzen seit geraumer Zeit auf spezielle Transitionstriebwerke, die Atlan am Ende auf die richtige Spur gen Kugelsternhaufen Omega Centauri führen. All das passiert aber nicht über Dutzende Hefte verteilt, sondern eben in einigen wenigen, atemlosen Abschnitten.
Uwe Anton wurde ja anscheinend massiv von Rainer Castor unterstützt. Daraus ergibt sich dann auch die Fülle an Details und das große Kino, das hier geboten wird. Es gibt viele Ansätze für eine interessante Geschichte, die sich nicht über 100 Hefte hinwegschleppen wird, was ich sehr gut finde. Sowohl die Klon-Experimente als auch die neuartigen Transitionstriebwerke bieten Stoff für eine spannende Handlung, die Konflikte auf Arkon und Terra und dazwischen sowieso. Das Aufgreifen klassischer Themen, unter anderem auch Lemurer und Methans, bewerte ich positiv.
Grauer Lord hat geschrieben: 4. Januar 2023, 10:16Das Heft schildert gekonnt auch die politisch gespannte Situation zwischen dem aufrüstenden Terra unter neuer Führung, und Arkon. Auch die gute alte Kosmische Hanse wird endlich mal erwähnt. Der Knaller ist aber der Kugelsternhaufen Omega Centauri selber, der zwar sehr nahe liegt, aber durch Hyperschwallfronten so gut wie komplett von der Außenwelt angeschnitten ist; nur an 15 bestimmten Sonnen soll es die Möglichkeit für Transitionen geben. Gut gefallen haben mir die Funksprüche, die die TOSOMA auffängt. Sie belegen, dass ich im sternendschungel Centauris seit ewigen Zeiten nichts geändert hat und Bedingungen konserviert wurden, über die die Zeit in der Milchstraße längst hinweggegangen ist. Von den Grossarts ist zu hören (die maahkschen Mutanten, die einst die Condos Vasac beherrschten), von einem varganischen Doppelpyramiden-Schiff ist die Rede, von Lemurerabkömmlingen usw usf. Das macht Lust, auf Entdeckungsreise zu gehen.
Erst mal ist das alles natürlich so ein Geraune, aber mir hat der Roman auch sehr gut gefallen. Er macht einfach Lust auf mehr. Ein paar kleinere Unsauberkeiten hat sich Uwe Annton dennoch geleistet. So wird z.B. im STALHOF einmal von Atlan "Priorität ET-01" gesagt, dann ist es plötzlich "Priorität IK-01", was für interner Konflikt steht, und man fragt sich, was "ET" bedeuten soll. Es gab noch mehr solcher Schnitzer, die aber nicht ins Gewicht fallen.

Grauer Lord hat geschrieben: 4. Januar 2023, 10:16Fazit: Uwe Anton hat eine gut gelungene, koloritgesättigte Szenerie als Einstieg und Ausgangsbasis erschaffen. Dass viele der folgenden Hefte „einfacher“ gestrickt sein werden, dürfte klar sein. Als Leser fühle ich mich durch die kanongetreue Schilderung der Milchstraße aber ernst genommen. Und dass das ganze auch noch eine höhere Dimension hat, wird uns ja durch die Schilderung Samkars klar gemacht, des in der kosmischen Fabrik von Erranternohre aus einem Ritter der Tiefe erzeugten „Roboters“ der Kosmokraten. Auch die Liebe kommt nicht zu kurz, wenngleich sich hinter Li ein größeres Geheimnis zu verstecken scheint.
Ich vermute, dass Li parapsychologisch oder sonstwie programmiert ist und eine Doppelrolle spielt. Die Milchstraße usw. ist jedenfalls eine gute Ausgangsbasis für die Miniserie. Ein paar einfacher gestrickte Hefte kann ich verschmerzen. Die Action kommt auch nicht zu kurz, und es ist auch schön, wenn nicht immer nur Roboter als Kanonenfutter herhalten müssen.

Grauer Lord hat geschrieben: 4. Januar 2023, 10:16Ich freue mich auf die nächsten Romane, auch weil der Schluss der alten Atlan-Serie schon sehr schwere Kost war.
Wolltest du nicht im alten Thread noch mal detaillierter schreiben, woran die alte Atlan-Serie letztlich scheiterte?

Lumpazie hat geschrieben: 8. Januar 2023, 10:35 Am 28. Januar 2003 erschien der 2. Band des Centauri-Zykus:

Akanaras Fluch

von Claudia Kern
Der erste und einzige Atlan-Roman dieser Autorin.
Grauer Lord hat geschrieben: 10. Januar 2023, 22:35 „Akanaras Fluch“ von Claudia Kern hinterlässt einen etwas zwiespältigen Eindruck bei mir, was vor allem am Schreibstil der Autorin liegt, die ich vorher nicht kannte. Die Handlung verläuft nach dem weitgespannten Bogen des Auftaktromans geradlinig und eher einfach gestrickt: Die TOSOMA kommt in Kontakt mit Raumern der angriffslustigen, froschartigen Mograks, die eine massive Phobie gegenüber Lemurerabkömmlingen haben. Um die Lage in Omega Centauri erstmal in Ruhe zu sondieren, sucht sich Atlan den trostlosen Planeten Yarn aus.
Das sieht für mich schon so nach dem Beginn eines "Planeten-Hoppings" aus. Die Autorin war mir auch nicht bekannt, aber sie schrieb wohl genau diesen einen Atlan-Roman, der auf dem Planeten Yarn spielt, welcher wahrscheinlich nie wieder besucht werden wird. Angefangen hat sie anscheinend mit Serien wie Maxddrax und Professor Zamorra, die ich eher dem Horror- und Fantasy-Genre zuordnen würde, von daher passt es, was sie mit diesem Atlan-Roman zur Serie beiträgt.
Grauer Lord hat geschrieben: 10. Januar 2023, 22:35Deprimierender als auf dieser staubigen Welt aus Müll, Dreck, Armut und Gewalt kann es im Kosmos wohl kaum zugehen. Bei der Schilderung dieser Umstände gelingen Claudia Kern einige sehr eindringliche Momente, als es um die Erlebnisse des jungen Mutanten Akanara ging; etwa als seine Eltern ihn zu den Mönchen weggeben. Recht freizügig, aber auch roh und irgendwie trashig vom Stil her werden Erlebnisse einer Jugendbande geschildert, klischeehaft der habgierige und sadistische Bösewicht Gorduran. Nervtötend war wiederum der ausgewalzte, aufdringliche Sprachfehler des einen Akanara-Begleiters, ebenso wie der Spleen des Bord-Hasproners der TOSOMA mit seinem langen Namen. Ganz witzig war dann wieder der Gag mit den einsilbigen Kommentaren von Atlans eingeschüchtertem Begleiter. Der Konflikt am Schluss wird wegen der technischen Überlegenheit der Arkoniden dann schnell und ohne Probleme gelöst.
Die Handlung beschränkt sich tatsächlich mehr auf die Schilderung der Umstände auf dem Planeten und des Lebens- und Leidensweges Akanaras. Atlan selbst hatte nicht allzu viel zu tun, bzw. er konnte im Grunde stets seine Überlegenheit ausspielen. Die Mograks sind eigentlich auch nur in der Masse eine Bedrohung.
Grauer Lord hat geschrieben: 10. Januar 2023, 22:35Alles in allem habe ich diesen eigentlichen Start ins Ungewisse von Centauri nicht wirklich genossen, er laß sich einfach nicht so wirklich wie ein Atlan-Heft, auch wenn der Arkonide mitgespielt hat. Der weitere Kurs ist klar: Die geheimnisvolle Lemurerwelt Acharr, wo rote Pyramiden zu finden sein sollen, also ein starker Hinweis auf Sonnentransmitter bzw. eine ihrer Schaltstationen. Ob Akanara eine Art Chipol mit Psi-Kräften wird, bleibt abzuwarten.
Dass Akanara der neue Chipol werden könnten, allerdings genau umgekehrt mit Psi-Kräften, war auch mein erster Gedanke, aber ich denke es doch eher nicht. Das Heft war schlussendlich ganz interessant, aber es war wohl nur 30 % Atlan, und 70 % Maddrax (roh und trashig vom Stil her).
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Richard
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Re: Atlan Klassiker Thread - der Centauri-Zyklus

Beitrag von Richard »

Nur so als Einschub: Claudia Kern hat auch 3 EA Hefte geschrieben.
Siehe hier.
Lumpazie
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Re: Atlan Klassiker Thread - der Centauri-Zyklus

Beitrag von Lumpazie »

Am 11. Februar 2003 erschien der 3. Band des Centauri-Zykus:

Gefangen im Hypersturm

von Michael Markus Thurner

Titelbild

Bild

Zeichner: Ertugrul Edirne

Handlung:

Prolog

Auf der Flucht vor den zehn Walzenraumern der Mograks materialisiert die AT-TOSOMA in einem Bereich, der abseits der sicheren Eintrittspunkte liegt. So entkommt sie zwar vorerst den Verfolgern, wird aber von den Hyperschwallfronten stark beeinträchtigt. Akanara, der in der Medostation entkeimt und aufgepäppelt wird, beweist bald darauf die Nützlichkeit seiner Paragabe. Er wird intensiv behandelt, denn durch sein Leben als Obdachloser ist er nicht nur völlig verwahrlost, er hat auch schwere Organschäden davongetragen, die jetzt nach und nach behoben werden. Akanara erwacht, während er noch im Regenerationstank liegt, und warnt Atlan vor einer Gefahr, die er in einer Vision gesehen hat. Mit seinen kognitiven Fähigkeiten sieht er vierarmige Wesen, die sich in fliegenden Walzen nähern. Noch ehe Atlan die Kommandozentrale erreicht, wird Alarm ausgelöst. Drei Mograk-Walzen sind in Schussweite materialisiert. Die Walzenraumer feuern aus allen Rohren. Auch Torpedos und Selbstlenk-Marschflugkörper mit Mikro-Transitionstriebwerken kommen zum Einsatz. Als die AT-TOSOMA die erforderliche Mindest-Fluchtgeschwindigkeit erreicht hat, führt January Khemo-Massai eine Transition durch.

Der Schwere Jagdkreuzer materialisiert mitten in einem Hypersturm. Die Energien der sich überlappenden Hyperschwallfronten führen zu schweren Zerstörungen. Im Auge des Sturmes werden Medoroboter angefordert, Schadensmeldungen treffen in der Zentrale ein. Die Syntronik kann nur noch die lebenserhaltenden Funktionen aufrechterhalten. Agir-Ibeth Nir-Adar-Nalo Nilmalladah III. berechnet in Windeseile die Sprungdaten in eine ruhige Enklave, die sich in einer Entfernung von etwa vier Lichttagen befindet. Altra Atlan da Orbanaschol leitet das Transitionsmanöver mittels der so genannten »Handarbeit« ein.

Die TOSOMA tritt in einem Sonnensystem mit acht Planeten wieder in den Normalraum ein, allerdings schwer angeschlagen, denn die wichtigsten Anlagen wie Paratronkonverter, Hyperantrieb usw. fallen aus und selbst kleinere syntronisch betriebene Geräte zeigen mehr oder weniger schwere Funktionsstörungen. Der innerste Planet ist das Ziel der AT-TOSOMA. Selbst knapp über der Oberfläche der Othmura genannten Welt wird das Schiff von den Ausläufern des Hypersturms hin und her gerissen. Altra Atlan da Orbanaschol kann die AT-TOSOMA relativ sicher auf der Oberfläche der Sumpfwelt landen. Das Schiff sinkt etwa 80 Meter in den endlosen Morast ein, ruht auf Prallfeldern und wird durch den Wabenschirm geschützt. Atlan fordert die Mannschaft auf, die notwendigen Reparaturen sofort zu beginnen. Das Schiff soll in 24 Stunden wieder startbereit sein. Zanargun weist darauf hin, dass eine Erkundung der unmittelbaren Umgebung sinnvoll wäre. Saurierähnliche Tiere müssten bei der Landung eigentlich von der AT-TOSOMA zerquetscht worden sein. Außerdem hat der Luccianer das Gefühl, dass draußen nicht alles mit rechten Dingen zugeht. Kein einziger Kadaver treibt auf der Oberfläche des allgegenwärtigen Sumpfes. Die an Bord befindlichen Bekkar versammeln sich an der oberen Polschleuse und wollen das Schiff verlassen.

Ein dreiköpfiges Einsatzteam wird zusammengestellt, bestehend aus Zanargun, Atlan und Ulbagimuun. Der Dryhane bemerkt mit seinem empfindlichen Dryhanensinn eine Hyperstrahlung, die verstärkt in Richtung der AT-TOSOMA abgestrahlt wird. Die Besatzung leidet zunehmend unter Kopfschmerzen und wird immer aggressiver. Ulbagimuun bricht beinahe zusammen, da die Ausstrahlung des unbekannten Kollektors der Hyperenergien immer stärker wird. Das unbekannte Wesen verändert auch ständig seinen Standort. Bevor er das Bewusstsein verliert, kann er Atlan noch warnen, dass es die Hyperenergie speichert, um sie auf einen Schlag abzusetzen. Es will das Schiff und seine Besatzung.

January Khemo-Massai ruft die Besatzung auf, sich in der Bordklinik bei Olylyn Salryn zu melden oder einen Medoroboter aufzusuchen, um die Kopfschmerzen und die aufkeimende Aggressivität untereinander behandeln zu lassen.

Auch das Außenteam hat mit plötzlichen Schwierigkeiten zu kämpfen. Atlan bemerkt, dass alle Tiere ihre Blicke auf ihn richten. Metergroße rochenähnliche Wesen stürzen sich aus dem Wasser auf ihn und versuchen ihn zu beißen. Dornenartige Ranken schlingen sich um seine Beine und ziehen ihn unter Wasser. Der Arkonide aktiviert den Schutzschirm seines Anzuges und feuert seinen Desintegrator ab, um die Pflanzenstrünke zu entfernen. Das Gravo-Pak befördert ihn in eine Höhe von etwa zehn Metern. Noch bevor die drei Männer in die AT-TOSOMA zurückkehren können, beginnen die Tiere anzugreifen. Ein riesiges, annähernd kugelförmiges Wesen schnellt sich aus dem Sumpf. Im letzten Moment kann Ulbagimuun von Zanargun von der Schwebeplattform gezogen werden, bevor Kerke die Plattform durch den Aufprall zertrümmert. Während der Luccianer mit dem bewusstlosen Dryhanen im Schlepp in den Morast eintaucht, zerbricht die Schwebeplattform unter dem Gewicht Kerkes. Die zähe Konsistenz des Schlammes verhindert, dass die beiden Männer wieder auftauchen können. Zudem hat Zanargun die Orientierung verloren. Atlan empfiehlt ihm, einen Teil der Atemluftreserve seines Schutzanzuges zu opfern, um durch aufsteigende Luftblasen erkennen zu können, wo sich der Luccianer aufhält. Doch auch nach zwei Versuchen hat Atlan keinen Hinweis auf den Verbleib der Männer. Seinem Extrasinn ist zu verdanken, dass er den Standort Zanarguns doch noch ausfindig machen kann. Mit seinem Desintegrator bestreicht Atlan die Oberfläche des Sumpfes. Mit einem Zugstrahl holt er Zanargun und Ulbagimuun an die Oberfläche. Röchelnde Geräusche zeugen davon, dass das Monster sich zum Sprung bereit macht. Atlan rast mit seiner Last in Richtung AT-TOSOMA davon. Der schwere Körper Kerkes sinkt in den Sumpf zurück. Doch an Aufgeben denkt das Monster nicht. Es verfolgt die drei Gefährten, die sich durch den Wabenschirm retten können. Kerke kann den Schirm nicht durchdringen.

An Bord der TOSOMA herrscht das Chaos. Manche Besatzungsmitglieder torkeln orientierungslos durch das Schiff, unter starken Kopfschmerzen leidend. Andere schlagen aufeinander ein. Olylyn Salryn hat alle Äste voll zu tun. Überall wird leidenschaftlich geflucht, geschrien und gekämpft. Besonders Phazagrilaath hat gefährliche Absichten. Er will die TOSOMA vernichten. Agir-Ibeth Nir-Adar-Nalo Nilmalladah III. begegnet ihm in einem Korridor. Der nackte Ishkorer wird von dem Hasproner angegriffen. Agir-Ibeth rammt ihm mehrmals den Schädel in die Magengrube. Es gelingt ihm, den Ishkorer zu Fall zu bringen. Phazagrilaath verliert das Bewusstsein. Der Hasproner bringt Phazagrilaath in dessen Kabine.

Noch bevor Atlan und Zanargun den Dryhanen Ulbagimuun in der Bordklinik abliefern können, wird der Arkonide ein Opfer von Bendina Kraft. Mit einem Impulsstrahler zwingt die Friseurin Atlan, sich einem Haarschnitt zu unterziehen. Als die Terranerin ihre Arbeit beendet hat, lässt sie den Arkoniden gehen. Atlan hat fünf Zentimeter seiner Haarpracht eingebüßt, was ihm sichtlich Unbehagen bereitet.

Atlan und die wenigen Mentalstabilsierten sowie jene Personen mit parapsychischen Fähigkeiten machen sich daran, die von der Hyperstrahlung beeinflussten, zunehmend aggressiv werdenden und ihre verborgensten Triebe auslebenden Besatzungsmitglieder zu paralysieren. Der Arkonide macht sich auf den Weg zu seiner Kabine. Dort hofft er, Li da Zoltral vorzufinden. Als er die Tür öffnet, muss er mitansehen, wie sich Li und Altra da Orbanaschol eng umschlungen in einem so genannten Tränensturz vereinen. Immer wieder löst der sichtlich schockierte Atlan seinen Paralysator aus, ehe ihm die Waffe von Zanargun abgenommen werden kann.

Unterdessen wird die AT-TOSOMA ununterbrochen von der Fauna und Flora des Planeten angegriffen. Der Morast hat sich in ein Säurebad verwandelt. Der Wabenschirm reicht jedoch völlig aus, um die TOSOMA zu schützen. Zähe Sumpfmasse türmt sich meterhoch auf und droht das Raumschiff einzuschließen. Cisoph Tonk justiert die automatische Zieleinrichtung des Borddesintegrators so, dass sie das monströse Sumpfwesen stets im Visier hat. Schuss um Schuss löst die Haut und das Fleisch des Monstrums auf. Doch auch als das Wesen vollkommen zu Staub zerfallen ist, ist keine Auswirkung auf die Schlammwelle festzustellen. Noch ehe die 180 Meter hohe Masse über die TOSOMA schwappt, ordnet Atlan eine Untersuchung der während seines Ausfluges gewonnenen Proben aus dem Sumpf an. Rintar da Ragnaari stellt fest, dass der Sumpf und eigentlich die gesamte Oberfläche des Planeten aus einem einzigen Organismus besteht. Die Tsunami-Welle schlägt über der AT-TOSOMA zusammen.

Atlan und seine wenigen einsatzbereiten Getreuen können das Schiff nicht starten. Die schlafenden Besatzungsmitglieder können wegen der Hyperstrahlung nicht geweckt werden. Phazagrilaath ist jedoch aus seiner Bewusstlosigkeit erwacht und erneut im Schiff unterwegs.

Akanara hat wieder eine Vision. Er sieht eine Explosion im Innern der TOSOMA, die alles auslöschen wird. Ein nackter Mann wird eine Bombe werfen. Der Yarn kann eine zylindrische Maschine erkennen, die auf einem Sockel montiert ist und von schwebenden Kugeln umgeben wird. Blitze zucken von diesen Kugeln zu dem Zylinder. Atlan hat genug gehört, wirbelt herum und rast los. Sein Ziel ist der Paratronkonverter. Dort trifft er auf Phazagrilaath, der eben mit seinem Arm ausholt, um die Bombe zu werfen. Atlan wirft sich auf den Ishkorer, der die Thermitbombe fallen lässt. Die Explosion schleudert Atlan und Phazagrilaath durch die Luft. Der Energieschirm seines Schutzanzuges rettet die beiden vor der freiwerdenden Energie. Der Paratronkonverter bleibt unversehrt. Lediglich seine Peripherie wird völlig zerstört.

Am 21. Februar 1225 NGZ ist es endlich soweit. Die AT-TOSOMA wird von ihren Prallfeldern langsam aus der Sumpfmasse gehoben. Altra da Orbanaschol vollführt einige Flugmanöver, um die Einsatzbereitschaft des Schiffes zu testen. Atlan hält eine Ansprache, in der er sich für seine Fehlentscheidungen während dieser Expedition entschuldigt. Ebenso fordert er die Besatzung auf, Kollegen, Freunden, Vorgesetzten und Untergebenen für deren Handlungsweisen unter dem Einfluss der Hyperstrahlung zu verzeihen. Akanara nimmt an Hypnoschulungen teil, um sich schneller in das Bordleben einfügen zu können. Der Yarn beginnt anscheinend, sich in der für ihn fremden Umgebung zu akklimatisieren: Zu einer Bordkombi trägt er selbstbewusst einen Turban, wie er auf seiner Heimatwelt üblich ist.

Der obige Text und Bilder wurde per GNU-Lizenz der Perrypedia
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Grauer Lord
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Re: Atlan Klassiker Thread - der Centauri-Zyklus

Beitrag von Grauer Lord »

Ui, da hat @Richard natürlich vollkommen Recht! Vor allem an Band 2204 von Claudia Kern erinnere ich mich jetzt wieder sehr gut. Er war das erste Heft auf Baikhal Cain im Sternenozean von Jamondi.

Zum „aktuellen“ Atlan-Roman: So bunt und schillernd wie das actionreiche TiBi von Ertulgrul Edirne kommt auch „Gefangen im Hypersturm“ von Michael Marcus Thurner daher. Die denkbar einfache Story: Die TOSOMA sucht Schutz vor den extremen Hypersturmbedingungen in Omega Centauri und den aggressiv auftretenden Walzenschiffen der Mograks - ausgerechnet auf dem Sumpfplaneten Othmura. Der „Sumpf“ entpuppt sich schnell als ein planetenumspannendes Plasmageschöpf, das sich als „Kerke“ begreift, und alle anderen Aspekte der Evolution seiner Welt ausgelöscht hat. Lebewesen werden bloß aus seiner löchrigen Erinnerung heraus simuliert. Kerke liegt ständig auf der Lauer, um genetischen Input von außerhalb zu assimilieren.

Der Roman besteht dann aus einer Abfolge denkwürdiger Mini-Szenen, denn das Plasmawesen lenkt die Hypersturm-Energie aus dem All in modifizierter Form in die TOSOMA und bringt dadurch bei der Besatzung das Unterste nach oben, das lange Verdrängte bekommt die Oberhand usw usf. Das führt zu launigen Szenen, wie bei Atlans Haarschnitt, Gewaltexzessen und pikanten Momenten (Li und der arkonidische Tränensturz). Auch die Szene mit den „Ratten“, die das bedrohte Schiff verlassen, hat mir gut gefallen inclusive dem Clou am Ende des Romans. Der Schluss war natürlich erwartbar: Das Plasmawesen bleibt besiegt zurück, die Sumpfwelt war nur ein Zwischenstopp auf dem Weg nach Acharr. Bedeutung bekommt das - sagen wir mal: mit leichter Hand geschriebene - Heft durch die bunte Schilderung der Besatzung des Raumers. Da gibt es im Medo-Bereich eine Morann-Wanderpflanze, dazu einen Swoon, den schon bekannten Hasproner mit dem langen Namen, einen Dryhanen, einen Luccianer sowie eine katzenähnliche Orbeki-Frau und viele mehr. Das ist schon eine exotische Zusammensetzung, die aber glaube ich charakteristisch für diese Zeit der Handlung im Perryversum war. In jedem Fall hätte sie damals Neuleser neugierig auf die Hauptserie und ihre Zusammenhänge machen können. Was Akanaras Psi-Fähigkeit anbelangt, tappen wir ja noch etwas im Dunklen, ein Blick „in die Zukunft“ oder in eine mögliche, kommende Realität scheint ihm aber ab und an möglich zu sein. Eine sehr mächtige Gabe, die die Expokratur ihm da verpasst hat.

Alles in allem lässt sich dieses Mini-Serie nur sehr schwer mit der „alten“ Atlan-Serie vergleichen. Schon nach drei Heften ist der abenteuerlich-schlichte Charakter einiger Hefte klar, es geht um prall-bunte Szenarien, Action-Sequenzen, schnelle Konsumierbarkeit und wohl auch um das Austesten neuer Autoren. Aus der Erinnerung weiß ich aber noch genau, dass die Handlung am Schluss wieder in ein anspruchsvolleres Fahrwasser kommt, wie es der Band 1 der Mini-Serie versprochen hat. Bis dahin muss man Abstriche machen, wenn man die Qualität der „Schreibe“ mit Romanen der zu Ende gegangenen Hauptserie vergleicht.
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Re: Atlan Klassiker Thread - der Centauri-Zyklus

Beitrag von Lumpazie »

Am 25. Februar 2003 erschien der 4. Band des Centauri-Zykus:

Die Ruinen von Acharr

von Rainer Hanczuk

Titelbild

Bild

Zeichner: Ertugrul Edirne

Handlung:

Prolog

Die AT-TOSOMA erreicht den Planeten Acharr, eine erdähnliche Welt, auf der es vor langer Zeit einmal eine lemurische Kolonie gegeben hat. Es wird vermutet, dass dieser Planet auf technischem Wege in die Ökosphäre seiner Sonne gebracht worden ist. Auf Acharr steht eine Anlage, wie sie noch aus der Zeit der MdI bekannt ist: Fünf riesige Pyramiden aus Lemur-Metall bilden die Form eines Fünfecks und stellen eine ehemalige Steueranlage für den Sonnentransmitter dar, der sich in Omega Centauri befindet. Atlan da Gonozal geht davon aus, dass es sich bei Acharr um den Planeten Samakh handelt, den Epetran da Ragnaari einst besucht haben soll und von wo jener den Krish'un eines Tamrats mitgebracht hat, der neulich aus dem Epetran-Archiv entwendet worden ist.

Da energetische Aktivitäten auf Acharr angemessen werden, will Atlan eine offene Landung der TOSOMA vermeiden. Der Hasproner Agir-Ibeth Nir-Adar-Nalo Nilmalladah III. entwickelt den Plan, mit einem Stealth-Shift zu landen. Aus den zahlreichen Freiwilligen, die sich für dieses Unternehmen melden, werden neben Atlan noch Zanargun, Phazagrilaath, Altra da Orbanaschol, Li da Zoltral, Akanara, Hespran und Daguray ausgewählt.

Während sich die TOSOMA in den Ortungsschutz der Sonne begibt, nähert sich der Stealth-Shift im Schutz eines  Wikipedia-logo.png Meteoritenschwarms dem Planeten. Altra da Orbanaschol landet das Fahrzeug auf einem kartoffelähnlichen Himmelskörper. Ein Zusammenstoß mit einem anderen Meteoriten zwingt den Piloten, den Paratronschirm zu aktivieren. Der Shift wird von dem Untergrund herausgeschleudert. Mit einigen wenigen Korrekturschüben aus den Triebwerken kann Altra da Orbanaschol das Fahrzeug wieder in den Meteoritenschwarm zurücklenken. Dort deaktiviert er die Triebwerke sofort wieder. Durch die Anziehungskraft Acharrs wird der Shift in die Atmosphäre gezogen. Altra zwingt den Kampfpanzer in einen Gleitflug auf das Plateau mit den fünf Pyramiden zu. Peilstrahlen für Waffensysteme erfassen den Shift. Der Pilot landet den Panzer etwa 20 Kilometer von der Hochebene entfernt.

Der Marsch durch den Dschungel zum Plateau wird für die Gruppe zur Qual. Infernalischer Lärm der Tiere strapaziert ihr Gehör, die schwüle Luft, die intensiven Gerüche und die zahllosen Insekten setzen ihnen zu. Zanargun übernimmt die Spitze der kleinen Kolonne. Daguray wird zum Schutz Akanaras abgestellt. Während des Marsches durch den dichten Dschungel reißt sich der Yarn die Hand an einem Wildrosenstrauch auf. Li da Zoltral versorgt die Wunde, aus der einige Blutstropfen auf den Boden fallen. In einer Vision sieht sich Akanara als Opfer eines unheimlich großen Gegners, der ihn holen wird, um an sein Blut heranzukommen. Die Tiere des Dschungels verhalten sich still. Li beobachtet direkt neben dem Rosenstrauch eine fingerdicke Wurzel, die sich aus dem Boden schiebt und suchend herumtastet. Als sich das wurmartige Etwas Akanara zuwendet, wird Zanargun aktiv. Er stürzt sich mit seinem Vibratorschwert auf den Wurm, prallt jedoch von einer Wand aus weiteren Würmern ab, die urplötzlich aus dem Boden schnellen. Akanara wird in einen regelrechten Käfig aus Wurzeln eingeschlossen, der sich mitsamt seinem Gefangenen in Bewegung setzt. Wegen der Ortungsgefahr können zu seiner Rettung keine Strahlwaffen eingesetzt werden. Atlan und seine Gefährten müssen schnell erkennen, dass sie mit ihren Vibratormessern und -schwertern keine Wirkung erzielen und der Käfig immer schneller durch den Dschungel transportiert wird. Plötzlich explodiert Daguray, der die Vorgänge bisher ruhig beobachtet hat. Mit unglaublichen Sprüngen überwindet er Bäume, Äste und Bäche und erreicht schnell den Käfig. Mit blitzschnellen Hieben seines Vibratormessers trennt er angreifende Wurzeln ab. Jene Wurzeln, die den Käfig transportieren, sind bald abgeschnitten. Das Geflecht stürzt zu Boden. Als der Zaliter die letzten Ranken und Pflanzenarme zerteilt, ist Akanara gerettet. Daguray kniet sich neben den Yarn und streicht ihm mit der Hand sanft über die Wange. Zurück bei den Gefährten, lächelt Akanara glücklich und Daguray ist wieder so still und unauffällig wie zuvor.

In der Zwischenzeit erreicht die SWARNON den Planeten Acharr. Die Ankunft des kleinen Raumschiffes wird von der AT-TOSOMA geortet, die sich in der Korona der Sonne aufhält. Atlans Befehle sind unmissverständlich – January Khemo-Massai hat sich und sein Schiff verborgen zu halten, bis ein Funkspruch eintrifft oder eine eindeutige Gefahr für das Kommando auf dem Planeten besteht.

Atlan und seine Gefährten erreichen nach einem mühsamen Anstieg die Hochebene. Mit einem Triple-Jet machen sich Leuff, Weddrin und Nadir an die Verfolgung. In einem fünf Kilometer durchmessenden Ruinenfeld, dessen riesige, zyklopenhaften Gebäude zerfallen und vom Dschungel überwuchert sind, befindet sich eine zwöfstufig angelegte Pyramide mit 120 mal 120 Metern Grundfläche und 60 Metern Höhe. Im Innern des Gebäudes befindet sich ein Mausoleum, in dem Epetran in grauer Vergangenheit einen toten Tamrat gefunden hat. Ein Gang führt zu einer 20 Meter langen, zehn Meter breiten und fünf Metern hohen Halle, in deren Zentrum ein Sarkophag aus rotem Lemur-Metall steht. Der Behälter ist offen und leer. Phazagrilaath entdeckt Reliefs an den Wänden der Halle, die zahlreiche Raumschiffe, einen Torbogentransmitter, planetare Landschaften mit Pyramiden, Kreisringe von Situationstransmittern und den galaktozentrischen Sonnensechsecktransmitter zeigen. Die Form der dargestellten Raumschiffe zeigen Li da Zoltral, dass die Reliefs mehr als 54.000 Jahre alt sind. Ein abgebildetes Sonnensystem zeigt zehn Planeten, nicht acht wie in der Gegenwart.

Li da Zoltral schreit auf und geht zu Boden. Mit verdrehten Augen durchlebt sie eine Vision, die sie akustisch ihren Gefährten mitteilt. In einem schwarzen Nichts erscheint eine kobaltblaue Walze. Für einen winzigen Moment scheint sie die Arkonidin genau zu mustern, bevor sie im unendlichen schwarzen Nichts verschwindet. Im nächsten Augenblick rennt Li da Zoltral in einem Labyrinth um ihr Leben. Während sich die Wände immer mehr zusammenziehen, greift eine unnatürliche Kälte nach ihr und durchdringt ihren Körper. Die Arkonidin kommt wieder zu sich und kann sich an nichts mehr erinnern.

Atlan und seine Kameraden verlassen die Halle. Sie stoßen zu den gewaltigen Pyramiden vor. Dort müssen sie feststellen, dass das Innere eines der Bauwerke erst vor kurzer Zeit ausgeschlachtet worden ist. Will etwa jemand eine Sonnentransmitter-Steueranlage nachbauen?

Verbindet man die Mittelpunkte der Pyramiden durch Geraden miteinander, erhält man ein Fünfeck – ein Pentagon. Die 20 Sonnen des kosmischen Leuchtfeuers, das im Zentrum von Omega Centauri angemessen worden ist, bilden einen Pentagon-Dodekaeder. In dem Kugelsternhaufen scheinen regelmäßige Fünfecke vorherrschend zu sein, während bei Kahalo und dem zugehörigen Sonnensechseck-Transmitterim Zentrum der Milchstraße Sechsecke gebildet wurden. Noch während die Gefährten mit der Untersuchung des Inneren der Pyramiden beschäftigt sind, stößt Akanara einen Warnschrei aus. Er kündet die Ankunft von großen Männern an, die sie töten wollen. Gleichzeitig stellt Zanargun einige Energiequellen fest, die soeben aktiviert worden sind und die Gruppe eingekreist haben. Atlan gibt den Befehl, die Schutzschirme zu aktivieren und die Waffen bereit zu halten. In den weitläufigen Hallen im Untergrund des Hochplateaus werden Energiequellen angemessen, die von vier arkonidischen Raumern mit 200 Metern Durchmesser stammen. Explodierende Sprengsätze reißen Löcher in die Wände, aus denen Blendgranaten geworfen werden. Akanara wird von seinen Gefährten in die Mitte genommen. Vier schwerbewaffnete Naats stapfen auf Atlan und seine Leute zu. Akanara wird von den Riesen unter Feuer genommen. Daguray wirft sich in die Schussbahnen der Strahlwaffen. Auch die übrigen Besatzungsmitglieder der AT-TOSOMA geraten in große Bedrängnis. Thermobomben explodieren und lassen den Deflektorschirm des Anführers der Naats flackern. Atlan kennt den Mann von Arkon. Er weiß nun, wer sie jagt – Igusen Kanarek. Die da Zoltrals wollen ihn töten. Atlan hat den Mann bei seiner Audienz bei Crest-Tharo da Zoltral im Wasserpalast gesehen. Er ist an der Tür gestanden, als Atlan und Li da Zoltral den kleinen Speisesaal betreten haben, hat sich aber sofort abgewendet und den Raum verlassen. Es handelt sich um Igusen Kanarek, einen äußerst unsympathischen Zeitgenossen, der seine körperlichen Unzulänglichkeiten durch politische Macht übertünchen will. Sein Lohn für den Mord an Atlan soll eine Adelsheirat sein, die ihm von Crest-Tharo versprochen worden ist. Eine von Zanargun herausgeprengte Hallendecke begräbt die Naats unter sich.

Atlan und seine Gefährten erreichen mit knapper Not den Rand des Hochplateaus. Die vier angemessenen Schiffe starten aus ihren unterirdischen Hangars. Atlan nimmt Kontakt mit January Khemo-Massa auf, um ihn zu warnen. Gleichzeitig übermittelt er ihm Einzelheiten eines waghalsigen Planes, mit dem die Gruppe von Acharr entkommen will. Mit ihren TRUVS werden sie versuchen, den Stealth-Shift zu erreichen. Während sie den Hang des Plateaus hinabfliegen, meldet sich wieder Akanara mit einer Warnung. Er sieht Blitze. Vier werden Acharr nicht verlassen und einer von ihnen wird sterben. Der Yarn sieht sich selbst als dieses Opfer. Atlan lässt den Kurs etwas ändern und steuert ein Flussbett an. Auch die Geschwindigkeit wird etwas reduziert. Plötzlich zuckt der grünliche Blitz einer Desintegratorbombe auf und ein Teil des Hanges verschwindet. Der Hang beginnt zu rutschen. Die Steinlawine walzt auf ihrem Weg in den Dschungel alles nieder, was sich ihr in den Weg stellt. Atlans Begleiter werden durch den entstandenen Sog durch die Luft gewirbelt und können sich über den Baumwipfeln wieder abfangen. Unsichtbare Gegner feuern auf sie mit Thermoschüssen und Granaten. Ein breitgefächerter Strahlschuss, abgefeuert von Li da Zoltral, lässt den Schutzschirm eines der Angreifer aufleuchten. Sofort wird der Unbekannte unter Punktbeschuss genommen. Doch durch blitzschnelle Bewegungen kann er sich in Sicherheit bringen. Erneut konzentriert sich das Feuer der insgesamt drei Angreifer auf Akanara. Als das Schicksal des jungen Yarn besiegelt zu sein scheint, reagiert Daguray. Er wirft sich mit einem wilden Schrei in das Zentrum der tödlichen Waffenstrahlen und Granaten. Der Rosenblättermann wird zur einer zalitischen Fackel.

Nun treffen auch Altra da Orbanaschol und Hespran mit dem Stealth-Shift am Ort des Kampfes ein. Daguray vergeht in einer grellen Explosion und stürzt in den Dschungel. Eine Boden-Luft-Rakete trifft einen der Angreifer. Ein winziger Gleiter wird sichtbar, bricht auseinander und gibt den Blick auf einen Swoon frei. Der zweite Gleiter wird mit dem MVH-Geschütz abgeschossen. Die dritte Komponente des Triple-Jet wird von einer Rakete getroffen und stürzt ebenfalls ab. Akanara und Atlan landen neben der Leiche Dagurays, die einige Meter von einem großen, intensiv duftenden Wildrosenstrauch liegt. In der Hand hält er einen Zettel mit einem Gedicht über einen Rosengarten. Atlan hebt mit seinem Desintegrator eine Grube aus, in die Zanargun den Leichnam bettet. Mit Erde, Ästen, Steinen und Reisig wird das Grab abgedeckt. Eine kurze Salve aus dem Thermostrahler versiegelt das Grab.

Igusen Kanarek hat in der Zwischenzeit Teriwei erschossen, da dieser seinen Startbefehl nicht augenblicklich befolgt hat und es sogar gewagt hat, eine Verzögerung vorzuschlagen. Eines der vier Schiffe nimmt Kurs auf Atlan und dessen Leute. Die drei anderen Einheiten stoßen in den freien Weltraum vor. Altra da Orbanaschol aktiviert die Antiortungsschirme des Stealth-Shifts und flieht mit einem Kurs nahe der Planetenoberfläche vor dem angreifenden Raumschiff, das dem Flugpanzer Schuss um Schuss nachfeuert. Als sich der Kugelraumer auf den Shift stürzt, beschleunigt Altra da Orbanaschol den Panzer mit 500 km/sec² in Richtung Weltraum. Nachdem die Überraschung über das unerwartete Manöver an Bord des Kugelraumers abgeklungen ist, wird der Shift wieder mit Kampfstrahlen eingedeckt. Atlan lässt den Paratronschirm aktivieren. Igusen Kanarek feuert eine Transformbombe auf den Panzer ab.

Die AT-TOSOMA wird von den drei Kugelraumern ebenfalls mit Transformbomben angegriffen. Zuunarik, der 2. Pilot, schafft es, die TOSOMA heil aus den tobenden Gewalten herauszubringen. Cisoph Tonk feuert ebenfalls mit allen acht Transformkanonen des Schweren Jagdkreuzers. Eine kurze Transition bringt die AT-TOSOMA genau zu den vorausberechneten Koordinaten. In einem Abstand von lediglich 30 Kilometern befindet sich der Stealth-Shift Atlans. Cisoph Tonk hält einen der arkonidischen Raumer mit vier Transformbomben auf Distanz. Traktorstrahlen erfassen den Shift und zerren ihn in eine Schleuse der TOSOMA. Mit einem VEX-Lift erreicht Atlan die Zentrale des Kreuzers. Die vier Arkon-Raumer rasen mit Vollschub auf die TOSOMA zu. Tonk legt einen Sperrriegel zwischen den Jagdkreuzer und den Angreifern. Drei Arkonraumer materialisieren nach einem Kurzsprung direkt in der Flugbahn der AT-TOSOMA. Zuunarik behält die Nerven und lenkt das Schiff direkt durch die feindliche Formation, die keinen Schuss abfeuern kann, ohne selbst in Gefahr zu geraten. Die AT-TOSOMA erreicht die Mindestgeschwindigkeit für eine Transition. Mit nur 60.000 Kilometern pro Sekunde verschwindet das Schiff aus dem System des Planeten Acharr.

Igusen Kanarek zieht ob seines Versagens die Konsequenzen. Er informiert zunächst seinen Auftraggeber per Funk über den Fehlschlag der Operation. Dann zieht er unter den erwartungsvollen Blicken der Besatzung seinen Strahler, um sich nach dem Ehrenkodex des Adels selbst zu richten. Doch Kanarek will den Besatzungsmitgliedern diese Genugtuung nicht geben und steckt den Strahler wieder in den Holster zurück. Er will zu seinem Auftraggeber zurückkehren und sich dessen Urteil stellen. Verfolgt von enttäuschten Blicken zieht er sich in seine Kabine zurück, in der wahrscheinlich noch immer Orbton Madleda auf ihn wartet.

Auf Acharr kommt Weddrin wieder zu sich. Er kann sich an den Abschuss der Einzelsegmente des Triple-Jets erinnern. Einer seiner vier Arme ist verschwunden. Aus der Wunde tropft das Blut auf den Boden des Dschungels. Eine Wurzel nähert sich dem Auftragskiller. Weitere Wurzeln bilden einen Käfig um den Swoon. Eine der Wurzeln wickelt sich um den Armstumpf und drückt die Wunde ab. Der Käfig setzt sich in Bewegung und hält erst auf einer Lichtung wieder an. Weddrin erkennt einen dicken Baum, der viele Äste aufweist, aber keine Blätter hat. Die Wurzeln ziehen sich zurück und die Äste des Baumes nehmen deren Position ein. Eine Wurzel sondert eine süße Flüssigkeit ab, die dem Swoon in den Mund tropft. Diese Nährflüssigkeit erhält ihn am Leben. Nach einigen Stunden nähert sich ihm eine weitere Wurzel. Mit einer blitzschnellen Bewegung schießt sie in seine verletzte Arterie. Die Umklammerung des Armstumpfes löst sich, sodass das ausströmende Blut von der Wurzel aufgenommen werden kann. Einige Augenblicke später wird die Blutung wieder abgeklemmt. Verzweifelt erkennt Weddrin in ähnlichen Wurzelkäfigen seine beiden Gefährten Leuff und Nedir, die ebenfalls von Wurzeln der Pruun durchbohrt werden. Gewaltsam wird der Swoon wieder mit Nährflüssigkeit versorgt. Ihm steht eine endlose Zeit der Qual bevor.

Am 25. Februar 1225 NGZ stellt sich für Atlan die große Frage: Was wollen die da Zoltrals mit den Hinterlassenschaften der Lemurer anfangen? Es ist bekannt, dass es in Omega Centauri drei Tamanien der Lemurer gegeben hat bzw. noch gibt. Atlan beschließt, mit seinen weiteren Nachforschungen im kleinsten dieser Tamanien, Shahan, zu beginnen. Auf dem Weg dorthin schließt er Frieden mit Li.

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Grauer Lord
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Re: Atlan Klassiker Thread - der Centauri-Zyklus

Beitrag von Grauer Lord »

Die „Ruinen von Acharr“ von Rainer Hanczuk hätte für mich mehr Potential gehabt, wenn die titelgebende Ruinen-Stadt der Lemurer mit ihren Geheimnissen eine größere Rolle gespielt hätte. Immerhin wissen wir nun durch verschiedene Wandgemälde, dass der Bau der Stadt und der roten Schaltpyramiden auf dem Plateau möglicherweise bis in die Zeit zurückreicht, in der der Planet Zeut zwischen Mars und Jupiter noch nicht durch die Bestien zerstört wurde. Informativ waren auch die beiden Kapitel, die uns das Thema Sonnentransmitter in Erinnerung riefen; die Konstellation eines Pentagon-Dodekaeders im Zentrum Omega Centauris deutet klar darauf hin, dass der Sternenhaufen in lemurischer Zeit von allergrößter Bedeutung gewesen sein muss. Vielleicht wegen der extremen energetischen Verhältnisse als Fluchtort?

Ansonsten wartet das Heft mit einer heute eher ungewöhnlich gewordenen Art der Gewaltdarstellung auf, als ein sadistischer Swoon gleich zu Beginn seinem Opfer die Hand amputiert. Dafür wird die Killertruppe am Ende für alle Zeiten qualvoll in die Pflanzenwelt des Pruun als „Blutspender“ integriert. Ein Ende, das mich unangenehm berührt hat.

Daneben ist auch die größere Prise Erotik und Anzüglichkeit zwischen Atlan und Li auffällig; ich habe nichts dagegen, das keusche Gewisper mit Anima bzw. ein so gut überhaupt nicht geschilderter „Austausch“ mit Barleona oder Tyari waren im SOL-Zyklus und später schon irgendwie absurd, wenn man mal an Atlans Leben in den kneifelschen Taschenbüchern denkt. Dass hinter Li ein größeres Geheimnis steckt, offenbart ihr Erinnerungs-Schub, in dem es um eine kobaltblaue Walze ging. Eine langjährige, gemütliche Beziehung zum Arkoniden verheisst das nicht unbedingt.

Wenig gefallen hat mir der arkonidische Gegenspieler Igusen Kanarek, der mit „herausquellenden Augen“ und „Adern wie Schläuchen“ als banale Karikatur eines Emporkömmlings und Cholerikers dargestellt wird. Einzige Funktion dieser Figur: Er stellt heraus, ebenso wie die Swoon, dass die Familie da Zoltral in Omega Centauri längst ein- und ausgeht und die alte Technik der Lemurer zumindest in Teilen beherrschen. Dass sie einen Krish‘ un haben stehlen lassen, deutet aber darauf hin, dass man noch nicht alles nach Belieben kontrollieren kann, wie das ein Tamrat früher mal konnte.

Schriftstellerisch wieder ein mittelprächtiges bis durchwachsenes Heft, das aber immerhin Handlungsfortschritt bringt.
Lumpazie
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Re: Atlan Klassiker Thread - der Centauri-Zyklus

Beitrag von Lumpazie »

Am 11. März 2003 erschien der 5. Band des Centauri-Zykus:

Fragmente der Ewigkeit

von Hubert Haensel

Titelbild

Bild

Zeichner: Alfred Kelsner

Handlung:
Die AT-TOSOMA nähert sich dem Tamanium Shah'taman, einem der großen Sternenreiche der Lemurer in Omega Centauri. Unterwegs hat Atlan (nach einer heißen Liebesnacht mit Li da Zoltral) eine Vision und glaubt, unter mentaler Beeinflussung ein Besatzungsmitglied zu erschießen. Es scheint ihm, als hätte er eine Raumstation gesehen, zu der es ihn mit aller Macht hinzieht. Der Arkonide überwindet den unerklärlichen Einfluss, in Wirklichkeit ist nichts geschehen. Das Shahan-System hat zwei Sonnen, Hauptwelt ist der Planet Shagdul IV. Das System befindet sich in einer Kalmenzone, in der es auch eine eigenartige Nebelwolke gibt, die Effekte wie eine Energielinse hervorruft. Dort findet die Crew der TOSOMA ein tefrodisches Raumschiffswrack und eine Raumstation wie die, welche Atlan in seiner Vision gesehen hat. Im gleichen Moment hat Li da Zoltral erneut eine Vision wie seinerzeit auf Acharr. Zunächst wird die Station nicht näher untersucht.

Als man sich im Anflug auf Shagdul IV befindet, verlässt gerade ein UFOnauten-Mutterschiff mit extremen Beschleunigungswerten das System. Jetzt kann es keinen Zweifel mehr daran geben, dass die Kosmokraten ihre Finger im Spiel haben. Die Lemurer, die von der Anwesenheit des UFOnauten-Mutterschiffs nichts zu wissen scheinen, fangen die TOSOMA mit einigen Schiffen ab. Atlan wird aufgefordert, eine gründliche Durchsuchung seines Schiffs zu gestatten, was er ablehnt. Die Lemurer geben einige Warnschüsse ab und eröffnen dann das Wirkungsfeuer – allerdings treffen sie nur die vom Virtuellbildner der TOSOMA erzeugten Ortungsschatten und lassen sich von der virtuellen Flotte so verwirren, dass sie Verstärkung anfordern. Währenddessen nähert sich die ortungsgeschützte TOSOMA weiter dem Planeten, bis die Lemurer den Schwindel durchschauen. Auch als die TOSOMA dann unter schwerem Beschuss liegt, lässt Atlan das Feuer nicht erwidern, denn er kommt als Freund. Außerdem nimmt er zu Recht an, dass die Technik seines Schiffs, insbesondere der Virtuellbildner, das Interesse der Regierung wecken muss und dass sein Krish'un Eindruck machen wird: Das Feuer wird eingestellt, und Atlan wird von der Tamaron Nestara Cherhay zu einer Audienz eingeladen. Mit fünf Begleitern, darunter Akanara und Li da Zoltral, begibt sich Atlan zu einem Festbankett im Palast der Tamaron.

Währenddessen ist auf Shagdul IV ein unscheinbarer Archivar namens Hergol Cohrnard einer Geschichtsfälschung auf der Spur. Durch Zufall ist er Zeuge eines Mordes geworden, und dabei ist ihm ein Speicherkristall in die Hände geraten, in dem die Vernichtung des Planeten Tarik durch unbekannte Raumschiffe dargestellt wird. Dieses Ereignis soll sich vor 500 Jahren zugetragen haben – aber Hergol Cohrnard findet heraus, dass die Aufnahmen nicht älter als 30 Shahana-Jahre alt sein können! Es kommt dem Archivar mehr als nur verdächtig vor, dass Tarik vor einiger Zeit die Hauptwelt des Tamaniums Tarik war, welches sich seit circa 34 Shahana-Jahren anders nennt. Der Name lautet Baylamor! Dieses Tamanium liegt in unmittelbarer Nachbarschaft zu Shahan. Obwohl Cohrnard jetzt selbst in Gefahr ist und bereits einmal nur knapp einem Anschlag entkommen konnte, stellt er weitere Nachforschungen an. Er verschafft sich Zugang zu einem geheimen Archiv, wo er weitere Ungereimtheiten in der Geschichtsschreibung entdeckt. Er findet Aufzeichnungen einer Sonde, die auf dem angeblich schon seit Jahrhunderten vernichteten Planeten Tarik Aufnahmen von großen Städten aus Trichterbauten und von Wesen gemacht hat, bei denen es sich (was der Archivar natürlich nicht weiß) nur um Springer und Arkoniden handeln kann. Als Cohrnard die Bilder der Arkoniden und ihrer Schiffe sieht, erinnert er sich an die Landung der TOSOMA, die öffentlich übertragen worden ist. Er nimmt an, dass die TOSOMA von Tarik kommt und zu einer Verschwörung gehört, die das Tamanium Shahan bedroht. Mit einem Nadler bewaffnet, macht er sich auf den Weg zum Palast der Tamaron.

Dort überschlagen sich auch ohne ihn schon bald die Ereignisse. Atlan erfährt, dass die Politik des Tamaniums Baylamor seit etwa 30 Jahren stark auf Expansion ausgerichtet ist. Das passt zeitlich gut zum Beginn der dunklen Machenschaften der da Zoltral. Plötzlich hat Akanara wieder einen Anfall von Präkognition und warnt Atlan, dass gleich einer der Bankettgäste ermordet werden wird. Im nächsten Moment stürzt Li da Zoltral sich aus heiterem Himmel auf die Tamaron, wird aber von Atlan überwältigt. Dann wird ein Admiral von einem anderen Gast erschossen. Panik und Chaos brechen aus – und dann erscheinen aus dem Nichts mehrere UFOnauten. Sie versuchen, Li da Zoltral zu entführen, was aber von Atlan verhindert werden kann. Scheinbar stehen mehrere Gäste unter mentaler Beeinflussung, denn es wird wie wild geschossen, und es gibt mehrere Tote. Zu allem Überfluss erscheint jetzt auch noch Hergol Cohrnard, der auf den vermeintlichen Verschwörer Atlan anlegt. Bevor er Schaden anrichten kann, wird er selbst niedergeschossen und tödlich verletzt. Leider wird dabei auch der Speicherkristall vernichtet, dessen Inhalt sicher auch Atlan interessiert hätte. Die Tamaron lässt Atlan und seine fünf Begleiter verhaften.

Der obige Text und Bilder wurde per GNU-Lizenz der Perrypedia
entnommen.
Grauer Lord
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Re: Atlan Klassiker Thread - der Centauri-Zyklus

Beitrag von Grauer Lord »

„Fragmente der Ewigkeit“ von Hubert Haensel habe ich sehr gerne gelesen, endlich hatte ich mal wieder das Gefühl, einen Roman aus dem gewohnten Perryversum vor mir zu haben; die drei Vorgänger-Hefte waren zwar bunt, spannend und exotisch, beim Lesen ergab sich bei mir dann aber doch auch eine Art Störgefühl.

Routinier Haensel schildert zwei Handlungsebenen. Auf der einen bekommen wir durch den Archivar Hergol Cohrnard Einblicke in das Leben von Lemurernachfahren, die auf dem Planeten Shahana im Reich Shah’taman leben und keine Ahnung davon haben, wie sich das Leben in der Milchstraße bzw. Apsuhol weiterentwickelt hat. Die Idee, dass sich durch die besonderen Umstände in Omega Centauri im unmittelbaren Umfeld der Milchstraße Lemurer wie in einer Art Zeitkapsel konserviert haben, finde ich spannend. Mit dem Archivar nimmt’s aber ein tragisches Ende: Er findet heraus, dass Tarik, die Zentralwelt eines benachbarten Reiches, gar nicht im Atombrand zerstört wurde, wie die Geschichtsschreibung sagt. Sondern dass sich im dortigen Tananium, das sich neuerdings Baylamor nennt, Fremde eingenistet haben, die auf die Entwicklung im Kugelsternhaufen Einfluss nehmen. Exemplarisch „sehen“ wir einen rotbärtigen Springer. Cohnard wird umgebracht, wir bekommen dabei recht explizit vorgeführt, wie sich Teile seines Körpers durch desintegrator-Beschuss auflösen. Sein letzter Blick sieht Atlan, der ihn voller Trauer ansieht.

Atlan und die TOSOMA haben bis dahin mit den sehr abwehrbereiten Lemurerabkömmlingen Bekanntschaf gemacht, schaffen es sogar bis zur Audienz bei der Tamrätin, die allerdings in einem Gemetzel endet. Weil unsichtbar agierende Kräfte, hinter denen bestimmt die in Cantauri eingesickerten Zoltrals stecken, die Begegnung sabotieren. Das Heft endet mit einem spannenden Cliffhanger. Besonders mysteriös ist die Sichtung eines Mutterschiffs der UFOnauten, die damals wichtige Handlanger der Kosmokraten waren, in der Haupt-Serie inzwischen (wie so vieles) aber nicht mehr mitspielen/ erwähnt werden. In einer Szene wird deutlich, dass sie auf irgend eine Weise etwas mit Li zuntun haben müssen, die ja von Beginn an als in Rätsel verstrickt dargestellt wurde.

Wir haben also Action, eine Art Detektiv-Story um den Archivar, spannende Details um lemurisches Leben und so einiges mehr. Dazu gibt’s ein gutes TiBi von Alfred Kelsner. Ich war’s sehr zufrieden.
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