Atlan Klassiker - Minizyklen - Flammenstaub

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Richard
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Re: Atlan Klassiker - Minizyklen - Flammenstaub

Beitrag von Richard »

Mein Eindruck war nicht so. Es war mE eine Art "idealisierter" Atlan, der sich da opferte, keineswegs der "Original Atlan".
Der "Original Atlan" wäre mE nicht so altruistisch.
Lumpazie
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Re: Atlan Klassiker - Minizyklen - Flammenstaub

Beitrag von Lumpazie »

Am Freitag dem 16. Juni 2006 erschien der 8.Band des Flammenstaubzyklus:

Der Zorn der Lordrichter

von H.G. Ewers

Titelbild: Arndt Drechsler

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Innenillustration: Harry Messerschmidt
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Handlung:

Der Oktober 1225 NGZ ist angebrochen, und die Takerer und Zaqoor wüten in Gruelfin. Von zahllosen Welten empfängt man Notrufe. Auch D'Oranon wird attackiert, doch Atlan entscheidet sich gegen ein Eingreifen. Der Arkonide steht auf dem Standpunkt, dass man nicht nur Nadelstiche setzen darf, sondern das Übel bei der Wurzel packen muss. Deshalb spricht er zunächst mit der Besatzung der AVACYN und danach mit Abenwosch-Pecayl 966. das weitere Vorgehen ab. Um an Informationen zu gelangen, schlägt Carmyn Oshmosh die Freihandelszone Susch vor, mit der zentralen Raumstation BOYSCH. Auf der dortigen Raumakademie Kakastaun hat sie das Raumfahrerhandwerk erlernt. Das Problem ist, dass die Freihandelszone absolut neutral ist.

Abenwosch-Pecayl 966. ist unterdessen zum Krand'har der Juclas ernannt worden. Der Ercourra hat damit den Oberbefehl über alle Clans. Dies macht Atlan die Sache etwas einfacher, doch alles ist noch relativ instabil, auch das Verhalten des Sammlers MITYQINN und Florymonthis'. Trotzdem macht sich die Flotte auf den Weg nach Susch.

Symaltinoron ist der Sohn von Symaltin, dem Autokraten von BOYSCH. Er ist mit einem Raumjäger unterwegs zum mysteriösen Planeten Cranicorr. Auf dem Weg dorthin gerät er in ein seltsames Energiefeld, das er später als Transmissionsfeld erkennt. Auf Cranicorr trifft er überraschend auf Persenpo Zasca, den dritten Direktor der Mythischen Infothek von Extosch. Dieser wurde durch eine Transmitterüberlagerung nach Cranicorr verschlagen. Außerdem erhält Symaltinoron telepathischen Kontakt zu Bewusstseinen, die in den leeren Städten von Cranicorr manifestiert sind. Mit Zasca verschwindet er von dem Planeten, der ihm nicht geheuer ist, und begibt sich zurück nach BOYSCH.

Als Atlan nach BOYSCH kommt, wird er zunächst nicht mit offenen Armen empfangen. Die Ganjo-Interpretatorin Samptasch rät Symaltin sogar, den Arkoniden zu beseitigen. Doch der Autokrat setzt die alte Interpretatorin fest, aber auch Atlan. Dann überschlagen sich die Ereignisse, denn die Zaqoor machen auch vor BOYSCH nicht halt. Doch es gelingt Atlan, mit den Juclas und dem Sammler MITYQINN die Truppen der Lordrichter zurückzuschlagen.

Nach dem Gefecht am 23. Oktober 1225 NGZ treffen sich Abenwosch, Atlan und Symaltin auf BOYSCH. Der Autokrat bedankt sich bei dem Jucla und stellt in Aussicht, dass die Wissenschaftler der Freihandelszone eventuell die Kurzlebigkeit der Juclas beheben können. Dann bittet Atlan den Autokraten, Samptasch zu rufen. Als die alte Frau gebracht wird, ist sie dem Tod nahe. Sie stirbt auch wenig später, doch zuvor wechselt ein Bewusstseinssplitter von Ovaron von ihr zu Atlan über. Dieser Splitter war über 129 Cappin-Jahre im Körper Samptaschs gefangen und nahezu die ganze Zeit unterdrückt gewesen. Nach dieser Überraschung erlebt Atlan auch noch eine zweite, denn von dem Extoscher Persenpo Zasca erfährt er, dass die Zaqoor auf Extosch auf der Suche nach Informationen über den verschollenen vierten Rhoarxistamm waren, die Anarii.

Der obige Text und Bilder wurde per GNU-Lizenz der Perrypedia
Grauer Lord
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Re: Atlan Klassiker - Minizyklen - Flammenstaub

Beitrag von Grauer Lord »

„Entscheidung auf Extosch“ ist ein früher, aber sehr typischer Roman von Wim Vandemaan, den ich mit viel Spaß gelesen habe. Zusätzlich zu den beiden kurzen Stellen in Prolog und Epilog, die erstmals das Schwert der Ordnung aus der Ich-Perspektive thematisieren (ohne konkret etwas auszusagen), ist das Heft eine gelungene Mischung aus Vandemaanschen Wort- und Namenskreationen, spannender Handlung rund um den Archivplaneten Extosch und Aspekten der Cappin-Mythologie.

Die Schilderung des Archivs, der Mythothek, wartet mit einer Überfülle an Anekdoten und Details auf, wie etwa den „Gesängen der Pedopositroniken“. Witzig fand ich den Verweis auf die Kybernetischen Märchen und die Erzähler Trurl und Klapauzius, eindeutig eine Anlehnung bzw. Übernahme aus den „Robotermärchen“ von Stanislav Lem. Auch der Elektrische Utrich könnte hier seinen Ursprung haben, da bin ich mir aber nicht sicher. Auf jeden Fall ein guter Anlass, nochmal in die phantastischen Romane des polnischen Autors zu schauen. Gut hat mit auch die passgenaue Anbindung an die Serien-Historie gefallen, etwa mit der Erwähnung der Moritatoren, oder dem Lupicran-Kult, der Ovaron-Plomben usw. Das gibt mir beim Lesen das Gefühl, auch wirklich „da“ zu sein in Gruelfin. Ganz anders als bei den Panjasen-Romanen in der Erstauflage, die tunlichst vermieden haben, auch nur etwas Kolorit von „früher“ einzubringen. Man könnte ja Neuleser verschrecken …..

Der Roman bietet zu viele Details und phantastische Anekdoten um sie hier nur ansatzweise wiederzugeben. Ein Phantasie-Feuerwerk. Das aber auch das Dilemma des Expokraten Vandemaan aufzeigt, hinter dessen geheimnisvollen Wortschöpfungen - wie nach vielen Jahren Exposéarbeit für die Erstauflage ersichtlich - in der Regel keine wirkliche Geschichte steckt, die dann auch irgendwann einmal erzählt wird. Viel prickelnder Schaum, der am Ende in sich zusammenfällt. Schade. Damals, im Mai 2006, war diese Herangehensweise aber noch neu im Perryversum, deshalb ist das ein Roman, der uneingeschränktes Lob verdient!

Was die Garbyor wirklich für eine Datei gesucht haben, erfahren wir in diesem Heft noch nicht. Ebensowenig, was eigentlich hinter der rätselhaften Person Okorr steckte. Dafür gibt es Einblicke in die Fähigkeiten der Pediaklasten. Eine brutale Folterszene gleich zu Beginn und einen verstörenden Einblick in das Liebesleben und die Essgewohnheiten der Garbyor in der Kabine eines Marquis. Dazu kommt noch ein realistisches, dramatisches Ende des Romans, das zwar den Abzug der Zaqoor von Extosch beinhaltet, aber auch den Tod der Tochter des Ganjos zeigt. Kein kitschiges Happy-End also.

Das Wuthana-Fragment knüpft an den alten, im Cappin-Zyklus ja nur ein oder zweimal erwähnten, legendären Anführer gleichen Namens an, der die Cappins nach Gruelfin geführt haben soll. Ein Serien-Mythos, das im Panjasen-Abschnitt zuletzt noch einmal vertieft wurde, ohne aber alles komplett aufzuklären. Ich meine mich zu erinnern, dass die Ewige Ganja damals zu Atlan sagte, dass es viele Mythenplaneten wie Extosch in Gruelfin gibt und Erzählungen über Wuthana wie Sand am Meer. Was die Bedeutung der Datei auf Extosch im Nachhinein wieder etwas relativiert.

Schade, dass nur noch wenige Hefte kommen. Zu diesem Zeitpunkt hat mit der Flammenstaub-Zyklus hervorragend gefallen.
Grauer Lord
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Re: Atlan Klassiker - Minizyklen - Flammenstaub

Beitrag von Grauer Lord »

Ich hatte lange keinen Roman mehr von H.G. Ewers gelesen. Bei „Zorn der Lordrichter“ war die Erinnerung an den von mir nicht sonderlich geschätzten Autor aber schnell wieder da. Besonders durch den „Kniff“, mit dem Ewers die Handlung auf Extosch mit dem aktuellen Roman verknüpft hat: Ein Raumjögerpilot, zufällig der Sohn des Kommandanten bzw. Autokraten der Raumstation BOYSCH, entdeckt bei einem Erkundungsflug zufällig eine Energieballung, die irgendwie auch ein Wiederverstofflichungsfeld ist. Durch dieses Feld wird ein Wissenschaftler zum Planeten Cranicorr transportiert (wo körperlose Wesenheiten residieren), der auf Extosch Opfer eines falsch gelaufenen Transmittersprungs geworden ist ….

Absurd, zufallsgetrieben, Raum und Zeit überwindend. Typisch Ewers eben. Die Leichtigkeit, mit der Atlan später als komplett Fremder die Gewalt über die riesige Raumstation BOYSCH übernehmen konnte, kam mir auch überraschend schnell vor, aber wir nähern uns ja auch dem Zyklusende.

Irgendwie schön fand ich die geistige Begegnung Atlans mit Ovaron und die Story um die Ganjo-Interpretatorin. Erinnerungen an gute, alte Zeiten wurden wach. Dann geht es auf anderthalb Seiten hopplahopp: Ovaron macht Atlan zum alleinigen Herrn über den Sammler MITIQYNN. Und wir erfahren, welche Daten die Garbyor wirklich auf Extosch gesucht haben: Der vierte, verschollene Rhoarxi-Stamm lebt nämlich ausgerechnet in Gruelfin. Bekommen die Lordrichter Zugriff auf ihn, könnten sie letztlich auch an den Flammenstaub herankommen.

Stilistisch und als Roman hat mir das Heft nicht sonderlich gefallen. Dass Atlan von Extosch erfährt, war zwangsläufig vorgegeben, er musste am Ende ja von den Rhoarxi erfahren. Ich frage mich nur, ob die typisch Ewerssche Herangehensweise im Exposé stand, oder ob er freie Hand bekommen hatte, einen Wissenschaftler von Extosch irgendwie ins Spiel zu bekommen. Immer undurchsichtiger wird für mich auch das Treiben der Lordrichter: Denn wenn es ihnen wirklich hauptsächlich um das Finden der letzten Rhoarxi geht, was sollte das ganze Treiben um das Erbe der Varganen, die Psi-Quellen, Dwingeloo etc.? Es ist zu befürchten, dass das letztlich nicht mehr alles unter einen Hut gebracht wird. Man darf auf die Auflösung gespannt sein, die ja wegen der Serien-Einstellung sicherlich ziemlich überhastet zustande kam.
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Richard
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Re: Atlan Klassiker - Minizyklen - Flammenstaub

Beitrag von Richard »

Um ehrlich zu sein: mir hat die Auflösung jetzt nicht so gut gefallen.
Ein "Highlight" ist sicherlich die Herkunft der "Eishaarfelder" (ich glaub so hiessen diese Dinger ...) und alles, was damit zusammenhängt.
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Yman
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Re: Atlan Klassiker - Minizyklen - Flammenstaub

Beitrag von Yman »

Lumpazie hat geschrieben: 14. April 2024, 10:19 Am Freitag dem 02. Juni 2006 erschien der 7.Band des Flammenstaubzyklus:

Entscheidung auf Extosch

von Wim Vandemaan
Grauer Lord hat geschrieben: 20. April 2024, 12:19 Der Roman bietet zu viele Details und phantastische Anekdoten um sie hier nur ansatzweise wiederzugeben. Ein Phantasie-Feuerwerk. Das aber auch das Dilemma des Expokraten Vandemaan aufzeigt, hinter dessen geheimnisvollen Wortschöpfungen - wie nach vielen Jahren Exposéarbeit für die Erstauflage ersichtlich - in der Regel keine wirkliche Geschichte steckt, die dann auch irgendwann einmal erzählt wird. Viel prickelnder Schaum, der am Ende in sich zusammenfällt.
Es stimmt, dass der Roman von Vandemaan eher speziell ist. Atlan selbst kommt darin gar nicht vor, und der Autor kann einfach mehr oder weniger völlig losgelöst ein ganzes Feuerwerk eigener Ideen abbrennen. Umfassend gebildete SF-Leser werden die vielen Anspielungen verstehen, von denen mir wahrscheinlich etliche entgangen sind. Die auf Lems Robotermärchen war eine der offensichtlichsten. Aber gerade deshalb lohnt es sich auch, den Roman immer wieder zu lesen, der auch stilistisch in einer anderen Liga spielt als der nachfolgende von Ewers, auch ein Freigeist, aber doch von ganz anderer Art.
Lumpazie hat geschrieben: 19. April 2024, 15:05 Am Freitag dem 16. Juni 2006 erschien der 8.Band des Flammenstaubzyklus:

Der Zorn der Lordrichter

von H.G. Ewers
Grauer Lord hat geschrieben: 22. April 2024, 16:38 Ich hatte lange keinen Roman mehr von H.G. Ewers gelesen. Bei „Zorn der Lordrichter“ war die Erinnerung an den von mir nicht sonderlich geschätzten Autor aber schnell wieder da. Besonders durch den „Kniff“, mit dem Ewers die Handlung auf Extosch mit dem aktuellen Roman verknüpft hat: Ein Raumjögerpilot, zufällig der Sohn des Kommandanten bzw. Autokraten der Raumstation BOYSCH, entdeckt bei einem Erkundungsflug zufällig eine Energieballung, die irgendwie auch ein Wiederverstofflichungsfeld ist. Durch dieses Feld wird ein Wissenschaftler zum Planeten Cranicorr transportiert (wo körperlose Wesenheiten residieren), der auf Extosch Opfer eines falsch gelaufenen Transmittersprungs geworden ist ….

Absurd, zufallsgetrieben, Raum und Zeit überwindend. Typisch Ewers eben. Die Leichtigkeit, mit der Atlan später als komplett Fremder die Gewalt über die riesige Raumstation BOYSCH übernehmen konnte, kam mir auch überraschend schnell vor, aber wir nähern uns ja auch dem Zyklusende.
Es geht tatsächlich jetzt schnell aufs Ende zu. Es mag sein, dass Atlans Auftritt zum Teil dem Exposee geschuldet war, aber mir kam das auch überraschend schnell vor, um nicht zu sagen, überstürzt, unglaubwürdig und auch unsympathisch. Weitere Adjektive ließen sich hier noch einreihen. Ewers Kniff - man kann es nur erschaudernd ahnen, was Ewers in einer weiterlaufenden Atlan-Serie als Stammautor noch an weiteren Kniffen gebracht hätte, eine neuerliche Odyssee durch Raum und Zeit. Wenn man daran denkt, dass dies Ewers letzter Streich war, den er der Atlan-Serie spielen konnte, lässt es sich aufatmend aushalten.

Grauer Lord hat geschrieben: 22. April 2024, 16:38 Irgendwie schön fand ich die geistige Begegnung Atlans mit Ovaron und die Story um die Ganjo-Interpretatorin. Erinnerungen an gute, alte Zeiten wurden wach. Dann geht es auf anderthalb Seiten hopplahopp: Ovaron macht Atlan zum alleinigen Herrn über den Sammler MITIQYNN. Und wir erfahren, welche Daten die Garbyor wirklich auf Extosch gesucht haben: Der vierte, verschollene Rhoarxi-Stamm lebt nämlich ausgerechnet in Gruelfin. Bekommen die Lordrichter Zugriff auf ihn, könnten sie letztlich auch an den Flammenstaub herankommen.
Interessant ist natürlich die Begegnung mit dem Ovaron-Fragment und der nachfolgenden Legitimation Atlans, der nun als anerkannter Herr des Sammlers doch ganz anders auftreten kann. Dieser Teil war gelungen, und wenn man daran denkt, dass Ewers einer von nur vier Autoren ist, die den Cappin-Zyklus abgesehen von zwei Scheer-Heften ganz alleine geschrieben haben, hätte Ewers ein großes Potential gehabt, sich mit diesem Roman noch mal ein würdiges Denkmal zu setzen.

Gut, die Information zu dem vierten Stamm der Rhoarxi, irgendwie muss ja jetzt noch mal Spannung aufgebaut werden, nachdem Atlan sich des Flammenstaubs ja weitestgehend entledigt hat, aber so wirklich überzeugend ist es nicht. Warum sollten die Lordrichter weniger Probleme haben?
Grauer Lord hat geschrieben: 22. April 2024, 16:38 Stilistisch und als Roman hat mir das Heft nicht sonderlich gefallen. Dass Atlan von Extosch erfährt, war zwangsläufig vorgegeben, er musste am Ende ja von den Rhoarxi erfahren. Ich frage mich nur, ob die typisch Ewerssche Herangehensweise im Exposé stand, oder ob er freie Hand bekommen hatte, einen Wissenschaftler von Extosch irgendwie ins Spiel zu bekommen.
Direkt nach dem Vandemaan-Roman fällt so ein Ewers-Roman umso mehr auf, nicht unbedingt positiv, insbesondere stilistisch. Bei Ewers bleibt eben doch das Gefühl, dass Atlan mal eine Jugend-SF-Serie aus den 70-ern war, eine Art Karl May im Weltraum. Was genau in den Exposees stand, würde ich auch gerne wissen.
Grauer Lord hat geschrieben: 22. April 2024, 16:38 Immer undurchsichtiger wird für mich auch das Treiben der Lordrichter: Denn wenn es ihnen wirklich hauptsächlich um das Finden der letzten Rhoarxi geht, was sollte das ganze Treiben um das Erbe der Varganen, die Psi-Quellen, Dwingeloo etc.? Es ist zu befürchten, dass das letztlich nicht mehr alles unter einen Hut gebracht wird. Man darf auf die Auflösung gespannt sein, die ja wegen der Serien-Einstellung sicherlich ziemlich überhastet zustande kam.
Leider stellen sich nun tatsächlich einige unangenehme Fragen: Was sollte das alles mit den Varganen und ihren den Psi-Quellen, war es wirklich nötig, Kythara noch so kurz vor Schluss sterben zu lassen usw. So gut ich den Flammenstaub-Zyklus finde und mich auch noch sehr auf die verbleibenden Romane freue, die Befürchtung, dass es am Ende die eine oder andere Enttäuschung geben wird, ist berechtigt. Wenn man überlegt, welche Mittel Atlan ursprünglich in der Milchstraße hatte, ein Schiff wie die ATLANTIS, und welche Richtung dann alles nahm, dann wirken diese aufeinanderfolgenden Miniserien schon fast wie eine Dekonstruktion der Serie. Klar, Atlan überlebt, aber wenn man es nicht besser wüsste, könnte man aus den Romanen auch schließen, dass Atlan am Ende fern der Milchstraße, fern der Heimat, fern all seiner Freunde, mit dem Ende der Serie auch sei eigenes Ende findet.
Lumpazie
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Re: Atlan Klassiker - Minizyklen - Flammenstaub

Beitrag von Lumpazie »

Am Freitag dem 30. Juni 2006 erschien der 9.Band des Flammenstaubzyklus:

Eschens Welt

von Christian Schwarz

Titelbild: Arndt Drechsler

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Innenillustration: Michael Thiessen

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Handlung:

Auf BOYSCH geht man zur Tagesordnung über. Atlan, der alle Zügel in der Hand hält, hat sich dadurch auch jede Menge Kleinarbeit eingehandelt. Die Juclas müssen gezügelt werden, wie auch die Bewohner BOYSCHS ein wenig für die schnelllebigen Nomaden sensibilisiert werden müssen. Doch das alles sind kleinere Details, denn das nächste Ziel des Arkoniden steht bereits fest, es ist Eschens Welt, wo er die Anarii, den verschollenen Stamm der Rhoarxi finden will. Nach einem Angriff der Daorghor, der allerdings nur die Schlagkraft BOYSCHS antesten soll, begibt sich Atlan an Bord der AVACYN und macht sich auf den Weg zu Eschens Welt. Carmyn Oshmosh bleibt auf BOYSCH zurück und übernimmt im Verborgenen das Kommando.

Bei einem Orientierungsstopp ortet die AVACYN, die zusammen mit dem Sammler MITYQINN unterwegs ist, eine Zaqoor-Flotte. Es zeigt sich schnell, dass auch ein Kirigalo Bestandteil der Flotte ist, ein Schiff eines Lordrichters. Atlan schickt den Sammler vor, und die Schlacht geht auch zugunsten des Arkoniden aus. Atlan kann den Lordrichter aber nicht selbst stellen, sondern dieser kommt an Bord der AVACYN und übernimmt die geistige Kontrolle über die Besatzung. Nur Atlan gelingt es, dem geistigen Druck, der vom Eishaarfeld des Lordrichters erzeugt wird, stand zu halten. Der Lordrichter nennt sich Saryla und wähnt sich in der Position des Unbesiegbaren. Doch auch Kaystale gelingt es, den Druck abzuschütteln und den Lordrichter anzugreifen. Dieser tötet sie im Handstreich mittels eines Todesimpulses des Eishaarfeldes. Dadurch werden Atlans Lebensgeister noch einmal voll geweckt, und der Arkonide setzt den Flammenstaub ein. Ohne Probleme zerschmettert er das Eishaarfeld und ist überrascht, denn hinter dem Feld verbirgt sich ein hilfloser, nackter Cappin.

Was Atlan nicht wissen kann: Das Schwert der Ordnung ist zufrieden mit der Entwicklung, denn Saryla war den Lordrichtern ein Dorn im Auge, und sie hatten dessen Tod eingeplant.

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Grauer Lord
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Re: Atlan Klassiker - Minizyklen - Flammenstaub

Beitrag von Grauer Lord »

Zum Schluss geht es alles dann sehr schnell: Wir erleben Einblicke in das Denken und Handeln eines Lordrichters. Und siehe da: Der Cappin unter dem Eishaarfeld ist einfach nur ein mittelprächtiger Bösewicht, der ich auf der Schurken-Skala des Perryversums gerade mal im unteren Mittelfeld einsortieren würde. Zudem erweist sich Saryla zudem auch noch als betrogener Betrüger, der glaubt, Atlan mittels eines mehr oder weniger raffinierten Tricks habhaft werden zu können. Am Ende aber doch selber in Gefangenschaft gerät, wie es wiederum das Schwert der Ordnung - aus welchen Gründen auch immer - geplant hatte. Der selbstzufriedene Satz am Schluss: „Alles läuft genau nach Plan“ ist allerdings sowas von abgedroschen, wenn man unsere Serie auch nur ein bisschen kennt ….

Das wenige, das wir bisher von Saryla wissen, wirkt schon ein wenig platt. Da hatten die Autoren mehrere Mini-Zyklen Zeit, sich Stories über die Bösewichter im Hintergrund auszudenken, und dann kommt (bisher) nur recht wenig überzeugendes dabei heraus. Immerhin macht es neugierig, wieso dieser teilweise entstellte und zumindest körperlich völlig gewöhnliche Mann ein Lordrichter werden konnte. Aber das erfahren wir dann ja wohl nächste Woche.

Atlans Rede an die cappinsche Belegschaft von BOYSCH fand ich etwas sehr pathetisch. Für Einschübe wie: „Ich keuchte“, „ich stöhnte“, hätte sich sicherlich im Stil her auch eine elegantere Lösung finden lassen. Nicht ganz sicher bin ich mir, was die technischen Qualitäten von Florymonthis angeht: War das etwa ein waschechter Fiktivtransmitter, den sie da eingesetzt hat um Atlan an Bord des Kirigalo zu schicken? Das wäre wohl etwas too much, auch für einen Aggregateklau.

Ganz gut gefallen hat mit die Nebenstory, um die äußerlich so schwer entstellte Takererin Kaystale. Immerhin wird einer Nebenfigur damit ein bisschen eigene Kontur verliehen. Nun sind es nur noch drei Romane bis zum Ende der Serie, und auf der LKS gab es bislang noch keinen Hinweis auf das Aus. Es wäre interessant zu erfahren, bei welchem Stand der Exposés das entschieden wurde und damit auch die Hebel für die weitere Planung des Zyklus auf mehr Tempo gestellt wurden.
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Yman
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Re: Atlan Klassiker - Minizyklen - Flammenstaub

Beitrag von Yman »

Lumpazie hat geschrieben: 28. April 2024, 09:59 Am Freitag dem 30. Juni 2006 erschien der 9.Band des Flammenstaubzyklus:

Eschens Welt

von Christian Schwarz

Titelbild: Arndt Drechsler
Grauer Lord hat geschrieben: 28. April 2024, 10:57 Zum Schluss geht es alles dann sehr schnell: Wir erleben Einblicke in das Denken und Handeln eines Lordrichters. Und siehe da: Der Cappin unter dem Eishaarfeld ist einfach nur ein mittelprächtiger Bösewicht, der ich auf der Schurken-Skala des Perryversums gerade mal im unteren Mittelfeld einsortieren würde. Zudem erweist sich Saryla zudem auch noch als betrogener Betrüger, der glaubt, Atlan mittels eines mehr oder weniger raffinierten Tricks habhaft werden zu können. Am Ende aber doch selber in Gefangenschaft gerät, wie es wiederum das Schwert der Ordnung - aus welchen Gründen auch immer - geplant hatte. Der selbstzufriedene Satz am Schluss: „Alles läuft genau nach Plan“ ist allerdings sowas von abgedroschen, wenn man unsere Serie auch nur ein bisschen kennt ….
Letzteres, dass alles nach Plan läuft, ist wirklich lächerlich. Man kann es als Plan gelten lassen, dass das Schwert der Ordnung Atlan dazu bringen wollte, den Flammenstaub noch einmal einzusetzen, im Prinzip so oft, dass der Flammenstaub bei der finalen Konfrontation nicht mehr eingesetzt werden kann, und es mag auch sein, dass das Schwert der Ordnung den aufsässigen Lordrichter Saryla loswerden wollte.

Saryla ist wirklich nur "unteres Mittelfeld", einer, auf dessen Lebensgeschichte ich nun nicht wirklich gewartet habe. Dass sich hinter den Lordrichtern normalsterbliche Wesen verbergen, konnte man ahnen, ob es alles nur Cappins sind, oder Angehörige aus verschiedenen Völkern, bleibt abzuwarten.

Das Eishaarfeld ist eine interessante Technologie, was auch immer es letztlich ist, begrifflich eine Art Gegenstück zum Flammenstaub (Feuer und Eis), aber ohne stehen Lordrichter anscheinend wirklich nackt da.

Welche Sonderrolle das Schwert der Ordnung spielt, wird sich hoffentlich noch zeigen. Ein wenig erinnert dies alles natürlich an die Meister der Insel mit der Sonderrolle von Faktor I.

Die Raumschlachten usw., daran war nicht viel Erbauliches, es füllte die Seiten, die Juclas mussten nun aber nicht länger bluten, und wie Florymonthis die Vasallen teils sinnlos angreifen ließ, aus einer Art Langeweile oder Laune heraus, das sollte das alles wohl wie eine Art Spiel wirken lassen.

Dazu gab es dann auch einige slapstickartige Szenen mit Florymonthis, aber auch ein paar brutale Metzelszenen, die dann nicht so richtig dazu passten. Man merkt, dass Schwarz auch in der Horrorszene unterwegs ist, wie leider viele SF-und auch PR-Autoren.

Auffällig fand ich noch gegen Ende (S.55), dass der Extrasinn sich selbst als Narr bezeichnete. Wirklich das erste Mal?

So oder so, man kann Christian Schwarz bescheinigen, dass er sich als Autor recht gut in die Serie eingefunden hat. Ich fand diesen Erstlingsroman besser als den Abschiedsroman von Ewers in der Woche zuvor.
Grauer Lord hat geschrieben: 28. April 2024, 10:57 Das wenige, das wir bisher von Saryla wissen, wirkt schon ein wenig platt. Da hatten die Autoren mehrere Mini-Zyklen Zeit, sich Stories über die Bösewichter im Hintergrund auszudenken, und dann kommt (bisher) nur recht wenig überzeugendes dabei heraus.
Faszinierend ist es wirklich nicht, was bisher zu den Lordrichtern zu lesen war. Eigentlich würde ich sie auf der Skala sogar ziemlich weit unten ansiedeln. Was sie da treiben wirkt alles ziemlich sinnlos, und es wird auch überhaupt nicht klar, wie sie es überhaupt schaffen konnten, sich zu etablieren.
Grauer Lord hat geschrieben: 28. April 2024, 10:57Atlans Rede an die Nicht ganz sicher bin ich mir, was die technischen Qualitäten von Florymonthis angeht: War das etwa ein waschechter Fiktivtransmitter, den sie da eingesetzt hat um Atlan an Bord des Kirigalo zu schicken?
Sieht nach Fiktivtransmitter aus, wobei sie sich selbst ja mittransmittierte. Ist natürlich passend, dass Atlan wieder mal jemanden mit solchen Spezialfähigkeiten in seiner Entourage hat, sonst hätte wohl wieder der Flammenstaub als Universalschmiermittel für ins Stocken geratene Handlungen bemüht werden müssen.
Grauer Lord hat geschrieben: 28. April 2024, 10:57 Ganz gut gefallen hat mit die Nebenstory, um die äußerlich so schwer entstellte Takererin Kaystale. Immerhin wird einer Nebenfigur damit ein bisschen eigene Kontur verliehen.
Ja, das stimmt. Natürlich leider ein tragisches Ende, wenn auch nicht ganz sinnlos, aber so kurz vor Ende der ganzen Serie, hätte es für die Figur auch ein besseres Ende geben können, bei dem sie überlebt. Sollen sich die Leser an dieser Trostlosigkeit erfreuen? Was hätte denn Schlimmes passieren können, wenn Kaystale überlebt hätte? Dass die Leser die letzten drei Hefte nicht mehr kaufen? So bleibt es einfach bei der Regel, dass Atlans Frauen sterben.
Grauer Lord hat geschrieben: 28. April 2024, 10:57Nun sind es nur noch drei Romane bis zum Ende der Serie, und auf der LKS gab es bislang noch keinen Hinweis auf das Aus. Es wäre interessant zu erfahren, bei welchem Stand der Exposés das entschieden wurde und damit auch die Hebel für die weitere Planung des Zyklus auf mehr Tempo gestellt wurden.
Es ist schon etwas bizarr, dass die LKS beginnt mit einem Verweis auf eine Podiumsdiskussion zur Zukunft des Heftromans, speziell PR und ATLAN, und dann so nichtsahnend zu weiteren Themen übergegangen wird. Man kann natürlich auch davon ausgehen, dass diese Miniserien eine definierte Laufzeit haben und auf das Ende einer Miniserie nicht unmittelbar eine neue folgt, sondern auch erst mal eine Pause eingelegt wird. Ob da wirklich eine Art Hebel auf mehr Tempo umgestellt wurde, ist eine gute Frage. Ich glaube, es ist konstruktionsbedingt fast normal, dass diese Miniserien gegen Ende mehr Tempo machen müssen. Aber ja: Dafür, dass alles irgendwann mal mit Obsidian sogar, eigentlich, vor gefühlt langer Zeit sehr gemächlich anfing und in der eigentlichen Lordrichter-Miniserie die Handlung fast zum Stillstand kam, geht es im Moment wohl eher hopplahopp zu Ende.
Lumpazie
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Re: Atlan Klassiker - Minizyklen - Flammenstaub

Beitrag von Lumpazie »

Am Freitag dem 14. Juli 2006 erschien der 9.Band des Flammenstaubzyklus:

Lordrichter Saryla

von Achim Mehnert

Titelbild: Arndt Drechsler

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Handlung:

31. Oktober 1225 NGZ: Nach der »Schlacht des Geistes« auf der AVACYN sind alle Beteiligten geschwächt, am härtesten hat es dabei Atlan erwischt. Ihm setzt der Einsatz des Flammenstaubs sehr stark zu. Saryla, der Lordrichter, bei dem es sich um einen Takerer handelt, sprüht dagegen nach dem ersten Schock vor schierem Hass: Hass gegen seine Gegner auf der AVACYN, aber vor allem vor Hass gegen das Schwert der Ordnung, das ihn verraten hat. Die Besatzung der AVACYN setzt ihn in einer Zelle auf dem Raumschiff fest, bis Atlan wieder handlungsfähig ist. Außerdem nimmt die AVACYN wieder Kurs auf Eschens Welt.

Atlan, immer noch angeschlagen, begibt sich zu Saryla und erfährt von ihm seine Lebensgeschichte. Saryla, dessen Leben von Egoismus, Machtstreben und Skrupellosigkeit geprägt ist, entscheidet sich zu diesem Schritt, weil er größeren Hass auf das Schwert der Ordnung hegt als auf Atlan und die Ganjasen.

Vergangenheit:

Der Lordrichter wuchs auf der Takererwelt Sytio auf. Seine Eltern waren einflussreiche Plantagenbesitzer, und vor allem sein Vater protegierte Saryla auf dessen Weg vom Achtjährigen zum Studenten. Dadurch besaß dieser bereits auf der Schule fast uneingeschränkte Macht und konnte sich sehr vieles leisten, was nicht immer ganz in Ordnung war. So wurde der Egoismus, das Machtstreben und die Menschenverachtung immer größer in dem jungen Takerer. Naben diesen negativen Entwicklungen war Saryla allerdings auch der Beste seines Jahrgangs, dies ganz ohne Hilfe seines Vaters. Nach der Schulausbildung ging Saryla zusammen mit seiner Jugendliebe Rowena auf die »Takera«, die Eliteuniversität von Sytio, und begann sein Wirtschaftsstudium. Aber irgendetwas fehlte in seinem Leben, dem jungen Takerer fehlte der rechte Glaube. Diesen erhielt er, als das Fremdwesen Carpes Maluni als Dekan an die Takera kommt und beginnt, die Lehre von Trodar zu verbreiten. Saryla ist Feuer und Flamme. Er gerät immer mehr in den Bann von Maluni und Trodar, allerdings erkennt er auch sehr schnell, dass die Lehre sehr viel Interpretationsspielraum lässt, da sie sehr ichbezogen ist. Von Sytio aus beginnt die Ausbreitung der Lehre auf den Welten der Takerer, der undurchschaubare Carpes Maluni entsendet seine ausgebildeten Studenten auf andere Welten, auf dass sie dort die Lehre verbreiten sollen. Bedingung dabei ist, dass nur Takerer angesprochen werden dürfen. Saryla bleibt auf Sytio, wird auf eigene Bitte zum persönlichen Assistenten Malunis und taucht immer tiefer in die Lehre Trodars ein. Als seine Eltern sterben, erbt er das Vermögen und stellt es Maluni zur Verfügung. Dieser nutzt dies weidlich aus, bis nichts mehr davon übrig ist. Danach will er sich von Saryla trennen, denn er hat bemerkt, dass der Takerer den Glauben nur dazu nutzt, um sich selbst zu bereichern. Es kommt zum Zweikampf, Saryla tötet Maluni und übernimmt die Spitze der Glaubensgemeinschaft. Außerdem baut er, völlig skrupellos geworden, seine Macht auf Sytio aus. Alle Politiker der Welt werden zu Speichelleckern, doch Politik interessiert Saryla nicht, ihn interessiert nur die pure Macht. Nachdem er Sytio hinter sich hat, beginnt er damit, die ehemaligen Studenten der ersten Glaubensgeneration, die ihn noch kennen und mittlerweile den Trodarglauben auf den Takererwelten verbreiten, zu eliminieren. Auch hier zeigt er keinerlei menschliche Regungen. Es geht sogar so weit, dass er seine langjährige Lebensgefährtin Rowena einfach erwürgt, als diese ihm eröffnet, ihn verlassen zu wollen. Bei ihrem Tod spürt Saryla, dass ein Bewusstseinssplitter zu ihm überspringt, sich aber sofort in den Hintergrund seines Bewusstseins begibt. Saryla kümmert sich nicht weiter darum.
Dann erfährt sein Leben einen weiteren Schub, das Schwert der Ordnung tritt in sein Leben. Ein Eishaarfeld erscheint unvermittelt auf Sytio und vermittelt Saryla seine Macht. Das Angebot, zum ersten Lordrichter von Gruelfin zu werden, nimmt er an. Seine Initiierung erfolgt auf der Weihetafel ALTAMON, einer von drei Weihtafeln, die dem Schwert der Ordnung zur Verfügung stehen. Dabei handelt es sich um gewaltige Plattformen im Weltraum, sie sind mit unbekannter Technik ausgestattet und überlichtflugfähig. Nur auf ihnen ist eine Lordrichterweihe möglich. Dort trifft Saryla auch auf den Obersten Lordrichter, der ebenfalls in ein Eishaarfeld gehüllt ist. Nach seiner Weihe bekommt Saryla ebenfalls ein Eishaarfeld. Wie es errichtet wird, bleibt ihm allerdings verborgen. Danach vergehen einige Jahrzehnte, in denen Saryla seine Macht in Gruelfin kontinuierlich ausbaut, wobei er immer Wert auf seinen eigenen Vorteil legt. Im Laufe der Zeit kommen weitere Lordrichter nach Gruelfin und es kommt zu verschiedenen Treffen auf ALTAMON. Es gelingt Saryla nicht, irgendetwas über die anderen herauszufinden.
Kurz vor seinem fünfzigsten Geburtstag bekommt er dann den Auftrag, Atlan abzufangen, und geht dabei selbst in die Falle, die ihm das Schwert der Ordnung gestellt hat, indem es ihn nicht über die wahre Macht des Flammenstaubs aufgeklärt hat.


So endet der Bericht Sarylas, und Atlan nimmt ihm seinen Seitenwechsel ab, denn er kann den Hass förmlich spüren. Sein Extrasinn sträubt sich aber gegen die Zusammenarbeit. Und Ovarons Bewusstseinssplitter macht eine bemerkenswerte Feststellung: Saryla ist Träger eines negativen Bewusstseinssplitters von Ovaron.

Atlan bleibt nur übrig, dem ehemaligen Lordrichter ein wenig Vertrauen zu schenken, doch vordringliches Ziel ist jetzt Eschens Welt, die vermeintliche Welt des vermissten Rhoarxistamms.
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Re: Atlan Klassiker - Minizyklen - Flammenstaub

Beitrag von Grauer Lord »

Lordrichter Saryla wird uns von Achim Mehnert in aller Ausführlichkeit als absoluter Unsympath vorgestellt: Als schnöseliger Sohn reicher Eltern, intriganter Schüler usw. So richtig hergeleitet wird diese Entwicklung zunächst nicht, Saryla ist eben einfach von Hause aus böse. Kulminierend in der Schock-Szene, in der er seine Freundin mit eigenen Händen erwürgte, weil sie zu viel wusste. Als gelehriger Schüler saugt Saryla die Trodar-Religion in sich auf und macht sie sich zu nutze. Dabei fiel mir zum wiederholten Male auf, dass wir von dieser Lehre bis auf die drei einschlägigen, gebetsmühlenartig wiederholten Leitsätze nichts weiteres erfahren haben. In der Hauptserie wurde die Trodar-Lehre auch nur zum Ende des 900er-Zyklus kurz in Zusammenhang mit den Garbeschianern/ Laboris erwähnt. Ich finde das etwas dürftig, eine Religion, die so einen Stellenwert in der Handlung hat, so holzschnittartig abzuhandeln. Gar nicht auszudenken, was etwa Frank Herbert daraus gemacht hätte. Ich bin mal gespannt, ob der Bogen zu Seth-Apophis, die ja hinter diesem Todeskult stand, überhaupt noch geschlagen wird.

Offen bleiben in diesem Heft auch Herkunft und Motive des rätselhaften Trodar-Lehrers Carpes Maluni, aber das kommt dann im nächsten Band. Warum Saryla die Narbe und die verstümmelte Hand behalten hat, wird glaube ich auch nicht konkret ausgesagt. Medizintechnisch nötig gewesen wäre das wohl sicher nicht.

Der eigentlich interessante Part ist dann die „Weihe“ Sarylas zum Lordrichter auf der Weihetafel ALTAMON, die mich sofort an „die Ebene“ erinnert hat, auf der sich die Sieben Mächtigen getroffen haben. Sein Eishaarfeld bekommt Saryla denn auch in Zusammenhang mit sieben schwarzen Stelen. Gut finde ich, dass Saryla von Anfang an die Autorität des Schwertes der Ordnung hinterfragt und vor allem eine Restauration der Verhältnisse zwischen Takerern und Ganjasen im Sinn hatte, so dass sein Verrat aus dem Heft zuvor schon irgendwie logisch erscheint. Den negativen Splitter Ovarons hätte ich am Ende nicht mehr gebraucht, aber was soll’s.

Ein Roman, der stilistisch eher Hausmannskost geboten hat. Die Handlung schreitet aber mit Riesenschritten auf das Ende zu.
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Re: Atlan Klassiker - Minizyklen - Flammenstaub

Beitrag von Lumpazie »

Am Freitag dem 26. Juli 2006 erschien der 11.Band des Flammenstaubzyklus:

Die verlorenen Rhoarxi

von Uwe Anton

Titelbild: Arndt Drechsler

Bild


Handlung:

Atlan lässt MITYQINN aus Vasallen einen Nachbau der AVACYN fertigen. Diesen Nachbau schickt er in einen Kampf mit Zaqoorraumern nahe Eschens Welt. Dabei wird diese AVACYN vernichtet und der Arkonide hat zunächst etwas Zeit gewonnen. Zeit, um mit der echten AVACYN, die etwas umgestaltet wurde, auf Eschen zu landen. Getarnt als Händler Oktron von Vecchal ist er mit Myreilune auf Eschen unterwegs. Dort erfährt er, warum Myreilune so zickig in Bezug auf Carmyn Oshmosh ist: Sie ist in ihre Kommandantin verliebt und eifersüchtig auf diese und den Arkoniden. Atlan stellt klar, dass er immer fair zu ihr war und sich Carmyn in keiner Weise aufgedrängt hat. Damit ist dieses Thema gegessen.

Die Pilotin der AVACYN führt den Arkoniden daraufhin zu der »Händlerin« Atamina Mawysch, die sehr einflussreich ist. Allerdings ist sie keine gewöhnliche Händlerin, sondern eine echte Halbweltdame.

*
Zur gleichen Zeit rüstet sich der Wissenschaftler Canosch Leyne zu einer Expedition aus. Er will Beweise bringen für seine Theorie, dass vor den Wesakenos eine andere Spezies auf Eschen existierte und dass die Wesakenos bei der Besiedlung vor 220.000 Jahren irgendetwas taten, was heute tabuisiert wird. Dabei spielt er mit dem Feuer und muss sehr vorsichtig zu Werke gehen. Ihm zur Seite steht seine Freundin Dranta.

*
Zwischenspiele:

ErEsSie hat alles geplant, die Versetzung Atlans von der CAVALDASCH nach Gruelfin, Carpes Maluni, der Saryla ausbildete und seinen Tod nur vortäuschte, und auch der dritte Mythothekar von Extosch Persenpo Zasca war nicht zufällig auf Cranicorr, um dort gerettet zu werden und Atlan später von Eschen zu berichten. ErEsSie, das Schwert der Ordnung, hatte alles geplant.

*
Nach einigen Verwicklungen, die Zaqoor sind auch auf Eschen und stellen Atlan einmal, doch er wird gerettet, gelangen alle Parteien getrennt voneinander an eine uralte Ausgrabungsstätte der Wesakenos, an den Ort, an dem die Ursiedler vor 220.000 Jahren die erste Siedlung errichten. Canosch Leyne entdeckt dort Relikte, die bereits 300.000 Jahre alt sind. Die Wesakenos haben also nach ihrer Besiedlung das avoide Urvolk zu unterdrücken begonnen. Doch diese Erkenntnis bringt dem Wissenschaftler nicht viel, denn auch Atlan trifft in Begleitung von Myreilune und Atamina ein, der Mutter von Dranta, wie sich herausstellt. Atlan ruft noch nach Saryla, der noch auf der AVACYN ist, bevor es zum Showdown kommt, denn auch zwei Eishaarfelder sind plötzlich vor Ort. Der Flammenstaub reagiert von alleine auf die Felder, ohne dass Atlan etwas dagegen machen kann. Zunächst löst sich das Feld des von Wahnsinn gezeichneten Obersten Lordrichters auf, es ist der Rhoarxi Choch, der vor längerer Zeit die Intrawelt verließ. Sofort wird dieser von einem gewaltigen Schwarm Zusthoas umflattert, und es wird klar, dass dies die degenerierten Nachfahren des vierten Rhoarxistammes sein müssen. Doch der Showdown geht weiter, auch das noch mächtigere zweite Eishaarfeld löst sich auf, und es erscheint ein etwa zweieinhalb Meter langer, dreißig Zentimeter durchmessender Wurm, das Saqsurmaa, Emion der Adjutant Litraks, ein uraltes Wesen, das Schwert der Ordnung.

Epilog:

ErEsSie hat jetzt was er braucht, drei Elemente, den Flammenstaub, Rhoarxi und einen richtig bösen Knall. Der Ort des bösen Knalls soll die Milchstraße werden. Sogar Litrak und Sardaengar waren nur seine Erfüllungsgehilfen gewesen, aber sie hatten versagt, der Start des Urschwarms scheiterte.

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Re: Atlan Klassiker - Minizyklen - Flammenstaub

Beitrag von Lumpazie »

Der vorletzte Roman zum Flammenstaub-Zyklus - nächste Woche stelle ich hier dann zum letzten mal einen Atlan-Roman ein (ausser ihr würdet Euch entscheiden, auch die Atlan X noch zu lesen, aber nachdem Yman sich etwas zurück ziehen möchte, glaub ich das eher nicht). Irgendwie ein komisches Gefühl, dann hier im Thread nicht mehr tätig zu sein.
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Re: Atlan Klassiker - Minizyklen - Flammenstaub

Beitrag von Grauer Lord »

Lieber @Lumpazi, das geht mir auch so. Immerhin mache ich jetzt auch mit, seitdem du Atlan Band 600 eingestellt hast, die Basis des ersten Zählers und Anti-ES, das müsste jetzt gut sechs Jahre her sein. Mir ist es zuletzt beruflich aber auch immer schwerer gefallen, das wöchentliche Heft zu lesen. Die FanPro-Taschenbücher kenne ich nur zu einem Teil, sie wieder bzw. neu zu lesen könnte ich derzeit nicht schaffen. Jetzt aber erstmal weiter im Text!

Das vorletzte Heft der Atlan-Serie wartet mit einer ganz schönen Idee auf: Der auf Eschens-Welt vermutete 4. Stamm der Rhoarxi hat sich über die Jahrhunderttausende extrem zurückentwickelt. Und findet sich jetzt in der üppigen Vogelwelt des Planeten wieder, die in vielen verschiedenen Ausprägungen existiert. Ein einstmals stolzes Volk, heute nur noch in unintelligenten Schwärmen von Vögeln existent. Was das für sie Suche des Schwertes der Ordnung nach den letzten Rhoarxi bedeutet - noch nicht wirklich klar.

Wer das „Schwert“ ist, wird uns am Ende auch offenbar: Es ist Emion, das Saqsurmaa, in grauer Vorzeit Adjutant des Schwarmlenkers Litrak, der vor 546 Millionen Jahren mit einem Sternenschwarm im Halo der Milchstraße havariert ist. Woraus dann der Kugelsternhaufen Omega Centauri wurde. Die Motivation Emions bleibt noch diffus, es ist von Schmerzen die Rede, die dieses merkwürdige Geschöpf permanent ertrage muss. Auch wenn noch völlig unklar bleibt, wie dieses merkwürdige Wesen die Äonen seit der Havarie des Ur-Schwarms überdauert hat, versucht das Exposé erkennbar, alle Mini-Zyklen unter einen Hut zu bekommen. So benötigt das Schwert für die Erfüllung seiner bösen Pläne neben Rhoarxi und Flammenstaub einen „großen Knall“, bei dem die Milchstraße untergehen könnte. Das hätte bereits die Reaktivierung des Urschwarms durch Sardaengar und Litrak im Obsidian-Zyklus sein können, vermutlich dienten auch die Psi-Quellen der Varganen und der Dunkelstern einem ähnlichen Zweck. Ob das schon von Anfang an so geplant war? In jedem Fall deutet sich für die abrupte Einstellung der Serie eine befriedigende Auflösung an. Auch die drei Einschübe, die z.B. den Trodar-Lehrer Carpes Malauni als ein wie auch immer geartetes Geschöpf Emions enttarnen, rücken die Spielsteine der letzten Wochen zu einem deutlicheren Bild zusammen. Auch die Versetzung Atlans nach Gruelfin war demnach von Emion geplant usw. usf.

Die Handlung um die Wesakenos auf Eschens Welt fand ich dann wiederum viel zu stark ausgewalzt und zu sehr auf Jugendbuch getrimmt, statt ein Roman für Erwachsene zu sein. Dass der oberste Lordrichter ein geistig instabiler Rhoarxi-Flüchtling aus der Intrawelt ist, steht dann am Ende dieses ersten von zwei Schlüsselromanen um die „große Auflösung“ aller Rätsel der letzten Wochen.
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Re: Atlan Klassiker - Minizyklen - Flammenstaub

Beitrag von Lumpazie »

Am Freitag dem 11. August 2006 erschien der 12.Band des Flammenstaubzyklus:

Das Schwert der Ordnung

von Michael Marcus Thurner

Titelbild: Arndt Drechsler

Bild


Handlung:

Lordrichter Saryla hat wieder die Seiten gewechselt und Atlan nicht geholfen, so dass dieser ohne Problem zur HUM, dem Kirigalo Emions, gebracht wird. Emions Plan, dass Choch den Flammenstaub von Atlan aufnimmt, kann wegen dessen Wahnsinnsattacken nicht sofort umgesetzt werden. Deshalb wird Atlan eingekerkert, in ein ganz besonderes Gefängnis.

Auf den ersten Blick denkt Atlan, Harno vor sich zu haben, doch es handelt sich nicht um das Energiewesen, welches vor langer Zeit in ES aufging, sondern um Sargon, das Haustier Emions. Das Energiewesen ist das Gefängnis, es nimmt ihn in sich auf, dadurch wird der Geist von Atlan gewissermaßen von seinem Körper getrennt und existiert nun in dem Kugelwesen, welches auch schwach intelligent ist. Emion verbietet es Sargon, mit Atlan zu kommunizieren, doch ein Verbot, mit Ovaron zu kommunizieren, erhält das Energiewesen nicht. Und so gelingt es Atlan und Ovaron, die Geschichte Sargons und Emions zu erfahren. Dabei stellt sich heraus, dass Emion früher selbst nur ein Haustier ohne Intelligenz war, auf seiner Wahrscheinlichkeitsebene. Aus dieser wurde er gerissen, als der letzte Teil Hangays im Standarduniversum materialisierte. Als sich Emion zurechtgefunden hat in diesem Universum, welches das Saqsurmaa nur unter Schmerzen ertragen kann, stellt es fest, dass es nun mit großer Intelligenz gesegnet ist. Doch die Schmerzen sind sehr stark, und so beginnt das Saqsurmaa, seine Rückkehr in eine »höhere« Wahrscheinlichkeitsebene zu planen. Auf seinen Teleporter-Streifzügen durch das Universum trifft es auf Sargon, der auch die Wahrscheinlichkeitsebenen wechseln kann. Emion sieht sich schon am Ziel, doch die Kräfte Sargons sind nicht groß genug, um die Wahrscheinlichkeiten zu erreichen, die Emion erreichen will. Also geht sein Streifzug, mit Sargon, weiter. In der Heimatgalaxie der Zaqoor findet er, was er zunächst braucht: Eine willige Kämpferschar, die unter der Leitung des Schwerts der Ordnung steht. Diesen Posten übernimmt Emion kurzerhand, und schon sind ihm die Trodaranhänger ergeben. Dann erreichen ihn Informationen über den sagenhaften Flammenstaub, und er schickt Sucher aus, ebenso wie er die Schwarze Substanz entdeckt und nutzen will, wie auch die Psi-Quellen der Varganen und den Urschwarm. All diese Instrumente will er nutzen, um die Wahrscheinlichkeiten zu durchdringen. Aus seiner ehemaligen Leine seine Herrchens, die bei dem Materietransfer Hangays gerissen ist, fertigt Emion die Eishaarfelder, die es ihm erlauben, etwas schmerzfreier zu leben. Auch seine höchsten Untertanen stattet er damit aus. Sein Plan ist es, die Milchstraße zur Explosion zu bringen und dadurch einen Dimensionsriss ungeahnter Stärke zu generieren, um diese Energien für sein Vorhaben zu nutzen. Dafür will er den Urschwarm und die Psi-Quellen nutzen. Sardaengars Vertrauen erschleicht sich Emion, indem er sich als Adjutant Litraks ausgibt, wie er es später auch bei Atlan macht.

Eine weitere Fähigkeit Emions offenbart ungeahnte Ausmaße, Hautkinder. Dies sind Häute, die er von seinem Körper abstreift und die sich bei Blickkontakt zu einer fremden Person in diese gestaltwandlerisch umwandeln können. So erschafft er einen Arkoniden aus dem Zoltral-Geschlecht, Eide Symtosch, Carpes Maluni oder auch Persenpo Zasca, alles Wesen, die irgendwann im Laufe von Atlans Odyssee mittel- oder unmittelbar Einfluss auf den unsterblichen Arkoniden nehmen. Zudem trifft er auch Choch, dieser soll ihm helfen, Flammenstaub zu verwalten, wie auch der vierte Stamm der Rhoarxi. Emion macht den Standort der Intrawelt ausfindig und erschafft die Konterkraft, um Atlan in die Intrawelt zu locken. Zwar reagiert der Arkonide nicht immer genau so, wie er soll, doch Emion hat unendlich viele Ausweichpläne parat.

Durch die Erzählungen Sargons offenbart sich Atlan ein unglaubliches Bild. Der Arkonide ist verzweifelt aber nicht hoffnungslos, er generiert einen Plan, bei dem Saryla wieder ins Spiel kommt. Ovaron veranlasst Sargon, den Lordrichter aufzusuchen und in sich aufzunehmen, dieser tut dem Ganjo den Gefallen, und Atlan schließt erneut einen Deal mit dem Takerer ab: Er soll als Schwert der Ordnung die Galaxie Vancanar erhalten, wenn er sich auf die Seite Atlans schlägt. Der Lordrichter stimmt zu.

Dann ist es so weit, Choch hat sich so weit gefangen, dass die Zeremonie beginnen kann. Saryla soll Atlan enthaupten, und der Flammenstaub soll dann auf Choch übergehen. Doch es kommt anders, Saryla tötet Atlan nicht, der Schwarm Zusthoas beginnt dafür, Atlans Flammenstaub zu absorbieren. Choch wird getötet, und Emion verliert die Kontrolle über die Lage. Als er Sargon auffordert, »den Verräter« in sich aufzunehmen, reagiert das Energiewesen anders, als Emion es erwartet, denn Sargon hat von Atlan gelernt, was ein Verräter ist, und nimmt deshalb Emion in sich auf und verschwindet in einer anderen Wahrscheinlichkeit. Damit hat Atlan gesiegt. Zusammen mit Saryla, der sich allerdings seltsam verhält, kehrt er zunächst nach Eschens Welt zurück. Dort geht es weiter mit der AVACYN nach BOYSCH. Ovarons Bewusstseinssplitter verlässt Atlan und wechselt zum Takerer über, so wird dieser einigermaßen ruhig gestellt und handelt, wie er es versprochen hat, er ist jetzt das Schwert der Ordnung, zieht seine Streitkräfte aus Gruelfin ab und beordert sie zurück in ihre Heimat. Auf BOYSCH verabschiedet sich Atlan von Carmyn Oshmosh. In aller Freundschaft und züchtig gibt es nur Wangenküsse, auch wenn es mit der hageren Ganjasin durchaus hätte zu mehr kommen können, wenn die Zeit eine andere gewesen wäre. Auch vom Abenwosch verabschiedet er sich herzlich, die Wissenschaftler auf BOYSCH erhoffen sich, dass sie der nächsten Generation der Juclas schon eine doppelte Lebensspanne verschaffen können. So zieht Atlan weiter, mit der HUM geht es zunächst nach Dwingeloo, wo er die Zusthoas in der Intrawelt abliefern will, dann soll es per Pedopeiler zurück in die Milchstraße gehen.

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Re: Atlan Klassiker - Minizyklen - Flammenstaub

Beitrag von Grauer Lord »

„Geplant“ …. Ich konnte das Wort einfach nicht mehr hören.

Ob Expokrat Michael-Marcus Thurner sich beim Schreiben mit diesem Satz ein wenig Luft machen wollte? Ihm oblag die wohl extrem schwierige Aufgabe, den Flammenstaub-Zyklus und die Atlan-Miniserien insgesamt sinnvoll zu Ende zu bringen. Ob das gelungen ist? Das Ächzen und Knirschen im Gebälk des rasch und mühsam zusammengezimmerten Handlungs-Gebäudes um Emion, das Schwert der Ordnung, ist beim Lesen deutlich zu hören. An einigen Stellen mehr, an anderen weniger.

Am Ende zwingt Thurner restlos alles in einen Zusammenhang: Centauri und den Urschwarm Litrakduurn, die Obsidian-Kluft und Sardengaer, Dwingeloo und die Varganen, letztlich dann Gruelfin und die Intrawelt: Überall hatte das in unser Universum verschlagene Haustierchen Emion seine nicht vorhandenen Finger drin, einfach nur um einen gewaltigen Bada-Boom zu erzeugen, mit dem es aus dem für ihn so schmerzhaften Umständen in unserer auf eine andere Existenzebene abheben wollte. Das wirkt auf mich nicht unbedingt glaubwürdig, das ein oder andere hätte man ja einfach auch so als Einzelabenteuer im Raum stehen lassen können, finde ich.

Ohne den Roman komplett nachzuerzählen: Die Sache mit dem schmerzgeplagten Bösewicht erinnert rudimentär an die Story um die Grossarts, die Maahk-Mutanten aus dem ersten USO-Zyklus. Die litten unter fünfdimensionalen Schockwellen, wie bei Transmitterdurchgängen, sehr starke Schmerzen und häuteten sich ebenfalls; diese Häute konnten andere Wesen übernehmen. Im Fall Emions konnten die Häute sogar noch viel mehr und agierten in seinem Sinne als eigene Persönlichkeiten. Durch diese „Strohmänner“ lässt sich im Nachhinein alles von Centauri bis jetzt in einen Zusammenhang der luziden Manipulationen Emions bringen. Atlan erscheint dadurch als durch und durch manipuliertes und an der Nase herumgeführtes Opfer, was mir nicht sonderlich gut gefällt.

Der Bösewicht als früheres Haustier erinnert stark an Seth-Apophis, die aus einem unintelligenten Schädling (Heel) hervorging. Auch letztlich kein sehr innovativer Gedanke. In seinem Schlepptau gibt es aber eine befriedigende Erklärung der Eishaarfelder als Überbleibsel der „Leine“, mit der Emion auf der anderen Existenzebene an sein Herrchen gekettet war. Eine Erklärung der Weiheplattformen aus dem Band zuvor, die ein wenig an die Ebene der Mächtigen erinnerten, wird nicht mehr geliefert.

Apropos Seth-Apophis: Der ganze Komplex um die Lordrichter, über die wir uns ja so lange die Köpfe zerbrochen haben, hat letztlich mit dem Saqsurmaa überhaupt nichts zu tun. Es handelte sich um eine Machtstruktur in der Galaxis Vancanar, die sich um den Trodar-Kult und diverse Hinterlassenschaften von Seth-Apophis gebildet hat. Von diesen tatsächlichen, ursprünglichen Lordrichtern erfahren wir so gut wie nichts. Sie werden in diesem Heft erstmals erwähnt. In der finalen Konstruktion dieses Zyklus hat Emion die vorhandene Struktur einfach nur ursupiert - es hätte auch jede andere sein können. Dann hätte der Lordrichter-Zyklus eben einen andern Namen gehabt. Das enttäuscht mich schon ein bisschen, zumal die Lordrichter ja titelgebend für einen Mini-Zyklus waren. Ähnlich ist es mit den Kriegen in Gruelfin: einfach nur eine Beschäftigungstherapie für die Garbyor. Ernsthaft?

Bis hierhin funktioniert die Geschichte für mich gerade noch. Maßlos enttäuscht war aber ich über die Herumfummelei an der Schwarm-Geschichte: Es soll also gar keinen Adjutanten Emion an der Seite Litraks gegeben haben bei der Havarie des Schwarms vor 547 Millionen Jahren. Er habe Sardengaer diese Geschichte „in den Kopf gepflanzt“, um selber Zugriff auf die Befehlsgebung des Urschwarms zu bekommen, so Emion. Das kaufe ich nicht, das passt nicht zu dem wirklich guten Obsidan-Zyklus.

Ich sehe da eher den sprichwörtlichen Bobby Ewing aus der Dusche kommen.

Bis zum Schluss habe ich auch nicht richtig verstanden (liegt vielleicht an mir), welche Funktion die in Gruelfin gesuchten Rhoarxi für den Gesamtzusammenhang haben sollten. Peonu wird kurz erwähnt, von ihm werden wir nichts mehr hören. Warum nur Wesen, die hinter den MQs waren in die Intrawelt durften? Kein Thema mehr. Die Ruinen der Rhoarxi? Entstammen ihrem Bauwahn. Ach so. Auch Atlans Rückkehr zur ATLANTIS und in die Heimat bleibt ein loser Faden. Den man in früheren Tagen vielleicht in einem Taschenbuch hätte aufnehmen können.

Alles in allem bleibt eine bunte, mit Abenteuern gefüllte Wundertüte von Mini-Zyklen, die uns viele spannende Geschichten geboten haben. Abwärts ging es erst dann, als man das kleine Format der Zyklen zu einer kosmischen Story ausbauen wollte und am Ende daran scheiterte. Zumindest Li und Samkar hätten dem ganzen Über- und Umbau im Abschlussheft gut getan.

Aber was soll’s: Die Geschichte der Atlan-Serie ist eine der Umplanungen und Abbrüche, des Ruder-Herumreißens und Nachjustierens. Wie mehrfach im Ptohr-Zyklus, wie am Ende des SOL-Zyklus, als die Namenlose Zone plötzlich zu phantastisch wurde. Oder wie nach 25 Heften Alkordoom, als es abrupt nach Manam-Turu ging. Das alles war nicht immer plausibel, aber das war unsere Atlan-Serie.
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Re: Atlan Klassiker - Minizyklen - Flammenstaub

Beitrag von Yman »

Lumpazie hat geschrieben: 5. Mai 2024, 09:09 Am Freitag dem 14. Juli 2006 erschien der 9.Band des Flammenstaubzyklus:

Lordrichter Saryla

von Achim Mehnert

Titelbild: Arndt Drechsler
Grauer Lord hat geschrieben: 7. Mai 2024, 11:19 Lordrichter Saryla wird uns von Achim Mehnert in aller Ausführlichkeit als absoluter Unsympath vorgestellt: Als schnöseliger Sohn reicher Eltern, intriganter Schüler usw. So richtig hergeleitet wird diese Entwicklung zunächst nicht, Saryla ist eben einfach von Hause aus böse.
Das ist natürlich auch eine sehr schwierige Frage, wodurch ein Mensch böse wird. Tatsache aber ist, Lordrichter Saryla ist ein absoluter Unsympath.
Grauer Lord hat geschrieben: 7. Mai 2024, 11:19 Kulminierend in der Schock-Szene, in der er seine Freundin mit eigenen Händen erwürgte, weil sie zu viel wusste.
Das war wirklich erschreckend. Natürlich, es ist keine Krimiserie, aber manchmal denke ich, wären solche Ermittlungen angebracht
Grauer Lord hat geschrieben: 7. Mai 2024, 11:19 Als gelehriger Schüler saugt Saryla die Trodar-Religion in sich auf und macht sie sich zu nutze. Dabei fiel mir zum wiederholten Male auf, dass wir von dieser Lehre bis auf die drei einschlägigen, gebetsmühlenartig wiederholten Leitsätze nichts weiteres erfahren haben. In der Hauptserie wurde die Trodar-Lehre auch nur zum Ende des 900er-Zyklus kurz in Zusammenhang mit den Garbeschianern/ Laboris erwähnt. Ich finde das etwas dürftig, eine Religion, die so einen Stellenwert in der Handlung hat, so holzschnittartig abzuhandeln. Gar nicht auszudenken, was etwa Frank Herbert daraus gemacht hätte. Ich bin mal gespannt, ob der Bogen zu Seth-Apophis, die ja hinter diesem Todeskult stand, überhaupt noch geschlagen wird.
Frank Herbert ist ein sehr guter Hinweis, da hätte man aus dem Trodar-Kult schon wesentlich mehr macchen, vor allem, da eine echte Superintelligenz dahinter steckte.
Grauer Lord hat geschrieben: 7. Mai 2024, 11:19Warum Saryla die Narbe und die verstümmelte Hand behalten hat, wird glaube ich auch nicht konkret ausgesagt. Medizintechnisch nötig gewesen wäre das wohl sicher nicht.
Ich denke auch, das wäre nicht nötig gewesen, und erklärt wurde es auch nicht. Hat mich dann beides doch etwas gewundert.
Grauer Lord hat geschrieben: 7. Mai 2024, 11:19 Der eigentlich interessante Part ist dann die „Weihe“ Sarylas zum Lordrichter auf der Weihetafel ALTAMON, die mich sofort an „die Ebene“ erinnert hat, auf der sich die Sieben Mächtigen getroffen haben.
Das mit der Ebene war sehr auffällig, hat mich auch an die Mächtigen erinnert. Kann natürlich sein, dass hier ein weiter Missbrauch höherer Technik vorliegt, in diesem Fall vielleicht von Kosmokratentechnik. Wer auch immer hinter den Lordrichtern steckt, welche ja offenbar nur Vasallen des Schwerts der Ordnung sind, ist anscheinend sehr findig. Das Eishaarfeld wäre dann das nächste, zu dessen Herkunft sich ein paar Fragen stellen.
Grauer Lord hat geschrieben: 7. Mai 2024, 11:19Den negativen Splitter Ovarons hätte ich am Ende nicht mehr gebraucht, aber was soll’s.
Saryla hebt sich dadurch irgendwie ein wenig von den anderen Lordrichtern ab, über die man aber ja eigentlich fast nichts weiß, was ein wenig auch der Schwachpunkt dieses Zyklus der doch ziemlich vorzeitig abgeschlossenen Serie ist.
Grauer Lord hat geschrieben: 7. Mai 2024, 11:19Ein Roman, der stilistisch eher Hausmannskost geboten hat. Die Handlung schreitet aber mit Riesenschritten auf das Ende zu.
Der Roman war ja jetzt nichts Besonderes, aber völlig in Ordnung. Das Hin und her bei Atlan, die Streitigkeiten mit seinem Extrasinn über die Gefährlichkeit des gefangenen Lordrichters, über das weitere Vorgehen usw. fügten sich mit den Erinnerungs-Text-Passagen ganz gut zusammen. Die Widerlichkeit des Lordrichters ist auch durchdringend genug geschildert worden, da bin ich froh, dass nicht einer der verkappten Horrorautoren im Team den Roman geschrieben hat. Der Roman enthüllt schon mal sehr viel, es kommen auch nur noch zwei Romane. Das muss dann eben vorerst reichen.
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Re: Atlan Klassiker - Minizyklen - Flammenstaub

Beitrag von Yman »

Lumpazie hat geschrieben: 12. Mai 2024, 11:18 Am Freitag dem 26. Juli 2006 erschien der 11.Band des Flammenstaubzyklus:

Die verlorenen Rhoarxi

von Uwe Anton

Titelbild: Arndt Drechsler
Grauer Lord hat geschrieben: 12. Mai 2024, 12:15 Die FanPro-Taschenbücher kenne ich nur zu einem Teil, sie wieder bzw. neu zu lesen könnte ich derzeit nicht schaffen.
Da sehe ich für mich auch Probleme. Interessant ist, wie schnell noch in den letzten Heften bereits für die Taschenbücher Werbung gemacht werden konnte. Auf der LKS steht jedoch ein Fehler: Es gab nicht bloß 850+60 Hefte, sondern insgesamt 934.

Der vorliegende vorletzte Roman ist auch fast schon eine inhaltliche Überleitung: Atlan bewegt sich auf dem Planeten fast wie in einem klassischen USO-Abenteuer, auf der Suche nach Informationen.
Grauer Lord hat geschrieben: 12. Mai 2024, 12:15 Das vorletzte Heft der Atlan-Serie wartet mit einer ganz schönen Idee auf: Der auf Eschens-Welt vermutete 4. Stamm der Rhoarxi hat sich über die Jahrhunderttausende extrem zurückentwickelt. Und findet sich jetzt in der üppigen Vogelwelt des Planeten wieder, die in vielen verschiedenen Ausprägungen existiert. Ein einstmals stolzes Volk, heute nur noch in unintelligenten Schwärmen von Vögeln existent.
Das ist durchaus eine interessante Idee, aber es kommt alles einfach viel zu kurz. Atlan braucht eine Ewigkeit, um an diesen Punkt zu kommen, die Handlung bis dahin ist nicht übermäßig spannend, eher sehr durchschnittlich.
Grauer Lord hat geschrieben: 12. Mai 2024, 12:15 In jedem Fall deutet sich für die abrupte Einstellung der Serie eine befriedigende Auflösung an. Auch die drei Einschübe, die z.B. den Trodar-Lehrer Carpes Malauni als ein wie auch immer geartetes Geschöpf Emions enttarnen, rücken die Spielsteine der letzten Wochen zu einem deutlicheren Bild zusammen. Auch die Versetzung Atlans nach Gruelfin war demnach von Emion geplant usw. usf.
Wie man es nimmt. Gemessen an der Abruptheit der Einstellung der Heftserie kann man vermutlich mit der Auflösung noch zufrieden sein, aber auf mich wirkte der Roman an bestimmten Stellen, insbesondere diesen Einschüben, wo irgendwer "sich sehr wohl fühlte in seiner Haut", sehr selbstgefällig. Es ist ein sehr billiger Geniestreich, bestimmten Figuren im Nachhinein ihre Eigenständigkeit abzusprechen und sie einfach dazu zu benutzen, eine einheitliche, geplante Handlung vorzutäuschen, wo keine war. Ich hatte nie das Gefühl, bis jetzt auch noch nicht, dass die Handlung der Bände seit Centauri irgendeinen tieferen Sinn ergibt. Ja, natürlich, alles durch das Emion geplant, alles geht nach Plan.
Grauer Lord hat geschrieben: 12. Mai 2024, 12:15Die Handlung um die Wesakenos auf Eschens Welt fand ich dann wiederum viel zu stark ausgewalzt und zu sehr auf Jugendbuch getrimmt, statt ein Roman für Erwachsene zu sein. Dass der oberste Lordrichter ein geistig instabiler Rhoarxi-Flüchtling aus der Intrawelt ist, steht dann am Ende dieses ersten von zwei Schlüsselromanen um die „große Auflösung“ aller Rätsel der letzten Wochen.
Das Titelbild des Romans finde ich herausragend, eines der besten der Serie überhaupt, aber der Roman fällt dagegen etwas ab. Ich habe eigentlich nichts dagegen, dass hier ein Planet und eines seiner Rätsel ansatzweise ausführlich dargestellt werden, aber es ist eben auch der vorletzte Roman, teilweise wird da sehr viel wertvoller Platz mit Nebensächlichem verplempert, manches bleibt leider offen, und gut, den Jugendbuch-Charakter kann man vielen Romanen der Serie nicht wirklich absprechen. Wer ist und was will das Emion? Auf diese Frage wird nun alles zugespitzt, und es bleibt eben nur noch ein Heft.
Lumpazie
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Re: Atlan Klassiker - Minizyklen - Flammenstaub

Beitrag von Lumpazie »

Liebe Foristen,

eigentlich wollte ich noch die letzte Rezi von Yman zum Flammenstaubzyklus abwarten, aber irgendwie überkommt es mich schon jetzt, diese Worte an Euch zu richten. Sorry Yman, das ich Deiner Abschluss-Rezi da nun vorgreife. Aber heute ist der erste Sonntag seit dem 10. Mär 2015 an dem ich hier keinen Atlan-Roman einstelle (mal abgesehen von kleinen Ausnahmen wie Beinbruch, Conbesuche, Urlaub etc).

Über neun Jahre habe ich nun seit Werners Fleischers überraschenden Tod Woche für Woche einen neuen Atlan-Roman eingestellt. Ich hätte mir nie im Leben träumen lassen, das ich das einmal so lange machen werde.

Hier geht zu erst mein Dank an Heiko Langhans, der damit begann, die ersten Atlan-Zyklen „im Auftrag der Menschheit“ zu besprechen. Ihm folgte Werner Fleischer der natürlich den von ihm so geliebten Atlantis-Zyklus präsentierte. Er versorgte uns mit einer Fülle an Hintergrundinformationen, die wir so wohl nie erfahren hätten. Er holte auch Andreas Möhn dazu, der weiteres Wissen und wertvolle Diskussionen zu diesem Faden im Forum beitrug. Dankenswerterweise blieb er uns auch nach Werners überraschenden Tod noch bis Ende des SOL-Zyklus erhalten (und wohl auch als stiller Mitleser danach).

Tja, Werner verließ uns dann völlig überraschend, ohne das er der den Atlantis-Zyklus abschließen konnte. Das sollte auf jeden Fall nicht so abrupt enden, also kam ich da ins Spiel. Ich wollte auf jeden Fall die Besprechung des Zyklus zu Ende bringen, schon allein dem Werner zu liebe und natürlich für die Foristen, die sich hier aktiv beteiligten. Ihnen allen gilt hier mein Dank, das Ihr weitergemacht habt. Das hätte Werner gefreut und er hatte es mit all seinem Engagement hier absolut verdient!

Auch ich freute mich, als Ihr Foristen dann mit dem SOL-Zyklus weitermachen wolltet. Warum auch nicht. So wurde das Einstellen der Romane am Sonntagmorgen zu einer lieben Gewohnheit. Frischer Kaffee und ein weiteres Atlan Abenteuer für das Forum :-))

Gegen Ende des SOL-Zyklus entdeckte dann auch Robert Straumann dieses Forum und trug per Shuttle von mir schöne Zeichnungen und Anekdoten von seiner Arbeit als Innenillustrator der Atlan-Serie bei. Danke Robert, das Du uns an Deinen Erinnerungen teilhaben lassen hast!

Die Anzahl der teilnehmenden Foristen nahm zwar stetig ab – jedoch sah man an den Klicks in der Übersicht, das die Threads gelesen wurden. Und so lange es maximal 2 Foristen gab, die diskutieren würden, übernehme ich auch das weiterhin das Einstellen der Romane. So mein Plan.

Und tatsächlich war es dann auch so. Nie im Leben habe ich damit gerechnet, das wir tatsächlich die klassische Atlan-Serie bis Heft 850 bis zum Ende durcharbeiten und sogar noch die Miniserien besprechen.

Das ist hauptsächlich den Foristen Y-Man und Grauer Lord zu verdanken! Ihr beide habt diesen Teil des Forum mit Leben gefüllt. Dabei genoss ich am meisten Euren gegenseitigen respektvollen Umgang miteinander und auch gegenüber den Autoren und Ihren Werken. Ein Gegenteilige Meinung wurde als solche akzeptiert, Romane der Autoren gelobt oder kritisiert. Aber alles HÖFFLICH und SACHLICH. Ich würde mir sehr wünschen, das dieser Stil von Euch beiden sich auch auf andere Teile des Forums ausbreiten würden. So einen Umgang miteinander vermisse ich schmerzlich.

Also von daher vielen Dank für Euer jahrelanges Engagement hier bei Atlan – gemeinsam haben wir hier etwas Leben in diesen Teil des Forums gebracht. Vermutlich wird es nun ohne uns hier sehr ruhig werden.

Ebenfalls geht ein großer Dank an die Moderatoren, die stets ein offenes Ohr hatten, wenn ich mal wieder ein falsches Datum oder Bild eingesetzt hatte. Teils haben sie das selbst gemerkt und korrigiert, teils bat ich sie um die Ausbesserung. Stellvertretend für alle Moderatoren möchte ich hier RICHARD und ATLAN nennen, die besonders oft (und immer sehr schnell) halfen. Das Lob geht aber an ALLE Moderatoren, ohne Euer Engagement gäbe es dieses Forum in der Form schon lange nicht mehr. Ich danke Euch!

Und zuletzt geht mein Dank an alle stillen Mitleser unserer Besprechungen. Ihr seit es, die uns auch motivierten, weiter zu machen. Auch wenn Ihr Euch leider selten oder nie bei der Diskussion zu Wort meldeten – allein zu sehen, das die Besprechungen angeklickt und gelesen wurden, hat zu mindestens mich immer sehr gefreut! Vielen Dank für Eure jahrelange Treue.

Somit endet meine Zeit hier im Atlan-Forum. Irgendwie schon ein bisschen traurig, man hat sich daran gewöhnt. Ich würde mir wünschen, das die Threads auch weiterhin zum Besprechen von Atlan-Romanen genutzt werden. Dafür sind sie schließlich da.

Für mich selber geht es noch etwas weiter in den Perry Rhodan Klassiker-Forum – hier stelle ich derzeit die Romane des Armadazyklus ein (PR-Heft 1100-1199). Unser Yman liest da auch mit. Vielleicht lässt sich der eine oder andere auch dazu einladen. Mal sehen, ob es da dann auch mit den Heftromanen ab Nr. 1200 weitergeht. Lassen wir uns überraschen.

Ich danke Euch alle für die schöne Zeit hier und für Euer Engagement für Euren Lieblingsarkoniden! :respect:

Und jetzt freue ich mich auf Ymans Besprechung des 12ten Heftes des Flammenstaubzyklus, die uns in naher Zukunft noch wohl erwarten wird.

Ad Astra

Euer Lumpazie
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Eventhorizon
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Re: Atlan Klassiker - Minizyklen - Flammenstaub

Beitrag von Eventhorizon »

Vielen Dank für Deine Mühe. Ich habe die Atlan-Serie nie gelesen, daher konnte ich hier schlecht etwas beitragen. Dieser Thread gab mir aber die Möglichkeit, zumindest eine Ahnung zu entwickeln, worum es da ging und wie es so ankam und ankommt. Ich habe immer wieder gerne mitglesen, auch aufgrund der interessanten Diskussionen.
fenny
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Re: Atlan Klassiker - Minizyklen - Flammenstaub

Beitrag von fenny »

Ich habe hier immer mitgelesen, aber da es schon ziemlich lange her ist, dass ich diese Zyklen gelesen habe, kann ich mich an die Details nicht mehr so genau erinnern.

Ich weiß aber noch, daß mir Intrawelt und Flammenstaub recht gut gefallen haben, die beiden Zyklen davor dagegen nicht so. Es war ja absehbar, dass Lordrichter bis Flammenstaub einen gemeinsamen Handlungsbogen haben würden, aber dass Emion dann auch noch für die Zyklen davor verantwortlich gemacht wurde, war mir zuviel. Das war auch irgedwie nicht nötig.

Ich danke Euch aber für das Einstellen und Besprechen.
Wurden eigentlich die Zyklen Lepso bis Polychora auch schon besprochen, oder habt ihr das noch vor?
Lumpazie
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Re: Atlan Klassiker - Minizyklen - Flammenstaub

Beitrag von Lumpazie »

@ Eventhorizont
@ Fenny

Vielen Dank für Eure Rückmeldungen - das freut mich sehr, das wir Euch gut unterhalten haben (ich denke, ich kann da getrost für meine beiden Mitstreiter sprechen, die ja die eigentlichen Besprechungen machten).

Polychora, Lepso oder auch die Atlan X werden wir wohl erstmal nicht besprechen, ausser Du Fenny würdest das selber tun (einstellen würde ich sie natürlich - bei Lepso könnte ich sogar mitsprechen, weil ich die vor Jahren selbst gelesen habe).

Aber Yman hat vor einiger Zeit schon gemeldet, das er nach dem Flammenstaub hier kürzertreten wird (aus privaten und wohl auch gesundheitlichen Gründen) und auch Grauer Lord hat angekündigt, das er die FanPro Taschenbücher derzeit nicht noch einmal lesen würde - siehe hier (erster Absatz):

viewtopic.php?p=883599#p883599

Aber sag niemals nie! Wenn sich Mitstreiter finden würden, dann bitte hier melden - mein Angebot, die Taschenbücher wöchentlich (oder 14 tägig) hier einzustellen, steht weiterhin zur Verfügung :st:
Grauer Lord
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Re: Atlan Klassiker - Minizyklen - Flammenstaub

Beitrag von Grauer Lord »

Ich möchte mich auch bei Lumpazie für den Einsatz in diesem Forum bedanken. Pünktlich Sonntag für Sonntag das aktuelle Heft einzustellen, und das über viele Jahre - Chapeau! Das unserer Umgangston hier im Forum als vorbildlich gesehen wird, freut mich natürlich ganz besonders. Für mich war/ ist das Diskutieren in so einem Rahmen schon eine Art Neuland, das hat vielleicht auch dabei geholfen. So, wie man im normalen Leben miteinander umgeht, sollte man auch unter dem Schutz der Anonymität eines Avatars miteinander umgehen. Finde ich. Ist aber sicher ein frommer Wunsch ….

Die Taschenbücher möchte ich in der Tat nicht nochmal lesen, ich bin mit den Mini-Serien von der Zeit her sozusagen auf der letzten Rille durchs Ziel gekommen, das war für mich wirklich schwer zu schaffen. Ich denke aber schon ein bisschen darüber nach, nach der Endlosen Armada, falls es da einen Klassiker-Threat geben sollte, sporadisch mitzumischen, da ich mich noch gut an das Tiefenland, Chronofossilien und später dann die Vironauten, Stalker, ESTARTU etc. erinnere.

Bis dahin sage ich mal rheinländisch „tschöh“. Wir lesen uns irgendwo sicher wieder!
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