Atlan Klassiker - Minizyklen - INTRAWELT

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Grauer Lord
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Re: Atlan Klassiker - Minizyklen - INTRAWELT

Beitrag von Grauer Lord »

Zu „Die Architekten der Intrawelt von HoHo fällt mir nicht richtig viel ein. Die große Erkenntnis des Heftes steht auf den letzten Zeilen des Romans: der Sklave Tuxit ist - wie bereist vermutet - ein Vertreter des geheimnisvollen Volkes der Rhoarxi, auf dessen Hinterlassenschaften wir in Dwingeloo schon mehrmals getroffen sind. Das ist dann wohl der Ansatzpunkt, um endlich etwas über den Flammenstaub zu erfahren, wegen dessen großer Gefährlichkeit ein solche kosmischer Aufwand betrieben wird. Warum Tuxit bisher geschwiegen hat? Möglicherweise spielt da der Cueromb eine Rolle, das Gerät, das Atlan aus Peonus Etablissement mitgenommen hat. Und das vielleicht gestohlener Rhoarxi-Technik entspringt. Das werden wir wohl noch sehen.

Das Heft selber bringt mit der Bodenwelt eine neue Ebene in die Intrawelt-Szenerie, die sozusagen das Facility-Geschoss unterhalb der künstlich gestalteten Parzellen darstellt. Atlan nimmt auch einen Blick auf die Membran, die die Intrawelt von außen abschottet um ein Entweichen des Flammenstaubs zu verhindern. Möglicherweise besteht sie aus Psi-Energie (?)

Die Handlung um den gequälten, unablässig zur Arbeit angehaltenen Anstizen hat mir gefallen, sie war eindrücklich und auch bedrückend geschildert. Warum Kartnich am Ende nicht sterben konnte und was letztlich zum Bau des Hospizes in dieser Form geführt hat, lässt der Roman offen. Das ist aber auch nur ein Mosaikstein am Wegesrand des 12-Hefte-Zyklus, der mir bisher sehr gut gefällt. Viel besser jedenfalls als die zuletzt so blassen und schematischen Lordrichter-Abenteuer. Es bleibt nur zu hoffen, dass die Autoren auch eine plausible Erklärung für die Brisanz des Flammenstaubs liefern können, der es nötig macht, über Jahrhunderttausende an einem Konstrukt wie der Intrawelt zu arbeiten. Ich bin gespannt.

Was auffiel: In diesem Roman denkt Atlan an keiner Stelle an die seelische Verstümmelung durch Peonu.
Lumpazie
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Re: Atlan Klassiker - Minizyklen - INTRAWELT

Beitrag von Lumpazie »

Am Freitag dem 13. Januar 2005 erschien der 9.Band des Intraweltzyklus:

Die Architekten der Intrawelt

von Arndt Ellmer

Titelbild: Dirk Schulz

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Handlung:

Atlan

Tuxit übernimmt nach den Ereignissen im Hospiz die Führung der kleinen Gruppe. Mit einer Antigravplattform fliegen sie eine Weile durch die Bodenwelt, um dann in der Parzelle Frozenhaim, einer ewigen Eiswüste, wieder an die Oberfläche der Intrawelt vorzustoßen. Ziel des Rhoarxi ist die Gondelstation ZERB-678. Als sie bei der Station eintreffen, läuft dort gerade ein Angriff von Eisquallen auf die Station. Tuxit gelingt es, die Parasiten zurückzuschlagen. Mit der Gondel fahren die drei Gefährten hinauf bis zur nächsten Hochstation, um von dort aus das schnelle Hochnetz zu nutzen, um schneller zur Parzelle Nabuzym zu gelangen. Dort ist die ewige Wanderstadt Aspoghie unterwegs, eine der drei Städte der Rhoarxi, den Erbauern der Intrawelt und Hütern des Flammenstaubs.

Dort angekommen, sichten sie zunächst von der Ferne aus die Stadt, Tuxit möchte vorerst nicht entdeckt werden. Kurz danach geraten sie in einen Angriff von Parasiten, Therabols. Diese bedingt skorpionartigen Geschöpfe können nur mit Mühe bezwungen werden. Hier und auch bei einem Zwischenfall im Gondelsystem und dem Angriff der Eisqualle setzt Tuxit den Flammenstaub in Kombination mit dem Cueromb ein. Dabei entstehen für seine Begleiter immer wieder geistige Qualen.

Tuxit erklärt Atlan, dass die Wanderstädte aus Potista bestehen, Einzellern auf Siliziumbasis, die von den Rhoarxi gesteuert werden. Außerdem gibt er dem Arkoniden zu verstehen, dass nur Rhoarxi den Flammenstaub gefahrlos in sich tragen können, alle anderen Wesen versagen und werden zur Gefahr für ihre Umgebung und das Multiversum. Atlan glaubt allerdings an die Kraft seines Zellaktivators, den er allerdings weiter geheim hält.

Dann werden die drei von der Stadt aufgenommen. Allerdings scheint irgendetwas schief zu laufen – das sind Atlans letzte Gedanken.

Uquart

Uquart ist der Oberste Brüter Aspoghies. Die Lage der Stadt bereitet ihm Sorge. Als er gerade, mittels des Flammenstaubs, dessen Träger er ist, Verbindung mit den Obersten Brütern der beiden anderen Städte aufnimmt, um Informationen auszutauschen, durchzuckt ihn und die beiden anderen Rhoarxi ein grausamer Schmerz. Irgendwo in der Intrawelt wurde Flammenstaub eingesetzt. Für Uquart ist sofort klar, dass es nur Tuxit gewesen sein kann. Der Feigling, auf den Uquart einen gigantischen Hass schiebt. Einst war Tuxit zum Obersten Brüter gewählt worden und wurde zum Träger des Flammenstaubs. Es erfolgte ein schneller Aufschwung Aspoghies, doch dann kam es zu einer Katastrophe, und Tuxit setzte sich einfach ab. Seit dieser Zeit hasst Uquart den anderen, und nun spürt er, wie Tuxit sich Aspoghie nähert. Er erwartet ihn, zum unausweichlichen Duell.

Peonu

Peonu ist noch immer auf der Fährte Atlans, auch wenn es nicht einfach für den ehemaligen Diener des Chaos ist. Die Seelenverbindung steht, und auch der Lutvenide erreicht Nabuzym. Dort angekommen, stellt er für sich fest, dass es an der Zeit ist, die Initiative zu ergreifen.

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Lumpazie
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Re: Atlan Klassiker - Minizyklen - INTRAWELT

Beitrag von Lumpazie »

Am Freitag dem 27. Januar 2005 erschien der 10.Band des Intraweltzyklus:

Wanderstadt Aspoghie

von Hans Kneifel

Titelbild: Dirk Schulz

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Innenillustration: Harry Messerschmidt

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Handlung:

Atlan taucht in die zähflüssige Masse des Potista ein, das die Wanderstadt Aspoghie bildet. Er fühlt sich wie ein Schwimmer, der unter Wasser gezogen wird und dem die Luft ausgeht. Der Arkonide empfindet Todesangst. Plötzlich spuckt ihn der fremdartige Morast aus. Er torkelt zu einer Art steinerner Bank bei der Stadtmauer. Dort findet er Jolo, der das gleiche Schicksal erlitten hat. Tuxit steht einem jüngeren Rhoarxi gegenüber. Beide stoßen kleine Mengen Flammenstaub aus. Es kommt zum Kampf zwischen den Vogelwesen. Bald wird das Geschehen von weiteren Rhoarxi verfolgt. Tuxit empfiehlt Atlan, mit Fontum zu gehen, der ihn und Jolo in ein Quartier bringen wird. Tuxit und Uquart haben noch viel zu klären, was noch einige Zeit dauern wird.

Im Quartier stärken sich Atlan und Jolo, doch den Arkoniden lässt die offene Feindschaft zwischen Tuxit und seinem jüngeren Konkurrenten und Nachfolger keine Ruhe. Nach einer Ruhephase verlässt Atlan das Quartier, um sich in der Stadt umzusehen. Doch Fontum und drei weitere jüngere Rhoarxi halten ihn auf. Die Rhoarxi lassen sich von Atlan überzeugen, dass er ihnen nicht schaden wird und erlauben ihm, sich in der Stadt umzusehen. Im Sinne des Mob und des Obersten Brüters verbieten sie ihm allerdings, in den Hohen Horst einzudringen.

Im Hohen Horst wird die Auseinandersetzung zwischen Uquart und Tuxit fortgesetzt. Von den gefüllten Sitzstangen kommt Tuxit Hass und Misstrauen entgegen. Zentilli erklärt, dass Tuxit und seine Freunde die Stadt verlassen sollen. Andernfalls droht ihnen der Tod. Der Impostor berichtet auch von der Auslöschung der Familie des Verräters vor 30.000 Tagen. Der alte Rhoarxi ist erschüttert, auch wenn er es immer geahnt, eigentlich gewusst hat. Es war eine logische Folge seines Verschwindens. Tuxit will Zentilli angreifen, bleibt aber doch stehen. Er fordert die Übergabe der Verantwortung über Aspoghie. Der Mob und der Impostor können zwei Träger des Flammenstaubs in der Stadt jedoch nicht dulden. Dies würde zur Spaltung der Bevölkerung und zum Chaos führen. Tuxit fordert erneut die Bestimmung zum Obersten Flammenstaub-Träger. Ein großer Teil der Stadtbevölkerung scheint ihn zu unterstützen. Das Potista reagiert auf die immer stärker werdenden Schwingungen, die von den beiden Flammenstaub-Trägern ausgehen. Risse bilden sich in den Wänden, ein unheilvolles Knistern ist zu hören. Die Rhoarxi in der Stadt werden unruhig, trampeln Umstehende nieder. Der Mob im Hohen Horst fordert offen die Exekution Tuxits.

Atlan und der zu ihm gestoßene Jolo entdecken Genlabore der Rhoarxi, und dem alten Arkoniden wird klar, dass die Rhoarxi nicht nur begnadete Baumeister in Dwingeloo waren, sondern auch geniale Gentechniker sind. Er entdeckt Brutstätten für Dhedeen, Krakenwesen wie Teph und auch Maulspindler werden gezüchtet. Atlan sieht ein, dass er sein Bild, das er sich über die Avoiden gemacht hat, revidieren muss. Sie sind mehr, als er bisher erahnt hat, viel mehr.

Trotz der Entdeckungen entgeht den beiden Gefährten nicht, dass sich Ungemach zusammenbraut. So machen sie sich auf zum Hohen Horst. Dabei müssen sie sich durch dicht gedrängt stehende Stadtbewohner hindurchkämpfen. In einem Raum treffen sie auf Curxari, der die Folgen des Streits zwischen Uquart und Tuxit beobachtet. Der alte Wissenschaftler will dem Kampf ein Ende bereiten, der droht, außer Kontrolle zu geraten. Die beiden Kämpfer stoßen immer wieder kleine Wolken von Flammenstaub aus, der längst die Kontrolle über sie übernommen hat. Ihre Krallen zerfetzen die Schwungfedern der Flügel des Gegners.

Aspoghie kommt über der Wüstenlandschaft von Nabuzym zum Stillstand. Atlan, Jolo und Curxari erreichen das Innere des Hohen Horstes. Tuxit und Uquart hören nicht auf den alten Biologen, der sie auffordert, ihren Kampf in der Wüste fortzusetzen. In einer kurzen Pause wickelt Atlan ein Kabel oberhalb der Kniegelenke um die Beine Tuxits. Gleichzeitig umfasst er mit beiden Händen den Hals des Rhoarxi und drückt die Luftröhre langsam zusammen. Tuxit stürzt bewusstlos zu Boden. Bevor der Arkonide Uquart erreicht, sackt der Horst in die Tiefe, kommt aber wieder zum Stillstand. Ein weiteres Kabel schlingt Atlan um den Hals des Obersten Brüters, fesselt die Beine und zerrt ihn zum Ausgang. Erneut sackt der Horst ab. Atlan, Jolo und Curxari ziehen Uquart und Tuxit durch den Siliziumstaub und die Trümmer ins Freie. Es geht die Stufen der schwarzen Treppe um den Doppelturm auf dem Platz des Hohen Horstes hinab. Tuxit kommt zu sich, löst seine Fesseln und stürmt an Atlan und den beiden Gefährten vorbei, ohne Notiz von ihnen zu nehmen. Ein Teil des Horstes löst sich und begräbt Curaxi unter sich. Jolo und der nun ebenfalls wiedererwachte Uquart erreichen den trümmerübersäten Platz am Fuße des Doppelturmes. Sie springen durch ein Tor in der Stadtmauer in den Sand Nabuzyms. Sie müssen mitansehen, wie die Stadt immer mehr in sich zusammenfällt. Zahlreiche Rhoarxi haben in den Ruinen den Tod gefunden. Tuxit und Uquart nehmen den Kampf wieder auf. Atlan geht mit einem Messer dazwischen, kann aber nichts ausrichten. Plötzlich wirft sich Uquart auf den Boden. Auch Tuxit hält inne. Uquart ereilt die Vernunft. Er obsiegt für Augenblicke über den schädlichen Einfluss des Flammenstaubs, den er in sich trägt. Der Oberste Brüter begeht Selbstmord. Mit seinen letzten Worten gibt er bekannt, dass der Mob Tuxit zum Obersten Brüter ernennen soll. Um Tuxit sinken die Flammenstaub-Partikel zu Boden. Hinter einem Felsen taucht Peonu auf. Nun nimmt Atlan das unsichtbare Band wieder wahr, das ihn mit dem Seelenfresser verbindet. Tuxit ist überrascht und fragt Atlan, wer da gekommen sei. Der Arkonide spricht, unter Zwang, von einem »Freund«.

In Aspoghie behütet Demio, eine uralte Rhoarxi, seit ewigen Zeiten einen »Brüterich«. Sie spürt, dass ihr »Küker« zurückgekehrt ist. Sie hat trotz der weitläufigen Zerstörungen in der Stadt überlebt. Nun ist ihr Küker Tuxit zurück, und sie hat den Brüterich die ganze Zeit seiner Abwesenheit gepflegt. Nach 30.000 Tagen kann der Letzte der Familie ausgebrütet werden.

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Grauer Lord
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Re: Atlan Klassiker - Minizyklen - INTRAWELT

Beitrag von Grauer Lord »

Arndt Ellmers „Das Symbol der Flamme“ habe ich sehr gerne gelesen. Abgesehen vom routinierten Stil bringt es uns erstmal auch dem eigentlichen Kern des Zyklus ein bisschen näher: dem Flammenstaub.

Die Geschichte der Rhoarxi in ihren drei wandernden Städten wird gut rübergebracht. Das Bild einer Art Hovercraft mit einer Metropole obendrauf und dem auf Siliziumbasis arbeitenden Potista als „Sockel“ finde ich gut vorstellbar. Details wie die uralte Glocke, die geläutet wurde, als Aspoghie unter der Regentschaft des unglückseligen Tuxit zu zerbrechen drohte, machen die Story um die Vogelabkömmlinge interessant. Irgendwie passt der Entwicklungsstand der Rhoarxi aber nicht wirklich zu dem Projekt, eine 300 000 Kilometer große Hohlwelt zu erschaffen, so beeindruckend die drei Städte nun auch daherkommen. Vor allem werden die ganz anders aussehenden Ruinenlandschaften, die sie in Dwingeloo hinterlassen haben, damit noch ein Stück weit unerklärlicher.

Wir erfahren auch noch ein paar weitere Details, etwa dass das Krakenwesen Tepher im Zugangsasteroiden (wo Kythara ja immer noch festsitzt) als nicht mehr optimal funktionierend gilt. Und dass viele Völker in die Intrawelt gekommen sind, die da eigentlich gar nichts zu suchen haben. Auch, dass die Rhoarxi die Dhedeens künstlich erzeugt haben, damit die Völker der Intrawelt sich verständigen können.

Was der Flammenstaub nun wirklich ist, bleibt mystisch und diffus. Sein kurzer Einsatz durch Tuxit lässt natürlich noch Fragen offen, zumindest eine gewaltige Aura der Macht und die psychische Kontrolle anderer Wesen scheinen damit verbunden zu sein. Warum Tuxit „seine“ Stadt damals als Oberster Brüter nicht richtig unter Kontrolle bekam, was zu seiner Verbannung führte, lässt der Autor offen. Interessant ist aber der Hinweis, dass sich vor 1,5 Millionen Jahren ein vierter Stamm des Volkes der Rhoarxi abgespalten hat und verschwunden ist. Lange vor dem Intrawelt-Projekt. Das hat Potential für weitere Stories, vielleicht führt dieser Strang ja in die Richtung der Lordrichter?

In jedem Fall ein Heft, das auf interessante Weise die Endrunde des Zyklus einläutet und viele Rätsel, Denkanstöße und kleine Auflösungen bietet. Und am Schluss taucht auch Peonu wieder auf, dessen Rolle bisher kleiner blieb, als ich erwartet hatte.
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Richard
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Re: Atlan Klassiker - Minizyklen - INTRAWELT

Beitrag von Richard »

Das Rätsel des vierten Stamms wird noch mal gelöst werden. Aber nicht so bald.
Lumpazie
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Re: Atlan Klassiker - Minizyklen - INTRAWELT

Beitrag von Lumpazie »

Am Freitag dem 10. Februar 2005 erschien der 11.Band des Intraweltzyklus:

Die Kathedrale von Rhoarx

von Michael Marcus Thurner

Titelbild: Dirk Schulz

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Innenillustration: Harry Messerschmidt

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Handlung:

Nachdem der Zweikampf zwischen Uquart und Tuxit mit dem Selbstmord des ersteren geendet hat, macht sich Tuxit als neuer Oberster Brüter an den direkten Neuaufbau Aspoghies. Er legt einen unglaublichen Elan an den Tag, und tatsächlich entsteht die Stadt neu. Nach einigen Tagen kommt der Oberste Brüter zu Atlan, Peonu und Jolo und erklärt, dass er nun einige Tage entbehren kann, um Atlan zum Flammenstaub zu führen. Dieser sei in der Kathedrale von Rhoarx zu finden. Unmissverständlich macht der Rhoarxi Peonu klar, dass der Flammenstaub Atlan allein gebührt.

Kurz vor dem Aufbruch trifft noch Demio ein. Die alte Rhoarxi war einst die Amme Tuxits und über all die zehntausend Tage hat sie ein Ei für Tuxit im geheimen aufbewahrt. Es ist eines von Tuxit selbst, ein Nachfahre von ihm. Tuxit ist begeistert, doch die Zeit drängt, und so ziehen die vier ungleichen Wesen wieder aus. Über das Gondelsystem erreichen sie zunächst die Flachstation ZER-95, von dort geht es zur Hochstation OB-66. Tuxit will einen Ultrafaden benutzen, der zur Ultrastation D-1 führt. Der schlecht gelaunte, mürrische Maulspindler Joshenbonk holt sie mit einer Ultragondel von OB-66 ab. Das Ziel der Reise ist die Station D-1. Die Gondel ist für die Bedürfnisse der Rhoarxi eingerichtet. Bisher ist kein anderes Wesen als ein Rhoarxi zu einer Ultrastation mitgenommen worden. Diese Stationen befinden sich auf 140.000 km Höhe, also fast direkt an der Kunstsonne der Intrawelt.

Angekommen in D-1 organisiert Joshenbonk eine Führung durch die Station. Tuxit versucht, mit Bejbal über die Zustände in D-1 zu reden. Doch ihre Programmierung macht es den Maulspindlern unmöglich, Kritik zu üben – und schon gar nicht in Gegenwart eines Rhoarxi. Tuxit stimmt einen Sprechgesang an und berichtet vom Aufstieg und Fall der Rhoarxi und dem Flammenstaub.

*
Die Geschichte der Rhoarxi:

Vor etwa 1,5 Millionen Jahren war Dwingeloo ein Hort des Lebens, unzählige Völker stritten um die Vorherrschaft und Gebiete. Und in dieser Zeit kehrte das Volk der Rhoarxi zurück nach Dwingeloo, ihrer Heimat. Sie beteiligten sich an den Positionskämpfen und gewannen die meisten. Ein großes Reich entstand. Nichts schien die Vogelwesen aufhalten zu können, bis die Togronen sich ihnen als ebenbürtig erwiesen. Eine gigantische Auseinandersetzung begann. Jahrhundertelang legten die beiden Völker im Kampf gegeneinander ganze Sternenarme in Schutt und Asche und hinterließen ohne Rücksicht verbrannte Erde. Bis sich die Togronen einfach in ihr altes Heimatgebiet zurückzogen, in dem Wissen und Gewissen, den Rhoarxi ebenbürtig die Stirn geboten zu haben.
Dies hinterließ eine gewisse Schmach in den Rhoarxi und Zorn. Dieser wurde unbändig, und wieder zogen die Rhoarxi über Dwingeloo hinweg und zerstörten alles, was ihnen vor den Schnabel kam, auch ihre planetengebundenen Artgenossen. Mehr als die Hälfte aller sesshaften Rhoarxistämme wurde ausgelöscht.
Zum Schluss blieben nur noch sieben Stämme übrig. Diese bekriegten sich gegenseitig, und als nur noch vier Stämme übrig waren, erschien Lae.
Dieser Lae bot den Rhoarxi den Flammenstaub an, er sollte den Aggressionstrieb der Rhoarxi im Zaum halten. Doch die Rhoarxistämme belachten das Wesen in seinem kobaltblauen Raumer und griffen vehement an. Doch der Raumer widerstand mühelos. Nach dem Angriff bot Lae erneut den Flammenstaub an, als sei nichts geschehen. Die Modalitäten wurden ausgetauscht, als Gegenleistung für das Zaubermittel sollten die Rhoarxi gelegentlich Aufträge für die positiven Mächte des Universums ausführen, für die Kosmokraten. Mit den Ältesten der Stämme ging Lae zur Kathedrale von Rhoarx, einem »Ort zwischen den Orten«.
Geläutert kehrten die Stammesführer zurück, als Träger des Flammenstaubs, und es kehrte Ruhe ein in Dwingeloo. Die Rhoarxi arbeiteten gelegentlich für die Kosmokraten und Dwingeloo wurde zum Ort der Ruhe, bis die Flammenstaubträger starben und sich der alte Aggressionstrieb wieder auszubreiten drohte. Doch immer wieder kehrte Lae zurück und führte die neuen Anführer zum Flammenstaub. Dieser Kreislauf wiederholte sich über Jahrhunderttausende, doch die Besuche des Kosmokratendieners wurden seltener, die negativen Auswirkungen unverkennbar. Die Rhoarxi waren süchtig und abhängig von Flammenstaub. Irgendwann blieb Lae ganz aus. Die Rhoarxi wussten zwar, wo die Kathedrale von Rhoarx zu finden war, doch alleine konnten sie dort nichts erreichen. Endlich tauchte Lae auf und erklärte, dass die Rhoarxi von nun an Präventivkriege zu führen hätten, ohne moralische Fragen zu stellen. Die Rhoarxi mussten akzeptieren, die Sucht nach dem Flammenstaub war zu stark. Nur einer der vier Stämme verweigerte sich, seine Geschichte verliert sich schnell im Dunkel der Geschichte. Die Kathedrale von Rhoarx öffnete sich wieder, bewacht von einigen kobaltblauen Walzenraumern, um ungebetene Gäste fernzuhalten. So entwickelte sich die Geschichte weiter, bis die Hohen Mächte den Vogelwesen ihre Gunst entzogen, nach 300.000 Jahren Dienst.
Zunächst verschanzten sich die Rhoarxi in ihren Hobbys, sie bebauten die Welten Dwingeloos, sie stellten genetische Experimente an, begannen sogar ein Scharmützel mit den Togronen. Doch die innere Unruhe wuchs, die Sucht nach Flammenstaub wurde übermächtig. Und die Kathedrale stand nun jedem offen. Und so beschlossen die Obersten Brüter, die Intrawelt zu erbauen, um die Kathedrale von Rhoarx herum, damit niemals negative Kräfte an die Macht des Flammenstaubs kämen. Denn trotz aller Probleme mit dem Wundermittel wussten die Rhoarxi auch um dessen Macht.
Sie erschufen die Urvölker der Intrawelt, die Anstizen, die Drieten und die Nomaden. Dazu noch ein viertes Volk, dessen Name nichts zur Sache tut. (Laut der Erzählungen der Rhoarxi). In einem Raumgebiet erhitzten die Rhoarxi künstlich die Sonnen, um aus dem Material neue Sterne entstehen zu sehen, die als Rohstoffmaterial Verwendung finden sollen. Gigantische Anstrengungen werden unternommen, geniale Pläne entwickelt und auch umgesetzt. Legenden werden gestreut und die Rhoarxi verschwanden von der Bildfläche Dwingeloos, gerade noch rechtzeitig, bevor die Varganen dort auftauchten und sich festsetzten. Immer wieder kam es beim Bau zu Verzögerungen, denn das Leben der Rhoarxi verlief zyklisch ab, nach Schaffenshochphasen kamen unabwendbar auch Tiefs. Und so verzögerte sich der Bau immer mehr. Zum Schutz der Intrawelt erschufen die Rhoarxi Teph, den Wächter, und zogen sich in die Intrawelt zurück.

*
Im Laufe der Zeit sieht Atlan, dass die Rhoarxi nicht ganz so unschuldig sind, wie es zunächst den Anschein hat. Es wird klar, dass sehr viele gentechnisch erzeugte Wesen ihr Leben unwissend in der Intrawelt verbringen. So auch die Maulspindler, doch Tuxit verteidigt die Taten seiner Vorfahren, doch insgeheim erkennt er auch die Schuld und schwört sich selbst darauf ein, den Grundstock zu legen für ein Umdenken. Doch die Strukturen sind verkrustet, wie Atlan auf der Ultrastation D-1 erkennen muss, ebenso wie Tuxit.

Dann geht die Sonne aus, und über einen Urfaden wird der Abstieg zur Kathedrale von Rhoarx möglich. Tuxit hält sich auf dem Weg dorthin weiterhin kryptisch zurück. Es wird klar, dass Atlan den Flammenstaub nur bekommen kann, wenn er Demut zeigt. Zunächst gelingt dem Arkoniden dies nicht. Die ungleichen Wesen durchstreifen die Kathedrale, ein Gebäude mit unbekannten Maßen und unbekanntem Aussehen, denn sie passt sich ihren Besuchern an. Als Tuxit sie das erste Mal betrat, sah er eine strahlende Käfigburg, in strahlendem Licht getaucht. Diesmal empfängt die Kathedrale sie als simpler grauer Quader.

Als sie die Kathedrale betreten, ist es unklar wo sie hin müssen. Tuxit erklärt, dass die »Kammer« den finden wird, der zum Träger werden soll, und nicht umgekehrt. Also durchwandern sie zunächst ziellos das Gebäude. Unbekannte Zeit vergeht. Atlan, der Peonu in seinem Nacken spürt, wird immer ungehaltener. Jolos Zustand verschlechtert sich unterdessen durch den harten Marsch und fehlende Flüssigkeit. In Atlan schwelt es, und irgendwann kommt es zu einem Wortgefecht zwischen ihm und Tuxit. Doch dies und der immer schlechtere Zustand des Echsenwesen bringen den Erfolg. Als Jolo zu sterben droht, ist die Demut da, eine Bachlandschaft erscheint. Jolo kräftigt sich, und Atlan wird klar, wo er hin muss.

Auf dem Weg zur Kammer erleben die vier Wesen die Geschichte Atlans mit, im Zeitraffer zieht sie vor ihnen allen vorbei, bis hin zum Zeitpunkt, als sie mit der Gegenwart verschmilzt. Sie sind an der Kammer. Dort bleiben Peonu und Jolo zurück, Tuxit dringt mit Atlan in sie ein, wie es bei den Rhoarxi Brauch ist. Denn vom Flammenstaub geht Gefahr aus, und immer ein Flammenstaubträger begleitet einen Neuling, um ihn vor dieser Gefahr zu schützen.

Als die beiden alleine sind, versucht Atlan Tuxit vor Peonu zu warnen, doch es gelingt nicht ganz. Tuxit denkt, dass Atlan aufgeregt ist. Durch einen seltsamen glitschigen Moosboden, der wohl ebenso reale Einbildung ist wie die Szenerien zuvor, erreichen sie den Ort der Begierde. Zunächst erkennt es Atlan nicht, doch durch die Lenkung Tuxits realisiert er ein schmirgelndes Geräusch und Tuxit erklärt:

*
Anmerkung: Hier wird nur das wesentliche genannt, Tuxit sagt noch viel mehr. Einige wenige Zeilen sind Zitate aus dem Roman, andere sind zusammengestellte Sätze.
Das Universum ist bei weitem nicht so perfekt, wie es erscheint. Permanent geschehen seltsame Dinge. Jede Aktion erzeugt eine Reaktion. Jeden Moment tun sich unendliche viele Fortsetzungen auf, doch erst durch unsere Aktion erschaffen wir unsere Gegenwart. Unser Universum ist, weil wir sind. Wir hinterlassen Spuren im Universum. Und so klein sie auch sind, sie sind von Bedeutung.
Unendlich viele Wesen erschaffen zu jeder Zeit unendlich viele Fortsetzungen, und es gehen gleichzeitig unendlich viele Fortsetzungen verloren.
Die Wahrscheinlichkeiten, die wir mit uns tragen, folgen uns überallhin. Es gibt nur verschwindend wenige Ausnahmen im Multiversum, darunter diesen Ort. Einem »Ort zwischen den Orten«, hier gibt es keine Wahrscheinlichkeiten, sondern nur diesen einen Zustand, der bis in alle Ewigkeiten gleich bleiben wird. Dies ist eine Achse, die den Eindruck vermittelt, dass sich das gesamte Multiversum darum dreht. Und da, wo es sich dreht, entsteht das schmirgelnde Geräusch, es entsteht Abrieb. Der Flammenstaub, das Abfallprodukt universeller Geschichte. Jenes unheilvolle, verfluchte, verderbliche Mittel, das alle Wahrscheinlichkeiten, die du dir nur vorstellen kannst, erzeugt.

*
Die beiden so verschiedenen Wesen stehen an einem Punkt des Multiversums, der fix ist. Ein stabiler Fixpunkt im expandierenden Multiversum, ein Dreh- und Angelpunkt der Welt. Von hier aus könnte man theoretisch auch direkt hinter die Materiequellen gelangen, denn auch der Lebensraum der Kosmokraten ist, wenn auch nur via einer dünnen Nabelschnur, mit dem niederen Universum verbunden. Fasziniert ist Atlan von dieser Vorstellung und den Möglichkeiten, und deshalb schreitet auch Tuxit ein, erklärt, dass er genau deshalb mit hier ist, um den Neuling von der Verführung der Möglichkeiten dieses Ortes zwischen den Orten zurückzuhalten und daran zu erinnern, warum Atlan wirklich hier ist.

Dann geht es an die Aufnahme das Flammenstaubs, Atlan soll seine Hände auf die zu sehende Kugel legen und sie sanft streicheln, der Flammenstaub setzt sich dann an seinen Händen ab, dieser muss via Nase oder Mund in den Körper gelangen, geschnupft oder gelutscht.

Doch Tuxit warnt erneut vor der Gefährlichkeit des Flammenstaubs, innerhalb der Intrawelt ist er ungefährlich für den Träger, doch außerhalb beginnt er sofort mit der Zersetzung des Trägers. Es bietet ihm zwar die Möglichkeit, das Universum zu erschaffen und wieder zu zerstören, doch es lässt ihm keine Zeit dazu. Atlan ist überzeugt von sich als Träger, doch Tuxit sieht keine besonderen Fähigkeiten, die Atlan als einen fähigen Träger ausweisen. Das Vogelwesen ist recht pessimistisch und auch irgendwie deprimiert. Atlan wird dies klar, als der Rhoarxi seine Vermutungen in Bezug auf sein Volk äußert. Er und viele seiner Vorfahren gehen davon aus, dass die Kosmokraten die Rhoarxi einst, vor sehr langer Zeit, genetisch konditionierten, um sie später als Flammenstaubträger zu verpflichten und zu missbrauchen.

Atlan, der die Stimmung direkt versteht, greift nach dem Flammenstaub und nimmt ihn in sich auf. Zunächst spürt er nichts, doch Tuxit macht ihm durch seinen Tonfall klar, dass er dem Arkoniden in der Außenwelt keine lange Überlebenschance gibt. So kehren die beiden zurück zu ihren wartenden Begleitern.

Kurz vor der Grenze stürmt Atlan los. Ihm ist klar, dass er Peonu nun überraschen muss. Der Chaosdiener ist auch zunächst überrumpelt und überrascht, doch Atlan unterliegt, noch dazu hat Peonu Jolo unter seiner Kontrolle, und dieser attackiert den überraschten Tuxit. Die beiden Rückkehrer unterliegen, Atlan geht k.o. Als er nach geraumer Zeit wieder erwacht, entdeckt er zunächst den schwer zerschrammten, schwach atmenden, also lebenden Tuxit. Und dann entdeckt er Jolo. Dessen Gesicht zeigt den Ausdruck inneren Friedens, doch das typische Mienenspiel fehlt. Der trotz allem treue Gefährte des alten Arkoniden ist tot.

Das Portal in die Kammer steht leicht geöffnet da. Es ist klar, dass Peonu eingedrungen ist und sich Flammenstaub geholt hat, und er hat diesen Ort zwischen den Orten auch wieder verlassen. Atlan weiß, dass er den Chaosdiener nicht aus der Intrawelt entwischen lassen darf. Doch der Extrasinn stellt die Gegenfrage, warum der Seelenhorter Atlan am Leben ließ.

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Yman
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Re: Atlan Klassiker - Minizyklen - INTRAWELT

Beitrag von Yman »

Lumpazie hat geschrieben: 3. Februar 2024, 21:20 Am Freitag dem 13. Januar 2005 erschien der 9.Band des Intraweltzyklus:

Die Architekten der Intrawelt

von Arndt Ellmer
Grauer Lord hat geschrieben: 16. Februar 2024, 11:06 Arndt Ellmers „Das Symbol der Flamme“ habe ich sehr gerne gelesen. Abgesehen vom routinierten Stil bringt es uns erstmal auch dem eigentlichen Kern des Zyklus ein bisschen näher: dem Flammenstaub.
Das auf jeden Fall, und Arndt Ellmer hat sicher noch Etliches an Anspielungen eingebaut, wofür ich mir aber hätte doch einiges mehr an Notizen machen müssen. Was meint er z.B. auf S.33 mit dem Kommentar des Extrasinns zu Atlans Schwarzseherei, und wir sind doch nicht auf Terra? Wieso bezeichnet Atlan auf S.34 das Cueromb als "Leatherman"? Ich finde AE oft etwas verwirrend. Trotzdem habe ich den Roman auch sehr gerne gelesen.
Grauer Lord hat geschrieben: 16. Februar 2024, 11:06Die Geschichte der Rhoarxi in ihren drei wandernden Städten wird gut rübergebracht. Das Bild einer Art Hovercraft mit einer Metropole obendrauf und dem auf Siliziumbasis arbeitenden Potista als „Sockel“ finde ich gut vorstellbar. Details wie die uralte Glocke, die geläutet wurde, als Aspoghie unter der Regentschaft des unglückseligen Tuxit zu zerbrechen drohte, machen die Story um die Vogelabkömmlinge interessant. Irgendwie passt der Entwicklungsstand der Rhoarxi aber nicht wirklich zu dem Projekt, eine 300 000 Kilometer große Hohlwelt zu erschaffen, so beeindruckend die drei Städte nun auch daherkommen. Vor allem werden die ganz anders aussehenden Ruinenlandschaften, die sie in Dwingeloo hinterlassen haben, damit noch ein Stück weit unerklärlicher.

Wir erfahren auch noch ein paar weitere Details, etwa dass das Krakenwesen Tepher im Zugangsasteroiden (wo Kythara ja immer noch festsitzt) als nicht mehr optimal funktionierend gilt. Und dass viele Völker in die Intrawelt gekommen sind, die da eigentlich gar nichts zu suchen haben. Auch, dass die Rhoarxi die Dhedeens künstlich erzeugt haben, damit die Völker der Intrawelt sich verständigen können.
Da tun sich in den nächsten Romanen noch mehr Erklärungen auf. Wandernde Städte sind ein interessantes, wenn auch nicht unbedingt sehr häufiges SF-Motiv, jedenfalls, wenn es um Städte geht, die sich über eine Planetenoberfläche bewegen. Das war sehr gut umgesetzt, und ich weiß nicht, ob wir so etwas in der Serie schon einmal hatten. Chasm City von Alistair Reynolds lässt jedenfalls grüßen.
Grauer Lord hat geschrieben: 16. Februar 2024, 11:06Was der Flammenstaub nun wirklich ist, bleibt mystisch und diffus. Sein kurzer Einsatz durch Tuxit lässt natürlich noch Fragen offen, zumindest eine gewaltige Aura der Macht und die psychische Kontrolle anderer Wesen scheinen damit verbunden zu sein. Warum Tuxit „seine“ Stadt damals als Oberster Brüter nicht richtig unter Kontrolle bekam, was zu seiner Verbannung führte, lässt der Autor offen.
Auch dazu gibt es Erklärungen in den nachfolgenden Romanen, die vielleicht nicht ganz zufriendenstellend sein mögen, aber das schmälert das Lesevergnügen nicht unbedingt. Interessant, auch etwas irritierend ist, dass nun Tuxit das Heft des Handelns an sich gerissen hat, und Atlan, durch Peonu beeinträchtigt, noch mehr neben sich steht.
Grauer Lord hat geschrieben: 16. Februar 2024, 11:06In jedem Fall ein Heft, das auf interessante Weise die Endrunde des Zyklus einläutet und viele Rätsel, Denkanstöße und kleine Auflösungen bietet. Und am Schluss taucht auch Peonu wieder auf, dessen Rolle bisher kleiner blieb, als ich erwartet hatte.
Letzteres stimmt für mich auch, auch ich hatte da eine wesentlich größere Rolle erwartet, aber es scheint fast so zu sein, als sei Peonu eine Figur, die in erster Linie Leo Lukas zugesprochen wurde, der den Finalband des Zyklus schreiben durfte.
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Re: Atlan Klassiker - Minizyklen - INTRAWELT

Beitrag von Yman »

Lumpazie hat geschrieben: 9. Februar 2024, 21:04 Am Freitag dem 27. Januar 2005 erschien der 10.Band des Intraweltzyklus:

Wanderstadt Aspoghie

von Hans Kneifel
Hier ist Hans Kneifel zur rechten Zeit im Einsatz. Solche Untergangsszenarien und das Schildern archaischer Gesellschaftsformen liegen ihm. Es kommt zu einem Zweikampf zwischen zwei Streithähnen, Tuxit und Uquart, der die wandernde Stadt dem Untergang weiht. Logisch, der Flammenstaub spielt eine unheilvolle Rolle, da die Stadt, die aus einem seltsamen Baustoff namens Potista besteht, irgendwie reagiert bzw. auch nicht mehr reagiert und zerfällt. Das ist ganz gut gelöst, um der Geschichte eine passende Dramaturgie zu geben. Atlan und Jolo erkunden die Stadt, aber am Ende muss Atlan auch noch eingreifen und wieder einmal Teil einer Tragödie werden. In Verbindung mit dem ansprechenden Stil Hans Kneifels hat mich das sehr gut unterhalten, und bei Kneifel ist es oft immer noch mal so, dass Atlan ein paar Momente zum Verschnaufen bekommt.
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Re: Atlan Klassiker - Minizyklen - INTRAWELT

Beitrag von Yman »

Lumpazie hat geschrieben: 18. Februar 2024, 09:41 Am Freitag dem 10. Februar 2005 erschien der 11.Band des Intraweltzyklus:

Die Kathedrale von Rhoarx

von Michael Marcus Thurner
Der Exposé-Autor MMT liefert nun einige Hintergründe. Es scheint, dass die Rhoarxi selbst ein Produkt der Kosmokraten sein könnten, zumindest in deren Diensten standen, aber fallen gelassen wurden, was an die Porleyter erinnert, und dass die Rhoarxi auch selbst fleißig darin waren, genetische Experimente durchzuführen und passende Spezies zu erschaffen, die mit dem Bau der Intrawelt beschäftigt wurden, wobei das aber alles so lange dauerte, dass Degeneration ein Thema wurde. So wirklich ganz klar ist das alles aber immer noch nicht.

Zur Funktion des Flammenstaubs scheint eine Erklärung vorzuliegen, die an das Spice aus Frank Herberts Dune erinnert. Es erlaubt irgendwie in die Zukunft zu sehen und diese zu beeinflussen. Die Kathedrale von Rhoarx ist ein sehr mystischer Ort, und es verwundert etwas, dass Tuxit ausgerechnet nur mit Atlan, Jolo und dem plötzlich aufgetauchen Peonu dahin aufbricht. Das fand ich nicht ganz so schlüssig, aber sonst hätte es wohl nicht funktioniert, dass Peonu sein Spiel spielen kann. Eine Leibwache aus immunen Rhoarxi hätte Peonu wohl keine Chance gegeben.

Der nächste, abschließende Roman stammt von Leo Lukas, und es wird wohl hauptsächlich um den Kampf zwischen Peonu und Atlan um den Flammenstaub gehen. Es scheint, dass Peonu sich mit dem Flammenstaub aus dem Staub gemacht hat, haha, aber da der Titel des nächsten Minizyklus "Flammenstaub" sein wird, und das Thema Lordrichter noch nicht erledigt ist, bleibt es spannend.
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Re: Atlan Klassiker - Minizyklen - INTRAWELT

Beitrag von Grauer Lord »

In den Romanen „Wanderstadt Aspoghie“ und „Die Kathedrale von Rhoarx“ bereiten Hans Kneifel und Michael Marcus Thurner das Ende dieses Mini-Zyklus vor. Dabei wandelt der Expokrat zum einen auf bereits ausgetreten Pfaden des Perryversums und erschafft andererseits doch etwas neues, eigenständiges, das es so bei Atlan und PR noch nicht gab.

Der stilistisch mitreißende Roman von Altmeister Kneifel bringt die Apokalypse, die über Aspoghie kommt, stimmungsvoll rüber. Offenbar dürfen nie zwei Träger des Flammenstaubs an einem Ort bzw. an Bord einer der wandernden Städte sein. Während Aspoghie zu zerfallen beginnt und zahllose Rhoarxi sterben, stehen sich Tuxit und Uquart unversöhnlich gegenüber, ein bisschen so wie früher bei „Highlander“ („Es kann nur einen geben“). Die totale Vernichtung kann nur durch den Suizid Uquarts gestoppt werden, der damit als der Weisere der beiden Kampfhähne in Erinnerung bleibt. Der Flammenstaub selber macht auf mich einen negativen, unbeherrschbaren Eindruck. Unverständlich, warum Atlan es so darauf anlegt, in seinen Besitz zu kommen. Die Geschichte um Tuxits Amme und das ewig lang von ihr aufbewahrte Ei wird übrigens im Folgeroman nicht fortgesetzt, hat mir bei Kneifel aber gut gefallen.

Apropos ausgetretene Pfade: Im Heft von MMT werden uns die Rhoarxi als Hilfsvolk der Kosmokraten geschildert, das vor 1,2 Millionen Jahren plötzlich links liegen gelassen wurde. Das hatten wir ja nun schon oft im Perryversum, sei es bei den Porleytern, an die @Yman erinnerte, aber eben auch bei den Loowern; auch die Cynos wurden letztlich im Stich gelassen. Wer sich auf die Kosmokraten verlässt, der ist eben verlassen. Interessant ist immerhin, dass die Rhoarxi wohl die meisten Völker der Intrawelt selber gezüchtet haben (warum, ist mir nicht ganz klar geworden); da sie selber aber womöglich von den Kosmokraten eigens konstruiert oder modifiziert wurden, den Flammenstaub aufnehmen und einsetzen zu können, kann das natürlich eine Art Projektion sein, um indirekt mit der eigenen Künstlichkeit klarzukommen. Atlans Gedanken und bissige Anmerkungen zu den uralten Maulspindlern haben mir an dieser Stelle gut gefallen: Denn alle Geschöpfe der Intrawelt entstammen dem genetischen Reißbrett, haben keine andere Wahl als den Rhoarxi zu dienen. Deshalb wirkt Tuxits scheinheiliger Dank an die greise Besatzung der Ultrastation auch so schal.

Die neuen Pfade, die der Zyklus beschreiten, manifestieren sich in der Kathedrale von Rhoarx und ihrem Geheimnis. Ein „Nabel der Welt“ wird postuliert, eine „Achse“, um die sich die Universen „drehen“ und dabei einen Abrieb hinterlassen - den Flammenstaub. Mehrfach wird dabei eingeschoben „im übertragenen Sinn“, oder „die den Eindruck vermittelt“; das ganze ist also kein Umsturz des Perryversums, in dem solch eine „Achse“ bisher nicht vorgesehen war, sonder Interpretation ansonsten nicht mehr vorstellbarer, höherdimensionaler Einflüsse. Schon märchenhaft, aber irgendwie auch anregend und erhaben. Die rätselhafte Kugel befindet sich an einem „Ort zwischen den Orten“, was mich etwas an die Idee der Zeitfestung ab Atlan Band 800 erinnert. Auch ein Experiment in unserer Serie, das nie wieder irgendwo aufgegriffen wurde.

Der Showdown macht dann Appetit auf den Zyklusabschluss. Jolo ist tot, war auch bloß ein „Seelenhäppchen“, der Kampf gegen Peonu dürfte im letzten Heft im Vordergrund stehen, nachdem die meisten Geheimnisse um die Intrawelt ja bereits jetzt gelöst wurden.
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Re: Atlan Klassiker - Minizyklen - INTRAWELT

Beitrag von Lumpazie »

Am Freitag dem 24. Februar 2005 erschien der 12.Band des Intraweltzyklus:

Atlan, Bote des Flammenstaubs

von Leo Lukas

Titelbild: Dirk Schulz

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Innenillustration: Harry Messerschmidt

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Handlung:

Atlan und Tuxit überlegen, weshalb Peonu sie nicht getötet hat, doch sie kommen zu keinem klaren Ergebnis. Wahrscheinlich will der Sadist noch etwas Spaß haben. Atlan will sich sofort an die Verfolgung des Chaosdiener machen, doch die »angehende« Sonne macht den beiden Flammenstaubträgern ein Strich durch die Rechnung. Sie müssen warten. In dieser Zeit bittet der Arkonide den Rhoarxi darum, das Echsenwesen Jolo, das trotz allem ein Freund für ihn war, zu desintegrieren, hier am heiligsten Ort der Intrawelt.

Rückblende Kythara:

Nachdem Atlan im Transferschlauch verschwunden ist, sieht die Varganin den Arkoniden in einem anderen Licht. Sie vermisst ihn sofort. Bisher hatten sie keine echte Beziehung und auch keinen Sex, obwohl es einige Male die Möglichkeit gegeben hätte. Doch nun gesteht sie sich insgeheim ein, dass es doch etwas mehr ist, was die beiden verbindet.
Teph bittet die Varganin, sein Gebäude zu verlassen, zuvor verstaut er, auf Bitten Kytharas, die Sachen des Arkoniden, die er ja hat ablegen müssen. Auf Anfrage meint das Krakenwesen, dass es äußerst unwahrscheinlich ist, dass der Arkonide wiederkehrt. Doch er lässt fallen, dass vor "geraumer" Zeit einer der Schöpfer die Intrawelt verlassen hätte. Kythara lässt einen Nachricht für Atlan zurück, vierzig Tage will sie warten, dann den Asteroiden verlassen und nur noch gelegentlich wiederkehren. Danach wird sie von dem Kraken hinauskomplimentiert, sie kann sich aber frei auf dem Felsbrocken bewegen.
Zunächst wendet sie sich einer Space-Jet zu, die die beiden bei ihrer Landung gesehen haben, doch sie findet nichts Interessantes. Danach versucht sie, zu dem Oktaederraumer vorzudringen, neben dem sie gelandet waren. Ein Schiff, dessen Oberfläche das Licht zu verschlucken scheint. Doch bei dem Vorstoß bekommt sie Schwindelanfälle, und ihr wird übel. Sie muss umkehren.
Nach einer Erholungspause auf der DYS-116 geht sie auf eine weitere Erkundung. Dabei trifft sie auf das Schiff von Grdur/Shmeli, einem friedlichen dualen Wesen aus dem Volk der Hemeello. Sie schließt Freundschaft mit diesen sehr friedlichen Wesen. Diese meinen, Kythara sei eventuell ihre Rettung, denn ihr Schiff landete genau neben den Kugelschiff der Peiniger ihres Volkes. Kythara ist erstaunt, wie sich herausstellt, ist das Oktaederschiff gemeint, scheinbar ist es mit psionischen Projektoren ausgestattet, die es immer so zeigen, wie der Beobachter es sehen will.
Nachdem sich die Varganin einige Zeit auf die DYS-116 zurückgezogen hat, wagt sie einen erneuten Vorstoß in den seltsamen Raumer, auch um den Hemeelloo zu helfen. Diesmal bezwingt sie den Übelkeitseffekt. Das Schiff öffnet sich freiwillig. In seinem Innern kann die Varganin nichts Brauchbares entdecken. Plötzlich entsteht aus dem dauernden Flüssigkeitsabstoß der seltsamen Wandsubstanz ein Wesen. Es ist Magantilliken, der Henker.
Nach kurzer Zeit ist Kythara zwar klar, dass es sich um einen psionischen Effekt handelt, der aus ihrem Unterbewusstsein ihre Urängste schürt, doch das Wesen ist materiell und erklärt Kythara, dass sie das Schiff nicht lebend verlassen wird. In höchster Not gelingt es ihr, ihren Geist von ihrem Körper zu lösen. Für eine kurze Zeit findet sie Unterschlupf bei den befreundeten Dualwesen. Ihr Körper wird glücklicherweise aus dem fremden Schiff ausgestoßen, nachdem dieses scheinbar den Tod der Varganin festgestellt hat. So gelingt es ihr, in ihren Körper zurückzukehren, doch dann überfällt sie eine unwiderstehliche Schwäche.
Als sie aufwacht ist sie geschockt, ein darmartiger Auswuchs wuchert aus ihrem Kopf. Mit Schrecken stellt sie fest, dass sie auf dem Schiff der Hemeello ist und diese ihr ein "Verbindungsstück" eingepflanzt haben, wie die Dualwesen es selbst besitzen und über den die beiden eigentlich eigenständigen Wesen auf Lebenszeit verbunden sind.
Kythara offenbart sich die Geschichte der Hemeello, sie gerieten einst in die Fänge Peonus, und er raubte einigen von ihnen einen Teil der Seele. So band er sie an diesen Felsen, denn sie haben noch immer die Hoffnung, dass er zurückkehrt.
Doch sie verfolgen noch eine andere Strategie: Alle Lebewesen, die ebenso wie sie auf diesem Felsbrocken landeten, lockten sie mit den verschiedensten Arten auf ihr Hauptschiff und operierten sie, um aus einer Zweiheit eine Dreiheit zu machen und durch das neue Bewusstsein den fehlenden Teil ihrer Seele zu kompensieren. Die bisherigen Versuche schlugen allesamt fehl, doch die Varganin hat die Operation gut überstanden, und die Hemeello haben Hoffnung. Doch zunächst verschließt sich Kythara ihrer Zweiheit Bölv/Haiciez, dem Anführer der Hemeello. Dann schmiedet sie einen Plan, wie sie diesen eigentlich völlig friedlichen, aber grausam missbrauchten Wesen entkommen kann.
Dann taucht Peonu auf. Er gibt den Hemeello zu verstehen, dass er verfolgt wird und sein Feind auch ihr Feind ist und dass dieser unbedingt abgefangen werden muss. Kythara ist sofort klar, dass es sich bei diesem Feind nur um Atlan handeln kann. Sie muss jetzt ihren Plan umsetzen.
Unterdessen sind Atlan und Tuxit, der ihn begleitet, ebenfalls zum Transferschlauch unterwegs. Sie haben die Hoffnung, Peonu noch vor dem Verlassen der Intrawelt zu fassen, immerhin hat er den Flammenstaub ebenfalls, denken sie. Doch der Seelenhorter hat an den verschiedensten Stellen Teile seiner Seele postiert, die die beiden Flammenstaubträger immer wieder aufhalten. Doch letztendlich erreichen sie die Basaltwand in Poricium. Nur der Transferschlauch ist nicht zu sehen. Peonu erklärt, dass der Schlauch ein Teil von Tephs Körper ist: Dieses Wesen, von den Rhoarxi gezüchtet, ernährt sich durch den hyperphysikalischen Krakenarm aus dem Hyperraum. Der Krake verbindet damit zusätzlich den Normalraum mit der Intrawelt, die sogar eine andere Strangeness besitzt als der Normalraum, wie Tuxit Atlan offenbart.

Für das Kunstwesen ist der nicht vorgesehene Rückweg sehr schmerzhaft und auslaugend, deshalb dauert es eine Weile, bis der Transferschlauch wieder steht. Für Atlan und Tuxit ist es Zeit, sich zu verabschieden. Der Rhoarxi verspricht Atlan, einige Dinge besser zu machen, die Wesen in der Intrawelt nicht mehr an der kurzen Leine zu halten. Atlan bedankt sich im Gegenzug für alles, was der ehemalige Erzählsklave für ihn getan hat. Dann steht der Schlauch und Atlan verlässt die Intrawelt.

Bei Teph erkennt der Arkonide, dass das Kunstwesen im Sterben liegt. Die beiden Durchgänge in so kurzer Zeit waren zuviel. Atlan ist in gewisser Weise traurig. Mit letzter Kraft gelingt es Teph, Atlan seine Ausrüstung zurückzugeben. Für den Arkoniden war der Durchgang ebenfalls eine Tortur, die allerdings ihren Höhepunkt noch nicht erreicht hat. Er verlässt das Gebäude und wird direkt von den Hemeello mit Traktorstrahlen eingefangen, diese bringen ihn zur DEKAPINON, dem Schiff Peonus. Es ist der 2. September 1225 NGZ.

Kythara bekommt natürlich mit, welche Pläne Peonu hat, sie setzt also ihren Plan so schnell wie möglich um. Durch einen hastigen Psychoangriff übernimmt sie ihren "Dreikörper" und spielt den Anführer. Sie lässt sich von einem anderen Hemeello notoperieren und verlässt das Schiff, um zur DEKAPINON zu gelangen, denn sie kennt die Gefahr, die von diesem Schiff ausgeht.

Dort ist Atlan unterdessen abgeliefert worden, und Peonu erklärt ihm seinen perfiden Plan. Der Chaosdiener hat gar keinen Flammenstaub aufgenommen, da er ja von Tuxit die Probleme geschildert bekommen hat, die ein Träger in der Normalwelt bekommt. Darum hat er Atlan auch nur halbherzig aufzuhalten versucht und ihn auch nicht getötet. Er will von Atlan den Flammenstaub erhalten. Sein Plan ist es, nach dem natürlichen Tod, der den Arkoniden ereilen wird, wie Tuxit angedeutet hat, den freiwerdenden Flammenstaub auf einen Pseudokörper zu übertragen.

Um Atlan schneller sterben zu lassen, lässt er die DEKAPINON auch auf den Arkoniden los. Sofort entstehen einige Maahks, und Atlan droht an dem Atem der Giftgasatmer zu ersticken. Obwohl der Arkonide weiß, dass es sich um Tricks handelt, kann er sich nicht wirklich wehren. Da taucht Kythara auf und erschafft ihrerseits die Ängste ihrer Vergangenheit. Es wird den beiden klar, dass das Schiff nur eine begrenzte Menge an Illusionen schaffen kann. Das ist ihre Chance. In diesem Augenblick greift Peonu selbst ein, er schnappt sich den Arkoniden und will ihm noch mehr von dessen Seele rauben. Damit hat Atlan gerechnet. Er hat den Plan, den Seelenhorter zu übersättigen, was möglich ist, wie er weiß. Er lässt seinen Extrasinn auf den Lutveniden los, und dieser verschluckt sich tatsächlich an dem Happen. Atlan zieht das Spiel durch und droht noch weitere unverdauliche Kost zu verabreichen, sollte der Lutvenide nicht sofort alles zurückgeben. Dieser fällt auf den Bluff rein und gibt Atlan seine Seele wieder.

Dafür sieht es für seine Begleiterin sehr schlecht aus, die beiden können zwar aus den Schiff Peonus entkommen, und dieser verlässt danach diesen unwirtlichen Asteroiden, doch Kythara hat es sehr schwer erwischt. Dieser unwirkliche Kampf hat an ihr gezehrt, die Operation hat ihr übriges getan. Sie ist sehr schwach. Sie bittet Atlan noch, sie zu küssen. Der Arkonide ist erschüttert. Dann stirbt Kythara.

Am 3. September verlässt Atlan den Asteroiden und die Sternenwolke SET-3. Doch er geht nicht zur Konterkraft zurück, von der er nicht überzeugt ist, dass sie wirklich der Gegenspieler zu den Lordrichtern ist. Er setzt sich zunächst einmal ab, um den Flammenstaub auf sich wirken zu lassen und die Fähigkeiten des Stoffs auszuloten.

Wie durch unglaublichen Zufall trifft er auf keine fremden Schiffe, und es kommt zu keinen Zwischenfällen

Der obige Text und Bilder wurde per GNU-Lizenz der Perrypedia
Grauer Lord
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Re: Atlan Klassiker - Minizyklen - INTRAWELT

Beitrag von Grauer Lord »

Der Abschluss des Intrawelt-Zyklus ist für mich ein Heft einfach nur zum Abgewöhnen! Ich habe selten einen derartigen Widerwillen gegen einen Roman entwickelt, wie in diesem Fall, in dem nach dem Aufdecken der großen Geheimnisse der Intrawelt im Vorgängerroman der Übergang der Protagonisten zurück nach Dwingeloo geschildert wurde.

Das liegt vor allem am Umgang mit Kythara. Sich von einer Figur zu trennen, die man für die Handlung nicht mehr braucht oder die einfach zu stark für eine Nebenfigur geworden ist - kein Problem. Gerade Atlans Frauen haben schon immer gefährlich gelebt, siehe Prinzessin Chrysalgiera, Farnathia, Thalia, Tyari etc. etc. Die stolze, uralte, unendlich viel wissende und außerordentlich attraktive Varganin aber in einer stinkenden Kloake so absolut jämmerlich enden zu lassen, die langen Haare brutal geschoren, mit einem darmähnlichen Fortsatz auf dem Kopf, von Geschwüren übersät, da frage ich mich schon, weshalb man sich seitens der Expokratie derartig sadistisch an dieser literarischen Person ausgetobt hat. Vor allem, weil ihr Leidensweg nicht einmal etwas mit dem Antagonisten Peonu zu tun hatte, sondern einer Zufallsbegegnung mit den Hemeello auf dem Asteroiden „oberhalb“ der Intrawelt geschuldet war. Der ein oder andere wird sagen, solche Todesfälle seien wichtig, damit die Handlung realistischer erscheint. Ich fand den Umgang mit Kythara dagegen würdelos. Das nun schon mehrfach mit großem Theaterdonner aufgemachte Thema der Varganen bei Atlan dürfte sich damit auch erledigt haben.

Der Rest ist flott erzählt, denn Peonu hat den Flammenstaub nicht in sich aufgenommen sondern Atlan als eine Art „Gefäß“ die Schmutzarbeit machen lassen. Das war wiederum ein kluger Schachzug. Dass der Arkonide aber den Chaos-Diener mit dessen eigener, mental überlasteter Schreckenskammer unter Druck setzen konnte, das passte nun wirklich nicht zum HighTech-Level der DEKAPINON. Wenn man einen Bad Guy dieser Kategorie einführt, sollte man sich eben schon am Anfang des Zyklus überlegen, wie man handlungstechnisch glaubwürdig aus dieser Nummer wieder herauskommt und ihn realistisch wieder los wird.

Dazu kommt für mich noch, dass ich mit dem flapsig-lockeren Stil von Leo Lukas in diesem trüben Szenario nicht wirklich etwas anfangen konnte. In seinem Einführungsband zu Peonu wirkte das noch ganz großartig und hat für mich funktioniert, jetzt hat mich das eher unangenehm berührt.

Was immerhin bleibt, ist dass Expokrat MMT sich getraut hat, mit der Intrawelt einen ganz neuen Weg zu beschreiten, fernab der ausgetreten Lordrichter-Pfade, die ja zuletzt schon ein wenig austauschbar bis langweilig geworden waren. Die gigantische Hohlkugel der Rhoarxi mit ihren Maulspindlern, Drieten und Droggs, das war mal ein wirklich gelungener Abstecher in eine ganze andere, phantastische Welt. Auch positiv zu werten: Die Rätsel wurden nicht bis ultimo gebunkert und bis in den nächsten Zyklus verschoben, sondern zügig aufgelöst. Für die weitere Zukunft bleibt die Frage, was der Flammenstaub aus Atlan machen wird - und ob der vierte Stamm der Rhoarxi noch eine Rolle spielt. Da die Serie nach dem kommenden Zyklus eingestellt wurde, werden diese Fragen aber leider nicht mehr viele Leser gefesselt haben
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